Sonstiges & Allerlei

Gott ist wie der Wind

Manfred Sporken

Gott ist wie der Wind

Eine Erzählung aus dem letzten Krieg und der Zeit bis Ende 1948

Leseprobe:

I

Wir hatten November und eine Grippewelle hatte mich erwischt. Ich lag mit nachlassendem Fieber den dritten Tag im Bett. Es war Nachmittags – meine Frau musste ihrem Beruf nachgehen –, und ich blickte vor mir auf die nackte Wand meines Zimmers und ab und zu nach rechts in das trübe Stück Himmel draußen vor meinem Fenster unseres Reihenhäuschens. Und da marschierten laut derbe Stiefelschritte auf dem gepflasterten Weg draußen vor meinem Haus vorüber: Touk – Touk – Touk – Touk de Touk polterten sie und erinnerten mich plötzlich wieder an meine Geschichte als kleiner Junge, in der Stiefelschritte wie diese ein bleibendes Merkmal meines Erlebens in einer finsteren Dezembernacht geworden waren. Mir Riesenangst vor der Person des Stiefelträgers machend, aber unfähig dieser auszuweichen. Am Schluss der Geschichte aber in einer Synthese endend in Form eines unerwarteten Geschehens.

Begonnen hatte alles in einer Dezembernacht im Krieg im Luftschutzbunker in unserer Heimatstadt im Ruhrgebiet im Jahr 1944.
Nach einem Fliegerangriff wohl nach Mitternacht, denn eine Uhr besaßen die Schlafzellen des Bunkers nicht.
Wir übernachteten schon seit dem Frühjahr nur noch in diesem Luftschutzbunker. Meine Mutter, mein zweijähriger Bruder Bernd und ich. Mein Name ist Heino. Ich war acht Jahre alt.
Unser Vater war vermisst als Soldat in Russland.

Wir übernachteten im Bunker, weil die Nächte nicht mehr sicher waren vor Fliegerangriffen auf das Ruhrgebiet.

Zum Glück für uns lag der Bunker an unserer Straße und nur etwa zehn Minuten Fußweg entfernt von unserem Zuhause, sodass der Marsch hierher und morgens zurück nach Hause keine Strapaze für uns war.

Die Luftschutzbunker waren jedoch der einzige Schutz vor den Bomben in den Städten.
Und das Ruhrgebiet, in dem unsere Heimatstadt lag, war für feindliche Fliegerangriffe ein bevorzugtes Gebiet mit seinen vielen Hochöfen, Stahl- und Walzwerken und Kohlezechen. Denn schließlich wurden hier neben der Kohleförderung fast nur Eisen und Stahl erzeugt, was zum Herstellen von Panzern, Kanonen, Bomben, Gewehre, Lastkraftwagen, Eisenbahnwaggons und Gewehrkugeln benötigt wird; alles Gegenstände, die zum Töten dienen, sowie das „schwarze Gold“, wie man die abgebaute Kohle nannt.
Die Flugzeuge kamen – wenn nicht täglich – dann doch jetzt jede zweite oder dritte Nacht und warfen irgendwo über einer unserer Städte des Reviers ihre Lasten ab.
Sie warfen aber nicht nur auf Fabriken ihre Bomben, sondern auch auf Wohngebiete.
Aber schließlich schien es nach Ansicht unserer Mutter Absicht der alliierten Gegner Deutschlands jetzt zu sein, auch die Zivilbevölkerung mit den Familien der im Krieg befindlichen Soldaten zu demoralisieren. „Kampfgeist zu schwächen“, meinte sie, sei unter anderem auch ihr Ziel.

Kein Wunder aber erklärte sie mir: Denn die von Deutschland überfallenen Länder Polen, Dänemark, Norwegen, dann die Länder Belgien, Niederlande und Luxemburg und danach unser Nachbar Frankreich, hatten nicht den Krieg angefangen mit Deutschland, sondern Deutschland hatte diese Länder einfach überfallen. Von einer „verrückten deutschen Regierung“, wie meine Mutter diese heimlich nannte.
„Heimlich“, weil wer so etwas offen sagte, machte sich strafbar und wurde eingesperrt.
Aber die Tatsache allein genügte, dass einem jeden Deutschen dieser Gedanke von selbst sich eigentlich aufdrängen musste: Ein europäisches Land überfällt sieben andere europäische Länder! Wie soll das normal sein? Noch heute fasst man sich beim Nachdenken darüber an den Kopf!

Und zuletzt die allergrößte Dummheit: Die deutsche Wehrmacht überfiel dann auch noch Russland im Juni 1942, mit dem es zuvor auch noch – man glaubt es nicht – einen Nichtangriffspakt abgeschlossen hatte. „Wie konnte ein Volk wie Deutschland nur eine Regierung aus solchen Lügnern wählen?!“, meinte meine Mutter im Stillen.
Zu diesem Feldzug gegen Russland war dann unser Vater – der schon zuvor als Soldat eingezogen worden war – im Laufe des Jahres 1942 von einem Truppenkommando zu einem anderen abkommandiert worden.

Schon beim Aufzählen der überfallenen Länder müsste die ganze Welt sich fragen, nach meiner Mutter, ob die Deutschen verrückt geworden seien.
Aber es war ja so.
Ein vom deutschen Volk gewählter Reichstag in Berlin erhielt im Frühjahr 1933 bei einer Wahl für die Abgeordneten zum Deutschen Reichstag eine Mehrheit von 2/3 der Reichstagsabgeordneten für die Partei der Nationalsozialisten der (NSDAP) und des Deutschen Zentrums einer sich katholisch nennenden, konservativen Partei; die dann für ein Ermächtigungsgesetz stimmten, das dem Führer der mächtigsten Partei, der NSDAP (den Nationalsozialisten), erlaubte, in der Regierung gegenüber dem eigenen Land und auch gegenüber dem Ausland zu verfahren, wie er wollte und meinte. Beide Parteien zusammen stimmten im Reichstag – dem Parlament der Deutschen bis dahin – für das gewünschte Gesetz, das der Partei der Nationalsozilisten und deren Führer Hitler dann alle Rechte zubilligte, die um das Land zu regieren nach dessen Meinung erforderlich waren.
Ich wusste das alles von meiner Mutter und vom Hörensagen auf dem Schulhof.
Beide Parteien zusammen haben das Parlament damit aufgelöst, und den Reichstag als nicht mehr relevant behandelt.
Das Sagen über ganz Deutschland hatte nach diesem Gesetz nur noch eine Person, und das war Hitler, der dann die Kriege gegen die genannten Länder begonnen hatte und der sich jetzt Führer nennen ließ.

Das hatte zunächst dazu geführt, dass dann Deutschland alle oben genannten Länder überfiel und sich in den überfallenen Ländern wohl die Meinung bildete, dass dies die Meinung und auch Absicht des ganzen Volkes Deutschlands sei. In Wirklichkeit war es nie gefragt worden.
Allerdings sprach sich später unter den Menschen Deutschlands offen nie dagegen jemand aus nach meiner Mutters Ansicht, weil niemand als Gegner Deutschlands in Verruf geraten und eingesperrt werden wollte; denn das war die Folge solcher geäußerten Meinungen gewesen. Die kommunistischen Reichstagsabgeordneten waren zuvor verhaftet und eingesperrt worden. Nach der Anstimmung geschah Gleiches mit den Sozialdemokraten, weil diese auch gegen das Ermächtigungsgesetz und gegen Hitler waren.
Die Nordamerikaner halfen schließlich dem überfallenen Russland mit militärischer Ausrüstung. Aber erst am 6. Juni 1944 – zwei Jahre später! – kamen sie dann den Engländern und Frankreich militärisch zu Hilfe und schließlich damit auch Russland, mit der Invasion in der Normandie an der französischen Atlantikküste.
Und seitdem nahm dann auch die Bombardierung bei uns im Rheinland zu. Mehr nachts als am Tag.

Und gleichzeitig wurden jedoch auch deren Bomben gefährlicher. Insbesondere die, die man Luftminen nannte, waren jetzt nach dem Erzählen der Leute und laut Radioberichten erheblich stärker und auch raffinierter geworden: Sie fielen nicht mehr bis auf die Erde, um dann zu explodieren, sondern explodierten kurz zuvor noch in der Luft in Hausdachhöhe. Somit rissen sie von dort die Dächer ab oder auf, mit der Folge für die Flieger, dass sie nun ihre Brandbomben von oben in die unbedeckten Dachböden der Häuser regnen lassen konnten.

So wurden ganze Wohnsiedlungen und später ganze Stadtteile in Brand gesteckt. Hamburg und Dresden waren später Beispiele dazu.
Alles brannte nach diesem Vorgehen lichterloh und die Feuerwehren der Städte waren oft nur noch Stafette; eine hilflose Gruppe, die nur noch das weitere Ausbreiten des Feuers versuchen konnte zu verhindern, wenn sie wegen der zuvor auf die Straßen gefallenen Dächer überhaupt noch rankamen zu den brennenden Häusern.

Die Brandbomben waren wohl gefüllt mit Pech und Phosphor und ähnlichem Inhalt.
Und man stelle sich vor: eine solche Brandbombe fällt ungehindert auf den trockenen – jetzt offenen daliegenden, weil abgerissenen – Dachboden eines Hauses, vor allem eines mehrstöckigen. Das brennt dann wie eine Fackel gen Himmel.
Nicht selten wurden dabei auch flüchtende Bewohner und Passanten unten auf der Straße beim Davonrennen von Splittern der Brandbomben getroffen und rannten dann mit brennender Kleidung wie Fackeln über die Straßen, wurde erzählt. Lebendig brennende Menschen!

Und irgendwo im Ruhrgebiet jaulten, zumindest bei Nacht, nunmehr jetzt immer irgendwo die Alarmsirenen. Und meist begannen dann auch die Sirenen der anderen Städte des Ruhrgebiets zu singen.
Man sagte „singen“, aber es war kein Singen: Es war mehr ein Jaulen: Ooooouuuuuuuuuuu! und wieder Ooooouuuuuuuuuuu! So hörte es sich an. Und immer auf und ab im Ton bei Alarm. Eine ganze Weile. Und sogleich folgte die Nachbarstadt mit dem Heulen ihrer Sirenen. Und dann oder gleichzeitig folgten auch die anderen Städte des Ruhrgebiets. Man hörte auch sie, denn die Städte hier sind ja fast alle übergangslos, eng und an- oder nebeneinander gebaut, sodass man auf der Straße die Sirenen schließlich jaulen hörte aus allen Horizonten. Und eine Verständigung im Freien war auf der Straße wegen des Lärms dann kaum noch möglich. Oooooooouuuuuuuuuuuu – Oooooooouuuuuuuuuuuu, so klang es immer in den Ohren. Es begann mit O am Anfang und lief weiter bis zum Ende mit U. Und sowohl das O am Anfang als auch das lange U danach machte einem schon Angst, dass es einem die Schulterblätter und den Nacken zusammenzog.

Die Sirenen verdeckten mit ihrer Lautstärke freilich dabei auch das sonst meist hörbare Brummen der feindlichen Flugzeuge am Himmel über einem, sodass man – war man dabei auf der Straße – nicht wusste, ob die Flieger jetzt direkt über einem waren oder nicht. Musste man in den nächsten Eingang irgendeines Hauses fliehen oder mindestens unter einen Dachvorsprung oder gar nur unter den scheinbaren Schutz eines Baumes? Oder waren sie weiter weg? Und in welche Richtung flogen sie? Und man dazu noch überlegen konnte: was tun? Wohin laufen? Oder Abwarten, was geschehe …?
All das war nicht möglich mangels des Hörens der feindlichen Flieger während des Jaulens der Sirenen. Viele schimpften deswegen und meinten, die Städte sollten ihre Sirenen nur kürzere Zeit singen lassen.

Zu Hause eilte man dann in den Keller. Aber wissend nach Beobachtungen und den Meinigen meiner Mutter und anderer Hausbewohner von uns, dass der nicht viel Schutz bot. Und die Gefahr darin bestand des Lebendig-zugeschüttet-Werdens vom Feuer oder einfach nur zu ersticken unter dem Zusammenfall des Hauses über einem.
Eine Nachbarin unseres Hauseingangs hörte ich mal zu einer anderen Frau und zu unserer Mutter sagen, als wir wegen eines Alarms am Tage zusammen die Treppe in den Keller gingen: „Dann will ich lieber gleich tot sein, als vom Haus hier über mir zugedeckt zu werden oder vom Feuer oder einfach nur ersticken zu müssen hier unten.“
Das stellte einen vor die Frage, ob man lieber unten im Keller zugedeckt werden wolle vom brennenden, zusammengestürzten Haus oder oben in der Wohnung und die Bombe direkt auf den Kopf über einem.

Egal aber wo man war: Hörte man das Fallen der Bombe oder von mehreren Bomben mit dem Wumm oder ähnlichen Tönen, wusste man, man lebte noch. Hatte überlebt. Denn ein Toter hört nichts mehr, weil der Schall immer erst nach dem Ereignis kommt.
Wenn nicht gleich danach das nächste Wumm kam und wer weiß wie viele und wie oft noch.
Man dankte dann Gott, weil man unversehrt geblieben und die Bombe oder Bomben anderswo niedergefallen waren.
„Ein Dank, dass lieber andere getroffen wurden?“, fragte ich mal unsere Mutter. „Nein!“, sagte sie. „Dass woanders überhaupt niemand getroffen werde, meine und bete ich.“
Tatsächlich aber hörte ich mal auf unserem Hinterhof am Haus eine Nachbarin von uns zu einer anderen sagen, sie glaube nicht mehr an Gott, weil er nicht eingreife und etwas unternehme.

Diesen Krieg hatten nach den Worten meiner Mutter die Deutschen angefangen. Sie las – mit Ausnahme sonntags – täglich eine Tageszeitung und hörte abends Nachrichten im Radio. Und auf das, was meine Mutter sagte, war Verlass, wie ein Schneckenhaus auf sein Tierchen hat. Und was sie sagte, hatte Hand und Fuß und stimmte meistens so sicher, wie ein Punkt auf ein kleines i gehört. Das war so und ist noch heute so!

Die Bomber hatten hier im Rheinland die Schachtanlagen der Kohlenbergwerke des Ruhrgebiets, seine Kokereien, die Hochöfen und die Stahl- und Walzwerke im Visier.
Aber es schien, als warfen die Flieger ihre Lasten auf alles, was unter ihnen war oder sie nur erahnten oder vermuteten. Wohnhäuser schienen inbegriffen, das schien sicher! Sonst wären die Abwürfe nicht auch weit von einer Fabrik auf Wohn- oder Siedlungshäuser erfolgt.
Einen älteren Jungen aus der Schule hörte ich mal während eines Fliegeralarms unten im Keller unter der Schule sagen: Seine Mutter habe gesagt, dieser Krieg sei gnadenlos gegenüber Bewohnern der bombardierten Städte; denn ein Soldat im Krieg habe vielfach sogar die Möglichkeit, sich notfalls seinem Feind zu ergeben und damit sein Leben zu retten. Die Frauen und Kinder in den Städten, auf die die Bomben fielen, hätten eine solche nicht!

Aber Kriege hielt unsere Mutter sowieso für ein Verbrechen und unzulässig. „Nicht die Kriege“, berichtigte sie sich mal, „die Menschen, die sie machen, sind nicht gescheit. Jeder, der mit Worten schon dafür ist, gehört eigentlich sofort eingesperrt“, sagte sie mir mal. „Damit er Zeit bekommt, zu überlegen, warum das falsch ist, was er denkt.“
Sie sagte mir das aber mit dem Finger vor dem Mund. Denn sie war eine strikte Gegnerin der herrschenden Regierung und wurde auch oft deswegen angefeindet. Sie war aber wohl vorsichtiger geworden, wenn sie etwas in diese Richtung sagte, denn solche Leute wurden angezeigt und eingesperrt. Wer etwas gegen die herrschende Regierung oder ihre Kriege sagte, war nicht einfach ein Mensch mit anderer Meinung, sondern ein Feind der Regierung und wurde als Staatsfeind behandelt und verhaftet und eingesperrt. Wenn nicht gar mit dem Tode bedroht.
„Deutschland ist ein Land von Idioten geworden“, flüsterte sie mir mal. „Aber das behalte für dich!“

Die neuesten Bomben bewiesen, dass der Krieg immer schlimmer und heftiger wurde.
Aber Schuld hatten ja nicht die gegnerischen Länder; denn Deutschland hatte ja den Krieg angefangen und hätte ihn jeden Augenblick beenden können. Das wurde auch auf dem Schulhof gesagt.
Nach dem, was aber im Radio gesagt und berichtet wurde, meinte man: Ach du armes, von Bomben bedrohtes Deutschland …

„Das stimmt, Junge, glaub mir“, hatte mir meine Mutter jedoch auch gesagt. „Die Deutschen sind von ihrer Regierung überhaupt nicht gefragt worden, ob sie Krieg wollten. Und Wahlen und Meinungsfreiheit waren von den jetzt Regierenden verboten worden. Wer sie fordert, wird eingesperrt“, sagte sie.
Als Ergebnis konnte man jetzt nicht mehr ruhig schlafen oder am Tag im Freien auf der Straße spazieren gehen. Immer und jeden Augenblick war die Angst vor Fliegeralarm und dem darauf folgenden Gebrumme mit anschließendem Wumm der Bomben – nah oder fern oder auch neben sich oder auf einen drauf …
Und befand man sich in einer solchen Gefahr, wusste man nicht, ob man in zehn – ja fünf – Sekunden noch lebe oder nicht.



II

Unser Luftschutzbunker zum Übernachten war daher nach unserer Meinung ein sicherer Ort des Aufenthaltes, zu mindestens in der Nacht und zum Schlafen – vor allem mit seinen für uns drei nur zehn Minuten Fußweg.

Im Bunker übernachten durften jedoch nur Mütter mit ihren Kindern. Keine Männer. Bis zu halbstündige Wege hatten viele Mütter mit ihren Kindern auch abends und morgens zurückzulegen. Zu laufen gar, wenn keine Straßenbahn oder ein Autobus in der Nähe fuhr.
Wir drei, mit unseren kaum 10-minütigen Fußmärschen, wurden daher von vielen als Glückspilze angesehen. Nur hatte diese Nähe in der jetzigen Nacht dann seine Schattenseite, wie wir dann erlebten.

Wegen unserem Vater kam kurz, nachdem er von einem Heimaturlaub an die Front im Herbst 1942 zurückgekehrt war, eine Nachricht von der Wehrmacht an unsere Mutter, dass er von einem Einsatz an der Front nicht wieder zurückgekehrt sei. Ob er gefallen (also den Tod gefunden habe) oder gefangen genommen worden sei, wisse man nicht. Man betrachte ihn daher bis auf Weiteres als „vermisst“.

So hieß das im Amtsdeutsch. Vermisst, statt tot oder tot, statt vermisst. In Gedanken konnte man es sich aussuchen: Hoffnung machen oder nicht. Bangen und Hoffen, von einem zum anderen Tag.
Es war die letzte Nachricht über unseren Vater, die wir hatten. Wir haben danach nie mehr was von ihm gehört.
Unsere Mutter war hernach lange Zeit krank gewesen und hatte nur noch geweint.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 236
ISBN: 978-3-95840-183-9
Erscheinungsdatum: 13.01.2017
EUR 16,90
EUR 10,99

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