Geschichte & Biografie

Leben (!?) NICHT 08/15

Christine Gnadenlos-Segensreich

Leben (!?) NICHT 08/15

Mein unglaublicher Fall

Leseprobe:

Vorwort

Werte(r) Leser(in),

Sie stellen sich vielleicht die Frage: „Was ist das für ein Titel?“
Ich habe diese Überschrift gewählt, um im „Labyrinth“ meines Lebens, die Ausweglosigkeit desselben zu beschreiben. Offenbar bin ich verurteilt zu einem Dasein, aus dem es kein Entrinnen gibt.
Dieses Buch ist nichts weiter als die Schilderung des Verlaufes eines Lebens, das an Dramatik und Tragödien nichts offen ließ.
Vor mittlerweile mehr als einem Jahrzehnt begann ich mit der Niederschrift meiner unfassbaren Lebensgeschichte.
Diese meine Erlebnisse konnten nicht der Feder eines Dichters entspringen. Viel zu komplex ist meine Problematik.
Ich versuche, in diesem Buch wahrheitsgetreu und möglichst lückenlos die Ereignisse seit meiner Geburt zu beschreiben.
Dabei gehe ich bewusst auf gewisse Details ein, die mir in meinem Leben sehr wichtig waren und sind. In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie dafür Verständnis haben, wenn einzelne Themen von mir speziell beleuchtet werden.
Mein größtes Problem ist es, dass ich keinen geeigneten Ansprechpartner habe, um mein Herz auszuschütten.
Ich möchte daher auf diesem Wege die Gelegenheit nutzen, in eine Art „stillen“ Dialog mit Ihnen zu treten.
Keinesfalls möchte ich Ihr Mitleid erwecken, sondern bloß die Möglichkeit ergreifen, mir auf diese Art Gehör zu verschaffen.
Hiermit versuche ich, aus meiner Not eine Tugend zu machen.
Zugegeben, ich hatte zu Beginn große Zweifel an der Umsetzung meines Projektes, meine Lebenslage, zu dokumentieren.
Nachdem ich anlässlich des 80-Jahr-Jubiläums der Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Eisenstadt im Jahre 2004 von meinem Klassenvorstand mit einer netten Beurteilung meiner schulischen Leistungen im Internet bedacht wurde, wagte ich mich schließlich an dieses Vorhaben.
Abschließend möchte ich noch auf das Pseudonym eingehen, unter welchem ich schreibe. Das hat folgende Bewandtnis: Mein Name steht für:

Christine = Jesus Christus = Wahrheit
Gnadenlos = Gerechtigkeit
Segensreich = Frieden

***

Einführung

Ich lade Sie ein, mich im Gedanken auf meinem WAHREN LEBENSWEG zu begleiten.
Es wird eine Zeitreise, die sich über mehr als ein halbes Jahrhundert erstrecken wird.
Mein Leben ist vergleichbar mit einem Regenbogen, der anfänglich in den schönsten Pastelltönen schimmerte, und seit nun mehr als der Hälfte meiner Lebenszeit nur noch wie ein schwarzer Strich über meinem Haupte liegt.
Dieses Abenteuer wird anstrengend.
Um in der Alpinistensprache zu sprechen, würde ich vorschlagen, Ihre besten und härtesten Wanderschuhe zu tragen und keineswegs Ihre Steigeisen zu Hause zu lassen, denn so viel kann ich Ihnen verraten: Diese Wanderung durch mein Leben wird kein Spaziergang.

***

Kindheit

Bereits mit meiner Geburt, am 19. 11. 1960 begann ein Leben, das sich von dem der meisten Menschen unterscheidet.
Ich wurde als Tochter gehörloser Eltern geboren. Aufgrund dieser Behinderung wurde seitens meiner Familie beschlossen, mich bei meinen Großeltern aufwachsen zu lassen. Für mich bedeutete dies, dass ich schon wenige Wochen nach meiner Geburt von meinen Eltern getrennt wurde, und dass ich im Kreise einer Großfamilie mein Leben führte. Es war für mich die wunderbarste Zeit meines Lebens.
In dieser Familie gab es meine Großeltern (die Eltern meiner Mutter), meine Urgroßmutter (die Mutter meiner besagten Großmutter) und meine Großtante Angela (eine Schwester meiner Großmutter), die in demselben Ort wohnte.

Wie mir aus Erzählungen meiner Großeltern bekannt ist, kam meine Großtante täglich abends zu uns nach Hause, um mich im zarten Babyalter zu baden. Dies hatte einen besonderen Grund.
Meine Oma hatte große Schuldgefühle, denn als meine Mutter noch ein Baby war, fiel sie nach dem Baden beim Ankleiden zu Boden und war ab diesem Zeitpunkt taub. Daher hatte sie eine panische Angst, dass sich so etwas wiederholen könnte.
Wir lebten in einem sehr bescheidenen Haus, das von meinen Großeltern unter größten Entbehrungen in der Nachkriegszeit um 1950 erbaut wurde.

Mein Großvater war ein sehr gerechtigkeitsliebender Mann, der nur seiner politischen Gesinnung wegen seinen Posten verlor. Er wäre niemals bereit gewesen, etwas wider seine Überzeugung zu tun. Während der Zeit seiner Arbeitslosigkeit bekam er ein Angebot, einer anderen Partei beizutreten und als Belohnung dafür einen Arbeitsplatz in der Nähe unseres Hauses zu bekommen. Selbstverständlich hatte er dies als Ehrenmann abgelehnt und zog es vor, eine Arbeitsstelle in einer etwa zwölf Kilometer entfernten Stadt anzunehmen. Dorthin fuhr er mehr als sechs Jahre lang täglich mit dem Fahrrad bei jeder Witterung, da es keine öffentlichen Verkehrsmittel gab beziehungsweise er sich keinen Fahrschein leisten konnte. Deswegen – aber nicht nur deswegen – bin ich sehr stolz auf meinen Großvater. Durch seine Vorbildwirkung hat er wesentlich meinen Charakter geprägt. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar.
Unter derart schwierigen Umständen wurde jenes Haus, in dem ich schließlich aufwachsen sollte, fertiggestellt.

Damals gab es keinerlei Kinderbetreuungsplätze, und das war meiner Meinung nach gut.

Noch heute kann ich mich an diese liebevolle Umgebung meines Zuhauses erinnern. Sehr gerne denke ich an meine „kleine Oma“ zurück, die für mich eine der wichtigsten Bezugspersonen in meiner frühesten Kindheit war.

Niemals werde ich den Tag vergessen, an dem „Meine kleine Oma“ uns für immer verließ.

Damit endete einer meiner schönsten Lebensabschnitte für mich.

Irgendwann nach dem Ableben meiner Urgroßmutter übersiedelten meine Großeltern und ich in den anderen Trakt des Hauses, der früher von ihr bewohnt wurde. Dort schlief ich mit meinen Großeltern in demselben Zimmer.

Heute wollen die Kinder alles haben. Nun stellt sich für mich die Frage: Was braucht der Mensch zum Leben oder zum Glücklichsein? Ist es Geld? Oder Urlaube? Vielleicht tolle Autos? Meine Antwort darauf lautet: Nein! Wohin führt uns diese heutige Entwicklung? Die Menschen haben weitgehend einen sogenannten Wohlstand, der aus meiner Sicht ein großer Rückschritt ist, erreicht. Niemand hat mehr Zeit für seine Mitmenschen. Kinder werden in frühestem Babyalter in Kinderkrippen abgegeben. Die Eltern haben keine Zeit für ihre Kinder. Ja, sie kennen sie kaum. Die Folgen dieses Fortschrittes sind weitreichend bekannt. Wenn man Kindern Liebe und Zuneigung, Geborgenheit und Wärme oder womöglich Zeit schenkt, hat man zu wenig Zeit, um der Karriere oder dem großen Geld nachzujagen.
Die ureigensten Instinkte der Menschheit gehen im heutigen Zeitgeist verloren. Ich bin heute im Nachhinein sehr froh, dass wir nicht viel Geld, aber umso mehr Zeit hatten.
Die aktuelle Entwicklung führt dazu, dass sich Kinder mit dem Geld für die Jause eher Zigaretten, Drogen und Alkohol kaufen, um aus einem unglücklichen Leben in eine scheinbar „heile Welt“ zu flüchten. Wer kein Geld hat, kann sich keine Drogen kaufen. Dieses Problem geht also auf den sogenannten „Wohlstand“ zurück. Nun stellt sich für mich neuerlich die Frage: Wie definiert man Wohlstand? Wohl nicht so, wie man heute lebt.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 92
ISBN: 978-3-99048-374-9
Erscheinungsdatum: 26.01.2016
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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