Das CO2-Syndrom und seine Alternative

Das CO2-Syndrom und seine Alternative

Thomas Allmendinger


EUR 25,90
EUR 20,99

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 214
ISBN: 978-3-903861-81-7
Erscheinungsdatum: 28.09.2021
Ist das Problem des Klimawandels lösbar, indem man den CO2-Ausstoß reduziert? Nein, überhaupt nicht, meint Thomas Allmendinger. Vielmehr ist die Verdunklung der Erde – vor allem durch dunkle Dächer und durch Hochhäuser in großen Städten – dafür verantwortlich.
Vorwort



Der Klimawandel ist seit längerer Zeit ein zentrales Thema in der Öffentlichkeit. Er äußert sich in einer globalen Erwärmung sowie in der Zunahme von Unwettern. Noch mehr Aufmerksamkeit erlangte er anfangs 2019, als Greta Thunberg beim WEF (World Economy Forum) in Davos in Erscheinung trat. Es verging kein Tag, wo in den Medien nicht von „Klimaschutz“ oder gar von „Klimanotstand“ die Rede war, und nicht selten fanden Klimademos statt, vorgetragen von der „Klimajugend“, welche sogar „Klima-Streiks“ durchführte. Die „Grüne Welle“ schien ihren Lauf zu nehmen, was sich auch in verschiedenen politischen Entscheiden in Form von neuen Gesetzen niederschlug.
Doch eigentlich war dies nichts Neues, neu war nur das Ausmaß. Bestrebungen gegen den Klimawandel sind schon seit Jahrzehnten im Gange, wobei das Abkommen von Paris Ende 2015 einen wichtigen Meilenstein darstellt. Darin wird Klima untrennbar mit CO2 verbunden. Dieses gilt als „Treibhausgas“ und damit - nebst Methan - als Ursache für die Erwärmung der Erde. Dabei stützt man sich auf die Ansicht der Experten, ganz nach dem Motto: ‚Ich verstehe es zwar nicht, aber ich glaube es‘. Dass sich diese Experten ja auch irren könnten, hielt und hält man noch immer für ausgeschlossen, gilt doch die dahinter stehende Treibhaustheorie als gesichert und unumstößlich. Als Wahrheitsbeweis kommt jedoch meist keine physikalische Erklärung, sondern nur das Argument, 97 Prozent der Wissenschaftler seien dieser Meinung. Es macht ganz den Eindruck, als ob ein Glaubensregime entstanden wäre mit einem ähnlichen Anspruch auf Wahrheit, wie ihn die katholische Kirche im Mittelalter erhob. Nur sind anstelle der Konzile und Kongregationen der Bischöfe die „Weltklimakonferenzen“ unter Obhut des „Weltklimarats“ getreten, und anstelle des geistlichen Klerus walten nun die universitären Eliten.
Dem gegenüber stehen freilich die „Klimaskeptiker“ - auch „Klimaleugner“ genannt -, welche zwar die derzeit stattfindenden klimatischen Veränderungen meistens nicht in Abrede stellen, diese jedoch auf rein natürliche, vom Menschen nicht beeinflussbare Vorgänge zurückführen, ohne jedoch in der Lage zu sein, jene zu erklären. In Frage gestellt wird somit jede anthropogene Beeinflussung durch den Menschen bzw. durch die Zivilisation, wobei auch bei den Klimaskeptikern als einzige mögliche anthropogene Ursache CO2 in Frage kommt. Nur ist nach ihrer Meinung dessen Wirkung vernachlässigbar. Als Konsequenz ergibt sich daher nur, die Symptome des Klimawandels bekämpfen zu müssen, nicht aber deren Ursachen, denn diese sind ja angeblich unbekannt. Doch eine eigentliche Infragestellung der Treibhaustheorie erfolgt auch von dieser Seite nicht. Somit stehen nur zwei Deutungen zur Wahl: Entweder man glaubt, der Klimawandel werde vom Menschen verursacht, und zwar durch CO2, oder er sei nicht vom Menschen abhängig, sondern hätte rein natürliche Ursachen.

Anlass, an der „offiziellen“ Doktrin zu zweifeln, hatte ich erstmals vor etwa neun Jahren, als ich - damals noch in der Industrie tätig, jedoch kurz vor der Pensionierung stehend - Versuche mit Photovoltaik-Modulen machte, um ihren Wirkungsgrad zu messen. Ich beabsichtigte nämlich, mich nach der Pensionierung wieder mit dem Thema zu befassen, das mich in den 1980/90er Jahren in Anspruch genommen hatte und auf dem ich im Hochschulbereich tätig gewesen war, d. h. mit Energiespeicherung, Brennstoffzellen und Photovoltaik.

Damals zweifelte ich an dieser Doktrin allerdings nur insofern, als ich einen zusätzlichen, bisher nicht berücksichtigten Einfluss für den Klimawandel vermutete, und zwar aufgrund der Feststellung, dass sich die - fast schwarzen - Photovoltaik-Elemente aufgrund der Sonneneinstrahlung stark erwärmten. Aufgrund dessen begann ich, mich in die Fachliteratur einzulesen, wobei ich auf den Begriff Albedo stieß. Diese wird ausgedrückt durch einen Koeffizienten, welcher bei einer farbigen Oberfläche das Verhältnis von abgestrahlter zu eingestrahlter Sonnenenergie angibt. Dass dieser Koeffizient und damit die Albedo dann maximal sind, wenn die Oberfläche weiß ist, leuchtet ein. Deshalb heißt er ja auch „Albedo“. Es handelt sich um ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, das „Weißheit“ bedeutet. Dass die Albedo bei einer schwarzen Oberfläche minimal ist, leuchtet ebenfalls ein, und dass sie bei anderen Farben irgendwo dazwischen liegt, desgleichen. Außerdem liegt der Schluss nahe, dass die nicht reflektierte Sonnenstrahlung von der farbigen Oberfläche absorbiert wird, was zu deren Erwärmung führt, und dass diese Erwärmung umso stärker ist, je kleiner die Albedo und je größer der dazu komplementäre solare Absorptionskoeffizient ist.
Um dies genau messen zu können, machte ich Aufwärmversuche mit gefärbten Aluminium-Platten, die unten und seitlich mit Styropor isoliert und gegen oben hin in Art eines Vorfensters mit einer dünnen Plastik-Folie abgedeckt waren, um eine durch Zugluft bedingte Abkühlung zu minimieren. Erwartungsgemäß erwärmten sich die Platten je nach Färbung unterschiedlich rasch, weil der Anteil der Sonnenstrahlung, welcher von der Platte absorbiert und in Wärme umgewandelt wurde, von der Art respektive der „Dunkelheit“ der Farbe abhing.
Auf die Idee, solche Modellversuche durchzuführen, war bisher noch niemand gekommen, und zwar vor allem deshalb nicht, weil man sich stets auf die Abstrahlung der Erdoberfläche konzentrierte und daher nur die Intensität der reflektierten Strahlung, nicht aber die - undefinierbare - Temperatur der Erdoberfläche maß. Zudem hatte das Satelliten-Zeitalter begonnen, wo es beschämend gewesen wäre, eine derartig einfache und billige Messmethode auch nur ins Auge zu fassen. Daran, dass diese Messmethode zu der Zeit, als die Grundlagen für die Strahlenphysik erhoben worden waren (nämlich Ende des 19. Jahrhunderts), gar nicht möglich gewesen wäre, weil die dazu erforderlichen Materialien noch nicht verfügbar waren, hat augenscheinlich niemand gedacht.

Wie auch immer: Ich hatte größte Mühe, eine Fachzeitschrift zu finden, welche meine Arbeit publizierte. Die traditionellen, von den Hochschulen über die (teuren) Abonnemente finanzierten Fachzeitschriften lehnten alle ab, weil nur Publikationen von Autoren angenommen werden, welche an einer Hochschule akkreditiert sind. Ein akademischer Grad allein - wie der Doktortitel - genügt nicht. Glücklicherweise gibt es mittlerweile durchaus seriöse - d. h. von sog. Peer Reviewern begutachtete -, wenn auch offiziell geächtete (sog. predatory) Online-Journals, sodass dann doch eine Publikation zustande kam.
Die Konsequenz aus dieser Publikation wäre gewesen, mittels hellbrauner Färbung der Dächer deren solares Absorptionsvermögen auf einfache Weise verringern und dadurch die Albedo verbessern zu können. Dies hätte nicht nur zu einer Verbesserung des Mikroklimas, sondern auch insofern zu einer Verbesserung des Wohnkomforts geführt, als sich die Dächer im Sommer weniger stark erwärmt hätten, sodass man u. a. Kühlenergie bei den elektrisch betriebenen Klimaanlagen hätte einsparen können. Doch das beeindruckte niemanden, weder die Fachwelt, noch die Bauunternehmer und die Architekten respektive die Ziegelindustrie, welche aus dieser Erkenntnis ja hätte Nutzen ziehen können, auch nicht all die Ämter und die Politiker - von links bis rechts -, welche ich in der Folge anschrieb. Dies wirkte so, als wenn ein kollektives Unbewusstes walten würde, welches Alternativen zur offiziellen, alles dominierenden Treibhausdoktrin von vornherein ausschloss und gar als häretisch erschienen ließ.

Allerdings war diese Erkenntnis im Grund ja nicht neu, war sie doch schon früher von diversen Wissenschaftlern verbreitet worden, vorab von solchen aus der Universität in Berkeley (Kalifornien) wie namentlich Hashem Akbari und Malvin Pomerantz. Neu war nur die von mir entwickelte Messmethode. Doch diese war nicht an einer Hochschule entwickelt worden, d. h., sie war somit nicht offiziell beglaubigt. Darüber hinaus waren die auf den Albedo-Aspekt fokussierten etablierten - d. h. an Universitäten akkreditierten - Wissenschaftler derart von der Treibhaustheorie eingenommen, dass alle aufgrund von Albedo-Effekten erzielbaren Verbesserungen auf CO2-Verbräuche umgerechnet wurden - wenn auch mit fragwürdigen Methoden -, sodass sich das CO2 gleichsam als Klimawährung etablierte und andere Effekte als sekundär erscheinen ließ.

Damals glaubte ich wie gesagt selber auch an jene Treibhaustheorie, kam dann aber auf die Idee, diese mittels einfacher Messungen zu überprüfen. Dazu verwendete ich zunächst zwei 1 m lange, quadratische, oben und unten mit dünnen Plastik-Folien abgedichtete und an drei Stellen mit Thermometern versehene Rohre aus 3 cm dicken Styroporplatten, füllte eines davon mit CO2, während das andere mit Luft gefüllt war, und richtete beide genau nach dem einfallenden Sonnlicht aus. Eine Temperaturerhöhung wäre lediglich beim mit CO2 gefüllten Rohr zu erwarten gewesen. Erstaunlicherweise erfolgte jedoch in beiden Rohren eine fast gleich große Erwärmung, und zwar um ca. 10 °C. Um genauere Messungen machen zu können, optimierte ich eines der Rohre und verwendete statt Sonnenlicht künstliches Licht in Form eines IR(Infrarot)-Spots. Außerdem variierte ich den Inhalt der Rohre und setzte auch Edelgase ein. Entgegen den Erwartungen trat auch bei jenen eine Erwärmung ein. Das Ganze ließ sich mittels der kinetischen Gastheorie erklären. Dieser Effekt war bisher übersehen worden, weil bei den in Frage kommenden Gasen immer nur Absorptionsversuche gemacht worden waren, das heißt, dass lediglich gemessen worden war, wie viel Strahlung absorbiert wird, nicht aber, inwiefern die absorbierte Strahlung auch in Wärme umgewandelt wird.

Obwohl es sich um eine bahnbrechende Erkenntnis handelte, wurde sie von der Fachwelt nicht zur Kenntnis genommen, sicher auch deshalb nicht, weil sie die Treibhaustheorie fundamental in Frage stellte. Da dies weitreichende Konsequenzen auf die Klima- und Energiepolitik hat, habe ich dieses Buch geschrieben. Dabei geht es nicht nur um die rein fachlichen Aspekte, sondern auch um (massen-)psychologische Phänomene sowie um das Verhalten der Experten, ferner um die Fragwürdigkeit des Pariser Klimaabkommens und um die Erfolglosigkeit der bisher getroffenen Maßnahmen. Da auch die Frage nach der dahinter stehenden Philosophie und nach dem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gestellt wird, ergibt sich ein breit gefächerter Inhalt, wobei jedes Kapitel einen anderen Charakter hat.

Folgenden Personen möchte ich für ihre Mitarbeit recht herzlich danken: Marie-Thérèse Bli, Alfred Dummel, Peter Lehmann, Kaspar Schläpfer, Werner Stalder und - ganz besonders - Harald Clapham, Walter Kämpfer, Verena Ginobbi und Andreas Rüetschi.
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