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feelschicht

Om Patrick

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Leseprobe:

Kalter Schweiß

Zusammengekauert liege ich da. Lehne zwischen den beiden Wänden, welche die Ecke meines Wohnzimmers bilden. Mir ist so kalt, der eisig kalte Schweiß lässt mich zitternd auf dem kalten Boden kauern. Warum liege ich da und warum weine ich, während ich darüber nachdenke? Ich weiß es nicht. Kann kaum einen klaren Gedanken fassen. Immer, wenn die Klarheit fast ganz da zu sein scheint, verschwindet sie wieder im Nebel.
Um mich herum ist es dunkel. Eine dumpfe Lichtstimmung liegt im Raum. Dieses Licht, das den Raum nur vage durch die Löcher der heruntergelassenen Rollläden bis zu mir ausleuchtet. Ganz trüb, ein Zwielicht aus fast gar nichts.
Vor mir auf dem Boden liegt eine Packung mit der Aufschrift »Tavor Expedit«. Benzos – starke Beruhigungsmittel also, die dir ein »Scheißegal« auf alles geben. Ich hatte wohl wieder eine Panikattacke.
In meinen Gedanken ruft mich das leiser werdende Echo einer sanften Frauenstimme. Ganz weit entfernt. Sie ruft meinen Namen, nur meinen Namen.
»Om! Om!«

Ich glaube, dieses Mal habe ich es übertrieben, zu viel genommen. Der geistige Nebel verdichtet sich, bemerke ich. Ehe mein Bewusstsein wieder ganz im Nichts verschwindet.




Zurück im Wald

Kennt ihr das? Man will unbedingt eine Schnittstelle zum Gehirn des anderen. Eine direkte Verbindung.

»Ich kann dir nicht sagen, was ich gerade fühle, wie sehr ich dich liebe. Egal was ich dir sage, es würde es nicht treffen. Ja, es würde dir je nachdem eine Ahnung dessen vermitteln, aber du könntest dich auch täuschen. Ich könnte mich täuschen. Mit meiner Wortwahl.«

Sie dreht sich in dem Moment weg von mir, zur Seite und kehrt mir den Rücken zu. Drehe ich mich nun zu ihr, würde das Rascheln des Laubes mich verraten. Ich bleibe liegen und spreche weiter.

»Es ist wie eine Tragikomödie. Ich kann dich berühren, dich streicheln, mit all meiner Mimik und allen Mitteln der Rhetorik versuchen dir etwas zu vermitteln. Meine Liebe, meine … unglaublichen Gefühle. Aber es wird nie, nie, niemals diese Unglaublichkeit in meinem Kopf in dein Gehirn transportieren. Fuck. Wie soll ich das mit diesen primitiven Mitteln schaffen. Ein Gefühl. Lächerlich. Absurd. Dämlich. Ich kann machen, was ich will.
Wären wir doch einfach zwei geisterhafte Erscheinungen – ohne Körper – die ihre Gedanken eins zu eins verschmelzen könnten. Du denkst mich, ich denke dich. Frei von Missverständnissen.«
»Wahnsinn«, sagt sie leise mit tiefer Stimme.
»Was ›Wahnsinn‹?«
»Du hast so verrückte Gedanken. Aber ich weiß genau, was du meinst. Und du hast recht.«
»Verrückt? Verrückt ist, warum nicht jeder diesen einfachen Wunsch hat und offen ausspricht. Alle nur kack-oberflächlich. Die anderen sind die Verrückten.«

Ich stütze meine Hände auf das weiche Laub und bringe mich in eine aufrechte Position.

»Komm mit, Anna.«

Sie dreht sich auf den Rücken und ich helfe ihr mit meiner Hand auf. Der warme Wind ist so schön, wie eine herrlich umsorgende Mutter, die eine Decke über das kranke Kind zieht. Das Mondlicht ist so hell, wie ich es noch nie gesehen habe, man sieht alles. Jeden Baum, jeden Ast und rottendes Altholz, über das wir vorsichtig steigen bei unserem Gang durch den laubigen Wald. Ich denke mir, das müsste das Laub von bestimmt zehn Jahren sein, so weich, wie wir hier laufen. Wie auf einem Trampolin. Es ist hell, warm und frei von Schmerz und Angst. Ich komme mir vor wie in einem Traum durch einen märchenhaften Glückswald. Anna fühlt das Gleiche, ich kann es in ihren Augen sehen – sofern ich mit meinen beschränkten Mitteln der Wahrnehmung nicht falsch liege. Schließlich sind unser beider Gehirne und Gedanken und Gefühle nicht miteinander verknüpft. Aber ich weiß, was ich fühle, als wir Händchen haltend mit einem großen Schritt die Barriere zwischen Waldende und einer Lichtung erreichen. Nach kurzer Orientierung finden wir uns auf einem Feldweg, auf dem die Traktoren zwei tiefe Furchen in den erodierten Boden getrieben haben. Weit vor uns, am Ende des brachen Feldes, umschließt der Wald hufeisenförmig eine hell erleuchtete Lichtung. Unsere Blicke führen hin zu einer aus Wiese bestehenden Senke, die in einem freistehenden Hügel endet. Auf dem Hügel steht eine alte Eiche mit breiten Ausläufern, glitzernd vom Wind im hellen Mondlicht. Wir sagen nichts. Ich lege meine linke Hand auf ihr florales Kleid, gleich neben ihren Hals. Führe den dünnen Stoff zur Seite, sodass er halbseitig von der Schulter rutscht.

»Was tust du?«, fragt Anna mich mit weit aufgerissenen Kulleraugen.

Ich sage nichts. Ziehe mein T-Shirt im Bruchteil einer Sekunde aus und werfe den weißen Knäuel beiseite. Sie sieht mich nicht weniger fragend an als zuvor schon. Unbeirrt davon fasse ich an meine Jeans, um den Knopf zu öffnen, und bringe sie samt Unterwäsche mit einem tiefen Zug nach unten, um mich vollends zu entkleiden. Steige aus den weißen Sneakers und über die Hose, mit einem Schritt nach vorne, ganz nah zu ihr. Ich glaube, das viele Training hat sich ausgezahlt, denke ich kurz beim Herabblicken.
Ich sage wieder nichts.
Es beginnt Anna langsam zu dämmern, dass dies nichts Sexuelles, sondern nur die Fortführung eines ungewöhnlichen Abends sein soll. So beginnt auch Anna, sich von ihrem Kleid und allem an teurer Spitzenunterwäsche zu trennen.

»Gott, du machst mich fertig«, entgegnet sie meinem verschmitzten Grinsen.
»Wir verstehen uns zumindest wortlos, das ist ein guter Anfang.«

Auf dem Weg die Senke hinab in Richtung der Eiche streichle ich immer wieder sanft mit den Fingerspitzen über ihren Rücken. Zusammen mit der Luft an jedem Zentimeter unseres Körpers und den vielen einzelnen Grashalmen, die unsere Fußseiten Schritt für Schritt streifen, empfinden wir beide gleichermaßen ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit und Akzeptanz. Frei von Raum, frei von Zeit. Jung, frei, und nackt.

»Findest du das nicht ein bisschen schnulzig, was du hier mit mir treibst?«, gibt sie mir zur Antwort, während sie den Hintern am Boden richtet.
»Ich habe nichts in Planung. Ich habe eigentlich nie irgendetwas in Planung. Lasse mich immer treiben.«
Stille.
»Mein Gott, so viele Sterne.«



Süß ist der Tod

Tot ist sie, kaum zu fassen. Auf die selbe plumpe Art und Weise, wie es so viele Frauen eben nun tun. Meine Art abzutreten wäre martialischer und eindrücklicher für die Hinterbliebenen. Aber sie hat sich dafür entschieden, mit einem Potpourri aus Tabletten davon zu segeln.
»Ich habe heute Nacht von einem Wald und einem Mädchen geträumt, es war schön.«
Hanna, die neben mir apathisch ins Leere schaut, zeigt keine Reaktion.
»Wollen wir ein paar Schritte gehen, weg vom Klinikgelände?«



Om

Om ist nicht wie andere Jungen seines Alters. Schon früh – bereits im Kindergarten – wurde bei ihm eine Hochbegabung festgestellt. In der Grundschule drehte er die Wasserhähne in den Toiletten ab, um herauszufinden, warum das Wasser hier nach oben fließen kann. Schon mit zwölf wurde bei ihm eine Angststörung diagnostiziert. Nachdem ihn seine Mutter mit mäßigem Erfolg zu unzähligen Psychologen geschleift hatte, blieb nur noch der Gang in eine offene Psychiatrie übrig. Er war zumindest nie selbstgefährdet und eine geschlossene Einrichtung kam für sie und ihn nicht in Frage. Heute ist Om 25 und zum unzähligsten Mal in einer Klinik.



Spaziergang

Johanna trottet wortlos neben mir her, während ich mich mit dem plötzlichen Tod von Hermine beschäftige.
»Woher hat sie wohl die vielen Tabletten, hier muss man doch immer alles vorzeigen, sobald man ein Zimmer bezieht?«
Tot im Gemeinschaftsbad wurde sie aufgefunden. Ein Pfleger hat sie heute Morgen beim Schichtwechsel entdeckt. Ich kann gut nachvollziehen, dass sie es nicht mehr ausgehalten hat. Immer die Gedanken, diese Schwere im Kopf. Hanna ist am selben Tag wie ich gekommen, morgen vor drei Wochen. Ich hatte mich einmal mit ihr unterhalten. Dabei ging es eher um belanglose Dinge wie die neue Pflegerin, die von ihrem Urlaub aus Kreta zurückgekommen war. Um das Essen, und dass wir uns beide nicht immer austragen, gehen wir einmal vor die Station, um frische Luft zu tanken. Eigentlich wusste ich gar nichts über sie. Nur, dass sie wohl sehr düstere Gedanken gehabt haben musste. In ihrer Stirn lag eine tiefe Denkerfalte, die sich über die Jahre angestrengten Schauens entwickelt hatte.
»Hier dürfen wir nicht weiter«, unterbricht Hanna meine Gedanken.



Der Geschmack von Sex

In diesem Negligé sah sie einfach umwerfend aus. Eine schwarze Mischung aus matter Spitze und transparentem Stoff, der ihren Po nur knapp überdeckte und so durchsichtig war, dass er die Haut eigentlich lediglich leicht abdunkelte. Sie schlief noch, als ich innerlich rumorend erwachte und sie im Schlaf musterte. So, wie es ein Voyeur tun mag, der sich in Sicherheit wiegt. Es war die aufgehende Sonne, die mich durch den samtigen Vorhangschlitz mitten im Gesicht blendete und vor ihr erwachen ließ. Was an diesem Vorabend passierte, hätte nie passieren dürfen.



Patrick

Patrick ist ein charmanter Mann, der weiß, was er will. Er will Frauen. Und zwar möglichst viele Frauen. Er wuchs ohne Eltern und ohne Struktur in einem Heim auf. Niemand war jemals für ihn da, außer Maria, seine Bezugspflegerin der Organisation »Lichtblick«. Seit er das Heim verlassen hat, hält er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Seine Leidenschaft sind die Frauen. Insgeheim ist er immer auf der Suche nach dem absoluten Glück mit einer eigenen Familie, vielleicht ja sogar mal ein, zwei Kindern. Aber bis dahin hat er noch genug Zeit, Dinge zu erleben und auszuprobieren. Schöne Frauen sind sein Leben, seine Sünde, seine absolute Leidenschaft.





Sturm und Drang

Im ganzen Zimmer riecht es nach Sex.

Ihr Blick labt sich an mir. An meinem Glied.
Frauen behaupten gerne vor ihrem Freund und Partner, sie seien treue Mauerblümchen. Sie haben nur und ausschließlich »Anstandssex« und sind und bleiben natürlich ehrbar in ihren sexuellen Handlungen. Doch dieser Blick auf meinen dicken Schwanz, meine zum Bersten dicke Eichel, revidiert das. Das und alles, ich weiß es. Es ist wie Heißhunger auf etwas Verbotenes. Macht mich rasend vor Eifersucht und erregt mich zugleich ungemein.
Ich liege auf dem Rücken, splitternackt und schweißnass glänzend vor Erregung. Um sie einzuschüchtern, habe ich direkt nach unserer Ankunft ihre Eingangstüre geschlossen. Ich bin nichtssagend im Flur stehen geblieben und habe begonnen, mich absichtlich viel zu langsam auszuziehen. Nun bin ich im Gegensatz zu ihr frei und nackt und bin immer noch schweigend auf ihr Bett geklettert. Als sie meiner blickhaften Aufforderung nachkommen möchte und in katzenähnlichem Schleichen meinen Körper sucht, drücke ich sie nieder, setze mich breitbeinig auf ihre Brüste und halte mit Knien und Händen ihre Arme fest in die Matratze gedrückt. Ohne meine Hände zu benutzen, schiebe ich meine von dicken Adern durchzogene Männlichkeit in ihr Gesicht. Ich schlage sie damit durch geschickte Körperverlagerung auf die linke Backe, ziehe ihn über ihren Mund am Hals vorbei, um es der anderen Backe gleich zu tun.
»Der Herr bin ich und du gehörst mir.«
Ihre Augen schauen mich aus ihrem schämend roten Gesicht mit diesen blutgefüllten roten Lippen fragend und bittend zugleich an. Sie ergibt sich mir und lässt es einfach geschehen. Das, was sie immer und vor jedem bestreiten würde. Diese sexuelle und verbotene Schande des noch nie Erlebten und nie wieder Kommenden.
Mit meiner Eichel suche ich ihre Gesichtsmitte, um anschließend langsam – ganz langsam – ihre Unterlippe nach unten zu ziehen. Die Zeit vergeht und vergeht in diesem Spiel. Ich wiederhole nichtssagend diese Choreographie. Immer und immer wieder – und immer etwas anders. Nur noch mit den Knien ihre Hände fixierend, habe ich nun aufrechter Platz auf ihr genommen, um so fest mit beiden Händen meinen überdicken Schwanz zu fassen. Ich lenke ihn nun mit beiden Händen über ihr wundervolles, mädchenhaftes Gesicht. Die unförmig verzogene Vorhaut und die beulenhaften Aderhügel stehen in starkem Kontrast zu ihrer makellosen und wunderschön weichen Haut. Als ich leicht aushole und ihn auf ihre rechte Backe klatsche, stöhnt sie leicht auf vor Verwunderung und einem ziehenden Schmerz. Einem guten Schmerz. Beim erneuten Ziehen über diese Stelle bleibt schimmernd etwas Feuchte aus mir kommend dort haften.
»Fick mich in den Mund!«, befiehlt sie plötzlich und unkalkuliert. Selbst nicht wissend, was sie da sagt. Rasend. Es kommt einfach aus ihr heraus, ohne vorige Überlegung über die Konsequenzen.
Ich fasse ihre Arme noch fester, drücke meinen ganzen Körper nach vorne und beuge mich mit der Körpermitte über ihren Mund. Als ich ihre halb geöffnete Mundinnenseite mit der Spitze meines Schwanzes berühre, bemerke ich, wie nass meine Eichel und das gesamte vordere Drittel von mir ist. Glitschig vor Erregung spiele ich mit ihr, mit ihrem Mund und ihrer Scham, ohne dabei zu schnell zu weit zu gehen. Sie spürt, dass er sehr heiß ist, denn ich spüre ihre kühlen Lippen. Das mache ich sehr lange, um ihrem Wunsch, sie in den Mund zu ficken, nicht gleich nachzukommen. Um sie in ihrer Ekstase zeitlich leiden zu lassen. Und das kostet sie aus, dass ich sie in ihrer Erwartung mit meiner schnellen Entblößung auf eine falsche Fährte geführt habe.
»Soll ich dir meinen dicken Schwanz in den Mund stecken?« Sie ist wie gelähmt, als ich weit aushole und sie freihändig mit einer sexuellen Liegestütze mit einem Male ganz schnell und tief in den Mund ficke. Ich dringe direkt beim ersten Mal so tief ein, dass sie damit nicht rechnen konnte. Dort lasse ich ihn. Sie verwirrt das so sehr, wie ich in ihren Augen herabwärts erkennen kann. Ich bin mir meiner sicher. Noch langsamer ziehe ich ihn aus ihrer weichen und nun heißen Mundhöhle heraus. Ihr Mund kocht. Mein Glied kocht. Und alles ist nass und riecht nach Sex. Sogar ihren Erregtheitsgeruch inmitten ihrer Scheide kann ich riechen. Obgleich sie mit ihrer engen schwarzen Leggings noch völlig angezogen ist. Ich zerdrücke ihre Hände fast, um ihr ihre Ausgeliefertheit bewusster zu machen. Kreisend dringe ich erneut in ihre warme Mundhöhle, stoße etwas fester nach und wiederhole mich in diesen wundervollen Minuten, mehr und mehr.
»Na, gefällt dir das?«, frage ich mit leicht ironischem Unterton. Sie nickt leicht. In diesem Moment können ich und sie kaum noch erspüren, aus was dieser Mix aus Schleim, Sperma und Spucke genau besteht. Im Zimmer riecht es nur, dieser Cocktail aus Körperflüssigkeiten gekocht mit Hitze. Sie vergisst sich völlig, sich und all den Anstand, den sie sich doch immer bewahren wollte.
»Soll ich aufhören?« Sie schüttelt leicht den Kopf und schiebt dabei mein Glied von einer inneren Wange zur nächsten. Als mein Gesäß wieder auf ihren Brüsten Platz nimmt, packe ich dieses rutschige Ding in meine rechte Hand, um ihn ihr dann durch den kurz geschlossenen Mund zu schieben, nur kurz. Ich rolle mich zur Seite und nehme ihren Kopf dabei mit beiden Händen zu mir. Auf der Seite liegend kontrolliere ich sie nun nicht nur mit meinen eigenen Beckenbewegungen, sondern zugleich auch mit meinen Händen. Ihren Hals steuernd. Ich ficke sie in den Mund, nehme ihn heraus, stecke ihn hinein, nehme ihn heraus, stecke ihn rein. Sie seufzt leicht, als ich ihr meine Ladung in den Mund spritze.

Nun, am Morgen, dreht sie sich zu mir um. Leise erwachend, wahrscheinlich von meinen Blicken.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 180
ISBN: 978-3-99107-208-9
Erscheinungsdatum: 24.11.2020
EUR 17,90
EUR 10,99

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