Geschichte & Biografie

Bin Skorpion, Krebs unerwünscht

Elfi Frühwirth

Bin Skorpion, Krebs unerwünscht

Eine wahre Geschichte

Leseprobe:

Bin Skorpion, Krebs nicht erwünscht



Ich liege am Boden mit nacktem Oberkörper, dunkelblauer Jeans und schwarzen Schuhen. Mein Kopf ist schwer, ich sehe die große Gestalt des Arztes in dem dunklen Raum zu mir eilen und noch eine Gestalt. Ich weiß nichts mehr, kann mich nur mehr an das Wort „tumorös“ erinnern. Es hallt in mir.
Mein Kopf wird irgendwie von den Armen der Röntgenassistentin vom harten Boden abgestützt. Ihre Stimme ist aufgeregt und nervös. Sie ist einfach kollabiert, höre ich sie hektisch dem Arzt erzählen.
Haben Sie mich nicht rufen gehört, meint sie zu mir?
Nein, habe ich nicht. Ich schwitze und mir ist kalt, alles rauscht in meinem Kopf - tumorös.



Es ist ein Donnerstag Ende September. Ein sonniger, warmer Herbsttag und wir sind mit den Kindern im Garten und genießen das angenehme Wetter. Ich arbeite in einem Kindergarten als Kindergartenpädagogin.
Heute nehme ich mir eine Stunde früher frei. Ich will noch kurz eine Routineuntersuchung hinter mich bringen.
Bei meinem Besuch bei der Frauenärztin gestern habe ich kurz erwähnt, dass meine rechte Brust sich etwas fester anfühlt.
Kein Problem, oder?
Ich werde schließlich in einem Monat fünfzig Jahre, und da auch meine Tage in letzter Zeit unregelmäßig werden, denke ich logischerweise an die Menopause.

Eigentlich habe ich zuerst gedacht: Kind will ich jetzt keines mehr. Schließlich siegte natürlich die Vernunft und der Gedanke: „Wie denn auch?“
Aber so geht es vielleicht nicht nur mir. Wenn man so ungefähr siebenunddreißig Jahre seine Tage so annähernd gleichmäßig bekommt, ist es ein eigenartiges Gefühl, wenn sie nach so vielen Jahren einmal ausbleiben.
Mein erster Kuraufenthalt stand auch vor der Tür. Kurzum: Ich wollte sie gleich erledigen, diese Sonographie, zu der mir die Frauenärztin geraten hatte.
Weg von der Arbeit, zehn Minuten später war ich im Röntgeninstitut.
Ich habe irgendwie immer Angst, wenn ich auf so einem harten Plastiksessel in einer Reihe bei einem Arzt sitze und warten muss. Ich kann auch keine Zeitschriften lesen so wie die Frauen neben mir, ich starre einfach vor mich hin, warte, bis die Tür aufgeht und ich meinen Namen höre.

Mir ist klar, dass ich warten muss, schließlich habe ich keinen Termin. Dies ist bei dieser Untersuchung möglich, den Termin für die Mammographie hole ich mir danach.
Ich höre nebenan, dass bereits Termine für Mitte Jänner vergeben werden.
Es ist ungefähr 11:40 Uhr an diesem sonnigen, warmen Donnerstag im September.
Habe ich eigentlich erwähnt, warum ich schreibe?
Ich halte das Warten nicht mehr aus. Warten und nicht zu wissen, was herauskommt bei den Untersuchungen. Es ist unerträglich. Der Tag hat plötzlich viel mehr Stunden und die Stunden mehr Minuten.
Ich weiß auch nicht, ob Schreiben das Richtige ist. Ich tue es einfach. Ich schreibe mir das Erlebte von der Seele. Ich tue es einfach.
Vielleicht lösche ich die Seiten auch wieder in ein paar Stunden.
In meinem Haus ist es ganz ruhig. Mein Mann ist in der Arbeit, mein jüngerer Sohn ist heute in Graz und mein älterer Sohn, der bereits ausgezogen ist, war am Vormittag bei mir.
Alle sind für mich da, wenn ich sie brauche, und trotzdem kann mir niemand helfen. Ich habe ihnen allen vor acht Tagen einen richtigen Schock verpasst, aber ich musste es ihnen doch sagen, wir sind doch eine Familie und noch dazu eine ziemlich gute.

Warum schreibe ich vielleicht noch?
Weil wir so viele sind, weil das, was ich gerade durchmache, viele hautnah verstehen können, und hätte ich jetzt so ein Schriftstück in der Hand, würde ich mich auf meinem Sofa in eine warme Decke verkriechen, hätte dicke, selbst gestrickte Socken an und würde lesen.
Ich würde lesen von einer mir Unbekannten, die gerade das Gleiche oder ein ähnliches Schicksal durchlebt.
Lesen über die Tränen, die man vergießt, die Angst, die einen überfällt, die Hoffnungsschimmer, die auftauchen und die ganz düsteren Gedanken, die man zu verdrängen versucht, damit nicht eine grässliche Angst die ganze Kontrolle über einen bekommt.

Es ist ungefähr 11:40 Uhr an diesem sonnigen, warmen Donnerstag im September, als eine junge Röntgenassistentin eine der Türen vor mir öffnet und meinen Namen nennt.
Jeder weiß, was folgt. Bitte Oberkörper freimachen und zu mir hereinkommen. Vergessen Sie bitte nicht, die Tür abzusperren.
Ich kenne den Raum. Ich war bereits in den letzten 7 Jahren dreimal bei einer Sonographie bzw. Sonographie und Mammographie. Davor auch noch einmal, aber in einem wesentlich längeren Abstand.
Die Untersuchungscouch ist mit frischem Papier überzogen und ich bekomme ein Baumwolltuch in die Hände, damit ich mich nach der Untersuchung abwischen kann.
Ich mag solche Räume nicht. Sie sind dunkel, neben mir rauscht ein Monitor und ich sehe die irgendwie lachsfarbige Wand an meiner linken Seite an mit dem Magnolienast darauf. Ich muss noch warten, überschränke meine Beine und sehe auf meine schwarzen Schuhe.
Schön sind sie nicht, aber warm.
Ich löse den Knopf wieder aus meinen Beinen und liege wieder gerade. Eigentlich möchte ich schon wieder weg sein, denk ich mir, aber so geht es mir immer.
Letztes Mal war ich vor zweieinhalb Jahren da und da war die Zyste in meiner linken Brust nicht größer als ein Jahr zuvor - also.
Der Arzt kommt in den Raum. Er ist groß, sehr groß, und es ist der Chef des Institutes. Er hat an mir noch nie eine Untersuchung vorgenommen.
Bis jetzt kann ich mich an zwei andere Ärzte und einmal eine Ärztin erinnern.
Er begrüßt mich kurz und freundlich, will noch kurz wissen, warum ich zur Frauenärztin gegangen bin und warum sie mich schickt.
Ich antworte: Nur wegen Regelunregelmäßigkeiten und sie schickt mich wegen der leicht spürbaren, etwas härteren rechten Brust.
Er meint nur, während er mit der Untersuchung beginnt: Schauen wir einmal, vermutlich handelt es sich auch hier, so wie links, um ein eher zystenreiches Gewebe.
Ich schaue so gut es geht am Monitor mit. Links ist alles wie bekannt, es hat sich nicht verändert.
In Gedanken schon alles geschafft, weil es bei mir bei jeder Untersuchung immer nur links etwas zu sehen gibt.
RECHTS. Er fährt mit dem Ultraschallgerät über die rechte Brust. Noch einmal.

Ich würde gerne noch eine Mammographie machen, meint der Arzt, und ich antworte sofort: Ich habe noch gar keinen Termin dafür.
Mir kommt in ihrer rechten Brust etwas tumorös vor und darum möchte ich gleich diese Untersuchung anschließen, um sichergehen zu können und anderes ausschließen zu können.
Die Assistentin bittet mich, meine Sachen in die Kabine nebenan zu legen.
Ich spüre mich nicht mehr, ich mache nur mehr. Mein rechter Busen wird in Position gebracht, mir wird komisch, es rauscht nur mehr.
Mir wird ganz komisch, sage ich noch, und sie reagiert und setzt mich auf den kleinen Hocker mit Holzauflage und weißen Beinen. Ich bekomme ein Glas Wasser und lehne meinen Kopf an den Türrahmen. Gott im Himmel.
So sitze ich mit nacktem Oberkörper auf diesem Hocker, brauche zwei Hände, um mein Wasserglas zum Mund führen zu können, da meine Hände so zittern. Ich schwitze und mir ist kalt, alles rauscht in meinem Kopf.

Es geht wieder los, schließlich habe ich nicht ewig Zeit, denke ich mir und man braucht doch ein Untersuchungsergebnis, also ein Mammographie-Bild.

Tumorös, immer wieder dieses Wort. Ich spüre, wie es mir den kalten Schweiß in den Körper treibt. Mir wird schon wieder ganz schrecklich, ich muss das schaffen, mir wird …

Ich weiß nichts mehr. Ich liege am Boden neben dem Mammographiegerät. Es ist dunkel und stickig. Alles brummt, mein Kopf, die Geräte. Was ist passiert?
Ich sehe eine große Gestalt durch den Türrahmen kommen. Es ist der Arzt. Ich liege am Boden, mein Kopf wird durch irgendwelche Körperteile der Assistentin vor dem harten Boden geschützt.
Ich bin kollabiert.
Haben Sie mich nicht rufen hören?, meint sie. Ich keuche, nein.
Ich habe solche Angst, höre ich mich noch zum Arzt sagen, und er meint: Ich verstehe Sie.
Man gibt mit noch kurz Zeit, dann setze ich mich wieder auf diesen Hocker und schlottere vor mich hin.
Es war erst die erste Seite, erfahre ich.

Man gibt mir wieder Zeit. Der Röntgenassistentin habe ich einen sichtlichen Schock verpasst.

Wie bin ich hier heruntergekommen? Frage ich sie. Ich habe Sie aufgefangen. Gott sei Dank sind Sie nicht schwer.
Haben Sie mich nicht rufen gehört? Ich habe echt geschrien. Nein, ich weiß nichts mehr.

Man gibt mir wieder Zeit, danach hängt sich die Assistentin einen Schurz um und stellt sich bei der Untersuchung hinter mich, um mich zu halten. Eine Zweite löst aus. Der Arzt meint noch einmal: Habt ihr die Bilder? - und zu mir: Sie müssen das abklären, mit der Frauenärztin reden, eine MR machen.
Ich schlottere am ganzen Körper und bemühe mich, mich anzuziehen. Blauer BH, Unterhemd, da mir meistens kalt ist, und grauer Pulli.
Ich darf so nicht selber nach Hause fahren. Ich muss meinen Mann verständigen. Mein Handy liegt im Auto. Die Assistentin neben mir ist auch geschockt, aber anders als ich.
Bei mir hat sich gerade die ganze Welt verändert. Ich nenne ihr die Nummern, sie tippt sie für mich ein und gibt mir das Handy in die Hände. Ich warte. Dann höre ich die Stimme meines Mannes am anderen Ende. Die Minuten waren so emotional und furchtbar, dass ich sogar weine, während ich diese Zeilen schreibe.
Ich höre nur noch, wie er seinen Namen nennt, und als er meine Stimme unter dieser Nummer hört: Ja, hallo Elfi. Und ich: Du musst mich holen, vom Röntgeninstitut.
Was ist denn los? Und ich: Hol mich bitte, gleich.
Danach werde ich mit einer Nackenrolle auf die Sesselreihe, die orange, die ich eigentlich nicht mag, gelegt. Dort liege ich und warte, man schaut noch einmal nach mir, nach wenigen Minuten.
Danach geht der Alltag in diesem Röntgeninstitut weiter. Ich liege da, bin im verkehrten Film angekommen. Die Leute in meiner unmittelbaren Umgebung sind mir egal. Ich will nur mehr weg.

Ich muss Bescheid geben, wenn ich abgeholt werde.

Ich zittere gerade wieder so, als ob ich das Geschriebene gerade eben erleben würde, dabei ist es heute genau eine Woche und drei Tage her.

Ich muss jetzt etwas Schöneres, etwas für mich Einfacheres schreiben.
Es ist Sonntag. Ich bin wieder alleine zu Hause, da mein Mann wieder Dienst hat. Er ist Polizist und da gibt es auch Wochenenddienste, viele sogar.
Die letzten Sätze habe ich alle mit „ich“ begonnen, fällt mir auf. Früher in der Schule hätte ich damit sicher ein Problem bekommen und eine rote Wellenlinie darunter.
Heute ist mir das mehr als egal, vielleicht ist es auch mein Unterbewusstsein, weil es nur um mich geht, weil ich es bin, die in diesem Drama die Hauptrolle zugeteilt bekommen hat.
Ich wünsche mir so sehr, dass alles gut geht und ich in drei Tagen eine Antwort bekomme, die meine Situation mildert und entschärft.


Den Mann, auf den ich im Röntgeninstitut warte, kenne ich nunmehr seit siebenundzwanzig Jahren. Er ist mein Traummann und das meine ich aus tiefstem Herzen.
Ich habe ihn in einer Disco im Nachbarort kennengelernt. Ich war damals zweiundzwanzig Jahre. Gerade noch, denn es war ein Samstag Ende September. An das Wetter kann ich mich nicht mehr erinnern, aber an das Datum.
Es war der 28. September, genau der Tag, an dem ich siebenundzwanzig Jahre später diesen Befund bekommen sollte.
Wenn es dreihundertfünfundsechzig Tage in einem normalen Jahr gibt, warum ist es möglich, dass es genau dieser Tag ist? Ich weiß es nicht. Vielleicht weil er mir schon einmal das große Glück gebracht hat und er mir nach dieser großen Prüfung noch einmal Glück bringt.

Der DJ in dieser Disco damals hatte, glaube ich, ein Auge auf mich geworfen und jedes Mal, wenn ich mit meiner Freundin dort hinkam, legte er für mich den Song „I Promised Myself“ auf, weil ich ihn mir schon einmal gewünscht hatte.
Ich mag den Song bis heute und knüpfe daran besondere Momente.
Es war der Song, der im Radio gespielt wurde, nachdem meine erste Beziehung zu Ende war. Wir hatten uns ausgesprochen, Ungeklärtes blieb trotzdem ungeklärt.
Ich stieg in meinen kleinen roten Subaru, öffnete das Schiebedach und schaltete das Radio ein.
Ich spürte damals, jetzt muss ich einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Es war leer in mir und ich fühlte mich allein. Das Lied, das zu hören war, war „I Promised Myself“. Es wurde für mich mein Lied in dieser Zeit.


An diesem 28. September war ich auf der Tanzfläche, ich tanzte zu meinem Lied. Vermutlich meine Freundin auch, ich weiß es nicht mehr.
Sie war es auch, die die zwei Jungs am Tresen kannte, da sie aus unserem Heimatort waren. Ich hatte sie nie zuvor gesehen.
Meinem Mann bin ich schon auf der Tanzfläche aufgefallen, er weiß bis heute, was ich anhatte. Ich übrigens bei ihm auch.
Ein paar Tage später klingelte am Nachmittag in meinem kleinen Landkindergarten das blaue Telefon, damals noch mit Tasten und einem großen Hörer.
Ich weiß noch, dass ich meine Kleinen immer wieder gebeten habe, etwas leiser zu sein, damit ich die Stimme am anderen Ende richtig verstehen konnte.

Auf diese Stimme und diesen Mann warte ich jetzt in diesem Röntgeninstitut so sehnsüchtig, wie es sich nur wenige vorstellen können.
Dann endlich. Ich höre seine Stimme, wie er die Empfangsdame grüßt, und ich melde mich nur mit: Hier bin ich.


Er hat seine Uniform gegen seine schwarze Jeans und das dunkle Marco-Polo-T-Shirt getauscht. Als er auf mich zukommt und meint, was ist denn los, merke ich, dass unsere heile, schöne Welt gerade ganz kaputt ist.

Meine Finger zittern wieder so, dass mir das Schreiben schwerfällt. Neben mir steht die Glastasse mit Lavendeltee. Ich lehne mich zurück, trinke und lese mir die letzten Seiten einfach noch einmal durch.
Es schreibt sich einfach. Ich muss nicht nachdenken. Es ist noch ganz schwer zu verstehen, was in den letzten Tagen passiert ist. Die Geschichten von damals geben mir jedoch Kraft, an das Schöne und Gute zu glauben.
Ich will, nein, wir wollen noch viel gemeinsam erleben, haben wir uns erst gestern geschworen.


Ich stehe auf, hänge mich an seinen Arm und melde mich ab. Keine Ahnung, wie ich in diesem Moment ausgesehen habe, denn die Empfangsdame, von der ich nach der Untersuchung die Rechnung abholen sollte, meint nur: Ich schicke Sie Ihnen mit der Post.

Erst draußen vor der Tür bricht es aus mir heraus. In meiner rechten Brust hat man einen Tumor entdeckt, er ist groß, ich muss es abklären, eine MR machen, damit man mehr weiß.
Ich weiß nicht, wie er in diesem Augenblick ausgesehen hat, ich habe geradeaus gestarrt, mich zugleich tonnenschwer und schwebend wie auf einer Wolke gefühlt.
Man kann es sich nicht vorstellen.
Nur die, denen es so geht wie mir, die verstehen mich jetzt.

Wir setzen uns ins Auto und ich weiß nichts mehr. Ich weiß nur mehr, dass ich so unendlich froh war, dass er bei mir war.

Wir brauchen mehr Klarheit und machen uns auf in ein Röntgeninstitut ganz in der Nähe. Dort war ich heuer schon einmal, um meine Wirbelsäule untersuchen zu lassen, mit der ich schon Probleme hatte.
Eine MR-Untersuchung musste her. In diesem Institut sind kurze Termine möglich, warum auch immer. In Notsituationen wie in meiner vielleicht noch rascher.
Fünf Minuten später erreichen wir das Institut. Obwohl es laut Öffnungszeiten geöffnet haben sollte, stehen wir vor verschlossener Tür und dunklem Innenraum.
Mein Mann wählt die angegebene Nummer. Es läuft ein Band, das uns die Öffnungszeiten mitteilt, die aber ohnehin nicht stimmen.
Er kann es nicht glauben und probiert es noch einmal und noch einmal. Nichts. So ist es, wenn man wirklich jemanden braucht. Man ist allein, irgendwie verloren, fehl am Platz.

Wir sitzen im Auto und mein Mann überlegt, wie er mich beziehungsweise mein Auto nach Hause bekommt, da wir ja jetzt mit zwei unterwegs sind. Er mit seinem, in dem wir sitzen, und meines, das noch immer vor dem ersten Röntgeninstitut steht.
Die Jungs, irgendwie am Abend mit den Jungs. Dann sage ich plötzlich: Ich fahre selbst und du fährst hinter mir. Ich kann das, wenn ich weiß, dass du hinter mir bist.
So machen wir es dann auch. Ich fahre konzentriert und bin froh, nach circa fünfundzwanzig Minuten zu Hause zu sein.

Mein Mann öffnet die Haustür, ich ziehe noch Jacke und Schuhe aus und dann lasse ich mich auf das Wohnzimmersofa fallen. Egal wo meine Arbeitstasche ist, egal was immer. Ich ziehe die Decke über mich und beginne schrecklich zu heulen.
Mein Mann nimmt neben mir Platz, hält meine Hand und ich weiß, dass sich auch in seinen Augen unheimlicher Kummer und Tränen widerspiegeln.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 194
ISBN: 978-3-99064-420-1
Erscheinungsdatum: 03.10.2018
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
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