Peng-Gedichte

Peng-Gedichte

Lütte Peng


EUR 14,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 102
ISBN: 978-3-99048-296-4
Erscheinungsdatum: 16.11.2015
Peng-Gedichte enden mit einem Peng (Knall), der uns aus unseren Träumen reißt. Sie möchten wachrütteln, manchmal auch mit philosophischen Zwischentönen oder besinnliche Gedanken, die jeder Mensch in stillen Stunden hin und wieder einmal hat.
Der Patient

Vom Patienten kann man lernen,
Demut und Geduld zu üben.
Ein wenig Heilung bringt ihm Frieden,
wenn die Schmerzen sich entfernen.

Belehre mich – nun fang schon an!
Wie erträgst Du Deine Schmerzen?
Geht es nur mit starkem Herzen?
Irgendwann bin ich doch dran!

Sage mir, wie man es schafft,
täglich Heilung zu erhoffen?
Wie viele Fragen bleiben offen?
Woher nimmst Du diese Kraft?

Furchtlos trittst Du der Gefahr,
die in Deinem Körper wohnt
und Dich keineswegs verschont
entgegen, als ob da gar nichts war!

Woher nimmst Du diesen Mut?
Woher nimmst Du diese Stärke?
Gibt Deine Seele Dir die Härte,
wenn Du sagst: „Es geht mir gut“?

Dabei rahmt dann Deinen Mund
ein sanftes Schmunzeln und ein Lächeln.
Lass mich ein wenig Kühlung fächeln,
denn ich bin hilflos und gesund!

Und dann gib mir Deine Hand.
Auch wenn wir nicht gehen können,
schreiten wir und laufen, rennen
in ein weites, fernes Land.

In diesem Land, fühl’ ich beklommen,
musst Du mich als Blinde(r) führen,
öffne mir dort alle Türen!

Wenn dann meine Zeit gekommen,
hätt ich gerne Deine Würde.
Für die allerschwerste Bürde
möcht ich Deine Stärke dann.

Belehre mich – nun fang schon an!


Es gibt in den Krankenzimmern der Welt unzählige stille Helden. Als gesundem Menschen fehlt uns oft diese gewaltige und große Demut und Geduld des Patienten. Wir sollten nicht aufhören, in diesem Punkt vom Patienten zu lernen, um gewappnet zu sein. Wenn wir aus Dank dafür dem Kranken, Hilflosen und Schwachen unsere Unterstützung nicht verweigern, wird unsere Hilfe so zur eigenen Belohnung.

***

Gesundheit

Kiwis, Birnen, Apfelsaft,
auch die Pflaumen geben Kraft.
Und ich schreib auf meine Fahnen
Kefir, Joghurt und Bananen.

Volles Korn, gut eingeweicht,
nur mit Wasser, sonst entweicht,
obwohl Du doch diszipliniert,
Dir ein Furz ganz ungeniert.

Karotten, Knoblauch und Salate,
Yoga-Übung auf der Matte,
täglich eine ganze Zwiebel
empfiehlt Dir die Gesundheitsbibel.
Auf dass das Fit-sein Dir gelingt,
merke Dir – Gesundheit stinkt.

Täglich tausend Meter laufen,
danach sollst Du Säfte saufen
und beileibe nicht vergessen,
Reben sollte man nur essen,
wie die „… Bibel“ wissen lässt,
möglichst vor dem Gärprozess!

Die Gesundheit ist ein Segen,
keiner blieb bisher am Leben!


Wir sind erst am Anfang der Gesundheitslehre. Gesundheit hat nicht nur mit der Ernährung zu tun, sondern auch mit der Hygiene des Körpers und insbesondere mit der Hygiene der Gedanken – des Geistes.

Im weitesten Sinne ist auch die Gerechtigkeit eine Art Gesundheit und die Ungerechtigkeit eine Art schlimme Krankheit.
Wir sollten uns bemühen, die Gesundheit als eine allumfassende Aufgabe zu begreifen und den Gemeinschaftskörper in die Gesundheitslehre mit einbeziehen.

***

Das Prinzip

Achtung zollt man dem Prinzip,
das alles bietet, alles gibt.
Darum wird es unbesohlt
immer wieder wiederholt.

Durch Wiederholung stark vermehrt,
wird der Erfolg bald umgekehrt.
Vom Siegen hat Erfolg genug.
Das Prinzip geht auch zu Bruch.

Denn wenn stets die Kopie kopiert,
sie an der Substanz verliert,
bis das Prinzip bald ganz verloren.
Der Tod wird immer mit geboren.

Dieses, wenn auch unbeliebt,
ist das ewige Prinzip.

Auch der Mensch, Natur-Erfolg,
vermehrt sich daher Volk um Volk
und hat sich bald aus eigner Kraft
in naher Zukunft abgeschafft;
Es sei denn, der Mensch entdeckt,
dass in ihm ein Verstand noch steckt.

… Das Prinzip: „Das Überleben
soll man nur den Starken geben“
hatte Saurier zum Ziel.
Von denen gibt es auch nicht viel!


Im Verlauf der Evolution hat die Natur aus dem Evolutions-Prinzip: „Versuch mit dem Ergebnis: Irrtum oder Erfolg und wieder Versuch …“ gelernt, dass das Prinzip, die „Gerechtigkeit des Stärkeren“ mit absoluter Sicherheit am Ende immer zu einem Kollaps führt.

Nur aus diesem Grund hat die Natur einem Lebewesen wie dem Menschen einen Verstand gegeben, um diesem Prinzip mit den fatalen Folgen ein Ende zu setzen.

Der Mensch lebt aber weiterhin nach dem Prinzip der „Gerechtigkeit des Stärkeren“. Bisher wurden alle Menschen, die der „Gerechtigkeit des Stärkeren“ ein besseres Prinzip entgegensetzen wollten, umgebracht.
Wenn wir aber den Grund unseres Verstandes nicht begreifen, gehen wir, wie alle starken Spezies der Vergangenheit in den vergangenen Jahrmillionen, dem endgültigen Kollaps der Menschheit entgegen.
So sollten wir die „Gerechtigkeit des Stärkeren“ durch eine „allumfassende Gesundheitspflege“ ersetzen. „Gesundheit des eigenen als auch des globalen Gemeinschaftskörpers!“
Eine neue Wissenschaft!

***

Richter

Überall auf unserer Welt
werden Urteile gefällt.
Wohlgefühl befällt ein jeden,
stets sein Urteil abzugeben.
Er glaubt, sein Urteil hat Gewicht,
wie ein Richter vor Gericht.

Ob in- oder auch kompetent,
er sich als Besserer bekennt.
Ob un- oder gefragt,
er stets sein ungefragtes Urteil sagt.

Erst in- und dann offiziell
bist Du ruck-zuck kriminell.
Und den anderen fiesen Lümmel
lobt man dafür in den Himmel.

Wiederum missfällt es ihm,
wenn sie über ihn herzieh’n.
„Wieso? Steh ich hier vor Gericht?
Ihr seid wohl alle nicht ganz dicht!“

Das ist auch meine Bitte an die „Richter“:
Werdet bitte doch ein bisschen dichter!“


Wenn wir wissen, dass wir keine Erkenntnis haben und alles nur Vermuten und Meinen ist, müssen wir dann nicht mit unserem Urteil über andere Zurückhaltung üben?
Wir dürfen uns nicht über andere als Richter erheben. Über einen Verstoß gegen die Regeln des Zusammenlebens haben bestellte Richter zu entscheiden.

***

Vor-Nachteil

Die „Eule“ und die „Nachtigall“
leben stets in einem Stall
in Gemeinschaft und zusammen.
Ich hört’ Besucher, die da kamen.
Die fingen lauthals an zu heulen:
„Der Stall ist voll von alten ‚Eulen‘!“

Und and’re hört’ ich fröhlich lallen:
„Alles voller Nachtigallen!“
Und ich dachte mir ganz still:
„Man sieht nur das, was man nur will.“

Ist Dir ein Vorteil anvertraut,
dann juble bitte nicht so laut.
Der Nachteil lächelt schon ganz keck
und ist im Vorteil drin versteckt.

Ist Dir ein Nachteil heut begegnet,
weine nicht, als ob es regnet.
Der Vorteil lächelt irgendwo,
such ihn im Nachteil – Du wirst froh.

Die Nachtigall und auch die Eule
sind wohl eins? Die „Nachtigeule“?


Es gibt keinen Vorteil (Nachtigall) ohne einen gleichgroßen möglichen Nachteil (Eule). Es gibt auch keinen Nachteil (Eule) ohne einen gleichgroßen möglichen Vorteil (Nachtigall). Leider wird diese Tatsache durch die Zeitdifferenz zwischen beiden Ereignissen verwischt. Daher ist diese Tatsache nur schwer erkennbar.

Dieses Naturgesetz dürfen wir aber nie vergessen, auch wenn uns einige Ideologen etwas anderes einreden wollen.

Grundsätzlich müssen wir uns bei jedem Fortschritt, der uns einen Vorteil verspricht, immer entscheiden, ob wir bereit sind, den möglichen – gleichgroßen – Nachteil in Kauf zu nehmen.

***

Kränkungen

Die Mutter-Bindung wird zerstört
und das Baby schreit empört.

… Denkt später dann in schönen Tagen:
„Hätte ich die Kränkung nicht ertragen,
hätte ich wohl nie gelebt …“

Ob es beim Sterben auch so geht …?

Dann wäre jede Kränkung
eine Schenkung?

Sollen wir die Kränkung so begreifen?
Denn Widerstand erhöht das Schleifen!

Eine Kränkung zwingt den Blick in eine andere Richtung
mit oft viel Gutem auf der Lichtung.


Wir erleben zwischen Geburt und Tod viele Kränkungen. Oft hat man den Eindruck, als wollte uns das Schicksal einen Schubs in die andere Richtung geben.
Aber im Grunde können wir nicht verstehen, warum ein Lebewesen sterben muss, damit das andere Lebewesen leben kann.

***

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novum #10

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