Ruf der Wolken

Ruf der Wolken

Rolf Willach


EUR 30,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 660
ISBN: 978-3-903067-74-5
Erscheinungsdatum: 20.07.2016

Kundenbewertungen:

5 Sterne
Wir wissen es nicht - 14.06.2018
Dr. Peter-Michael Czaikowski

Als Physiker, der sich in langen Jahre seines Berufslebens als Unternehmensberater mit "schrecklich wichtigen" - bei genauer Betrachtung jedoch trivialen Organisations-, IT- und Management-Fragen herumgeschlagen hat, kehre ich jetzt gerade zurück zur Betrachtung der wirklichen Grundlagen unseres Seins und Tuns - und da stimme ich dem Schlusssatz des Autors zu. Schon Sokrates sagte "ich weiß, dass ich nichts weiß" - als Naturwissenschaftler, der sich nicht in menschlicher Hybris verliert, muss man zu dem Schluss kommen "wir wissen es nicht" - ich gehe noch den Schritt weiter und formuliere "wir werden es niemals wissen". Auch in dieser Sicht stimme ich mit dem Autor überein. Zum Buch selbst: ich finde es faszinierend, wie der naturverbundene Autor die Brücke zu den Modellen der theoretischen Physik schlägt und damit auch klar die Grenzen menschlicher Erkenntnisfähigkeit und Handlungsfähigkeit aufzeigt. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für jeden sein, der beispielsweise als Lehrer, Hochschullehrer, Publizist, Prediger welcher Religion immer Einfluss auf die Meinungen seiner Mitmenschen zu grundlegenden Fragen nimmt.Das einzige, was ich etwas schade finde: es wäre schön, alle Naturbilder farbig zu drucken.Wie ich auf das Buch gekommen bin: ich kam - mit meinem 50 Jahre alten Physik-Wissensstand - auf die Idee, dass es so etwas wie "Informationsquanten" geben muss, wenn man die Abiogenese wirklich erklären will. Die Recherche im Netz ergab, dass diese Idee nicht mehr neu war und führte mich unter anderem zu diesem hervorragenden Buch.

Musik des Weltalls und Musik der Meister
Sind wir bereit in Ehrfurcht anzuhören,
Zu reiner Feier die verehrten Geister
Begnadeter Zeiten zu beschwören

Wir lassen vom Geheimnis uns erheben
Der magischen Formelschrift, in deren Bann
Das Uferlose, das Stürmende, das Leben
Zu klaren Gleichnissen gerann.

Sternbildern gleich ertönen sie kristallen
In ihrem Dienst ward unserem Leben Sinn,
Und keiner kann aus ihren Kreisen fallen,
Als nach der heiligen Mitte hin.

Letztes Gedicht von Joseph Knecht.
Aus: Herman Hesses „Das Glasperlenspiel“




Vorwort


Am 27. Dezember 1831 verließ die Dreimastbark „H. M. S.
Beagle“ den Hafen von Devonport (Plymouth, Cornwall) in Südengland. Kapitän war der erst 26 Jahre alte Robert Fitz Roy, welcher drei Jahre zuvor das Kommando über dieses Schiff erhalten hatte. Seine Aufgabe war es, Ost- und Westküste des südamerikanischen Kontinentes zu vermessen und zu kartografieren. An Bord befand sich auch der damals 22 Jahre alte Charles Darwin.

Darwin hatte zuvor vielfältigste Studien mit Fleiß begonnen und jeweils nach mehr oder weniger kurzer Zeit auch wieder enttäuscht abgebrochen. Anfänglich sollte er, wie sein Vater, Arzt werden. Er begann ein Medizinstudium in Edinburgh. Doch die Vorlesungen langweilten ihn, er betrachtete sie als reine Zeitverschwendung und beschäftigte sich weit mehr mit der Lamarck’schen Evolutionslehre, mit Meeresbiologie und der Präparation von Vögeln. Als sein Vater merkte, dass sich sein Sohn offenbar für die Medizin nicht eignete, schlug er das Studium der Theologie vor. Nach einiger Bedenkzeit willigte Darwin in den Vorschlag ein. Er begann das Studium in Cambridge am Christ Church College, und schon drei Jahre später, am 26. April 1831, bestand er die Abschlussprüfung als zehntbester von 178 Teilnehmern. Zusätzlich zur Theologie beschäftigte er sich auch mit Geologie. Doch auch diese bricht er ab und gibt zu, dass er in Edinburgh gelernt habe, die Geologie als völlig nutzloses Fach zu verachten.
In Cambridge war Darwin mit Professor Henslow zusammengetroffen. Dieser war Botaniker und Mineraloge. Die beiden unternahmen häufig längere Wanderungen und wurden gute Freunde. Als Folge dieser gemeinsamen langen Gespräche begann Darwin, seine abschätzigen Ansichten über die Geologie wieder etwas zu relativieren.
Dies also war der Darwin, welcher mit 22 Jahren zu dieser fast 5 Jahre dauernden Weltreise aufbrach, um dann nach zahlreichen, langjährigen Untersuchungen am
22. November 1859 mit „On the origin of species“, dem riesigen Schatz der auf dieser Reise gewonnenen Erkenntnisse und Einsichten, die Welt in Aufruhr zu bringen.
Danach, so glaubte man damals, ließ Darwins Werk nur einen Schluss zu: „Der Mensch ist nicht das Ebenbild Gottes, sondern ein Nachkomme der Affen.“

Im August 1831 erhielt Darwin einen Brief von Henslow, worin ihm dieser mitteilte, dass Kapitän Robert Fitz Roy die Order erhalten habe, mit seinem Schiff, der H. M. S. Beagle, die Küsten von Patagonien und Feuerland sowie von Chile und Peru und anschließend einige Südseeinseln zu vermessen, und dafür einen naturwissenschaftlich gebildeten Begleiter suche. Er, Henslow, habe nun ihn, Darwin, als für diese Aufgabe sehr geeignet empfohlen.
Zum Abschied schenkte ihm Henslow den ersten Band von Lyells „Principles of Geology“.
Durch dieses Buch, das zu lesen Darwin auf den langen, eintönigen Fahrten über das Meer Muße genug hatte, wurde im Laufe der Wochen aus dem anfänglichen Verächter der Geologie einer ihrer glühenden Anhänger.
Die biologischen und geologischen Erkenntnisse, welche Darwin auf dieser Reise und ganz besonders eindrücklich auf den Galapagosinseln gewann, waren der Beginn seiner späteren Überzeugung, dass alles Leben auf der Erde die Folge langer, vielfältigster Entwicklungen sein musste. Er veröffentlichte sie allerdings erst zwanzig Jahre später. Die Tatsache, dass alles Leben auf der Erde einem immerwährenden Wandel unterworfen war und immer noch ist, wurde zwar durch seine Beobachtungen der Pflanzern und Tiere, aber auch der Geologie dieser unberührten Gebiete mit erdrückender Überzeugungskraft bewiesen. Doch für den Antrieb, welcher die Natur dazu brachte, diese riesige Vielfalt im Laufe langer Zeiträume hervorzubringen, fand Darwin lange Jahre keine befriedigende Antwort.
Doch mit der Vorstellung, dass zufällige Veränderungen in den Lebewesen und der anschließend stattfindenden Selektion der Durchsetzungsfähigsten die riesige Vielfalt des Lebens erzeugt hätten, glaubte er schließlich die Antwort auf diese Frage in Händen zu halten.

Zeit meines Lebens habe ich mir immer wieder Gedanken zur Evolutionslehre Darwins gemacht. Ihre Haupterkenntnis, die Entwicklung der Lebewesen im Verlauf der Erdgeschichte, stand für mich dabei nie zur Diskussion.
Doch im Unterschied zu Darwin ging ich das Problem der Zufallsveränderung und der Selektion mit weitgehend physikalischen Fragestellungen an. Und da zeigte sich bald einmal, dass in der Betrachtungsweise Darwins diese Vorgänge, so wie sie in seiner Theorie ablaufen müssten, zwei der fundamentalsten Naturgesetze verletzen würden.
Weiter zeigte es sich, dass es sogar völlig ausgeschlossen ist, die Evolutionstheorie in ihrer Gesamtheit, ohne die heutigen Kenntnisse der Physik, überhaupt zu verstehen.
Darwin versuchte, dieses Problem rein phänomenologisch zu lösen. Es blieben ihm auch gar keine anderen Möglichkeiten offen, denn zu seiner Zeit beschränkte sich die Physik auf Newtons Naturlehre sowie die magnetischen und elektrischen Erscheinungen, welche damals von Oerstedt, Ampère u. a., und an vorderster Front von Michael Faraday untersucht wurden. Doch all dies hatte natürlich mit der Entwicklung des Lebens nichts zu tun.
Die rein naturwissenschaftlichen Werkzeuge, welche Darwin zur Verfügung standen, waren somit damals noch sehr beschränkt.
Auf meiner ersten Reise in den südlichen Teil Patagoniens 2004/05 war ich Teilnehmer einer kleinen Gruppe. Der Eindruck dieser nur drei Wochen dauernden Trekkingtour hinterließ in mir einen unauslöschlichen Eindruck. Auf meinen vielen Reisen und ausgedehnten Wanderungen in den Bergen meiner Heimat, aber auch in Deutschland, Österreich und Frankreich, bin ich immer wieder ebenso schönen und eindrücklichen Landschaften begegnet. Und doch unterschied sich dies alles von den gewaltigen, unberührten Weiten Patagoniens auf ganz grundsätzliche Weise. Denn in Europa hat sich derjenige Teil der Natur, welcher noch verschont geblieben ist vor den Eingriffen menschlichen Nützlichkeitsdenkens, mit wenigen Ausnahmen überall auf kleinräumige Refugien zurückgezogen.

Eigentlich ist es klar. Wenn man über die lebendige Natur nachdenken will und das Ganze nicht abstrakte Theorie bleiben soll, dann muss man sie auch so intensiv wie möglich, am eigenen Leibe erfahren. Denn es ist eine immer erneute Fragestellung, und die Antworten der Natur wird man nur dann verstehen können, wenn man selber Teil dieser unverfälschten Natur geworden ist.
Doch dazu heißt es Abschied nehmen von zahlreichen, lieb gewordenen Dingen unserer Zivilisation. Denn vorwiegend im Laufe der letzten Jahrzehnte haben wir uns immer mehr mit einem festen Panzer abgekapselt, welcher uns, so unser Glaube, möglichst viele der Unberechenbarkeiten der Natur abwehren und uns vor ihnen beschützen sollte. Es ist von Jahr zu Jahr immer mehr eine künstlich geschaffene Welt geworden, worin wir uns in vermeintlicher Sicherheit wiegen, um dann trotzdem immer wieder von dieser Sicherheit enttäuscht zu werden.

Nun, ich muss es gestehen. Diese Loslösung ist mir nur teilweise gelungen. Denn auch ich bin ein Kind dieser Welt und lebe jetzt schon eine ganze Reihe von Jahrzehnten in ihr. Trotzdem bin ich von meiner zweiten Reise nach Patagonien reich zurückgekehrt, denn ich habe auf viele meiner Fragen von der Natur bedeutende Antworten bekommen. Ich habe auf dieser Reise in zahlreichen Erfahrungen und Begegnungen den gesuchten Schlüssel gefunden, welcher mir in den Jahren danach die Übersetzung des Erkannten in die uns geläufige Sprache der Naturwissenschaft ermöglicht hat.

Das Buch ist in einen Hauptteil und einen Anhang A aufgeteilt.
Im Hauptteil findet sich die gesamte Reisebeschreibung. Die Ereignisse und Erlebnisse werden hier in ihrer zeitlichen Reihenfolge erzählt, wobei allerdings, um nicht lang zu werden, nur die eindrücklichsten Tage beschrieben sind. Aber immer wieder sind Ruhepunkte eingeführt, an welchen Fragen gestellt wurden und wo sich im stummen Dialog mit der Natur neue Schlüssel zu ihrer Lösung finden ließen.
Dieser Weg der Vermischung von Naturwissenschaft und Naturerlebnis ist für ein Sachbuch ziemlich ungewöhnlich. Er wurde aber bewusst gewählt. Die Naturwissenschaft verliert ihren wahren Sinn, wenn sie abgehoben vom wirklichen Leben sich einzig und allein nur noch Laborexperimenten und der Interpretation ihrer Ergebnisse widmet. Deren Aussagekraft ist zwar von grundsätzlicher Wichtigkeit und Bedeutung. Aber sie ist nur ein Teil des Ganzen. Erst der Blick auf die Gesamtheit des Lebens erlaubt es, auch in der rein naturwissenschaftlichen Teilbetrachtung den in ihrer Tiefe liegenden Sinn zu erkennen.

Es sind die Kapitel 5 bis 9, worin die wichtigsten dieser Gedanken behandelt werden. Und zwar in allgemein verständlicher Sprache, wodurch auch der naturwissenschaftlich nicht speziell geschulte Leser durchaus folgen und damit das großartige Schauspiel der Entwicklung des Lebens seit seinem Urbeginn, so wie wir es bis heute kennen, selber miterleben kann.
In den Kapiteln 1 bis 4 und 10 bis 17 werden dann ausschließlich die unvergesslichen Erlebnisse in diesem schönen, noch in sehr weiten Teilen unverändert gebliebenen Land beschrieben. Man wird allerdings hierin vergeblich nach irgendwelchen Abenteuern suchen. Denn diese waren nicht der Sinn der Reise. Es ist hauptsächlich die gesuchte, aber in diesem Ausmaß von mir noch nie zuvor erlebte tiefe Verbundenheit mit der Natur.
Der Anhang A ist für Leser gedacht, welche sich für die naturwissenschaftlichen Erklärungen ganz besonders interessieren. In ihm finden sie, immer mit Bezug auf den Hauptteil, zusätzliche vertiefte Einblicke.
Wem hingegen der naturwissenschaftliche Teil generell als zu schwierig erscheint oder wen er gar nicht interessiert, der kann diese Kapitel auch einfach überspringen und sich ganz dem Erleben der grandiosen Natur mit ihrer ganzen zauberhaften Schönheit und Wildheit hingeben.


Tägerwilen, im August 2013
Rolf Willach




1 Der Ruf der Wolken. Wiedersehen mit Patagonien


Meine erste Reise nach Patagonien habe ich als Teilnehmer einer kleinen Gruppe unternommen und die dabei gewonnenen unvergesslichen Eindrücke in einem Erinnerungsbuch festgehalten, welches mit den folgenden Zeilen endet.

„… Doch in meinem Inneren habe ich hier, am schönen Carrerasee, mit seinen weitestgehend unberührten, einsamen Ufern und dem leuchtenden Kranz seiner fernen Schneeberge, Abschied genommen von Patagonien. Der Wind hatte erneut aufgefrischt und wühlte die Oberfläche des Sees zu weißen Schaumkronen auf. Über den Himmel trieben die Wolken dahin, in wunderschönen, vielfältigsten, wechselhaften Gestalten. Die Wolken, jene Sinnbilder des Lebens, seines Entstehens und Wachsens, seiner immerwährenden Veränderung und seines Vergehens. ‚Komm wieder!‘, riefen sie mir zu. Ich hörte ihre Stimmen zwischen dem Rauschen der Wellen und den heftigen Böen des Windes. ‚Komm wieder!‘

Heute spüre ich es ganz deutlich. Ich habe zu viel der Zauber-Beeren gegessen und ihre Wirkung lässt mich nun nicht mehr los. Trotzdem werde ich in meinem Leben, welches sich jetzt langsam dem Abend zuneigt, nie wieder nach Patagonien zurückkehren. Wenn ich es aber wieder einmal gar nicht mehr aushalten sollte, dann werde ich in meinen Erinnerungen lesen und auf diese Weise, wenigstens im Geiste, für einige Stunden wieder in jenem schönen Lande weilen.“
Ich habe es dann wirklich nicht mehr ausgehalten, und das Lesen in meinen Erinnerungen hat die Sehnsucht nach einer Rückkehr nur noch unbezwingbarer gemacht. In meiner Heimat habe ich in den vielen vergangenen Jahren auch zahlreiche schöne Wanderungen und Touren unternommen. Auf Schritt und Tritt war ich dort aber immer von der Anwesenheit unserer Zivilisation und der Sicherheit, welche sie uns damit auch gibt, umfangen, ja, gefangen.
Ganz anders die ungeheuren, einsamen Weiten Patagoniens. Bis an die fernsten Horizonte war keine andere Straße außer der unsrigen zu sehen. Kein Weg, kein Haus und keine Hütte. Das einzige Geräusch war das Wehen des Windes und die einzigen Bewegungen die vielfältig, ewig sich wandelnden Wolken, welche in unablässigem Lauf über den weiten Himmel zogen. Nie zuvor hatte ich in dem dort erlebten Ausmaße das Gefühl, selbst Teil dieser Natur zu sein. Und ich fühlte mich in ihr geborgen. Es war ein Gefühl der Geborgenheit, wie es mir alle Sicherheiten unserer künstlich geschaffenen Umwelt nie zu geben vermocht haben.
Nach und nach wurde der Drang in mir zur Gewissheit, dass ich nach Patagonien zurückkehren musste. Und gleichzeitig wusste ich auch, dass es dieses Mal eine einsame Reise, nur mit mir allein werden würde. Nicht etwa, dass ich einen Hang zum Einsiedler hätte. In gar keiner Weise. Ich brauche und liebe den Kontakt zu Mitmenschen und den Austausch von verschiedenstem Gedankengut und unterschiedlichsten Ansichten. Doch immer mehr begannen sich im Laufe der Zeit unverarbeitete Gedanken aufzustauen, welche einer Beantwortung harrten. Und damit überkam mich immer stärker der unbezwingbare Drang nach Stille. Abstand vom täglichen Treiben der Umwelt zu nehmen. Abstand auch von meinen eigenen zahlreichen Interessen, welche mich zu Hause ständig beschäftigten, und damit der Wunsch nach Stille auch in mir selber. Man mag hier einwenden, bloß um Stille in sich selbst zu finden, brauche man keine sechzehntausend Flugkilometer zurückzulegen, um in ein so fernes Land zu reisen. Das könne man, im Gegenteil, viel besser zu Hause durch Selbstversenkung und Meditation. Ich widerspreche dieser Ansicht in keiner Weise. Aber genau eine solche Stille suchte ich nicht. Ich suchte das ungestörte Zwiegespräch mit der Schöpferkraft, deren Kind ich bin. Und es drängte mich unwiderstehlich, dorthin zurückzukehren, wo ich ihre Stimme am deutlichsten vernommen habe.
Und ich sollte sie wieder vernehmen. In der majestätischen Unnahbarkeit der Gebirge, im wilden Tosen ihrer gewaltigen Stürme und in der alles durchdringenden Stille ihrer einsamen Urwälder.
5 Sterne
Wir wissen es nicht - 14.06.2018
Dr. Peter-Michael Czaikowski

Als Physiker, der sich in langen Jahre seines Berufslebens als Unternehmensberater mit "schrecklich wichtigen" - bei genauer Betrachtung jedoch trivialen Organisations-, IT- und Management-Fragen herumgeschlagen hat, kehre ich jetzt gerade zurück zur Betrachtung der wirklichen Grundlagen unseres Seins und Tuns - und da stimme ich dem Schlusssatz des Autors zu. Schon Sokrates sagte "ich weiß, dass ich nichts weiß" - als Naturwissenschaftler, der sich nicht in menschlicher Hybris verliert, muss man zu dem Schluss kommen "wir wissen es nicht" - ich gehe noch den Schritt weiter und formuliere "wir werden es niemals wissen". Auch in dieser Sicht stimme ich mit dem Autor überein. Zum Buch selbst: ich finde es faszinierend, wie der naturverbundene Autor die Brücke zu den Modellen der theoretischen Physik schlägt und damit auch klar die Grenzen menschlicher Erkenntnisfähigkeit und Handlungsfähigkeit aufzeigt. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für jeden sein, der beispielsweise als Lehrer, Hochschullehrer, Publizist, Prediger welcher Religion immer Einfluss auf die Meinungen seiner Mitmenschen zu grundlegenden Fragen nimmt.Das einzige, was ich etwas schade finde: es wäre schön, alle Naturbilder farbig zu drucken.Wie ich auf das Buch gekommen bin: ich kam - mit meinem 50 Jahre alten Physik-Wissensstand - auf die Idee, dass es so etwas wie "Informationsquanten" geben muss, wenn man die Abiogenese wirklich erklären will. Die Recherche im Netz ergab, dass diese Idee nicht mehr neu war und führte mich unter anderem zu diesem hervorragenden Buch.

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