Der ewige Kampf ums Überleben

Der ewige Kampf ums Überleben

Yvonne Küttel


EUR 31,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 404
ISBN: 978-3-99131-504-9
Erscheinungsdatum: 16.01.2023
Autobiografie einer jungen Frau mit diversen psychischen Erkrankungen, von Alkohol-, Drogen- und Medikamentensucht über Halluzinationen, Schizophrenie, Borderline, Bulimie, Depression bis hin zur Suizidalität. Mit Interview und Hilfsblättern im Anhang.
Über die Autorin

Yvonne Küttel wurde 1989 in der Schweiz geboren. Nach mehreren Aufenthalten in diversen psychiatrischen Kliniken und verschiedenen ambulanten Therapien erhielt sie die folgenden Diagnosen:

- emotional-instabile Persönlichkeitsstörung
- Borderlinesyndrom
- posttraumatische Belastungsstörung
- Abhängigkeitssyndrom durch multiplen Substanzgebrauch
- Bulimia nervosa
- Anorexia nervosa
- dissoziative Störung (Konversionsstörung)
- klinische Hyperventilationsepisode
- Depersonalisationsstörungen
- Schizophrenie/Halluzinationen

***

Du willst, dass es aufhört;
willst, dass es geht;
hast das Gefühl, dass alles steht;
spürst nur die Angst, die kriecht empor;
dein Kopf ganz heiß, scheinst alles verlor’n,
was du je gelesen und gelernt;
die Weischeit hat sich scheinbar entfernt;
zurück bleibt nur ein tiefes Loch.

„Fall nicht hinein und halte dich,
so gut es geht, ganz fest am Rand,
denn wenn du rutschst,
hält dich keine Hand.“

Das denkst du, doch die Wahrheit ist,
ganz unten erwartet dich Sonnenlicht,
wenn du den Mut hast, loszulassen,
dich einfach fallen zu lassen –
ins Leben, das wie ein Bächlein fließt,
es will doch nur, dass du es genießt
und tust, was dich wirklich glücklich macht.

Du schaffst es, hast den Mut und die Kraft!
Glaub an dich, so vieles steckt in dir,
Gott lebt durch dich, im Jetzt und Hier!

***

Einleitung

Psychische Krankheiten sind häufig: Gemäß dem neuen Weltgesundheitsbericht der WHO erkrankten über 25 % der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens an einer schweren psychischen Störung (Lebenszeitprävalenz), und rund 10 % der Bevölkerung leiden zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer psychischen Erkrankung (Punktprävalenz). Viele Menschen wenden sich bei Beschwerden als Erstes an ihren Hausarzt. Vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass psychische Erkrankungen vom behandelnden Arzt oft nicht erkannt werden: So leidet rund ein Drittel der Patienten und Patientinnen in Allgemeinpraxen an einer oder mehreren behandlungsbedürftigen psychischen Störungen, aber bei nur etwa einem Viertel aller Patienten und Patientinnen (24 %) werden diese vom Arzt auch als solche diagnostiziert.

Psychische Störungen sind keineswegs „harmloser“ als körperliche Erkrankungen, sie haben erhebliche behindernde Konsequenzen für die davon betroffenen Personen und ökonomische Folgen für die Gesellschaft, wie eine gemeinsame Studie der WHO, der Weltbank und der Harvard Universität zeigt. Was die Behinderung und Beeinträchtigung der Lebensqualität betrifft, stehen psychische Störungen (inklusive Suizid) nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen an zweiter Stelle einer Rangfolge verschiedener Krankheiten. Zählt man die Folgen von Alkohol- und Drogenmissbrauch hinzu, würden psychische Störungen sogar deutlich den Spitzenrang einnehmen.


Wie erleben wir Gefühle?

Wir erleben häufig intensive negative Gefühle, auch positive Gefühle sind stark.


Warum ist es wichtig, Gefühle zu steuern?

Gefühle steuern zu können, ist wichtig, um schwierige Situationen besser zu bewältigen und ein ausgeglichenes Verhältnis zu dir selbst zu entwickeln.

Borderline-Patientinnen haben oft Probleme, Gefühle zu steuern.

Gefühle sind sinnvoll und wichtig …

… um sich lebendig und wirklich zu fühlen.
… um sich rasch in der Welt zu orientieren.
… um Informationen aus der Umgebung schnell und automatisch zu verarbeiten und entsprechend zu handeln.
… um andere Menschen zu interpretieren, das heißt, deren Motive und Absichten zu erkennen.
… um sich als Individuum vor schwierigen, gefährlichen oder unangenehmen Situationen zu schützen.
… um zielgerichtetes Handeln zu ermöglichen.
… um in einem sozialen Netz eingebunden zu bleiben.
… um mit einem Gegenüber in liebevoller Resonanz zu schwingen.

Und vieles anderes mehr …


Emotionen

Je intensiver eine Emotion ist, desto „wirklicher“ erscheint sie uns.


Emotionales Netzwerk

Wahrnehmung Emotionen Physiologie

Handlung Motorik

Gedanken
Gefühle
Verhalten


Kognition (Denken)

Unser Denken schaltet sich synchron zu unseren Gefühlen. Erinnerungen, die mit Gefühlen zusammenhängen, werden wachgerufen.

Je stärker die Emotion ist, desto eingeengter wird das Denken.


Physiologie

Je stärker die Emotion, desto heftiger reagiert der Körper.

- Herzrasen
- schnelle Atmung
- schwitzen
- Magendrücken
- Enge im Hals


Motorik

Unbewusst steuern Emotionen auch unsere Muskeln.

Wir nehmen eine Körperhaltung ein, die der jeweiligen Emotion entspricht, zum Beispiel:

- Aufrichten
- Fäuste ballen
- Kinn nach vorn strecken


Handlung

Wir planen oder zeigen Reaktionen, die der jeweiligen Emotion entsprechen.
- Wenn wir wütend sind, wollen wir angreifen oder uns beschweren oder losheulen.
- Wenn wir stolz sind, wollen wir uns aufrichten und dafür sorgen, dass irgendjemand sieht oder erfährt, was wir Tolles gemacht haben.

Aber:

- Es steht uns frei, in unserem Tun der jeweiligen Emotion nachzugeben oder bewusst anders zu handeln.
- bewusst anders handeln: in der Situation bleiben

der Emotion nachgeben: fliehen

(bei Angst)


Wahrnehmung

Die Wahrnehmung steuert sowohl die Stärke (die Intensität) als auch den Charakter der Emotion.

- Wenn du zum Beispiel einen bissigen Hund siehst, bekommst du Angst. Zeigt dir der Besitzer einen Vogel, fühlst du Wut.

***

Kurzerklärung meiner Diagnosen


Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung

Bei der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung handelt es sich um eine „Persönlichkeitsstörung mit deutlicher Tendenz, Impulse ohne Berücksichtigung von Konsequenzen auszuagieren, verbunden mit unvorhersehbarer und launenhafter Stimmung. Es besteht eine Neigung zu emotionalen Ausbrüchen und eine Unfähigkeit, impulshaftes Verhalten zu kontrollieren. Ferner besteht eine Tendenz zu streitsüchtigem Verhalten und zu Konflikten mit anderen, insbesondere wenn impulsive Handlungen durchkreuzt oder behindert werden.“ Quelle Wikipedia


Was ist Borderline?

Eine Borderline-Persönlichkeitsstörung oder eine sog. emotional instabile Persönlichkeitsstörung ist die Bezeichnung für eine Persönlichkeitsstörung, die durch Impulsivität und Instabilität in Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen, Stimmungen und das Selbstbild gekennzeichnet ist. Bei dieser Störung sind bestimmte Vorgänge in den Bereichen Gefühle, Denken und Handeln beeinträchtigt. Dies wirkt sich durch „negative“ und teilweise paradox wirkende Verhaltensweisen in zwischenmenschlichen Beziehungen sowie gegenüber sich selbst aus. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung wird häufig von weiteren Belastungen begleitet (hohe Komorbidität), darunter Depressionen sowie Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

Beispiele

- Der Betroffene will nicht allein sein, will Trennung vermeiden, koste es, was es wolle.
- Zwischenmenschliche Beziehungen sind zwar intensiv, aber auch sehr instabil; Hass und Liebe wechseln sich häufig ab.
- Der Betroffene hat eine gestörte Identität. Er hat eine gestörte Selbstwahrnehmung.
- Der Betroffene ist sehr impulsiv. Er lebt oft ohne Rücksicht auf Verluste.
- Der Betroffene ist auffällig unausgeglichen und instabil. Häufig sind auch Angst und Reizbarkeit oder depressive Stimmungen zu bemerken; diese Stimmungen sind jedoch nur kurz vorhanden.
- Der Betroffene fühlt sich leer und ihm ist langweilig.
- Der Betroffene kann seine starke Wut nicht unterdrücken.
- Der Betroffene misstraut phasenweise jedem; in Krisen schaltet er komplett ab. Er erlebt sich selbst als fremd und verändert.

Borderliner sind nicht in der Lage, allein zu sein.
Diese Angst vor dem Alleinsein kann schon durch kleinste Anlässe ausgelöst werden, zum Beispiel wenn ein Anruf zu spät kommt oder eine Verabredung abgesagt wird.


Posttraumatische Belastungsstörung

Eine posttraumatische Belastungsstörung ist eine psychische Erkrankung. Ihr gehen definitionsgemäß ein oder mehrere belastende Ereignisse von außergewöhnlichem Umfang oder katastrophalem Ausmaß (psychisches Trauma) voran. Dabei muss die Bedrohung nicht unbedingt die eigene Person betreffen, sondern sie kann auch bei anderen erlebt werden (z. B. als Zeuge eines Unfalls oder einer Gewalttat). Die posttraumatische Belastungsstörung tritt in der Regel innerhalb eines halben Jahres nach dem traumatischen Ereignis auf und geht mit unterschiedlichen psychischen und psychosomatischen Symptomen einher. Häufig kommt es durch das traumatische Erleben zu einem Gefühl der Hilflosigkeit sowie zu einer Erschütterung des Ich- und Weltverständnisses.


Abhängigkeitssyndrom durch psychotrope Substanzen

Ein Abhängigkeitssyndrom durch psychotrope Substanzen (umgangssprachlich: Drogenabhängigkeit, Drogensucht, Drogenmissbrauch) bezeichnet eine Gruppe von Störungen der Psyche und des Verhaltens aufgrund wiederholter Einnahme psychotroper Substanzen. Typisch ist ein starkes, periodisch oder dauerhaft auftretendes Substanzverlangen, eine fortschreitende Vernachlässigung anderer Verpflichtungen oder Aktivitäten sowie teilweise Kontrollverlust und zwanghafter Substanzkonsum. Substanzabhängig unterschiedlich stark ausgeprägt, kommt es dabei meist zur Toleranzerhöhung und körperlichen und psychischen Entzugserscheinungen. Da alle Substanzen innerhalb einer sozialen Struktur eingenommen werden, ist die Abhängigkeit im Kontext komplexer Wechselwirkungen seelischer, sozialer und körperlicher Prozesse zu betrachten.


Multipler Substanzgebrauch

Multipler Substanzgebrauch, umgangssprachlich auch Mischkonsum genannt, ist eine Form des Drogenkonsums, bei der zwei oder mehr psychotrope Substanzen involviert sind.
Gründe für multiplen Substanzgebrauch können vielschichtig sein. Zum einen kann der Gebrauch einer bestimmten Droge spontan „Lust“ auf weitere Substanzen machen, zum anderen findet aber auch gezielter Mischkonsum statt, in der Hoffnung, eine besondere Wirkung zu erzielen. Für manche Kombinationen haben sich unter Konsumenten daher eigene Begriffe entwickelt, so beispielsweise für den gleichzeitigen Konsum von MDMA und LSD, der als Candyflip bezeichnet wird, oder die Kombination aus Kokain und Heroin, die den Namen Speedball trägt.

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