Arthur
Eine Schwanengeschichte
EUR 25,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 42
ISBN: 978-3-99146-818-9
Erscheinungsdatum: 17.12.2024
Kommt mit auf die Entdeckungsreise des kleinen Schwanes Arthur! Wir begleiten ihn bei lustigen, interessanten und traurigen Erlebnissen und nehmen Teil am Alltag dieser schönen und klugen Tiere, die uns in so mancher Hinsicht viel mehr ähneln als gedacht…
Vorwort
Liebe Leser!
Dies ist keine reine Kindergeschichte, da hier sehr ernste Tier- und Naturschutzangelegenheiten thematisiert werden.
Es wäre jedoch wünschenswert, dass Erwachsene und Kinder sie gemeinsam ansehen, um auch eine jüngere Leserschaft für ein überaus wichtiges Thema zu sensibilisieren.
Alle Geschehnisse beruhen auf Tatsachen, nur die Charaktere sind fiktiv.
Diese Geschichte will ein stückweit aufklären und den Tieren eine Stimme verleihen, damit sie gehört werden.
„Arthur – eine Schwanengeschichte“ möchte dazu motivieren, unsere Umwelt und unsere Tiere als das mit Respekt und Güte zu behandeln, was sie sind:
Ein wertvolles Geschenk!
Viel Spaß beim Lesen!
Euer
Felix
Montag
Heute ist mein Geburtstag. Es wurde aber auch wirklich Zeit, ich hatte schon gar keinen Platz mehr in meinem Ei! Das habe ich meiner Mama in der letzten Woche auch immer wieder zugepiept, aber sie hat mich nicht verstanden und sich nur gefreut, meine Stimme zu hören.
Später hat sie mir erzählt, dass ich von all meinen Geschwistern am lautesten gepiept habe und sie mir darum den Namen „Arthur“ gegeben hat, nach meinem Opa. Der war angeblich ein ziemlicher Schreihals.
Jedenfalls war es mir heute endgültig zu eng. In letzter Zeit habe ich immer wieder nachgesehen, wo hier der Ausgang ist und musste feststellen: Es gibt keinen! War ja klar, alles muss man selber machen. Zum Glück habe ich eine Art Ninja-Schnabel (manche sagen auch Küken-Zahn dazu), mit dem ich mich hier herausschneiden kann. Und genau das tue ich jetzt. Zuerst war ich noch vorsichtig, ich wollte ja Mamas schönes Ei nicht kaputtmachen. Aber je größer die Risse wurden, desto fester pickte ich mit meinem Ninja-Schnabel. Als der Deckel ab war, hielt ich es nicht mehr aus … So fest ich konnte, stemmte ich mich mit meinen Füßen ab, und schwupp! – ich war draußen!
Tolles Gefühl, nur ganz schön kalt, weil ich so nass war. Das lag aber an meinem Ei, jedenfalls ist es scheinbar am Anfang immer so. Zum Glück war meine Mama sofort da, sie trocknete mich mit ihrem Schnabel und ich durfte unter ihre weichen Federn kriechen, damit ich nicht friere.
Donnerstag
Vorgestern ist mein Bruder geschlüpft und gestern meine beiden Schwestern. Wenn meine Mama älter ist, hat sie vielleicht sogar doppelt so viele Küken. In manchen Familien gibt es angeblich sogar zwölf Küken, aber das glaube ich erst, wenn ich es sehe!
Wir Küken haben übrigens für die ersten paar Tage etwas Proviant in unserem Dottersack dabei, für alle Fälle. Und morgen gehen wir endlich zum ersten Mal alle zusammen schwimmen. Ich bin schon ganz aufgeregt!
Dienstag
Die letzten Tage waren toll. Papa und Mama nehmen uns immer in die Mitte, wenn wir schwimmen und etwas zu essen suchen. Manchmal machen wir auch Ausflüge an Land. Papa geht dann vorne, um die Lage zu checken, dann kommen meine Geschwister und ich, und Mama ist hinten, damit keiner verloren geht.
Allerdings ist es gar nicht immer so leicht, alle satt zu kriegen. Die Leute gestalten die Natur gerne so, wie sie ihnen gefällt, und dabei geht vieles im Ökosystem kaputt. Manche Pflanzen, die Schwäne gerne essen, sind viel seltener geworden oder es gibt sie überhaupt nicht mehr. Also ist die Salatbar oft nicht sehr gut bestückt, und das ist für uns offensichtlich schlecht.
Es gibt auch viel Müll im Wasser und am Ufer und man muss höllisch aufpassen, dass man nicht aus Versehen was Falsches verschluckt oder irgendwo hineintritt oder reinschwimmt.
Meine Tante Dörthe hat sogar mal einen Angelhaken verschluckt. Papa sagt, dass sie es noch nie abwarten konnte, bis das Essen fertig ist, aber wer rechnet denn mit sowas! Es ging ihr tagelang richtig schlecht und sie hatte ein Riesenglück, weil Spaziergänger sie gefunden und zum Tierarzt gebracht haben. Danach musste sie noch mehrere Wochen auf Kur. Jetzt freut sie sich jedes Mal sehr, wenn sie die Leute sieht, die ihr geholfen haben. Die konnten zuerst gar nicht glauben, dass Dörthe sich an sie erinnert. Das liegt vielleicht daran, dass irgendein Scherzkeks mal behauptet hat, wir Schwäne könnten uns nichts merken. Das stimmt natürlich nicht, wir haben ein sehr gutes Langzeitgedächtnis und erkennen sogar unseren Namen.
Samstag
Heute habe ich noch einen Bruder bekommen! Also, nicht mein richtiger Bruder, Papa und Mama haben ihn adoptiert. Er heißt Robert und hat ein ziemliches Abenteuer hinter sich.
Er hat mit seiner Familie einen Ausflug gemacht und sich dabei so fest in einer Angelschnur verwickelt, dass er sich überhaupt nicht mehr bewegen konnte. Immer, wenn er mit seinen Beinchen gestrampelt hat, zog sich die Schnur noch fester um seinen Hals – es war schrecklich! Jemand hat ihn aus dem Wasser gefischt und in eine Tierklinik gebracht. Robert war total schwach und hat überall gezittert. Am Hals musste er sogar genäht werden, und dann war er noch einige Zeit zur Pflege bei Tierschützern.
Und die haben meine Eltern jetzt gefragt, ob Robert vielleicht bei uns wohnen kann. Wo seine Familie ist, weiß er nicht, er hat irgendwas gesagt von Leuten, die viel Krach gemacht haben und Hunde dabei hatten, aber an mehr kann er sich nicht erinnern. Mama sagt, dass er wahrscheinlich ein Trauma hat. Der Arme! Aber bei uns wird es ihm gut gehen, Papa und Mama haben die Adoptionspapiere schon unterschrieben.
Freitag
Heute war ein ganz besonderer Tag, denn mein Cousin Antonio und seine Verlobte Isabel haben Schwanenhochzeit gefeiert. Das war fast wie eine Tanzvorführung und vor allem meine Schwestern waren sehr beeindruckt! Ich glaube allerdings, dass Antonio hinterher froh war, dass er beim Tanzen keine Fehler gemacht hat und sich sehr auf das Entspannen danach gefreut hat. Er ist ein eher chilliger Typ. Aber für Isabel hat er es bestimmt gern gemacht, sie werden ja vermutlich den Rest ihres Lebens zusammenbleiben.
Danach haben sich alle miteinander unterhalten, und Antonios Trauzeuge Mike hat sich zu Robert und mir gesetzt. Meine Eltern mögen es nicht so, wenn ich mit Mike Umgang habe, weil er ein ziemlicher Raufbold ist. Aber ich finde Mike cool!
Allerdings vermute ich, dass er ein bisschen zu viel Seegras erwischt hat … Jedenfalls hat er Robert und mich gefragt, wie es denn unserer Meinung nach mit Antonio und Isabel weitergehen wird. Ich hab ihm geantwortet, dass sie sicher viele Küken bekommen und lange glücklich miteinander sein werden. Da hat er gelacht und gesagt, ich soll mich mal bloß nicht täuschen – weil wir doch hier in der Stadt leben, mitten unter Feinden, sozusagen im Kriegsgebiet. Das habe ich überhaupt nicht verstanden. Er hat nur gemurmelt, „Das wirst du schon sehen“, dann ist er davongetorkelt. Ich musste lange darüber nachdenken. Verstanden habe ich es trotzdem nicht.
…
Liebe Leser!
Dies ist keine reine Kindergeschichte, da hier sehr ernste Tier- und Naturschutzangelegenheiten thematisiert werden.
Es wäre jedoch wünschenswert, dass Erwachsene und Kinder sie gemeinsam ansehen, um auch eine jüngere Leserschaft für ein überaus wichtiges Thema zu sensibilisieren.
Alle Geschehnisse beruhen auf Tatsachen, nur die Charaktere sind fiktiv.
Diese Geschichte will ein stückweit aufklären und den Tieren eine Stimme verleihen, damit sie gehört werden.
„Arthur – eine Schwanengeschichte“ möchte dazu motivieren, unsere Umwelt und unsere Tiere als das mit Respekt und Güte zu behandeln, was sie sind:
Ein wertvolles Geschenk!
Viel Spaß beim Lesen!
Euer
Felix
Montag
Heute ist mein Geburtstag. Es wurde aber auch wirklich Zeit, ich hatte schon gar keinen Platz mehr in meinem Ei! Das habe ich meiner Mama in der letzten Woche auch immer wieder zugepiept, aber sie hat mich nicht verstanden und sich nur gefreut, meine Stimme zu hören.
Später hat sie mir erzählt, dass ich von all meinen Geschwistern am lautesten gepiept habe und sie mir darum den Namen „Arthur“ gegeben hat, nach meinem Opa. Der war angeblich ein ziemlicher Schreihals.
Jedenfalls war es mir heute endgültig zu eng. In letzter Zeit habe ich immer wieder nachgesehen, wo hier der Ausgang ist und musste feststellen: Es gibt keinen! War ja klar, alles muss man selber machen. Zum Glück habe ich eine Art Ninja-Schnabel (manche sagen auch Küken-Zahn dazu), mit dem ich mich hier herausschneiden kann. Und genau das tue ich jetzt. Zuerst war ich noch vorsichtig, ich wollte ja Mamas schönes Ei nicht kaputtmachen. Aber je größer die Risse wurden, desto fester pickte ich mit meinem Ninja-Schnabel. Als der Deckel ab war, hielt ich es nicht mehr aus … So fest ich konnte, stemmte ich mich mit meinen Füßen ab, und schwupp! – ich war draußen!
Tolles Gefühl, nur ganz schön kalt, weil ich so nass war. Das lag aber an meinem Ei, jedenfalls ist es scheinbar am Anfang immer so. Zum Glück war meine Mama sofort da, sie trocknete mich mit ihrem Schnabel und ich durfte unter ihre weichen Federn kriechen, damit ich nicht friere.
Donnerstag
Vorgestern ist mein Bruder geschlüpft und gestern meine beiden Schwestern. Wenn meine Mama älter ist, hat sie vielleicht sogar doppelt so viele Küken. In manchen Familien gibt es angeblich sogar zwölf Küken, aber das glaube ich erst, wenn ich es sehe!
Wir Küken haben übrigens für die ersten paar Tage etwas Proviant in unserem Dottersack dabei, für alle Fälle. Und morgen gehen wir endlich zum ersten Mal alle zusammen schwimmen. Ich bin schon ganz aufgeregt!
Dienstag
Die letzten Tage waren toll. Papa und Mama nehmen uns immer in die Mitte, wenn wir schwimmen und etwas zu essen suchen. Manchmal machen wir auch Ausflüge an Land. Papa geht dann vorne, um die Lage zu checken, dann kommen meine Geschwister und ich, und Mama ist hinten, damit keiner verloren geht.
Allerdings ist es gar nicht immer so leicht, alle satt zu kriegen. Die Leute gestalten die Natur gerne so, wie sie ihnen gefällt, und dabei geht vieles im Ökosystem kaputt. Manche Pflanzen, die Schwäne gerne essen, sind viel seltener geworden oder es gibt sie überhaupt nicht mehr. Also ist die Salatbar oft nicht sehr gut bestückt, und das ist für uns offensichtlich schlecht.
Es gibt auch viel Müll im Wasser und am Ufer und man muss höllisch aufpassen, dass man nicht aus Versehen was Falsches verschluckt oder irgendwo hineintritt oder reinschwimmt.
Meine Tante Dörthe hat sogar mal einen Angelhaken verschluckt. Papa sagt, dass sie es noch nie abwarten konnte, bis das Essen fertig ist, aber wer rechnet denn mit sowas! Es ging ihr tagelang richtig schlecht und sie hatte ein Riesenglück, weil Spaziergänger sie gefunden und zum Tierarzt gebracht haben. Danach musste sie noch mehrere Wochen auf Kur. Jetzt freut sie sich jedes Mal sehr, wenn sie die Leute sieht, die ihr geholfen haben. Die konnten zuerst gar nicht glauben, dass Dörthe sich an sie erinnert. Das liegt vielleicht daran, dass irgendein Scherzkeks mal behauptet hat, wir Schwäne könnten uns nichts merken. Das stimmt natürlich nicht, wir haben ein sehr gutes Langzeitgedächtnis und erkennen sogar unseren Namen.
Samstag
Heute habe ich noch einen Bruder bekommen! Also, nicht mein richtiger Bruder, Papa und Mama haben ihn adoptiert. Er heißt Robert und hat ein ziemliches Abenteuer hinter sich.
Er hat mit seiner Familie einen Ausflug gemacht und sich dabei so fest in einer Angelschnur verwickelt, dass er sich überhaupt nicht mehr bewegen konnte. Immer, wenn er mit seinen Beinchen gestrampelt hat, zog sich die Schnur noch fester um seinen Hals – es war schrecklich! Jemand hat ihn aus dem Wasser gefischt und in eine Tierklinik gebracht. Robert war total schwach und hat überall gezittert. Am Hals musste er sogar genäht werden, und dann war er noch einige Zeit zur Pflege bei Tierschützern.
Und die haben meine Eltern jetzt gefragt, ob Robert vielleicht bei uns wohnen kann. Wo seine Familie ist, weiß er nicht, er hat irgendwas gesagt von Leuten, die viel Krach gemacht haben und Hunde dabei hatten, aber an mehr kann er sich nicht erinnern. Mama sagt, dass er wahrscheinlich ein Trauma hat. Der Arme! Aber bei uns wird es ihm gut gehen, Papa und Mama haben die Adoptionspapiere schon unterschrieben.
Freitag
Heute war ein ganz besonderer Tag, denn mein Cousin Antonio und seine Verlobte Isabel haben Schwanenhochzeit gefeiert. Das war fast wie eine Tanzvorführung und vor allem meine Schwestern waren sehr beeindruckt! Ich glaube allerdings, dass Antonio hinterher froh war, dass er beim Tanzen keine Fehler gemacht hat und sich sehr auf das Entspannen danach gefreut hat. Er ist ein eher chilliger Typ. Aber für Isabel hat er es bestimmt gern gemacht, sie werden ja vermutlich den Rest ihres Lebens zusammenbleiben.
Danach haben sich alle miteinander unterhalten, und Antonios Trauzeuge Mike hat sich zu Robert und mir gesetzt. Meine Eltern mögen es nicht so, wenn ich mit Mike Umgang habe, weil er ein ziemlicher Raufbold ist. Aber ich finde Mike cool!
Allerdings vermute ich, dass er ein bisschen zu viel Seegras erwischt hat … Jedenfalls hat er Robert und mich gefragt, wie es denn unserer Meinung nach mit Antonio und Isabel weitergehen wird. Ich hab ihm geantwortet, dass sie sicher viele Küken bekommen und lange glücklich miteinander sein werden. Da hat er gelacht und gesagt, ich soll mich mal bloß nicht täuschen – weil wir doch hier in der Stadt leben, mitten unter Feinden, sozusagen im Kriegsgebiet. Das habe ich überhaupt nicht verstanden. Er hat nur gemurmelt, „Das wirst du schon sehen“, dann ist er davongetorkelt. Ich musste lange darüber nachdenken. Verstanden habe ich es trotzdem nicht.
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