Cover: Der gestresste Planet und der Mensch steht daneben

Der gestresste Planet und der Mensch steht daneben
Eine Zeitgeschichte im Jetzt


EUR 20,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 256
ISBN: 978-3-7116-1287-8
Erscheinungsdatum: 14.04.2026
Das Spannende, was fasziniert, ist die Natur, das Leben und das Universum. Ein anderer Blickwinkel zum Weltbild. Eine Zeitgeschichte, zum „Innehalten und etwas Nachdenken“. Der Klimawandel – mitbehandelt – hilft in diesem Buch, nicht böse überrascht zu werden.
Unser Weltbild und Weltanschauung


Wie schön es auf dieser Welt ist, haben schon viele Dichter beschrieben. Von vielen Gegenden und Ländern geschwärmt, und Sehnsuchtsorte haben ihre gesamte Vielfalt zum Träumen. Man kann sich kaum sattsehen an vielen Wundern der Natur.

Als Kind erforscht man seine Umwelt mit großem Staunen. Neugierig wird alles Neue, was man entdeckt hat, beobachtet, betastet und wahrgenommen. Eine Welt, die fasziniert. Ob Kleinkinder oder Jungtiere aller Art, schon allein, wenn man in ihre großen leuchtenden Augen sieht, erkennt man das Erstaunen und die Freude, das Herz geht auf. Die Neugier erwacht bei allem Neuen, was wir entdecken können. Je älter die Kleinen werden, gleichgültig ob Mensch oder Jungtiere, umso neugieriger werden sie, ihr Umfeld auf dieser Welt bzw. ihren Lebensraum weiter zu erforschen, mehr zu entdecken. Das machen sie mit Freude und großer Ausdauer.

Diese Neugier hält länger an und/oder kann sich bis zur Wissbegierde beim Menschen steigern. Wer sich seine Neugier behalten kann, scheint auf der positiven Seite seines Lebens zu stehen. Wer wissbegierig wird, entwickelt ein stärkeres Interesse bis zum Wissensdrang.

Als wir zum ersten Mal die Fotos von unserer Erde von der NASA betrachten konnten, wurde vielen Menschen regelrecht bewusst, auf welchem wunderschönen Planeten wir eigentlich leben. Vielen Menschen erschloss sich durch diesen neuen Blickwinkel, vom Weltall aus auf unsere Erde, auch die Erkenntnis zum Lebenswunder selbst.

Nur nach der kindlichen Phase, zur Erwachsenen-Phase, verteilt sich die Neugier auf andere Interessen. Bis sprichwörtlich: „der Mensch verliert seine Neugier.“ Der Ernst des Lebens beginnt. Der Fokus richtet sich auf andere Interessen, Belange, plus auf den alltäglichen Bereich von Beruf/Familie und Überleben. Für die Natur verbleiben das Wochenende und der Urlaub.

Während sich Dichter und Denker der Muße hingeben können und sich selbst als Seiender zu fühlen, hat der einfache Bürger neben mühevoller Arbeit andere Sorgen. Nicht umsonst wurde die Muße in der Antike mit ihren charakterbildenden und kreativen Möglichkeiten für wertvoll gehalten. Aus der Antike kennen wir auch viele philosophische Betrachtungsweisen und große Leistungen im Kunstbereich, Geschichtsbeschreibungen, Literatur und Wissenschaft, letztere auch nicht unbedeutend für die Astronomie waren. Unserem Himmel wurde vieles angedichtet, manches hineininterpretiert. Aberglaube und Furcht wurden gesät, aber auch ausgenutzt.

Allerdings, im weitesten Sinn scheint doch mehr das materielle Streben in uns verwurzelt zu sein. Kauf und Besitz von allerlei wertvollen Dingen und Gütern ist die Voraussetzung für den Weg zum Erfolg, Glück und vor allen Dingen „Sinn im Leben“. Gleichzeitig auch zum Statussymbol gehören PS-Stärke sowie allerlei vorzeigeträchtige Dinge. Alles verständlich, das soll auch an dieser Stelle nicht negativ verstanden werden.

Dieses Weltbild schien mir aber bereits ab dem Geschichtsunterricht in der Schule irgendwie nicht so richtig erfassbar, wenn ich meiner Freizeit nachging. Irgendetwas störte mich, es schien nicht so richtig zur Realität zu passen. Wenn ich mich in der Natur bewegte, schien mir vieles einleuchtend zu sein. Allerdings dem Leser der Hinweis: Mein Aufwachsen nach dem 2. Weltkrieg wurde im weiten Sinn auch noch in Teilen von der alten Garde, verbliebener „Hitler-Getreuen“ und „Nazi-Anhängern“ mitgeprägt. Verbunden mit altem Drill und deutschen Tugenden. Versteckte Töne, hin und wieder kleine Äußerungen zu Pflichten. Aber auch manche forschen Nazisprüche zum allgemeinen Leben, zur Familie, bis zur Familienplanung und zur Arbeit selbst. Sowie identische Worte, auch Meinungen, die mir heute wieder vernehmbar entgegenhallen. Oder was ein deutscher Junge für Pflichten habe. Teils auch versteckte Fetzen zum jüdischen Bereich. Aber ansonsten, keiner wusste angeblich von den Gräueltaten des Zweiten Weltkrieges, was die Deutschen angerichtet hatten. Es herrschte großes Schweigen zum gesamten Ablauf. Auch als Jugendlicher bekam ich keinerlei Hinweise auf meine Nachfragen, oder mit der Antwort verbunden: „Das verstehst du noch nicht.“ Ganz langsam, Stück für Stück, rutschte meiner Mutter mal was ab und zu raus. Mein Vater war leider kurz nach der Entlassung aus der Gefangenschaft verstorben.

Was mich störte, war, dass mein Religionslehrer (Ortspfarrer) selbst den Krieg für legitim hielt. Ich hatte daraufhin meine Kommunion verweigert. Auch in meiner Lehre schnappte ich hin und wieder Bruchstücke vom 2. Weltkrieg auf. Die Deportationen oder Verschleppung oder gar die Massentötungen, davon hatte immer „niemand“ auch nur das Kleinste gewusst. Als ich mit 19 Jahren mit meiner ersten Freundin mit dem Motorroller in der Schweiz eine Panne auf offener Landstraße hatte, half uns ein Schweizer und lud uns anschließend zu sich nach Hause ein. Im Verlauf kam nach ein paar Minuten im Gespräch allerdings eine sehr überraschende Ansage an uns. Kurztext: „Dass wir Deutschen allerdings große Schuld auf uns geladen hätten, mit den Massenmorden in den Konzentrationslagern und dem 2. Weltkrieg.“

Wir waren zuerst sprachlos ob dieser Ansprache. Ich rang nach Antwort und erwiderte zurück: „Dass wir beide, in unserem Alter, in diesem Fall der falsche Ansprechpartner sind. Wir haben diesen Krieg nicht zu verantworten, da wir beide erst in den Kriegswirren geboren und nicht Soldaten und oder dabei waren.“ Ich setzte hinzu, dass generell zwar immer in kriegerischen Auseinandersetzungen von den „Deutschen“, den „Franzosen“, den „Amerikanern“ und so weiter gesprochen wird. Aber wer befiehlt denn so einen Krieg? Es sind doch immer die, die an der Macht in dem Lande sind.

Letztendlich … ich habe mich später allerdings lange geschämt ob dieses Vergehens an Menschen. Die Aufarbeitung dieser Taten dauerte sehr lange bei uns in Deutschland. Erst in den 90er-Jahren kam das ganze Geschehen langsam, deutlich und unverblümt ans Tageslicht. Letztendlich sind kriegerische Auseinandersetzungen, egal zu welcher Zeit, in welchem Land, die grässlichste Seite der Spezies „Mensch“. Derartige Auseinandersetzungen bringen nicht nur Tod, viel Leid, Zerstörung und Sinnlosigkeiten nebst vielen Rückschlägen in die Welt. Leider lernt der Mensch kaum daraus. Derartiges ist auch ein großer Stachel in unserer Weltanschauung mit viel Wenn und Aber zu manchem verklärten Weltbild.

Unser Weltbilddenken ist allerdings in vielen Ländern der Welt unterschiedlichster Art. Wie auch in vielen Köpfen. Denken Sie nur an Afghanistan, Iran, China oder den Nahen Osten, vereinzelt auch bei einigen Naturvölkern. Letztendlich geht es aber nicht um die unterschiedliche Sichtweise, sondern um das Erkennen in diesem Buch, warum wir auf einem Himmelskörper leben, mit allen Folgen heute, wie leichtsinnig und gedankenlos wir unseren Planeten nebst zahlreichen Leben zerstören. Andere machen sich ihr Weltbild selbst. Das „reale“ ist uns allerdings von der Natur gegeben. Nur die Gier nach Geld, Gold, Macht und Reichtum ist ihr Weltbild, da können sie gestalten. In der Jetztzeit spielen Handy und Co., künstliches Weltbild, nebst zahllosen Fakes, eine weitere Rolle.

Die Geschichte gehört zum Leben des Menschen dazu, wie auch die einzelnen Epochen der Größe seines Schaffens, der Entwicklungen von Kunst, Wissen, Errungenschaften, Größe, zahlreicher Schlachten und Kultur, aber auch zu unserem Weltbildverständnis.

Der Mensch beschäftigt sich einerseits seit Jahrtausenden beim Anblick des nächtlichen Sternenhimmels mit zahllosen Fragen, was dort eigentlich „nicht nur ist, sondern auch mit dem „Warum“. Heute wissen wir dank weltweiter Forschung erstaunlich mehr. Nur warum wir so schändlich mit unserem Planeten umgehen und mit Menschenleben bei zahllosen Kriegen, aber auch im allgemeinen Umfeld, das ist eine andere große Frage.

In der Antike und besonders im Mittelalter oblag der Bereich „Himmel“, die frühe Erforschung des Sternenhimmels und alles, was über diesem war, nebst den damals bekannten Himmelskörpern wie Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn, ausschließlich der mächtigen Kirche. Sie bestimmte, „was ihrer Lehre entsprach“, dort oben geschieht, und sie war die einzige Institution, die in diesem Bereich Forschung und Lehre betrieb. Die Kirche war zuständig „für ihr Weltbild“ nebst Himmel. Das indoktrinierte sie allen Menschen.

Quelle: Scott, Vortragsreihe: Unser Universum 1976

Die Erde war der Mittelpunkt der Welt (geozentrisches Weltbild). Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn drehen sich um die ERDE. Über dem Mond begann das Göttliche. Wer dem widersprach, hatte nicht nur den Kerker zu befürchten, sondern auch Tod und Folter.

Es bleibt nicht aus, sich auch mit der Geschichte allgemein zu befassen, wenn man Zusammenhänge vom Universum zur Erde, zum Leben und dessen Entstehung verdeutlichen möchte, plus den heute gewachsenen Erkenntnissen. Wir Menschen bleiben ja nicht in einer Epoche stehen. Unsere Erkenntnisse wachsen mit unserem Wissen ständig weiter an.

Unser Weltbild begann den Beobachtungen entsprechend. In Teilen auch geprägt durch Philosophie und Religionen, verbunden mit Aberglauben, Ängsten, auch mystischen Vorstellungen, letztendlich noch bis heute. Zunächst wurde ein Weltbild, wie man es mit bloßem Auge betrachten konnte, postuliert – nebst den Eigeninteressen für die Machtausübung – von langer Dauer. Dieses hielt nahezu bis vor 500 Jahren an und hatte über 1.400 Jahre lang seine feste Bedeutung. Wenn da nicht Galilei und Kopernikus dem sogenannten geozentrischen Weltbild widersprochen hätten.

Das „heliozentrische Weltbild“ von Kopernikus (1473–1543). Er widersprach der Kirche (1510) plus mit seinem Buch von (1543).

„Die SONNE, ist der Mittelpunkt. Nicht die Erde. Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter und Saturn drehen sich um die Sonne.“

Übrigens, die Kirche lehnte das heliozentrische Weltbild bis 1757 ab.

Galileo Galilei, italienischer Universalgelehrter (1564–1642), auch er war überzeugt, dass die Erde nicht der Mittelpunkt der Welt sei, sondern ein Planet, der sich um die Sonne dreht. Im Juni 1633 wurde Galilei nach langjährigen Auseinandersetzungen mit der kath. Kirche gezwungen, „seinen Irrlehren“, wie es die Kirche formulierte, unter Androhung von Folter und Tod abzuschwören.

Keplers Weltbild (er baute sich 1611 sein Fernrohr selbst.)

„Die Sonne im Mittelpunkt der Planeten, und die Sonne dreht sich um sich selbst. Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter und Saturn drehen sich um die Sonne. Der Planet Jupiter wird von Monden umkreist. Die Sterne sind unterschiedlich weit entfernt. Die Bewegung der Sterne kommt wegen der Drehung der Erde zustande. Kometen können das gesamte Planetensystem durchqueren.“

Übrigens, das erste Fernglas wurde 1608 in den Niederlanden gebaut. Erste Teleskope 1609 in Paris. Ab 1770 erste lichtstarke Teleskope.

Unser heutiges Weltbild, durch Edwin Hubble (1889–1953) und Alexander Friedmann (1888–1925)
„Unsere acht Planeten, erweitert durch Uranus und Neptun, in unserem Sonnensystem. Zahllose Asteroiden und Zwergplaneten bis noch nicht entdeckte weitere Planeten beim Kuipergürtel. Die meisten Asteroiden im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. 92 Monde um Jupiter, 62 Monde um Saturn, 2 Monde um Mars, 27 Monde um Uranus und 14 Monde um Neptun. Kometen kommen aus dem Kuipergürtel, teils auch von außerhalb unseres Sonnensystems.

Hinweis: „Dem kleinsten „Pluto“ wurde leider der Planetenstatus aberkannt.“

Nochmals zurückkommend auf Kopernikus. So ganz „neu“ war seine These, dass die Sonne der Mittelpunkt ist, allerdings nicht. Aristarch(os) von Samos, Astronom (310 vor Christus geboren), vertrat bereits in der Antike die Meinung, dass sich die Erde um die Sonne dreht.

Der lang andauernde Wechsel, die Erde wieder in den Mittelpunkt der Welt zu stellen, lag auch an Aristoteles, griechischer Universalgelehrter (384 vor Christus), und seinem Dogma. Letzteres prägte das geozentrische Weltbild weiter, besonders bei der Kirche hartnäckig bis 1757.

Sie bemerken? Unser heutiges Wissen über unser Universum, in der heute bekannten Größenordnung, ist bei Weitem noch nicht so alt wie die ersten Erkundungen mühsamer Beobachtungen, der langen Zeit ab dem babylonischen Weltbild zur Antike und Mittelalter.

Erst der technische Fortschritt, der Einsatz weltweiter Forschungen und zahlreicher Teleskope, bis Riesenteleskope, Radioteleskope und neue Infrarot-Teleskope, erbrachten besonders in den letzten 30 Jahren nahezu explosionsartig mehr Wissen über unser Universum, unsere Erde und die gesamte Natur. Heute, nach über 50 Jahren mit der Befassung von Biologie, Astronomie und Physik, hatte ich im Jahr 2000 einen Freudenschrei in meiner Kehle, als ich von der Entdeckung des ersten Exoplaneten von 1995 erfuhr. 10 Jahre später wurde die Gewissheit wesentlich genauer und überwältigend.

Zu Beginn meiner ersten Schritte in Astronomie, den ersten Jahren ab 1958 bis heute, war im Bereich unseres Weltbildes bezüglich „Universum“ noch kein Ansatz zu möglichen anderen Exoplaneten (erdähnlichen Planeten) rein wissenschaftlicher Disziplinen zu finden. Ein Nachweis fehlte. In unserem Weltbild war fest verankert: „Wir sind die einzige Intelligenz“, unser Planet ist einzig, auch ein besonders seltener Zufall, dass sich hier überhaupt Leben bilden konnte. Zu einer derartigen Vielfalt von Leben benötigt es mehrere Zufälle gleichzeitig, dass so etwas überhaupt passiert. Vor allen Dingen der richtige Abstand zur Sonne. Sind wir dichter an der Sonne, ist es zu heiß (ähnlich der Venus), zu weit weg (damals weiter als Mars), wäre es zu kalt. Hinzukommen muss Wasser, ein wesentlicher Faktor für Leben, natürlich eine Atmosphäre, nebst tausenden anderen Bedingungen. In puncto „Mars“ geisterten zwar einige Vermutungen herum, wegen dieser seltsamen Linien auf dem Mars, die aussahen wie mögliche Flussläufe. Aber das war damals Theorie und noch nicht bewiesen. Ohne sicheren Nachweis gibt es für die Wissenschaft auch keine Tatsachen. Zumindest waren ganz andere Streitfragen in puncto Physik ein Schwerpunkt, der fast die Astronomie in zwei Richtungen getrieben hätte.

Ich war immer auf der Suche nach dem „Warum?“ Meine Neugier stets ungebrochen und je mehr Fragen auftauchten, umso mehr musste ich wissen. Was mich besonders störte, war dieses Festgefahrene, dieser Punkt „Wir sind einzig“. Und das in einem riesigen Universum mit Abermilliarden von Sonnen, plus der Tatsache dazu, dass es ja noch weitere Abermilliarden von Galaxien, ähnlich unserer Galaxie, gibt, wo sich weitere Milliarden von Sonnen tummeln. Und da … „das war nicht nur eine Kernfrage von mir“, sollen wir mit unserem Planeten die Einzigen in diesem unermesslich riesigen Universum sein? Dieser Anspruch, diese Meinung, dieses festgefahrene Bild war für mich nicht denkbar. Ein Ding der Unmöglichkeit, auch in meiner Logik verstehend.

Da kam nicht nur so eine kleine rebellische Ader in mir hoch, sondern dieses „Warum“. Auch eine Wissenschaft müsste doch offen sein für einen möglichen anderen Blick? Es wäre keine Wissenschaft. Hier zählen gesicherte Erkenntnisse. Für mich ging die Suche weiter. Eines blieb aber weiter bestehen in meiner Meinung. Was sollen dann diese zahllosen Sonnen im Universum? Diese ohne Planeten? Für mich damals: „Das kann nicht sein.“ Da muss es auch Planeten geben. Nachfolgendes gehört natürlich auch dazu: Entdecken Sie mal im Stockdunkeln ein „Etwas“, das nicht leuchtet wie eine Sonne.

Diese Meinung vertrat ich rund drei Jahre später in einem kleinen Kreis erneut. Ich wurde wie das 7. Weltwunder angestarrt und ausgelacht. Na, so ähnlich nach dem Motto: „Der hat was an der Waffel.“ Meine Meinung änderte sich aber nicht.

Mein Wechsel nach Freiburg war nicht nur beruflich ein Glücksfall. Im Freiburger Kreis, unserer Diskussionsrunde mit klugen Köpfen, teils in der Welt weit gereisten Forschern, mit unserer Thematik „Weltbild“, waren diese Diskussionen offen auch für andere Ansichten. Sie zeigten auch Parallelen anderer Völker auf, mit anderen Weisheiten, Religionen und Denkweisen.

Die späteren ersten Versuche der Menschheit, mit kleinen Schritten uns auch außerhalb unserer Erde in den Weltraum zu wagen; der Wettlauf zwischen Russland und Amerika, vom 20. Juli 1969, erste Mondlandung von Neil Armstrong, leiteten zahllose weitere Forschungen weltweit ein, nebst nahezu explosionsartig ansteigendem Wissen bis heute.

Sie können sich sicher meinen Freudenschrei vorstellen, als ich von der ersten Entdeckung eines Exoplaneten erfuhr. Mayor und Queloz entdeckten 1995 den ersten Exoplaneten (erdähnliche Planeten), 51 Lichtjahre weit von uns entfernt. Das löste weltweit weitere Entdeckungen aus. Heute werden nahezu täglich Exoplaneten entdeckt. Stand 2022 wurden über 5.000 Exoplaneten entdeckt. Stand 2023 über 5.500. Ende 2024 über 7.000 Exoplaneten.

Das Auslachen von mir damals: längst vergessen. Auch Mayor wurde nach der Entdeckung des ersten Exoplaneten und seiner Veröffentlichung ebenfalls äußerst ungläubig angestarrt, leicht belächelt, teils gemieden, im Sinn etwa: „Na, da ist wohl was schiefgelaufen bei der Beobachtung?“

Wesentlich aber, wenn unser Planet so „einzig“ bis heute immer noch angesehen wird in unserem Verständnis zum Weltbild. So müssten wir uns eigentlich vergegenwärtigen: „Dieser unser Lebensraum ist der alleinige!“ Einen zweiten Lebensraum aufzusuchen, gibt es für uns nach den heute genutzten Antriebsmöglichkeiten unserer Raketen und den riesigen Entfernungen nicht. Einen Ersatzraum für derzeit über acht Milliarden Menschen auf dieser Erde haben wir zum derzeitigen Zeitpunkt – und auch in weiter Ferne – trotz mancher Vorstellungen und Höhenflüge nicht. Ob wir überhaupt in naher oder längerer Zukunft eine 2. Erde besiedeln könnten? Letzteres wird tatsächlich ernsthaft in Erwägung gezogen. Das scheitert zum jetzigen Zeitpunkt nicht nur an den derzeit verfügbaren, zu langsamen Antriebssystemen, aber wesentlich an den Weiten des Weltalls. Und an der Psyche des Menschen, wenn er in einem Raumschiff „Jahrzehnte“ selbst zu einem nahen Planeten reisen wollte oder müsste.

Solange wir selbst auf dieser Erde nicht in Frieden miteinander leben können, diesen Planeten ausplündern, vermüllen; zahllose Menschen in Hunger und Armut leben, da wollen wir ernsthaft andere Planeten besiedeln?

Wir haben seit Jahrzehnten in einigen Ländern ein riesiges Ernährungsproblem von Millionen Menschen. Wir plündern unsere Erde aus, holzen zahlreiche Wälder kahl. Wir vermüllen unseren Planeten, unsere Weltmeere mit Tonnen von Plastik. Mit zahllosen Chemikalien verdrecken wir unsere Böden. Unser Klimawandel zeigt uns sehr ernsthafte Tendenzen seit Jahren auf. Einige Regionen auf unserem Planeten sind nicht nur bei unserem Gequatsche „es ist fünf vor zwölf“ angekommen, nein, bei denen ist es bereits fünf nach zwölf. Aber all das scheint bei uns, trotz langjähriger Warnungen zahlreicher Wissenschaftler, immer noch nicht angekommen zu sein.
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