Der Anfang vom Rest des Lebens

Der Anfang vom Rest des Lebens

Dominique Haring


EUR 17,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 242
ISBN: 978-3-99131-153-9
Erscheinungsdatum: 03.02.2022
Isabell Johnsons Leben ist ein perfides Spiel aus Schein und Sein. Sie läuft dem Glück hinterher, und immer wenn sie es zu erreichen glaubt, kommt eine neue, enttäuschende Wahrheit ans Licht und erschüttert ihre Welt.
Vorwort

Egal was man sich vom Leben erhofft hat, egal wie sehr man sein Leben durchgeplant hat, kommt es doch immer anders als gedacht. Das Leben hält immer wieder Überraschungen für einen parat. Manchmal sind es gute, aber leider sind es auch oft viel zu schlechte Überraschungen, die einen fast zerbrechen lassen … Dann stellt man sich diese eine Frage!
Warum ich? Aber weiß man nicht nur, was man gewonnen hat, wenn man zuvor auch schon vieles verlieren musste?


Kapitel 1

Isabell trat mit aller Kraft auf die Bremse. Sie merkte aber sofort, dass die Bremse nicht reagierte und sie keine Gewalt mehr über ihren Wagen hatte. Die Straße war einfach zu nass. Der Wagen zog auf die Gegenspur, begann sich dann nach links zu drehen und rutschte immer weiter quer in Richtung Baum. Isabell wusste, was unausweichlich war und gleich passieren würde. Ohne das Lenkrad loszulassen oder von der Bremse zu gehen schloss sie die Augen. Mit voller Wucht prallte Isabell mit ihrem Wagen seitlich mit der Fahrerseite gegen den umgestürzten Baum. Durch den starken Aufprall wurde Isabell mit einer solchen Kraft an die Innenseite der Fahrertür geschleudert, dass sie dabei heftig mit dem Kopf gegen die Fensterscheibe schlug und das Fensterglas zersprang. Isabell verlor sofort das Bewusstsein …

Der Wecker hatte bereits zweimal geschellt, aber Isabell machte keine Anstalten, aus dem Bett aufzustehen. Sie hatte die letzte Nacht kaum geschlafen und wollte, so lange es ging, im Bett liegen bleiben. Nick, ihr Mann, war schon vor knapp zwei Stunden aufgestanden und zur Arbeit gefahren.
Isabell grinste und brummelte vor sich hin: »Einen Vorteil hat es, sein eigener Chef zu sein. Ich kann zur Arbeit kommen und gehen, wann ich es will!«
Isabell schaute auf den kleinen silberfarbenen Wecker auf ihrem Nachttisch und verdrehte die Augen dabei, als sie sah, dass es bereits kurz nach neun war. Um halb elf musste sie spätestens im Büro sein, da sich ein wichtiger Kunde zum Abschlussmeeting angemeldet hatte.
Also zog Isabell ihre kuschlige Bettdecke über ihre Beine, quälte sich langsam aus ihrem schönen, warmen Bett und ging ins Bad.
Isabell schaute in den Badezimmerspiegel und war erschrocken über ihr eigenes Spiegelbild.
»Oh mein Gott, wie sehe ich denn aus?«, platzte es aus ihr heraus. Ihre langen, rotbraun gelockten Haare standen in alle Richtungen ab, als wenn sie die letzte Woche komplett im Bett verbracht hätte. Ihre sonst so schön strahlenden blaugrauen Augen traten wegen den großen Augenringen in den Hintergrund. Nachdem sie sich einen Moment lang im Spiegel gemustert hatte, entschloss sich Isabell doch für eine ausgiebige Dusche inklusive Haare waschen, um zu retten, was zu retten ist. Schließlich musste sie vorzeigbar aussehen im Büro, vor allem, wenn Geschäftstermine anstanden.

Isabells Leben spielte sich seit ihrer Kindheit im Umkreis von zweiunddreißig Kilometern im Nordwesten Englands ab. Bis zum Tod ihres Vaters mit zwanzig Jahren lebte sie alleine mit ihm in Kendal, einer kleinen Stadt kurz vor dem National Park Lake District. Wie bereits ihre Mutter verlor Isabell ihren Vater viel zu früh. Er starb an einer Krebserkrankung. Nach seinem Tod war Isabell auf sich alleine gestellt. Sie verkaufte schweren Herzens ihr Elternhaus und zog nach Blackpool, einer mittelgroßen Stadt an der Küste, um dort aufs College zugehen. Die Kosten für das Haus und gleichzeitig das College zu finanzieren, schien für Isabell unmöglich.

Seit nun mehr als acht Jahren befand sich ihr Arbeitsmittelpunkt in Preston. Hier gründete sie, Isabell Busch, zusammen mit ihrem besten Freund Peter Hall und Alex Cooper die Werbeagentur HBC-Promotion. Auch wenn die Agentur inzwischen wirklich gut lief, war der Anfang des Agenturaufbaus sehr kräftezehrend für Isabell und ihre beiden Partner. Überstunden in der Woche und am Wochenende bestimmten lange Zeit ihr Leben. Adäquate Kunden finden und sie dann auch zu einer Vertragsunterzeichnung zu bewegen war nicht immer ganz einfach. Wie oft haben sich Kunden nach all der wochenlangen Arbeit doch noch im letzten Moment für eine andere Agentur entschieden. Aber nach zwei Jahren voller Kosten und Mühen bekam ihre Agentur einen bombastischen Auftrag von einem namhaften Sportartikelhersteller. Dieses Geschäft war ihr Durchbruch. Danach hatten sie und ihre Partner keine Probleme mehr, Aufträge zu bekommen. Man kann sagen, dieses Geschäft hatte sie wirklich gerettet und dem Ziel, sich in der Branche einen Namen zu machen, sehr viel nähergebracht. Aber nicht nur geschäftlich war es ein großer Erfolg, sondern auch für Isabells Privatleben. Denn wen lernte sie kennen, als das Geschäft bei dem Sportartikelhersteller abgeschlossen wurde? Keinen anderen als ihren Ehemann Nick. Sie lernten sich kennen und auch sofort lieben. Nur ein Jahr später heirateten beide.

Das warme Wasser tat gut auf der Haut und Isabell streckte abwechselnd ihre beiden Nackenseiten in den angenehm festen Wasserstrahl. So lösten sich ein wenig ihre Verspannungen aus der letzten Nacht. Dabei ging Isabell im Kopf noch einmal ihre Präsentation durch, die sie gleich halten würde. Auch wenn sie jetzt schon einige Jahre voll im Geschäftsleben stand, war sie doch immer noch ein bisschen nervös, kurz bevor sie eine Präsentation hielt. Das hatte sie wohl von ihrer Mutter, die immer ein Nervenbündel gewesen war, wenn sie irgendwo vor Publikum sprach. Isabells Vater hatte ihr jeden Tag vor dem Schlafengehen von ihrer Mutter erzählt. Isabell hatte ihn immer sehr stark an seine verstorbene Frau Alice erinnert. Nicht nur die schönen, langen, gelockten Haare und ihr schmales Gesicht, sondern auch ihre gesamte Gestik und Mimik waren fast identisch.
Isabells Mutter starb bei ihrer Geburt im Kindsbett. Es war eine Spontangeburt zu Hause. Isabell kam fast vier Wochen zu früh und in der Nacht ihrer Geburt zog ein starkes Unwetter über die ganze Westküste Englands. Durch die starken Regenfälle und den tobenden Sturm brauchte der Krankenwagen in jener Nacht einfach viel zu lang. Ihre Mutter Alice verblutete, noch bevor der Krankenwagen eingetroffen war. Isabell konnte sich an diese Nacht natürlich nicht erinnern. Trotzdem hatte sie mit den Jahren, wahrscheinlich durch die Erzählungen ihres Vaters über den Todestag ihrer Mutter und dem damit verbundenen Wunder ihrer Geburt, fest eingebrannte Bilder in ihrem Kopf. Obwohl Isabell nur mit einem Elternteil aufwuchs, hatte sie nie etwas vermisst in ihrer Kindheit. Ihr Vater schenkte ihr all die Liebe, die sie brauchte, auch wenn für ihn die Zeit nach Alice’ Tod mehr als schwer war. Er hatte seine Liebe und somit die Hälfte seines Herzens verloren. Den Lebensunterhalt musste er alleine verdienen, den Haushalt alleine führen und immer für Isabell da sein. Ihr war es immer noch ein Rätsel, woher ihr Vater die Kraft damals hernahm.

Fertig frisiert, geschminkt und angezogen stand Isabell in der Küche und wartete darauf, dass der Kaffee fertig durchlief. Ihr Blick fiel auf die große Wanduhr in der Küche.
»Scheiße, schon kurz nach zehn«, rutschte es Isabell über die Lippen.
Schnell schnappte sich Isabell den silbernen Thermobecher, ihre Handtasche, ihren Mantel und ihre Schlüssel. Dann verließ sie zügigen Schrittes das Haus und schloss die Tür hinter sich. Fast am Wagen angekommen, blieb sie stehen und machte auf dem Absatz kehrt, als sie merkte, dass sie ihre Präsentationsmappe vergessen hatte.
»Oh nein. Typisch …«, murmelte Isabell vor sich hin, »Jeden Tag das Gleiche!!«

Es war schon richtig herbstlich. Die Bäume verloren langsam ihre Blätter und der Wind wurde zunehmend frischer, so dass man ohne Mantel eine Erkältung riskieren würde. Isabell fuhr wie immer viel zu schnell mit ihrem fünfundzwanzig Jahre alten weißen Austin Healey Cabrio in Richtung Büro. Der Wagen war ihr ganzer Stolz. Isabell hatte immer schon ein Faible für Oldtimer. Aber als sie ihren Austin Healey zufällig bei einem Händler im Schaufenster stehen sah, musste sie einfach zuschlagen. Das schnittige Design mit der langgezogenen Schnauze, die schönen runden Schweinwerfer, der edle silberne Kühlergrill und die kleine, schmale Frontscheibe mit den zierlichen Seitenspiegeln machten den Wagen zu einem sportlichen Hingucker. Leider kam Isabell viel zu selten in den Genuss, mit offenem Verdeck zu fahren. Aber wenn, war es herrlich und sie machte ausgedehnte Touren an der Küste entlang. Sich die frische Küstenluft um die Nase wehen zu lassen genoss sie immer in vollen Zügen.

Trotz Isabells rasantem Fahrstil drängte die Zeit immer mehr! Als sie auf den kleinen Parkplatz vor dem Büro fuhr, erblickte sie Alex, der grinsend in ihre Richtung schaute und dabei seinen Wagen abschloss.
Alex war der jüngere Partner der Firma. Man konnte ihn beschreiben als Schwarm aller Frauen. 1,95 cm groß, gut gebaut und etwas längere dunkelblonde Haare, die er immer wild ins Gesicht fallen ließ. Zu seinen äußerlichen Vorzügen sprach Alex mit einem starken amerikanischen Akzent, der ihm bei den Frauen und somit auch den weiblichen Kundinnen immer einen Pluspunkt einbrachte. Alles in allem konnte sich Alex nicht über mangelndes Interesse der weiblichen Bevölkerung beschweren. Isabell hatte sich lange abgewöhnt, sich die Namen der zahlreichen Bekanntschaften zu merken. Mit seinen zweiunddreißig Jahren hatte Alex noch nie eine ernsthafte Beziehung. Aber Isabell hatte nicht das Gefühl, dass er es bedauerte. Ganz im Gegenteil, er genoss sein Singleleben in vollen Zügen!
»Morgen Isabell. Du siehst so aus, als wenn du spät dran bist?«, sagte Alex mit einem Lächeln im Gesicht.
»Du kennst mich ja, Alex. Ich komm gerne auf die letzte Minute. Aber du bist ja heute auch nicht der Frühste, oder?«
»Tja, die Nacht war kürzer als gedacht. Aber ich habe auch nicht in fünf Minuten einen Kundentermin.«
»Ja, ja. Du hast ja recht!«, erwiderte Isabell mit einem kurzen Augenrollen und einem Lächeln.

Schnell schmiss Isabell ihre Sachen in ihr Büro und lief dann auf direktem Weg in die Küche, um sich noch schnell ihren nächsten Kaffee zu holen. Isabell war morgens ohne Kaffee nicht zu ertragen. Ansprechen vor der ersten Tasse im Büro? Lieber nicht! Das wussten alle anderen und ließen sie auch vorher in Ruhe. In der Küche stand Peter, der andere Partner der Firma, der sich auch gerade seinen Kaffee holte. Dabei sah es so aus, als wenn es nicht seine erste Tasse war. Die Kaffeekanne war schon jetzt nur noch bis zur Hälfte gefüllt und außer der Sekretärin Olive war anscheinend noch keiner im Büro.

»Morgen Isabell«, grummelte er, »Du brauchst dich nicht beeilen. Dein Kunde hat vor ein paar Minuten angerufen und den Termin um eine Stunde nach hinten verschoben.«
»Was? Oh Mann, und ich habe wieder den einen oder anderen Strafzettel riskiert.«
Auf der einen Seite war Isabell erleichtert, so konnte sie noch in Ruhe ankommen und sich vorbereiten, aber auf der anderen Seite war die ganze selbstverursachte Hektik total unnötig gewesen.
»Wenn du morgens früher aufstehen würdest, hättest du auch nicht so einen Stress«, erwiderte Peter forsch.
»Danke für diese morgendliche Weisheit. Was ist dir den über die Leber gelaufen?«
»Entschuldige. Ach, du kannst manchmal froh sein, dass du keine Kinder hast. Die machen nur Ärger. Ich habe das Gefühl, die beiden überlegen sich jeden Tag aufs Neue, wie sie mir wieder das Leben schwer machen können!«

Peter war genau wie Isabell fünfunddreißig Jahre alt. Er lebte getrennt von seiner Frau und die beiden Kinder lebten bei ihm. Sophie war sieben Jahre und John acht Jahre alt. Seine Frau schien nicht wirklich an der Erziehung ihrer beiden Kinder Interesse zu haben. Als sie sich vor vier Jahren trennten, hatte sie ihrem Mann ohne Einspruch das alleinige Sorgerecht überlassen. Es wirkte, als wenn sie glücklich wäre, sich nicht um den lästigen Anhang kümmern zu müssen. Sie war froh, endlich frei zu sein. Einmal im Monat ein Besuch bei den beiden war dann aber auch das höchste an Zeit, welche sie aufbringen mochte. Sophie und John litten sehr unter der Trennung und dem Desinteresse ihrer Mutter. Wie macht man so kleinen Kindern begreiflich, dass die eigene Mutter sie nicht sehen will? Doch Peter meisterte für einen alleinerziehenden Vater alles vorbildlich. Er war zwar zwischendurch auch überfordert mit den beiden, aber das hatten Sophie und John bisher nicht zu spüren bekommen. In der Hinsicht erinnerte Peter Isabell an ihren Vater.
Acht Jahre arbeiteten Isabell und Peter jetzt schon zusammen. Sie hatten die Firma aus dem Nichts aufgebaut. Beide kannten sich noch von früher. Sie gingen zusammen zur Schule, aber hatten sich dann nach dem Abschluss aus den Augen verloren. Doch wie der Zufall es so wollte, trafen sie sich nach dem College-Ende wieder. Sie verstanden sich, als wenn nie ein Tag vergangen war. Beide waren nach dem College in der Werbung tätig, aber beide mit ihrem Arbeitgeber unglücklich. Also beschlossen sie, sich gemeinsam selbstständig zu machen und eine eigene Agentur zu gründen. Ein wirkliches Startkapital konnten beide nicht vorweisen und einen Kredit aufnehmen wollten Isabell und Peter nicht. Deshalb beschlossen sie, noch einen finanzstarken Dritten ins Geschäft mit aufzunehmen. Da kam Alex, der gutaussehende Amerikaner, der das nötige Kleingeld aus einer Erbschaft hatte, genau richtig. Sie lernten Alex auf einer Werbetour kennen. Die Chemie passte und Alex war auf der Suche nach einem Investment. Wie sich später rausstellte, sollte die Kundenakquise wie für ihn gemacht sein.

»Ach, du Armer«, sagte Isabell ein wenig neidisch.
Sie und Nick versuchten es jetzt schon so lange, ein Baby zu bekommen. Doch bisher ohne Erfolg. Zweimal wurde Isabell schon schwanger, aber beide Male verlor sie das Baby innerhalb der ersten drei Monate. Das zehrte an ihren und Nicks Nerven. Rein körperlich brachten beide beste Voraussetzungen mit. Auch die Ärzte konnte keine Ursache finden, warum es nicht funktionierte und warum Isabell die Babys verlor.
»Die Kinder werden krank gewesen sein und haben es deshalb nicht geschafft«, wurde ihnen damals im Krankenhaus gesagt.
Manchmal dachte Isabell, dass es einfach nicht sein sollte. Sie und Nick waren vielleicht einfach nicht dazu bestimmt, Eltern zu werden und Kinder zu bekommen. Diese Gedanken fielen so schwer, da es immer Isabells größter Wunsch war, eine eigene Familie zu haben, weil sie selber nicht in den Genuss kam, ihre Mutter kennenlernen zu dürfen und ihr Vater zu früh von dieser Erde ging. Sie vermisste ihn jeden Tag.

»Was haben die beiden wieder angestellt?«, fragte Isabell neugierig.
Peter schaute Isabell an und schüttelte den Kopf.
»Sie sind jetzt sieben und acht Jahre alt. John macht nur Blödsinn in der Schule. Er passt nicht auf und ärgert oft die anderen Kinder. Ich muss alle paar Wochen bei der Direktorin antanzen. Und er ist erst acht Jahre alt. Wo soll das nur enden? Auch wenn beide nicht in der gleichen Klasse sind und Sophie von Johns schulischen Aktivitäten nur indirekt was mitbekommt, mache ich mir derzeit noch mehr Sorgen um sie als um John. Sie ist so verschlossen. Sie wirkt andauernd traurig. Ich glaube, sie vermisst ihre Mutter momentan sehr. Clarissa hat sich schon wieder seit vier Wochen nicht blicken lassen.«
»Das tut mir leid, Peter. Das hört sich so an, als wenn Sophie mal wieder ein bisschen mehr Zeit mit ihrer Patentante verbringen sollte. Vielleicht hilft ein gemeinsamer Ausflug unter Frauen. Was meinst du?«
»Das ist eine tolle Idee und wirklich lieb von dir. Du hast einen guten Draht zu ihr.«
»Das mach ich gerne für dich und vor allem für mein Patenkind.«
Isabell nahm ihren Kaffee und verschwand im Besprechungsraum, wo sie auf ihren Kunden wartete. Dieser kam natürlich noch eine ganze halbe Stunde später als angekündigt.
»Na toll«, dachte Isabell, »Da hätte ich noch locker eine Stunde länger im Bett bleiben können.«

Die Präsentation lief sehr gut und der Kunde, Maxwell Lake, war begeistert.
Maxwell Lake war ein mittelgroßer, blondgrauer, in die Jahre gekommener Mann, der Isabell bei jedem Meeting mit einem neuen Outfit verblüffte. Er war circa sechzig Jahre alt und immer penibel ordentlich gekleidet. Allerdings entsprach sein Kleidungsstil eher einer dreißig Jahre jüngeren Version von sich. Isabell nahm an, dass er so versuchte, neben seinem Ehemann, der erst Anfang dreißig war, seine optisch erkennbare Lebenserfahrung zu retuschieren.
Maxwell Lake war mit dem Ergebnis mehr als zufrieden und positiv überrascht, wie innovativ doch Shampoo-Werbung aussehen kann. Bei den zahlreichen bereits fest etablierten Shampoo-Sorten mit einem neuen Shampoo auf den Markt zu gehen, würde nicht einfach werden. Schließlich ist Shampoo nun einmal Shampoo und kein neues Produkt, auf das die Welt gewartet hat. Um einen Teil vom Kuchen abzubekommen und sich einen Namen zu machen, musste die Werbung für das Produkt provokant sein und sich in die Köpfe der Kunden in spe brennen. Isabell und Mr. Lake waren der festen Ansicht, dass diese Werbekampagne ein voller Erfolg werden würde. Eine Kombination aus Fernseh- und Plakatwerbung mit einer frechen Verpackung würde in erster Linie die Neugier wecken und zum Kauf animieren. Nach dem Kauf mussten das Produkt und seine Wirkung überzeugen. Und das würde es, wenn es das hielt, was es versprach. Direkt nach der ersten Anwendung sollte Frau den Unterschied merken. Durch die spezielle Zusammensetzung verschiedener Erdmineralien und Fructose wird das beanspruchte Haar sofort repariert. Eine Spülung ist nicht mehr nötig zur weiteren Pflege und das Haar riecht und sieht ganze vier Tage so aus wie frisch gewaschen.
Der Auftrag war im Vergleich eher klein, aber auch dieser bedeutete einige Tausender Umsatz.
5 Sterne
Sehr, sehr gut - 11.02.2022
Bettina taube

Tolle Geschichte für Herz

5 Sterne
Wunderbare liebesgeschichte - 08.02.2022

Wer Romane von Nicolas sparks liebt, wird dieses Buch verschlingen. Das was viele im Leben suchen , hat Isabel gefunden !!!

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