Genieße die Zufälle, achte auf die Zeichen, danke für die Wunder

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Céline Chevrier


EUR 19,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 532
ISBN: 978-3-99131-687-9
Erscheinungsdatum: 09.03.2023
Nach Jahrzehnten treffen sich die Kindergartenfreunde Sophie und Gregory im Herbst ihres Lebens. Und verlieben sich Hals über Kopf. Doch Gregory ist verheiratet. Allen Widrigkeiten zum Trotz halten sie aneinander fest – doch ist ihre Liebe stark genug?
1. Kapitel: Ein Wunsch, ein Wiedersehen



Dies ist ein modernes Märchen, das wie alle Märchen mit « Es war einmal » beginnt.
Dieser magische Beginn der Erzählungen öffnete für uns als Kinder das Tor zu den Welten der Prinzen und Prinzessinnen, der Zauberer und Hexen, lehrte uns die guten von den bösen Menschen zu unterscheiden und die Gefahren zu erkennen, die in den Erlebnissen unserer Helden lauerten. Mochte der Weg zum Glück auch mit noch so vielen Gefahren, Schrecken und Grausamkeiten gepflastert sein, die sichere Zuversicht darauf, dass am Ende alles gut wird, schwebte im Verborgenen immer mit. Eine beruhigende Tatsache, die jedoch weder die Spannung noch unsere Aufregung minderte, mit denen wir den Märchen unserer Kindheit lauschten.
Später erleben wir, dass das Leben seine Geschichte, in der ihm eigenen Sprache schreibt und dabei Liebe, Trennung, Burn-outs und andere Katastrophen ohne Punkt und Komma aneinanderreiht, während es uns die Notwendigkeit auferlegt, unsere Träume den von ihm diktierten Prioritäten unterzuordnen.
Es ist auch eher ungewöhnlich, dass nach einer erfolgreichen Karriere im 70. Lebensfrühling ein Kindergartenfreund auftaucht und alles Bisherige und Zukünftige in zwei knappe Sätze packt, wie: „Du siehst, alles findet sich, alles wird gut. Ich liebe dich.“ Die Realität ist meistens anders, aber wie in den Märchen, so gibt es auch im Leben Wunder, wenn man einen Seelenpartner erkennt und dessen Träume im verbindenden Zauber ihrer Substanz erlebt:

„Wenn ich allein träume, ist es nur ein Traum –
wenn wir zusammen träumen ist es der Anfang der Wirklichkeit.“

Wo aber beginnt der Traum und wie wird man sich dessen bewusst? Sein Ursprung mag in einem Lächeln oder in einer Äußerung liegen, in etwas nachhaltig Motivierendem, das zu Veränderung drängt, nach neuen Horizonten, nach Weite und Freiheit. Etwas, das vielleicht schon immer latent in uns vorhanden war, ähnlich einer Blume, die in einer unauffällig neutralen Knospe schlummert, bevor sie sich zu ihrer vollen Pracht entfaltet.
Träume sind Schäume, sagt das Sprichwort. Sie können zu Wünschen werden, die man umzusetzen plant, wobei sie aber trotzdem so volatil bleiben wie ein Hauch Puderzucker auf dem Kuchen: Kleine Partikel einer zusätzlichen Süße, fragil und dem Risiko preisgegeben vom kleinsten Windhauch weggeweht zu werden. Also befolgt man pflichtbewusst die Tagesordnung der vorgegebenen Realität mit dem Risiko dabei eines Tages festzustellen, dass der Traum kein Irrlicht war und man sein Leuchten nicht vergessen kann.
„I have a dream“, sagte Martin Luther King. Er bewegte damit eine ganze Nation und weit mehr.
Ähnlich handelt der Akteur in unserer Geschichte. Als sein Traum zum Wunsch wird, gibt er ihm einen Namen und hängt ihn an einen Wunschbaum, dem er zufällig begegnet. Er beschließt, seinen Traum zu verwirklichen und findet diese Herausforderung in einem Zitat von Mark Twain bestätigt, das er für sich und Sophie, seine Traumfrau, als passend erkennt:
„In zwanzig Jahren wirst du dich mehr ärgern über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast. Also wirf die Leinen und segle fort aus deinem sicheren Hafen. Fange den Wind in deinen Segeln. Forsche. Träume. Entdecke."
Unser Märchen beginnt: Es war einmal ein Junge und ein Mädchen. Sie besuchten zusammen den Kindergarten, wo sie in den kargen Nachkriegsjahren von der gestrengen Schwester Maria die Wichtigkeit des Händewaschens und die Köstlichkeit eines Apfels und einer Scheibe trockenen Brotes vermittelt bekamen.
Danach verlieren sie sich aus den Augen, über sechzig Jahre lang ….
... dann treffen sie sich in ihrer Heimatstadt zufällig wieder: der inzwischen 64-jährige, aus Berlin angereiste Gregory schmuggelt sich zu vorgerückter Stunde in die Jahrgängerfeier der 65er Gruppe, um dort mit seinen ehemaligen Klassenkameraden zu feiern. Sophie, inzwischen in der Schweiz lebend, findet den Abend ziemlich langweilig, weil die meisten in Grüppchen zusammensitzen und keiner auf die Idee kommt, mit ihr zu tanzen, was bedauerlich ist, denn als begeisterte Tänzerin wird sie von ihren Freunden „Dancing Queen“ genannt. Aber allein tanzen möchte sie nicht.
Gerade als sie gehen will, kommt Gregory und mischt den langweiligen Abend sympathisch auf, denn, kaum angekommen, fordert er Sophie zum Tanzen auf. Sie scheinen sich nicht zu kennen, aber bald finden sie heraus, dass sie zur selben Zeit im selben Kindergarten waren. Sie erzählen, lachen, tanzen und freuen sich über diese zufällige Begegnung. Gregory entdeckt eine neue Sophie, die ihn mit 65 Jahren weit mehr interessiert als mit fünf. Visitenkarten werden ausgetauscht und ein vages Versprechen gegeben, dass man sich in Berlin treffen könnte, wo Sophie mehrmals im Jahr ihre Marketing- und PR-Aktivitäten für Schweizer Hotelmanagement Colleges wahrnimmt, für die sie seit 25 Jahren tätig ist.
Aber Sophie hat Verwandte und Freunde in Berlin, und Gregory steht nicht ganz oben auf ihrer Prioritätenliste, obgleich er in seinen stets pünktlich eintreffenden Weihnachts- und Neujahrsgrüßen nie vergisst, sie an das Wiedersehen zu erinnern. Als sie nicht darauf eingeht, drängt er: „Jetzt machen wir aber Nägel mit Köpfen, und wenn du nach Berlin kommst, meldest du dich rechtzeitig, damit wir etwas planen können.“ Sophie verspricht, es zu versuchen.
Dabei hilft der Zufall: easyJet hat den Mittagsflug von Genf nach Berlin gestrichen und sie muss den Flug um 7:15 Uhr nehmen. Dadurch hat sie bis nachmittags Zeit. Gregory ist begeistert diese auszufüllen, denn er ist zufällig an diesem Donnerstag auch in Berlin, obwohl er sonst jede Woche von Dienstag bis Donnerstagabend in Frankfurt tätig ist.
Sie verabreden sich zum Mittagessen. Sophie möchte ihm das Suchen eines Parkplatzes ersparen und schlägt vor, ab 11:45 Uhr vor dem Ritz Carlton auf ihn zu warten.
„Ich trage rote Jeans und einen schwarzen Mantel“ gibt sie ihm als Erkennungszeichen.
Es ist ein stürmischer, regnerischer Tag, mit der entsprechenden Kälte des frühen März.
„Taxi, Madame?“, fragt der Bell-Boy des Hotels, den sie seit Jahren kennt.
„Nein danke, ich werde abgeholt.“
Seinen erstaunten Blick beantwortet sie mit dem Zusatz: „von einem Freund.“
„Schön, dann sagen Sie mir doch bitte, was Ihr Freund für einen Wagen fährt, dann können Sie im Foyer warten und ich rufe Sie, sobald er kommt.“
„Das kann ich Ihnen leider nicht sagen, denn wir haben uns jahrelang nicht gesehen. Ich erinnere mich auch gar nicht mehr so genau an ihn, denn er ist ein Kindergartenfreund.“
„Ein Kindergartenfreund? Wie schön für Sie.“
Er lacht mit weiß blitzenden Zähnen, die wie Lichter aus seinem dunklen Gesicht strahlen.
Offensichtlich freut er sich über Sophies Treffen mit einem Kindergartenfreund, an den sie sich nicht mehr richtig erinnert. Doch daran, dass es eine Freude war mit ihm zu tanzen, erinnert sie sich noch sehr gut und auch daran, dass sie ihn als humorvoll und charmant empfunden hatte.
Nun wartet sie auf ihn im stürmischen Berlin, was ihr nichts ausmacht, denn sie unterhält sich gerne mit dem Bell-Boy, der immer wieder vorschlägt, sie solle doch lieber im Foyer warten. Doch Sophie bleibt standhaft, obwohl Gregory sich etwas verspätet, was zur ITB (Internationale Tourismus Messe) nicht ungewöhnlich ist.
Als auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein schnittiges Sportcoupé vorfährt und der Fahrer herüberwinkt, ruft der Bell Boy erfreut: „Super, er ist da! Kommen Sie …“
Er bietet ihr seinen Arm, um sie eilends über die Straße zu geleiten. Galant und schwungvoll öffnet er die Tür des eleganten Wagens, worauf Sophie sich ebenso schwungvoll auf dem Beifahrersitz niederlässt und flink ihre Mantelschöße einfängt, um dem freudig dienstbeflissenen Bell-Boy das rasche Schließen der Autotür zu erlauben. Dann erst wendet sie sich dem Fahrer zu, einem ihr völlig unbekannten, extrem gutaussehenden Herrn mittleren Alters, der sie erstaunt ansieht, während er ruhig und sehr höflich sagt: „Meine Dame, ich glaube nicht, dass wir verabredet sind“.
Sie entschuldigt sich, steigt in Windeseile aus und geht lachend auf den völlig perplexen Bell-Boy zu, gefolgt vom Fahrer des Sportcoupés, der, offenbar Gast des Hauses, diesem die Autoschlüssel reicht und freundlich sagt: „Würden Sie bitte meinen Wagen parken?“
Auch er scheint die kleine Verwechslung inzwischen amüsant zu finden, denn bevor er im Foyer verschwindet, winkt er Sophie lächelnd und mit einem verschmitzten Augenzwinkern zu.
Die Szene wird noch grotesker, weil Gregory, der, um sie „korrekt“ abzuholen, nun doch sein Auto geparkt hatte, forschen Schrittes um die Ecke kam, als sie in den Sportwagen stieg. Er befürchtete, sie gleich mit diesem Mann davonfahren zu sehen. Eine Vorstellung die ihn am Boden festmauerte.
Als Sophie zum Hotel zurückgeht, steht er immer noch unbeweglich da, aber sie sieht ihn nicht, sondern ist auf den Bell-Boy konzentriert, der, den Gast und seinen Irrtum erkennend, Mühe mit der Feststellung hat, dass ihm dieses Missgeschick passieren konnte. Er entschuldigt sich vielmals, doch Sophie findet das eher amüsant als tragisch und kann kaum aufhören zu lachen. Dann erst sieht sie Gregory, dessen Beine in Bewegung kommen, während er langsam auf sie zugeht. Nun erkennt sie ihn wieder, den charmanten Endsechziger, gutaussehend, gut gekleidet, korrekt vom Scheitel bis zur Sohle, der erstaunt fragt:
„Was war denn das? Ich fürchtete schon, du würdest mich hier eiskalt stehen lassen.“
„Aber keinesfalls, das war nur ein kleines, lustiges Missverständnis mit einem charmanten Herrn, den ich nicht kannte.“
„Du steigst zu fremden Herren ins Auto?“ Er schaut Sophie mit hochgezogenen Augenbrauen an und erfährt wie es kam, dass sie, die eigentlich ihn erwartete, professionell eskortiert zu einem fremden Mann ins Auto stieg. Offensichtlich erleichtert freut er sich über das Auflösen seiner Schreckensmomente. Auch der Bell-Boy winkt ihnen fröhlich zu, als er würdigen Schrittes zu dem zum Parken bestimmten Sportwagen geht.
Dieses kurze Missverständnis ist das erste, aber bei weitem nicht das letzte Ereignis, bei dem es so aussieht. als ob alles schon zu Ende sei, bevor es beginnt. Aber noch hat gar nichts begonnen, oder vielleicht doch? Den Wunsch, Sophie näher kennenzulernen, hegt Gregory seit dem zufälligen Wiedersehen vor vier Jahren.
Nun sitzt sie ihm gegenüber in einem speziellen, traditionsreichen Restaurant, das er sorgfältig ausgewählt hatte, um ihr etwas zu bieten, das sie trotz ihrer vielen Geschäftsreisen nach Berlin noch nicht kennt.
Seine Wahl ist perfekt und Sophie begeistert. Die Doppelsinnigkeit des Namens „Zur letzten Instanz“ dieses seit 1621 bestehenden und direkt hinter dem Gerichtsgebäude liegenden Hauses, wird beiden erst viel später bewusst. Neben dem gemütlichen Ambiente gefällt Sophie auch die Subtilität der Speisekarte, in der alle Gerichte nach juristischen Terminologien benannt sind, wie Beweismittel, Zeugenaussage, Kreuzverhör, Schuldbekenntnis, Urteilsbegründung und so weiter.
Bei Rotkohl, Ente und Bier tauschen sie Erlebnisse aus den getrennt verbrachten 65 Jahren aus und stellen dabei fest, dass sie oft fast gleichzeitig an geographisch naheliegenden Orten in den USA und Kanada gelebt hatten. Gregory will so viel wie möglich über Sophie erfahren, denn ihr Leben ist so anders als seins. Es ist gespickt mit Erkenntnissen und Erfahrungen, die ihm, obwohl promoviert und jahrelang in Führungspositionen tätig, fremd sind. Das alles macht ihn neugierig.
Es ist wie ein Buch, das man des Titels wegen kauft und sich darauf freut, hinter das Geheimnis der Geschichte zu kommen. Aber insgeheim weiß er schon lange, dass es eigentlich Sophie selbst ist, hinter deren Geheimnis er kommen möchte, die er erfahren und fühlen will.
Er erzählt von seinen beiden Töchtern, den Enkeln, von seiner Freude am Golfen und an seinen beruflichen Aktivitäten, für die er jede Woche drei Tage in Frankfurt verbringt. Von einer Ehefrau ist nicht die Rede, und Sophie, die in so persönlichen Dingen gerne diskret ist, fragt auch nicht danach, denn es ist für sie nicht relevant.
Gregory will Sophie unbedingt wiedersehen. Aber wie soll er das arrangieren, nachdem sie seinen Wunsch nach einem Wiedersehen so lange ignoriert hatte? Er denkt an das Schützenfest in ihrer beider süddeutschen Heimatstadt, wo sie in diesem Jahr mit den Siebzigjährigen das Jahrgängerfest feiern könnten. Das scheint ihm ein willkommener Anlass, den er auch sofort anpeilt:
„Du kommst doch sicher zum Schützenfest?“
„Das habe ich eigentlich nicht geplant“, antwortet sie ehrlich.
„Das solltest du aber, denn ich werde sicher dort sein und dann können wir wieder tanzen. Wir können auch das Schützentheater besuchen, und ich werde mir sicher noch ein paar nette Sachen für uns einfallen lassen.“
„Also sollte ich vielleicht darüber nachdenken?“
„Auf alle Fälle!“
„Das hängt auch von meinem Sohn ab, der dann Hund und Haus hüten müsste.“
„Sag ihm einfach, dass du deine 70 Jahre feiern und mit mir tanzen möchtest.“
„Das ist ein überzeugendes Argument.“
„Also wird es klappen?“
„Könnte sein, ich kann es noch nicht versprechen.“
„Aber du kannst mir versprechen, es zu versuchen.“
Seine Augen zwinkern fröhlich und Sophie, die fröhliche Augen mag, verspricht, es zu versuchen. Auch sein charmantes Insistieren findet sie nicht unsympathisch, sondern eher wie ein Spiel, seine Art zu pokern, um herausfinden mit welchen Trümpfen er sie für ihre Zusage motivieren kann. Er spielt die Karten der Entschlossenheit und liebevoller Hartnäckigkeit:
„Ich werde dich auch immer wieder daran erinnern.“
„Ganz wie du möchtest.“
Seine Gedanken kreisen immer mehr um Sophie. Etwas an ihr fasziniert ihn, scheint ihm vertraut. Es ist eine beruhigende, fröhliche Vertrautheit, die nichts mit der Zeit im Kindergarten zu tun hat, denn es ist die aktuelle Sophie, die sein lebhaftes Interesse weckt. Wenn er an sie denkt, wird ihm wohlig warm ums Herz und davon will er mehr...
Sein Wunsch drängt nach Verwirklichung und seine Mails treffen nun fast täglich ein. Damit nimmt er auch immer mehr an ihrem Leben teil, und erinnert in liebevoller Beharrlichkeit daran, dass er fest mit ihrer Zusage zum Schützenfest rechnet. Er lässt sie wissen, was er alles dafür plant und dass der Tanz auf dem Marktplatz am Sonntagabend ein absolutes MUST ist, weil er sich ganz besonders auf das Tanzen mit ihr freut.
Diese Vorstellung gefällt ihr, denn mit Gregory zu tanzen ist reines Vergnügen, und auch dass sie sich in seiner Gesellschaft wohl fühlt, passt perfekt dazu – und darauf kommt es letztendlich an.
Soll sie vielleicht doch zusagen? Seine Vorfreude scheint echt zu sein und damit freut auch sie sich, manchmal, wenn sie daran denkt.
Aber in diesen Frühlingswochen ist nicht alles Freude, denn inmitten der blühenden Vielfalt der Natur, die rasch erwachend ihre Schönheit entfaltet, zeichnet sich sorgenvoll das Lebensende von Sophies geliebter Appenzeller-Hündin Bollina ab, die seit 15 Jahren - und ganz besonders nach dem Tod ihres Mannes - einen festen Platz in ihrem Leben einnimmt. Sie sind zu einem eingespielten Team geworden und manchmal ist sie davon überzeugt, non verbal mit Bollina zu kommunizieren, wofür es erstaunliche Beispiele gibt.
Von einer unheilbaren Viruskrankheit geschwächt, haucht Bollina ihr Hundeleben mit tierärztlicher Hilfe und unter einem erlösenden Sonnenstrahl kurz vor Sophies 70. Geburtstag aus. Gregory fühlt mit, denn er hat wenige Jahre zuvor mit seiner Hündin eine ähnliche Erfahrung erlebt. Das bringt ihn vertrauensvoll näher. Als Sophie zwei Tage nichts von sich hören lässt weiß er, dass dieses Schweigen den Abschied von Bollina kennzeichnet.
„Ich teile deinen Schmerz in der Stille“, ist sein Kommentar, und Sophie nimmt seine Feinfühligkeit dankbar auf.
In ihrem Schmerz glaubt sie die Anwesenheit ihrer Hündin zu spüren, glaubt, das Tapsen von Pfoten auf der Holztreppe zu vernehmen, und damit ist ihr klar, dass sie wieder einen Hund an ihrer Seite haben möchte. Sie fährt nach Lausanne ins Tierheim und adoptiert die fast einjährige Labradorhündin Cléa, was ihre Liebe zu Bollina in keiner Weise mindert. Dankbar für fast fünfzehn Jahre glückliches Zusammenleben, bleibt sie mit ihr verbunden.
Cléa ist ein 32 Kilogramm schweres Muskelpaket unter schwarz glänzendem Fell und verlangt, ebenso eigenwillig wie dynamisch, Sophie einige Kraftakte ab. Aber Gregory hilft mit ermutigenden Ratschlägen. Sophie dankt: „Du verwöhnst mich mit deiner Aufmerksamkeit und ich genieße es.“

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