ResA. Lebens(ver)lauf eines unsichtbaren Schmetterlings
ResA. erzählt die Geschichte ihres Lebens nach der wahren Begebenheit
EUR 24,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 570
ISBN: 978-3-99146-723-6
Erscheinungsdatum: 29.04.2024
Für ResA, den unsichtbaren Schmetterling, stellt das Leben von Tag Eins an Szenen bereit, die einem das Herz erschaudern lassen.Kann sie diese Hürden mit ihrer eisernen Disziplin, die sie als Kind erwirbt, überwinden? Und will sie das überhaupt?
Worum es geht
Zu mir sagte mal jemand, dass alle Geschichten und Erzählungen ein Happyend haben müssen. Daraufhin regte sich Skepsis in mir, denn von dieser Aussage war ich überrascht. Ungläubig schüttelte ich meinen Kopf. Nein, nicht nur, dass das Leben wenige glückliche Episoden schreibt, mir ist Literatur bekannt, welche ebenso ohne diesen Traum auskommt.
RESA. K. K., eine der Unzähligen unter diesem Himmel, sinnt ihrem Leben nach. Sie ist mit Mo verheiratet, mit dem sie zwei Töchter hat, Charlotte und Henriette. Ich, Resa, habe mit meinem Leben gebrochen, dennoch wollte ich nie die Spuren meines Lebens vergessen lassen. In zahlreichen handgeschriebenen Tagebüchern habe ich mein aufwirbelndes Leben festgehalten. Lange Zeit, ohne zu wissen, zu welchem Zweck und für wen überhaupt. In den letzten beiden Jahren entwickelte sich in mir eine immer stärker werdende Idee, alles in einem Buch zusammenzufassen.
Du hältst mein mehr oder weniger gelebtes Leben in deinen Händen. Neugierig geworden? Dann lies mich! Du hast ja schon ein bisschen damit begonnen.
Ich verspreche, es wird nicht langweilig, jedoch mitunter brisant, spannungsgeladen und emotional aufreibend.
Alle Handlungen und Personen in diesem Buch sind frei erfunden.
TRIGGER-Warnung an meine Leser
Was ist triggern?
Medizinisch und psychologisch versteht man darunter Auslöser von Empfindungen, Affekte oder von Erkrankungen.
Ich, RESA. K. K., weise dich, lieber Leser, bereits jetzt darauf hin, dass dieses Buch Abschnitte, Gedankengut und Textstellen enthält, die triggern könnten.
Folgende Auslöser, sogenannte Trigger, könnten unbeabsichtigt auftauchen oder verschlimmert werden:
Ängste
Depression
Suizidgedanken
Trauer
Nur wenn ihr als Leser emotional mit diesen Themen umgehen könnt, nur dann, ist vom Lesen nicht abzuraten.
1. Zyklus
Unsichtbarer Schmetterling
In meinem Alter von fünf bis neunzehn
Das Versteck
Sie rennen hin und her. Sie rufen mich: „Resa! Resa! Verflucht, wo bist du? Resa!“ Finden mich nicht! Dabei bin ich nur unsichtbar! Bin mittendrin im täglichen Treiben. Doch ich will nicht dabei sein. Will weg! Will mich auflösen!
Nun wird alles noch lauter. Das Geplärre kracht in meinen Kopf.
Ich habe mich ganz klein gemacht hinter der Tür. Halte mir die Ohren zu. Meine Augen sind groß wie Teller und die Angst greift nach mir. Sie lässt mich zittern und mir ist heiß!
Es kommt ganz langsam. Ein Schatten schiebt sich vor den Türspalt.
Ich hocke im Flur zwischen unserem Kühlschrank und der Kinderzimmertür. Mache mich ganz klein. Da ist nur ganz wenig Platz. Aber er reicht für mich. So leise und langsam wie ich kann versuche ich zu atmen. Doch es gelingt mir nicht mehr.
Mit einem starken Ruck wird die Tür plötzlich von mir weggerissen. Der Luftstrom lässt meine Haare fliegen und ich bin wieder sichtbar.
Meine kurzen Arme verschränkten sich blitzschnell und augenblicklich über meinem kleinen Kopf.
Mit tosendem Lärm und einer Wortexplosion vom Vater, dröhnt und peitscht es auf mich ein. Es spritzt aus seinem Mund, als er brüllt: „Ah, da steckst du! Du stinkend faules Stück … Du drückst dich? Willst nicht! Überlässt den anderen die Arbeit! Das wirst du bereuen! Du trocknest ab! So oder so! Und ohne Widerrede! Schere dich in die Küche! Und zur Strafe kehrst und saugst du ganz gründlich überall! Verschwinde! Bevor ich mich vergesse!“
Mein Versteck, mein Versuch zu entkommen, alles hoffnungslos gescheitert.
Tränen laufen mir über das Gesicht, aber keiner nimmt Anteil daran. Schauen weg. Trauen sich nicht. Haben auch Angst.
Meine vier älteren Geschwister haben ihren Teil der Hausarbeit erledigt und verlassen den Schauplatz. Bringen sich aus der Gefahrenzone. Können mir nicht helfen. Dürfen nicht.
Die Eltern sind im Wohnzimmer auf der Couch, wollen ihre Mittagsruhe halten und dulden keine Störung mehr.
Tränenerstickt, mit zugeschnürtem Hals und laut klopfendem Herzen schließe ich von innen ganz leise die Küchentür, um kein Geräusch nach draußen dringen zu lassen. Auf leisen Sohlen und möglichst ohne Krach zu verursachen, versuche ich nun doch, meine Aufgaben zu erfüllen – was für meine fünf Jahre eine echt große Herausforderung ist. Immerhin sind wir eine siebenköpfige Familie. Da fällt eine Menge Geschirr und Schmutz an.
Oh, wie soll ich diesen Berg nur schaffen? Teller, Töpfe, Brettchen, Tassen, Besteck und noch Unmengen von Küchenkram. Alles aufgetürmt und ineinander verschachtelt. Es ist wie bei Mikado.
Ich muss aufpassen, an welchem Teil ich ziehe.
Hole mir den roten, etwas kippligen Hocker heran. Reiche nicht hoch zum Abwaschtisch. Bin einfach zu klein. Klettere rauf, ziehe vorsichtig und Stück für Stück die Teile aus dem aufgeschütteten Berg.
Trockne ein Teil nach dem anderen ab und klettre immer wieder runter. Verschiebe ganz leise den Hocker, um an die Schränke und Schubladen zu kommen, um alles aufzuräumen. Ein ständiges Auf und Ab. Und nach einer Weile schwindet meine Kraft.
Doch Aufgeben ist nicht denkbar, da käme der nächste Ärger. Die Angst davor ist zu mächtig.
So kämpfte ich mich durch das Geschirr, welches Jilaiya und Seth abgewaschen hatten. Es war ein fast unbezwingbarer Berg, durch den ich mich nun arbeitete.
Immerzu liefen mir die Tränen. Und ich tadelte mich, kein besseres Versteck gefunden zu haben.
Seth, mein mittlerer Bruder. Er ist ein Blondschopf und der Sonnenschein in der Familie. Meistens ist er voll lustig drauf. Immerzu hat er irgendwelchen Quatsch im Kopf. Richtig ernst sein kann er nicht. Zumindest bringt er uns ab und an zum Lachen.
Und da ist noch Jilaiya. Meine ältere Schwester. Sie ist ein echtes lockiges, dunkelhaariges Biest mit kohlrabenschwarzen Augen und das ganze Gegenteil zu Seth. Im Nullkommanichts schafft sie es, auszuflippen, und es hageln Beleidigungen, auf wen auch immer. Ja, ganz wie der Vater. Nur um sie dreht sich das ganze Universum. Sie ist der Boss!
Irgendwann am Nachmittag hatte ich dann den Berg geschafft. Doch so einiges konnte ich nicht wegräumen. Kam einfach nicht hoch genug zum Schrank. So ließ ich es stehen. Was sollte ich auch machen?
In der Zwischenzeit waren meine Eltern schon wieder wach und tranken nun Kaffee. Er duftete durch die ganze Wohnung.
Doch für mich ging es weiter. Ich bekam nichts zum Kaffee, was nicht schlimm war. Wir Kinder waren ja immer draußen um diese Zeit und da gab es nie irgendetwas zu essen oder trinken am Nachmittag.
So begann ich mit dem kehren.
Meine Augen brannten zwar noch vom vielen Weinen. Doch so langsam legte es sich und die Erschöpfung fiel über mich her. Ich hatte keine Kraft und keine Tränen mehr.
Ich nahm mir den Besen und kehrte Raum für Raum. Danach den Staubsauger und zog durch Flur und Wohnzimmer.
Das Saugrohr mit dem kleinen Polstersaugfuß war auf mich eingestellt. Der große Saugfuß war mir zu schwer und ich habe es nicht geschafft, damit zu saugen.
Es war ohnehin meine Arbeit, welche ich immer zu erledigen hatte. Und es war nicht schlimm. Irgendwann fing ich sogar an, darüber zu grinsen. Strafe? Ha! Dafür habe ich bestimmt morgen nicht so viel. Und so konnte ich mich sogar darüber freuen.
Die Stadt
Warum musste ich das nun alles machen?
Es war schon schwer, nicht mehr so spielen zu können wie früher. Da hatten wir einen großen Hof und wir durften fast im ganzen Dorf spielen. Hatten einen ganz großen Sportplatz. Einen kleinen, schönen Garten. Und Spielkameraden, die immer da waren.
Seit der großen Veränderung, als wir von unserem Zuhause weggegangen sind und nun ganz woanders wohnten, ist nichts mehr, wie es war.
Alles ist fremd und chaotisch. Die Vertrautheit, die Ordnung eingetauscht gegen Enge, Unsicherheit und Schrecken.
Gräulich grün mit schwarzen Balken steht das Haus an einer Straßenecke in der Stadt, in der wir nun wohnten. Ein riesiges Haus. Mit zwei Eingängen. Vorne, von der Straße aus mit einer schönen ausladenden Treppe und doppelter brauner Eingangstür. Hinten im Hof ein unscheinbarer, graugrüner, eiförmiger Eingang, der für uns bestimmt war.
Es ist ein Bürohaus im alten Baustil mit nur einer Wohnung.
Der Geruch des Hauses war neu. Er war schwer und muffig. Es lag am Papier und an der Chemie, die zum Drucken verwendet wurde. Einzigartig und unvergesslich.
Wir mussten viele Stufen ganz nach oben laufen. Da war dann wieder eine große doppeltverglaste Tür mit bunten Blumenornamenten und dahinter ein mächtiger, fensterloser Flur mit vielen Büroschränken an den Wänden. Sie waren echt unheimlich, wie sie so dastanden. Eine Menge dunkler Ecken, die viele verschiedene Schatten warfen.
Und da war noch unsere große Wohnungstür, auch mit zwei Türen rechts und links. Wir hatten nun eine Küche gleich links, ein Wohnzimmer rechts gegenüber, daneben ein Kinderzimmer und wieder links die Schlafstube unserer Eltern.
Alle Türen waren sehr hoch, sehr alt und dunkel angestrichen.
Die Toilette befand sich draußen, ganz hinten links den langen, breiten Flur entlang. Wir mussten an allen gruseligen Schränken vorbei, um zu ihr zu gelangen.
Nachts hatte ich immer wahnsinnige Angst, da hin zu gehen.
Wenn man dann die Tür geöffnet hatte, war es wieder ein langer aber enger Gang zum WC. Dahinter gab es ein langgezogenes Fenster.
Zum Baden ging es in das Waschhaus unten im Keller. Hier war alles irre groß. Rechts war viel Platz. Und Mutti wusch dort immer unsere Wäsche in einer Art Riesenschüssel. Auf der anderen Seite, da standen ein riesiger Kessel für das Badewasser und eine gigantisch große Badewanne. In der Wanne hatten wir vier Kinder gleichzeitig Platz. Und zwar so viel, dass noch vier weitere Kinder reingepasst hätten. Von der rechten Seite bis zum anderen Ende konnten wir fast schwimmen und wir durchtauchten ständig die Badewanne. Rechts rein, links raus. Und immerzu. Ein herrlicher Spielplatz! Jeden Sonntag.
Baden
Einmal, wir waren wieder zu viert, Seth, Jilaiya, Bill und ich, wir tobten ausgelassen herum. Konnten spritzen und matschen, ohne vorsichtig zu sein.
Wir wuschen uns nach dem Spiel und der Ankündigung, dass der Spaß gleich vorbei sei, die Haare. Meine Brüder Seth und Bill reichten mir die Haarwäsche. Ich machte sie auf meinen Kopf, schrubbte und wunderte mich, weil es beim Waschen nicht schäumte. Und da prusteten sie los und lachten und lachten. Ich verstand nicht, warum, und versuchte die Haarwäsche noch einmal – was die zwei zu einem totalen Lachflash trieb. Mit lachenden Tränen in den Augen und scheinbar schlechtem Gewissen sagte Bill, dass Seth in die Flasche gepieselt und sie mir dann zum Waschen gegeben habe. Sie fanden es irre witzig. Für mich war es schrecklich eklig und ich schrubbte und schrubbte meinen Kopf immer wieder, bis ich endlich das Gefühl hatte, dass ich davon wieder befreit bin und es nicht mehr stinkt.
Doch ich war trotzdem belustigt über diesen Streich von Seth und nicht böse darüber. Auch ich musste eine Zeit lang lachen. Ich nahm es Seth und Bill nicht übel.
Maxims Zimmer
Für Maxim war ein Zimmer auf dem Dachboden eingerichtet worden. Er wohnte da ganz allein. Huh, ich fürchtete mich oft, zu ihm zu gehen. Doch es hielt mich nicht davon ab. Ich liebte Maxim. Er war für mich der engste von meinen Geschwistern. Wir waren viel zusammen gewesen.
Wenn ich zu ihm wollte, musste ich oben im Flur durch die doppelte Tür zur Treppe. Da war rechts die Tür zu den Bodenkammern. Aber erst noch eine schrecklich steile Holztreppe rauf. Und das Licht war nicht viel. Fast so viel wie von einer Kerze. Das war echt gruselig mit den Schatten, die das Licht warf.
Oben dann, es war eine simple Dachbodenkammer, die zu einem Zimmer umgebaut war. Und viel war auch nicht drin. Sein Bett und ein ganz schmaler Schrank für seine Sachen. Ach ja, es gab einen Stuhl und einen winzigen Tisch.
Die Wände in seinem Zimmer waren dunkel und ohne Farbe oder Tapete. Nur voll schäbig.
Rechts neben seiner Zimmertür war unsere Kammer vom Dachboden mit allem möglichen Krempel, den wir nicht mehr in unser Zimmer bekamen. Und es waren auch viele Sachen dabei, die früher in unserem Wohnzimmer standen und nun keinen Zweck mehr erfüllten.
Maxim, zehn Jahre älter als ich, ist mein ältester Bruder. Er war schon richtig groß, als wir dahingezogen waren.
Doch leider war er nun oft nicht mehr da. Als ich in der ersten Klasse war, ging er fort.
Ich fragte oft nach ihm. Verstand aber nicht, warum er nicht mehr heimkam. Es bemühte sich keiner zu erklären, dass er mit der Schule fertig war und nun arbeiten musste. Sie taten es einfach ab, dass er nicht mehr da war. „Maxim ist groß. Es ist nun mal so.“, kam es auf Fragen nach ihm von mir zurück. Aber eine Bekümmerung oder Sorge um ihn war nicht spürbar. Eher gegenteilig. Vater schien oftmals richtig erleichtert zu sein, sich nicht mehr um ihn kümmern zu müssen.
Irgendwie gehörte er nicht mehr dazu. Nur mir schien er schmerzhaft zu fehlen, sonst keinem. Ich fühlte mich eine Zeit lang ganz allein, auch wenn wir so eine große Familie waren.
Der Hof
Der Hof, etwas eingerückt und abgewandt von der Straße, war mit Steinplatten ausgelegt und mit Wasserablaufrinnen versehen. Riesig war er nicht. Und auch kein Vergleich zu unserem Spielplatz vom Dorf, aus welchem wir kamen. Aber er reichte und er war sauber, offen und nicht umbaut. Wir durften ihn ja auch verlassen und durch die Straßen in der näheren Umgebung ziehen. Da war es nicht all zu schlimm.
Es gab eine Überdachung für Fahrräder und einen Garten, den wir wenig nutzten, aber in Ordnung hielten. Wir schienen nicht die einzigen Nutzer des Gartens zu sein.
Nebenan war eine Firma. Ich weiß nicht mehr, was für eine. Ist auch egal. Sie war einfach nur nebenan.
Erste Lektion
Noch ausgelassen vom Spiel mit meinem siebenjährigen Bruder Bill draußen im Hof, kommen wir heim.
Schon im Hausflur donnern Schreie, zudem Schimpf und Schande in unsere Ohren. Wir halten kurz inne und lauschen.
Benommen von der elektrischen Spannung in der Luft schließt Bill ängstlich die Wohnungstür auf. Es wird nicht ruhiger. Im Gegenteil. Der Lärm kommt aus unserem Wohnzimmer. Die Stimme gehört dem Vater. Die Schreie Maxim. Er ist ca. vierzehn Jahre alt.
Bill geht schnell in unser Kinderzimmer. Will scheinbar nicht sehen und hören, was im Wohnzimmer passiert. Ich, damals ca. sechs Jahre alt, folge ihm nicht. Die Neugier treibt mich an.
Obwohl mich die Angst vor dem zornigen Gebrüll und den erregten, angreifenden Worten des Vaters fast lähmt und meinen Atem zum Stocken bringt, öffne ich leise und langsam die Tür zum Wohnzimmer. Kaltes Entsetzen schlägt mir entgegen. Kurz stehe ich still und fassungslos in der Tür.
Mein Vater, ein schmaler drahtiger Mann um die fünfunddreißig Jahre, mit dunklem, strubbligem Haar und hellen graublauen Augen, hält einen zur Hälfte gefalteten Ledergürtel mit Eisenverschluss an der Schlinge in seiner Hand und schlägt damit auf Maxim ein. Mich schmerzt vom Zuschauen jeder Schlag. Ich zucke mit jedem Niederprasseln der Gürtelschnalle auf meinen über alles geliebten Maxim zusammen. Die Szene zerfetzt mich. Mein Kopf, mein Bauchgefühl und mein Herz ziehen sich schmerzlich zusammen. Will nicht sehen, was da geschieht. Widerstand regt sich in mir und lässt mich unbedacht handeln. Ich kann das nicht zulassen. Muss Maxim retten – um jeden Preis. Will, dass es aufhört.
Angezogen von der Qual, die Maxim durchströmt, und davon angetrieben, stürze ich zu ihm und bedecke ihn mit meinem winzigen Körper. Die folgenden Schläge prasseln auch auf mich nieder. Ich leide unsagbare Schmerzen. Auch ich schreie mir die Seele aus dem Leib. Doch Maxim ist kurz etwas geschützt und ich habe ihm diese Atempause verschafft.
…
Zu mir sagte mal jemand, dass alle Geschichten und Erzählungen ein Happyend haben müssen. Daraufhin regte sich Skepsis in mir, denn von dieser Aussage war ich überrascht. Ungläubig schüttelte ich meinen Kopf. Nein, nicht nur, dass das Leben wenige glückliche Episoden schreibt, mir ist Literatur bekannt, welche ebenso ohne diesen Traum auskommt.
RESA. K. K., eine der Unzähligen unter diesem Himmel, sinnt ihrem Leben nach. Sie ist mit Mo verheiratet, mit dem sie zwei Töchter hat, Charlotte und Henriette. Ich, Resa, habe mit meinem Leben gebrochen, dennoch wollte ich nie die Spuren meines Lebens vergessen lassen. In zahlreichen handgeschriebenen Tagebüchern habe ich mein aufwirbelndes Leben festgehalten. Lange Zeit, ohne zu wissen, zu welchem Zweck und für wen überhaupt. In den letzten beiden Jahren entwickelte sich in mir eine immer stärker werdende Idee, alles in einem Buch zusammenzufassen.
Du hältst mein mehr oder weniger gelebtes Leben in deinen Händen. Neugierig geworden? Dann lies mich! Du hast ja schon ein bisschen damit begonnen.
Ich verspreche, es wird nicht langweilig, jedoch mitunter brisant, spannungsgeladen und emotional aufreibend.
Alle Handlungen und Personen in diesem Buch sind frei erfunden.
TRIGGER-Warnung an meine Leser
Was ist triggern?
Medizinisch und psychologisch versteht man darunter Auslöser von Empfindungen, Affekte oder von Erkrankungen.
Ich, RESA. K. K., weise dich, lieber Leser, bereits jetzt darauf hin, dass dieses Buch Abschnitte, Gedankengut und Textstellen enthält, die triggern könnten.
Folgende Auslöser, sogenannte Trigger, könnten unbeabsichtigt auftauchen oder verschlimmert werden:
Ängste
Depression
Suizidgedanken
Trauer
Nur wenn ihr als Leser emotional mit diesen Themen umgehen könnt, nur dann, ist vom Lesen nicht abzuraten.
1. Zyklus
Unsichtbarer Schmetterling
In meinem Alter von fünf bis neunzehn
Das Versteck
Sie rennen hin und her. Sie rufen mich: „Resa! Resa! Verflucht, wo bist du? Resa!“ Finden mich nicht! Dabei bin ich nur unsichtbar! Bin mittendrin im täglichen Treiben. Doch ich will nicht dabei sein. Will weg! Will mich auflösen!
Nun wird alles noch lauter. Das Geplärre kracht in meinen Kopf.
Ich habe mich ganz klein gemacht hinter der Tür. Halte mir die Ohren zu. Meine Augen sind groß wie Teller und die Angst greift nach mir. Sie lässt mich zittern und mir ist heiß!
Es kommt ganz langsam. Ein Schatten schiebt sich vor den Türspalt.
Ich hocke im Flur zwischen unserem Kühlschrank und der Kinderzimmertür. Mache mich ganz klein. Da ist nur ganz wenig Platz. Aber er reicht für mich. So leise und langsam wie ich kann versuche ich zu atmen. Doch es gelingt mir nicht mehr.
Mit einem starken Ruck wird die Tür plötzlich von mir weggerissen. Der Luftstrom lässt meine Haare fliegen und ich bin wieder sichtbar.
Meine kurzen Arme verschränkten sich blitzschnell und augenblicklich über meinem kleinen Kopf.
Mit tosendem Lärm und einer Wortexplosion vom Vater, dröhnt und peitscht es auf mich ein. Es spritzt aus seinem Mund, als er brüllt: „Ah, da steckst du! Du stinkend faules Stück … Du drückst dich? Willst nicht! Überlässt den anderen die Arbeit! Das wirst du bereuen! Du trocknest ab! So oder so! Und ohne Widerrede! Schere dich in die Küche! Und zur Strafe kehrst und saugst du ganz gründlich überall! Verschwinde! Bevor ich mich vergesse!“
Mein Versteck, mein Versuch zu entkommen, alles hoffnungslos gescheitert.
Tränen laufen mir über das Gesicht, aber keiner nimmt Anteil daran. Schauen weg. Trauen sich nicht. Haben auch Angst.
Meine vier älteren Geschwister haben ihren Teil der Hausarbeit erledigt und verlassen den Schauplatz. Bringen sich aus der Gefahrenzone. Können mir nicht helfen. Dürfen nicht.
Die Eltern sind im Wohnzimmer auf der Couch, wollen ihre Mittagsruhe halten und dulden keine Störung mehr.
Tränenerstickt, mit zugeschnürtem Hals und laut klopfendem Herzen schließe ich von innen ganz leise die Küchentür, um kein Geräusch nach draußen dringen zu lassen. Auf leisen Sohlen und möglichst ohne Krach zu verursachen, versuche ich nun doch, meine Aufgaben zu erfüllen – was für meine fünf Jahre eine echt große Herausforderung ist. Immerhin sind wir eine siebenköpfige Familie. Da fällt eine Menge Geschirr und Schmutz an.
Oh, wie soll ich diesen Berg nur schaffen? Teller, Töpfe, Brettchen, Tassen, Besteck und noch Unmengen von Küchenkram. Alles aufgetürmt und ineinander verschachtelt. Es ist wie bei Mikado.
Ich muss aufpassen, an welchem Teil ich ziehe.
Hole mir den roten, etwas kippligen Hocker heran. Reiche nicht hoch zum Abwaschtisch. Bin einfach zu klein. Klettere rauf, ziehe vorsichtig und Stück für Stück die Teile aus dem aufgeschütteten Berg.
Trockne ein Teil nach dem anderen ab und klettre immer wieder runter. Verschiebe ganz leise den Hocker, um an die Schränke und Schubladen zu kommen, um alles aufzuräumen. Ein ständiges Auf und Ab. Und nach einer Weile schwindet meine Kraft.
Doch Aufgeben ist nicht denkbar, da käme der nächste Ärger. Die Angst davor ist zu mächtig.
So kämpfte ich mich durch das Geschirr, welches Jilaiya und Seth abgewaschen hatten. Es war ein fast unbezwingbarer Berg, durch den ich mich nun arbeitete.
Immerzu liefen mir die Tränen. Und ich tadelte mich, kein besseres Versteck gefunden zu haben.
Seth, mein mittlerer Bruder. Er ist ein Blondschopf und der Sonnenschein in der Familie. Meistens ist er voll lustig drauf. Immerzu hat er irgendwelchen Quatsch im Kopf. Richtig ernst sein kann er nicht. Zumindest bringt er uns ab und an zum Lachen.
Und da ist noch Jilaiya. Meine ältere Schwester. Sie ist ein echtes lockiges, dunkelhaariges Biest mit kohlrabenschwarzen Augen und das ganze Gegenteil zu Seth. Im Nullkommanichts schafft sie es, auszuflippen, und es hageln Beleidigungen, auf wen auch immer. Ja, ganz wie der Vater. Nur um sie dreht sich das ganze Universum. Sie ist der Boss!
Irgendwann am Nachmittag hatte ich dann den Berg geschafft. Doch so einiges konnte ich nicht wegräumen. Kam einfach nicht hoch genug zum Schrank. So ließ ich es stehen. Was sollte ich auch machen?
In der Zwischenzeit waren meine Eltern schon wieder wach und tranken nun Kaffee. Er duftete durch die ganze Wohnung.
Doch für mich ging es weiter. Ich bekam nichts zum Kaffee, was nicht schlimm war. Wir Kinder waren ja immer draußen um diese Zeit und da gab es nie irgendetwas zu essen oder trinken am Nachmittag.
So begann ich mit dem kehren.
Meine Augen brannten zwar noch vom vielen Weinen. Doch so langsam legte es sich und die Erschöpfung fiel über mich her. Ich hatte keine Kraft und keine Tränen mehr.
Ich nahm mir den Besen und kehrte Raum für Raum. Danach den Staubsauger und zog durch Flur und Wohnzimmer.
Das Saugrohr mit dem kleinen Polstersaugfuß war auf mich eingestellt. Der große Saugfuß war mir zu schwer und ich habe es nicht geschafft, damit zu saugen.
Es war ohnehin meine Arbeit, welche ich immer zu erledigen hatte. Und es war nicht schlimm. Irgendwann fing ich sogar an, darüber zu grinsen. Strafe? Ha! Dafür habe ich bestimmt morgen nicht so viel. Und so konnte ich mich sogar darüber freuen.
Die Stadt
Warum musste ich das nun alles machen?
Es war schon schwer, nicht mehr so spielen zu können wie früher. Da hatten wir einen großen Hof und wir durften fast im ganzen Dorf spielen. Hatten einen ganz großen Sportplatz. Einen kleinen, schönen Garten. Und Spielkameraden, die immer da waren.
Seit der großen Veränderung, als wir von unserem Zuhause weggegangen sind und nun ganz woanders wohnten, ist nichts mehr, wie es war.
Alles ist fremd und chaotisch. Die Vertrautheit, die Ordnung eingetauscht gegen Enge, Unsicherheit und Schrecken.
Gräulich grün mit schwarzen Balken steht das Haus an einer Straßenecke in der Stadt, in der wir nun wohnten. Ein riesiges Haus. Mit zwei Eingängen. Vorne, von der Straße aus mit einer schönen ausladenden Treppe und doppelter brauner Eingangstür. Hinten im Hof ein unscheinbarer, graugrüner, eiförmiger Eingang, der für uns bestimmt war.
Es ist ein Bürohaus im alten Baustil mit nur einer Wohnung.
Der Geruch des Hauses war neu. Er war schwer und muffig. Es lag am Papier und an der Chemie, die zum Drucken verwendet wurde. Einzigartig und unvergesslich.
Wir mussten viele Stufen ganz nach oben laufen. Da war dann wieder eine große doppeltverglaste Tür mit bunten Blumenornamenten und dahinter ein mächtiger, fensterloser Flur mit vielen Büroschränken an den Wänden. Sie waren echt unheimlich, wie sie so dastanden. Eine Menge dunkler Ecken, die viele verschiedene Schatten warfen.
Und da war noch unsere große Wohnungstür, auch mit zwei Türen rechts und links. Wir hatten nun eine Küche gleich links, ein Wohnzimmer rechts gegenüber, daneben ein Kinderzimmer und wieder links die Schlafstube unserer Eltern.
Alle Türen waren sehr hoch, sehr alt und dunkel angestrichen.
Die Toilette befand sich draußen, ganz hinten links den langen, breiten Flur entlang. Wir mussten an allen gruseligen Schränken vorbei, um zu ihr zu gelangen.
Nachts hatte ich immer wahnsinnige Angst, da hin zu gehen.
Wenn man dann die Tür geöffnet hatte, war es wieder ein langer aber enger Gang zum WC. Dahinter gab es ein langgezogenes Fenster.
Zum Baden ging es in das Waschhaus unten im Keller. Hier war alles irre groß. Rechts war viel Platz. Und Mutti wusch dort immer unsere Wäsche in einer Art Riesenschüssel. Auf der anderen Seite, da standen ein riesiger Kessel für das Badewasser und eine gigantisch große Badewanne. In der Wanne hatten wir vier Kinder gleichzeitig Platz. Und zwar so viel, dass noch vier weitere Kinder reingepasst hätten. Von der rechten Seite bis zum anderen Ende konnten wir fast schwimmen und wir durchtauchten ständig die Badewanne. Rechts rein, links raus. Und immerzu. Ein herrlicher Spielplatz! Jeden Sonntag.
Baden
Einmal, wir waren wieder zu viert, Seth, Jilaiya, Bill und ich, wir tobten ausgelassen herum. Konnten spritzen und matschen, ohne vorsichtig zu sein.
Wir wuschen uns nach dem Spiel und der Ankündigung, dass der Spaß gleich vorbei sei, die Haare. Meine Brüder Seth und Bill reichten mir die Haarwäsche. Ich machte sie auf meinen Kopf, schrubbte und wunderte mich, weil es beim Waschen nicht schäumte. Und da prusteten sie los und lachten und lachten. Ich verstand nicht, warum, und versuchte die Haarwäsche noch einmal – was die zwei zu einem totalen Lachflash trieb. Mit lachenden Tränen in den Augen und scheinbar schlechtem Gewissen sagte Bill, dass Seth in die Flasche gepieselt und sie mir dann zum Waschen gegeben habe. Sie fanden es irre witzig. Für mich war es schrecklich eklig und ich schrubbte und schrubbte meinen Kopf immer wieder, bis ich endlich das Gefühl hatte, dass ich davon wieder befreit bin und es nicht mehr stinkt.
Doch ich war trotzdem belustigt über diesen Streich von Seth und nicht böse darüber. Auch ich musste eine Zeit lang lachen. Ich nahm es Seth und Bill nicht übel.
Maxims Zimmer
Für Maxim war ein Zimmer auf dem Dachboden eingerichtet worden. Er wohnte da ganz allein. Huh, ich fürchtete mich oft, zu ihm zu gehen. Doch es hielt mich nicht davon ab. Ich liebte Maxim. Er war für mich der engste von meinen Geschwistern. Wir waren viel zusammen gewesen.
Wenn ich zu ihm wollte, musste ich oben im Flur durch die doppelte Tür zur Treppe. Da war rechts die Tür zu den Bodenkammern. Aber erst noch eine schrecklich steile Holztreppe rauf. Und das Licht war nicht viel. Fast so viel wie von einer Kerze. Das war echt gruselig mit den Schatten, die das Licht warf.
Oben dann, es war eine simple Dachbodenkammer, die zu einem Zimmer umgebaut war. Und viel war auch nicht drin. Sein Bett und ein ganz schmaler Schrank für seine Sachen. Ach ja, es gab einen Stuhl und einen winzigen Tisch.
Die Wände in seinem Zimmer waren dunkel und ohne Farbe oder Tapete. Nur voll schäbig.
Rechts neben seiner Zimmertür war unsere Kammer vom Dachboden mit allem möglichen Krempel, den wir nicht mehr in unser Zimmer bekamen. Und es waren auch viele Sachen dabei, die früher in unserem Wohnzimmer standen und nun keinen Zweck mehr erfüllten.
Maxim, zehn Jahre älter als ich, ist mein ältester Bruder. Er war schon richtig groß, als wir dahingezogen waren.
Doch leider war er nun oft nicht mehr da. Als ich in der ersten Klasse war, ging er fort.
Ich fragte oft nach ihm. Verstand aber nicht, warum er nicht mehr heimkam. Es bemühte sich keiner zu erklären, dass er mit der Schule fertig war und nun arbeiten musste. Sie taten es einfach ab, dass er nicht mehr da war. „Maxim ist groß. Es ist nun mal so.“, kam es auf Fragen nach ihm von mir zurück. Aber eine Bekümmerung oder Sorge um ihn war nicht spürbar. Eher gegenteilig. Vater schien oftmals richtig erleichtert zu sein, sich nicht mehr um ihn kümmern zu müssen.
Irgendwie gehörte er nicht mehr dazu. Nur mir schien er schmerzhaft zu fehlen, sonst keinem. Ich fühlte mich eine Zeit lang ganz allein, auch wenn wir so eine große Familie waren.
Der Hof
Der Hof, etwas eingerückt und abgewandt von der Straße, war mit Steinplatten ausgelegt und mit Wasserablaufrinnen versehen. Riesig war er nicht. Und auch kein Vergleich zu unserem Spielplatz vom Dorf, aus welchem wir kamen. Aber er reichte und er war sauber, offen und nicht umbaut. Wir durften ihn ja auch verlassen und durch die Straßen in der näheren Umgebung ziehen. Da war es nicht all zu schlimm.
Es gab eine Überdachung für Fahrräder und einen Garten, den wir wenig nutzten, aber in Ordnung hielten. Wir schienen nicht die einzigen Nutzer des Gartens zu sein.
Nebenan war eine Firma. Ich weiß nicht mehr, was für eine. Ist auch egal. Sie war einfach nur nebenan.
Erste Lektion
Noch ausgelassen vom Spiel mit meinem siebenjährigen Bruder Bill draußen im Hof, kommen wir heim.
Schon im Hausflur donnern Schreie, zudem Schimpf und Schande in unsere Ohren. Wir halten kurz inne und lauschen.
Benommen von der elektrischen Spannung in der Luft schließt Bill ängstlich die Wohnungstür auf. Es wird nicht ruhiger. Im Gegenteil. Der Lärm kommt aus unserem Wohnzimmer. Die Stimme gehört dem Vater. Die Schreie Maxim. Er ist ca. vierzehn Jahre alt.
Bill geht schnell in unser Kinderzimmer. Will scheinbar nicht sehen und hören, was im Wohnzimmer passiert. Ich, damals ca. sechs Jahre alt, folge ihm nicht. Die Neugier treibt mich an.
Obwohl mich die Angst vor dem zornigen Gebrüll und den erregten, angreifenden Worten des Vaters fast lähmt und meinen Atem zum Stocken bringt, öffne ich leise und langsam die Tür zum Wohnzimmer. Kaltes Entsetzen schlägt mir entgegen. Kurz stehe ich still und fassungslos in der Tür.
Mein Vater, ein schmaler drahtiger Mann um die fünfunddreißig Jahre, mit dunklem, strubbligem Haar und hellen graublauen Augen, hält einen zur Hälfte gefalteten Ledergürtel mit Eisenverschluss an der Schlinge in seiner Hand und schlägt damit auf Maxim ein. Mich schmerzt vom Zuschauen jeder Schlag. Ich zucke mit jedem Niederprasseln der Gürtelschnalle auf meinen über alles geliebten Maxim zusammen. Die Szene zerfetzt mich. Mein Kopf, mein Bauchgefühl und mein Herz ziehen sich schmerzlich zusammen. Will nicht sehen, was da geschieht. Widerstand regt sich in mir und lässt mich unbedacht handeln. Ich kann das nicht zulassen. Muss Maxim retten – um jeden Preis. Will, dass es aufhört.
Angezogen von der Qual, die Maxim durchströmt, und davon angetrieben, stürze ich zu ihm und bedecke ihn mit meinem winzigen Körper. Die folgenden Schläge prasseln auch auf mich nieder. Ich leide unsagbare Schmerzen. Auch ich schreie mir die Seele aus dem Leib. Doch Maxim ist kurz etwas geschützt und ich habe ihm diese Atempause verschafft.
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