Politik & Wirtschaft

Klimaschutz und 1,5 °C Leitplanke?

Erich Majer

Klimaschutz und 1,5 °C Leitplanke?

Eine Illusion und Größenwahn der Unbedarften!

Leseprobe:

Vorwort

Mit diesem Buch, das im Grunde die 2. Fassung meiner bereits 2014 veröffentlichten Betrachtungen in „Klimawandel – Wahn und Wirklichkeit“ ist, habe ich die Gelegenheit dazu genutzt, die Analyse auf den Stand des Tages zu bringen, ohne dabei seine ursprüngliche Linie zu verlieren. Der Verfasser ist der Meinung, dass dazu gerade heute besonderer Anlass besteht, wo die Gesellschaft und die Politik, hauptsächlich in Europa, in einer schweren Krise liegen. Gerade beim Thema Klima und der damit zusammenhängenden Energiepolitik mischen sich immer mehr selbst ernannte „Experten“ und Organisationen, ohne Sachverstand, in die Diskussion ein, was die gefährliche Tendenz mit sich bringt, den Blick für das Ganze und für das Wesentliche, zum Schaden der Menschheit, zu verlieren. Obwohl der Klimavertrag von Paris in seiner Form unverbindlich ist, wird das in ihm erwähnte Wunschziel, die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, heute zum absoluten Maßstab für eine CO2-neutrale Welt erhoben. Ein zwingender Grund, eine tiefgehende Analyse des Vertrages dem Buch hinzuzufügen.
Ähnliche Fragen gibt es zu dem missbrauchten Wort Digitalisierung, weshalb ich, zum besseren Verständnis, das Buch mit einer Erläuterung zu Funktionsweise und Grenzen eines Computers ergänzt habe, s. S. 158 f.
Die vorliegende Betrachtung soll daher das Bedürfnis an einer geschlossenen Darstellung der Klimafaktoren befriedigen, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügt und das Verständnis des durchschnittlich gebildeten Menschen nicht überfordert. Dem Leser wird so die Möglichkeit gegeben, die Zusammenhänge als ein Ganzes und auf eine Art zu sehen, die ihm die Anregung und Möglichkeit gibt, sich tiefgreifend mit der Thematik zu beschäftigen.

Alzenau, im Dezember 2020 Erich Majer



Einleitung


Wer heute mit offenen Augen, Ohren und etwas kritischem Denkvermögen die Diskussionen unserer sogenannten Eliten im Parlament oder in Talkshows genannten Schwafelrunden ver-folgt, muss zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass in diesem Staate etwas faul ist. Es ist erschreckend, was Politiker und Wirtschaftsbosse mit gezielten Täuschungen, Rechtsbrüchen und politischer Verantwortungslosigkeit unserem Land antun. Wenn in Deutschland die Stichworte Klimaschutz, Bio oder Öko fallen, wird eine den Tatsachen entsprechende Vernunft ausgeschaltet. Als eines von vielen Beispielen dient die Tsunami-Katastrophe im März 2011 vor Japan. Es gab zehntausende Flut-Opfer, aber keines durch die mitverursachte Havarie eines Kernkraftwerks in Fukushima! Trotzdem war es ein willkommener Vorwand für die Öko-Elite und Kanzlerin Merkel (sic!) zum unüberlegten sofortigen Ausstieg aus der Kernenergie, einer Technologie, in der deutsche Ingenieure weltweit führend waren. Dass die Tsunami- und Erdbebengefahr hierzulande überschaubar ist, spielte ebenso wie wirtschaftliche Überlegungen keine Rolle. Man hatte ja den unbedarften Bürger, der per EEG zur Zahlung der Rechnung verpflichtet werden konnte. Ergebnis: Der Rest der Welt baut weiterhin Atomkraftwerke und Kohlenmeiler (!) und der Verbraucher bezahlt die Zeche. Die Medien, gern als vierte Gewalt gesehen, werden ihrem Auftrag, die Politik analytisch-kritisch zu begleiten und zu kommentieren, schon lange nicht mehr gerecht. Sie sind nicht nur Teil des Problems, sondern beim Thema Umwelt das Sprachrohr einer rot-grünen Weltverbesserungsideologie.
Ob Fraktionszwang, also Einschränkung der Freiheit des Abgeordnetenmandats, oder der mit Kotau gleichzusetzenden „political correctness“ in Politik und den Medien; beides führt nicht nur zu Heuchelei und Fehlentscheidungen, sondern dient der gewollten Desinformation des Bürgers. Das eigentliche Funktionieren des politischen Geschäftes wird bewusst verdeckt. Dem Bürger bleiben die treibenden Kräfte, Motive und Absprachen und damit die ursächli-chen Zusammenhänge der Politik verborgen. Um mehr Erkenntnis und Verständnis zu den Fragen unserer Zeit zu erhalten ist man deshalb gezwungen, sich selbst der Mühe zu unterzie-hen, kritisches Quellenstudium zu betreiben. Nur so kann man den Teufelskreis des „Viele denken gleich und deshalb viele wenig“ durchbrechen. Ich habe daher die stehende Schlussformel in den Senatsreden von Cato des Älteren (234–149 v.Chr.) – „Ceterum censeo Cartighenem esse delendam“ – auch heute noch sprichwörtlich für eine energische Forderung benützt – umgewandelt in die Mahnung: „Im Übrigen meine ich, dass wenn viele gleich denken, viele wenig denken.“
Zum Thema Klimawandel wird die Öffentlichkeit mit panikmachenden, einseitigen und widersprüchlichen Informationen eingedeckt. Eine objektive Darstellung von möglichen Ursachen und deren Wirkung bleibt der Gesellschaft jedoch vorbehalten. Da Wissen neugierig macht und Zweifel weckt, wird mit den vorliegenden Betrachtungen versucht, Kenntnisse zu vermitteln, die zugleich zum selber Denken einen Anstoß geben mögen. Hierzu werden zunächst die terrestrischen und extraterrestrischen möglichen Ursachen synoptisch dargestellt, ohne einer übertriebenen Detailliertheit oder einem unscharfen Überblick zu erliegen. Nach der Behandlung der vom Menschen wohl nicht zu beeinflussenden Klimafaktoren werde ich versuchen, dem sowohl politisch als auch wissenschaftlich kontrovers diskutierten Thema des sogenannten Treibhauseffektes und der CO2-Problematik auf den Grund zu gehen. Dabei wird es mein Bestreben sein, ein Ergebnis auf der Basis solider empirisch-systematischer Analyse zu erzielen, ohne Rücksicht auf politische Erwartungen.



1
Die Atmosphäre –
der Ort, wo das „Klima“ stattfindet


1.1 Einführung und Definitionen

Einführung

Nur wenige Themen nehmen zurzeit in den Medien und der Politik einen ähnlich breiten Raum ein wie Klimawandel und globale Erwärmung. Durch Meldungen über schmelzende Eisberge, Sturmtätigkeit, Hochwasser oder Dürre bangt die Menschheit einer Klimakatastrophe entgegen. Von der Politik, von den Medien und in der öffentlichen Wahrnehmung werden Klimaveränderungen auf eine einzige Hypothese reduziert: Der durch menschliche (anthropogene) Aktivitäten verursachte Anteil von atmosphärischem Kohlendioxid sei allein für schädliche Klimaveränderungen verantwortlich. Der Geist ist aus der Flasche und der Riese kaum wieder hineinzuzwingen. Nun bestreitet niemand, dass es Klimaveränderungen gibt. Klimawandel ist, wie wir weiter unten sehen werden, eine Konstante in der Geschichte unserer Erde. So sicher wie Klimawandel stattfindet, so unsicher sind die Ursachen. Es gilt also, in den folgenden Betrachtungen die möglichen Gründe für Klimaveränderungen zu finden. Besonders soll der Frage nachgegangen werden, ob anthropogenes CO2 einen maßgeblichen und gefährlichen, oder vernachlässigbaren und ungefährlichen Einfluss auf das Klima hat. (1)


Definitionen

Zunächst, was bedeutet Klima, Wetter oder Witterung? Unter Wetter verstehen wir den augenblicklichen Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort. Dieser wird durch eine Vielzahl von Elementen wie Lufttemperatur, Feuchtigkeitsgehalt und Bewegung charakterisiert. Witterung andererseits wird durch den vorherrschenden Charakter des Wetterablaufes innerhalb eines Zeitraumes, der variabel ist, beschrieben. Man spricht von Witterung eines Tages, Monats, Jahres etc. Das Klima ist die Gesamtheit der Eigenschaften der Klimasubsysteme.

Diese sind:
die Lithosphäre (die feste Erde und, bei Betrachtung über viele Jahrtausende, die Erdkruste und der obere Erdmantel)
die Kryosphäre (Eisgebiete)
die Atmosphäre (Gashülle)
die Hydrosphäre (Ozeane, Seen, Gewässer)
die Biosphäre (Pflanzen- und Tierwelt, Menschen)

Das Klima ist eine Folge physikalischer Vorgänge, die in den Subsystemen, vor allem durch die Einwirkung der Sonne, in Gang gesetzt werden. Der Verlauf dieser Prozesse wird wesentlich durch die Erdrotation, die geographische Breite, die Verteilung von Festland und Meer, Meeresströmungen, aber auch durch die Geländeoberfläche, Vegetation und Bebauung mitbestimmt. Nach WMO-Empfehlungen (World Meteorological Organisation) versteht man unter Klima die Erfassung von Temperatur oder einzelnen Niederschlagsmengen über einen längeren Zeitraum, der mindestens 30 Jahre beträgt. Die daraus entstehende statistische Beschreibung stellt das Klima dar. (2) Das Klima steht damit im Gegensatz zu den zufälligen, sich von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr ändernden Wetterbedingungen. Die Klimazonen sind Gebiete der Erde, die ein gleichartiges Klima haben. Sie unterscheiden sich durch die Tageslängen, die Sonneneinstrahlung, Abb. 3 unten, und stehen damit in deutlichem Zusammenhang mit der Vegetation auf den Kontinenten. Die jährlichen Schwankungen der Tageslänge erreichen in den Polarregionen den Maximalwert von 24 Stunden! Wegen der oben angeführten geographischen Einflüsse ist der Verlauf der Klimazonen unregelmäßig. Man unterscheidet im Wesentlichen vier Breitenzonen, Abb. 3 oben.

a) Tropenzone 0°–23,5°
Keine großen Temperaturschwankungen,
heiß und feucht.
b) Subtropenzone 23,5°–40°
Trocken- und Regenzeiten, warm.
c) Gemäßigte Zone 40°–60°
Ausgeprägte Jahreszeiten, kühler.
d) Polarzone. 60°–90°
Sehr kalt und sehr trocken


Es gibt auf der Erde viele Klimate, die das lokale mittlere Wettergeschehen beschreiben. Es gibt jedoch für die Erde kein Klima im Singular (!), also kein Globalklima (Erdklima). Diese einfache Tatsache werden Ihnen jeder Eskimo oder die Bewohner der Sahelzone bestätigen.
Um den Gegenstand unserer Betrachtungen, das Klima, auf unserem Planeten Erde beurteilen zu können, bedarf es einer Untersuchung der das Klima beeinflussenden möglichen Faktoren. Wie schwierig das ist, möge ein einfaches Beispiel zeigen. Schon Thales von Milet hat für 585 v. Chr. eine Sonnenfinsternis vorausgesagt, die dann auch eintrat. Er konnte aber nicht prophezeien, ob man die Sonne auch sehen kann, da er nicht voraussehen konnte, wie das Wetter sein wird! Dies hängt ganz einfach damit zusammen, dass das Wetter durch weit mehr Faktoren bestimmt wird als z. B. der Lauf der Sonne. Nach mehr als 2.500 Jahren sind wir nicht viel weiter.


1.2
Die Atmosphäre, Aufbau, chemische
Zusammensetzung und Funktion

Die Atmosphäre ist ein Gasgemisch, das durch die Gravitation an der Erdoberfläche gehalten wird. Vom Weltraum aus betrachtet (Abb. 1) erscheint die Erde blau mit eingesprengten wei-ßen Feldern, den Wolken. Die blaue Farbe kommt durch die die Erde umhüllende Gasschicht, die Luft, zustande. In der Lufthülle wird das kurzwellige blaue Sonnenlicht stark in alle Richtungen gestreut, während das langwelligere rote Licht weitgehend die Atmosphäre, der dünne blaue Saum in Abb. 2, durchdringen kann.
Man kann sich die irdische Atmosphäre in fünf übereinanderliegenden Schichten aufgeteilt denken, die sich durch ihre Beschaffenheit und Funktion unterscheiden, Abb. 4.

Die unterste Schicht, die Troposphäre, ist die Region, in der sich jene Vorgänge abspielen, die wir unter der Sammelbezeichnung Wetter zusammenfassen. In der Troposphäre nimmt die Temperatur der Luft im Allgemeinen mit der Höhe ziemlich gleichmäßig ab. Oberhalb der Tropopause dehnt sich, als zweite Schicht, die Stratosphäre bis ca. 50 km Höhe aus. Im Gegensatz zur Troposphäre ist die Temperatur der unteren Stratosphäre bis etwa 30 km Höhe nahezu konstant. Danach steigt die Temperatur wieder an, um in ca. 50 km Höhe ein Maximum zu erreichen. Der Grund dieser Erwärmung dürfte die Ozonschicht sein, von der die energiereiche UV-Strahlung absorbiert wird. Die dritte, mittlere Schicht ist die Mesosphäre. Als ein Teil der Ionosphäre und Homosphäre ist sie zur Erde hin durch die Stratopause in ca. 50 km Höhe von der Stratosphäre und nach oben durch die Mesopause (in 80 bis 85 km Höhe) von der Thermosphäre abgegrenzt.
Aufgrund der hier sehr ausgedünnten Luft und der Tatsache, dass kaum noch Ozon vorhanden ist und sich die Absorption der energiereichen UV-Strahlung in der Stratosphäre abspielt, sinkt die Temperatur wieder von ca. 0 °C auf durchschnittlich –90 °C in 85 km Höhe ab. Als vierte Schicht schließt sich die Thermosphäre an. In ihr nimmt die Temperatur nach oben hin ständig zu und erreicht in ca. 500 km über dem Erdboden Temperaturen zwischen 1.000 °C (nachts) und 2.000 °C (mittags).
Die hohe Temperatur, die „scheinbar“ in der Thermosphäre herrscht, bezieht sich auf die Geschwindigkeit der noch spärlich vorhandenen Gasmoleküle, denn die Temperatur selbst ist ein Maß für die kinetische Energie der Atome und Moleküle eines Körpers. Ein Thermometer würde Minus-Temperaturen anzeigen, da die Gasdichte in dieser Höhe viel zu gering ist, um einen messbaren Wärmetransport zu verursachen.
Als fünfte Schicht schließt sich die Exosphäre an die Thermosphäre an. Sie markiert den fließenden Übergang zum interplanetaren Raum, ist jedoch nach Definition von NASA und Federation Aeronautique International bereits ein Teil dessen. Sie ist ein Teil der Heterosphäre, Abb. 4, das heißt jenem Bereich der Atmosphäre ab ca. 100 km Höhe, in dem sich Gase entsprechend ihrer Atommassen entmischen und schichten. Die Exosphäre ist die einzige Atmosphärenschicht, aus der Gasmoleküle aufgrund der ihnen eigenen Geschwindigkeit das Gravitationsfeld der Erde verlassen können. Grundsätzlich kann die Atmosphäre mit einem Luftmeer verglichen werden, das die ganze Erdoberfläche überschwemmt und auf dessen Grund wir leben.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 352
ISBN: 978-3-99107-641-4
Erscheinungsdatum: 26.08.2021
EUR 24,90

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