Afrika, der junge Kontinent

Afrika, der junge Kontinent

Rolf Plan


EUR 18,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 152
ISBN: 978-3-99131-364-9
Erscheinungsdatum: 25.04.2022

Leseprobe:

Kapitel 1
Ein Kontinent im Aufbruch


1.1 Ein geschichtlicher Überblick

Der afrikanische Kontinent befand sich Jahrtausende isoliert durch solche Hindernisse wie die Sahara (so groß wie kontinental USA), durch die sehr gefährliche Seefahrt infolge widriger Passatwinde an der Westküste, durch Malaria südlich der Sahara und durch das kaum erfasste Innere unseres Nachbarkontinents.
Bewusst für die Menschen in Europa trat Afrika erst in die Geschichte mit dem Sklavenhandel ein. Die Entwurzelung von ungefähr 30 Millionen Menschen aus ihrer Heimat, die im Laufe einer Zeitspanne von schätzungsweise 11 Jahrhunderten als Sklaven gleich normaler Handelsware an Höchstbieter verhökert wurden, stellte für den Kontinent ein demografisches Trauma und einen langfristigen seelischen Schock dar, die seine sozio-ökonomische Entwicklung ins Stocken brachte.
Männer, und in geringerem Ausmaß Frauen und Kinder, wurden aus ihrem Land und ihren Gemeinschaften gerissen und auf vier verschiedenen Routen Opfer des Menschenhandels:

innerhalb Subsahara Afrika selbst, da die Sklaverei weiträumig zwischen den Stämmen blühte,
auf der Transsahara Route, dessen Ziel die nordafrikanischen Länder zwischen Marokko und Ägypten waren,
auf der sogenannten arabischen Route über den Indischen Ozean zur Arabischen Halbinsel und Kleinasien
und schließlich vom 16. bis 19 Jahrhundert auf der Transatlantikroute in Richtung Neue Welt.

350 Jahre währte der Sklavenhandel europäischen Ursprungs. Länder wie Portugal, England, Holland und Frankreich profitierten davon und Deutschland indirekt mit. So plagten sich zum Beispiel in Britanniens Kolonien in der Karibik Anfang des 19. Jahrhunderts ca. 500.000 afrikanische Sklaven auf den diversen Inseln in Baumwolle-, Zucker- und Tabakplantagen ab und steuerten substanziell zum Reichtum der Kolonialmacht England bei.
Im 18. Jahrhundert wurden vier Millionen Sklaven aus Afrika nach Amerika verschifft. Im selben Zeitraum waren nach Schätzungen aber 30 Prozent der Bevölkerung innerhalb Afrikas versklavt – bis zu 30 Millionen Menschen. Allein im Kalifat Sokoto im heutigen Norden Nigerias wurden im 19. Jahrhundert rund drei Millionen Sklaven auf Plantagen gehalten, mehr als in den Südstaaten der USA. Bauern konnten durch Missernten schnell in Sklaverei geraten, andere wurden durch Kriege oder Raub zu Sklaven.

Angesichts dieser historischen Gegebenheit fragt man sich nach den Auswirkungen auf die heutige ökonomische und soziale Realität. Insbesondere stellt man sich die Frage, ob der Kapitalismus, der bis heute regiert, ursprünglich aus ökonomischen Gründen auf die Sklavenarbeit angewiesen war und diese als seine Wurzel angesehen werden kann.
Eine interessante Frage, die die glorifizierte und hochgelobte Aufklärung in eine imperialistische Färbung einhüllen würde.
In der Tat, in seinem Buch mit dem Untertitel „Wie Rassismus und Kolonialismus bis heute die Welt regiert“ erklärt der Sozialwissenschaftler Kehinde Andrews, Professor an der Birmingham City University, seine These, dass der Wohlstand des Westens auf dem Grundstein Kolonialismus, Sklaverei und Genozid beruht.
Nicht so, insistierte Adam Smith, der liberale Gründer der modernen Ökonomie, in seiner bekannten Publikation und seinem Lebenswerk „Wohlstand der Nationen“, erschienen 1776. Sklavenarbeit sei zwar die billigste Tätigkeit, weil nur für die Ernährung der Arbeitskraft gesorgt werden muss, sie sei laut ihm aber letztendlich die teuerste, da die Sklaven ihre Arbeitsunwilligkeit dazu treibt, möglichst viel zu essen und entsprechend wenig zu arbeiten.
Es ist debattierbar, ob der große und schlaue Meister der Ökonomie in diesem Punkt recht hatte, da sehr schwer nachvollziehbar. Die Sklavenarbeit erscheint mir jedenfalls vom 16. bis 18. Jahrhundert unersetzbar, um europäischen Wohlstand zu schaffen.

Die endgültige Berechtigung seiner These holte Adam Smith jedoch mit dem Aufstieg des modernen Industriekapitalismus ein, ab der Industrierevolution um die Jahre 1750 in England. Es stellt sich ab dem Zeitpunkt nämlich heraus, dass Produktivitätsfortschritte aufgrund technischer Erfindungen die Ertragsfähigkeit der Sklavenarbeit weit hinter sich ließen. Plantagenarbeit war nicht mehr der Ursprung des Reichtums europäischer Nationen.
Im Rückblick gesehen, entstand die Sklaverei aus ökonomischen Gründen, aber auch diese waren der Grund seiner Abschaffung, nicht wohlgemerkt moralische Ursachen.
Und ja, man muss es zugeben, unser heutiger aktueller Kapitalismus wurde aus der Sklavenarbeit geboren, eine unwiderlegbare Tatsache.

Eine bemerkenswerte These vertritt der Historiker Eric Williams in seinem Standardwerk „Capitalism and Slavery“, 1944, Port of Spain, Trinidad and Tobago. Seine These lautet, dass Sklaverei nicht Folge von Rassismus sei, sondern umgekehrt, Rassismus sei die Folge von Sklaverei.
Eric Williams hebt hervor, dass Rassismus, wie wir ihn heute kennen, eine Politik, eine Strategie der Grundeigentümer war, um Macht über die billigsten Arbeitskräfte auf dem damaligen Markt auszuüben: die versklavten Afrikaner.
Obwohl die Sklavenarbeit bereits lange vor dem Kapitalismus bestand, kann man nicht von Rassismus als permanent existierende Ideologie und Praxis sprechen. Das antike Griechenland, und Rom beispielsweise, basierten auf der Sklavenarbeit. Aber die alte Sklaverei wurde nicht rassistisch betrachtet. Sklaven waren meistens Kriegsgefangene. Die Sklaverei galt als Methode der Disziplinierung und Zwangsarbeit. Auch in Europa.

Grund für die Zwangsarbeit mit Afrikanern war ökonomisch. Es lag an den günstigen Bedingungen für den Plantagenbesitzer, einen afrikanischen Sklaven auf Lebzeiten zu kaufen, wobei er mit dem gleichen Geld einen weißen Diener nur für 10 Jahre hätte kaufen können.
Rassismus entstand als eine Ideologie, um eine der größten Schrecken der Menschheitsgeschichte zu rechtfertigen und mit pseudowissenschaftlichem Biologismus „rational“ zu begründen.
Jede Idee entsteht aus einer materiellen Grundlage der Realität und nicht umgekehrt. Zuerst war die Notwendigkeit von Schwarzarbeit, dann die ideologische Rechtfertigung dafür.
Zuerst kam der Kapitalismus, dann der systematische Rassismus, der seit der Zeit bis heute weiter besteht.
Ich versuche mir Gedanken zu machen über Eric Williams beachtenswerte These und sie zu erklären: Wenn ich mich in die Person des damaligen Plantagenbesitzers reinzuversetzen versuche, stelle ich fest, dass ich nicht ausreichend Personal zur Verfügung habe, um meine extensive Plantage rentabel zu bearbeiten. Meine einheimischen Zwangsarbeiter in Brasilien verstarben aufgrund eingeführter Krankheiten und zu hoher Arbeitsanforderungen.
Das Personal starb mir einfach weg. Oder verschwand im Dickicht, denn sie kannten sich zu Hause aus. Schwerstarbeit waren sie nicht gewohnt.
Anschließend erwarb ich Kriminelle und Kriegsgefangene aus Europa. Es waren Weiße und sie waren teuer. Zur Zwangsarbeit waren auch sie nicht geeignet. Das heiße Klima half nicht. Und ich stellte fest, Menschen meiner Kultur und meinem „Zivilisationsgrad oder meiner Zivilisationshöhe“ sind zu eigenwillig, störrisch und untauglich, längerfristig unter Zwang Schwerstarbeit zu leisten. Sie lassen sich nicht so leicht Befehle geben. Sie laufen davon, sind oft krank, leisten permanent Widerstand usw.

Irgendwie musste ich kräftiges, billiges und zahlreiches Personal anschaffen. Und wichtig: Die Menschen mussten dem heißen tropischen Klima vertraut und angepasst sein.
Das Angebot der Menschenhändler, die in ihren großen Segelschiffen, gefüllt mit Schwarzen aus Afrika, im Hafen andockten, kam mir gerade recht. Dass sie nun schwarz waren, war mir absolut egal. Hauptsache, sie taten ihre Arbeit und waren entsprechend ausbeutungsfähig.

Afrikaner wurden in eine andere Welt extrapoliert, für sie eine fremde Umwelt. Sie waren hilflos und dem Willen der Weißen ausgesetzt. Sie wurden zur Arbeit gezwungen, weil sie keine Alternative hatten.
Wo sollten sie sonst hin in diesem unbekannten Umfeld? Wenn sie flüchteten, wurden sie, Erkennungsmarke schwarz, sofort wieder eingefangen, bestraft und/oder weiterverkauft.
Mit Rassismus hat diese Tatsache überhaupt nichts zu tun. Rassismus kam später: „Aha, ein Schwarzer, taugt nur für Körperarbeit.“ Plantagenbesitzer gelangten irgendwann zu der Auffassung, Afrikaner sind nicht störrisch, haben keine eigene Meinung, es mangelt an Selbstbewusstsein, lassen sich alle möglichen Befehle geben, sind nicht eigensinnig, zeigen keine Gegenwehr und eignen sich für schwere Arbeit.
Ein Stereotyp des Schwarzen wurde geboren aufgrund von Jahrhunderte dauernder Gefangenschaft und Zwangsarbeit in Kolonien. Schwarz entwickelte sich zu Rassismus. Diese Tendenz hat sich bis heute geprägt. Es handelt sich hier um ein Produkt des Kolonialismus.
So zumindest versuche ich mir Eric Williams These zu erklären.
Erik Williams war ein Historiker aus Trinidad und Tobago, Chef Minister der Inseln, Premier und bis zu seinem Tod 1981 Regierungschef seines Landes. Sein o. g. Buch ist beeindruckend und lesenswert.

Ab 1492 führten Europäer ihre Krankheitserreger in die davon unberührten Gebiete Amerikas ein, mit der Bilanz eines demografischen Zusammenbruchs bei der einheimischen Bevölkerung. Als Ergebnis verstarben schätzungsweise 80 Prozent der indianischen Einwohner. Insbesondere die Portugiesen bedienten sich afrikanischer Arbeitskräfte als Leibeigene, um den Ausfall bei den Eingeborenen auszugleichen und ihre Zuckerrohrplantagen kommerziell und rentabel zu halten. Der Zwangsimport aus Afrika galt weniger anfällig für u. a. Pocken-, Masern- oder Typhusepidemien.
Ähnliche Erfahrungen am eigenen Leibe hatten die Europäer auf dem alten Kontinent im 14. Jahrhundert u. a. mit der Schwarzen Pest: Von einem Brutherd in Asien eingeführt, dezimierte und tötete sie damals zwischen 30 und 50 Prozent der europäischen Bevölkerung.
Und aktuell, 2020/21 haben wir bereits eine zweite Bescherung aus Asien.

Noch bewusster wurde Afrika den Europäern 1885. In dem Jahr fand in Berlin die sogenannte Afrikakonferenz statt. Ich würde sie eher als Afrikaaufteilungskonferenz bezeichnen oder den Wettlauf um Afrika unter den damaligen Mächten.
Jeder der Interessenten ergatterte sich ein Stück des Kuchens. Sie hatten Afrika endgültig entdeckt und strebten auf ihre Machtausdehnung durch Territorialaneignung.
Hier sehen wir den vorherrschenden Zeitgeist der damaligen Epoche, mit seinem Hang zum Kolonialismus und zur Ausbeutung in großem Maße: zuerst nach Amerika, jetzt nach Afrika, plus grausamer Ausbeutung der Eingeborenen. Allerdings führte Frankreich bereits 1910 eine Basis-Gesundheitsversorgung in seinem damaligen Äquatorialgebiet Afrikas ein. Neben Frankreich führte auch Großbritannien in den 30er-Jahren Infrastruktur- und Gesundheitsversorgung in ihren Kolonien ein, metaphorisch eine „zivilisatorische Mission“, wie sie es nannten, d. h. eine Rechtfertigung dafür, dass sie die Länder aus der „Unterentwicklung“ führten.
Eher eine Legitimation ihrer Präsenz in Übersee.

Der derzeitige Kolonialismus könnte unter diesen Umständen auch als Entwicklungskolonialismus bezeichnet werden.
Die Entwicklungspolitik bzw. technische Beratung, die ich all diese Jahre beruflich ausführte, ist demnach im weitesten Sinne ein Kind des Kolonialismus. Fühle mich unwohl im Anblick dieser Erkenntnisse.
Mehr darüber in späteren Kapiteln.

In der postkolonialen Zeit, nach der afrikanischen Unabhängigkeit, erhoben sich zunehmend kritische Stimmen über Regierungen wie „inkompetente Führer“, „Korruption“, „Misswirtschaft“, „Ausbeutung der Bevölkerung“, ohne gleichzeitig zu berücksichtigen, dass der ergebnislose Versuch, das Bedürfnis einer exponentiell wachsenden Bevölkerung nach Befriedigung öffentlichen Dienstleistungen und Einrichtungen von vornherein Schiffbruch erleidet.
In der heutigen afrikanischen Gesellschaft folgt eine junge Generation der nächsten in einem Rhythmus von ca. zwanzig Jahren. Demzufolge kämpft die Gemeinschaft mit unüberbrückbaren Schwierigkeiten, ausreichende Straßen-, Wohn-, Schulen- und Gesundheitsinfrastruktur dieser explosionsartig sich vermehrenden Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. In Angriff genommene Maßnahmen sind permanent nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Die Maßnahmen sind zu geringfügig, zu bedächtig und zu stockend.
Unter diesen Umständen des permanenten Mangels ist es nicht unüblich, dass Familien, ethnische Gruppen oder Politiker sich unausgewogene, unproportionierte Anteile der Mangelware aneignen, sei es als „Backschisch“ für den Polizeibeamten, Schmiergeld für die Behörde oder überhöhte Preise bei Ausschreibungsverfahren, an denen gierige Machteliten besonders profitieren.
Korruption ist die Strategie, mit der die Gesellschaft das fehlende Gleichgewicht auf dem Markt zwischen Angebot und Nachfrage auszugleichen versucht. Politische Kandidaten, die sich zur Wahl für das höchste Amt stellen, versprechen regelmäßig den Kampf gegen Korruption, ernsthafte Maßnahmen führen sie jedoch niemals aus.
Damit möchte ich nicht die schädliche und zerstörerische Wirkung dieser Handlungen auf Gesellschaft und Wirtschaft bestreiten. Die Konsequenzen dieser Gepflogenheiten abzuwerten, wäre unrealistisch und töricht.

Der Expatriate oder Ausländer, der sich längere Zeit in Übersee aufhält und arbeitet, spürt als Auswirkung des Kolonialismus eine größere Vertrautheit zwischen den Kolonien und ihren ehemaligen Kolonialmächten: Nigeria oder Kenia mit Großbritannien, Senegal oder Tschad mit Frankreich, Mosambik oder Sāo Tomé e Principe mit Portugal oder die Demokratische Republik Kongo mit Belgien. Sogar Namibia mit Deutschland, wie man aktuell in der Presse lesen kann.
Diese Vertrautheit ist insofern überraschend, als der Kolonialismus südlich der Sahara eigentlich nicht länger als 60 Jahre herrschte. Er wird voraussichtlich den Kontinent nicht in aller Ewigkeit prägen, wird aber als Sündenbock allen Übels auf dem Kontinent beschuldigt.
Diese postkolonialen Verknüpfungen verursachen jedoch auch Beziehungsspannungen. Mit den Jahren kehrten sich mehrere Ex-Kolonien von ihren ehemaligen Kolonialherren ab: Die Demokratische Republik Kongo zum Beispiel drehte sich in Richtung USA und Frankreich, während sich Ruanda zunächst nach Paris richtete und später nach Washington, auch wenn dieser Schritt als Folge die Amtssprache von Französisch zu Englisch bedeutete.
Auch Deutschland pflegt eine nähere Beziehung zu Namibia, vermutlich infolge der Gräueltaten im Kolonialismus gegen die Stämme der Herero und Nama. Wiedergutmachungen wurden in letzter Zeit zwischen den deutschen und namibischen Regierungen ausgehandelt. Die Schwierigkeit und eigentlich auch Ungerechtigkeit besteht darin, dass Verhandlungs- und Wiedergutmachungspartner die Regierungen und nicht die eigentlichen Opfer, die Stämme, sind. Ob Letztere jemals von den Geldsegen profitieren werden, ist fraglich.
Dasselbe gilt für illegale Aneignungen, sprich Diebstahl, von Kulturgut sämtlicher deutscher Kolonien, von Neu Irland im Bismarck-Archipel, über Western Samoa bis Kamerun und Togo. Auch hier wird die Rückerstattung mit den jeweiligen Regierungen ausgehandelt anstatt mit den Stämmen als eigentliche Besitzer der Kulturgüter.
Auseinandersetzungen zwischen besagten Stämmen und jeweiligen heimischen Regierungen gehen zum Teil so weit, dass die Vorhaben letztendlich abgesagt werden und die Kulturgüter in deutschen Museen verbleiben.
Zwanzig Jahre nach der Unabhängigkeit zogen die ersten Afrikaner zu den ehemaligen Metropolen.
Dayo Olopade, die US-nigerianische Journalistin, meinte, der Tatsache entsprechend, dass die heutige Landschaft der afrikanischen Diaspora das umgekehrte Spiegelbild des Kolonialismus wiedergibt.
Am stärksten ist diese Vertrautheit zwischen Frankreich und ihren ehemaligen Kolonien in West- und Zentralafrika oder Madagaskar zu beobachten. Die Beziehungen stellen eine Ausnahme dar im Vergleich zu anderen kolonialen Verbindungen. Erklären lässt sich diese Tatsache mit der damaligen kolonialen und heute liberalen Assimilierungspolitik, einer Verlängerung der französischen politischen und wirtschaftlichen Unterstützung weit über die Unabhängigkeit hinaus, insbesondere während des Ost-West-Konflikts, militärischem und politischem Schutz in Krisensituationen, wie aktuell dem Terrorismus im Sahel, und letztlich auch vertraulicher Gleichgesinntheit und übereinstimmender Interessen zwischen den französischen und afrikanischen Eliten.

Kapitel 1
Ein Kontinent im Aufbruch


1.1 Ein geschichtlicher Überblick

Der afrikanische Kontinent befand sich Jahrtausende isoliert durch solche Hindernisse wie die Sahara (so groß wie kontinental USA), durch die sehr gefährliche Seefahrt infolge widriger Passatwinde an der Westküste, durch Malaria südlich der Sahara und durch das kaum erfasste Innere unseres Nachbarkontinents.
Bewusst für die Menschen in Europa trat Afrika erst in die Geschichte mit dem Sklavenhandel ein. Die Entwurzelung von ungefähr 30 Millionen Menschen aus ihrer Heimat, die im Laufe einer Zeitspanne von schätzungsweise 11 Jahrhunderten als Sklaven gleich normaler Handelsware an Höchstbieter verhökert wurden, stellte für den Kontinent ein demografisches Trauma und einen langfristigen seelischen Schock dar, die seine sozio-ökonomische Entwicklung ins Stocken brachte.
Männer, und in geringerem Ausmaß Frauen und Kinder, wurden aus ihrem Land und ihren Gemeinschaften gerissen und auf vier verschiedenen Routen Opfer des Menschenhandels:

innerhalb Subsahara Afrika selbst, da die Sklaverei weiträumig zwischen den Stämmen blühte,
auf der Transsahara Route, dessen Ziel die nordafrikanischen Länder zwischen Marokko und Ägypten waren,
auf der sogenannten arabischen Route über den Indischen Ozean zur Arabischen Halbinsel und Kleinasien
und schließlich vom 16. bis 19 Jahrhundert auf der Transatlantikroute in Richtung Neue Welt.

350 Jahre währte der Sklavenhandel europäischen Ursprungs. Länder wie Portugal, England, Holland und Frankreich profitierten davon und Deutschland indirekt mit. So plagten sich zum Beispiel in Britanniens Kolonien in der Karibik Anfang des 19. Jahrhunderts ca. 500.000 afrikanische Sklaven auf den diversen Inseln in Baumwolle-, Zucker- und Tabakplantagen ab und steuerten substanziell zum Reichtum der Kolonialmacht England bei.
Im 18. Jahrhundert wurden vier Millionen Sklaven aus Afrika nach Amerika verschifft. Im selben Zeitraum waren nach Schätzungen aber 30 Prozent der Bevölkerung innerhalb Afrikas versklavt – bis zu 30 Millionen Menschen. Allein im Kalifat Sokoto im heutigen Norden Nigerias wurden im 19. Jahrhundert rund drei Millionen Sklaven auf Plantagen gehalten, mehr als in den Südstaaten der USA. Bauern konnten durch Missernten schnell in Sklaverei geraten, andere wurden durch Kriege oder Raub zu Sklaven.

Angesichts dieser historischen Gegebenheit fragt man sich nach den Auswirkungen auf die heutige ökonomische und soziale Realität. Insbesondere stellt man sich die Frage, ob der Kapitalismus, der bis heute regiert, ursprünglich aus ökonomischen Gründen auf die Sklavenarbeit angewiesen war und diese als seine Wurzel angesehen werden kann.
Eine interessante Frage, die die glorifizierte und hochgelobte Aufklärung in eine imperialistische Färbung einhüllen würde.
In der Tat, in seinem Buch mit dem Untertitel „Wie Rassismus und Kolonialismus bis heute die Welt regiert“ erklärt der Sozialwissenschaftler Kehinde Andrews, Professor an der Birmingham City University, seine These, dass der Wohlstand des Westens auf dem Grundstein Kolonialismus, Sklaverei und Genozid beruht.
Nicht so, insistierte Adam Smith, der liberale Gründer der modernen Ökonomie, in seiner bekannten Publikation und seinem Lebenswerk „Wohlstand der Nationen“, erschienen 1776. Sklavenarbeit sei zwar die billigste Tätigkeit, weil nur für die Ernährung der Arbeitskraft gesorgt werden muss, sie sei laut ihm aber letztendlich die teuerste, da die Sklaven ihre Arbeitsunwilligkeit dazu treibt, möglichst viel zu essen und entsprechend wenig zu arbeiten.
Es ist debattierbar, ob der große und schlaue Meister der Ökonomie in diesem Punkt recht hatte, da sehr schwer nachvollziehbar. Die Sklavenarbeit erscheint mir jedenfalls vom 16. bis 18. Jahrhundert unersetzbar, um europäischen Wohlstand zu schaffen.

Die endgültige Berechtigung seiner These holte Adam Smith jedoch mit dem Aufstieg des modernen Industriekapitalismus ein, ab der Industrierevolution um die Jahre 1750 in England. Es stellt sich ab dem Zeitpunkt nämlich heraus, dass Produktivitätsfortschritte aufgrund technischer Erfindungen die Ertragsfähigkeit der Sklavenarbeit weit hinter sich ließen. Plantagenarbeit war nicht mehr der Ursprung des Reichtums europäischer Nationen.
Im Rückblick gesehen, entstand die Sklaverei aus ökonomischen Gründen, aber auch diese waren der Grund seiner Abschaffung, nicht wohlgemerkt moralische Ursachen.
Und ja, man muss es zugeben, unser heutiger aktueller Kapitalismus wurde aus der Sklavenarbeit geboren, eine unwiderlegbare Tatsache.

Eine bemerkenswerte These vertritt der Historiker Eric Williams in seinem Standardwerk „Capitalism and Slavery“, 1944, Port of Spain, Trinidad and Tobago. Seine These lautet, dass Sklaverei nicht Folge von Rassismus sei, sondern umgekehrt, Rassismus sei die Folge von Sklaverei.
Eric Williams hebt hervor, dass Rassismus, wie wir ihn heute kennen, eine Politik, eine Strategie der Grundeigentümer war, um Macht über die billigsten Arbeitskräfte auf dem damaligen Markt auszuüben: die versklavten Afrikaner.
Obwohl die Sklavenarbeit bereits lange vor dem Kapitalismus bestand, kann man nicht von Rassismus als permanent existierende Ideologie und Praxis sprechen. Das antike Griechenland, und Rom beispielsweise, basierten auf der Sklavenarbeit. Aber die alte Sklaverei wurde nicht rassistisch betrachtet. Sklaven waren meistens Kriegsgefangene. Die Sklaverei galt als Methode der Disziplinierung und Zwangsarbeit. Auch in Europa.

Grund für die Zwangsarbeit mit Afrikanern war ökonomisch. Es lag an den günstigen Bedingungen für den Plantagenbesitzer, einen afrikanischen Sklaven auf Lebzeiten zu kaufen, wobei er mit dem gleichen Geld einen weißen Diener nur für 10 Jahre hätte kaufen können.
Rassismus entstand als eine Ideologie, um eine der größten Schrecken der Menschheitsgeschichte zu rechtfertigen und mit pseudowissenschaftlichem Biologismus „rational“ zu begründen.
Jede Idee entsteht aus einer materiellen Grundlage der Realität und nicht umgekehrt. Zuerst war die Notwendigkeit von Schwarzarbeit, dann die ideologische Rechtfertigung dafür.
Zuerst kam der Kapitalismus, dann der systematische Rassismus, der seit der Zeit bis heute weiter besteht.
Ich versuche mir Gedanken zu machen über Eric Williams beachtenswerte These und sie zu erklären: Wenn ich mich in die Person des damaligen Plantagenbesitzers reinzuversetzen versuche, stelle ich fest, dass ich nicht ausreichend Personal zur Verfügung habe, um meine extensive Plantage rentabel zu bearbeiten. Meine einheimischen Zwangsarbeiter in Brasilien verstarben aufgrund eingeführter Krankheiten und zu hoher Arbeitsanforderungen.
Das Personal starb mir einfach weg. Oder verschwand im Dickicht, denn sie kannten sich zu Hause aus. Schwerstarbeit waren sie nicht gewohnt.
Anschließend erwarb ich Kriminelle und Kriegsgefangene aus Europa. Es waren Weiße und sie waren teuer. Zur Zwangsarbeit waren auch sie nicht geeignet. Das heiße Klima half nicht. Und ich stellte fest, Menschen meiner Kultur und meinem „Zivilisationsgrad oder meiner Zivilisationshöhe“ sind zu eigenwillig, störrisch und untauglich, längerfristig unter Zwang Schwerstarbeit zu leisten. Sie lassen sich nicht so leicht Befehle geben. Sie laufen davon, sind oft krank, leisten permanent Widerstand usw.

Irgendwie musste ich kräftiges, billiges und zahlreiches Personal anschaffen. Und wichtig: Die Menschen mussten dem heißen tropischen Klima vertraut und angepasst sein.
Das Angebot der Menschenhändler, die in ihren großen Segelschiffen, gefüllt mit Schwarzen aus Afrika, im Hafen andockten, kam mir gerade recht. Dass sie nun schwarz waren, war mir absolut egal. Hauptsache, sie taten ihre Arbeit und waren entsprechend ausbeutungsfähig.

Afrikaner wurden in eine andere Welt extrapoliert, für sie eine fremde Umwelt. Sie waren hilflos und dem Willen der Weißen ausgesetzt. Sie wurden zur Arbeit gezwungen, weil sie keine Alternative hatten.
Wo sollten sie sonst hin in diesem unbekannten Umfeld? Wenn sie flüchteten, wurden sie, Erkennungsmarke schwarz, sofort wieder eingefangen, bestraft und/oder weiterverkauft.
Mit Rassismus hat diese Tatsache überhaupt nichts zu tun. Rassismus kam später: „Aha, ein Schwarzer, taugt nur für Körperarbeit.“ Plantagenbesitzer gelangten irgendwann zu der Auffassung, Afrikaner sind nicht störrisch, haben keine eigene Meinung, es mangelt an Selbstbewusstsein, lassen sich alle möglichen Befehle geben, sind nicht eigensinnig, zeigen keine Gegenwehr und eignen sich für schwere Arbeit.
Ein Stereotyp des Schwarzen wurde geboren aufgrund von Jahrhunderte dauernder Gefangenschaft und Zwangsarbeit in Kolonien. Schwarz entwickelte sich zu Rassismus. Diese Tendenz hat sich bis heute geprägt. Es handelt sich hier um ein Produkt des Kolonialismus.
So zumindest versuche ich mir Eric Williams These zu erklären.
Erik Williams war ein Historiker aus Trinidad und Tobago, Chef Minister der Inseln, Premier und bis zu seinem Tod 1981 Regierungschef seines Landes. Sein o. g. Buch ist beeindruckend und lesenswert.

Ab 1492 führten Europäer ihre Krankheitserreger in die davon unberührten Gebiete Amerikas ein, mit der Bilanz eines demografischen Zusammenbruchs bei der einheimischen Bevölkerung. Als Ergebnis verstarben schätzungsweise 80 Prozent der indianischen Einwohner. Insbesondere die Portugiesen bedienten sich afrikanischer Arbeitskräfte als Leibeigene, um den Ausfall bei den Eingeborenen auszugleichen und ihre Zuckerrohrplantagen kommerziell und rentabel zu halten. Der Zwangsimport aus Afrika galt weniger anfällig für u. a. Pocken-, Masern- oder Typhusepidemien.
Ähnliche Erfahrungen am eigenen Leibe hatten die Europäer auf dem alten Kontinent im 14. Jahrhundert u. a. mit der Schwarzen Pest: Von einem Brutherd in Asien eingeführt, dezimierte und tötete sie damals zwischen 30 und 50 Prozent der europäischen Bevölkerung.
Und aktuell, 2020/21 haben wir bereits eine zweite Bescherung aus Asien.

Noch bewusster wurde Afrika den Europäern 1885. In dem Jahr fand in Berlin die sogenannte Afrikakonferenz statt. Ich würde sie eher als Afrikaaufteilungskonferenz bezeichnen oder den Wettlauf um Afrika unter den damaligen Mächten.
Jeder der Interessenten ergatterte sich ein Stück des Kuchens. Sie hatten Afrika endgültig entdeckt und strebten auf ihre Machtausdehnung durch Territorialaneignung.
Hier sehen wir den vorherrschenden Zeitgeist der damaligen Epoche, mit seinem Hang zum Kolonialismus und zur Ausbeutung in großem Maße: zuerst nach Amerika, jetzt nach Afrika, plus grausamer Ausbeutung der Eingeborenen. Allerdings führte Frankreich bereits 1910 eine Basis-Gesundheitsversorgung in seinem damaligen Äquatorialgebiet Afrikas ein. Neben Frankreich führte auch Großbritannien in den 30er-Jahren Infrastruktur- und Gesundheitsversorgung in ihren Kolonien ein, metaphorisch eine „zivilisatorische Mission“, wie sie es nannten, d. h. eine Rechtfertigung dafür, dass sie die Länder aus der „Unterentwicklung“ führten.
Eher eine Legitimation ihrer Präsenz in Übersee.

Der derzeitige Kolonialismus könnte unter diesen Umständen auch als Entwicklungskolonialismus bezeichnet werden.
Die Entwicklungspolitik bzw. technische Beratung, die ich all diese Jahre beruflich ausführte, ist demnach im weitesten Sinne ein Kind des Kolonialismus. Fühle mich unwohl im Anblick dieser Erkenntnisse.
Mehr darüber in späteren Kapiteln.

In der postkolonialen Zeit, nach der afrikanischen Unabhängigkeit, erhoben sich zunehmend kritische Stimmen über Regierungen wie „inkompetente Führer“, „Korruption“, „Misswirtschaft“, „Ausbeutung der Bevölkerung“, ohne gleichzeitig zu berücksichtigen, dass der ergebnislose Versuch, das Bedürfnis einer exponentiell wachsenden Bevölkerung nach Befriedigung öffentlichen Dienstleistungen und Einrichtungen von vornherein Schiffbruch erleidet.
In der heutigen afrikanischen Gesellschaft folgt eine junge Generation der nächsten in einem Rhythmus von ca. zwanzig Jahren. Demzufolge kämpft die Gemeinschaft mit unüberbrückbaren Schwierigkeiten, ausreichende Straßen-, Wohn-, Schulen- und Gesundheitsinfrastruktur dieser explosionsartig sich vermehrenden Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. In Angriff genommene Maßnahmen sind permanent nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Die Maßnahmen sind zu geringfügig, zu bedächtig und zu stockend.
Unter diesen Umständen des permanenten Mangels ist es nicht unüblich, dass Familien, ethnische Gruppen oder Politiker sich unausgewogene, unproportionierte Anteile der Mangelware aneignen, sei es als „Backschisch“ für den Polizeibeamten, Schmiergeld für die Behörde oder überhöhte Preise bei Ausschreibungsverfahren, an denen gierige Machteliten besonders profitieren.
Korruption ist die Strategie, mit der die Gesellschaft das fehlende Gleichgewicht auf dem Markt zwischen Angebot und Nachfrage auszugleichen versucht. Politische Kandidaten, die sich zur Wahl für das höchste Amt stellen, versprechen regelmäßig den Kampf gegen Korruption, ernsthafte Maßnahmen führen sie jedoch niemals aus.
Damit möchte ich nicht die schädliche und zerstörerische Wirkung dieser Handlungen auf Gesellschaft und Wirtschaft bestreiten. Die Konsequenzen dieser Gepflogenheiten abzuwerten, wäre unrealistisch und töricht.

Der Expatriate oder Ausländer, der sich längere Zeit in Übersee aufhält und arbeitet, spürt als Auswirkung des Kolonialismus eine größere Vertrautheit zwischen den Kolonien und ihren ehemaligen Kolonialmächten: Nigeria oder Kenia mit Großbritannien, Senegal oder Tschad mit Frankreich, Mosambik oder Sāo Tomé e Principe mit Portugal oder die Demokratische Republik Kongo mit Belgien. Sogar Namibia mit Deutschland, wie man aktuell in der Presse lesen kann.
Diese Vertrautheit ist insofern überraschend, als der Kolonialismus südlich der Sahara eigentlich nicht länger als 60 Jahre herrschte. Er wird voraussichtlich den Kontinent nicht in aller Ewigkeit prägen, wird aber als Sündenbock allen Übels auf dem Kontinent beschuldigt.
Diese postkolonialen Verknüpfungen verursachen jedoch auch Beziehungsspannungen. Mit den Jahren kehrten sich mehrere Ex-Kolonien von ihren ehemaligen Kolonialherren ab: Die Demokratische Republik Kongo zum Beispiel drehte sich in Richtung USA und Frankreich, während sich Ruanda zunächst nach Paris richtete und später nach Washington, auch wenn dieser Schritt als Folge die Amtssprache von Französisch zu Englisch bedeutete.
Auch Deutschland pflegt eine nähere Beziehung zu Namibia, vermutlich infolge der Gräueltaten im Kolonialismus gegen die Stämme der Herero und Nama. Wiedergutmachungen wurden in letzter Zeit zwischen den deutschen und namibischen Regierungen ausgehandelt. Die Schwierigkeit und eigentlich auch Ungerechtigkeit besteht darin, dass Verhandlungs- und Wiedergutmachungspartner die Regierungen und nicht die eigentlichen Opfer, die Stämme, sind. Ob Letztere jemals von den Geldsegen profitieren werden, ist fraglich.
Dasselbe gilt für illegale Aneignungen, sprich Diebstahl, von Kulturgut sämtlicher deutscher Kolonien, von Neu Irland im Bismarck-Archipel, über Western Samoa bis Kamerun und Togo. Auch hier wird die Rückerstattung mit den jeweiligen Regierungen ausgehandelt anstatt mit den Stämmen als eigentliche Besitzer der Kulturgüter.
Auseinandersetzungen zwischen besagten Stämmen und jeweiligen heimischen Regierungen gehen zum Teil so weit, dass die Vorhaben letztendlich abgesagt werden und die Kulturgüter in deutschen Museen verbleiben.
Zwanzig Jahre nach der Unabhängigkeit zogen die ersten Afrikaner zu den ehemaligen Metropolen.
Dayo Olopade, die US-nigerianische Journalistin, meinte, der Tatsache entsprechend, dass die heutige Landschaft der afrikanischen Diaspora das umgekehrte Spiegelbild des Kolonialismus wiedergibt.
Am stärksten ist diese Vertrautheit zwischen Frankreich und ihren ehemaligen Kolonien in West- und Zentralafrika oder Madagaskar zu beobachten. Die Beziehungen stellen eine Ausnahme dar im Vergleich zu anderen kolonialen Verbindungen. Erklären lässt sich diese Tatsache mit der damaligen kolonialen und heute liberalen Assimilierungspolitik, einer Verlängerung der französischen politischen und wirtschaftlichen Unterstützung weit über die Unabhängigkeit hinaus, insbesondere während des Ost-West-Konflikts, militärischem und politischem Schutz in Krisensituationen, wie aktuell dem Terrorismus im Sahel, und letztlich auch vertraulicher Gleichgesinntheit und übereinstimmender Interessen zwischen den französischen und afrikanischen Eliten.

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