Der Traum lebt
Ibiza-Familie-Weltumsegelung
EUR 24,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 524
ISBN: 978-3-7116-0402-6
Erscheinungsdatum: 17.07.2025
Die Geschichte von Christian und seiner Familie reicht vom wilden Ibiza-Zuhause und einem aufstrebenden Business bis zur epischen Atlantiküberquerung mit ihrem Boot Paz. Die inspirierende Biografie macht Mut, an die Umsetzung seiner Träume zu glauben.
Vorwort
Meine Faszination für Boote begann bereits in sehr jungen Jahren. Als Kind bestaunte ich die großen Schiffe im Hafen voller Neugier und Bewunderung. Mit etwa 13 Jahren wurde aus diesem Staunen eine echte Leidenschaft – nicht mehr nur ein flüchtiges Interesse, sondern der Wunsch, mehr über Boote zu erfahren und sie besser zu verstehen. Ich verschlang Bücher über Seefahrer und Abenteuer auf hoher See und war von morgens bis abends nur noch mit dem Thema Boot beschäftigt. Mitten in der Pubertät definierte ich bereits meinen Lebenstraum – ich möchte die Welt umsegeln.
Wie es eben so ist mit Lebensträumen, sind es die größten Ziele, die man sich setzt, und dadurch erweist sich der Weg dorthin oft als lang und voller Herausforderungen. Daher stammt wohl der Name: Lebens-Traum.
Wie sich mein Weg zu diesem Traum gestaltet hat und wie ich diesen nie aus den Augen verloren habe, teile ich in diesem Buch mit Ihnen. Das Buch ist eine inspirierende Geschichte über Leidenschaft, Beharrlichkeit und die Kraft der Träume, mit der ich Sie als Leser animieren möchte, Ihre Träume zu verfolgen, egal wie groß, unerreichbar oder verrückt sie scheinen mögen. Ein Lebenstraum kann jedem Menschen unglaubliche Energie spenden und selbst durch die schwierigsten Zeiten tragen.
Mit Leidenschaft etwas zu verfolgen, bedeutet gleichzeitig auch Leid zu erfahren. Ich bin der Überzeugung, dass jedes Ziel erreichbar ist, wenn man es festhält. Je ambitionierter dieses Ziel, desto größer sollte die Bereitschaft sein, Opfer zu bringen, Disziplin zu wahren und bei jeder Entscheidung, sei sie noch so banal, immer den Lebenstraum präsent vor Augen zu haben.
Um auf dem Weg dorthin nicht zu verbissen und frustriert zu werden, ist es ratsam, den Weg selbst zu genießen. Mir persönlich ist so einiges auf dem Weg passiert, und aufgrund der verrücktesten Umstände musste auch ich meinen Lebenstraum öfters neu definieren und anpassen. Manchmal aufgrund von äußeren Umständen, manchmal weil ich mir selbst im Weg stand. Wichtig ist es, auf jeden Fall, flexibel zu bleiben und niemals aufzugeben.
Ich widme dieses Buch meinen beiden Söhnen Noah und Cosmo. Es soll sie an die außergewöhnlichen Jahre ihrer Jugend erinnern und ihnen Mut geben, ihre eigenen Träume auf ihre Art zu verfolgen, aber vor allem zu leben.
Personenverzeichnis
Zum erleichterten Verständnis der nachfolgenden Geschichten meines Lebens werde ich eine kurze Erklärung der folgenden Personen (Namen) geben:
Mucki Braun: Meine wunderbar verrückte Mutter, der ich mein Leben und meine Erziehung verdanke. Sie ist und war immer eine große Inspiration für mich, meine Träume zu verwirklichen und waren diese noch so verrückt. Sie motivierte mich, das Leben in jedem Moment herauszufordern und sich nicht von dem, was andere sagen oder meinen, beeinflussen zu lassen.
Jochen Braun: Mein Vater, der mir stets die Liebe zu Booten näherbrachte und mir durch seine Verbindungen ermöglichte, als junger Mensch auf großartigen Yachten unterwegs zu sein.
Sil: Meiner lieben Sil begegnete ich mit 23 Jahren. Die Mutter meiner Kinder, ohne die ich das Unterfangen PAZ nicht geschafft hätte. 21 Jahre lang war sie meine Ehefrau und erschuf mit mir ein Leben für Träumer.
Noah: Mein erstgeborener Sohn, der zu Beginn der Geschichte im Jahr 2018 zwölf Jahre alt war.
Cosmo: Mein zweitgeborener Sohn, der zu Beginn der Geschichte im Jahr 2018 zehn Jahre alt war.
Dani: Mein bester Freund aus Kindheitstagen. Gemeinsam wuchsen wir auf Ibiza auf, da auch seine Familie auf die Baleareninsel auswanderte. Nach einem Streit über geschäftliche Dinge schränkte sich unsere Freundschaft vor ca. 14 Jahren ein.
Cristobal: Meine rechte Hand in allen Nassau Group Belangen. Der General Manager des Nassau Beach Club.
Schiffsnamen
NIU Tribe: Natural International Union: Unser erster eigener Katamaran
PAZ: Unser zweiter Katamaran, mit dem wir unser Leben auf dem Schiff als Familie starteten. In weiterer Folge wird der Name PAZ oft wie ein weiblicher Vorname benutzt. Es kann vorkommen das von „ihr“ bzw. über „sie“ geschrieben wird.
Contigo: Unser Tender, mit auf Paz dabei, um von Ankerplätzen ans Ufer zu gelangen
Pazito: Der kleinere Tender der Kinder
Christian
Wie alles begann
Wenn ich heutzutage auf einem Schiff bin, frage ich mich oft, woher meine unendliche Leidenschaft für Boote und das Meer kommt bzw. wann diese begonnen hat. An einige Schlüsselmomente kann ich mich tatsächlich noch genauestens erinnern. Natürlich wurde ich durch das Aufwachsen auf einer Insel mit Booten groß, jedoch war ich bereits ein bootsbegeisterter Junge, bevor meine Familie mit mir nach Ibiza auswanderte.
Mein Vater war sicherlich der ausschlaggebende Antrieb und eine große Inspiration in Sachen Boot. Er war selbst ein begeisterter Schiffsliebhaber und besaß in den Jahren, in denen wir in München gelebt haben, ein Boot, welches am Gardasee lag. So wurde ich bereits als Kleinkind daran gewöhnt, beinahe jedes Wochenende auf dem Wasser zu verbringen. Mein Vater erinnert sich gern an die damaligen Anfänge meiner Schiffsleidenschaft. Er meint, dass ich wohl einen recht zufriedenen Eindruck auf dem Wasser gemacht habe, soweit das bei einem Kleinkind eben möglich ist, zu beurteilen.
Für mich gab es seit meiner Kindheit nur eine Leidenschaft: Boote. In meiner Jugend war mir nichts deutlicher als der Wunsch, Kapitän zu werden. Egal, wer mich fragte, die Antwort war immer dieselbe: „Ich werde Kapitän.“
Von morgens bis abends beschäftigte ich mich mit dem Thema und las ausschließlich Zeitschriften und Bücher über Segelreisen und technische Kniffe der unterschiedlichen Bootstypen.
Mein Vater versuchte oft, meine Vorstellung vom Kapitänsberuf realistisch zu gestalten, indem er mir aufzeigte, dass dieser Beruf nicht unbedingt so rosig war, wie ich es mir in meiner Fantasie stets ausmalte.
Als Kapitän würde man schließlich die gesamte Verantwortung über das Schiff tragen und zu jeder Zeit derjenige sein, der zuschaute, wenn die Gäste baden gingen und auf dem Schiff feierten.
Mein Vater riet mir stets, selbst eines Tages Bootseigner zu werden, um die Freude eines Bootsausfluges in vollen Zügen genießen zu können. Dass ich heutzutage tatsächlich Bootseigner bin, kann ich in manchen Momenten immer noch kaum fassen.
Wir hatten nie viel Geld, und als Kind erschien mir diese Möglichkeit schier unwirklich. Meine Eltern müssen hingegen schon damals ein unwahrscheinliches Vertrauen in meine Fähigkeiten gehabt haben, wofür ich ihnen sehr dankbar bin. Mir wurden nicht die Grenzen des Lebens aufgezeigt, sondern die Möglichkeiten. Ich lernte von klein auf, hart für meine Träume zu kämpfen und zu arbeiten, damit diese in Erfüllung gehen konnten.
Aus Erzählungen meiner Eltern und deren Freunden geht hervor, dass ich bereits als Kind am laufenden Band von Booten gesprochen habe. In jeder freien Minute fuhr ich mit dem Fahrrad an den Hafen und schaute nach neu angekommenen Schiffen. Mich faszinierten ihre Details – die technischen Feinheiten, die Bauweise und wer die Eigner waren. Diese Angewohnheit pflege ich noch heute. Zwar sind freie Minuten inzwischen rar, doch wann immer es die Zeit erlaubt, spaziere ich durch die Marina, beobachte neueste Entwicklungen im Schiffsbau und inspiziere neues Equipment. Besonders interessieren mich die Details, welche ich für vorteilhaft halte – Erkenntnisse, die ich sorgfältig sammle, um sie eines Tages in den Bau meines eigenen Bootes einfließen zu lassen.
Doch nicht nur auf Ibiza haben mich die Schiffe und ihre Eigner interessiert. Egal wo meine Familie mit mir hinfuhr, wenn sich ein Hafen in einer humanen Entfernung befand, mussten meine Eltern mit mir dorthin.
So auch an jenem Tag, an dem mein Vater und ich in Frankreich waren. Eine große, 127 Meter lange Yacht mit türkischer Flagge namens Savarona lag an der französischen Kaimauer. Insgesamt zählte ich 53 Messingbullaugen und war davon überzeugt, dass die Crew bei dieser Menge an zu polierendem Messing bestimmt täglich fluchte.
In diesem Moment beschloss ich, in der Zukunft niemals Messingbullaugen auf meinem Boot zu verwenden, denn das tägliche Geputze würde das Sauberhalten des Schiffes noch schwieriger gestalten, als es ohnehin schon war.
Bootsausflüge
Den Pensionsgästen meiner Eltern entging meine große Leidenschaft natürlich auch nicht. Infolgedessen kam ich oft in den Genuss, auf einen Tagesausflug mitgenommen zu werden. An solchen Tagen, freute ich mich wie ein Schneekönig, da die Gäste oft selber Kinder hatten, mit denen ich wunderbar gemeinsam spielen konnte. Mir wird noch heute gern erzählt, dass ich im Vergleich zu den anderen Kindern wahnsinnig interessiert und wissbegierig auf den Booten herumgelaufen bin. Gern antworteten mir die Erwachsenen mit einem Schmunzeln auf meine vielen Fachfragen.
In jungen Jahren erwachte in mir ebenfalls der Traum von einer Weltumsegelung. Natürlich war selbst mir Träumerle bewusst, dass dies nicht einfach umzusetzen sein würde, weshalb ich klein startete und jede Minute auf dem Wasser genoss.
Als ein Berliner Freund meiner Eltern Ibiza verlassen wollte verkaufte er sein Haus mit allem, was dazugehörte. Seinen Jetski hinterließ er meiner Familie, was mich damals zum glücklichsten Buben überhaupt machte.
Spielzeug fürs Wasser? – Perfekt!
Ich erinnere mich, dass mein Vater als Erster versuchte, mit dem Jetski zu fahren, um für meine Sicherheit zu garantieren. Doch das Modell des Jetskis, welches wir geschenkt bekommen hatten, war nicht mit den heutigen Modellen zu vergleichen. Um sich fortzubewegen, mussten zwei lange Bügel manuell im Stehen rauf und runter bewegt werden. Papi schaffte es zu meiner Belustigung gerade einmal ein paar Sekunden am Stück, auf dem Jetski stehenzubleiben, bevor er ins Wasser fiel. Ich lachte mich am Ufer kaputt und jauchzte vor Freude, als ich an der Reihe war. Wie so viele Sportarten lag mir auch das Jetskifahren, wie sich schnell zeigte. Ich schoss durch die Bucht, als hätte ich nie etwas anderes getan. Wie so viele Sportarten, lag mir wie sich zeigte auch die Fortbewegung mit dem Jetski. Ich schoss durch die Bucht, als hätte ich nie etwas anderes in meinem Leben getan. Doch das Vergnügen währte nicht lange. Genau wie sich das Thema „Boote“ durch mein Leben zog, begleitete mich auch ein gewisser Fluch von kaputten Fortbewegungsmittel. Der Jetski machte ständig Probleme und musste immer wieder aus dem Wasser geholt werden.
Noch heute scheint der Fluch zu unserer Familie zu gehören: Meine Kinder können mit unserem Jetski maximal einen Tag auf dem Wasser verbringen, bis etwas kaputtgeht.
Mein erstes Boot
Mein erstes eigenes Boot besaß ich mit ca. 11 Jahren. Gemeinsam mit meinem Kumpel Dani fand ich es im Sand versunken am Strand von Playa d’en Bossa. Wir spielten am Strand und entdeckten dabei eine aus dem Sand ragende Spitze. Wir waren sofort davon überzeugt, dass es sich um ein Boot handeln musste, und begannen schnell mit dem Graben. Die Aktion gestaltete sich schwieriger als gedacht, da der Sand das Schiff immer wieder nach unten zog. Als wir endlich so weit waren, dass eine Bootsschale zu erkennen war, half uns mein Vater und zog das Boot auf einem Anhänger zu uns nach Hause. Im Anschluss halfen meine Eltern mir liebevoll, das Boot mit den damals möglichen Mitteln herzurichten. Ich war unglaublich gerührt über die Tatsache, dass sie wieder einmal hinter meinem Traum standen.
Gemeinsam bauten wir Bretter in das Boot, die als Sitze dienten und befestigten einen alten 20 PS Außenborder am Heck.
Als ich das Boot nach einiger Zeit endlich zum Laufen gebracht hatte, schaffte ich es, ein einziges Mal nach Formentera zu fahren, bis der erste Schaden auftrat. Was soll man machen, der Fluch schlug zu …
Mein erster Segeltörn
Die erste Erfahrung mit einem großen Segelschiff machte ich gemeinsam mit meinem Vater, der mich auf eine Überführungsfahrt von Ibiza nach Frankreich mitnahm. Der Koch des Schiffes war ein sehr guter Freund meines Vaters, welcher den Kapitän um Erlaubnis gebeten hatte.
Nach der Zustimmung durften wir mit auf die 32 Meter lange Segelyacht „Garuda“, die damals größte je gebaute Swan.
Was für ein Erlebnis!
Nach dem Ablegen fing es bereits hinter Menorca an fürchterlich zu stürmen, sodass beinahe alle Anwesenden bei dem starken Wellengang seekrank wurden. Mir hingegen schien der Sturm jedoch nichts auszumachen. Ich lief über das Schiff, als wäre nichts von der Schräglage zu merken. (Mein Vater erzählt hierbei gern, dass ich wohl aussah wie ein Klabautermann, der über das Schiff sprang.)
Doch das war noch nicht alles. Im Gegensatz zu den anderen an Bord genoss ich es sogar, die Naturgewalten hautnah zu erleben. In diesem Moment wurde mir klar: Ich war dafür gemacht, auf Schiffen die Welt zu erkunden. Diese erste Bewährungsprobe bestärkte mich nur noch mehr in meinem Entschluss, Kapitän zu werden.
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Meine Faszination für Boote begann bereits in sehr jungen Jahren. Als Kind bestaunte ich die großen Schiffe im Hafen voller Neugier und Bewunderung. Mit etwa 13 Jahren wurde aus diesem Staunen eine echte Leidenschaft – nicht mehr nur ein flüchtiges Interesse, sondern der Wunsch, mehr über Boote zu erfahren und sie besser zu verstehen. Ich verschlang Bücher über Seefahrer und Abenteuer auf hoher See und war von morgens bis abends nur noch mit dem Thema Boot beschäftigt. Mitten in der Pubertät definierte ich bereits meinen Lebenstraum – ich möchte die Welt umsegeln.
Wie es eben so ist mit Lebensträumen, sind es die größten Ziele, die man sich setzt, und dadurch erweist sich der Weg dorthin oft als lang und voller Herausforderungen. Daher stammt wohl der Name: Lebens-Traum.
Wie sich mein Weg zu diesem Traum gestaltet hat und wie ich diesen nie aus den Augen verloren habe, teile ich in diesem Buch mit Ihnen. Das Buch ist eine inspirierende Geschichte über Leidenschaft, Beharrlichkeit und die Kraft der Träume, mit der ich Sie als Leser animieren möchte, Ihre Träume zu verfolgen, egal wie groß, unerreichbar oder verrückt sie scheinen mögen. Ein Lebenstraum kann jedem Menschen unglaubliche Energie spenden und selbst durch die schwierigsten Zeiten tragen.
Mit Leidenschaft etwas zu verfolgen, bedeutet gleichzeitig auch Leid zu erfahren. Ich bin der Überzeugung, dass jedes Ziel erreichbar ist, wenn man es festhält. Je ambitionierter dieses Ziel, desto größer sollte die Bereitschaft sein, Opfer zu bringen, Disziplin zu wahren und bei jeder Entscheidung, sei sie noch so banal, immer den Lebenstraum präsent vor Augen zu haben.
Um auf dem Weg dorthin nicht zu verbissen und frustriert zu werden, ist es ratsam, den Weg selbst zu genießen. Mir persönlich ist so einiges auf dem Weg passiert, und aufgrund der verrücktesten Umstände musste auch ich meinen Lebenstraum öfters neu definieren und anpassen. Manchmal aufgrund von äußeren Umständen, manchmal weil ich mir selbst im Weg stand. Wichtig ist es, auf jeden Fall, flexibel zu bleiben und niemals aufzugeben.
Ich widme dieses Buch meinen beiden Söhnen Noah und Cosmo. Es soll sie an die außergewöhnlichen Jahre ihrer Jugend erinnern und ihnen Mut geben, ihre eigenen Träume auf ihre Art zu verfolgen, aber vor allem zu leben.
Personenverzeichnis
Zum erleichterten Verständnis der nachfolgenden Geschichten meines Lebens werde ich eine kurze Erklärung der folgenden Personen (Namen) geben:
Mucki Braun: Meine wunderbar verrückte Mutter, der ich mein Leben und meine Erziehung verdanke. Sie ist und war immer eine große Inspiration für mich, meine Träume zu verwirklichen und waren diese noch so verrückt. Sie motivierte mich, das Leben in jedem Moment herauszufordern und sich nicht von dem, was andere sagen oder meinen, beeinflussen zu lassen.
Jochen Braun: Mein Vater, der mir stets die Liebe zu Booten näherbrachte und mir durch seine Verbindungen ermöglichte, als junger Mensch auf großartigen Yachten unterwegs zu sein.
Sil: Meiner lieben Sil begegnete ich mit 23 Jahren. Die Mutter meiner Kinder, ohne die ich das Unterfangen PAZ nicht geschafft hätte. 21 Jahre lang war sie meine Ehefrau und erschuf mit mir ein Leben für Träumer.
Noah: Mein erstgeborener Sohn, der zu Beginn der Geschichte im Jahr 2018 zwölf Jahre alt war.
Cosmo: Mein zweitgeborener Sohn, der zu Beginn der Geschichte im Jahr 2018 zehn Jahre alt war.
Dani: Mein bester Freund aus Kindheitstagen. Gemeinsam wuchsen wir auf Ibiza auf, da auch seine Familie auf die Baleareninsel auswanderte. Nach einem Streit über geschäftliche Dinge schränkte sich unsere Freundschaft vor ca. 14 Jahren ein.
Cristobal: Meine rechte Hand in allen Nassau Group Belangen. Der General Manager des Nassau Beach Club.
Schiffsnamen
NIU Tribe: Natural International Union: Unser erster eigener Katamaran
PAZ: Unser zweiter Katamaran, mit dem wir unser Leben auf dem Schiff als Familie starteten. In weiterer Folge wird der Name PAZ oft wie ein weiblicher Vorname benutzt. Es kann vorkommen das von „ihr“ bzw. über „sie“ geschrieben wird.
Contigo: Unser Tender, mit auf Paz dabei, um von Ankerplätzen ans Ufer zu gelangen
Pazito: Der kleinere Tender der Kinder
Christian
Wie alles begann
Wenn ich heutzutage auf einem Schiff bin, frage ich mich oft, woher meine unendliche Leidenschaft für Boote und das Meer kommt bzw. wann diese begonnen hat. An einige Schlüsselmomente kann ich mich tatsächlich noch genauestens erinnern. Natürlich wurde ich durch das Aufwachsen auf einer Insel mit Booten groß, jedoch war ich bereits ein bootsbegeisterter Junge, bevor meine Familie mit mir nach Ibiza auswanderte.
Mein Vater war sicherlich der ausschlaggebende Antrieb und eine große Inspiration in Sachen Boot. Er war selbst ein begeisterter Schiffsliebhaber und besaß in den Jahren, in denen wir in München gelebt haben, ein Boot, welches am Gardasee lag. So wurde ich bereits als Kleinkind daran gewöhnt, beinahe jedes Wochenende auf dem Wasser zu verbringen. Mein Vater erinnert sich gern an die damaligen Anfänge meiner Schiffsleidenschaft. Er meint, dass ich wohl einen recht zufriedenen Eindruck auf dem Wasser gemacht habe, soweit das bei einem Kleinkind eben möglich ist, zu beurteilen.
Für mich gab es seit meiner Kindheit nur eine Leidenschaft: Boote. In meiner Jugend war mir nichts deutlicher als der Wunsch, Kapitän zu werden. Egal, wer mich fragte, die Antwort war immer dieselbe: „Ich werde Kapitän.“
Von morgens bis abends beschäftigte ich mich mit dem Thema und las ausschließlich Zeitschriften und Bücher über Segelreisen und technische Kniffe der unterschiedlichen Bootstypen.
Mein Vater versuchte oft, meine Vorstellung vom Kapitänsberuf realistisch zu gestalten, indem er mir aufzeigte, dass dieser Beruf nicht unbedingt so rosig war, wie ich es mir in meiner Fantasie stets ausmalte.
Als Kapitän würde man schließlich die gesamte Verantwortung über das Schiff tragen und zu jeder Zeit derjenige sein, der zuschaute, wenn die Gäste baden gingen und auf dem Schiff feierten.
Mein Vater riet mir stets, selbst eines Tages Bootseigner zu werden, um die Freude eines Bootsausfluges in vollen Zügen genießen zu können. Dass ich heutzutage tatsächlich Bootseigner bin, kann ich in manchen Momenten immer noch kaum fassen.
Wir hatten nie viel Geld, und als Kind erschien mir diese Möglichkeit schier unwirklich. Meine Eltern müssen hingegen schon damals ein unwahrscheinliches Vertrauen in meine Fähigkeiten gehabt haben, wofür ich ihnen sehr dankbar bin. Mir wurden nicht die Grenzen des Lebens aufgezeigt, sondern die Möglichkeiten. Ich lernte von klein auf, hart für meine Träume zu kämpfen und zu arbeiten, damit diese in Erfüllung gehen konnten.
Aus Erzählungen meiner Eltern und deren Freunden geht hervor, dass ich bereits als Kind am laufenden Band von Booten gesprochen habe. In jeder freien Minute fuhr ich mit dem Fahrrad an den Hafen und schaute nach neu angekommenen Schiffen. Mich faszinierten ihre Details – die technischen Feinheiten, die Bauweise und wer die Eigner waren. Diese Angewohnheit pflege ich noch heute. Zwar sind freie Minuten inzwischen rar, doch wann immer es die Zeit erlaubt, spaziere ich durch die Marina, beobachte neueste Entwicklungen im Schiffsbau und inspiziere neues Equipment. Besonders interessieren mich die Details, welche ich für vorteilhaft halte – Erkenntnisse, die ich sorgfältig sammle, um sie eines Tages in den Bau meines eigenen Bootes einfließen zu lassen.
Doch nicht nur auf Ibiza haben mich die Schiffe und ihre Eigner interessiert. Egal wo meine Familie mit mir hinfuhr, wenn sich ein Hafen in einer humanen Entfernung befand, mussten meine Eltern mit mir dorthin.
So auch an jenem Tag, an dem mein Vater und ich in Frankreich waren. Eine große, 127 Meter lange Yacht mit türkischer Flagge namens Savarona lag an der französischen Kaimauer. Insgesamt zählte ich 53 Messingbullaugen und war davon überzeugt, dass die Crew bei dieser Menge an zu polierendem Messing bestimmt täglich fluchte.
In diesem Moment beschloss ich, in der Zukunft niemals Messingbullaugen auf meinem Boot zu verwenden, denn das tägliche Geputze würde das Sauberhalten des Schiffes noch schwieriger gestalten, als es ohnehin schon war.
Bootsausflüge
Den Pensionsgästen meiner Eltern entging meine große Leidenschaft natürlich auch nicht. Infolgedessen kam ich oft in den Genuss, auf einen Tagesausflug mitgenommen zu werden. An solchen Tagen, freute ich mich wie ein Schneekönig, da die Gäste oft selber Kinder hatten, mit denen ich wunderbar gemeinsam spielen konnte. Mir wird noch heute gern erzählt, dass ich im Vergleich zu den anderen Kindern wahnsinnig interessiert und wissbegierig auf den Booten herumgelaufen bin. Gern antworteten mir die Erwachsenen mit einem Schmunzeln auf meine vielen Fachfragen.
In jungen Jahren erwachte in mir ebenfalls der Traum von einer Weltumsegelung. Natürlich war selbst mir Träumerle bewusst, dass dies nicht einfach umzusetzen sein würde, weshalb ich klein startete und jede Minute auf dem Wasser genoss.
Als ein Berliner Freund meiner Eltern Ibiza verlassen wollte verkaufte er sein Haus mit allem, was dazugehörte. Seinen Jetski hinterließ er meiner Familie, was mich damals zum glücklichsten Buben überhaupt machte.
Spielzeug fürs Wasser? – Perfekt!
Ich erinnere mich, dass mein Vater als Erster versuchte, mit dem Jetski zu fahren, um für meine Sicherheit zu garantieren. Doch das Modell des Jetskis, welches wir geschenkt bekommen hatten, war nicht mit den heutigen Modellen zu vergleichen. Um sich fortzubewegen, mussten zwei lange Bügel manuell im Stehen rauf und runter bewegt werden. Papi schaffte es zu meiner Belustigung gerade einmal ein paar Sekunden am Stück, auf dem Jetski stehenzubleiben, bevor er ins Wasser fiel. Ich lachte mich am Ufer kaputt und jauchzte vor Freude, als ich an der Reihe war. Wie so viele Sportarten lag mir auch das Jetskifahren, wie sich schnell zeigte. Ich schoss durch die Bucht, als hätte ich nie etwas anderes getan. Wie so viele Sportarten, lag mir wie sich zeigte auch die Fortbewegung mit dem Jetski. Ich schoss durch die Bucht, als hätte ich nie etwas anderes in meinem Leben getan. Doch das Vergnügen währte nicht lange. Genau wie sich das Thema „Boote“ durch mein Leben zog, begleitete mich auch ein gewisser Fluch von kaputten Fortbewegungsmittel. Der Jetski machte ständig Probleme und musste immer wieder aus dem Wasser geholt werden.
Noch heute scheint der Fluch zu unserer Familie zu gehören: Meine Kinder können mit unserem Jetski maximal einen Tag auf dem Wasser verbringen, bis etwas kaputtgeht.
Mein erstes Boot
Mein erstes eigenes Boot besaß ich mit ca. 11 Jahren. Gemeinsam mit meinem Kumpel Dani fand ich es im Sand versunken am Strand von Playa d’en Bossa. Wir spielten am Strand und entdeckten dabei eine aus dem Sand ragende Spitze. Wir waren sofort davon überzeugt, dass es sich um ein Boot handeln musste, und begannen schnell mit dem Graben. Die Aktion gestaltete sich schwieriger als gedacht, da der Sand das Schiff immer wieder nach unten zog. Als wir endlich so weit waren, dass eine Bootsschale zu erkennen war, half uns mein Vater und zog das Boot auf einem Anhänger zu uns nach Hause. Im Anschluss halfen meine Eltern mir liebevoll, das Boot mit den damals möglichen Mitteln herzurichten. Ich war unglaublich gerührt über die Tatsache, dass sie wieder einmal hinter meinem Traum standen.
Gemeinsam bauten wir Bretter in das Boot, die als Sitze dienten und befestigten einen alten 20 PS Außenborder am Heck.
Als ich das Boot nach einiger Zeit endlich zum Laufen gebracht hatte, schaffte ich es, ein einziges Mal nach Formentera zu fahren, bis der erste Schaden auftrat. Was soll man machen, der Fluch schlug zu …
Mein erster Segeltörn
Die erste Erfahrung mit einem großen Segelschiff machte ich gemeinsam mit meinem Vater, der mich auf eine Überführungsfahrt von Ibiza nach Frankreich mitnahm. Der Koch des Schiffes war ein sehr guter Freund meines Vaters, welcher den Kapitän um Erlaubnis gebeten hatte.
Nach der Zustimmung durften wir mit auf die 32 Meter lange Segelyacht „Garuda“, die damals größte je gebaute Swan.
Was für ein Erlebnis!
Nach dem Ablegen fing es bereits hinter Menorca an fürchterlich zu stürmen, sodass beinahe alle Anwesenden bei dem starken Wellengang seekrank wurden. Mir hingegen schien der Sturm jedoch nichts auszumachen. Ich lief über das Schiff, als wäre nichts von der Schräglage zu merken. (Mein Vater erzählt hierbei gern, dass ich wohl aussah wie ein Klabautermann, der über das Schiff sprang.)
Doch das war noch nicht alles. Im Gegensatz zu den anderen an Bord genoss ich es sogar, die Naturgewalten hautnah zu erleben. In diesem Moment wurde mir klar: Ich war dafür gemacht, auf Schiffen die Welt zu erkunden. Diese erste Bewährungsprobe bestärkte mich nur noch mehr in meinem Entschluss, Kapitän zu werden.
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