Cover: Friedenskind

Friedenskind
Oder – Ein paar Tage im Januar


EUR 21,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 286
ISBN: 978-3-7116-1205-2
Erscheinungsdatum: 12.11.2025
„Friedenskind“ entführt auf eine faszinierende Familienreise durch beide Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts. Die Protagonistin Marlene sucht den kritischen Dialog mit ihren Vorfahren – und entdeckt Parallelen zur aktuellen politischen Lage.
Vorwort
In ihrem neuen Roman „Friedenskind“ nimmt die Autorin die nach dem Tod ihrer Mutter gefundenen Tagebuchaufzeichnungen und Briefe zum Anlass, den Leser und die Leserin auf eine faszinierende Entdeckungsreise durch ihre Familiengeschichte vor und während des Zweiten Weltkriegs mitzunehmen.
Der ständige Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sowie zwischen verschiedenen Orten und Protagonisten fordert die Leserinnen und Leser zu aufmerksamem und konzentriertem Lesen heraus. Kierkegaards Worte „Da, wo das Heute und das Gestern sich ähneln wie zwei Schwestern, verschwinden Zeit und Raum …“ scheinen diesen Wechsel treffend zu kommentieren.
Mit „Friedenskind“ gelingt es der Autorin, Brücken zu schlagen und Mauern der Unkenntnis einzureißen. Sie wirft die Frage auf, inwieweit es gerechtfertigt ist, über Vergangenes zu urteilen.
Angesichts der aktuellen globalen Unruhen und der gegenwärtig geführten Kriege ist der implizierte Appell gegen das Vergessen unüberhörbar.
Der wachsende Antisemitismus und die Bedrohung durch Extremisten von den politischen Rändern stellen eine reale Gefahr für unsere Demokratie dar, die nach einer langen Zeit des Friedens beständig gewachsen ist.
Die Autorin betont, wie wichtig es ist, Verantwortung füreinander zu übernehmen, kein stiller oder lauter Mitläufer zu sein und durch innere Klarheit auch unbequem zu werden, um gegen Unrecht aufzustehen. Sie zeigt in lebendiger Form, dass es entscheidend ist, sich aktiv für Gerechtigkeit und Menschlichkeit einzusetzen.
In den nächsten Jahren werden die letzten Zeitzeugen des Hitler-Regimes mit seinen unvorstellbaren Grausamkeiten nicht mehr da sein, umso wichtiger ist es, dass die Nachfolgenden dieser oftmals schweigenden Generation auch ihren Kindern vermitteln, wie unabdingbar es ist, immer wieder die Türen der Erinnerung aufzustoßen. Die Neugier soll ihnen Zutritt gewähren.

Helga Leydag
1
Marlene
Januar 2025
Hamburg

Ein schöner Tag im Januar.
Die Sonne scheint in den Wintergarten, lässt die frostigen Temperaturen im Garten vergessen.
Ein Meisenpaar macht es sich in dem Vogelhäuschen am großen Ahorn neben dem zugefrorenen Teich gemütlich, eine schwarze Katze betastet mit ihren Pfoten vorsichtig das Eis auf dem Teich.
Die Katze!
Manchmal sind es Zufälle, manchmal ausgesprochene Gedanken anderer, manchmal Ereignisse – und plötzlich ist das Leben ein anderes.
Plötzlich schleicht sich, wie diese schwarze Katze auf leisen Pfoten, die Vergangenheit in den Kopf.
Längst verdrängte, vergessene Dinge sind zum Greifen nah:
Geschichtsunterricht, lange her.
Marlene erinnert sich: Griechische Mythologie: Verborgenheit, Vergessenheit.
Wer vom Fluss Lethe trank, verlor die Erinnerung an seine Vergangenheit vor dem Eingang ins Totenreich, um wiedergeboren zu werden.
Sind wir alle Lethes Kinder? Wollen oder können wir uns nicht mehr erinnern?

Am Wochenende in vielen großen deutschen Städten Demonstrationen gegen einen Rechtsruck in Deutschland – gegen das Vergessen?
In der Hamburger Innenstadt eine Pro-Palästina-Demo.
In der Mönckebergstraße eine Gegendemonstration: Pro-Israel gegen Antisemitismus.
Miteinander in den Dialog treten?
War eher die Ausnahme.

Shalom – Salam = Friede sei mit dir! – Hebräisch und Arabisch.

Marlene liest im Hamburger Abendblatt: Sympathie für Hamas-Terror sorgt für Anstieg von Straftaten.
Wieder müssen jüdische Menschen in Deutschland Vorsichtsmaßnahmen treffen, sich unsichtbar machen. Und Israel schlägt nach dem Überfall der Hamas zurück, will die Geiseln befreien und die Hamas vernichten.
Es ist Krieg.
Im Gazastreifen sterben Tausende Palästinenser, Kinder, Frauen, Männer.
Wer auf Rache aus ist, gräbt zwei Gräber, sagt ein alter Spruch aus China.

Und nun – Marlene kann sich nicht dagegen wehren – zwingt sich Erinnerung in ihren Kopf.
Die Erinnerung an ihre von zwei Weltkriegen gebeutelte Familie, in der nie viel über die Zeiten vor den Kriegen und danach gesprochen wurde – nur von der Not, dem Hunger.

Ach ja, die Familie!
Marlenes Mutter Ella, ihre Großmutter Anna – vor ihrem inneren Auge ein Foto von ihrer Tante Helene.
Tante Helene, die sie nie kennengelernt hatte. Helene, die im Konzentrationslager gestorben war.
Mutter und Großmutter hatten sie kaum jemals erwähnt, und wenn, dann mit dem Unterton – na ja, Helene.
Für Onkel Max schämte man sich in der Familie.
Onkel Max, der Trinker – ein Versager eben.
Andere Tanten und Onkel, von deren Existenz Marlene zwar wusste, hatte sie nie kennengelernt.

Marlene schwitzt. Hat wenig Lust, sich mit düsteren Gedanken zu beschäftigen.
Denkt an den Streit um eine Nichtigkeit mit Rolf beim Frühstück.
Es nützt nichts, sie muss noch einmal unter die Dusche. Dann würde es besser werden.
Bis ins Badezimmer hört sie Rolf im Werkzeugkeller hämmern.
Er ist ohne ein weiteres Wort sofort nach dem Frühstück in den Keller gegangen.
Wahrscheinlich baut er das Schuhregal zusammen, das er gestern als Bausatz gekauft hatte.
Eigentlich ist Rolf ja eher der Theoretiker. Sonst bittet er Marlene bei solchen Gelegenheiten immer um Hilfe – heute schmollt er.

Das Auge für Formen und Materialien und den Umgang mit Holz und Werkzeugen hat Marlene ihrem Vater zu verdanken. Nach dem Krieg, als die meisten Kinder aus Mangel an Spielsachen in Ruinen mit Schutt und Steinen spielten, hat er für ihren Bruder Reinhard aus Holzabfällen eine Eisenbahn und für sie eine etwas rustikale, aber immerhin eine Puppenstube mit kleinen Holzmöbeln gebaut. Mit Hammer und Nägeln umzugehen, war für Marlene eine Selbstverständlichkeit.
Ihr Vater hatte seine geschickten Hände immer wieder für kleine handwerkliche Kunstwerke genutzt und sich in seiner Freizeit mit Malerei beschäftigt. Das füllte ihn aus, das machte ihn glücklich.
Einige seiner Bilder und Porträts hängen nun in Hamburg bei ihnen im Haus. Eigentlich hätte er einen passablen Kunstmaler abgegeben. Aber sein Geld musste er nun einmal als Verlagskaufmann am Schreibtisch verdienen.
Er erzählte immer wieder gern, dass ihm während der Zeit in englischer Kriegsgefangenschaft ein britischer Offizier dabei zugesehen habe, wie er aus Holzresten und Pappe kleine kunstvolle Kästchen bastelte, zur Aufbewahrung von persönlichem Kleinkram für sich und seine Kameraden.
Der Offizier habe ihm auf die Schulter geklopft und gesagt: „Ihr Deutschen macht auch noch aus Scheiße etwas!“

In Rolfs Familie dagegen wird nichts gebaut oder gebastelt.
Wie auch?
Rolfs Mutter war Pianistin. Ihr Leben lang drehte sich alles um die Musik.
Und Rolfs Vater, Deutschlehrer an einem Berliner Gymnasium, hielt handwerkliche Betätigungen für unter seinem Niveau.
Was für ein Schwachsinn, was für eine Arroganz, denkt Marlene.
Einen Hammer hatte Rolf vor ihrer Ehe noch nie in der Hand gehabt.
Aber gut – inzwischen klappt das einigermaßen.

Typisch! Wenn sie sich ärgert oder deprimiert ist, vertiefen sich die Marionettenfalten um ihren Mund. Ein einziger Blick in den Spiegel stürzt sie in eine noch größere Melancholie.

Plötzlich steht Rolf in der Badezimmertür. Er wirkt immer noch verärgert.
„Nanu, du hast nochmal geduscht. Und glücklich siehst du auch nicht gerade aus, trotz des sonnigen Wintertages.“
„Ach, die Weltlage. Ich könnte die Politiker und die Regierenden schütteln. Ich habe aus dem Wintergarten einem Meisenpaar zugesehen und einer Katze, habe dabei an diesen ganzen Wahnsinn in der Welt gedacht und an den Wahnsinn in meiner Familie. Daran, warum ich manche Familienmitglieder nie kennengelernt habe.
Warum?
Und warum wurden sie kaum jemals erwähnt, auch auf meine Nachfrage hin nicht.“
„Wo siehst du denn den Bezug deiner Familie zu der heutigen Weltlage?“, fragt Rolf und schüttelt den Kopf. „Du machst dir immer viel zu viele Gedanken.“

Marlene geht nicht weiter auf ihn ein, fährt sich noch rasch mit der Bürste durch die Haare, geht in die Küche, setzt Kaffee auf, wartet, bis der Kaffee durchgelaufen ist.
Als sie das Tablett auf dem Tisch abstellt, nimmt Rolf ihre Hand.
„Komm, lass uns den Streit von heute Morgen vergessen. Und mach dir nicht so viele Gedanken über Vergangenes.“
„Wie sollte ich nicht? Die Ereignisse weltweit und auch bei uns hier in letzter Zeit bedrücken mich, die Hetze von allen Seiten. Juden werden wieder angegriffen, Studenten greifen an Universitäten ihre jüdischen Kommilitonen an. Niemand ist mehr bereit zuzuhören oder eine andere politische Meinung hinzunehmen. Politiker mischen sich in die Politik anderer Länder ein, wollen Teile anderer Länder annektieren.
Sollte sich hier Geschichte wiederholen, obwohl in Deutschland vordergründig viel gegen das Vergessen getan wurde?“
Rolf reibt sich die Schläfen.
Marlene gießt Kaffee nach. Will nicht weiterreden, wirkt frustriert.
„Ich kann dich ja verstehen, aber hab Vertrauen! Wir leben hier in Deutschland in einer Demokratie. Wenn auch mit einigen Mängeln. Aber uns geht es gut.“
„Ja, uns geht es gut. Aber sieh dich doch um. Auch in der deutschen Politik rumort es, wie überall. Rechtsruck in Europa, Pseudodemokratien und Hetze, wohin man auch schaut – auch bei uns. Klar, den Menschen geht es heute besser als in den zwanziger, dreißiger Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, aber wie lange noch?“
„Ich vertraue darauf“, sagt Rolf nachdrücklich, „dass die Gefahr nicht erst erkannt wird, wenn es zu spät ist. Im Grunde hat es auch damals viele Deutsche gegeben, die nicht mitgehetzt haben. …
Nur – die Mehrheit hat geschwiegen. Doch letztlich hat niemand das Ausmaß der damaligen Politik erkannt. Es hat doch auch viele Deutsche gegeben, die versucht haben, jüdische Mitbürger oder Regimegegner zu schützen, zu retten.“
„Möglich – klar. Ist bestimmt auch nicht jeder Fall bekannt geworden. Und jetzt? Geht der ganze Mist wieder los? Wird extreme Gesinnung wieder zur Normalität?“
Rolf schüttelt den Kopf.
„Ich frage mich manchmal, wie in meiner Familie damals gedacht wurde. Eigentlich weiß ich viel zu wenig. Auf Fragen nach meinen Tanten und Onkeln habe ich nur abwehrende Antworten bekommen. Was war da los? Von meiner Tante Helene gab es ein Foto. Ich habe es als Kind oft angeschaut. Sie war eine schöne Frau. Und meine Großmutter und meine Mutter konnte ich oft nicht begreifen. Was hatten sie zu verbergen?“
Rolf schüttelt den Kopf, zuckt mit den Schultern.
„Was hätten sie denn verbergen sollen? Damals, in ihrer Jugend, war doch alles schlimm genug. Deine Großmutter verlor Mann und ältesten Sohn im Ersten Weltkrieg, deine Mutter lebte im Hitler-Deutschland, verlor ihren Mann im Zweiten Weltkrieg, musste hilflos mit ansehen, wenn Verwandte und Freunde plötzlich verschwanden. Klar, natürlich waren damals viele auch überzeugte Nazis.“
„Schrecklich! Wenn ich daran denke, welche Verbrechen in Nazi-Deutschland in den Konzentrationslagern begangen wurden.
Wie ist das eigentlich?
Verantwortlich ist man doch nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut. Wie war das denn damals mit den Juden?“
„Die Nationalsozialisten wollten ‚die jüdische Frage‘ lösen, der Hass hat dann alles mitgerissen. Schon im Kaiserreich wurde bei Vorlesungen an Universitäten der Kampf gegen das Judentum zur Stärkung der deutschen Nation gefordert. Ich habe mich im Studium zum Beispiel mit Heinrich Claß befassen müssen. Claß war von 1908 bis 1939 Vorsitzender des Alldeutschen Verbandes. Er war ein führender rechter Politiker und Publizist, ein ideologischer Wegbereiter des Nationalsozialismus. Er forderte schon 1912, man müsse zur Abwehr der ‚jüdischen Gefahr‘ die Einwanderung der Juden verbieten und den schon ansässigen Juden das Wahlrecht entziehen. Sein Kampfruf war: Deutschland den Deutschen. Da siehst du, alles, was wir heute erleben, ist nicht neu.“
Rolf hebt beide Hände in einer hilflosen Geste.
„Viele Juden hatten den Zeitpunkt verpasst. Sie haben die Katastrophe nicht kommen sehen. Wie auch? Sie waren deutsche Bürger. Viele waren nicht einmal gläubig. Und sie waren Landsleute! Nur ihre Religion war jüdisch. Aus Russland, der Ukraine und Polen waren Juden vor den Pogromen nach Deutschland geflüchtet. Auch sie wurden treue deutsche Staatsbürger, zogen voller Stolz in den Ersten Weltkrieg für das von ihnen so geschätzte Deutschland. Es war nicht das Gefühl, eine Schuld begleichen zu müssen, um sich von einer Last zu befreien. Es war die Treuepflicht gegenüber dem Land, das sie aufgenommen hat.“

Marlene steht auf, will in die Küche gehen, bleibt stehen.
„Vermutlich wollte niemand das alles sehen. Man hielt es für eine vorübergehende Erscheinung, dachte, der braune Spuk gehe vorüber. Dann war es zu spät. Der Massenmord war nicht mehr aufzuhalten. Aber für die Juden war es wirklich zu spät, zu spät, sich selbst zu helfen.“

Während Marlene frische Milch für den Kaffee holt, denkt sie, dass Rolf als Historiker natürlich mehr darüber weiß als sie.
Sie erinnert sich, wie sehr sie als Jugendliche von Erich Kästner beeindruckt war, als er 1958 anlässlich des 25. Jahrestages der Bücherverbrennung sagte:

Man darf nicht warten,
bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist.
Man muss den rollenden Schneeball zertreten.
Die Lawine hält keiner mehr auf.
Sie ruht erst, wenn sie alles unter sich begraben hat.

Sie setzt sich wieder zu Rolf, denkt an die Folgen der großen Kriege des letzten Jahrhunderts. Versucht, sich zu konzentrieren.
Was ist nur los mit ihr? Am liebsten würde sie nichts mehr denken, nichts mehr hören.
Doch in ihrem Kopf kreisen die Gedanken.
Wie muss es für die Juden gewesen sein, sich immer verstecken zu müssen, das Haus nicht verlassen zu dürfen?
Beim geringsten Anlass das Verhalten eines Tatverdächtigen zu haben, wenn er ein Klopfen an der Tür hört. Welchen Verbrechens hat er sich schuldig gemacht? Dem, ein Jude zu sein?
Immer mit der Angst vor Verrat zu leben?
Es bedarf keiner großen Vorstellungskraft, um sich diese Trostlosigkeit vorzustellen. Verfolgt, geschlagen, verhöhnt, außerstande, ihre Ghettos zu verlassen, über Jahrhunderte der Verbreitung ansteckender Krankheiten, der Hexerei, der Magie bezichtigt, äußerlich gekennzeichnet im Mittelalter mit einem Kreis oder einem Hakenkreuz unter den Nazis.
Vor 1740, der Zeit von Maria Theresia von Österreich, hatten die in alle Länder verstreuten Juden nicht mal einen offiziellen Namen.
In Ungarn, Böhmen und Deutschland billigte man ihnen Namen von Dingen und Tieren zu. Die Armen hatten lediglich das Recht auf einen gewöhnlichen Tiernamen. Die, die etwas Geld besaßen, durften den eines edlen oder wilden Tieres wählen. Und diejenigen, die über Gold verfügten, konnten sich den Namen einer Blume leisten oder das Gold als Symbol in ihren Namen integrieren.
Aber war es nicht überall auf der Welt so gewesen, dass Menschen Namen aufgezwungen wurden? Die Herrschenden in den Kolonien zwangen den Einheimischen ihre Namen auf.
Die vielen da Costas, de Silvas, de Sousas aus den portugiesischen Kolonien, die Sydneys, James, Roberts der britischen Kolonien.
Die Briten, Franzosen, Spanier, Portugiesen und Niederländer brachten Menschen aus ihren Kolonien überall dorthin, wo man sie brauchen konnte.
Man findet beispielsweise auf den Inseln im Indischen Ozean ehemalige kreolische und afrikanische Sklaven aus den französischen Kolonien und viele Inder, die dort für die British East India Company arbeiten mussten. Doch sie alle sind, im Gegensatz zu den Juden, mit ihren fremden Namen dort heimisch geworden, auf Mauritius, den Malediven, den Seychellen.
Und doch haben auch die Juden ihren Traum vom eigenen Staat wahr gemacht. Sie haben die Ketten abgeworfen, sind aufgebrochen, haben das Meer überquert und sich auf dem Boden ihrer Vorfahren niedergelassen, haben aus der Wüste blühende Landschaften gemacht. Sklaven, die sie waren, wurden frei. Stolz ersetzte die Scham, Selbstvertrauen die Furcht.
– Und heute in Israel? Überall, wo sie ihren Gruß Schalom – Frieden für alle – entsenden, überall dort ist Krieg die Antwort!

„Was denkst du?“
„Die Kriege überall, nicht nur in Palästina. Was ist nur los mit den Menschen? Geht es allen zu gut? Müssen sie wieder losschlagen? Sind nicht so viele alte Kulturen aus ähnlichen Gründen zugrunde gegangen?“
„In Kriegszeiten findet man heraus, wer man ist“, unterbricht Rolf. „Die einen sind Mörder, die anderen Opfer. Und dann gibt es diejenigen, die Überlebenden, die sich nach all dem Elend zu einem Neubeginn aufrappeln. Ein Land und eine Kultur sind schnell zerstört, aber wie lange dauert es, all das wieder zu erschaffen?
...
5 Sterne
Friedenskind - 25.06.2026
Bernt Philip

Geschichtliche Parallelen zur aktuellen politischen Lage sind hervorragend gelungen.

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