Sonstiges & Allerlei

Gelbes Pferd

Enrico Fischer

Gelbes Pferd

Leseprobe:

Prolog

Peter Stein parkte sein Auto im Parkhaus einer Kaufland-Filiale und ging trotz des Nieselregens den Rest des Weges zum Landgericht zu Fuß.
Der Wettergott, sollte es einen geben, hatte es anscheinend aufgegeben, sich an einem richtigen Winter zu versuchen.
Vielleicht wollte er sich auch einfach das Genörgel über seine Arbeit nicht mehr anhören.
Dabei waren es zweifellos passende Bedingungen, auch wenn Peter auf dem Weg zu einer Verhandlung und nicht zu einer Beerdigung war.
Für ihn lief es auf das Gleiche hinaus, denn schließlich sollte eine Idee und mit ihr eine Freundschaft zu Grabe getragen werden.
Es war der 7. Februar 2013, ein Donnerstag.
Trotz der frischen Luft fühlte er sich müde und zerschlagen.
Mehr als ein Jahr war es jetzt her, dass er mit seiner Amtsniederlegung die Reißleine gezogen hatte.
Unmengen Papier mit Anklagen, Erwiderungen und Schuldzuweisungen waren seitdem beschrieben worden, Papier, das die ganze Wut und die Verbitterung der Verfasser, mehr oder weniger geschickt durch den juristischen Feinschliff der Anwälte kaschiert, offenbart hatte.
Es war eine Schlammschlacht mit erschreckender Wucht und er hätte es nie für möglich gehalten, dass eine geschäftliche Auseinandersetzung so durchdringend in sein Leben eingreifen
könnte.
Heute, mit der Aussicht auf ein Ende, fragte er sich, ob es nicht zu irgendeinem Zeitpunkt die Chance gegeben hatte, wenigstens einen Teil des Geschehenen zu verhindern.
Er hatte keine Antwort darauf.
Es schien einen unheimlichen Automatismus des Handelns zu geben, eine Art vorgezeichnete Kettenreaktion, dem die Beteiligten gnadenlos ausgeliefert waren.
Nach 20 Minuten Fußmarsch betrat Peter das Foyer des Gerichtsgebäudes, schaute sich um und sah rechts von ihm eine Sicherheitssperre.
Zwei uniformierte Beamte standen an der Schleuse und erwarteten dort ihre Kunden.
Peter überlegte kurz, ob er auf seinen Chef und die Anwälte warten sollte, entschloss sich dann aber doch, schon hineinzu­gehen.
Während er seine Jacke und alle seine metallischen Habseligkeiten in einen Korb legte, schaute er sich nach bekannten Gesichtern um, aber er konnte niemanden ausmachen.
Er zeigte den Beamten seine Zeugenladung vor.
Der Ältere der beiden warf einen kurzen Blick auf das Dokument und lud Peter mit einer lässigen Handbewegung ein, durch den Detektor zu gehen.
Natürlich gab die Maschine Signal.
„Gürtel?”, fragte der Ältere.
„Ganze Sätze sind im öffentlichen Dienst anscheinend nicht sehr gefragt“, dachte Peter belustigt.
Er nickte, gab seinen Gürtel in treue Hände und startete seinen zweiten Versuch.
Jetzt schwieg die Maschine.
„Waren Sie schon einmal hier?”
Diese Frage kam von dem Jüngeren.
Es gingen also doch ganze Sätze.
Als er verneinte, erklärte er Peter bereitwillig den Weg.
„Zwei Treppen hoch, dann rechts“, meinte er, „die Säle sind nummeriert.”
Säle waren was für das ganz große Theater.
Er hoffte inständig, dass ihm das erspart blieb.
Er hielt sich strikt an die erhaltenen Anweisungen und erreichte so erfolgreich die zweite Etage des Gebäudes. Peter betrat einen großen Flur, lang gezogen mit jeder Menge Türen.
Links neben den einzelnen Türen waren Anschläge angebracht, aus dem jeder entnehmen konnte, wann, was, und wer dort als Nächstes verhandelt wurde.
Praktisch für die Gerichtstouristen. So konnten die in Ruhe ihr Programm zusammenstellen. Morgens eine Scheidung, am Nachmittag einen kleinen Raub?
Andererseits, immer noch besser als die Hinrichtung auf dem Marktplatz.
Peter sondierte das Nummernsystem und ging in die Richtung, in der Saal 94 demnach zu finden sein musste.
Dann sah er eine Gruppe von Männern in dunklen Anzügen.
Einen von ihnen erkannte er sofort, Herrn Dr. Fröhlich.
Er gehörte zu den Anwälten, die Roland Meißner, seinen ehemaligen Freund, jetzigen Verfahrensgegner und Ursache monatelanger feindseliger Auseinandersetzungen, juristisch vertraten.
Auch Dr. Fröhlich hatte ihn jetzt gesehen und machte seine Gesprächspartner auf ihn aufmerksam.
„Was soll’s“, dachte Peter, und ging auf die Gruppe zu.
Die Begrüßung erfolgte mit förmlichem Händedruck und der in diesem Fall zu entschuldigenden Lüge, man freue sich, ihn zu sehen.
Fröhlich stellte die drei anderen Herren vor, ebenfalls Anwälte aus der gleichen Kanzlei.
Peter war es ein Rätsel, wovon Roland Meißner alle diese Leute bezahlte.
Seit seinem Beitritt zur Gruppe redete man über das miese Wetter.
Wenn man vor der Tür eines Saales steht, in dem man wenige Minuten später beabsichtigt, unter Zwang Vermögen umzuverteilen, bleibt eben nur dieses Thema übrig.
Peter beschloss, die Situation zu entkrampfen, indem er ein notwendiges Telefonat als Grund vorgab, sich wieder zu separieren.
Er drückte eine Taste auf seinem Handy, kurz darauf hörte er die Stimme seiner Frau:
„Wie weit bist du?“, fragte sie.
Peter sah auf seine Uhr und stellte fest, dass er Grund hatte, nervös zu werden.
„In zehn Minuten beginnt die Verhandlung und ich stehe hier allein mit einer Truppe wild entschlossen aussehender Anwälte. Nur dass die von der gegnerischen Partei sind.“
Sie lachte nicht.
„Ist er da?“, fragte sie stattdessen.
„Nein“, antwortete er, „ich habe ihn noch nicht gesehen.“
„Bald ist alles vorbei“, hörte er sie sagen.
Die Tür des Saales Nr. 94 öffnete sich.
„Ich weiß“, sagte er und legte auf.
Sein Blick ging in Richtung des Treppenaufgangs.
Wo zum Teufel blieb sein Chef, Lutz Dreyer, mit seinem Juristenanhang?
Und wo blieb Roland Meißner?
Es ging hier um Zahlungen in Millionenhöhe, um die Zukunft seiner Unternehmungen, dem würde er niemals fernbleiben.
Er kannte ihn lange und gut genug, um sich in diesem Punkt sicher zu sein.
Über Jahre hatten sie eng zusammengearbeitet, Projekte umgesetzt, Joint Venture aufgebaut und geleitet.
Der Erfolg sollte der Welt, entgegen anderslautender Überzeugungen, beweisen, dass Konzern und Mittelstand, fruchtbar für alle Beteiligten, miteinander kooperieren konnten.
Das Ergebnis war ein Desaster, aus dem Roland Meißner heute als Gewinner entlassen werden sollte.
Aus diesem Grund stand dessen Anwesenheit für Peter außer Zweifel.
An der offenen Tür zum Saal 94 angekommen, las Peter auf dem Anschlag „AGNISA GmbH gegen TERTUNA Zement GmbH/ECORES GmbH“.
Er schaute ins Innere des Raums.
Auf der rechten Seite waren gerade Rolands Anwälte dabei, sich häuslich einzurichten. Stapelweise Aktenordner und jede Menge Laptops wurden auf dem Tisch drapiert.
Im hinteren Teil, durch eine Art Podium erhöht, stand der Richtertisch.
Dort machte sich ein jüngerer Mann Mitte vierzig zu schaffen.
Er war erschreckend dürr.
Trotz einer stattlichen Länge von wenigstens 1,80 Metern brachte er keine 60 Kilo auf die Waage.
„Ob er krank ist?“, ging es Peter durch den Kopf.
Gegen diese Vermutung sprach allerdings sein jugendlich, forsch wirkendes Auftreten und die lebhaften Augen, die nun begannen, den Raum auf Anwesenheit zu prüfen.
Irgendetwas schien ihm zu sagen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt war, also zog einen schwarzen Talar aus seiner Tasche und warf ihn über.
Als hätte das eine Art Zauber ausgelöst, griffen auch die rechtsseitig sitzenden Anwälte in diverse Taschen und holten nun ihrerseits ihre Berufskleidung hervor.
Peter wurde an die Blauhemdprozedur bei FDJ-Veranstaltungen erinnert und musste grinsen.
Er beschloss, nicht länger auf dem Flur herumzustehen.
Von innen betrachtet wurde aus dem Saal ein Raum, eigentlich ein Räumchen.
Peter hoffte, dass Lutz, sollte der endlich auftauchen, nicht zu viele Leute im Schlepptau hatte, denn andernfalls würden einige stehen müssen.
„Schauprozesse“, beendete Peter seine Betrachtungen, „finden hier jedenfalls nicht statt.“
Da die rechte Seite vom Gegner besetzt gehalten wurde, steuerte er auf den Tisch links vom Eingang zu, setzte sich und versuchte eine möglichst gleichgültige Miene zu zeigen.
Ein wiederholter Blick auf seine Uhr sagte ihm, dass es nur noch drei Minuten bis zur Eröffnung der Verhandlung waren.
Was sollte er tun, wenn keiner mehr kam?
Vertagung beantragen?
Endlich sah er bekannte Gesichter.
Der Syndikus der TERTUNA Zement GmbH, Erich Frenzel, stand zusammen mit ihrem Anwalt Dr. Straubig in der Tür; den Ordner unterm Arm, schienen sie die Lage zu sondieren. Hinter ihnen erkannte er Lutz Dreyer, seinen Chef.
Peter war erleichtert.
Es wurde aber auch höchste Zeit.
Sie kamen zu Peter, reichten ihm die Hand zur Begrüßung und setzten sich zu ihm an den Tisch.
„Es tut mir leid“, sagte Dreyer leise, „aber wir haben buchstäblich bis zur letzten Minute gebraucht, um den Deal im Haus abzusichern.“
„Können wir?“
Die Frage kam vom Richtertisch und löste bei den Herren gegenüber Unruhe aus.
Dr. Fröhlich stand auf und sagte:
„Unser Mandant fehlt leider noch. Wir konnten ihn bisher auch nicht erreichen.“
Rolands Nichterscheinen war also nicht nur für Peter rätselhaft.
„Sie haben entsprechende Vollmachten?“, fragte der Richter.
Fröhlich bestätigte das.
„Dann sehe ich keinen Grund, nicht mit der Verhandlung zu beginnen.“
Ohne auf eine Antwort zu warten, ließ er seine Routine anlaufen.
Ein kleines Tonbandgerät in der Hand, diktierte er einer imaginären Person, wer gegen wen was beantragt hat, durch wen und wann welche Dokumente vorgelegt wurden und welcher Streitwert angesetzt ist.
Beim letzten Punkt wurden die Anwälte naturgemäß besonders aufmerksam, da sich nach dieser Angabe ihr Honorar berechnete.
Als dieser Teil geschafft war, widmete der Richter, sichtlich befriedigt über den Erfolg seiner bisherigen Arbeit, seine Aufmerksamkeit wieder den Parteien.
„Zudem habe ich hier“, er deutete auf ein bisher nicht erwähntes Dokument, „einen Vergleichsvorschlag. Er wurde eingereicht …“, er zögerte kurz und suchte offensichtlich das Datum auf dem Eingangsstempel, „heute.“
Er zog die Augenbrauen hoch, was sein schmales Gesicht irgendwie grotesk aussehen ließ.
„Kann ich davon ausgehen, dass das Dokument allen bekannt ist?“, fragte er.
Einmütiges Kopfnicken an den beiden Tischen.
„Gut“, fuhr der Richter fort, „ist es gewünscht, dass das Gericht dieses neue Dokument in die Gesamtdokumentenlage mit aufnimmt?“
Noch einmal einmütiges Kopfnicken.
„Sehr schön“, fand der Richter, „dann verwenden wir es unmittelbar, natürlich mit der aufschiebenden Wirkung der formalen Prüfung durch das Gericht.“
Er schaute Bestätigung erwartend in den Raum.
Wieder Kopfnicken.
„Gut! Dann können wir den Vorgang hier und heute abschließen. Es bedarf zur Umsetzung zwar noch einiger notarieller Bestätigungen für das Handelsgericht, aber das sind Formalitäten. Sie wissen ja Bescheid“, ergänzte er abschließend, als könnte jeder weitere Hinweis für seine Kollegen Anwälte als Beleidigung gewertet werden.
Ein Handy summte.
Der Richter warf Dr. Fröhlich, dem Absender der Störung, einen strafenden Blick zu.
„Ich war bisher der Meinung, dass das Thema Gebrauch von Handys im Gerichtssaal umfänglich geregelt wäre.“
„Entschuldigen Sie bitte.“
Fröhlich schien selbst überrascht zu sein.
„Das ist mein privates Handy, eigentlich nur für Notfälle. Kann ich kurz nach draußen gehen?“
Er erhielt ein gnädiges Nicken und verließ den Raum.
Als er Sekunden später wieder hereinkam, sagte er mit ungewohnt unsicherer Stimme:
„Herr Richter, ich beantrage die Unterbrechung der Verhandlung. Unser Mandant …“, er stockte, als suche er nach passenden Worten, „unser Mandant ringt mit dem Tode!“
Stille im Raum.
Auf den fragenden Blick des Richters ergänzte er:
„Es ist auf ihn geschossen worden!“



1. Kapitel

Die Gebäude standen eng zusammen, dazwischen trug eine Vielzahl Rohrbrücken ein unübersichtliches Bündel von Rohrleitungen.
Alles um ihn herum hatte einen grauen Überzug, aus dem hier und da roter Backstein durchschimmerte.
Manchmal erschreckte ihn ein zischendes Geräusch. Die entweichenden Dämpfe waren nicht immer weiß, selten geruchlos.
Peter Stein konzentrierte sich auf die Buchstaben und Nummern der Straßen, die teilweise noch erkennbar an den Häuserfassaden angebracht waren und das ganze Werk zur Orientierung in Bereiche aufteilen sollten.
„Wenn du nicht weiterkommt, kannst du ja der Staubfahne folgen“, war der wohlwollende Rat eines Arbeiters, den er bei seiner Suche um Hilfe gebeten hatte.
Er würde nicht wieder fragen.
Dabei hatte der Tag problemlos angefangen.
Seine erste Station, die Personalabteilung, war im Hauptgebäude untergebracht.
Dort fand sich auch sehr schnell eine Person, die ihm bei seinem Anliegen helfen konnte.
Frau Mischnik war Mitte fünfzig, mit in einem Knoten gebändigten grauen Haar.
Dieses Strenge demonstrierende Äußere stand im Kontrast zu dem freundlichen Wesen, mit dem sie sich seines Anliegens annahm und die Formalitäten seiner Einstellung abwickelte.
Schneller als erwartet hatte er alle notwendigen Papiere zusammen.
„Wie gewünscht, für ein Jahr befristet.“
Mit diesen Worten entließ ihn die gute Frau Mischnik in den Irrgarten, genannt BUNA.
Als er sich an der Tür noch einmal umdrehte, sah er immer noch ihr mütterliches Lächeln unter dem Haarknoten.
Peter fühlte sich wie der Bergsteiger kurz vor dem Gipfel.
Es war der 1. August 1976.
Peter Stein war gerade 19 Jahre alt geworden und hatte zwei wundervolle Jahre als Student an der Pädagogischen Hochschule in Halle verbracht.
Die trug den verpflichtenden Namen N. K. Krupskaja, der Ehefrau Lenins.
Geholfen hatte es ihm nicht.
Schuld waren grundsätzliche Differenzen bezüglich der Ansicht darüber, was ein Studium letztendlich ausmacht.
Peter bevorzugte lange Nächte und hatte begreiflicherweise am Tag den Wunsch, sich zu erholen. Die andere Partei, vertreten durch den Dekan der Fakultät, sah das naturgemäß anders.
Der behauptete einseitig, Peters Verhalten wäre ein klassischer Fall von Studienbummelei.
Es folgte eine Unzahl von Disziplinarverfahren, in denen der Dekan bemüht war, seinen Standpunkt zu beweisen.
Peter hatte seinerseits darauf verzichtet, auf die Kausalität zwischen dem Fehlen im Unterricht und der Vielzahl der zu feiernden Anlässe hinzuweisen.
Er war allerdings davon ausgegangen, dass er sich keine nennenswerten Sorgen zu machen brauchte, schließlich gab es eine Exmatrikulationssperre.
Ein Umstand, in aller Munde und von der gängigen Praxis an der Hochschule auch nicht widerlegt, denn die Republik brauchte Lehrer.
Bis letzten Monat.
Peter war überzeugt davon, dass an ihm ein Exempel statuiert wurde.
Wer dafür die Verantwortung trug, stand für ihn außer Zweifel.
Sein Dekan, dieser Blödmann, hatte einfach keinen Sinn für wahres Studententum.
In einer der letzten disziplinarischen Auseinandersetzungen in seinem Büro hatte er sich herabgelassen, mit einem gespielten Anflug von Vertrautheit das Wort an Peter zu richten:
„Herr Stein“, hatte er gesagt, „Sie sollten eines wissen: Bei jedem neuen Pädagogikstudenten frage ich mich, würdest du diesen Pädagogikanwärter auf deine eigene Tochter loslassen? Bei Ihnen bin ich mir meiner Einschätzung zweifelsfrei sicher – niemals!”
Dann sorgte er dafür, dass ein solches Zusammentreffen unmöglich werden sollte.
Trotz eklatanten Lehrermangels hatte sich Prof. Nauert durchgesetzt und Peter exmatrikuliert.
Allerdings mit der Chance auf Bewährung.
Das Zauberwort hieß: Bewährung in der sozialistischen Produktion.
Er sollte dort seine Persönlichkeit festigen und seinen Charakter reifen lassen.
Die Entscheidung, wo dieser Reifeprozess stattfinden sollte, lag bei ihm.
Peter ging die Auswahl systematisch an.
Der Job musste zwei entscheidende Kriterien erfüllen.
Er sollte möglichst nah an der Hochschule sein, denn er wollte den Kontakt zu seinen Kumpeln, männlich wie auch weiblich, nicht verlieren.
Und er musste Geld einbringen.
Geldnot kannte er nämlich schon.
Das Gefühl, mit gefüllten Taschen zu leben, empfand er als eine erstrebenswerte Erfahrung.
Es war also nur logische Konsequenz, dass er jetzt durch die Straßen des BUNA-Kombinates marschierte.
Da er nicht ganz blöd dastehen wollte, hatte er sich das Buch „Die Geschichte der BUNA-Werke“ besorgt und darin
geblättert.
Jetzt wusste er, dass BUNA gebaut worden war, um sich vom Import von Naturkautschuk unabhängig zu machen.
Interessant, fand Peter und hatte weitergelesen.
Ab 1936 wurden Autoreifen produziert und weil das wichtig für den später folgenden Krieg war, hagelte es amerikanische
Bomben.
Dass trotzdem, von ein paar kurzen Ausfällen abgesehen, bis wenige Tage vor Kriegsende weiterproduziert wurde, hatte Peter beeindruckt.
Dann kamen die Amerikaner auch am Boden und dann die Rote Armee.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 686
ISBN: 978-3-99107-525-7
Erscheinungsdatum: 15.04.2021
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
EUR 25,90
EUR 15,99

Herbstlektüre