Frau zum Sterben gesucht
EUR 21,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 320
ISBN: 978-3-7116-1226-7
Erscheinungsdatum: 30.03.2026
Ein humoriger Roman über Selbstmord, Liebe und Lust. Ein Mann sucht eine suizidale Begleitung. Er findet scheinbar zwei die sein Gefühlsleben erschüttern und ihn zudem in ein gefährliches Verbrechen verwickeln,bis er wählen muss: Liebe, Leben- Freitod.
1
Manch einem hat ein Selbstmordversuch
das Leben gerettet.
Paul
„Arrivederci und alles ist gut, was man gerne tut“, dachte sich Jörn, als er von einer Brücke der Lindauer Autobahn in die Tiefe sprang. Verwundert und benommen fand er sich auf der Ladefläche eines orangefarbenen, voll beladenen Sandlasters wieder. Dieser hatte seinen finalen, eigentlich alles beendenden Sprung, relativ sanft abgefangen.
„Schlechtes Timing!“
Enttäuscht erblickten seine langsam aufgehenden Augen das von Schleierwolken durchzogene Sternenzelt. Sein rechtes, fast muskelfreies Bein und sein linker, dürrer Arm schmerzten fürchterlich. Eigentlich hatte er direkt vor dem Lkw landen wollen. In Sekundenschnelle sollte dieser ihn dann in eine andere Dimension katapultieren.
„Gottes Wege sind unergründlich, Buddhas Augen überall und Krishnas Segen allgegenwärtig“, dachte Jörn Bärfuss benommen und zerknautscht. Langsam kam er wieder zu sich. Trübe Erlebnisfetzen seines scheinbar verkackten Lebens durchzogen sein immer noch benommenes Zerebrum.
Warum auch immer, erschien ihm plötzlich die alte, auf Gier basierende, demütigende Geschichte mit den zwei Eiern vor seinem geistigen Auge.
Vor einigen Jahren, während seiner Tätigkeit in einem Freizeitheim, bot ihm eines der Grünwalder schnöseligen Millionärskids zweihundert Euro an, im Falle dieser ihm zwei rohe Eier über seinem Kopf zerschlagen dürfe. Ohne lange nachzudenken, im Glauben, der Junge habe zu viel Geld, wie die meisten, die diese Einrichtung besuchten, willigte er freudvoll über das scheinbar leicht verdiente Geld ein. Der Teenie zerschlug grinsend eines der beiden Eier auf seinem Haupt und legte das zweite Ei unter schallendem Gelächter der anderen anwesenden Jugendlichen auf die Theke des Freizeitheimes. Nachdem er den Jungen in seiner von Gier verblendeten Naivität darauf hingewiesen hatte, er könne nun auch das zweite zerschlagen, brach die Gruppe erneut in ein kakophonisches Gelächter aus. Das andere blieb unversehrt am Tresen liegen. Sobald er bemerkte, auf welchen alten Bauerntrick er hereingefallen war und der Bub niemals daran gedacht hatte, das zweite Ei ebenfalls über seinem Haupt zu zertrümmern, versank er in tiefer Scham, anmerken lassen wollte er sich jedoch nichts. Im Gegenteil, versuchte er, die peinliche Situation durch einen coolen Spruch zu überspielen. Seine inzwischen hinzugekommene Kollegin Sabina, die alles mitbekommen hatte, entfernte sich laut lachend und kopfschüttelnd mit den Worten:
„Wie blöd muss man sein!“
Seltsam, dachte er bei sich, dass diese anscheinend relativ unbedeutende Anekdote, die sicherlich nicht zu seinen ruhmreichsten zählte, ihm ausgerechnet jetzt ins Gedächtnis sprang. So gab es doch wesentlich schlimmere Unpässlichkeiten in seinem Leben. Der Verlust seines Erbes, ebenfalls aufgrund seiner Gier, zum Beispiel. Aber das ist eine andere Geschichte, die bis heute sein Leben noch drastisch prägt. Ebenso wie viele weitere schwarze Pflastersteine, die seine Todesallee immer mehr zu bedecken schienen.
Kein Job, kein Geld, keine Familie und keine erkennbare Berufung, derer er sich bewusst war. Kaum Freunde und geschweige denn eine Lappin (Lebensabschnittspartnerin), die bereit wäre, mit ihm gemeinsam wenigstens einige Jahre zusammen durchs Leben zu wandern. Stetig zunehmende körperliche Gebrechen, gepaart mit seelischer Sinnlosigkeit sowie fraktaler Freudlosigkeit, waren wohl die vorrangigsten Gründe für seinen missglückten Abgang. Darüber hinaus überschattete ihn schon sein halbes Leben eine nervenzehrende Depressivität, die ihm dieses lauwarme, größtenteils leidvolle Leben öfters so überflüssig wie ins Meer gestreutes Speisesalz erscheinen ließ.
Dies waren bestimmt nicht alle, aber wohl die dringlichsten Gründe für seinen missglückten Todessprung. Nun lag er hier im städtischen Krankenhaus mit wahrscheinlich angebrochenem Arm, Bein und mit einem Schädel, der sich anfühlte, als ob eine wütende Bisonherde Kreistänze darin üben würde.
„Wenigstens hat der Lastwagenfahrer so kein allzu großes Trauma erlitten. Also ‚no bad Karma‘“, dachte er noch, bevor er in einem Schmerz- und Schlafmitteldelirium versank.
2
Der Selbstmörder will das Leben.
Und ist bloß mit den Bedingungen unzufrieden,
unter denen es ihm geworden.
Arthur Schopenhauer
Der spektakuläre Sprung von der Brücke war kein aus einer momentan depressiven Stimmung entstandener spontaner Entschluss. Die Zunahme negativer Erlebnisse verstärkte sich beständig im Laufe der Jahre, trotz eines tief verankerten Gottesglaubens.
Suizidale Tendenzen begleiteten ihn seit beginnender Pubertät. Zu dieser Zeit schlief er immer mit einem Seil unter dem Bett, für den Notfall. Gründe hierfür gab es reichlich. Dürr, lang, käsig, bebrillt und schwächlich, somit ideales Mobbingopfer in der Schule, die aufgrund seiner unterirdischen Leistungen ebenfalls ein andauerndes Martyrium für ihn war. Seine nicht zuletzt eher abstoßende Wirkung auf das weibliche Geschlecht, sein desolater Gesundheitszustand und fehlende richtige Freunde gesellten sich wie eine Armada aufblühender Eiterpickel noch hinzu.
In seiner Jugendzeit hatte er sich schon einen prachtvollen, ausladenden Baum mit starken Ästen ganz in der Nähe ausgesucht, an dem er, wenn es so weit wäre, hinüber baumeln wollte. Ein weiteres äußeres Zeichen seiner inneren Verzweiflung war das Aufhängen der mütterlichen Lieblingspuppe an einem Galgen in einer Ecke seines Zimmers. Die Eltern waren zwar deswegen etwas beunruhigt, änderten aber deshalb keinesfalls ihr Verhalten ihm gegenüber. So überwanden sie weder ihre Ängste, um mit ihm über sein offensichtlich desolates Seelenleben zu reden, noch waren sie bereit, sich nach anderweitiger, professioneller Hilfe umzuschauen, die wenigstens ein kleines Leuchten in sein finsteres, wie mit einer Stahlbürste aufgescheuertes Innenleben hätte bringen können. Enormer Druck seitens der Lehrer und Eltern sowie Fußballspielen waren die einzigen Erinnerungen an diese düstere, sich für ihn wie Dantes Inferno anfühlende Lebensepoche.
Die nächsten Jahre verbrachte er unter anderem mit zahlreichen Drogenexperimenten aller Couleur und vielen vergeblichen Bemühungen, seine Jungfräulichkeit zu verlieren. Der Versuch, durch das Studium vieler verschiedenartiger spiritueller Meditationsmethoden und religiöser Lehren den Sinn für sein kümmerliches Dasein zu ergründen, war nicht wirklich zielführend. Zwischendurch kam er mit seinem draufgängerischen und auf seine Art ebenso verzweifelten Freund Helge auf so glorreiche Ideen, wie Banken zu überfallen oder alten Damen ihre Handtaschen zu entwenden. Bei Letzterem war wohl im Nachhinein gesehen sein Schutzengel in Form einer rettenden, unsichtbaren Hand im Spiel.
Nach längerer Verfolgung einer augenscheinlich wohlsituierten älteren Madame, gerade als er dabei war, dieser ihre Handtasche zu entreißen, spürte er eine „ätherische Hand“, die seine imaginär ergriff und magisch zurückzog. Innerlich wissend, dass ihm soeben göttliche Gnade widerfahren war, ließ er Helges wüste Beschimpfungen – wie blöd er doch sei – leicht lächelnd, mit den vielen inzwischen angesammelten Schweißtropfen, an sich abperlen. Ihrer Feigheit wegen ersparten sie sich weitere, eventuell drohende Unannehmlichkeiten sowie die Anhäufung negativen Karmas. So verhinderte letztlich fehlende Courage einen gut durchdachten Banküberfall, den sie schon akribisch durchgeplant hatten. Ihre anberaumte Weltreise musste demnach mit ihren bescheidenen Ersparnissen, anstatt mit einer fetten Beute, angetreten werden. Ihr Reisegefährt war demnach auch nicht der vorbestellte wüstentaugliche, sandbraune Land Cruiser, der durch den Bankraub finanziert werden sollte, sondern der Daumen. Bevor dieser jedoch senkrecht nach oben zeigen konnte, musste zunächst mit der S-Bahn ein strategisch günstiger Abfahrtspunkt erreicht werden. Dummerweise verlor Jörn an seinem Heimatbahnhof einen seiner am Rucksack nicht richtig festgemachten Stiefel. Nachmittags von der Arbeit kommend, fand seine Mutter diesen noch immer unbeachtet auf dem Bahnsteig liegend. Den ledernen Treter hatte sie ihm kürzlich erst geschenkt und erkannte das besonders gestaltete Schuhwerk daher sofort sorgenvoll wieder. Emotional völlig aufgewühlt, zuhause angekommen, fand sie nur den von ihrem Sohn hingekritzelten Zettel: „Komme heute später nach Hause“. Er hatte sich nämlich weder getraut, ihnen seinen schon Wochen vorher vollzogenen Schulabbruch zu gestehen, noch sie über seine bevorstehende Weltreise zu informieren. Etliche hektische Telefonate später erreichte Frau Bärfuss Helges Mutter. Auf die erregte Frage, ob sie denn wisse, wo ihr Sohn wäre, antwortete diese nur verwundert, dass dieser doch mit ihrem Sohn ans Meer in Urlaub gefahren sei.
Wie fast nicht anders zu erwarten, war ihre „Weltreise“ in Südspanien nach einigen Wochen aufgrund des pekuniären Engpasses und zunehmenden Heimwehs dann bald zu Ende.
Auch diverse mehrmonatige, diesmal angekündigte Asien- und Südamerikareisen konnten seinen Lebenswillen nicht wirklich stärken. Im Gegenteil, viele dieser Trips, auf denen er mit schier unendlichem Leid, Ausbeutung und Ungerechtigkeit konfrontiert wurde, ließen ihn seinen Glauben an eine sich liebende Menschheit eher weiter sinken, wie die Titanic, Olympic oder irgendein anderes torpediertes Schiff.
3
Selbstmörder bleiben bis zuletzt
ausgemachte Pessimisten
Gerrit Donat
Der Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik, wohin Jörn als Folge seines Sprunges überwiesen wurde, brachte wohl eine gewisse Abwechslung in sein monotones, stupides Leben, aber keine wirkliche Verbesserung seines depressiven Gemütszustandes. Unzählige Gesprächsgruppen, kreative Angebote und zahlreiche Einzelgespräche mit zum Teil selbst therapiebedürftigen Therapeuten konnten seinen Gesundheitszustand nur unwesentlich verbessern. Die dort zaghaft geknüpften Kontakte konnten weder seine schon seit Längerem brachliegende Libido wieder aufrichten, noch entstanden irgendwelche befruchtenden Herzverbindungen.
Bald jedoch konnte der Selbstmordgefährdete aufgrund seines psychosozialen Studiums und seiner Intelligenz den schulpsychologisch eher simpel gestrickten Ärzten bald überzeugende Argumente für seine langsam zunehmende Genesung liefern. Folglich wurde er zeitnah als stabil entlassen. Gut gelaunt, aber nicht wirklich glücklich, sondern eher tief besorgt ob des an einem sehr dünnen, über ihm schwebenden Damoklesschwertes, ließ er sich von mehreren mit Graffiti vollgeschmierten Blechschlangen nach Hause befördern.
Kalter, grauer, nach Angstschweiß riechender Beton, verwahrloste, aggressive Ghettokids und eine von trostloser Armut geschwängerte Luft. Er war zuhause. Wenn man das so nennen konnte. In seinem heruntergekommenen, muffeligen Sozialkäfig, umgeben von Hunderten ähnlich unmenschlicher, gleichförmiger Personenaufbewahrungsanstalten, die allesamt der Schönheit einer verwesten Riesenassel glichen, glänzte die Putzfee durch permanente Abwesenheit. Kaum angekommen, vergrößerte sich seine hoffnungslose Lethargie. Wie meistens vergeblich versuchte er, diese mit Alkohol und Drogen unauffällig zu vertreiben.
Fehlende Freude, die Absenz einer haltgebenden Familie sowie sich ausbreitende Perspektivlosigkeit beschleunigten die Zunahme seiner depressiven Verstimmungen zusehends. Bereits bestehende, chronische Krankheiten bekamen noch Zuwachs durch die vom Sprung hinzugekommenen körperlichen Gebrechen. Seine finanziell desaströse Situation mit wenig Aussicht auf Verbesserung fachte die Glut nach einem erneuten, finalen Abschiedsfeuerwerk aus dieser Daseinsebene kräftig an. Minutenlang starrte er eines Nachts riesige Löcher in seine schäbige, verschmutzte Decke. Zwei, den Raum spärlich beleuchtende Kerzen verwandelten diesen, aufgrund der tanzenden Schatten und der vielen sich im Zimmer befindenden, skurrilen Gegenstände, in ein düsteres Panoptikum. Das Einzige, was die Totenstille und die finsteren Gedanken kurzzeitig unterbrach, waren die gierigen Schluckgeräusche des vergorenen roten Traubensaftes, den er sich in rhythmischem Abstand genehmigte. Unaufhaltsam bahnte dieser sich seinen Weg durch eine brennende Speiseröhre in seinen schmerzenden Magen. Die Hoffnung, seinen Zustand dadurch bald erträglicher werden zu lassen, war wie vieles andere auch eine große Illusion.
„Wenn ich mich schon allein durch dieses abgefuckte Leben schlagen muss, möchte ich wenigstens zu zweit, vielleicht zusammen mit einer coolen Depribraut den Meister der Sensen treffen“, sinnierte er so vor sich hin.
„So hätte ich dann auch eine bessere Absicherung, falls wieder etwas nicht planmäßig verliefe oder mein Herz mal wieder, wild rasend, in der Hose baumeln würde.“
Überhaupt war die Idee mit dem Sprung unzureichend durchdacht und hätte fast einen unschuldigen Menschen traumatisiert, was sich wahrscheinlich negativ auf mein Karma-Konto ausgewirkt hätte“, grübelte er weiter so vor sich hin, als ihn ein „ends genialer Geistesblitz“ durchzuckte, wie er sich anschließend freudestrahlend selbst attestierte.
Vor seinem inneren Auge sah er sich in einem kalten, verlassenen Winterwald mit einer imaginären Deprifee, nach Einnahme eines Schlafpulvers, eventuell in edelstem Honiggrappa gelöst, hinüber meditierend oder einfach nur sanft entschlafen. Diese Vorstellung gefiel ihm so gut, dass er vor lauter Freude fast seine Depression und Schmerzen vergessen hätte. Aber was nicht darf, kann nicht sein! Folglich suhlte er sich alsbald weiter in seinem Leid, wobei er sich, attackiert von Panikanfällen, in einem dunklen Kerkerloch dahinsiechen wähnte. Weitere tiefschwarze, dystopische Bilder, seine Zukunft betreffend, füllten jetzt seine innere Leinwand, sodass seine ihn umgebenden „Gremlins“ (kleine Monster) ihre wahre Freude daran hatten. Diese konnten nun ihre gierigen Ranzen mit seinen trübsinnigen, schwermütigen Emotionen, einem feierlichen Festschmaus gleich, so richtig vollstopfen. Die inzwischen gänzlich geleerte Bioweinflasche verstärkte das ganze Szenario, da sie zusätzliche Gourmetnahrung für alle an ihm klebenden dunklen Astralwesen war.
Die restliche Nacht verbrachte er schlaflos, größtenteils sich grämend und vor Schmerzen bis zur Morgendämmerung windend. Irgendwann schaufelte ihm dann das Sandmännchen endlich aus Mitleid seine glasigen, restlos übermüdeten Augen zu. Mit einem Wechselbad dahin sausender Gefühlsfetzen aus Freude über seine neue, hoffnungsvolle Superidee und dunklen, beängstigenden Zukunftsvisionen versank er schlussendlich in einen unruhigen, traumlosen Schlaf.
4
Ich find es niederträchtig und feig,
aus Furcht, was kommen mag,
des Lebens Zeit sich zu verkürzen.
William Shakespeare
Am nächsten Morgen bzw. frühen Nachmittag, nachdem er sich von der schauerlichen Nacht einigermaßen erholt hatte und seine Glanzidee sich wieder präsent vor seinem geistigen Auge ausbreitete, wollte er diese gleich in die Tat umsetzen. Doch wo konnte er jetzt schnellstmöglich eine lebensmüde Lady finden, die bereit war, mit ihm den finalen Rettungssprung auf die andere Seite zu wagen?
Beten, Internet, Zeitungsanzeige – was wäre der richtige Weg? Am besten alles. Viel hilft manchmal viel, oder auch nicht. Aber wer wagt, gewinnt, sonst vergammelt die Idee im Spind!
Nach einem kurzen Gebet durchforschte Jörn das Internet, um in seiner Meinung nach zwei brauchbaren Portalen die passenden Gesuche zu platzieren. Auch meldete er sich bei zwei Selbsthilfegruppen für suizidgefährdete Menschen an. Diese erwiesen sich jedoch als unbrauchbar, da er dort für sein Vorhaben nur ungeeignete Begleiterinnen vorfand.
Die Internetsuche war auch nicht ergiebig, außer dass die Begegnung mit Frau Dr. Sarah Brickmann seinen Plan leicht hätte durcheinanderbringen können.
„Frau zum Sterben gesucht“, lautete der Titel seines Profils auf der Seite „Freunde des selbstbestimmten Sterbens“. In kurzen Sätzen beschrieb er, wie er sich seinen Abgang vorstelle und dass er dafür eine Todesbegleiterin mit der Absicht zur gemeinsamen Excarnierung suche.
…
Manch einem hat ein Selbstmordversuch
das Leben gerettet.
Paul
„Arrivederci und alles ist gut, was man gerne tut“, dachte sich Jörn, als er von einer Brücke der Lindauer Autobahn in die Tiefe sprang. Verwundert und benommen fand er sich auf der Ladefläche eines orangefarbenen, voll beladenen Sandlasters wieder. Dieser hatte seinen finalen, eigentlich alles beendenden Sprung, relativ sanft abgefangen.
„Schlechtes Timing!“
Enttäuscht erblickten seine langsam aufgehenden Augen das von Schleierwolken durchzogene Sternenzelt. Sein rechtes, fast muskelfreies Bein und sein linker, dürrer Arm schmerzten fürchterlich. Eigentlich hatte er direkt vor dem Lkw landen wollen. In Sekundenschnelle sollte dieser ihn dann in eine andere Dimension katapultieren.
„Gottes Wege sind unergründlich, Buddhas Augen überall und Krishnas Segen allgegenwärtig“, dachte Jörn Bärfuss benommen und zerknautscht. Langsam kam er wieder zu sich. Trübe Erlebnisfetzen seines scheinbar verkackten Lebens durchzogen sein immer noch benommenes Zerebrum.
Warum auch immer, erschien ihm plötzlich die alte, auf Gier basierende, demütigende Geschichte mit den zwei Eiern vor seinem geistigen Auge.
Vor einigen Jahren, während seiner Tätigkeit in einem Freizeitheim, bot ihm eines der Grünwalder schnöseligen Millionärskids zweihundert Euro an, im Falle dieser ihm zwei rohe Eier über seinem Kopf zerschlagen dürfe. Ohne lange nachzudenken, im Glauben, der Junge habe zu viel Geld, wie die meisten, die diese Einrichtung besuchten, willigte er freudvoll über das scheinbar leicht verdiente Geld ein. Der Teenie zerschlug grinsend eines der beiden Eier auf seinem Haupt und legte das zweite Ei unter schallendem Gelächter der anderen anwesenden Jugendlichen auf die Theke des Freizeitheimes. Nachdem er den Jungen in seiner von Gier verblendeten Naivität darauf hingewiesen hatte, er könne nun auch das zweite zerschlagen, brach die Gruppe erneut in ein kakophonisches Gelächter aus. Das andere blieb unversehrt am Tresen liegen. Sobald er bemerkte, auf welchen alten Bauerntrick er hereingefallen war und der Bub niemals daran gedacht hatte, das zweite Ei ebenfalls über seinem Haupt zu zertrümmern, versank er in tiefer Scham, anmerken lassen wollte er sich jedoch nichts. Im Gegenteil, versuchte er, die peinliche Situation durch einen coolen Spruch zu überspielen. Seine inzwischen hinzugekommene Kollegin Sabina, die alles mitbekommen hatte, entfernte sich laut lachend und kopfschüttelnd mit den Worten:
„Wie blöd muss man sein!“
Seltsam, dachte er bei sich, dass diese anscheinend relativ unbedeutende Anekdote, die sicherlich nicht zu seinen ruhmreichsten zählte, ihm ausgerechnet jetzt ins Gedächtnis sprang. So gab es doch wesentlich schlimmere Unpässlichkeiten in seinem Leben. Der Verlust seines Erbes, ebenfalls aufgrund seiner Gier, zum Beispiel. Aber das ist eine andere Geschichte, die bis heute sein Leben noch drastisch prägt. Ebenso wie viele weitere schwarze Pflastersteine, die seine Todesallee immer mehr zu bedecken schienen.
Kein Job, kein Geld, keine Familie und keine erkennbare Berufung, derer er sich bewusst war. Kaum Freunde und geschweige denn eine Lappin (Lebensabschnittspartnerin), die bereit wäre, mit ihm gemeinsam wenigstens einige Jahre zusammen durchs Leben zu wandern. Stetig zunehmende körperliche Gebrechen, gepaart mit seelischer Sinnlosigkeit sowie fraktaler Freudlosigkeit, waren wohl die vorrangigsten Gründe für seinen missglückten Abgang. Darüber hinaus überschattete ihn schon sein halbes Leben eine nervenzehrende Depressivität, die ihm dieses lauwarme, größtenteils leidvolle Leben öfters so überflüssig wie ins Meer gestreutes Speisesalz erscheinen ließ.
Dies waren bestimmt nicht alle, aber wohl die dringlichsten Gründe für seinen missglückten Todessprung. Nun lag er hier im städtischen Krankenhaus mit wahrscheinlich angebrochenem Arm, Bein und mit einem Schädel, der sich anfühlte, als ob eine wütende Bisonherde Kreistänze darin üben würde.
„Wenigstens hat der Lastwagenfahrer so kein allzu großes Trauma erlitten. Also ‚no bad Karma‘“, dachte er noch, bevor er in einem Schmerz- und Schlafmitteldelirium versank.
2
Der Selbstmörder will das Leben.
Und ist bloß mit den Bedingungen unzufrieden,
unter denen es ihm geworden.
Arthur Schopenhauer
Der spektakuläre Sprung von der Brücke war kein aus einer momentan depressiven Stimmung entstandener spontaner Entschluss. Die Zunahme negativer Erlebnisse verstärkte sich beständig im Laufe der Jahre, trotz eines tief verankerten Gottesglaubens.
Suizidale Tendenzen begleiteten ihn seit beginnender Pubertät. Zu dieser Zeit schlief er immer mit einem Seil unter dem Bett, für den Notfall. Gründe hierfür gab es reichlich. Dürr, lang, käsig, bebrillt und schwächlich, somit ideales Mobbingopfer in der Schule, die aufgrund seiner unterirdischen Leistungen ebenfalls ein andauerndes Martyrium für ihn war. Seine nicht zuletzt eher abstoßende Wirkung auf das weibliche Geschlecht, sein desolater Gesundheitszustand und fehlende richtige Freunde gesellten sich wie eine Armada aufblühender Eiterpickel noch hinzu.
In seiner Jugendzeit hatte er sich schon einen prachtvollen, ausladenden Baum mit starken Ästen ganz in der Nähe ausgesucht, an dem er, wenn es so weit wäre, hinüber baumeln wollte. Ein weiteres äußeres Zeichen seiner inneren Verzweiflung war das Aufhängen der mütterlichen Lieblingspuppe an einem Galgen in einer Ecke seines Zimmers. Die Eltern waren zwar deswegen etwas beunruhigt, änderten aber deshalb keinesfalls ihr Verhalten ihm gegenüber. So überwanden sie weder ihre Ängste, um mit ihm über sein offensichtlich desolates Seelenleben zu reden, noch waren sie bereit, sich nach anderweitiger, professioneller Hilfe umzuschauen, die wenigstens ein kleines Leuchten in sein finsteres, wie mit einer Stahlbürste aufgescheuertes Innenleben hätte bringen können. Enormer Druck seitens der Lehrer und Eltern sowie Fußballspielen waren die einzigen Erinnerungen an diese düstere, sich für ihn wie Dantes Inferno anfühlende Lebensepoche.
Die nächsten Jahre verbrachte er unter anderem mit zahlreichen Drogenexperimenten aller Couleur und vielen vergeblichen Bemühungen, seine Jungfräulichkeit zu verlieren. Der Versuch, durch das Studium vieler verschiedenartiger spiritueller Meditationsmethoden und religiöser Lehren den Sinn für sein kümmerliches Dasein zu ergründen, war nicht wirklich zielführend. Zwischendurch kam er mit seinem draufgängerischen und auf seine Art ebenso verzweifelten Freund Helge auf so glorreiche Ideen, wie Banken zu überfallen oder alten Damen ihre Handtaschen zu entwenden. Bei Letzterem war wohl im Nachhinein gesehen sein Schutzengel in Form einer rettenden, unsichtbaren Hand im Spiel.
Nach längerer Verfolgung einer augenscheinlich wohlsituierten älteren Madame, gerade als er dabei war, dieser ihre Handtasche zu entreißen, spürte er eine „ätherische Hand“, die seine imaginär ergriff und magisch zurückzog. Innerlich wissend, dass ihm soeben göttliche Gnade widerfahren war, ließ er Helges wüste Beschimpfungen – wie blöd er doch sei – leicht lächelnd, mit den vielen inzwischen angesammelten Schweißtropfen, an sich abperlen. Ihrer Feigheit wegen ersparten sie sich weitere, eventuell drohende Unannehmlichkeiten sowie die Anhäufung negativen Karmas. So verhinderte letztlich fehlende Courage einen gut durchdachten Banküberfall, den sie schon akribisch durchgeplant hatten. Ihre anberaumte Weltreise musste demnach mit ihren bescheidenen Ersparnissen, anstatt mit einer fetten Beute, angetreten werden. Ihr Reisegefährt war demnach auch nicht der vorbestellte wüstentaugliche, sandbraune Land Cruiser, der durch den Bankraub finanziert werden sollte, sondern der Daumen. Bevor dieser jedoch senkrecht nach oben zeigen konnte, musste zunächst mit der S-Bahn ein strategisch günstiger Abfahrtspunkt erreicht werden. Dummerweise verlor Jörn an seinem Heimatbahnhof einen seiner am Rucksack nicht richtig festgemachten Stiefel. Nachmittags von der Arbeit kommend, fand seine Mutter diesen noch immer unbeachtet auf dem Bahnsteig liegend. Den ledernen Treter hatte sie ihm kürzlich erst geschenkt und erkannte das besonders gestaltete Schuhwerk daher sofort sorgenvoll wieder. Emotional völlig aufgewühlt, zuhause angekommen, fand sie nur den von ihrem Sohn hingekritzelten Zettel: „Komme heute später nach Hause“. Er hatte sich nämlich weder getraut, ihnen seinen schon Wochen vorher vollzogenen Schulabbruch zu gestehen, noch sie über seine bevorstehende Weltreise zu informieren. Etliche hektische Telefonate später erreichte Frau Bärfuss Helges Mutter. Auf die erregte Frage, ob sie denn wisse, wo ihr Sohn wäre, antwortete diese nur verwundert, dass dieser doch mit ihrem Sohn ans Meer in Urlaub gefahren sei.
Wie fast nicht anders zu erwarten, war ihre „Weltreise“ in Südspanien nach einigen Wochen aufgrund des pekuniären Engpasses und zunehmenden Heimwehs dann bald zu Ende.
Auch diverse mehrmonatige, diesmal angekündigte Asien- und Südamerikareisen konnten seinen Lebenswillen nicht wirklich stärken. Im Gegenteil, viele dieser Trips, auf denen er mit schier unendlichem Leid, Ausbeutung und Ungerechtigkeit konfrontiert wurde, ließen ihn seinen Glauben an eine sich liebende Menschheit eher weiter sinken, wie die Titanic, Olympic oder irgendein anderes torpediertes Schiff.
3
Selbstmörder bleiben bis zuletzt
ausgemachte Pessimisten
Gerrit Donat
Der Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik, wohin Jörn als Folge seines Sprunges überwiesen wurde, brachte wohl eine gewisse Abwechslung in sein monotones, stupides Leben, aber keine wirkliche Verbesserung seines depressiven Gemütszustandes. Unzählige Gesprächsgruppen, kreative Angebote und zahlreiche Einzelgespräche mit zum Teil selbst therapiebedürftigen Therapeuten konnten seinen Gesundheitszustand nur unwesentlich verbessern. Die dort zaghaft geknüpften Kontakte konnten weder seine schon seit Längerem brachliegende Libido wieder aufrichten, noch entstanden irgendwelche befruchtenden Herzverbindungen.
Bald jedoch konnte der Selbstmordgefährdete aufgrund seines psychosozialen Studiums und seiner Intelligenz den schulpsychologisch eher simpel gestrickten Ärzten bald überzeugende Argumente für seine langsam zunehmende Genesung liefern. Folglich wurde er zeitnah als stabil entlassen. Gut gelaunt, aber nicht wirklich glücklich, sondern eher tief besorgt ob des an einem sehr dünnen, über ihm schwebenden Damoklesschwertes, ließ er sich von mehreren mit Graffiti vollgeschmierten Blechschlangen nach Hause befördern.
Kalter, grauer, nach Angstschweiß riechender Beton, verwahrloste, aggressive Ghettokids und eine von trostloser Armut geschwängerte Luft. Er war zuhause. Wenn man das so nennen konnte. In seinem heruntergekommenen, muffeligen Sozialkäfig, umgeben von Hunderten ähnlich unmenschlicher, gleichförmiger Personenaufbewahrungsanstalten, die allesamt der Schönheit einer verwesten Riesenassel glichen, glänzte die Putzfee durch permanente Abwesenheit. Kaum angekommen, vergrößerte sich seine hoffnungslose Lethargie. Wie meistens vergeblich versuchte er, diese mit Alkohol und Drogen unauffällig zu vertreiben.
Fehlende Freude, die Absenz einer haltgebenden Familie sowie sich ausbreitende Perspektivlosigkeit beschleunigten die Zunahme seiner depressiven Verstimmungen zusehends. Bereits bestehende, chronische Krankheiten bekamen noch Zuwachs durch die vom Sprung hinzugekommenen körperlichen Gebrechen. Seine finanziell desaströse Situation mit wenig Aussicht auf Verbesserung fachte die Glut nach einem erneuten, finalen Abschiedsfeuerwerk aus dieser Daseinsebene kräftig an. Minutenlang starrte er eines Nachts riesige Löcher in seine schäbige, verschmutzte Decke. Zwei, den Raum spärlich beleuchtende Kerzen verwandelten diesen, aufgrund der tanzenden Schatten und der vielen sich im Zimmer befindenden, skurrilen Gegenstände, in ein düsteres Panoptikum. Das Einzige, was die Totenstille und die finsteren Gedanken kurzzeitig unterbrach, waren die gierigen Schluckgeräusche des vergorenen roten Traubensaftes, den er sich in rhythmischem Abstand genehmigte. Unaufhaltsam bahnte dieser sich seinen Weg durch eine brennende Speiseröhre in seinen schmerzenden Magen. Die Hoffnung, seinen Zustand dadurch bald erträglicher werden zu lassen, war wie vieles andere auch eine große Illusion.
„Wenn ich mich schon allein durch dieses abgefuckte Leben schlagen muss, möchte ich wenigstens zu zweit, vielleicht zusammen mit einer coolen Depribraut den Meister der Sensen treffen“, sinnierte er so vor sich hin.
„So hätte ich dann auch eine bessere Absicherung, falls wieder etwas nicht planmäßig verliefe oder mein Herz mal wieder, wild rasend, in der Hose baumeln würde.“
Überhaupt war die Idee mit dem Sprung unzureichend durchdacht und hätte fast einen unschuldigen Menschen traumatisiert, was sich wahrscheinlich negativ auf mein Karma-Konto ausgewirkt hätte“, grübelte er weiter so vor sich hin, als ihn ein „ends genialer Geistesblitz“ durchzuckte, wie er sich anschließend freudestrahlend selbst attestierte.
Vor seinem inneren Auge sah er sich in einem kalten, verlassenen Winterwald mit einer imaginären Deprifee, nach Einnahme eines Schlafpulvers, eventuell in edelstem Honiggrappa gelöst, hinüber meditierend oder einfach nur sanft entschlafen. Diese Vorstellung gefiel ihm so gut, dass er vor lauter Freude fast seine Depression und Schmerzen vergessen hätte. Aber was nicht darf, kann nicht sein! Folglich suhlte er sich alsbald weiter in seinem Leid, wobei er sich, attackiert von Panikanfällen, in einem dunklen Kerkerloch dahinsiechen wähnte. Weitere tiefschwarze, dystopische Bilder, seine Zukunft betreffend, füllten jetzt seine innere Leinwand, sodass seine ihn umgebenden „Gremlins“ (kleine Monster) ihre wahre Freude daran hatten. Diese konnten nun ihre gierigen Ranzen mit seinen trübsinnigen, schwermütigen Emotionen, einem feierlichen Festschmaus gleich, so richtig vollstopfen. Die inzwischen gänzlich geleerte Bioweinflasche verstärkte das ganze Szenario, da sie zusätzliche Gourmetnahrung für alle an ihm klebenden dunklen Astralwesen war.
Die restliche Nacht verbrachte er schlaflos, größtenteils sich grämend und vor Schmerzen bis zur Morgendämmerung windend. Irgendwann schaufelte ihm dann das Sandmännchen endlich aus Mitleid seine glasigen, restlos übermüdeten Augen zu. Mit einem Wechselbad dahin sausender Gefühlsfetzen aus Freude über seine neue, hoffnungsvolle Superidee und dunklen, beängstigenden Zukunftsvisionen versank er schlussendlich in einen unruhigen, traumlosen Schlaf.
4
Ich find es niederträchtig und feig,
aus Furcht, was kommen mag,
des Lebens Zeit sich zu verkürzen.
William Shakespeare
Am nächsten Morgen bzw. frühen Nachmittag, nachdem er sich von der schauerlichen Nacht einigermaßen erholt hatte und seine Glanzidee sich wieder präsent vor seinem geistigen Auge ausbreitete, wollte er diese gleich in die Tat umsetzen. Doch wo konnte er jetzt schnellstmöglich eine lebensmüde Lady finden, die bereit war, mit ihm den finalen Rettungssprung auf die andere Seite zu wagen?
Beten, Internet, Zeitungsanzeige – was wäre der richtige Weg? Am besten alles. Viel hilft manchmal viel, oder auch nicht. Aber wer wagt, gewinnt, sonst vergammelt die Idee im Spind!
Nach einem kurzen Gebet durchforschte Jörn das Internet, um in seiner Meinung nach zwei brauchbaren Portalen die passenden Gesuche zu platzieren. Auch meldete er sich bei zwei Selbsthilfegruppen für suizidgefährdete Menschen an. Diese erwiesen sich jedoch als unbrauchbar, da er dort für sein Vorhaben nur ungeeignete Begleiterinnen vorfand.
Die Internetsuche war auch nicht ergiebig, außer dass die Begegnung mit Frau Dr. Sarah Brickmann seinen Plan leicht hätte durcheinanderbringen können.
„Frau zum Sterben gesucht“, lautete der Titel seines Profils auf der Seite „Freunde des selbstbestimmten Sterbens“. In kurzen Sätzen beschrieb er, wie er sich seinen Abgang vorstelle und dass er dafür eine Todesbegleiterin mit der Absicht zur gemeinsamen Excarnierung suche.
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