Das Denken – Kurze Geschichten von vielem

Das Denken – Kurze Geschichten von vielem

Winfried Preiss


EUR 20,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 76
ISBN: 978-3-99130-049-6
Erscheinungsdatum: 28.03.2022
Lassen Sie sich begleiten durch diese Texte, wie ein Hinterfragen des Vorher vor dem Denken Ihr Leben Stück um Stück verändert. Erkennen Sie sich selbst in den Geschichten, verlieren Sie sich darin, lachen, schmunzeln und finden, erfinden Sie sich dabei neu.
7 - Das Mehr

Ich will mehr haben! Mehr verdienen, mehr Urlaub haben, mehr Freizeit haben, mehr Geld haben, mehr Freude haben, mehr Freunde haben, mehr Hobbys haben, mehr „sich leisten können“.

Wieder der Stift. Schreiben Sie auf, was Ihnen dabei durch den Kopf geht, welche Gedanken Sie bei dem Wort mehr denken.

Hhmm, ich nenne dies mal fatal.

Warum denn das?

Weil das Wort mehr in sich selbst beinhaltet, dass man niemals das hat, was man sich wünscht.

Ich habe aber doch gerade gesagt, was ich mir wünsche!

Du hast gesagt, was du dir mehr wünschst von irgendetwas. Sobald du mehr hast von etwas, ist das Denken des mehr Habens ja so programmiert, von diesem dann noch mehr zu haben. Somit ist permanent die Situation vorhanden, dass man wiederum mehr braucht. Das ist doch so wie mit dem Esel vor dem Karren, dem der Kutscher des Karrens an einem Stecken die Karotte vor die Nase hält. Dieser Esel, also in diesem Falle du, rennt immer der Karotte nach, ohne sie je zu erreichen.

Ist das denn nicht Haarspalterei?


11 - Gewinnen oder verlieren

Unser Erfahrungsschatz, Sport, Auseinandersetzungen, die Berufswelt, Spiele beruhen zumeist darauf, Gewinner und Verlierer zu definieren. Die Programmierung des gesellschaftlichen Denkens beruht darauf, besser zu sein als der andere. Dies wird gelehrt in unserer Ellenbogengesellschaft. Ist man selbst der Unterlegene, kommen Frustration, Aggression, Hilflosigkeit. Ist man der Überlegene, kommen Stolz, Überheblichkeit, ein Überlegenheitsgefühl.

Machen Sie sich wieder Ihre Notizen, was Sie bei dieser Überschrift denken. Lassen Sie sich ebenfalls wieder genügend Zeit dabei.

Eine grundsätzliche Frage: Ist dies erstrebenswert? Falls Sie mit „Ja“ antworten, brauchen Sie diesen Abschnitt nicht für Ihr Leben. Falls Sie jedoch tief in sich das Gefühl haben, dass da etwas schiefläuft, lesen Sie mal weiter.
Ein Fußballspiel, welch herrliches Gefühl, wenn Sie derjenige sind, der bei einem Spiel das einzige Tor geschossen hat. Sie werden diskutiert, Ihr Name weiß jeder nach dem Spiel. Wie ist das denn mit den anderen zehn Spielern Ihrer Mannschaft, wie fühlen die sich? Wie fühlen sich die anderen elf Spieler der anderen Mannschaft?
Skifahren in einer Gruppe. Lediglich der Vorderste, derjenige, der als Erster unten ankommt, dem gebührt der ganze Lohn, alle anderen sollen sich fühlen, als hätten sie verloren …
Wenn Sie jetzt einmal tief in sich hineinhorchen und Revue passieren lassen, welche Situationen im Leben Sie als besonders befriedigend erlebt haben. Sind es die Situationen, die Sie mit anderen Menschen teilen können, oder sind es die Situationen, bei denen Sie allein auf etwas für sich zurückblicken können?

Ich finde den Faden nicht ganz.

Die ganzen Abschnitte bisher sollten eigentlich auf eine Frage vorbereiten. Oben ging es über gewinnen oder verlieren. Die eigentliche Antwort auf all die Fragen, was erstrebenswert ist, wie man sich fühlt und so weiter ist nämlich weder – noch!

Es ist weder erstrebenswert zu gewinnen, noch ist es erstrebenswert zu verlieren. Ich behaupte, es ist erstrebenswert zu sein, gemeinsam Dinge zu erschaffen.

Das Denken darüber wird Sie erfüllen. Gehen Sie in der Beziehung, in der Berufswelt, im Sport, bei Spielen in Ihrem Grundsatzdenken davon aus, dass es grundsätzlich eine Win-Win Situation gibt. Das heißt, dass jeder ein gutes Gefühl bei dem Erlebten hat. Sie werden erstaunt sein, wie sich Ihr Leben ändert. Wie verkrustete, festgefahrene Situationen sich lösen und Sie selbst ebenfalls größere Freude daran haben.


15 - Gurugurus

Die Überschrift des Kapitels ist Gurugurus, was ist das denn?

Es hat mit dem Letztgenannten, „Zeitenwende“, zu tun.

Also über den Energiesprung, die spirituellen Wesen.

Es hat mit den unspirituellen Wesen zu tun.

Wie das, was sind unspirituelle Wesen? Ich dachte, und du sagtest das doch auch, dass jeder eine Spiritualität in sich trägt.

Sehr schön, dein Denken über die Dinge verändert sich. Unspirituelle Wesen könnte man Lehrer nennen, die möchten, dass du ihren Weg der Erleuchtung gehst, Schritt für Schritt.

Was ist da falsch daran? Ich bin etwas verwirrt. Es ist doch schön, den Erleuchtungsweg eines Erleuchteten zu gehen.

Ich gebe dir mal ein Beispiel: Jemand vor dir geht eine Wanderung, bergauf, bergab, am Fluss entlang, über die Felder, durch Wälder. Du hinter der Person bemühst dich ganz genau diese Schritte von ihm nachzuschreiten. Eine Frage an dich, findest du während der ganzen Wanderung deinen eigenen Schritt, deinen eigenen Rhythmus?

Verwirrung etwas größer, was hat dies mit dem Ganzen zu tun? Irgendjemand muss doch einen Weg aufzeigen, das kann doch nicht immer aus einem selbst kommen. Hast du nicht vorher geschrieben, dass viele Indigos hier sind, um den Weg zu zeigen, um zu begleiten?

Genau, um zu begleiten. Wenn ein Kind eine Sprache lernt von den Eltern, dann lernt es den Tonfall, die Grammatik. Sobald das Kind die Sprache beherrscht, plappert es seine eigenen Sätze. Diese eigenen Sätze sind so, wie die eigenen Schritte auf der Wanderung. Wenn du einem Kind vorschreiben würdest, genau die Sätze der Eltern zu sprechen, genau das zu sagen, was die Eltern gesagt haben, bis ans Lebensende des Kindes, so würde das Kind niemals einen eigenen Satz sagen, somit sich selber niemals verwirklichen, niemals sich selber mitteilen. Eine Erleuchtung kannst du somit nur in deinen eigenen Schritten erlangen. Erst, wenn du beim Wandern deinen eigenen Rhythmus gefunden hast, bist du bei dir (nebenbei eine Erscheinung des Pilgerns, dieses geht oft auch nur alleine). Wenn du dies nun adaptierst auf deinen Erleuchtungsweg, heißt das, dass ein guter Lehrer dir die Sprache beibringt und dich beim Sprechen eine Zeit lang begleitet und anschließend deine eigenen Sätze formen lässt. Dies bedeutet, dein Erleuchtungsweg ist deiner, er gleicht keinem anderen, er lässt sich mit keinem anderen vergleichen, er lässt sich von keinem vorleben und von keinem nachahmen. So wie ein Gespräch zwischen zwei Menschen, die eine Sprache beherrschen, im Satzgefüge, in der Aussage, im Tonfall einzigartig ist, vorher noch nie vorgekommen ist und anschließend niemals mehr vorkommen wird, ist jeder Weg jedes Menschen zu sich, zu seiner Erleuchtung einzigartig. Es hat ihn noch nie so gegeben, und es wird ihn niemals mehr so geben.

Das hieße ja, jeder hat seine eigene Religion? Die heiligen Schriften weisen doch ganz klare Wege auf, an denen sich die Menschen jahrhundertelang gehalten haben, Halt gesucht, gefunden haben, zur Erleuchtung gelangt sind, oder sehe ich dies verklärt?

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