Geschichte & Biografie

Seiltanz des Lebens

Winfried Krakau

Seiltanz des Lebens

In den Netzen von Natur und Gesellschaft

Leseprobe:

Zum Buch

Kein Wesen und auch nicht der Mensch ist ganz frei. Alle nehmen am Spiel des Lebens in den Netzen von Natur und Gesellschaft teil. Der Autor beschreibt sein Leben in drei Gesellschaftsordnungen und in einer Natur, in die er hineingeworfen wurde. Er beschreibt, wie er zu seiner monistisch-naturalistischen Sicht auf die Welt und den Menschen gekommen ist. Er berichtet von Niederlagen und Siegen. Eliten haben ihm das Leben schwer gemacht und er hat trotzdem sein Leben gelebt. Einige Erkenntnisse sind ihm zugefallen und er hat den Sinn seines Lebens im Leben selbst gefunden. Mit seinem Beruf als Kartograf hat er in einem sozialistischen Betrieb sein Geld verdient und seine soziale Prägung erhalten, trotzdem konnte er als eigenständiger Mensch wirken. So ist auch er ein Seiltänzer geworden und hat seine Balance gefunden. Mit seinem Denken hat er versucht, hinter die Geheimnisse der Natur und des Lebens zu kommen. Dabei hat er seine Grenzen gefunden und verstanden, dass er als Individuum keine Chance gehabt hätte zu überleben. Die letzte von ihm erlebte heutige Gesellschaftsordnung ist ganz auf dem frei gedachten Individuum und dem Gegensatz von Gut und Böse aufgebaut. Er verspürt aus seiner Erfahrung heraus, dass mit diesem Modell die soziale Balance aller Menschen nicht zu gewährleisten ist. So erkennt er die Aufgabe seiner Sozietät darin, den durch blanken Egoismus in Schieflage geratenen Frieden unter den Menschen durch gemeinsames soziales Handeln wieder herzustellen. Als Voraussetzung dazu sieht er die Notwendigkeit eines grundsätzlichen Wandels im Geistigen der herrschenden Eliten. Dieser Umbruch muss voraussichtlich durch demokratische Prozesse hervorgerufen werden. Egoistische Denk- und Handlungsweisen der Akteure und Nutznießenden verhindern einen selbstzündenden Prozess. Ein Anstoß und Zwang zur Veränderung kann durch die neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse des Menschen über sich selbst und seine Sozietäten gegeben werden. Die allen zur Verfügung stehende Vernunft kann die erforderlichen Kräfte erzeugen. Die Dialektik zwischen Freiheit und Notwendigkeit, zwischen Eliten und Individuen ist das Thema seines Lebens geworden. In der Ergänzung des Egoismus durch Empathie und Verantwortung sieht er den Ausweg. Nur so können friedliche Lösungen für die durch die Gewalt des Egoismus geplagten Menschen und für die rücksichtslos ausgebeutete Natur erarbeitet werden.

Seiltanz des Lebens in den Netzen von Natur und Gesellschaft

Friedrich Nietzsche:

„Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch,
ein Seil über einem Abgrunde.
Ein gefährliches Hinüber, ein gefährliches Auf- dem-Wege,
ein gefährliches Zurückblicken,
ein gefährliches Schaudern und Stehenbleiben.
Was groß ist am Menschen, das ist,
dass er eine Brücke und kein Zweck ist.
Was geliebt werden kann am Menschen,
das ist, dass er ein Übergang und ein Untergang ist.“


Auf dem Weg zur Vernunft

Die Menschheit und ihre Individuen befinden sich auf dem Weg hinweg vom Tier, verharren derzeit beim als rein egoistisch verleumdeten Gegenwartsmenschen, um von da aus zum sozialen Menschen (Übermensch Nietzsches) der Zukunft aufzubrechen. Dieser Weg gründet und mündet zugleich in Vernunft. Jedes menschliche Leben besitzt dieses Potenzial. Das belegt die Geschichte aller und auch jedes Einzelnen. Durch das Erlernen von Sprache können alle die Erkenntnisse aller nutzen. Geschichtlich führt der Weg aus der Kindheit der Menschheit von Magie, Zauber und Mythos zum Theos und weiter über den Logos zum Monos und Holos; so wächst dieses Wissen in der Gegenwart zu einem modernen Weltbild zusammen, das uns die Natur und in ihr den Menschen als Naturwesen immer besser verstehen lässt. Nietzsches Bild zeigt den Menschen sowohl als Seil als auch als Seiltänzer in labiler Balance. So wie in der DNA informationell die Entwicklung des Lebens gespeichert und gleichzeitig der Bauplan individuellen Lebens niedergelegt ist, spiegelt sich die kulturelle Entwicklung der Menschheit im Individuum wider. Individuell muss jeder sich nach Kräften bemühen, die eigene Kindheit zu überwinden, um zur Vernunft zu gelangen. Das könnte man als „psycho-soziale Grundregel“ oder vielleicht besser als „psycho-soziale Aufgabe“ bezeichnen. Das Individuum rekapituliert quasi die kulturelle „Sprachgeschichte der Menschheit“ und kommt dadurch zur Erkenntnis der Kausalität aller Vorgänge. Die Überwindung magischer a-kausaler Vorstellungen ist die Aufgabe. Das ist insbesondere bei Indoktrinationen durch Religionen (Theos, Theologie) in der Kindheit ein schwieriger, aber unumgänglicher Prozess. Wir alle stehen vor gewaltigen Aufgaben bei der nachhaltigen Gestaltung unseres Lebens auf diesem Planeten. Das gängige Lösen von Problemen mit Gewalt (militärisch, wirtschaftlich und psychisch) muss und kann ein Ende haben. Es führt immer wieder zu Katastrophen. Alle Probleme sind friedlich mit Vernunft (logos, Wissenschaft) lösbar. Nicht zum ersten Mal warnen Wissenschaftler vor der Überausbeutung der Ressourcen und Aufspaltung der Menschen in verschiedene Religionen, unterschiedliche Länder, verschiedene Ethnien sowie Arme und Reiche (NASA-Studie 2014). Nur ein stimmiges Weltbild der Naturwissenschaften (monos und holos) kann hier helfen. Zur gleichen Zeit spekuliert der Philosoph Markus Gabriel (*1980) in einem Interview zu seinem Buch „Warum es die Welt nicht gibt?“:

„Die Wissenschaft kann, entgegen ihrem oft behaupteten Anspruch, kein Weltbild entwerfen. Die Annahme, dass die Naturwissenschaften die fundamentale Schicht der Wirklichkeit, also die Welt an sich, erkennen, während alle anderen Erkenntnisansprüche immer auf physikalische, biologische oder sonstige naturwissenschaftliche Einsichten reduzierbar sein werden oder sich jedenfalls an diesen messen lassen müssen, ist schlicht falsch.“

Angesichts des Ernstes der Lage der Menschheit halte ich diese metaphysische Aussage für hochgefährlich, weil sie den einzigen, nämlich naturwissenschaftlichen Ausweg diskreditiert. Deshalb sollten wir uns auf eine Reise ins Innere der Natur und damit in uns selbst machen, um diese Wege zur Vernunft (weg vom Ego) zu finden. Zunächst beschreibe ich in großen Zügen die geschichtliche Entwicklung des kausalen Monismus, danach unser gegenwärtiges naturwissenschaftliches Weltbild, um später zum Verständnis des Menschen und von mir, als einem dieser Individuen, zu gelangen. Dabei werde ich Einblicke in einen sozialistischen Betrieb und in meinen Beruf erlauben und so ein Kaleidoskop meines Lebens darstellen. Ich beginne mit der Vorstellung von einem einheitlichen System der Welt. Am Schluss setze ich mich mit dem metaphysischen Weltverständnis von Markus Gabriel und der NASA-Studie auseinander.

Die Vorstellung von der Welt als einem ?einheitlichen, kausalen (monistischen) System
Der Begriff Monismus (griechisch: monos = einzig) beschreibt ein einheitliches Weltsystem, außerhalb dessen nichts anderes existiert, und in dem ein einziges, differenziertes, umfassendes, multi-kausales Wirkprinzip herrscht. Damit steht der Monismus in einem unauflösbaren Widerspruch zum immer noch herrschenden Dualismus, der getrennte Welten annimmt (materielle und geistige Substanzen): „Stoff und Geist, Materie und Seele existieren unabhängig voneinander und können sich trotzdem gegenseitig beeinflussen“. Diese Auffassung von unterschiedlichen Kategorien des Seins in einer Welt ist die Grundlage aller magisch-religiösen, insbesondere monotheistischen Weltbilder. Der naturalistisch-atheistische Monismus dagegen bildet die Grundlage naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, nach denen es Gesetze des Seins gibt, die uneingeschränkt in allen Teilen des Kosmos herrschen, und denen auch der Mensch unterliegt, da er integraler Bestandteil des Einen ist. Andere Monismen (Christian von Wolff – 1679 bis 1754) sind als metaphysische Einheitslehren zwar denkbar, können aber im Zusammenhang mit dem Naturalismus vernachlässigt werden.


Geschichtliche Entwicklung monistisch-atheistischer Weltbilder

In der geschichtlichen Entwicklung des atheistischen Monismus kann man mehrere Perioden unterscheiden, die bis zu den Schrift- und Wissenskulturen der alten Welt ab 3000 vor der Zeitrechnung reichen. Um überhaupt über Weltbilder reflektieren zu können, sind zwingend Sprache und Schrift erforderlich. Diese Perioden sind fließend, überlappen sich, sind natürlich unscharf und subjektiv. Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung ragen die griechischen Philosophen dadurch heraus, dass sie erstmals das begriffliche Denken (logos) auf die Natur anwandten. So gelangten sie zur Definition des Stoffes in seinen verschiedenen Ausprägungen. Diese Periode erstreckt sich, beginnend ca. 600 v. u. Z. über etwa drei bis vier Jahrhunderte. Wichtige Denker, die einen Urstoff oder ein Prinzip definierten, waren Thales (624–546, „Wasser“), Anaximander (610–546, „Unendliche Wirklichkeit“), Anaximenes (585–528, „Luft), Pythagoras (571–495, „Zahlen“), Heraklit (535–475, „Feuer und Logos“), Parmenides (520/515–460/455, „Notwendiges Sein“), Demokrit (460–370, „Atome“) und Protagoras (490–420, „Mensch als Maß aller Dinge“). Nicht zufällig ordnen sich die griechischen Philosophen in die von 800 bis 200 v. u. Z. andauernde sogenannte Achsenzeit ein. In dieser Zeit bildeten sich auch verschiedene Weltentstehungstheorien und Religionen. Als eine besondere Periode mag später die Renaissance von 1450 bis 1640 gelten, in der die Begrenztheit der Scholastik durch den Humanismus erweitert und abgelöst wurde, und neue, vor allem naturalistisch künstlerische Formen entstanden. Im strengen Sinne kann man jedoch erst ab dem 17. und 18. Jahrhundert vom naturalistischen Monismus sprechen. Davor herrschten im Wesentlichen unwissenschaftliche Weltdeutungen, Mythen (mythos) und religiöse Systeme, die von einer göttlichen Schöpfung (theos) ausgehen. Denker, die sich nicht in die gängigen mythischen und religiösen Weltbilder einfügten, mussten mit Verfolgungen oder dem Tod rechnen, (Sokrates 469–399), (Hypatia 350–415), (Giordano Bruno 1548–1600) usw., stellvertretend für Millionen unbekannter Märtyrer. Nach dem sogenannten christlichen Abendland mit seiner religiösen Intoleranz und furchtbaren Verbrechen an der Menschheit begann vor ca. 300 bis 400 Jahren der allmähliche Übergang zu einem säkularen Abschnitt der Geschichte (Säkulares Abendland), mit der Trennung von Kirche und Staat. Einige furchtlose Wissenschaftler dieser Periode sollen hier als Vorreiter dieses Prozesses genannt sein.

Rationalismus und Aufklärung
Im Gefolge der Aufklärung (Zweite Hälfte des 17. bis Ende des 18. Jahrhunderts) und durch den Siegeszug der aufblühenden Naturwissenschaft und Philosophie entstanden in Europa vielfältige Weltbildvorstellungen, in denen monistische Gedanken auftauchten. Immer ging es dabei auch um den Kampf gegen herrschende politisch-dualistische Systeme, die durch Adel und Klerikale gestützt wurden:

Julien Offray de La Mettrie (1709–1751)
skizzierte als einer der Ersten in seinem Buch „Naturgeschichte der Seele“ (1745) eine materialistische Theorie des Bewusstseins. Dieses Buch wurde verbrannt und sein Autor floh nach Holland. Dort beschrieb er in „Der Mensch als Maschine“ (1747) einen rein mechanistisch-materiellen Monismus, in dem kein Platz für eine besondere, denkende Substanz oder gar Gott ist. Folgerichtig wurde auch dieses Buch indiziert, er wurde aus Holland ausgewiesen und fand Asyl in Preußen bei dem toleranten Friedrich II.
Auch Claude Adrien Helvétius (1715–1771) postulierte „die unendliche, unerschaffene und ewige Natur“.

Christian von Wolff
Zu dieser Zeit lebte in Deutschland Christian von Wolff (1679–1754), der ebenfalls wegen Atheismus des Landes verwiesen wurde und bei Friedrich II in Preußen einen Fürsprecher fand. Durch seine Beschäftigung mit Konfuzius stellte er den Dualismus des Christentums infrage und prägte wahrscheinlich als Erster den Begriff Monismus als „nur ein Prinzip des Wirklichen“.
Nahezu alle folgenden Philosophen, selbst Kant in seiner vorkritischen Periode, griffen, von den Naturwissenschaften inspiriert, monistische Grundgedanken auf. Immanuel Kant (1724–1804) sagte: „Was das Wesen der Materie ausmacht, ist die Kraft“, Arthur Schopenhauer (1788–1860) definierte den nicht-bewussten Willen als Weltprinzip und Friedrich Nietzsche (1844–1900) meinte, der Leib (das Materielle) sei die größere Idee als dies die Seele oder der Geist sein können:

„Dein Leib ist eine große Vernunft, die sagt nicht Ich, sondern tut Ich“ (…) „Der menschliche Leib, an dem die ganze fernste und nächste Vergangenheit alles organischen Werdens wieder lebendig und leibhaftig wird, durch den hindurch, über den hinweg und hinaus ein ungeheurer, unhörbarer Strom zu fließen scheint: der Leib ist ein erstaunlicherer Gedanke als die alte Seele.“

Fortan wurde die Vernunft in allen Fragen der Religion und des Staates als oberste Instanz angesehen und viele Denker bauten den Monismus immer weiter aus.

Monismus im säkularen Abendland
Der Monismus von Thomas Hobbes in „Vom Körper“ (1655) ?und „Vom Menschen“ (1658)

Ausgehend von der geistigen Unfruchtbarkeit der herrschenden Scholastik erkannte Thomas Hobbes (1588–1679) als einer der Ersten, dass die Materie Grundlage der Natur ist, dass sie in ständiger Bewegung und in kausalem Zusammenhang steht und dass dieser über unsere Wahrnehmung erkannt werden kann. Rationale Erkenntnis war für ihn mathematische Berechnung. Sein Weltbild war mechanistisch, auch was den menschlichen Geist und gesellschaftliche Zusammenhänge anging. Im gesamten Weltgeschehen herrschte Determination, auch im Hinblick auf den menschlichen Willen. Trotzdem blieb er Agnostiker (Begrenztheit des menschlichen Wissens). Sein Monismus war noch unvollständig.
Erst später, im 18. Jahrhundert, entstanden in sich stimmige, konsequente, naturwissenschaftliche, monistische Systeme, während in den vorherigen Perioden nur Teilaspekte des Materiellen erkannt worden waren. Zu den schlüssigen Systemen gehörten der Monismus von Paul Thiry d’ Holbach in „Das System der Natur“, von Jakob Moleschott in „Der Kreislauf des Lebens“, von Ludwig Büchner in „Kraft und Stoff“ und von Ernst Haeckel in „Die Welträtsel“.

Der Monismus von Paul Thiry d’ Holbach in ?„Das System der Natur“ (1770)

Holbach (1723–1789) war mit Diderot befreundet und arbeitete an dessen „Enzyklopädie“ mit. Viele Artikel von ihm beschäftigten sich mit Chemie und Geologie sowie mit Mythologie und der Religion der Völker. Streng anonym ging er nicht nur dort, sondern auch in seinen späteren Veröffentlichungen vor, um Verfolgungen wegen Atheismus zu entgehen. In seinem Hauptwerk „Das System der Natur“ (1770) entwickelte er sein monistisches System und ging davon aus, dass die Welt unendlich ist, von der sich bewegenden Materie bestimmt wird und dass jede Bewegung gesetzmäßig erfolgt. Diesem Geschehen unterliegt auch der Mensch, daher sind Geist und Seele materiell bedingt. Die objektive Realität existiert unabhängig vom Bewusstsein. Ebenso, wie später Ernst Haeckel, formulierte auch er einen atheistischen Moralkodex. Insbesondere betonte er die Abhängigkeit des menschlichen Lebens vom Körperbau, von den Menschen, die uns beeinflussen usw., sodass auch der Wille determiniert ist. So sagte er:

„Die Freiheit des Menschen ist nur die in ihm selbst enthaltene Notwendigkeit.“
Die christliche Religion wurde von ihm heftig attackiert und vor allem wegen ihres politischen Einflusses als absurd gekennzeichnet. Der Glaube an höhere Wesen sei auf Unwissenheit, Angst und Gewohnheit zurückzuführen. Die bisherige Disharmonie von Egoismus und Altruismus führte er auf gesellschaftliche Unnatürlichkeiten zurück.

Der Monismus von Jakob Moleschott in ?„Der Kreislauf des Lebens“ (1852)

Moleschott (1822–1893) war einer der Ersten, der die Wirklichkeit als Kraft und Stoff begriff. Jede Erkenntnis beruht auf Wahrnehmung und Erfahrung. Der Stoff ist in ständiger Bewegung und in einem ewigen Kreislauf. Das Anorganische bringt das Organische hervor und aus dem Organischen entwickeln sich auch die psychischen Vorgänge. Letztere sind, wie alle Erscheinungen der Wirklichkeit, an den Stoff gebunden, daher gibt es auch keine Willensfreiheit. Als Atheist gebrandmarkt, verlor er in Heidelberg seine Lehrbefähigung.

Der Monismus von Ludwig Büchner in „Kraft und Stoff“ (1855)

Ludwig Büchner (1824–1899) zeigte sich noch vor Ernst Haeckel als konsequenter, materialistischer Monist. Ähnlich wie später Ernst Haeckel wirkte er auch politisch. Nachdem er unter dem Einfluss seines Bruders Georg an der 1848er Revolution teilgenommen hatte und als sein epochemachendes Buch erschienen war, wurde ihm 1855 die Lehrerlaubnis entzogen, sodass er als Arzt praktizieren musste. Er popularisierte bereits als einer der Ersten die Evolutionstheorie von Charles Darwin. Sein Buch erlebte 21 Auflagen in 50 Jahren. 1881 gründete er den Freidenkerbund. Zeitlebens blieb er Republikaner. Die in seiner Zeit erreichten naturwissenschaftlichen Kenntnisse fügte er erstmalig zu einem Gesamtbild des evolutionären Kosmos zusammen. Dabei bediente er sich einer einfachen, mitreißenden, volkstümlichen Sprache, was ihm von Marx und Engels als vulgär angekreidet wurde.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 196
ISBN: 978-3-95840-005-4
Erscheinungsdatum: 14.04.2015
EUR 17,90
EUR 10,99

Herbstlektüre