Geschichte & Biografie

Mein Leben als Indigoseele

Esther Butwil

Mein Leben als Indigoseele

Leseprobe:

Wie alles begann, weiß ich nicht mehr genau, ich weiß nur, daß ich mich schon immer „nicht von dieser Welt“ gefühlt habe. Fremd, einsam und mißverstanden. Es begann bereits in meiner Kindheit, als ich diese Empfindungen hatte, nicht dazuzugehören, anders zu sein. Ein Gefühl der Fremde, und da war eine unbeschreibliche Sehnsucht nach den Sternen oder nach dem Ursprung des Universums, Fragen wie: Woher kommt das Weltall? Was ist da oben? Wher kommen wir? Woher kommt das Universum, wer hat es geschaffen? Solche Fragen taten sich auf, doch ich bekam keine Antwort von meiner Mutter. Die habe ich nämlich danach gefragt. Ich weiß auch nicht mehr, was sie überhaupt darauf geantwortet hat. Das war sehr unbefriedigend.
Jedenfalls hat mir das den Kopf zerbrochen. Es waren immer die gleichen Fragen und Gedanken, die ich selbst abends mit ins Bett nahm. Sehnsüchtig blickte ich immer wieder in den Himmel. Irgendwann habe ich dann damit aufgehört zu fragen und zu grübeln, weil ich merkte, ich bekam doch keine befriedigende Antwort.
Dennoch merkte ich: da war mehr. Und daß ich mich komisch fühle, habe ich schon als Kleinkind bemerkt. Ich kam nie wirklich aus mir heraus. Ich hatte oft Gedanken wie: mit mir stimmt was nicht. Eines Abends erzählte mir meine Mutter von meiner Geburt, ich war ja genau am 25. 12. geboren, also ein Christkind. Das freute meine Mutter so sehr, daß sie Tränen in den Augen bekam, als sie es mir erzählte. Dann erzählte sie mir auch wie sie auf die Idee kam, mich „Esther“ zu nennen und was der Name bedeutete. Er kam aus der Bibel, war Alt-Persisch und bedeutete übersetzt „Stern“. Da wußte ich auch, warum sie mich immer Stern nannte. Als ich das erfuhr, fühlte ich mich noch fremder und wußte, ich war nicht von der Erde.
Ich fühlte mich verletzbar, keiner in meiner Familie wußte, wie es in mir aussieht, ich habe es ja auch nicht gezeigt, außer vielleicht durch meinen Unmut. Ich konnte das Leben nicht begreifen. Oft kam es vor, daß ich schlafwandelte, zuvor träumte ich, daß ich fliegen kann zu den Sternen ins Universum. Plötzlich stand ich wie in Trance auf dem Schreibtisch vor dem Kinderzimmerfenster und wollte aus dem Fenster springen bzw. ich dachte: Ja ich würde in den Himmel fliegen können. Diese Sehnsucht zu den Sternen war schon immer da. Meine Mutter aber hörte das nächtliche Gepolter und holte mich vom Fenstersims, brachte mich zurück ins Bett mit den Worten: Kind, was machst du denn da? Das kam sehr häufig vor.
Meine kleine Schwester war immer schon sehr wichtig für mich, ich wollte sie immer beschützen und für sie da sein, konnte es als kleines Mädchen nicht ertragen, wenn sie weinte, da hab ich immer die Mama gerufen. „Bina“ weint, habe ich immer gesagt. Ich habe gespürt, daß ich eine Verantwortung für sie tragen wollte, daß es ihr gut geht und sie nicht leidet. Leider waren wir nicht nur ein Herz und eine Seele, wir haben uns oft gegenseitig verletzt, vielleicht weil wir beide um die Gunst und Liebe der Mutter kämpften. Unser Vater war viel arbeiten, er war halt der Vater, emotionale Bindung meinerseits gab es da nicht, vielleicht weil er ja der Brötchenverdiener war.
Meine Schwester war damals ein Sorgenkind und brauchte extra Aufmerksamkeit, da sie eine Hüftfehlstellung hatte als Säugling. Kann sein, daß ich mich deshalb so um sie kümmern wollte wegen des Mitgefühls. Mein Bruder war einfach nur da, ich empfand nie das gleiche für ihn wie für meine Schwester, ich glaube, weil er sich auch weniger für mich interessierte und eh sein eigenes Leben haben wollte. Das war aber okay für mich. Wir Mädchen haben auch nie oder selten mit ihm gespielt, ich weiß gar nicht, was er in seiner Kindheit gemacht hat. Rebekka und ich hatten uns, und das war gut so. Im Laufe der Zeit wurde die Beziehung weniger inniger, wir wurden halt älter und entwickelten uns weiter. Manchmal kam es mir vor wie eine Art Haßliebe, vielleicht weil ich gemerkt habe, daß sie scheinbar ein normaler Mensch ist und ich eben anders, ich weiß es nicht. Ich wollte, daß sie sich genau so entwickelt wie ich, und ich fand es doof, daß sie andere Wesenszüge hatte. Das ist nur eine Vermutung, genau kann ich mir das auch nicht erklären.
Wir hatten damals einen großen Garten, in dem wir uns austobten, wir waren wilde kleine Dinger, die keine Angst hatten, außer vor Mutters Strafe, wenn wir mal wieder über die Stränge geschlagen haben. In dem Moment des Wildseins war uns das aber egal. Wir kletterten auf Apfelbäume, über Nachbars Zäune, auf Dächer, klauten Blumen aus Nachbars Garten und wollten sogar einmal dem Kind des Nachbarn Fingerhut und einen toten Fisch aus unserem Gartenteich zu essen geben. Jetzt muß ich darüber lachen. Uns ist auch nie irgendwas Schlimmes passiert dabei, wir hatten wohl Schutzengel an unserer Seite. Meine Schwester hatte aber kleinere Blessuren. Ich eigentlich selten oder nie, außer verstauchte Knöchel, da ich oft umgeknickt bin beim Rennen im Garten oder ich bin oft in Bienen getreten im Rasen. Dann bin ich weinend zur Mutter gerannt und die hat mir den zuckenden Stachel des Tieres entfernt, eine sehr schmerzhafte Erfahrung. Mit dem Kettcar um den Häuserblock zu fahren war auch eine tolle Sache. Da wir nur ein Kettcar hatten, mußte einer von uns immer den anderen ziehen, genau eine Runde um den Block, dann war der Nächste dran, immer im Wechsel. Das ist so das Meiste, woran ich mich erinnern kann.
Dann kam die Kindergartenzeit, dort habe ich mich auch komisch, ausgegrenzt gefühlt, ich wollte eigentlich immer nur malen und basteln. Viele Kinder waren sehr hart zu den anderen oder auch zu mir. Ich habe mich aber dann unsichtbar und verhaltensunauffällig gemacht, damit die mich in Ruhe lassen. Eigentlich mußte ich mich nicht verhaltensunauffällig machen, weil ich das eh schon war. Ich erinnere mich ganz besonders an eine Szene, nämlich als ein Junge einen Marienkäfer auf dem Boden mit einer Böswilligkeit zertrat, sodaß mir die Tränen kamen, ich habe einen richtigen Stich ins Herz bekommen. Ich dachte: Das Gleiche macht er mit dir. Der Junge lachte danach über mich. Ich hatte nur eine Freundin im Kindergarten. Ich fand sie trotzdem, obwohl sie meine einzige Freundin war, komisch. Das war also die Kindergartenzeit.
In der Schule war es noch schlimmer, ich hatte eine Rechenschwäche, unter der ich sehr litt, leider hatte ich keine verständnisvollen Lehrer, die mich unterstützten, im Gegenteil. Die Lehrerin werde ich nie vergessen. Die gute Frau war scheinbar sehr ungeduldig und konnte nicht verstehen, daß ich die Mathematik nicht verstehen konnte. Eines Tages zog sie mich sogar über die Schulbank. Ich war schockiert und hatte nach dem Erlebnis erst recht keine Motivation mehr, zur Schule zu gehen. Jeden Tag wurde es schlimmer mit dem Schulbankdrücken. Ich sah keinen Sinn mehr darin, dort hinzugehen und mich quälen zu lassen. Mich interessierte immer schon mehr die Natur und ihre Bewohner, schaute gern den Vögeln zu vom Klassenzimmer aus.
Ich bekam regelrechte Alpträume vor dem Matheunterricht, träumte von Zahlen und sprach oder schrie im Schlaf, schreckte nachts auf, so daß meine Mutter oft zu mir kam und mich beruhigen wollte. Das half aber nicht viel, denn ich fühlte mich überhaupt nicht verstanden und hatte einfach nur tierische Angst vor dem Unterricht. Wenn es dann wie so oft einen Haufen an für mich scheinbar unlösbaren Hausaufgaben gab, war der Tag schon wieder gelaufen. Freizeit gab es an den Schultagen für mich nicht, auf jeden Fall nicht, wenn es Matheaufgaben waren. Ich hatte damals eine Schulfreundin, die nach ihren Hausaufgaben zu mir kam, um mich zum Spielen abzuholen, nur leider durfte die Arme mehrere Stunden damit verbringen, mir beim Kopfzerbrechen zuzusehen. Sie hat mir auch versucht zu helfen, es wollte einfach nicht in meinen Kopf. Wut und Ärger kamen in mir hoch, ich verzweifelte regelrecht daran. Stundenlang bis zum frühen Abend saß ich da. Meine Mutter hat versucht, mir das aus ihrer Sicht verständlich zu erklären und einzutrichtern, doch es half nichts. Ich habe gebrüllt und geheult, irgendwann habe ich sogar den teuren LamyFüller vor lauter Wut auf den Marmortisch zerstört. Die Tinte spritze an die Wände, und ich bekam Ärger. Die Schulzeit war der blanke Horror für mich. Gott sei Dank bin ich nicht ständig verprügelt worden, ich war den anderen wohl zu langweilig. An eine Situation erinnere ich mich. Ein paar Prügelknaben, die sich sonst nur auf das männliche Geschlecht konzentriert haben, wurden an einem Tag auf mich aufmerksam. Ich weiß nicht warum, jedenfalls jagten sie mich über den Schulhof, bis ich fast stolperte vor Angst, und dann haben sie mir in den Hintern getreten, die Jungs waren zwei Klassen über mir. Ich frage mich bis heute, warum sie es auf ein kleineres Mädchen abgesehen hatten. Nun ist es gut. Einmal konnte ich meine Ängstlichkeit und Konfliktscheue über Bord werfen, denn ich mußte handeln und sah damals keinen anderen Ausweg, als einen Jungen zu verprügeln. Ich dachte, Angriff ist die beste Verteidigung und drosch auf ihn ein, bis er am Boden lag. Darauf rannte ich voller Angst nach Hause, weil ich dachte, ich hätte ihn umgebracht. Kurze Zeit später schellten seine Eltern bei mir zu Hause und beklagten sich bei meiner Mutter darüber, daß ihre Tochter ihren Sohn verprügelt hat. Ob ich Ärger bekam? Ich glaube nicht.
Das war so die ereignisreiche und turbulente Schulzeit, eine Zeit voller Abenteuer und schmerzlicher Erfahrungen. Aber nicht nur, denn ich habe dadurch gelernt, das Leben auszuhalten und weiterzumachen. Ich habe die Zähne zusammengebissen. Jedenfalls konnte ich mit Ach und Krach meinen Hauptschulabschluß bekommen, mir war es damals egal: die Schule, die Ausbildung. Ich wußte nie, was ich werden sollte, also fing ich an, meine selbsternannte Freiheit zu genießen und tat nix außer Teenagerkram wie mit der Freundin abhängen, Bier trinken, kiffen (war aber nur ein paarmal) etc. Mit Jungs hatte ich aber nie was Ernstes bzw. habe immer Angst vor deren Nähe gehabt. Obwohl ich ein paarmal verliebt war, habe ich die Buben nicht an mich herangelassen. Dann kam erst mal lange nichts, meine Eltern trennten sich, und meine Mutter meinte, ich wäre ihr aufgrund meines asozialen Verhaltens gegenüber ihrem neuen Lover ein Dorn im Auge bzw. mit ihrem neuen Liebesglücks nicht konform. Deshalb schickte sie mich zu meinem Vater. Das war ein schwerer Schicksalsschlag für mich. Meine Schwester, das liebe umgängliche Kind, blieb bei meiner Mutter. Ich konnte so gar nicht verstehen, was los war, ich fand mich mißverstanden. Meine Mutter wollte mich sogar in psychologische Behandlung geben. Sie meinte, ich würde nicht wollen, daß sie glücklich wird, nur weil ich den Neuen nicht mochte. Ich glaube eher, es lag daran, daß ich merkte, daß alles wie eine große Lüge aufgebaut war. Einfach nicht echt, deshalb rebellierte ich. Da ich auf gar keinen Fall zu einem Psychologen wollte, willigte ich widerwillig ein, doch zu meinem Vater zu ziehen.
Mit der Situation, bei meinem Vater zu leben, mußte ich mich erst anfreunden, denn er war ja immer nur der Vater, der das Geld nach Hause brachte. Wir mußten uns quasi erst mal kennenlernen auf engstem Raum. 1,5 Zimmer Singlewohnung mit nur einer Schlafcouch. Zu der Zeit war ich wie gesagt im Teenageralter, ca. 15 Jahre alt, und mitten in der Pubertät. Das soll was heißen. Und dann noch in einem Bett, herrje, das war die Hölle. Obwohl es mir materiell an nichts mangelte, denn ich bekam Freiheiten ohne Ende und Taschengeld. Dennoch fehlte etwas. Das Verstandenwerden und der Wunsch nach einer normalen Familie. Außerdem vermißte ich meine Schwester, denn sie wohnte ja nicht bei uns. Mutter hat sogar verboten, daß wir beide Kontakt haben, weil ich ja ein schlechter Umgang wäre für das brave Mädchen. Ich selber dachte nicht so über mich, ich war einfach, wie ich war. Eine leise Ahnung schleicht sich ein, es könnte daran gelegen haben, daß ich mein Aussehen drastisch veränderte, die Rebellion gegen das Normalsein oder gegen die Eltern. Oder einfach gegen die ganze Welt.
Es fing ziemlich harmlos an, die optische Veränderung, mit zerrissenen Jeans. Dann waren die Haare dran in allen möglichen Farben. Es kann nicht nur an meinem Aussehen gelegen haben, ich war einfach zu kompliziert für das neue Liebesglück meiner Mutter. Mittlerweile habe ich ihr vergeben, obwohl es lange gedauert hat, bis ich das konnte. Verstehen tue ich das damalige Handeln meiner Mutter zwar immer noch nicht, aber ich trage keinen Zorn mehr in mir. Vergebung hilft immer. Aber den Schmerz und die Verletzungen fühle ich bis heute. Mein inneres Kind hat wohl ganz schön gelitten.
Da mir meine Mutter in den Ohren lag, was den Beruf angeht, das war ihr schon wichtig bei unserer doch sonst recht sparsamen Konversation, entschloß ich mich, wenigstens einen besseren Schulabschluß zu erlangen. Mit einem Hauptschulabschluß, der von mehr oder weniger mittelmäßigen bis schlechten Noten übersäht war, bekam man nichts Gutes, stellte ich fest. Ich war schon immer ein Perfektionist und wollte immer alles erreichen, um nicht auf der Straße zu landen. Dies hört man ja als Floskeln oft von den Eltern (wenn sie wüßten, was man einem Kind damit antut …!) Also meldete ich mich in einer Berufsfachschule für Gesundheit und Ernährung an, um meinen Realschulabschluß zu machen. Natürlich konnte ich mich damit überhaupt nicht identifizieren. Hauptsache erst mal zwei Jahre Ruhe vor dem nervigen Ausbildungsstellengesuche, dachte ich. Ich hatte dennoch Angst, daß aus mir nichts wird, deshalb machte ich diesen Schritt. Angst war schon immer ein ständiger Begleiter in meinem Leben.
Ich habe nicht darüber nachgedacht daß dort auch Matheunterricht stattfindet, und das auch noch auf höherem Niveau. Vielleicht hatte ich es unbewußt auch einfach nur verdrängen wollen. Nun gut, das mußte ich wohl durch. Der Matheunterricht versaute mir das erneute Schulbankdrücken, als wäre Schulbankdrücken nicht schon schlimm genug. Schule an sich empfand ich immer als sehr anstrengend, dieses Zuhören. Mich interessierte das langweilige Gerede einfach nicht. Ich kam natürlich schwer mit dem Tempo des Unterrichts mit, verstand nur Bahnhof, und jeder Test oder Klassenarbeit fiel für mich miserabel aus, mangelhaft oder ungenügend. Ich erinnerte mich an die vorherigen Schuljahre, und mir stand der kalte Schweiß auf der Stirn. Wenn ich Zahlen sehe oder – ganz schlimm – ich eine Aufgabe an der Tafel lösen sollte, sah ich regelrecht Sterne, der totale Blackout (Im Nachhinein war es einfach nur der Druck, der mir zu schaffen machte, stellte ich nach Jahren fest. Druck kann ich nicht leiden!).
Damals habe ich noch keine spirituelle Sicht gehabt, sonst hätte ich die geistige Welt oder Gott um Hilfe gebeten, das hätte sicher einiges erleichtert (vielleicht gehörte es auch alles zu meinem Schicksal?). Irgendwie habe ich dann die zwei Schuljahre dort rumgekriegt. Das bedeutete auch, daß die Abschlußprüfung bevorstand, natürlich auch mit Matheprüfung. Ich konnte die Nacht vorher nicht schlafen, so einen Bammel hatte ich. Am anderen Morgen standen die Lehrer vor mir und meinten: Dann fangen Sie mal an. Ich überlas die Zahlenkombinationen und Aufgaben, und mein Kopf verwandelte sich in ein riesengroßes Karussell.
Nur Matsch im Kopf, ich bekam weiche Knie und stammelte was vor mich hin, überlegte, strengte die restliche Hirnmasse, doch es wollte nichts kommen. Keine Lösung. Ich weiß auch gar nicht mehr, welche Aufgaben es waren, habe ich wohl verdrängt. Nach einer gefühlten Unendlichkeit war die Zeit der Peinlichkeit um. Was dabei rauskam, ist ja klar, ungenügend. Fazit: Die Schuljahre werden wiederholt, also zwei weitere Jahre des Schreckens lagen vor mir, wieder der gleiche Stoff. Die Jahre vergingen wie im Flug, am Ende kamen wieder die Prüfungen, meine Lehrer schauten mich mit mitleidvollen Augen an, sprachen mir gut zu. Bei der Matheprüfung fühlte ich mich nicht ganz so mies wie zwei Jahre zuvor. Die Aufgabe sah auf den ersten Blick einfach aus, es war eine Art Koordinatensystem, ich glaube, das heißt so. Wenn nicht, egal. Bin ja schließlich kein Mathegenie …
Ich fing an, mit dem Filzmarker auf dem Overheadprojektor zu kritzeln, mit zittriger Hand und natürlich mit Angstschweiß auf der Stirn. Der erste Ansatz war halb richtig, und ich sah Zuversicht in den Gesichtern der Prüfungslehrer. Dann sahen sie meine Unsicherheit und gaben mir Tipps. Wie ich dann die Aufgabe halbwegs löste, so daß ich immerhin ein ausreichend bekam, weiß ich nicht mehr. Immerhin, ich hatte bestanden. Endlich. Eine unglaubliche Last fiel von meinen Schultern – und das sahen auch die Lehrer. Mit einem Augenzwinkern wünschten sie mir Glück für meinen weiteren Lebensweg. Ich war entlassen. Endlich geschafft. Ich verließ die Schule mit gemischten Gefühlen, immerhin wußte ich, daß jetzt der Ernst des Arbeitslebens beginnen würde. Was ich machen sollte, wußte ich immer noch nicht, hatte auch keinen Wunsch oder Ambitionen zu arbeiten, aber man muß ja nun mal, dachte ich.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 56
ISBN: 978-3-99048-345-9
Erscheinungsdatum: 11.04.2016
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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