Sonstiges & Allerlei

Auf der Suche ... in Grenzbereichen

Jil Mer

Auf der Suche ... in Grenzbereichen

Leseprobe:

<strong>Vorwort</strong>

Vor rund 13 Jahren habe ich dieses Buch fertiggeschrieben. Nur wenige, für mich wichtige Menschen haben es bis heute gelesen. Viele Jahre hatte ich es zur Seite gelegt und ich war mir nicht sicher, ob ich es überhaupt je veröffentlichen könnte.
Durch verschiedene Veränderungen und Ereignisse in meinem Leben wurde das Geschriebene wieder aktueller. Auslöser und Impuls, das Buch veröffentlichen zu wollen, kamen durch spezielle Menschen, denen ich von meinem Buch erzählt habe, und von einer sehr wichtigen Person in meinem Leben, die das Buch las und mich inspirierte, den Versuch zu starten, das Buch veröffentlichen zu können.
Von Beginn an war mir klar, dass ich das Buch nicht unter meinem richtigen Namen werde veröffentlichen können. Nicht meinetwegen, sondern wegen meiner Familie und der Menschen, die darin beschrieben werden. Das Buch soll nicht andere Menschen bloßstellen oder persönliche Dinge preisgeben, die diese Menschen nicht an die Öffentlichkeit tragen wollen. Das Geschriebene ist meine Sicht der Dinge und hat keinen Anspruch auf absolute Gültigkeit. Jede Person, die darin involviert war, hat das Geschehene anders erlebt, würde es vermutlich anders beschreiben und hat natürlich die eigene Sicht der Vergangenheit.
Zudem habe ich meinen Kindern wenig bis nichts von meiner Vergangenheit erzählt und ich möchte sie nicht jetzt schon mit dem Inhalt meines Buches in vollem Umfang konfrontieren. Wenn ich der Ansicht bin, dass sie alt genug, gefestigt genug und reif genug sind, werde ich ihnen von meiner Vergangenheit erzählen und dabei hoffen, dass sie mich dennoch weiterhin als den Menschen sehen können, den sie kennen und lieben.

Vieles hat sich verändert, Bewährtes hat sich gefestigt, Neues hat sich entwickelt.
Meine Kinder haben dem Sinn meines Lebens eine neue Dimension verliehen. Sie werden immer den wichtigsten Platz in meinem Leben und meinem Herzen einnehmen. Ich empfinde eine tiefe Dankbarkeit, dass ich so wunderbaren Kindern das Leben schenken durfte und sie in wichtigen Phasen ihres Lebens begleiten darf.
Ebenso bin ich dankbar dafür, dass ich immer wieder inte­ressante und wunderbare Menschen kennenlernen darf, mich mit ihnen austauschen darf und durch sie und mit ihnen dazulernen kann. Einige von ihnen begleiten mich schon viele Jahre auf meinem Lebensweg und die Freundschaften, die sich daraus entwickelt haben, sind sehr wertvoll.

Die sehr gute Freundin von mir, die mich schlussendlich motiviert hatte, das Buch zu veröffentlichen, sagte mir, dass sie der Meinung sei, dass mehr Menschen die Möglichkeit haben sollten, meine Geschichte zu lesen. Vielleicht könnten Ihnen meine Erfahrungen in gewissen Lebenslagen eine kleine Hilfe sein.
Sollte dies möglich sein, wäre das das Wertvollste, was ich mit meinem Buch weitergeben könnte.

Jil Mer


<strong>1. Kapitel</strong>

„Nein, danke, ich brauche nichts.“ Ich wollte nur ganz rasch dieses Kind gebären und dann so schnell wie möglich wieder hier weg – ein Kind, das ich nicht behalten konnte, das ich nicht behalten durfte, weil ich dem Kind bessere Startchancen geben wollte als diejenigen, die ich ihm tatsächlich bieten konnte. Ich hatte mich entschieden, dieses Kind zur Adoption freizugeben.
Eine Hebamme führte mich einen langen dunklen Gang entlang, links und rechts reihte sich eine Tür an die andere. Eine dieser Türen öffnete sie mit den Worten: „Sie können sich hier ausziehen und dieses Nachthemd anziehen. Anschließend werde ich Sie untersuchen, um festzustellen, wie weit die Geburt schon fortgeschritten ist.“
Ich setzte mich auf die Bettkante und betrachtete meine Umgebung. Das Zimmer wirkte kalt und unfreundlich: Alle Wände waren weiß und kahl. Ein großes weißes Bett, worauf ich mich niedergelassen hatte, stand in der Mitte des Raumes, darüber hingen ein paar große kreisförmige Scheinwerfer. Die Uhr, die die ganze unterkühlte Atmosphäre dieses Raumes zusätzlich unterstrich, zeigte 21.00 Uhr. Obwohl dem Raum nicht gegönnt war, Tageslicht durch ein Fenster aufsaugen zu können, spürte man das nasskalte Novemberwetter.
Die Hebamme kam zurück und bat mich, mich aufs Bett zu legen. Sie untersuchte den Geburtskanal. „Ja, liebe Frau Mer, das kann noch eine Weile dauern. Der Muttermund ist erst einen Zentimeter weit geöffnet.“
Sie fragte mich, ob ich irgendein Schmerzmittel wünsche. Ich verneinte, denn ich war so weit, dass ich nur noch im absoluten Notfall zu Medikamenten griff, auch hatte ich eine starke Aversion gegen Medikamente entwickelt. Hinzu kam, dass ich ziemlich hart im Nehmen war und glaubte, die Geburt auch so durchstehen zu können.
Um das Ganze etwas zu beschleunigen, verabreichte sie mir einen sehr unangenehmen Einlauf. Nun saß ich also auf der Toi­lette, und mein Stuhlgang war so gut wie noch nie. Gleichzeitig setzten die Wehen verstärkt ein, und ich wusste nicht, ob ich mich nach hinten oder nach vorne krümmen sollte. Nach – aus meiner Sicht – einer kleinen Ewigkeit konnte ich endlich wieder zurück aufs Bett, doch die erhoffte Entspannung blieb aus. Kaum hatte ich mich ausgestreckt, kamen die Wehen schubweise, immer stärker und stärker, und ich bereute auch schon, ein Schmerzmittel abgelehnt zu haben.
Die Hebamme kam herein, setzte sich kurz zu mir, und ihre mollige, freundliche Erscheinung wärmte die Atmosphäre ein wenig auf. Sie hatte einen Zettel und einen Schreiber bei sich und schaute mich fragend an: „Welchen Namen soll denn Ihr Kind bekommen?“
Was sollte ich tun? Einem Kind, das ich niemals wiedersehen würde, einen Namen geben, einen Namen, den es nicht behalten würde? Eine starke Wehe unterbrach meine Gedanken, so, als ob das Kind auch noch ein Wörtchen mitreden wollte.
Nachdem die Wehe wieder nachgelassen hatte, erklärte mir die Hebamme, dass, solange die Adoption noch nicht vollzogen sei – und dies konnte erst nach einer Frist von sechs Wochen nach der Geburt erfolgen –, ich noch immer die gesetzliche Elterngewalt hätte und somit dem Kind einen Namen geben müsste.
„Wie soll es denn heißen, wenn es ein Mädchen wird?“, fragte sie mich mit einem freundlichen, aufmunternden Lächeln. Obwohl es mir schwerfiel, mich darauf zu konzentrieren, diesem Baby, das auf eindringliche und ungeduldige Art das Licht der Welt erblicken wollte, einen Namen zu geben, nannte ich ihr „Sandra“ für ein Mädchen und „Lars“, wenn es ein Junge sein sollte.
Die Hebamme versuchte, mir gute Ratschläge zu geben, wie ich mich entspannen sollte. „Es dauert bestimmt noch einige Stunden, Sie brauchen die Kraft.“ Mit diesen Worten verließ sie das Zimmer.
Für mich war es jedoch unmöglich, mich zu entspannen. Ich hatte das Gefühl, als ob irgendetwas in mir meinen ganzen Unterleib zerreißen würde. Die eine Wehe jagte die andere, und wenn ich mich entspannen wollte, kam bereits die nächste Wehe, die noch gewaltiger war als jede vorangegangene. Ich krümmte und verkrampfte mich nur noch auf dem vom Schweiß nassen Bett und glaubte, in diesem Augenblick sterben zu müssen.
Die Hebamme kam wieder ins Zimmer, und bei einer weiteren Untersuchung stellte sie fest, dass die Geburt unerwartet schnell voranging. Nachdem sie bemerkte, dass wirklich ununterbrochen eine Wehe der anderen folgte, erklärte sie mir, dass es sich hier um einen sogenannten „Wehensturm“ handeln müsse und sie mir etwas verabreichen werde, damit ich wenigstens kleine Pausen dazwischen hätte. Das Mittel brachte nicht die erhoffte Erleichterung.
Die Hebamme stand, wann immer sie konnte, an meinem Bett, und ich umklammerte ihre Hand so fest, dass man sich fragen konnte, wer denn hier nun vor Schmerz schreien sollte. Sie war wirklich herzensgut und versuchte, mich immer wieder abzulenken, mich zu beruhigen. Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren und spürte nichts mehr um mich herum, nur diesen nicht enden wollenden Schmerz.
Irgendwann kam ein Arzt und stellte fest, dass es sich nur noch um Minuten handeln konnte. Er gab mir Anweisungen, wie ich atmen sollte. Es kamen noch mehr Schwestern und Ärzte in den Raum, die ich nur schemenhaft wahrnahm. Irgendwann hörte ich aus dem ganzen Stimmengewirr den Arzt sagen: „Jetzt dürfen Sie pressen“, und ich versuchte, den ganzen Schmerz aus mir herauszupressen, wieder und wieder, bis ich nach einem endlosen Schrei völlig erschöpft ins Bett zurücksank. Meine Knie und mein ganzer Körper zitterten, ich fühlte mich total ausgepumpt, völlig leer … und doch erleichtert, erleichtert, dass die Schmerzen vorbei waren.
In diesem Moment konnte ich mir nicht vorstellen, je wieder ein Kind gebären zu wollen.
„Es ist ein Mädchen“, ganz leise, als ob man mich wieder ganz sachte in diese Welt zurückholen wollte, hörte ich die Hebamme sprechen. Das Kind wurde mir sofort weggenommen und in einen anderen Raum gebracht.
Kurz darauf stand plötzlich ein Arzt in einem weißen langen Kittel neben dem Bett. „Möchten Sie das Kind sehen?“
Ungläubig starrte ich ihn an. Wie konnte er so etwas fragen! Glaubte er, ich sei ein Monster? Eine solche Wucht von Gefühlen brach über mich herein, dass ich laut herausschreien wollte: „Gebt mir mein Kind sofort und jetzt!“, doch ich war nicht fähig, auch nur einen Ton herauszubringen. Ein schwaches Nicken kam irgendwie zustande.
Der Arzt verschwand, um wenig später mit einem kleinen Bündel auf dem Arm zurückzukommen. Ich schaute auf und konnte nicht glauben, dass ich dieses Baby kurz vorher noch in meinem Bauch getragen hatte. Es hatte dunkle dichte Haare und war wunderschön. Ich verspürte den sehnlichsten Wunsch, das Baby ganz fest an mich zu drücken. Doch ich war unfähig zu sprechen, unfähig, mich zu bewegen.
Das Kind wurde bereits wieder weggebracht und kam anschließend in die Säuglingsabteilung. Ich wusste, dass dieser verschwindend kleine Augenblick, in dem ich mein Kind sehen durfte, für immer der einzige bleiben würde. In diesem Moment war ich jedoch nicht fähig, die Vernunft zu mobilisieren, denn die Gefühle waren so gewaltig, so übermächtig, und eine gähnende Leere ergriff von mir Besitz.
Irgendwoher hörte ich plötzlich jemanden fragen: „Haben Sie einen Wunsch, haben Sie Durst oder möchten Sie vielleicht jemanden anrufen?“
„Nein, danke … Doch: Ich möchte gerne duschen“, plötzlich hatte ich das starke Verlangen, mich zu duschen, als ob ich glaubte, meinen ganzen Schmerz, meine ganze Trauer abwaschen zu können.
Die Hebamme erklärte mir, dass die Nachgeburt noch nicht gekommen sei und vermutlich ein Eingriff vorgenommen werden musste, danach könnte ich duschen. Ich verstand nicht, weshalb ich dafür eine Narkose brauchte, denn ich spürte meinen Unterleib nicht mehr, er war wie betäubt. Ich hatte das Gefühl, dass mir absolut nichts mehr Schmerzen bereiten könnte.
Ein Narkosearzt trat neben mein Bett, nahm meinen Arm, und ich hörte seine Worte: „Sie spüren jetzt einen kleinen Stich …“

<stong>2. Kapitel</strong>

Um ca. 06.00 Uhr erwachte ich wieder. Ich benutzte die Klingel und bat um ein Telefon. „Hallo, ja, ich bin’s, Jil, das Kind kam heute Morgen um 01.30 Uhr zur Welt.“
Mein Vater erwiderte: „Gut, ich komme.“
Eine Weile lag ich regungslos im Bett und fühlte, wie kraft- und energielos ich war. Ich fühlte mich total ausgepumpt. Vor der Narkose hatte ich noch das Gefühl, aufstehen und duschen zu können, doch jetzt hatte mich der letzte Rest von Energie verlassen. Ich war nicht einmal fähig, mich aufzurichten.
Eine Schwester kam herein, manövrierte das Bett, auf dem ich lag, durch ein paar Gänge auf eine Abteilung zwei Stöcke höher und brachte mich in ein Einzelzimmer: „Wir haben Sie in die Abteilung ‚Allgemeine Medizin‘ gelegt und werden Sie morgen in ein 4-Bett-Zimmer bringen. Für heute fühlen Sie sich bestimmt besser, wenn Sie alleine sein können.“ Ich war ihr sehr dankbar dafür. Denn ich fühlte mich schrecklich. Ich wollte jetzt vor allem keine Fragen beantworten müssen, kein belangloses Geplapper mitspielen müssen. Ich wollte einfach nur schlafen.
Irgendwann am Nachmittag öffnete sich die Türe, und mein Vater trat herein. Er war ein Mann, der immer sehr beherrscht wirkte, er zeigte fast nie Gefühle. Ich hatte immer den Eindruck, als ob er glaubte, das Zeigen von Gefühlen bedeute, schwach zu sein. Ich konnte mich nicht erinnern, dass er mich, als ich noch ein Kind war, wirklich liebevoll umarmt hätte. Auch hatte ich das Gefühl, als ob er glaubte, den Respekt, den wir Kinder vor ihm hatten, damit aufs Spiel zu setzen. Nur in wirklichen ­Extremsituationen war mein Vater fähig, Gefühle zu zeigen, Gefühle, die erahnen ließen, wie sehr er uns Kinder liebte.
Ich kann mich noch sehr gut an den Moment erinnern, als ich meinen Vater das erste Mal weinen sah. Ich war ca. 14 Jahre alt, und wir besuchten meinen Bruder in der Psychiatrie. Beim Hi­nausgehen musste sich mein Vater auf eine Mauer setzen und fing an zu weinen. Ich weiß noch, wie komisch und doch befreiend es für mich war, meinen Vater so zu sehen. Ihn, den ich bis dahin nur entweder beherrscht oder in Wutausbrüchen erlebt hatte, der immer eine unglaubliche Dominanz und eine Art scheinbare Allwissenheit an den Tag legte, dem jede Art von Schwäche zuwider war, saß jetzt auf einer Mauer und weinte wirklich. Für mich büßte er deswegen kein Quäntchen an Respekt ein, im Gegenteil: Er wurde für mich plötzlich menschlicher.
Als er jetzt in der Tür stand, drückte sein Blick etwas Liebevolles aus. Er kam auf mich zu und nahm meine Hand.
In diesem Moment überfiel mich ein Gefühlsorkan, und ich fing hemmungslos an zu weinen. Ich hatte schon ein paar Jahre nicht mehr geweint. Obwohl ich viele meiner Freunde sterben gesehen hatte, konnte ich nie weinen. Auch wenn es mich noch so sehr schmerzte, war ich nicht fähig zu weinen. Und jetzt weinte ich wie ein kleines Kind, und es löste sich ein unheimlicher Druck in mir. Mein Vater hielt meine Hand und gab mir ohne Worte zu verstehen, dass ich mich einfach ausweinen sollte.
Nach einer Weile ging er, um meine Irish-Setter-Hündin Alfa bei der Familie abzuholen, bei der ich zuletzt gearbeitet hatte. Er hatte sich bereit erklärt, Alfa während meines Spitalaufenthalts zu sich nach Hause zu nehmen. Ich war ihm sehr dankbar dafür.
Am Abend versuchte ich, mithilfe einer Schwester das erste Mal aufzustehen, und ich schaffte es gerade bis zum Klo. Ich war immer noch völlig kraftlos, und es bereitete mir unheimlich viel Mühe, ein paar Schritte zu gehen.
Am nächsten Morgen wurde ich in ein Zimmer mit anderen Patientinnen verlegt. Ich konnte nicht behaupten, darüber erfreut zu sein, denn ich war nicht gerade in der Stimmung, um zu kommunizieren.
Die Frau, die mir gegenüberlag, hatte ihr Kind im sechsten Monat verloren, dabei hatte sie sich so sehr auf dieses Kind gefreut!
Eine andere Frau erzählte völlig unbeirrt, dass sie jetzt bereits die dritte „Auskratzung“ hinter sich gebracht habe und froh sei, morgen nach Hause zu können. „So eine Abtreibung ist doch eine gute Sache, man spürt fast nichts dabei und kann nach zwei Tagen schon wieder nach Hause. Mir geht es blendend.“ Über die Unverfrorenheit, die diese Frau an den Tag legte, war ich sehr schockiert.
Die Zeit im Spital wurde für mich zur Hölle. Einen Stock höher befand sich die Säuglings- und Wöchnerinnenabteilung. Jedes Mal, wenn ich ein Kind weinen hörte, dachte ich, dass das mein Kind sein könnte. Es war, als ob jemand mit einem Nagel in eine offene Wunde stäche.
Meine Energie kehrte nur sehr langsam zurück. Ich hatte auch am zweiten Tag enorm Mühe, den Gang entlang bis zum Aufenthaltsraum zu gehen, denn ich hatte starke Schmerzen von der Geburt, und der Rücken wollte die neuen Gewichtsverhältnisse auch nicht recht annehmen. Zwei- bis dreimal am Tag schaffte ich es, im Aufenthaltsraum eine Zigarette zu rauchen.
Obwohl mir auch am dritten Tag das Gehen sehr viel Mühe bereitete, bat ich den Arzt, der mich im Spital betreute, nach Hause gehen zu dürfen. „Sie wissen, dass Sie noch sehr schwach sind; und die Narbe ist noch nicht gut verheilt. Ich glaube nicht, dass ich Sie schon gehen lassen kann.“
„Ich kann nicht mehr hierbleiben“, erwiderte ich. „Wenn ich noch länger bleibe, drehe ich durch. Es ist für mich eine absolute Qual, ein Baby schreien zu hören, das vielleicht meines sein könnte. Ich halte das nicht mehr aus. Ich werde mich auch regelmäßig ärztlich kontrollieren lassen.“
Er überlegte eine Weile. „Ich glaube, Sie werden es schaffen. Sie dürfen morgen Früh nach der Visite nach Hause gehen.“
Am nächsten Morgen beim Durchschreiten der Ausgangstür und mit dem Einatmen der frischen Luft fühlte ich mich etwas besser. Endlich konnte ich dieses lieblose Gebäude verlassen! Auf dem Parkplatz fand ich mein Auto. Beim Abfahren streifte ich mit einem kurzen Blick das Hospital, und es kam mir vor wie ein Albtraum.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 214
ISBN: 978-3-99003-298-5
Erscheinungsdatum: 03.05.2011
EUR 21,90
EUR 13,99

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