Plätschern und Walzer

Plätschern und Walzer

Marie Likisch


EUR 17,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 332
ISBN: 978-3-95840-187-7
Erscheinungsdatum: 31.10.2016

Leseprobe:

Über mich

Ich bin Marie und schreibe diesen Roman. Ich bin 42 Jahre alt, mehrfache Mama, lebe getrennt vom Vater meiner Kinder, lebe als Single. Drei meiner Kinder leben zurzeit beim Vater, drei Kinder leben bei mir. Mein Vater wohnt ebenfalls in unserer bunten Wohngemeinschaft. Die Kinder dürfen nach Lust und Laune zwischen mir und ihrem Vater pendeln. Wir haben keine Besuchszeiten, sondern die Kinder haben zwei Zuhause. Der Vater der Kinder hat uneingeschränkten Zugang zu unserem Haus. Ich zu seinem. Ich betrachte ihn als eine Art Freund und Familienmitglied. Heute ist der 26. 12. 2015 und exakt 17.34 Uhr. Ich beginne hiermit dieses Buch und möchte es rasch und zügig schreiben. Ich werde die Zeiteinteilung in Tagen bei der einen Geschichte nutzen (Plätschern), die andere Geschichte (Walzer) ist ohne exakte Zeiteinteilung. Die Kinder sind gerade alle außer Haus; es sind bayerische Schulferien. Ich sitze auf meinem Sofa im Wohnzimmer; den Laptop auf meinen Beinen. Mein Leben besteht aus meinem Alltag als Hausfrau. Als Familienfrau koche, putze, wasche ich. Und ich kümmere mich um meine Kinder. Mein Leben hat sich seit meinem autobiografischen Buch „Jetzerla. Frau mit Vergangenheit sucht Mann für die Zukunft“ nicht wesentlich geändert. Ich arbeite in der Landwirtschaft meines Exlebenspartners und Vaters der Kinder stundenweise gegen Entgelt mit. Ich liebe nach wie vor meine Hobbys Tanzen und Singen. Wobei Tanzen meine Leidenschaft ist. Und manchmal auch Leiden. Ich besuche einmal wöchentlich, je eine Stunde, Ballettunterricht und Modernen Tanz. Joggen gehört zu meinen neuen Hobbys. Ich bin nach wie vor auf Singleplattformen im Internet registriert und hatte Liveverabredungen. Ich gehe hin und wieder mit einem fest liierten Mann zum Salsatanzen aus. Außerdem begann ich vor etwa 1,5 Jahren einen Singletanzkurs mit wechselnden Partnern in Standard-Latein; machte ein Jahr lang einen wöchentlichen Standard-Latein-Tanzkurs mit dem gleichen Tanzpartner. Dieser Kurs endete im Dezember mit einem Wiener Walzer. Das war meine Inspiration für den Titel. Die andere Inspiration für den Titel war, dass mein Leben dahinplätschert. Ich bin im Fluss des Lebens. Mein Leben fließt manchmal schnell und manchmal gemächlicher dahin. Es ist, wie auch der Titel sagt, ein Plätschern. Ich bin Single und als Single ist Fakt: Mr. Right lässt auf sich warten. Oder Gott hat mich einfach noch nicht zu ihm geführt. Im Moment finde ich diesen Status nicht mal so schlimm. Ich kann trotzdem mein Leben genießen. Partnerschaft ist nicht alles im Leben. Es gibt noch so viele andere schöne Aktivitäten und bereichernde Beziehungen. Ich sage das bewusst, weil manchmal stecke ich ja im Sumpf des Selbstmitleids, wegen einer fehlenden Partnerschaft. Und dieses Gejammer ist ja nicht unbedingt gerechtfertigt.
Aufgrund meiner Lebenserfahrung, dieser Tanzerfahrungen und der Begegnungen mit netten Menschen, meiner Erfahrungen mit meiner Familie und meinen Freundinnen möchte ich diese Geschichten verfassen. Diesmal jedoch nicht über mich, sondern über Sahra, eine fiktive Figur, die in meiner Fantasie entsteht. Klar werde ich auch viele Wahrheiten aus meinem Leben mit einbringen. Doch dies wird eine fiktive Handlung sein, alle Personen entspringen meinem Denkraum und meiner Kreativität. Manche Personen haben eine Vorlage. Ich gebe es zu. Deren Charakter und Aktivitäten ändere ich jedoch ab, sodass keine Person konkret beschrieben wird. Sahra wird in der Ich-Form sprechen. Und es wird sich in dem Roman viel um den Alltag in Mittelfranken und um das Tanzen, das Sahras Leidenschaft ist, drehen.
Ich wünsche euch viel Vergnügen und Entspannung beim Lesen. Vielleicht erkennen sich Tänzer und Tänzerinnen wieder. Und vielleicht wird bei dem einen oder der anderen der Wunsch geweckt, sich auch mal auf das Parkett zu wagen und das Tanzbein zu schwingen. Im Fluss des Tanzens und des Lebens zu sein. Wäre toll! Das Buch ist auch eine kleine Hommage an das Tanzen.


Plätschern

Samstag, 26. 12. 2015 – Hi, ich bin Sahra

Hi, ich bin Sahra. Ausgesprochen werde ich Sehra. Meine katholische Mutter hatte ein Faible für biblische Namen, die amerikanisch ausgesprochen werden. Ich bin 39 Jahre alt, Mama von drei Kindern. Die Zwillinge Nina und Tobi sind fast 8 Jahre alt und meine große Tochter Michaela ist 16 Jahre alt. Ich lebe vom Vater meiner Kinder getrennt. Wir waren allerdings nie verheiratet. Ich bringe mich und meine Kinder finanziell als Schriftstellerin durch. Eigentlich will ich mit dem Finanziellen gar nicht anfangen. Aber durch viele Fragen über meine eigene Finanzierung durch die Männerwelt weiß ich, wie wichtig diese Frage ist. Und manchmal kam es mir vor, als wäre sie die Frage schlechthin. Nicht das Sein und wie ich bin, was ich mache, sondern die Frage „Wie finanzierst du dich?“ wurde mir oft zu Beginn einer Begegnung gestellt und war für die Männer entscheidend. Sie wurde mir auch bisher bei jedem Date innerhalb von zwei Minuten gestellt. Diese Frage schockierte mich. Es hat sich so in mir verfestigt, dass ich es gleich zu Beginn der Erzählung erwähne und ungewollt übertrage. Diese Frage hat mich ein wenig verändert. Zumindest so, dass ich das, was ich bisher nie als wichtig erachtete und immer noch nicht als wichtig erachte, gleich zu Beginn der Geschichte stelle. Mittlerweile habe ich mich an diese Frage gewöhnt und bin innerlich darauf eingestellt. Es haut mich jetzt nicht mehr von den Socken und ich empfinde es nur noch als kleine Unverschämtheit. Aber eine Frechheit wird sie trotzdem bleiben und sie nervt mich immer noch sehr. Und ich hoffe, dass mir irgendwann einmal jemand diese Frage nicht stellt und andere Ambitionen hat. Ich versuche trotzdem, dieses Interesse zu verstehen. Und wenn ich mir überlege, dass das Geld der Maßstab für viele Dinge ist, dann wird mir das klar und ich versuche das zu durchdringen. Und weil viele Menschen an der Armutsgrenze leben, einen harten Alltag haben oder unter Wohnungsnot oder explodierenden Mietpreisen leiden, wird mir diese Frage auch verständlich. Und jeder 10. Haushalt in Nürnberg ist überschuldet. Darum ist es klar. Nur ich ticke in dieser Geldbeziehung anders. Ich frage mich dauernd, ob es nicht intelligentere Lösungen gibt, als die Welt mit Geld zu beschreiben. Und ob wir Menschen uns nicht selber in den Vordergrund rücken sollten und müssten. Weil wir es uns wert sind und wir als Menschheit den Sinn von Empathie und Kooperation erkannt haben: dass wir unser Leben und unser Miteinander verbessern wollen. Noch mal zu meinem Job: Es ist ein hartes Brot, weil der finanzielle Verdienst immer variiert. Ich schreibe für einen Verlag und meine Bücher erreichen eine Auflage, dass ich finanziell gerade damit auskomme. Dafür macht mir das Schreiben Spaß. Und das halte ich für das Wichtigste. Einen Beruf auszuüben, der mir Spaß macht und der mir liegt. Wofür ich eine Ader und ein Händchen habe. Vielleicht auch ein Köpfchen. Und wo ich einen Sinn erkenne. Dann kommen auch die Geschichten. Und die Handlungen und noch viel mehr. Und habe ich mal eine Idee, kann ich den Gedankengang weiter ausbauen. Und immer wieder erweitern und vertiefen. Ich genoss auch eine Ausbildung zur Erzieherin und besuchte eine Abendschule als Hauswirtschafterin. Diese Zweitausbildung fand ich ganz arg toll. Vor allem konnte ich sie ganz entspannt angehen, weil ich ja bereits eine abgeschlossene Ausbildung hatte. Die Atmosphäre und die Klassengemeinschaft und die Leute waren so nett. Ich denke, trotz der Klausuren, die mich immer belasten, gerne an diese Zeit zurück. Ich durfte viel lernen. Leider muss ich zugeben, dass ich haushaltsmäßig eine Minimalistin bin und nur das Nötigste mache. Das Wissen für mehr wäre jedoch vorhanden. Wissen und Tun sind leider bei mir auf diesem Gebiet nicht in Einklang zu bringen. Ich wende meine Kenntnisse nicht an. In diesem Fall ist es nicht tragisch. Die Grundreinigung und das Alltägliche funktioniert. Eine Grundordnung ist da. Einfache Speisen auch. Und mit dem Essensgericht auch ein Gericht, also eine Bewertung durch meine Kinder. Diese ständige Wertung nervt mich schon manchmal. Allerdings erhält sie auch die Kommunikation. Wäsche liegt immer im Schrank und mit dem Geld kann ich auch richtig wirtschaften und umgehen. Ich führe ein Haushaltsbuch. Soll und Haben sind immer ausbilanziert. Und die Tatsache, dass es bei mir einigermaßen ordentlich und sauber ist, beruhigt und bestärkt mich, weiter als Minimalistin meinen Haushalt zu führen.
Das Schreiben fällt mir manchmal leicht, manchmal schwer. Manchmal purzeln die Worte nur so in meinem Kopf herum. Und manchmal purzeln sie dann in die Finger. Meine Finger rauschen dann über die Buchstaben der Tastatur. Ich kann das Romanschreiben auch mit Wasser vergleichen. Es sammeln sich ständig neue Gedanken-Tröpfchen. Sie fließen zu einer Quelle zusammen. Die Wörter und Gedanken sprudeln aus mir heraus. Manchmal plätschert das Schreiben dahin, manchmal ist es ein starker Strom. Manchmal ein Rinnsal, manchmal ein großer Fluss. Schön ist es, wenn das Wasser gleichmäßig dahin plätschert. In meinem Kopf bilden sich dann viele Wortketten, die sich dann zu einem sinnvollen, manchmal auch weniger sinnigen Text fügen. Der Text soll zumindest sinnig sein; ob er es immer ist, ist eine andere Frage. Manchmal ist mein Kopf ziemlich leer und kein einziger Satz wird in meinem Gehirn gebildet. Totale Leere. Vakuum. Diese Situation fürchte und verabscheue ich: wenn mir absolut nichts einfällt, kein Gedanke meiner Fantasie entspringt und ich dann keinen Text auf den Laptop zaubern kann. Schreiben kann so richtig anstrengend sein. Ich schreibe Liebesromane. So richtig schnulzige. Gespickt mit harmlosen und gleichzeitig romantischen Sexszenen. Richtig romantisch. Trivialliteratur. Es gibt Leserinnen und Leser, die mögen das. Um einmal vom Alltag abzuschalten, in eine andere Welt abzugleiten, eine Leidenschaft zu erleben, die sie vielleicht im realen Leben nicht finden. Genauso schreibe ich auch: Herz-Schmerz. Und mein Alltag ist dabei so was von sinnlichkeitsleer und erotiklos, dass es mir manchmal selber zu eintönig ist. Aber ich kann ja leider keine Erotik herbeibeschwören, herbeizaubern oder herbeizwingen. Das geht alles gar nicht. Auf jeden Fall können in meinen Romanen die Funken fliegen, auch wenn mein Alltag so ganz anders ausschaut. Meiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt; die Gedanken sind frei und haben Flügel. Flügel in die Unendlichkeit. In die Welt der Ideen und der Wunder. Und für Minuten kann ich die Wirklichkeit in Magie verwandeln. Na klar, die reale Welt wäre mir lieber. Und ich unternehme auch vieles, um viel real zu erleben. Aber was nicht ist, kann zumindest in der Fantasie leben. Und das sind schöne Vorstellungen. Und vielleicht, irgendwann, werden solche oder ähnliche Träume Wirklichkeit. Es lebt dann dieser Traum.
Wir wohnen in einer Mietwohnung inmitten von Nürnberg. Es ist eine riesige Altbauwohnung mit kleiner Küche, Wohnzimmer, Bad und vier ganz kleinen Schlafzimmern. Der Gang ist im Verhältnis zu den Räumen zu groß geraten. Bietet dafür aber Platz für Schränke mit viel Stauraum. Die Küche hat eine Tür, die zu einem Balkon führt. Wir leben im ersten Stock. Das Haus hat vier Stockwerke. Und es leben noch drei andere Familien darin. Ganz tief unter der Erde, direkt unter dem Haus, verläuft ein U-Bahn-Schacht. Er wurde erst vor etwa 10 Jahren gebaut. Zu der U-Bahn-Station sind es nur wenige Minuten.
Vorgestern war Heiliger Abend. Der Vater der Kinder kam zu Besuch, mein Vater auch; wir gingen in die heilige Messe und feierten dann zusammen Weihnachten. Wegen dieses Festes trafen wir uns. Den Kindern gefiel es. Zu dem Geburtstagsfest von Jesus dichtete ich für meine Familie. Es ist ein Gebet, das sich nicht nur auf die Geburt Jesus bezieht, sondern auch auf Gott und den Heiligen Geist. Im christlichen Verständnis sind alle drei Personen eins. Das heißt eine Person. Und der Himmel ist überall da, wo keine Erde ist. Und der Himmel ist das Schöne, Gute und Wahre. In meinem Verständnis kann der Himmel da sein, wo die Luft anfängt, und geht dann in die Unendlichkeit. Meine Füße berühren den Boden und mein Körper ragt in den Himmel hinein. Wenn ich mich auf Zehenspitzen stelle, komme ich dem Göttlichen noch näher. Und weil Gott ein Gott ist, der mit uns wächst und sich in unserem Kopf, Herzen und dem ganzen Körper entfalten kann, spreche ich in dem Gedicht ganz viel von Entwicklung. Gott ist ein Vater, der sich mit mir entwickelt. Je mehr ich mich entwickle, umso mehr kann ich ihn verstehen. Ob sich Gott auch noch entwickelt, weiß ich nicht. Mir gefällt das Bild von Jesus, dass Gott Vater ist. Und Jesus sein Sohn. In dem Gebet werden sich alle meine Gedanken erschließen.

Du, mein Vater,
lass mich den Himmel offen sehen,
lass mich dein Wort verstehen.
Du bist Vater; Vater von mir.
Du bist Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Drei Personen, die meine Seele preist.
Drei Personen und doch eins; ich bin sogar eins mit dir.
Du bist ein guter Vater, wie ich dich verstehe;
ein Vater, der sich mit mir entwickelt, sodass ich sehe.
Bist du flexibel und veränderst dich?
Orientierst du dich dabei ganz an mich?
Lass mich den Himmel offen sehen,
lass mich dein Wort ganz und gar verstehen.
Nimm mich in die Entwicklung mit der Zeit hinein,
lass mich ganz und gar dein Kind sein.
Ein Kind, das sich verändert und reift,
ein Sohn und eine Tochter, die die Welt und dich begreift.
Lass mich den Himmel offen sehen,
lass mich dein Wort verstehen.
Lass mich hoch fliegen zu dir,
bring mich näher zu dir und damit zu mir.
Lass mich sein, so wie du mich haben willst;
ein Kind der Liebe und des Lichts.
Lass mich den Himmel offen sehen;
lass mich dich verstehen.
Ich will dich begreifen, deinen Willen tun,
jetzt und in alle Ewigkeit in dir ruhn.
Ich will dich begreifen,
geistig nach deinen Sternen greifen.
Sternen der Wahrheit und des Lichts,
die leuchten und da sind, in der Finsternis.
Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben,
gib mir den Mut, in deiner Wahrheit zu leben.

Im Namen des Vaters, des Sohnes
und des Heiligen Geistes beginnen wir.
Es gibt einen Weg zu dir.
Ein Weg, der schon immer ist,
zu gehen und zu wählen meine Aufgabe ist.
Du bist der Weg und das Ziel,
Anfang und Ende, wenig und viel.
Du bist das Maß der Welt;
dich will ich verstehen; ob ich es kann, sei dahingestellt.
Ich will es versuchen,
mein Leben danach zu „buchen“.
(Manchmal müssen auch moderne Wörter in ein Gebet.)
Du bist das Buch, das alles umfasst,
die Melodien, Texte, Tänze, Kreativität der Arbeit,
das Ganze, Tag und Nacht.
Vollendung und Vollkommenheit gibt es nur bei dir;
du bist der Maßstab; Richtigkeit gibt es nur mit dir.
Du setzt alles ins richtige Licht;
bist Philosophie, Sinnhaftigkeit und Mathematik.
Du bist der Glaube, der Leben gibt;
dein Sohn, der Heilige Geist und du, der uns liebt.
Du bist der Gedanke, der alles umgreift,
die Zeit, die unser Leben umkreist.
Lass mich in deiner Liebe leben,
mir meine verwirrten Gedanken vergeben.
Du vergibst immer und ewig,
Gnade und Heil, dafür bist du der König.
Lass mich leben nach dem Licht und deinem Geist,
der mir immer den Weg weist.
Du bist Orientierung und Ziel,
das zu wissen hilft mir in meiner Schwachheit viel.

Ich beginne jede Sekunde, jede Minute, jeden Tag mit dem Satz, der alles umfasst:
Im Namen des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geistes. Amen.

Weil ich so viele Fragen an Gott habe, verfasste ich gleich noch ein Gebet zu Weihnachten:

EMPATHIE
Gott, fühlst du mit mir mit?
Bist du bei meinen Gefühlen dabei?
Ist es wahr, dass dein Wort wahr sei?
Was ist wahr? Was soll ich glauben? Was soll ich tun?
Kann ich wirklich in deiner Wahrheit ruhn?
Was ist die Wahrheit bei dir?
Dass ich das glauben soll?
Was kommt wirklich von dir?
Jesus sagt, dass ich Gottes Willen tun soll.
Was ist dein Wille? Bitte lass mich ihn empfinden,
mich in dich einfühlen, mich mit dir verbinden.
Ich möchte die Verbindung zu dir,
von Herz, Hand, Seele, Geist und alles von mir.
Ich möchte mit dir im Einklang sein,
eins mit dir sein.
So wie Jesus dein Sohn war und ist,
möchte ich, dass du bei mir bist.
Ich spreche zu dir – Fragen, Fragen und Fragen –,
wenn ich höre: Die Antwort gibst du mir.
Bitte gib mir ein hörendes, warmes und fühlendes Herz
und mach mich empfindsam für meinen und anderen Schmerz.
Schmerz, den ich habe, wenn ich Unrecht tu;
Unrecht will ich ändern, ewig und immerzu.
Die Fähigkeit, meinem Herzen zu folgen,
dabei leicht zu sein wie Wind und Wolken.
Du bist der Atem, der alles lebendig macht;
Sagen und Tun liegen in deiner Hand
und auch in meiner Macht.
Sei du die Macht, die mich antreibt,
die Motivation, der Wind,
der in meinem Herzen und meinen Gedanken weilt.
Gib mir Gedanken der Güte, der Liebe,
des Glaubens und des Lichts;
führe mich heraus aus meiner Nacht und Finsternis.
Nacht und Finsternis gehören zum Leben;
wurden von dir gegeben.
Sie werden wiederkehren immerzu,
aber ich will sie durchdringen, unter der Sonne leben
und nur bei Nacht ruhen.
Du bist das Herz, die Liebe und der Verstand,
alles liegt allein in deiner Hand.
Ich bitte und du wirst mir geben,
Freiheit und Empathie zum Leben.
Du gabst und bist die Empathie,
zu dir bete ich und auf dich verlass ich mich – egal wie.

LASS MICH DEN HIMMEL OFFEN SEHEN
Was ist der Himmel für mich –
all das Gute, all die Liebe durch dich.
All die Menschen,
die mich deine Liebe spüren lassen und geben;
es gibt mir Energie und Mut zum Leben.
Achtung, Wertschätzung, Nähe und Dasein von Menschen
lässt mich wachsen und entwickeln,
lässt mich Menschen und dich so schätzen.
Das ist ein Stück Himmel für mich;
durch andere erkenne ich dich.
Ein Mensch ist mir so wichtig;
es ist so schön, dass er da ist.
Es tut gut, was gemeinsam zu tun;
es ist so wohltuend und entspannt,
gemeinsam in dir, Gott, zu ruhn.
Ein Mensch macht mich reicher;
mein Leben wird so leichter.

Über mich

Ich bin Marie und schreibe diesen Roman. Ich bin 42 Jahre alt, mehrfache Mama, lebe getrennt vom Vater meiner Kinder, lebe als Single. Drei meiner Kinder leben zurzeit beim Vater, drei Kinder leben bei mir. Mein Vater wohnt ebenfalls in unserer bunten Wohngemeinschaft. Die Kinder dürfen nach Lust und Laune zwischen mir und ihrem Vater pendeln. Wir haben keine Besuchszeiten, sondern die Kinder haben zwei Zuhause. Der Vater der Kinder hat uneingeschränkten Zugang zu unserem Haus. Ich zu seinem. Ich betrachte ihn als eine Art Freund und Familienmitglied. Heute ist der 26. 12. 2015 und exakt 17.34 Uhr. Ich beginne hiermit dieses Buch und möchte es rasch und zügig schreiben. Ich werde die Zeiteinteilung in Tagen bei der einen Geschichte nutzen (Plätschern), die andere Geschichte (Walzer) ist ohne exakte Zeiteinteilung. Die Kinder sind gerade alle außer Haus; es sind bayerische Schulferien. Ich sitze auf meinem Sofa im Wohnzimmer; den Laptop auf meinen Beinen. Mein Leben besteht aus meinem Alltag als Hausfrau. Als Familienfrau koche, putze, wasche ich. Und ich kümmere mich um meine Kinder. Mein Leben hat sich seit meinem autobiografischen Buch „Jetzerla. Frau mit Vergangenheit sucht Mann für die Zukunft“ nicht wesentlich geändert. Ich arbeite in der Landwirtschaft meines Exlebenspartners und Vaters der Kinder stundenweise gegen Entgelt mit. Ich liebe nach wie vor meine Hobbys Tanzen und Singen. Wobei Tanzen meine Leidenschaft ist. Und manchmal auch Leiden. Ich besuche einmal wöchentlich, je eine Stunde, Ballettunterricht und Modernen Tanz. Joggen gehört zu meinen neuen Hobbys. Ich bin nach wie vor auf Singleplattformen im Internet registriert und hatte Liveverabredungen. Ich gehe hin und wieder mit einem fest liierten Mann zum Salsatanzen aus. Außerdem begann ich vor etwa 1,5 Jahren einen Singletanzkurs mit wechselnden Partnern in Standard-Latein; machte ein Jahr lang einen wöchentlichen Standard-Latein-Tanzkurs mit dem gleichen Tanzpartner. Dieser Kurs endete im Dezember mit einem Wiener Walzer. Das war meine Inspiration für den Titel. Die andere Inspiration für den Titel war, dass mein Leben dahinplätschert. Ich bin im Fluss des Lebens. Mein Leben fließt manchmal schnell und manchmal gemächlicher dahin. Es ist, wie auch der Titel sagt, ein Plätschern. Ich bin Single und als Single ist Fakt: Mr. Right lässt auf sich warten. Oder Gott hat mich einfach noch nicht zu ihm geführt. Im Moment finde ich diesen Status nicht mal so schlimm. Ich kann trotzdem mein Leben genießen. Partnerschaft ist nicht alles im Leben. Es gibt noch so viele andere schöne Aktivitäten und bereichernde Beziehungen. Ich sage das bewusst, weil manchmal stecke ich ja im Sumpf des Selbstmitleids, wegen einer fehlenden Partnerschaft. Und dieses Gejammer ist ja nicht unbedingt gerechtfertigt.
Aufgrund meiner Lebenserfahrung, dieser Tanzerfahrungen und der Begegnungen mit netten Menschen, meiner Erfahrungen mit meiner Familie und meinen Freundinnen möchte ich diese Geschichten verfassen. Diesmal jedoch nicht über mich, sondern über Sahra, eine fiktive Figur, die in meiner Fantasie entsteht. Klar werde ich auch viele Wahrheiten aus meinem Leben mit einbringen. Doch dies wird eine fiktive Handlung sein, alle Personen entspringen meinem Denkraum und meiner Kreativität. Manche Personen haben eine Vorlage. Ich gebe es zu. Deren Charakter und Aktivitäten ändere ich jedoch ab, sodass keine Person konkret beschrieben wird. Sahra wird in der Ich-Form sprechen. Und es wird sich in dem Roman viel um den Alltag in Mittelfranken und um das Tanzen, das Sahras Leidenschaft ist, drehen.
Ich wünsche euch viel Vergnügen und Entspannung beim Lesen. Vielleicht erkennen sich Tänzer und Tänzerinnen wieder. Und vielleicht wird bei dem einen oder der anderen der Wunsch geweckt, sich auch mal auf das Parkett zu wagen und das Tanzbein zu schwingen. Im Fluss des Tanzens und des Lebens zu sein. Wäre toll! Das Buch ist auch eine kleine Hommage an das Tanzen.


Plätschern

Samstag, 26. 12. 2015 – Hi, ich bin Sahra

Hi, ich bin Sahra. Ausgesprochen werde ich Sehra. Meine katholische Mutter hatte ein Faible für biblische Namen, die amerikanisch ausgesprochen werden. Ich bin 39 Jahre alt, Mama von drei Kindern. Die Zwillinge Nina und Tobi sind fast 8 Jahre alt und meine große Tochter Michaela ist 16 Jahre alt. Ich lebe vom Vater meiner Kinder getrennt. Wir waren allerdings nie verheiratet. Ich bringe mich und meine Kinder finanziell als Schriftstellerin durch. Eigentlich will ich mit dem Finanziellen gar nicht anfangen. Aber durch viele Fragen über meine eigene Finanzierung durch die Männerwelt weiß ich, wie wichtig diese Frage ist. Und manchmal kam es mir vor, als wäre sie die Frage schlechthin. Nicht das Sein und wie ich bin, was ich mache, sondern die Frage „Wie finanzierst du dich?“ wurde mir oft zu Beginn einer Begegnung gestellt und war für die Männer entscheidend. Sie wurde mir auch bisher bei jedem Date innerhalb von zwei Minuten gestellt. Diese Frage schockierte mich. Es hat sich so in mir verfestigt, dass ich es gleich zu Beginn der Erzählung erwähne und ungewollt übertrage. Diese Frage hat mich ein wenig verändert. Zumindest so, dass ich das, was ich bisher nie als wichtig erachtete und immer noch nicht als wichtig erachte, gleich zu Beginn der Geschichte stelle. Mittlerweile habe ich mich an diese Frage gewöhnt und bin innerlich darauf eingestellt. Es haut mich jetzt nicht mehr von den Socken und ich empfinde es nur noch als kleine Unverschämtheit. Aber eine Frechheit wird sie trotzdem bleiben und sie nervt mich immer noch sehr. Und ich hoffe, dass mir irgendwann einmal jemand diese Frage nicht stellt und andere Ambitionen hat. Ich versuche trotzdem, dieses Interesse zu verstehen. Und wenn ich mir überlege, dass das Geld der Maßstab für viele Dinge ist, dann wird mir das klar und ich versuche das zu durchdringen. Und weil viele Menschen an der Armutsgrenze leben, einen harten Alltag haben oder unter Wohnungsnot oder explodierenden Mietpreisen leiden, wird mir diese Frage auch verständlich. Und jeder 10. Haushalt in Nürnberg ist überschuldet. Darum ist es klar. Nur ich ticke in dieser Geldbeziehung anders. Ich frage mich dauernd, ob es nicht intelligentere Lösungen gibt, als die Welt mit Geld zu beschreiben. Und ob wir Menschen uns nicht selber in den Vordergrund rücken sollten und müssten. Weil wir es uns wert sind und wir als Menschheit den Sinn von Empathie und Kooperation erkannt haben: dass wir unser Leben und unser Miteinander verbessern wollen. Noch mal zu meinem Job: Es ist ein hartes Brot, weil der finanzielle Verdienst immer variiert. Ich schreibe für einen Verlag und meine Bücher erreichen eine Auflage, dass ich finanziell gerade damit auskomme. Dafür macht mir das Schreiben Spaß. Und das halte ich für das Wichtigste. Einen Beruf auszuüben, der mir Spaß macht und der mir liegt. Wofür ich eine Ader und ein Händchen habe. Vielleicht auch ein Köpfchen. Und wo ich einen Sinn erkenne. Dann kommen auch die Geschichten. Und die Handlungen und noch viel mehr. Und habe ich mal eine Idee, kann ich den Gedankengang weiter ausbauen. Und immer wieder erweitern und vertiefen. Ich genoss auch eine Ausbildung zur Erzieherin und besuchte eine Abendschule als Hauswirtschafterin. Diese Zweitausbildung fand ich ganz arg toll. Vor allem konnte ich sie ganz entspannt angehen, weil ich ja bereits eine abgeschlossene Ausbildung hatte. Die Atmosphäre und die Klassengemeinschaft und die Leute waren so nett. Ich denke, trotz der Klausuren, die mich immer belasten, gerne an diese Zeit zurück. Ich durfte viel lernen. Leider muss ich zugeben, dass ich haushaltsmäßig eine Minimalistin bin und nur das Nötigste mache. Das Wissen für mehr wäre jedoch vorhanden. Wissen und Tun sind leider bei mir auf diesem Gebiet nicht in Einklang zu bringen. Ich wende meine Kenntnisse nicht an. In diesem Fall ist es nicht tragisch. Die Grundreinigung und das Alltägliche funktioniert. Eine Grundordnung ist da. Einfache Speisen auch. Und mit dem Essensgericht auch ein Gericht, also eine Bewertung durch meine Kinder. Diese ständige Wertung nervt mich schon manchmal. Allerdings erhält sie auch die Kommunikation. Wäsche liegt immer im Schrank und mit dem Geld kann ich auch richtig wirtschaften und umgehen. Ich führe ein Haushaltsbuch. Soll und Haben sind immer ausbilanziert. Und die Tatsache, dass es bei mir einigermaßen ordentlich und sauber ist, beruhigt und bestärkt mich, weiter als Minimalistin meinen Haushalt zu führen.
Das Schreiben fällt mir manchmal leicht, manchmal schwer. Manchmal purzeln die Worte nur so in meinem Kopf herum. Und manchmal purzeln sie dann in die Finger. Meine Finger rauschen dann über die Buchstaben der Tastatur. Ich kann das Romanschreiben auch mit Wasser vergleichen. Es sammeln sich ständig neue Gedanken-Tröpfchen. Sie fließen zu einer Quelle zusammen. Die Wörter und Gedanken sprudeln aus mir heraus. Manchmal plätschert das Schreiben dahin, manchmal ist es ein starker Strom. Manchmal ein Rinnsal, manchmal ein großer Fluss. Schön ist es, wenn das Wasser gleichmäßig dahin plätschert. In meinem Kopf bilden sich dann viele Wortketten, die sich dann zu einem sinnvollen, manchmal auch weniger sinnigen Text fügen. Der Text soll zumindest sinnig sein; ob er es immer ist, ist eine andere Frage. Manchmal ist mein Kopf ziemlich leer und kein einziger Satz wird in meinem Gehirn gebildet. Totale Leere. Vakuum. Diese Situation fürchte und verabscheue ich: wenn mir absolut nichts einfällt, kein Gedanke meiner Fantasie entspringt und ich dann keinen Text auf den Laptop zaubern kann. Schreiben kann so richtig anstrengend sein. Ich schreibe Liebesromane. So richtig schnulzige. Gespickt mit harmlosen und gleichzeitig romantischen Sexszenen. Richtig romantisch. Trivialliteratur. Es gibt Leserinnen und Leser, die mögen das. Um einmal vom Alltag abzuschalten, in eine andere Welt abzugleiten, eine Leidenschaft zu erleben, die sie vielleicht im realen Leben nicht finden. Genauso schreibe ich auch: Herz-Schmerz. Und mein Alltag ist dabei so was von sinnlichkeitsleer und erotiklos, dass es mir manchmal selber zu eintönig ist. Aber ich kann ja leider keine Erotik herbeibeschwören, herbeizaubern oder herbeizwingen. Das geht alles gar nicht. Auf jeden Fall können in meinen Romanen die Funken fliegen, auch wenn mein Alltag so ganz anders ausschaut. Meiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt; die Gedanken sind frei und haben Flügel. Flügel in die Unendlichkeit. In die Welt der Ideen und der Wunder. Und für Minuten kann ich die Wirklichkeit in Magie verwandeln. Na klar, die reale Welt wäre mir lieber. Und ich unternehme auch vieles, um viel real zu erleben. Aber was nicht ist, kann zumindest in der Fantasie leben. Und das sind schöne Vorstellungen. Und vielleicht, irgendwann, werden solche oder ähnliche Träume Wirklichkeit. Es lebt dann dieser Traum.
Wir wohnen in einer Mietwohnung inmitten von Nürnberg. Es ist eine riesige Altbauwohnung mit kleiner Küche, Wohnzimmer, Bad und vier ganz kleinen Schlafzimmern. Der Gang ist im Verhältnis zu den Räumen zu groß geraten. Bietet dafür aber Platz für Schränke mit viel Stauraum. Die Küche hat eine Tür, die zu einem Balkon führt. Wir leben im ersten Stock. Das Haus hat vier Stockwerke. Und es leben noch drei andere Familien darin. Ganz tief unter der Erde, direkt unter dem Haus, verläuft ein U-Bahn-Schacht. Er wurde erst vor etwa 10 Jahren gebaut. Zu der U-Bahn-Station sind es nur wenige Minuten.
Vorgestern war Heiliger Abend. Der Vater der Kinder kam zu Besuch, mein Vater auch; wir gingen in die heilige Messe und feierten dann zusammen Weihnachten. Wegen dieses Festes trafen wir uns. Den Kindern gefiel es. Zu dem Geburtstagsfest von Jesus dichtete ich für meine Familie. Es ist ein Gebet, das sich nicht nur auf die Geburt Jesus bezieht, sondern auch auf Gott und den Heiligen Geist. Im christlichen Verständnis sind alle drei Personen eins. Das heißt eine Person. Und der Himmel ist überall da, wo keine Erde ist. Und der Himmel ist das Schöne, Gute und Wahre. In meinem Verständnis kann der Himmel da sein, wo die Luft anfängt, und geht dann in die Unendlichkeit. Meine Füße berühren den Boden und mein Körper ragt in den Himmel hinein. Wenn ich mich auf Zehenspitzen stelle, komme ich dem Göttlichen noch näher. Und weil Gott ein Gott ist, der mit uns wächst und sich in unserem Kopf, Herzen und dem ganzen Körper entfalten kann, spreche ich in dem Gedicht ganz viel von Entwicklung. Gott ist ein Vater, der sich mit mir entwickelt. Je mehr ich mich entwickle, umso mehr kann ich ihn verstehen. Ob sich Gott auch noch entwickelt, weiß ich nicht. Mir gefällt das Bild von Jesus, dass Gott Vater ist. Und Jesus sein Sohn. In dem Gebet werden sich alle meine Gedanken erschließen.

Du, mein Vater,
lass mich den Himmel offen sehen,
lass mich dein Wort verstehen.
Du bist Vater; Vater von mir.
Du bist Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Drei Personen, die meine Seele preist.
Drei Personen und doch eins; ich bin sogar eins mit dir.
Du bist ein guter Vater, wie ich dich verstehe;
ein Vater, der sich mit mir entwickelt, sodass ich sehe.
Bist du flexibel und veränderst dich?
Orientierst du dich dabei ganz an mich?
Lass mich den Himmel offen sehen,
lass mich dein Wort ganz und gar verstehen.
Nimm mich in die Entwicklung mit der Zeit hinein,
lass mich ganz und gar dein Kind sein.
Ein Kind, das sich verändert und reift,
ein Sohn und eine Tochter, die die Welt und dich begreift.
Lass mich den Himmel offen sehen,
lass mich dein Wort verstehen.
Lass mich hoch fliegen zu dir,
bring mich näher zu dir und damit zu mir.
Lass mich sein, so wie du mich haben willst;
ein Kind der Liebe und des Lichts.
Lass mich den Himmel offen sehen;
lass mich dich verstehen.
Ich will dich begreifen, deinen Willen tun,
jetzt und in alle Ewigkeit in dir ruhn.
Ich will dich begreifen,
geistig nach deinen Sternen greifen.
Sternen der Wahrheit und des Lichts,
die leuchten und da sind, in der Finsternis.
Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben,
gib mir den Mut, in deiner Wahrheit zu leben.

Im Namen des Vaters, des Sohnes
und des Heiligen Geistes beginnen wir.
Es gibt einen Weg zu dir.
Ein Weg, der schon immer ist,
zu gehen und zu wählen meine Aufgabe ist.
Du bist der Weg und das Ziel,
Anfang und Ende, wenig und viel.
Du bist das Maß der Welt;
dich will ich verstehen; ob ich es kann, sei dahingestellt.
Ich will es versuchen,
mein Leben danach zu „buchen“.
(Manchmal müssen auch moderne Wörter in ein Gebet.)
Du bist das Buch, das alles umfasst,
die Melodien, Texte, Tänze, Kreativität der Arbeit,
das Ganze, Tag und Nacht.
Vollendung und Vollkommenheit gibt es nur bei dir;
du bist der Maßstab; Richtigkeit gibt es nur mit dir.
Du setzt alles ins richtige Licht;
bist Philosophie, Sinnhaftigkeit und Mathematik.
Du bist der Glaube, der Leben gibt;
dein Sohn, der Heilige Geist und du, der uns liebt.
Du bist der Gedanke, der alles umgreift,
die Zeit, die unser Leben umkreist.
Lass mich in deiner Liebe leben,
mir meine verwirrten Gedanken vergeben.
Du vergibst immer und ewig,
Gnade und Heil, dafür bist du der König.
Lass mich leben nach dem Licht und deinem Geist,
der mir immer den Weg weist.
Du bist Orientierung und Ziel,
das zu wissen hilft mir in meiner Schwachheit viel.

Ich beginne jede Sekunde, jede Minute, jeden Tag mit dem Satz, der alles umfasst:
Im Namen des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geistes. Amen.

Weil ich so viele Fragen an Gott habe, verfasste ich gleich noch ein Gebet zu Weihnachten:

EMPATHIE
Gott, fühlst du mit mir mit?
Bist du bei meinen Gefühlen dabei?
Ist es wahr, dass dein Wort wahr sei?
Was ist wahr? Was soll ich glauben? Was soll ich tun?
Kann ich wirklich in deiner Wahrheit ruhn?
Was ist die Wahrheit bei dir?
Dass ich das glauben soll?
Was kommt wirklich von dir?
Jesus sagt, dass ich Gottes Willen tun soll.
Was ist dein Wille? Bitte lass mich ihn empfinden,
mich in dich einfühlen, mich mit dir verbinden.
Ich möchte die Verbindung zu dir,
von Herz, Hand, Seele, Geist und alles von mir.
Ich möchte mit dir im Einklang sein,
eins mit dir sein.
So wie Jesus dein Sohn war und ist,
möchte ich, dass du bei mir bist.
Ich spreche zu dir – Fragen, Fragen und Fragen –,
wenn ich höre: Die Antwort gibst du mir.
Bitte gib mir ein hörendes, warmes und fühlendes Herz
und mach mich empfindsam für meinen und anderen Schmerz.
Schmerz, den ich habe, wenn ich Unrecht tu;
Unrecht will ich ändern, ewig und immerzu.
Die Fähigkeit, meinem Herzen zu folgen,
dabei leicht zu sein wie Wind und Wolken.
Du bist der Atem, der alles lebendig macht;
Sagen und Tun liegen in deiner Hand
und auch in meiner Macht.
Sei du die Macht, die mich antreibt,
die Motivation, der Wind,
der in meinem Herzen und meinen Gedanken weilt.
Gib mir Gedanken der Güte, der Liebe,
des Glaubens und des Lichts;
führe mich heraus aus meiner Nacht und Finsternis.
Nacht und Finsternis gehören zum Leben;
wurden von dir gegeben.
Sie werden wiederkehren immerzu,
aber ich will sie durchdringen, unter der Sonne leben
und nur bei Nacht ruhen.
Du bist das Herz, die Liebe und der Verstand,
alles liegt allein in deiner Hand.
Ich bitte und du wirst mir geben,
Freiheit und Empathie zum Leben.
Du gabst und bist die Empathie,
zu dir bete ich und auf dich verlass ich mich – egal wie.

LASS MICH DEN HIMMEL OFFEN SEHEN
Was ist der Himmel für mich –
all das Gute, all die Liebe durch dich.
All die Menschen,
die mich deine Liebe spüren lassen und geben;
es gibt mir Energie und Mut zum Leben.
Achtung, Wertschätzung, Nähe und Dasein von Menschen
lässt mich wachsen und entwickeln,
lässt mich Menschen und dich so schätzen.
Das ist ein Stück Himmel für mich;
durch andere erkenne ich dich.
Ein Mensch ist mir so wichtig;
es ist so schön, dass er da ist.
Es tut gut, was gemeinsam zu tun;
es ist so wohltuend und entspannt,
gemeinsam in dir, Gott, zu ruhn.
Ein Mensch macht mich reicher;
mein Leben wird so leichter.

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