Wie auf Flügeln der Morgenröte
Ich lebte im Iran, dem Heimatland meiner Kinder
EUR 17,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 392
ISBN: 978-3-99146-711-3
Erscheinungsdatum: 27.08.2024
Zwischen zwei Welten, so beschreitet Sieglinde Maraschi ihren Lebensweg und findet dabei nicht nur mit der Großfamilie ihres Mannes im Iran viel Liebe und Geborgenheit inmitten alter Traditionen, sondern vor allem sich selbst und ihre innere Kraft.
Manche Namen der in diesem Buch handelnden Personen wurden auf deren Wunsch und aus Datenschutzgründen geändert.
Die Schreibweise der persischen Namen und Wörter ist größtenteils der deutschen Aussprache angepasst. Die im Text kursiv geschriebenen Begriffe sind im Glossar alphabetisch angeordnet erklärt.
Lesetechnische Hilfe
â wie französischer accent circonflexe, ein dunkles „a“
dj wie „dsch“
tj wie „tsch“
gh wird in der Kehle ausgesprochen, klingt wie „g“ und französisches „r“, zusammen ausgesprochen
z wie weiches „s“
Danksagung
Ich danke meiner Familie und allen Freunden, die mich begleitet und motiviert haben, dieses Buch zu verwirklichen. Ohne ihre Liebe und ihren unerschütterlichen Glauben ans Gelingen wäre es nie entstanden.
Ein extra Dank geht an Hadi, meinen Fels in der Brandung und Retter in der Not. Ohne ihn würde das Buch nicht mehr existieren. Er war in Rund-um-die-Uhr-Notrufbereitschaft, um zu retten, was noch zu retten ging, wenn ich wieder einmal aus Versehen das Speicherprogramm ausgeschaltet hatte und die Dateien verschwunden oder sogar gelöscht waren.
Besonders bedanken möchte ich mich bei Dr. Ninja Roth, die mich als Lektorin während der Entstehungszeit des Manuskripts begleitete. Mit unendlicher Geduld glich sie meine Unerfahrenheit am Computer aus und machte mir Mut, tiefer in meine Emotionen zu gehen und darüber zu schreiben. Mit viel Toleranz für meinen ungewöhnlichen und oftmals blumigen Schreibstil, der ein Vermächtnis aus der Zeit im Iran ist.
Prolog
Geschrieben habe ich dieses Buch,
um meinen Kindern und all meinen Lieben Einblick zu gewähren in ein verlorengegangenes Paradies. Und auch, damit sie verstehen können, warum ich gehen musste, obwohl ich lieber bei ihnen geblieben wäre;
als eine Hommage an meine große, liebenswerte Familie im Iran, die mich herzlich aufgenommen hat und mich wertschätzte als eine der ihren, und dies immer noch tut, obwohl lange Jahre der Trennung zwischen uns liegen. Von ihnen lernte ich, Schwierigkeiten im Leben mit einer auf Gottvertrauen beruhenden Leichtigkeit und Gelassenheit anzunehmen und zu bestehen;
ebenso als eine Hommage an alle Menschen im Iran, die tief in ihrer Religion und den Traditionen einer hohen, Jahrtausende alten Kultur verwurzelt sind, und diese als wertvoll erachten und pflegen. Auch die einfachsten Menschen tragen die Würde und den Reichtum dieses Erbguts in sich, sodass sie im Einklang mit ihrem Glauben und den Traditionen leben. Wenn ihnen Unrecht geschieht, gegen das sie machtlos sind, üben sie keine Vergeltung, sondern überlassen die Verursacher des Unrechts der Gerechtigkeit Gottes. So bewahren sie sich ihren Seelenfrieden. Was weltweit im Namen Allahs geschieht, hat nichts mit dem Glauben und der Kultur dieser Menschen gemein;
in Dankbarkeit an meinen Schwiegervater, der mir ermöglichte, relativ frei von Konventionen und Dogmen meine religiöse innere Heimat im Iran zu finden, weder als Christin noch als Muslimin, sondern als Gottvertrauende in einer uralten Tradition, Kultur und Atmosphäre. Obwohl ich ihn nur vier Jahre erleben durfte, verdanke ich ihm die vielen glücklichen Jahre mit meinem Mann und den Kindern, in der Geborgenheit einer Großfamilie;
um Mut zu machen, auf die innere Stimme zu hören, die ein Schrei unserer Seele sein kann. Mut, im Vertrauen, dass wir geführt sind, dem Seelenplan zu folgen, auch wenn dieser anders und schmerzhafter sein mag als der eigene Lebensplan mit all unseren Träumen, Wünschen und Hoffnungen. Und den Mut, sich zu wehren, wenn die Seele unter Fremdbestimmung leidet.
Ich habe mich noch einmal auf mein Leben im Iran eingelassen und bin den bereits zurückgelegten Weg wiedergegangen. Ich konnte ihn getrost gehen, denn was geschehen würde, war schon längst geschehen. Dieses Mal war ich am Wegesrand meine eigene Beobachterin. Es war ein anderer Blickwinkel, und ich konnte Einzelheiten klarer und im Zusammenhang mit anderen Ereignissen besser erkennen. Ab und an habe ich meinen Beobachterposten verlassen und war wieder mitten im Geschehen, und ich habe die jeweilige Freude, aber auch den Schmerz einer Situation, unmittelbar wieder erlebt. Manchmal kam ein neuer Schmerz dazu, und manche Freude habe ich intensiver erleben können.
Es ist meine eigene Geschichte, so wie ich sie in Erinnerung habe. Viele Traditionen, Rituale und Gewohnheiten werden abweichen von denen, wie sie in anderen Regionen oder anderen Familien zelebriert werden. Auch die politischen Ereignisse, wie den Umbruch, den Sturz des Schahs, die darauffolgende Islamische Revolution und den achtjährigen Krieg mit dem Irak, habe ich so beschrieben, wie ich sie wahrgenommen und erlebt habe. Das kann von historischen Fakten abweichen.
Ich freue mich, dass Sie den Weg ins Land der Morgenröte mit mir gehen wollen. Lassen Sie sich verzaubern von dem Mythos von 1001 Nacht und fühlen Sie sich willkommen und eingebettet in die Gastfreundschaft und in die Liebenswürdigkeit der Menschen. Dann werden auch die schlimmen und schweren Zeiten, durch die Sie mich begleiten, Ihnen so manches Lächeln abgewinnen.
Sieglinde Maraschi
Glückliche Jahre
Alles, was geschieht und uns zustößt, hat seinen Sinn,
doch es ist oft schwierig, ihn zu erkennen. Auch im Buch des Lebens hat jedes Blatt zwei Seiten: Die eine schreiben wir Menschen selber mit unserem Planen, Wünschen,
Hoffen, aber die andere füllt die Vorsehung, und
was sie anordnet, ist selten so unser Ziel gewesen.
– Nezami –
– 1 –
Es war mein erster Flug, damals, Mitte Juli 1968.
Ich sitze mit meinem fünf Monate alten Sohn, Reza, in einer Boeing 733 der Iran Air, Richtung Teheran. Die graue Nebeldecke, durch die wir seit unserem Abflug von Frankfurt fliegen, verdichtet meine Flugangst noch mehr. Zweifel kommen auf, ob es die richtige Entscheidung war, ohne meinen Mann, der noch zwei Klausuren schreiben muss, in den Iran zu fliegen. Sein letzter unverheirateter Bruder hatte uns zu seiner Hochzeit eingeladen, und mein Mann sah das für mich als gute Gelegenheit, seine große Familie kennenzulernen.
Meine Gedanken überschlagen sich: „Was wird mich dort erwarten? Was ist, wenn ich mich in der mir fremden Familie nicht wohlfühle oder sie mich nicht akzeptieren? Darf ich meinem Kind, das einen strukturierten Tagesablauf gewohnt ist, diese plötzliche Veränderung zumuten? Was soll ich tun, wenn es krank wird?“ Allein der Gedanke, dass Reza etwas zustoßen könnte, steigert meine Angst ins Unermessliche. Mein Körper fühlt sich an, als wäre er in eine Schraubzwinge gespannt, steif und handlungsunfähig. Mit tränenverschleierten Augen schaue ich auf mein Kind, das entspannt in meinen Armen schläft. Die Wärme seines zarten Körpers und das gleichmäßige, kaum sichtbare und doch spürbare Heben und Senken seiner Bauchdecke beim Atmen wirken beruhigend auf mich. Ich merke, wie meine Anspannung allmählich abfällt und meine Atmung ruhiger wird, bis sie im Einklang ist mit den Atemzügen meines Kindes.
Im selben Moment durchbricht das Flugzeug die Wolkendecke. Der Anblick, der sich mir bietet, ist überwältigend: Licht und Sonne, soweit das Auge reicht! Die Wolken wirken nicht mehr grau und bedrohlich, sondern liegen wie eine weiße und flauschige Schneedecke unter mir und reflektieren das Sonnenlicht. Durch meine Tränen erscheint es in vielen Farben und Facetten und glitzert wie Diamanten. Die unendlich scheinende Weite, wie ich sie von der Luke aus sehen kann, lässt mich ahnen, wie unvorstellbar und unermesslich groß das Universum sein muss. Und auch, wie klein und unscheinbar ich bin, eines von Milliarden Teilchen eines winzigen Staubkorns. Und dennoch wahrgenommen und auf meinem Weg, den ich begonnen habe, geführt und beschützt.
Reza ist wach geworden und lächelt mich an. Zärtlich und dankbar drücke ich ihn an mich und eine Liebe, die größer und stärker ist als alles bisher Erlebte, durchströmt jede einzelne Zelle meines Körpers, bis kein Raum mehr bleibt für meine Zweifel. Ich weiß, dass ich auf Gott vertrauen darf und bin bereit, meinen Weg zu gehen.
– 2 –
Angefangen hatte dieser Weg eineinhalb Jahre zuvor bei einer Faschingsfeier. Ich bereitete mich damals auf das große Staatsexamen als Krankenschwester vor. Während meiner Ausbildungszeit träumte ich davon, nach Kalkutta zu fliegen, um Mutter Theresa zu unterstützen, die sich dort in selbstloser Liebe um die Ärmsten der Armen kümmerte. Ich träumte davon, dass Gott mit mir Großes vorhatte und wollte die Welt verändern, indem ich die Liebe, von der ich lebte, an andere weitergab. Ein Mann und vielleicht sogar ein Moslem, wie er mir dann begegnen und all meine Pläne zunichtemachen sollte, hatte eigentlich keinen Platz in meinem Leben. Dass ich mich dann doch verliebte und diesen Mann auch noch heiratete, war für meine Familie, wie auch für Freunde und Bekannte, die Sensation schlechthin. Für mich war es eine wichtige Erfahrung, dass alles Planen umsonst ist, weil unser Plan, ich nenne ihn Seelenplan, schon lange steht.
Der Mann, der meine Pläne durcheinanderbringen sollte, brachte erst einmal mich durcheinander. Das kam so: Der Herbergsvater eines evangelischen Studentenwohnheims hatte bei unserer Oberin angefragt, ob eine Gruppe Schülerinnen zu einer vorgezogenen Faschingsfeier seiner fünfzehn Studenten kommen könnte. Ich erholte mich gerade von einer kleinen Nasenoperation und verbrachte die meiste Zeit in meinem Zimmer. Deshalb bekam ich von der Aufregung und Vorfreude meiner Mitschülerinnen nicht sonderlich viel mit, bis Esther und Gudrun, die mit mir die Ausbildung machten, wenige Stunden vor der Feier bei mir auftauchten und mich bedrängten, zu dieser Party mitzukommen.
„Wir sind erst elf Mädchen, die zugesagt haben. Die anderen müssen am Wochenende arbeiten und dürfen nicht mitkommen, aber du hast doch frei“, versuchte Gudrun mich dafür zu begeistern.
„Und außerdem wird es dir guttun, hier rauszukommen, du bist ja nur noch mit deiner Arbeit und deinen Büchern beschäftigt“, fügte Esther ein wenig vorwurfsvoll hinzu, „und stell dir vor, wir müssen erst um Mitternacht wieder hier sein!” Ich erinnerte sie daran, dass ich an diesem Tag noch krankgeschrieben war und nicht einfach feiern gehen konnte und bekräftigte meinen Einwand mit dem Kommentar:
„Und ganz ehrlich, ich habe mit Fasching nichts am Hut. Beim letzten Mal, als ich zum Fasching gegangen bin, war ich acht Jahre alt und als Braut verkleidet.”
„Oh, dann machen wir das doch wieder!” Esther ließ sich nicht beirren und ignorierte meinen Hinweis auf meine Krankschreibung. Sie hatte auch gleich eine Idee für mein Kostüm: Aus einem weißen Bettlaken wollte sie schnell ein Brautkleid nähen. Doch mein heftiger Protest bremste sie in ihrer Begeisterung. Sie sah schließlich ein, dass das keine gute Idee war. Die Vorstellung, wie ich damit wohl ausgesehen hätte, eher als Geist, denn als Braut, beides gleich schlimm, löste eine Kettenreaktion von Lachanfällen bei uns allen aus. Mit dem Ergebnis, dass wir uns ernsthaft überlegten, wie wir den Studenten einen Streich spielen könnten.
Irgendwie schafften es die beiden doch noch, mich zum Mitkommen zu überreden. Die Oberin hatte keine Einwände und bat mich nur, gut auf mich aufzupassen. Esther zauberte von irgendwoher ein blau-rotes, glänzendes Minikleid mit Doppelrüschen und dazu passende blaue Strumpfhosen, und Gudrun verwandelte meine schulterlangen Haare mithilfe von Drähten in zwei waagerecht abstehende Zöpfe mit Schleifen. Innerhalb kurzer Zeit war aus einer angehenden Krankenschwester, die große Ziele vor sich hatte, wieder ein Teenager geworden, der die jungen Männer ärgern wollte.
Esther hatte die meisten und lustigsten Vorschläge für Streiche. Sie schubste uns mit ihren Ideen in eine ausgelassene Heiterkeit, die uns dermaßen aufputschte, dass wir völlig überdreht und kichernd im Wohnheim ankamen. Wahrscheinlich wollten wir damit unsere steigende Nervosität verbergen.
Unser Plan, den jungen Männern einen Streich zu spielen, löste sich in dem Moment in Luft auf, als wir ihnen gegenüberstanden und die gegenseitige Begutachtung begann. Ein plötzlicher Stromausfall unterbrach uns dabei. Anscheinend geschah das öfter, denn im Nu brannten viele Kerzen. Gudrun entdeckte eine freie Sitzgruppe in einer Ecke des Saals. Dorthin verzogen wir uns, um das Treiben um uns herum zu beobachten. Das Kerzenlicht schuf eine angenehmere Atmosphäre als zuvor das grelle, die Farben wechselnde Scheinwerferlicht. Wir staunten über Esther, die schon einige Studenten um sich versammelt hatte und diese mit ihrer unbekümmerten, humorvollen Art im dicksten schwäbischen Dialekt unterhielt. Besonders einer unter den Studenten schien ihr zu gefallen, denn sie schäkerte mit ihm und himmelte ihn an. Und das mit einem Augenaufschlag, der filmreif war. So kannten wir Esther nicht und wir fragten uns, wo sie das wohl gelernt hatte.
„Bestimmt nicht von ihrer Mutter!“ Gudruns flapsige Bemerkung verursachte bei uns erneut eine Reihe von Lachanfällen, denn Esthers Mutter war eine ehrwürdige Missionarsgattin.
„Wer bist du denn?“, unterbrach eine angenehme männliche Stimme unser Lachen. Vor uns stand ein hochgewachsener junger Mann in einem glitzernden, weiten Gewand. Um den Kopf hatte er einen Turban geschlungen, der von einem mehrfarbigen Glasstein zusammengehalten wurde. Trotz der spärlichen Beleuchtung konnte ich sehen, dass er wunderschöne, große, dunkle Augen mit langen Wimpern hatte, die mich belustigt anschauten. Ich war wie in seinem Bann gefangen und starrte ihn an und war nicht fähig, ihm zu antworten.
Was in jenen Sekunden in mir ablief, ist schwer zu beschreiben. Ich weiß nur noch, dass es in meinem Kopf klingelte, als wäre ein Glöckchen vom Wind erfasst worden. Und es war mir, als ob ich eine Stimme hörte, die mir sagte, dass dies der Mann sei, den ich heiraten würde. Woher diese Stimme kam, weiß ich bis heute nicht, aber sie war da. Ich war irritiert und fragte mich, warum so plötzlich und aus dem Nichts heraus das Thema Heiraten in meinem Kopf herumspukte. Ich versuchte mir einzureden, dass diese Gedanken wohl Nachwirkungen der Narkose sein mussten. Ja, ich war mir sicher, dass ich mir die Stimme nur eingebildet hatte. Niemand hatte gesprochen, sie war nur in meinem Kopf.
Die jäh aufleuchtenden Scheinwerfer holten mich in die Realität zurück. Ich hatte dem Märchenprinzen keine Antwort gegeben und schaute ihm verwundert nach, als er sich wieder unter die anderen Studenten mischte.
Der Abend begann mit einer Vorstellungsrunde und direkt danach war Damenwahl für den ersten Tanz. Da die Männer in der Überzahl waren, gab es keine Möglichkeit, mich davor zu drücken. Kurzentschlossen ging ich auf den schmächtigsten und kleinsten Studenten zu und bat ihn um den ersten Tanz. Er entpuppte sich als hervorragender Tänzer. Beim ersten Tanz, einem Rock’n’Roll, führte er so gut, dass ich in seinem Tempo mithalten konnte. Ich ließ mich herumwirbeln, als ob meine Gelenke und Knochen aus Gummi wären. Wir tanzten im Laufe des Abends noch öfter miteinander.
Mit dem orientalischen Prinzen tanzte ich bei dieser Feier nicht. Ich versuchte, ihm aus dem Weg zu gehen, denn ich sah in ihm eine Art Widersacher, der meinen Lebensplan durcheinanderbringen wollte. Dabei ahnte ich nicht, dass dieser Mann längst Teil meines Seelenplans war und ich mich meinem Schicksal nicht würde entziehen können. Dennoch ertappte ich mich dabei, wie meine Augen ihn suchten und wie enttäuscht ich war, dass er kein Interesse an mir zeigte. Unter der wachsamen Aufsicht der Herbergseltern verlief der Abend sittsam und in fröhlicher Stimmung und verging viel zu schnell. Kurz vor Mitternacht begleiteten uns die Studenten zum Wohnheim zurück, wo die Oberin uns schon erwartete.
Wegen der anstehenden Prüfungen war ich in den folgenden Tagen abgelenkt und hatte keine Zeit, mich in Tagträumen über den unbekannten Fremden zu verlieren. Der Abend der Faschingsfeier rückte immer mehr in den Hintergrund meiner Gedankenwelt. Langsam verblasste auch die Erinnerung an den Prinzen zunehmend. Ich war überzeugt, dass meine Wahrnehmungen, das Glöckchen und die Stimme, tatsächlich Folgen der Narkose gewesen sein mussten. Dennoch blieb eine innere Unruhe, die ich nicht so recht einzuordnen wusste.
...
Die Schreibweise der persischen Namen und Wörter ist größtenteils der deutschen Aussprache angepasst. Die im Text kursiv geschriebenen Begriffe sind im Glossar alphabetisch angeordnet erklärt.
Lesetechnische Hilfe
â wie französischer accent circonflexe, ein dunkles „a“
dj wie „dsch“
tj wie „tsch“
gh wird in der Kehle ausgesprochen, klingt wie „g“ und französisches „r“, zusammen ausgesprochen
z wie weiches „s“
Danksagung
Ich danke meiner Familie und allen Freunden, die mich begleitet und motiviert haben, dieses Buch zu verwirklichen. Ohne ihre Liebe und ihren unerschütterlichen Glauben ans Gelingen wäre es nie entstanden.
Ein extra Dank geht an Hadi, meinen Fels in der Brandung und Retter in der Not. Ohne ihn würde das Buch nicht mehr existieren. Er war in Rund-um-die-Uhr-Notrufbereitschaft, um zu retten, was noch zu retten ging, wenn ich wieder einmal aus Versehen das Speicherprogramm ausgeschaltet hatte und die Dateien verschwunden oder sogar gelöscht waren.
Besonders bedanken möchte ich mich bei Dr. Ninja Roth, die mich als Lektorin während der Entstehungszeit des Manuskripts begleitete. Mit unendlicher Geduld glich sie meine Unerfahrenheit am Computer aus und machte mir Mut, tiefer in meine Emotionen zu gehen und darüber zu schreiben. Mit viel Toleranz für meinen ungewöhnlichen und oftmals blumigen Schreibstil, der ein Vermächtnis aus der Zeit im Iran ist.
Prolog
Geschrieben habe ich dieses Buch,
um meinen Kindern und all meinen Lieben Einblick zu gewähren in ein verlorengegangenes Paradies. Und auch, damit sie verstehen können, warum ich gehen musste, obwohl ich lieber bei ihnen geblieben wäre;
als eine Hommage an meine große, liebenswerte Familie im Iran, die mich herzlich aufgenommen hat und mich wertschätzte als eine der ihren, und dies immer noch tut, obwohl lange Jahre der Trennung zwischen uns liegen. Von ihnen lernte ich, Schwierigkeiten im Leben mit einer auf Gottvertrauen beruhenden Leichtigkeit und Gelassenheit anzunehmen und zu bestehen;
ebenso als eine Hommage an alle Menschen im Iran, die tief in ihrer Religion und den Traditionen einer hohen, Jahrtausende alten Kultur verwurzelt sind, und diese als wertvoll erachten und pflegen. Auch die einfachsten Menschen tragen die Würde und den Reichtum dieses Erbguts in sich, sodass sie im Einklang mit ihrem Glauben und den Traditionen leben. Wenn ihnen Unrecht geschieht, gegen das sie machtlos sind, üben sie keine Vergeltung, sondern überlassen die Verursacher des Unrechts der Gerechtigkeit Gottes. So bewahren sie sich ihren Seelenfrieden. Was weltweit im Namen Allahs geschieht, hat nichts mit dem Glauben und der Kultur dieser Menschen gemein;
in Dankbarkeit an meinen Schwiegervater, der mir ermöglichte, relativ frei von Konventionen und Dogmen meine religiöse innere Heimat im Iran zu finden, weder als Christin noch als Muslimin, sondern als Gottvertrauende in einer uralten Tradition, Kultur und Atmosphäre. Obwohl ich ihn nur vier Jahre erleben durfte, verdanke ich ihm die vielen glücklichen Jahre mit meinem Mann und den Kindern, in der Geborgenheit einer Großfamilie;
um Mut zu machen, auf die innere Stimme zu hören, die ein Schrei unserer Seele sein kann. Mut, im Vertrauen, dass wir geführt sind, dem Seelenplan zu folgen, auch wenn dieser anders und schmerzhafter sein mag als der eigene Lebensplan mit all unseren Träumen, Wünschen und Hoffnungen. Und den Mut, sich zu wehren, wenn die Seele unter Fremdbestimmung leidet.
Ich habe mich noch einmal auf mein Leben im Iran eingelassen und bin den bereits zurückgelegten Weg wiedergegangen. Ich konnte ihn getrost gehen, denn was geschehen würde, war schon längst geschehen. Dieses Mal war ich am Wegesrand meine eigene Beobachterin. Es war ein anderer Blickwinkel, und ich konnte Einzelheiten klarer und im Zusammenhang mit anderen Ereignissen besser erkennen. Ab und an habe ich meinen Beobachterposten verlassen und war wieder mitten im Geschehen, und ich habe die jeweilige Freude, aber auch den Schmerz einer Situation, unmittelbar wieder erlebt. Manchmal kam ein neuer Schmerz dazu, und manche Freude habe ich intensiver erleben können.
Es ist meine eigene Geschichte, so wie ich sie in Erinnerung habe. Viele Traditionen, Rituale und Gewohnheiten werden abweichen von denen, wie sie in anderen Regionen oder anderen Familien zelebriert werden. Auch die politischen Ereignisse, wie den Umbruch, den Sturz des Schahs, die darauffolgende Islamische Revolution und den achtjährigen Krieg mit dem Irak, habe ich so beschrieben, wie ich sie wahrgenommen und erlebt habe. Das kann von historischen Fakten abweichen.
Ich freue mich, dass Sie den Weg ins Land der Morgenröte mit mir gehen wollen. Lassen Sie sich verzaubern von dem Mythos von 1001 Nacht und fühlen Sie sich willkommen und eingebettet in die Gastfreundschaft und in die Liebenswürdigkeit der Menschen. Dann werden auch die schlimmen und schweren Zeiten, durch die Sie mich begleiten, Ihnen so manches Lächeln abgewinnen.
Sieglinde Maraschi
Glückliche Jahre
Alles, was geschieht und uns zustößt, hat seinen Sinn,
doch es ist oft schwierig, ihn zu erkennen. Auch im Buch des Lebens hat jedes Blatt zwei Seiten: Die eine schreiben wir Menschen selber mit unserem Planen, Wünschen,
Hoffen, aber die andere füllt die Vorsehung, und
was sie anordnet, ist selten so unser Ziel gewesen.
– Nezami –
– 1 –
Es war mein erster Flug, damals, Mitte Juli 1968.
Ich sitze mit meinem fünf Monate alten Sohn, Reza, in einer Boeing 733 der Iran Air, Richtung Teheran. Die graue Nebeldecke, durch die wir seit unserem Abflug von Frankfurt fliegen, verdichtet meine Flugangst noch mehr. Zweifel kommen auf, ob es die richtige Entscheidung war, ohne meinen Mann, der noch zwei Klausuren schreiben muss, in den Iran zu fliegen. Sein letzter unverheirateter Bruder hatte uns zu seiner Hochzeit eingeladen, und mein Mann sah das für mich als gute Gelegenheit, seine große Familie kennenzulernen.
Meine Gedanken überschlagen sich: „Was wird mich dort erwarten? Was ist, wenn ich mich in der mir fremden Familie nicht wohlfühle oder sie mich nicht akzeptieren? Darf ich meinem Kind, das einen strukturierten Tagesablauf gewohnt ist, diese plötzliche Veränderung zumuten? Was soll ich tun, wenn es krank wird?“ Allein der Gedanke, dass Reza etwas zustoßen könnte, steigert meine Angst ins Unermessliche. Mein Körper fühlt sich an, als wäre er in eine Schraubzwinge gespannt, steif und handlungsunfähig. Mit tränenverschleierten Augen schaue ich auf mein Kind, das entspannt in meinen Armen schläft. Die Wärme seines zarten Körpers und das gleichmäßige, kaum sichtbare und doch spürbare Heben und Senken seiner Bauchdecke beim Atmen wirken beruhigend auf mich. Ich merke, wie meine Anspannung allmählich abfällt und meine Atmung ruhiger wird, bis sie im Einklang ist mit den Atemzügen meines Kindes.
Im selben Moment durchbricht das Flugzeug die Wolkendecke. Der Anblick, der sich mir bietet, ist überwältigend: Licht und Sonne, soweit das Auge reicht! Die Wolken wirken nicht mehr grau und bedrohlich, sondern liegen wie eine weiße und flauschige Schneedecke unter mir und reflektieren das Sonnenlicht. Durch meine Tränen erscheint es in vielen Farben und Facetten und glitzert wie Diamanten. Die unendlich scheinende Weite, wie ich sie von der Luke aus sehen kann, lässt mich ahnen, wie unvorstellbar und unermesslich groß das Universum sein muss. Und auch, wie klein und unscheinbar ich bin, eines von Milliarden Teilchen eines winzigen Staubkorns. Und dennoch wahrgenommen und auf meinem Weg, den ich begonnen habe, geführt und beschützt.
Reza ist wach geworden und lächelt mich an. Zärtlich und dankbar drücke ich ihn an mich und eine Liebe, die größer und stärker ist als alles bisher Erlebte, durchströmt jede einzelne Zelle meines Körpers, bis kein Raum mehr bleibt für meine Zweifel. Ich weiß, dass ich auf Gott vertrauen darf und bin bereit, meinen Weg zu gehen.
– 2 –
Angefangen hatte dieser Weg eineinhalb Jahre zuvor bei einer Faschingsfeier. Ich bereitete mich damals auf das große Staatsexamen als Krankenschwester vor. Während meiner Ausbildungszeit träumte ich davon, nach Kalkutta zu fliegen, um Mutter Theresa zu unterstützen, die sich dort in selbstloser Liebe um die Ärmsten der Armen kümmerte. Ich träumte davon, dass Gott mit mir Großes vorhatte und wollte die Welt verändern, indem ich die Liebe, von der ich lebte, an andere weitergab. Ein Mann und vielleicht sogar ein Moslem, wie er mir dann begegnen und all meine Pläne zunichtemachen sollte, hatte eigentlich keinen Platz in meinem Leben. Dass ich mich dann doch verliebte und diesen Mann auch noch heiratete, war für meine Familie, wie auch für Freunde und Bekannte, die Sensation schlechthin. Für mich war es eine wichtige Erfahrung, dass alles Planen umsonst ist, weil unser Plan, ich nenne ihn Seelenplan, schon lange steht.
Der Mann, der meine Pläne durcheinanderbringen sollte, brachte erst einmal mich durcheinander. Das kam so: Der Herbergsvater eines evangelischen Studentenwohnheims hatte bei unserer Oberin angefragt, ob eine Gruppe Schülerinnen zu einer vorgezogenen Faschingsfeier seiner fünfzehn Studenten kommen könnte. Ich erholte mich gerade von einer kleinen Nasenoperation und verbrachte die meiste Zeit in meinem Zimmer. Deshalb bekam ich von der Aufregung und Vorfreude meiner Mitschülerinnen nicht sonderlich viel mit, bis Esther und Gudrun, die mit mir die Ausbildung machten, wenige Stunden vor der Feier bei mir auftauchten und mich bedrängten, zu dieser Party mitzukommen.
„Wir sind erst elf Mädchen, die zugesagt haben. Die anderen müssen am Wochenende arbeiten und dürfen nicht mitkommen, aber du hast doch frei“, versuchte Gudrun mich dafür zu begeistern.
„Und außerdem wird es dir guttun, hier rauszukommen, du bist ja nur noch mit deiner Arbeit und deinen Büchern beschäftigt“, fügte Esther ein wenig vorwurfsvoll hinzu, „und stell dir vor, wir müssen erst um Mitternacht wieder hier sein!” Ich erinnerte sie daran, dass ich an diesem Tag noch krankgeschrieben war und nicht einfach feiern gehen konnte und bekräftigte meinen Einwand mit dem Kommentar:
„Und ganz ehrlich, ich habe mit Fasching nichts am Hut. Beim letzten Mal, als ich zum Fasching gegangen bin, war ich acht Jahre alt und als Braut verkleidet.”
„Oh, dann machen wir das doch wieder!” Esther ließ sich nicht beirren und ignorierte meinen Hinweis auf meine Krankschreibung. Sie hatte auch gleich eine Idee für mein Kostüm: Aus einem weißen Bettlaken wollte sie schnell ein Brautkleid nähen. Doch mein heftiger Protest bremste sie in ihrer Begeisterung. Sie sah schließlich ein, dass das keine gute Idee war. Die Vorstellung, wie ich damit wohl ausgesehen hätte, eher als Geist, denn als Braut, beides gleich schlimm, löste eine Kettenreaktion von Lachanfällen bei uns allen aus. Mit dem Ergebnis, dass wir uns ernsthaft überlegten, wie wir den Studenten einen Streich spielen könnten.
Irgendwie schafften es die beiden doch noch, mich zum Mitkommen zu überreden. Die Oberin hatte keine Einwände und bat mich nur, gut auf mich aufzupassen. Esther zauberte von irgendwoher ein blau-rotes, glänzendes Minikleid mit Doppelrüschen und dazu passende blaue Strumpfhosen, und Gudrun verwandelte meine schulterlangen Haare mithilfe von Drähten in zwei waagerecht abstehende Zöpfe mit Schleifen. Innerhalb kurzer Zeit war aus einer angehenden Krankenschwester, die große Ziele vor sich hatte, wieder ein Teenager geworden, der die jungen Männer ärgern wollte.
Esther hatte die meisten und lustigsten Vorschläge für Streiche. Sie schubste uns mit ihren Ideen in eine ausgelassene Heiterkeit, die uns dermaßen aufputschte, dass wir völlig überdreht und kichernd im Wohnheim ankamen. Wahrscheinlich wollten wir damit unsere steigende Nervosität verbergen.
Unser Plan, den jungen Männern einen Streich zu spielen, löste sich in dem Moment in Luft auf, als wir ihnen gegenüberstanden und die gegenseitige Begutachtung begann. Ein plötzlicher Stromausfall unterbrach uns dabei. Anscheinend geschah das öfter, denn im Nu brannten viele Kerzen. Gudrun entdeckte eine freie Sitzgruppe in einer Ecke des Saals. Dorthin verzogen wir uns, um das Treiben um uns herum zu beobachten. Das Kerzenlicht schuf eine angenehmere Atmosphäre als zuvor das grelle, die Farben wechselnde Scheinwerferlicht. Wir staunten über Esther, die schon einige Studenten um sich versammelt hatte und diese mit ihrer unbekümmerten, humorvollen Art im dicksten schwäbischen Dialekt unterhielt. Besonders einer unter den Studenten schien ihr zu gefallen, denn sie schäkerte mit ihm und himmelte ihn an. Und das mit einem Augenaufschlag, der filmreif war. So kannten wir Esther nicht und wir fragten uns, wo sie das wohl gelernt hatte.
„Bestimmt nicht von ihrer Mutter!“ Gudruns flapsige Bemerkung verursachte bei uns erneut eine Reihe von Lachanfällen, denn Esthers Mutter war eine ehrwürdige Missionarsgattin.
„Wer bist du denn?“, unterbrach eine angenehme männliche Stimme unser Lachen. Vor uns stand ein hochgewachsener junger Mann in einem glitzernden, weiten Gewand. Um den Kopf hatte er einen Turban geschlungen, der von einem mehrfarbigen Glasstein zusammengehalten wurde. Trotz der spärlichen Beleuchtung konnte ich sehen, dass er wunderschöne, große, dunkle Augen mit langen Wimpern hatte, die mich belustigt anschauten. Ich war wie in seinem Bann gefangen und starrte ihn an und war nicht fähig, ihm zu antworten.
Was in jenen Sekunden in mir ablief, ist schwer zu beschreiben. Ich weiß nur noch, dass es in meinem Kopf klingelte, als wäre ein Glöckchen vom Wind erfasst worden. Und es war mir, als ob ich eine Stimme hörte, die mir sagte, dass dies der Mann sei, den ich heiraten würde. Woher diese Stimme kam, weiß ich bis heute nicht, aber sie war da. Ich war irritiert und fragte mich, warum so plötzlich und aus dem Nichts heraus das Thema Heiraten in meinem Kopf herumspukte. Ich versuchte mir einzureden, dass diese Gedanken wohl Nachwirkungen der Narkose sein mussten. Ja, ich war mir sicher, dass ich mir die Stimme nur eingebildet hatte. Niemand hatte gesprochen, sie war nur in meinem Kopf.
Die jäh aufleuchtenden Scheinwerfer holten mich in die Realität zurück. Ich hatte dem Märchenprinzen keine Antwort gegeben und schaute ihm verwundert nach, als er sich wieder unter die anderen Studenten mischte.
Der Abend begann mit einer Vorstellungsrunde und direkt danach war Damenwahl für den ersten Tanz. Da die Männer in der Überzahl waren, gab es keine Möglichkeit, mich davor zu drücken. Kurzentschlossen ging ich auf den schmächtigsten und kleinsten Studenten zu und bat ihn um den ersten Tanz. Er entpuppte sich als hervorragender Tänzer. Beim ersten Tanz, einem Rock’n’Roll, führte er so gut, dass ich in seinem Tempo mithalten konnte. Ich ließ mich herumwirbeln, als ob meine Gelenke und Knochen aus Gummi wären. Wir tanzten im Laufe des Abends noch öfter miteinander.
Mit dem orientalischen Prinzen tanzte ich bei dieser Feier nicht. Ich versuchte, ihm aus dem Weg zu gehen, denn ich sah in ihm eine Art Widersacher, der meinen Lebensplan durcheinanderbringen wollte. Dabei ahnte ich nicht, dass dieser Mann längst Teil meines Seelenplans war und ich mich meinem Schicksal nicht würde entziehen können. Dennoch ertappte ich mich dabei, wie meine Augen ihn suchten und wie enttäuscht ich war, dass er kein Interesse an mir zeigte. Unter der wachsamen Aufsicht der Herbergseltern verlief der Abend sittsam und in fröhlicher Stimmung und verging viel zu schnell. Kurz vor Mitternacht begleiteten uns die Studenten zum Wohnheim zurück, wo die Oberin uns schon erwartete.
Wegen der anstehenden Prüfungen war ich in den folgenden Tagen abgelenkt und hatte keine Zeit, mich in Tagträumen über den unbekannten Fremden zu verlieren. Der Abend der Faschingsfeier rückte immer mehr in den Hintergrund meiner Gedankenwelt. Langsam verblasste auch die Erinnerung an den Prinzen zunehmend. Ich war überzeugt, dass meine Wahrnehmungen, das Glöckchen und die Stimme, tatsächlich Folgen der Narkose gewesen sein mussten. Dennoch blieb eine innere Unruhe, die ich nicht so recht einzuordnen wusste.
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