Zwei Leben in 25 Tagen

Zwei Leben in 25 Tagen

Haidar Haydar


EUR 17,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 258
ISBN: 978-3-99131-456-1
Erscheinungsdatum: 20.12.2022
Der Autor erzählt in einer eindringlichen Sprache von seiner Flucht, die aus dem Libanon bis nach Deutschland geführt hat. Eine klare Anklage gegen Vorurteile, aber auch ein eindringliches Bekenntnis zur notwendigen Integration.
PROLOG

Hallo, ich bin Haidar. Ich komme aus dem Libanon und habe dort die ersten 17 Jahre meines Lebens gelebt. Dann bin ich geflohen und inzwischen lebe ich seit 6 Jahren in Berlin. Ich bin jung und habe viel erlebt in den wenigen Jahren. Und vieles dreht sich in meinem Kopf. Ich habe angefangen, Tagebuch zu schreiben, um meine Gedanken besser zu verstehen und dann ist ein Tages- und Erinnerungsbuch daraus geworden. Ich freue mich, wenn andere Leute mein Buch lesen, ich freue mich, wenn du mein Buch liest. Es besteht aus viel Philosophie und aus viel Erinnerung, aber lies selbst:



Tag 1 - Ich und meine Gedanken

Es ist gerade 14:00 Uhr und ich setze mich ins Wohnzimmer. Ein anderer Tag, an dem nicht viel los ist. Ich lege mich auf die Couch und versuche, mich zu entspannen. Es ist sehr warm in der Erdgeschosswohnung, und das Licht ist so angenehm. Ein graues Licht kommt von zwei Seiten rein in unser Wohnzimmer, weil wir sehr große Fenster und eine Glastür haben! Es ist so schön und gemütlich. Es ist auch sehr ruhig. Man hört kaum etwas, außer, wenn alle Kinder aus dem Haus unten im Garten spielen. Die sind meistens mit den Eltern da, und die sind mega-lebendig. Immer wenn die im Garten sind, ist es alles andere als ruhig. Das ist sehr witzig, aber es bringt mich immer durcheinander. Ich weiß nicht, ob ich mit ihnen spielen möchte, oder irgendwo anders hingehen und außer Sicht bleiben sollte. Ich weiß nicht, ob ich die Eltern begrüßen muss oder nicht. Manche kenne ich schon, und bei denen fühle ich mich natürlich entspannter, aber bei den anderen, da finde ich nur, dass ich ein fremder Nachbar bin, der sich eine andere Beschäftigung aussuchen sollte, anstatt eine Unterhaltung zu suchen. Es ist ja auch immer eher family time. Ich halte mich lieber raus.
Zurück zum Thema unser friedliches Wohnzimmer. Alle meine Gäste sind auch der Meinung, dass unsere Wohngemeinschaft sehr gemütlich ist. Man fühlt sich da richtig wohl. Es ist eine Zuflucht von draußen. Zuflucht von allem, was irgendwie stört, aber da mache ich mir viele Gedanken, sehr oft sogar! Diese Ruhe lässt die Wärme verschwinden und die Kälte erreicht meine Knochen sowie meine Seele! Ich komme zu einem Punkt, an dem ich vieles hinterfragen möchte und viele Gefühle bekämpfen will. Ich fühle mich einsam und manchmal traurig. Ich fühle mich auch froh und entlassen. Ich fühle mich ruhig, aber diese Ruhe ist genau die Kälte an sich. Es ist die Stelle, an der ich nicht mehr in Bewegung bin. Es ist die Stelle, an der ich nicht mehr mit meinem Alltag beschäftigt bin. Keine Ablenkung, nur ich und meine Gedanken sitzen am Tisch, Nase zu Nase und Auge zu Auge! Ich weiß nicht, ob ich das richtig ausgedrückt habe, aber es sollte klar sein.
Und heute war das Thema für mich oder die Frage, was macht mein Leben aufregend? Was ist da interessant? Ich will nicht nur ganz einfach sein. Ich suche mir das Abenteuer. Aber was ist dann ein Abenteuer? Es ist ja unterschiedlich und sehr relativ. Abgesehen von dem, was „abenteuerlich“ mir bedeutet. Ich habe einfach festgestellt, dass mein Leben für mich nicht so abenteuerlich ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Das heißt, ich bin langweilig, okay? Ich bin nichts Besonderes und mich erwartet am morgigen Tag nichts Besonderes, außer noch langweiliger leerer Zeitverlust. Ist schon gut, und wir sagen, dass es stimmt, was ich sage. Was mache ich jetzt? Wo ist die Lösung? Ich rede ja die ganze Zeit mit mir selbst, um ein Resultat zu erreichen. Ich meine, dass ich keine Zeit verschwende. So, was tue ich jetzt? Ich habe mir selbst etwas überlegt, wodurch ich den langweiligen Zeitverlust anders sehen könnte. Ich habe versucht, die Sachen deutlicher zu betrachten und zu studieren. Ich habe nach Feinheiten und Kleinigkeiten gesucht. Sowohl mit Licht als auch mit Dunkelheit konnte ich Schönes mit vielen guten Seiten erkennen. Ich habe meine letzten fünf Jahre unter die Lupe genommen und schaute mir alle Erinnerungen vor meinen Augen an, wie sie auferstanden und wieder zerfallen sind. Und da ist etwas übrig geblieben: Das waren kleine Diamanten und große Sterne im Dunkeln. Dazu gehörten sehr einzigartige nette Leute, die ich in der letzten Zeit kennengelernt habe. Das waren, um es einfach kurz zu sagen, sehr gutherzige Menschen, die mir meine Tage zwischendurch oft lebendig gemacht haben.
Da könnte ich sagen, dass das Leben bisher echt hart und nicht ein Riesenerfolg gewesen ist. Ich könnte sagen, dass mir nichts übrig geblieben ist außer Erinnerungen, aber Leute und Freunde bleiben immer da. Und die Erinnerungen sind das Seil, das uns bindet. Es ist eine schöne Sache, wobei wir alle auch wissen, dass manche Freunde gehen und manche vielleicht sterben, aber bis dahin bleibt uns nur, die Zeiten und Gelegenheiten, die man hat, wertzuschätzen. Alles hat ein Ende, und es ist vielleicht traurig, aber bis dahin ist viel los. Dazu wollte ich kommen. Ich wollte sagen, dass es sehr speziell ist, diese Freunde nach so vielen Jahren zu treffen. Wenn es dir genauso geht wie mir, dann konntest du sehen, wie sie sich entwickeln und wie sie wachsen, und damit wächst Freude in deinem Herzen.
Diese tollen Menschen kennenlernen zu können, ist ein großartiges Abenteuer, welches wir oft nicht wahrnehmen. Es ist so, als ob jeder von diesen Menschen, die wir treffen, eine Tür zu einer anderen Welt ist. Sie sind eine magische Brille, die uns die Welt anders aufmalt. Sie sind lebendige Geschichten! Auch wenn ich mich manchmal als Gefangenen bezeichnen würde, könnte ich sagen, dass ich eigentlich schon viele Welten, durch die Augen meiner Freunde entdecken konnte. Manche lebendigen Geschichten verabschieden sich vom Leben und gehen auf eine neue Reise, aber dann ist es mein Auftrag, sie wieder lebendig zu machen, solange ich noch am Leben bin. Ich werde diese immer ein Teil des Lebens, ein Teil diese Suppe sein lassen, und hoffentlich lässt der Geschmack nicht nach. Da ich gerade mit diesem Thema teilweise durch bin, möchte ich nun zu einem anderen Thema springen.
Ich bin jetzt an den Punkt gekommen, an dem ich keinen Ausweg mehr finden kann. Die Frage kommt immer so hart und stellt sich einfach dar: Was ist dann nachher, wenn alles vorbei ist? Was ist dann, wenn wir alle schon mal gelebt haben, also gestorben sind? Da ich mich mit dieser Frage sehr gut angefreundet habe, sage ich einfach: Geh mal schlafen und konzentriere dich auf das Laufende. Ich bin mehr mit meinem Leben beschäftigt. Es gibt genug Fragen, die wir stellen können, bei denen es um unser eigenes Leben an sich geht. Das sind unendliche Fragen. Wer bin ich, und was möchte ich werden? Warum will ich irgendetwas machen? Wieso habe ich Ziele, und was möchte ich erreichen? Was ist mir wichtig? Wie kann ich überleben? Wie kann ich froh sein? Wie kann ich mit meiner Trauer umgehen? Was sind meine Werte? Was ist die richtige Entscheidung? Warum ist mein Leben, wie es ist, und, und, und …?
Das sind viele Fragen, und was noch krasser ist als die Fragen, das sind die Antworten. Die sind auch sehr philosophisch, um es einfach beschreiben zu können. Das sind alles keine Antworten, sondern einfach noch extra Kurven, die mein Leben noch komplizierter machen. Aber wenn ich mich mit dem „Schwachsinn“ selbst überzeugen kann, dann ist es eigentlich schon richtig, was ich mir selbst sage. Also nochmal wieder kürzer erfassen: Alles, was ich denke, ist für mich die richtige Antwort für alle meine Fragen, wenn ich davon überzeugt bin. Solche Fragen beantwortet jeder für sich. Ich finde es wichtig, dass die anderen uns die Verantwortung überlassen, über unser Leben nachzudenken. Ich finde es wichtig, dass die Welt mich in Ruhe lässt. Okay, so ich bin wieder teilweise irgendwo anders gelandet. Ich habe wieder etwas erklärt, und zwar, dass das, was ich glaube, für mich richtig ist. Das ist für mich erstmal ausreichend.
Das andere ist jetzt wieder: Wir haben ja, wie ich vor kurzem geschrieben habe, viele Fragen, die sich mit unserem Leben befassen. Die Fragen sind vielleicht Fragen, die in der ersten Linie stehen, und von denen gibt es mehr als genug. Es gibt andere Fragen, die viel mehr als nur unser eigenes Leben umfassen, und diese Fragen lasse ich manchmal gerne offen und lasse die im Kopf schwimmen, ohne gestört zu werden. Ich möchte keine unerwünschten Gedanken erzeugen, die jetzt irgendwie keinen Einfluss auf mein Leben haben könnten. Die kleinen Fragen sind schon das Größte für mein Leben. Die Schuhe passen mir gut, und damit werde ich erstmal laufen. Wenn ich mich mit meinem eigenen Leben beschäftige, dann heißt das nicht, dass ich die Welt nicht betrachten will, und es heißt nicht, dass ich mich um die anderen nicht kümmern will. Ich kann das Ganze indirekt durch mein eigenes Leben beeinflussen. Deswegen bewege ich mich, um die ganze Welt bewegen zu können.
Das andere, das nach den Überlegungen ins Spiel kommt, das ist, wie viel Flexibilität ich in meinem Leben habe und in welchem Rahmen ich mich befinden muss. Ob finanzielle oder gesellschaftliche Aspekte eine Rolle spielen. Die Wünsche und der Verlauf meines Lebens sind keine gerade Linie im weißen Feld oder ein Blatt Papier, sondern eine Suppe.
Und jetzt sitze ich immer noch im Wohnzimmer, nachdem ich ein wenig über „Gott und die Welt“ nachgedacht habe, mit dem Wissen, dass ich lustigerweise gar nicht über Gott gesprochen habe und auch nur wenig über die Welt. Alles, was ich mir für heute wünsche, ist weniger denken zu müssen und mehr die jetzige Zeit genießen zu können. so, ich probiere es mal kurz, und bis demnächst wünsche ich euch einen friedlichen Tag mit wenig Sorgen und mit viel grundloser Freude.



Tag 2 - Was kommt morgen?

Ein neuer Tag, und ich bin noch da wo ich gestern war. Ja, ich bin wieder in unserem Wohnzimmer, wo die Welt die Klappe zu halten hat. Da, wo ich mich wieder in meine Gedanken vertiefen kann. Ganz nervige Fragen, die an der Wand meines Schädels hängen und meinen Kopf ins Rollen bringen, also mir wird schwindelig.

Heute geht es mir leider ganz schlecht. Ich bin sehr aufgeregt und fühle mich sehr unsicher. Ich stehe wieder auf der Kante und weiß nicht, wie ich mich aufrecht halten kann. Es ist ein Gefühl, das ich sehr oft im Leben hatte. Das Gefühl, dass die Wände zu nah sind. Ich kriege kaum Luft, und es ist mega-schwer zu atmen. Ich finde keinen Ausweg und bin in einem Albtraum gefangen. Dieser Albtraum ist immer mein Leben gewesen. Da passierten immer Sachen, die ich nicht glauben wollte und nicht wahrnehmen konnte. Einfach Sachen, die so gut zu einem Albtraum passen. Sehr unangenehm, sehr schlecht und heftig. Aber ich bin nicht gestorben oder so. Ein paarmal dachte ich sogar, dass es so weit ist. Diese Albträume hatten nichts mit meinem Tod zu tun, sondern mit meinem Leben. Das sind einfach Fälle, in denen etwas richtig schief geht.

Auf jeden Fall fühlt es sich heute auch wieder so an. Ich bin wieder in einem Zustand, in dem ich denke: „Was soll ich jetzt tun?“ Ich habe Angst vor morgen. Alles ist wieder neblig und alles ist ausgeblendet. Wann werde ich endlich sicher auf dem Boden stehen können? Ich bin jetzt kein Kind mehr, aber ich fühle mich genauso verloren wie damals, als ich noch ein Kind war.
Immer bin ich sehr dramatisch, wird man denken, wenn man so was liest. Es stimmt, aber ich habe auch andere Seiten. Heute ist aber leider ein Tag, an dem ich nicht gut Freude fühlen kann. In den letzten zwei Wochen habe ich mein Bestes getan, um mich aktiv zu halten und einfach ein paar schöne Erlebnisse eingebaut, um stabil zu bleiben. Das war sicherlich schön, wie auch an vielen anderen Tagen im Leben. Ich will nicht denken, dass mein Leben nur schlecht ist. Es gibt viele schöne Momente und viele Sachen, die mein Leben aufregend machen, und darüber habe ich gestern gesprochen.
So, weil ich jetzt wieder an einem Punkt bin, wo alles hektisch wird, rede ich davon, wie das sich anfühlt, und dass ich öfter so was hatte. Es hört sich natürlich sehr schlecht an, aber heute will ich das Beste rausholen und wieder schauen, wie ich das anders interpretieren könnte.
Jedes Mal komme ich zu einem Punkt, an dem ich denke, jetzt ist Schluss. Ich bin total erledigt und es gab auch viele Situationen, in denen ich mich selbst gefragt habe, wie die Welt so weiterläuft. Ich war schockiert und sah die Welt schwarz und weiß. Es gab keine Farben mehr und ich lebte wie ein Geist. Ich denke, ich war vielleicht ein bisschen wahnsinnig geworden, und das bin ich vielleicht immer noch. Ich kann schwer sagen, ob es nicht mehr der Fall ist. Verrückt oder nicht, es ist erstmal egal. Ich bin ja da und lebe mehr oder weniger noch wie normale Menschen. Damals, als alles schlimm war und so schien, dass alles vorbei war, ging es doch weiter. Das war so krass. Egal was passiert und egal wie schlimm das ist, es geht weiter. Es geht irgendwohin weiter. Das Leben entwickelt sich weiter, und so machen wir es alle auch, wenn wir mitlaufen.
Ich weiß es nicht. Ich habe soweit auch immer viele Entscheidungen getroffen und viele Sachen getan. Ich werde nie wirklich wissen, ob ich die beste Entscheidung getroffen habe, aber ich weiß nur, dass ich damit leben kann. Allerdings, obwohl ich schon weiß, dass Leben unvermeidbar ist, mache ich mir viele Gedanken darüber und ich bin so ängstlich wie ganz früher. Ich glaube, da kann man nicht geübter sein.
Vielleicht weil jedes Mal etwas Neues passiert, mit dem man nicht schon konfrontiert war. Ich bin mir nicht sicher. Es ist sehr komisch. Manchmal bin ich sehr mutig und habe keine Angst vor morgen. Manchmal denke ich, ich schaffe es und komme gut durch, wie ich es so weit geschafft habe. Manchmal bin ich voller Energie und habe das Gefühl, dass nichts mich aufhalten kann. Manchmal denke ich, dass alles machbar ist und versuche, mich meinen Träumen und Zielen anzunähern, aber nur manchmal. Nur wenn ich einen kleinen Erfolg habe, und wenn meine Hoffnungen nicht sterben. Ich glaube, Hoffnung ist schon ein paarmal in mir gestorben. Wenn Hoffnung eine Person wäre, dann hätte sie die Schnauze voll von mir und meinem Leben. Es geht sehr oft bergauf und bergrunter.
Es ist ziemlich heftig und sehr anstrengend. Es ist sehr schwer, immer stark zu bleiben. Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht, wie ich so weit durchhalten konnte. Heute habe ich viel geschrieben, und ich weiß nicht, ob ich etwas Sinnvolles gesagt habe, aber es ist heute mal so. Vielleicht besuchen mich morgen andere Gedanken. Vielleicht bin ich morgen besser drauf und werde dann über etwas Schönes reden. Mal sehen, mal sehen.



Tag 3 - Tanzen im Sturm

Wie ihr gemerkt habt, ging es mir gestern nicht so gut und deswegen habe ich mich entschieden, meinen Freund Arian kurz zu besuchen. Arian ist ein sehr netter Freund von mir, der auch ein schwieriges Leben hat. Er ist immer eine große Unterstützung für mich, und gemeinsam pushen wir uns gegenseitig nach vorne, wenn einer nicht mehr klarkommt. Er ist ein echter Kämpfer und eine Motivationsbombe, ob beim Sport oder bei allen anderen Sachen generell. Wir haben uns erstmals hier in Berlin vor zwei Jahren in einem Trainerlizenz-Lehrgang getroffen und seitdem sind unsere Leben miteinander verbunden. Wie zwei Seile, die in der Luft schwingen und auf dem gleichen Weg als ganz feste Knoten weiterfliegen in Richtung Himmel. Gemeinsam sind wir unschlagbar. Da denke ich immer, dass ich doch noch einen anderen Freund fürs Leben gefunden habe. Hosam ist auch so ein Freund von mir, aber dazu werde ich später kommen. Die Geschichte ist noch sehr lang.
5 Sterne
Het vluchtelingenverhaal dat je nog niet hebt gelezen - 26.01.2023
Tanya

Ich habe mich schon immer dafür interessiert, die Geschichten von Menschen aus anderen Kulturen zu lesen. Sie scheinen sich auf einen anderen Planeten zu begeben und das Leben von Außerirdischen zu beobachten. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben wir keine militärischen Umwälzungen erlebt und uns daran gewöhnt, dass wir in Frieden und Ruhe leben. In einer Parallelwelt sahen Kinder im Libanon zu, wie Häuser explodierten.Die Geschichte des Autors ist ganz einfach – Leben im Libanon, Kindheit, Familiengeschichten. Aber er enthüllt die schmerzhaftesten und hässlichsten Momente - den Tod naher Verwandter, Krieg, die Aggression der Gesellschaft, Gewalt, Vergewaltigung. Das Buch wirft viele philosophische Fragen auf, die sich am Ende auf den Grundsatz reduzieren lassen: „Das Leben ist eine schreckliche Sache, aber man muss etwas finden, woran man Freude hat und dafür kämpfen.“Parallel zum Leben im Libanon gibt es einen weiteren Handlungsstrang – das Leben in Berlin. Zunächst fällt die Geschichte einer eher beschwerlichen, aber erfolgreichen Reise nach Deutschland ins Auge. Der Autor widmet seinen Gefühlen und Erfahrungen viel Aufmerksamkeit, sodass wir buchstäblich in den Kopf einer Person blicken, deren Schlauchboot zu sinken beginnt.Ich werde nicht zu wortreich sein – dies ist die Geschichte eines gewöhnlichen jungen Mannes, von dem es vielleicht Tausende gibt, der sich aber wirklich hinsetzte und offen die intimsten Momente seines Lebens aufschrieb. Das macht das Buch besonders – es ist echt.

5 Sterne
Beeindruckende Biografie eines jungen Geflüchteten - 13.01.2023
Stephan

Haider beschreibt in beeindruckender Weise sein Leben als Junge im Libanon und wie es zu seiner Flucht als 17jähriger mit seinen Geschwistern kam.... und letztlich, wie es war, hier in Deutschland anzukommen. Beeindruckend, ehrlich, offen, manchmal etwas langatmig, an Ende hochinteressant. Tolle Lektüre.

5 Sterne
Herzzerreißend und doch atemberaubend - 13.01.2023

Die Reise von Haider, um Möglichkeiten jenseits seine Grenzen zu entdecken und für sich selbst eine neue Realität zu enthüllen, führt Er zu einer Achterbahnfahrt von Emotionen, Opfern und Herausforderungen, die seinesgleichen sucht. Sehr empfehlenswerte Lektüre für Seele und Geist.

5 Sterne
Herzzerreißend und doch atemberaubend - 13.01.2023

Die Reise von Haider, um Möglichkeiten jenseits seine Grenzen zu entdecken und für sich selbst eine neue Realität zu enthüllen, führt Er zu einer Achterbahnfahrt von Emotionen, Opfern und Herausforderungen, die seinesgleichen sucht. Sehr empfehlenswerte Lektüre für Seele und Geist.

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