Cover: Weinbau

Weinbau
Geschichte seit fast 11.000 Jahren


EUR 26,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 46
ISBN: 978-3-99130-727-3
Erscheinungsdatum: 29.09.2025
Die Geschichte des Weinanbaus im historischen Überblick. Von Ursprung und Kultivierung über Hindernisse durch Glaubensfragen oder Kriege bis hin zur Völkerverbindung: Der weltweite Weinhandel ist nicht mehr aufzuhalten.
Vorwort


Wie wird Wein hergestellt?

Für eine erfolgreiche Gärung ist ein hohes Mostgewicht unbedingt erforderlich. Stiele und nicht voll entwickelte Trauben sollten unbedingt vorm Keltern entfernt werden. Wein in geringer Dosis ist gesundheitsfördernd. Der Saft wird aber erst durch die Gärung länger haltbar. Federweißer kann schon wenige Tage nach der Lese genossen werden. Das Gleichgewicht von Süße und Säure bringt den Geschmack hervor. Die dunkle Farbe erhält der Rotwein aus der Haut der Trauben. Als Gärgefäße eignen sich Fässer aus Holz, Edelstahl oder Kunststoff. Trockenhefe und Nährsalze sorgen für eine erfolgreiche Gärung.


Rebsorten

Welche Sorte am besten schmeckt, entscheidet der Anbauer allein. Man unterscheidet Reben nach:
- Geschmack
- Farbe
- Form
- Größe
- Haut

Die verschiedenen Sorten kann man nur in einem gesonderten Fachbuch kennenlernen.


Weinanbau vor über 10 000 Jahren

- Ein Getränk, das die Entwicklung der Menschheit begleitet

Wein schmeckt einfach besser als Wasser und ist viel länger haltbar.

- Auf geht’s, Wohlsein! – Im Fruchtbaren Halbmond wurde wahrscheinlich die erste Rebe kultiviert, der Anbau verbreitete sich danach auch im Zweistromland und im Kaukasus. Laut Überlieferung hat Noah den Wein vor der Sintflut gerettet. Zuerst wurden wilde Weintrauben gesammelt und der Saft ausgepresst.

Von der Sammlerkultur kam die Menschheit zum ersten Anbau von Reben. Zuerst wurde Getreide zu Bier vergoren, danach der Traubensaft zu Wein. Von Mesopotamien gelangte der Weinanbau nach Ägypten, Griechenland und Rom. Die Römer brachten den Weinanbau danach ins nördliche Europa. In früherer Zeit genossen auch die Muslime den selbst angebauten Wein.
Gelagert wurde das Getränk in Amphoren oder in Lederschläuchen. Der fruchtbare Boden an Vulkanhängen eignete sich besonders gut für den Weinanbau. Dies wurde von Griechen und Römern ausgiebig genutzt. Im ganzen Mittelmeerraum florierte der Weinhandel.

Neben Nektar war der Wein das Getränk der Götter. Der Transport auf Schiffen erfolgte meist in Amphoren. Alexandria, Athen, Rom und Karthago waren die größten Umschlagplätze. Als Dünger wurden tierische und menschliche Fäkalien genutzt.


Weinhandel im Mittelmeerraum

Im Mittelmeerraum betrieben Rom, Nordafrika, Spanien und der Nahe Osten einen regen Warenaustausch. Wein war eins der wichtigsten Handelsgüter. Weiterhin wurden Lebensmittel, Baumaterialien, Erze und sonstige wichtige Güter mit Schiffen transportiert. Um Christi Geburt verbreitete sich der Weinbau auch auf dem Gebiet des heutigen Frankreich. Die Gallier hatten den Weinanbau von den Römern übernommen. Neben dem selbst gebrauten Bier war der Wein das wichtigste Lebensmittel. Entlang der großen Flüsse wie Rhone, Seine und Loire wurde sowohl Wein angebaut als auch reger Handel betrieben.

Die Weinlagerung erfolgte mittlerweile schon in einfachen Holzfässern, die sich für den Transport besser eigneten als Amphoren. Der Weinanbau erfolgte oft an den Südhängen der großen Flusstäler. Auf den Märkten der größeren Städte wurde reger Handel betrieben. Wein war dort, neben anderen Lebensmitteln, ein wichtiges Handelsgut. Der Weinbau verbreitete sich um Christi Geburt bis in die Region Trier/Mosel. Von Griechenland aus verbreitete sich der Weinanbau über die Türkei bis nach Arabien. Dies geschah bereits zur Zeit der Perser, lange vor der Verbreitung des Islam. Das Klima war zu dieser Zeit für den Weinanbau wesentlich günstiger als heute. Handelsbeziehungen mit China und der Mongolei können erst im Mittelalter nachgewiesen werden. Neben dem Wein wurde auch Obst- und Gemüseanbau betrieben.

Die heutigen Kulturen am Rhein erstreckten sich viel weiter; in Köln wuchs viel, wenn auch saurer Wein, und bis nach Xanten herunter konnte man Reben antreffen. Diesseits des Rheines war im heutigen Rheinhessen schon ein großer Bereich mit Rebanpflanzungen genutzt. Vor allem Südhänge der Flusstäler wurden genutzt.
Der Weinbau verbreitete sich bis zum Ahrtal. Wegen der klimatischen Bedingungen war weiter nördlich kaum ertragreicher Weinbau möglich.

Der Weinbau in und um Wien ist so alt wie die Stadt selbst. Weingärten waren ein begehrtes Vermögensobjekt. Für das Grundeigentum an Weingärten entstand mit dem späten Mittelalter eine Kultur von Kleinbetrieben. Die Vermarktung erfolgte auf den Märkten der größeren Städte. Klöster erzeugten ihren Wein selbst, der Überschuss wurde einmal pro Woche auf Märkten angeboten.


Mittelalter

Ein dem heiligen Michael geweihtes (deswegen auch der Name Mont-Saint-Michel) Priorat der Abtei Saint-Mansuy, das wahrscheinlich auch auf die Bewirtschaftung der Rotweinreben spezialisiert war, baute in späteren Zeiten auch weiße Trauben an. Weinbaugebiete waren im Mittelalter in Südfrankreich und entlang der großen Flüsse verbreitet. Der mittelalterliche Weinbau war sehr arbeitsintensiv, alle Arbeiten mussten mit einfachen Werkzeugen durchgeführt werden.

Wein war ein bakterienkillendes, hochwirksames Desinfektionsmittel zur Trinkwasser-Trinkbarmachung. Haushalts-H2O mit Weinbeimischung, Schorle sagen wir heute, war im hygienefremden Mittelalter gesünder als pures, reines Wasser.
Weinbau als die wichtigste mittelalterliche Spezialkultur mit seiner in die Römerzeit zurückreichenden Tradition gestaltete sich schon immer besonders arbeitsintensiv. Über die einzelnen Arbeitsschritte informieren uns sowohl textliche als auch bildliche Quellen.

Weinbau hat eine lange und faszinierende Geschichte, die eng mit der Entwicklung früherer Kulturen verbunden ist. Hier sind einige interessante Fakten:

Ursprünge des Weinbaus:
- Wildreben lassen sich durch Fossilienfunde bis vor 80 Millionen Jahren zurückverfolgen.
- Kerne von angebauten Reben wurden auf eine Periode von 8000 Jahren v. Chr. datiert. Diese Funde stammen aus Georgien und dem angrenzenden Teil der Türkei.
- Frühe Belege aus der Jungsteinzeit zeigen, dass die noch nicht sesshaften Völker die Beeren bereits weiterverarbeiteten. Erst mit der Sesshaftigkeit begann der eigentliche Weinbau.
- Die älteste gefundene Kelteranlage stammt aus der frühen Antike.

Nach Untersuchungen der chinesischen Agricultural University datieren die Ursprünge des Weinbaus auf 9000 Jahre v. Chr. im Südkaukasus.
Georgien kann bereits 5800 Jahre v. Chr. Weinbau nachweisen, und im 5. Jahrtausend v. Chr. wurde auch in der vorderasiatischen Landschaft Sumer (heute südlicher Irak) Wein angebaut.
Griechische Kolonisten brachten im 7./6. Jahrhundert v. Chr. erstmals Rebstöcke nach Gallien (Massalia → Marseille), und im heutigen Frankreich wurde die Weinherstellung um 400 v. Chr. sicher nachgewiesen.
Im Schweizer Kanton Wallis wurden bereits zwischen 800 und 600 v. Chr. Reben kultiviert.
Die Geschichte des Weinbaus ist eng mit der Entwicklung früherer Kulturen verbunden. Der Wein, das Produkt der Rebe, wurde als Getränk der Götter angesehen. In der Mythologie waren der griechische Gott Dionysos und sein römisches Pendant Bacchus dem Wein gewidmet. In anderen Kulturen symbolisierte der Wein vergossenes Blut im Kampf gegen die Götter und wurde oft als Grabbeigabe verwendet.

Die edle Weinrebe (Vitis vinifera) hat die größte Bedeutung für den Anbau und wird nahezu ausschließlich für den Weinbau kultiviert. Hier sind einige wichtige Stationen in der Geschichte des Weinbaus:

Vorbedingungen: Wildreben lassen sich durch Fossilienfunde bis vor 80 Millionen Jahren zurückverfolgen. Kerne von durch Menschenhand angebauten Reben wurden auf eine Periode von 8000 Jahren v. Chr. datiert. Bereits in der frühen Jungsteinzeit verarbeiteten die noch nicht sesshaften Völker die Beeren weiter. Erst mit der Sesshaftigkeit begann der eigentliche Weinbau. Die bislang älteste Kelteranlage wurde im Zagros-Gebirge im Iran gefunden und ist nach heutigem Kenntnisstand 7000–7400 Jahre alt.

Bis der Weinbau zu dem wurde, was er heute ist, war es ein langer und steiniger Weg.
Der Einfluss dieser Zeitepoche ist bis heute noch sehr stark spürbar. Es war auch die Zeit der größten Köpfe mit dem größten Einfluss. Die frühe Neuzeit hat uns durch Züchtung weitere Rebsorten gebracht. Der Wein in der Neuzeit war gehaltvoller und geschmacklich ausgereifter. Die Winzerbetriebe beschäftigten in der Lesezeit bis zu hundert Arbeiter.


Wein im Islam

Als Mohammed der Prophet in Mekka eintraf, gab es in allen anderen Teilen der Welt schon Weinbau. Wein wurde im Islam, wie anderswo auch, zu den Mahlzeiten getrunken. Frauen waren von dieser Regel damals natürlich nicht ausgenommen. Auch im Koran stand kein Wort über den Weinbau geschrieben. Handel trieben die Moslems mit allen möglichen Gütern, zu denen anfangs kein Wein gehörte, den hatte Allah ja im Koran eindeutig verboten. Trotz dieser strengen Regel wurde von einigen Moslems Wein getrunken, dieser schmeckte den Frauen genauso gut wie den Männern. In Medina war ursprünglich das islamische Zentrum für den Weinanbau. Angeblich war Wein viel gesünder als Wasser, das wussten die Moslems natürlich auch.
Zu diesem Zeitpunkt war der Weinanbau schon im ganzen Mittelmeerraum verbreitet. In allen anderen Ländern des Mittelmeerraums war der Weingenuss natürlich erlaubt.


Glaubensfragen

Was sollte der Prophet nach den Maßgaben nun tun? Sollte er den Wein trinken, der überall rundherum angebaut wurde? Der Koran verbot den Weingenuss in allen arabischen Ländern. Der Wein hätte natürlich auch den Moslems geschmeckt, aber Allah hatte ihn ja verboten!
Das war natürlich für Frauen und Männer ein großes Problem, denn sie durften weder Wein noch Bier trinken, obwohl es ihnen doch gut schmeckte. Obstwein schmeckte ihnen natürlich noch viel besser, aber den hatte der Prophet natürlich auch verboten!


Das Christentum

Auch Jesus trank gern einen Becher Wein. Seine Jünger und seine Freundin tranken am liebsten Pflaumenwein (nicht älter als 2 Jahre). Dieser schmeckte allen am besten.
In Palästina war das Klima um das Jahr 0 für Wein- und Obstanbau besser geeignet, der Jordan lieferte noch genügend frisches Wasser. Die Kunst der Weinherstellung hatten die Christen aus Babylonien und Ägypten übernommen. Die Perser waren für ihren geschmackvollen Fruchtwein bekannt, dieser schmeckte natürlich auch den Christen.
Die Pflanzungen sahen damals ähnlich wie Parkanlagen aus, das Spazieren darin war das reinste Vergnügen. Die Pflege der Pflanzungen wurde von Einheimischen durchgeführt. Der finanzielle Gewinn war natürlich nicht unwichtig, es wurde ausreichend Geld verdient. Durch den Handel mit anderen Ländern konnten sie ihren Gewinn noch steigern. Der König konnte sich allzeit über eine prall gefüllte Staatskasse freuen.


Zypern

Die Mittelmeerinsel Zypern lag strategisch günstig zu vielen Nachbarländern. Sowohl der Weinanbau als auch der Handel damit florierten. Der Wein wurde auf den Schiffen in Amphoren transportiert, dadurch blieb er lange frisch. Der Transport in Fässern wurde erst viel später eingeführt.
Die Verwalter der wenigen Weingüter machten ausreichend Gewinn, die Verwaltungsgebäude waren entsprechend luxuriös ausgebaut. Die Frauen und Kinder konnten sich extravagante Kleidung locker leisten. Mode war auch damals schon ein einträgliches Geschäft. Auch die Männer legten viel Wert auf angemessene und lang haltbare Kleidung.
Die Arbeiten in den plantagenartigen Gärten wurden von der einfachen Bevölkerung ausgeführt. Kinderarbeit war damals üblich, einheitliche Schulen waren noch nicht bekannt. Die Kinder der Großgrundbesitzer hatten oft ältere Männer als Privatlehrer. Die Mädchen wurden von den älteren Frauen in Hand- und Hausarbeit unterrichtet.
Durch die hohen Einnahmen konnten sich die Küstenstädte gut ausgebaute Hafenanlagen leisten.
Hafenarbeiter, Restaurantbetreiber und Seeleute verdienten nicht schlecht, auch ihre Frauen trugen schöne Kleidung und teure Sandalen. Ihre Haut hatte durch die starke Sonneneinstrahlung eine schöne braune Färbung.
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