Von der Nacht zur Morgenröte
EUR 20,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 224
ISBN: 978-3-7116-0219-0
Erscheinungsdatum: 19.12.2024
Sonne, Tag und Licht. Mond, Nacht und Dunkelheit. Endet es im Frieden oder im unaufhaltsamen Willen der Götter selbst?
Kapitel 1
„Nicht schon wieder.“ Das dachte sich Aurora, als sie an der leblosen Klippe stand, keine Menschenseele weit und breit. Hinter ihr befand sich ein dichter Tannenwald, zu dicht, um hindurchzugehen. Eine Eule flog über den tiefen Abgrund, der direkt vor ihr lag. Nichts als Leere, gleich vor ihren Füssen. Ihr war bewusst, dass sie sich in einem Traum befand, aber diese Art von Träumen wurde in der letzten Zeit immer häufiger und damit immer lästiger.
Auf einmal wurde der Wind stärker und es bildete sich vor ihr aus dem Nebel, der durch die Höhen wanderte, eine Frau. Sie sah Aurora an, die fassungslos vor ihr stand. Die Frau sah nicht aus wie ein Mensch, sie strahlte etwas viel Mächtigeres aus. Sie trug ein weißes Kleid mit goldenen Elementen und auf dem Kopf trug sie ein Diadem. Zudem trug die Frau über dem Kleid eine passende Rüstung. Ihre Augen waren, wie der Nebel um sie, eisig grau, dennoch strahlten sie eine tiefe Weisheit aus. Die Eule flog noch einmal über sie hinweg und landete dann auf der Schulter der mysteriösen Frau.
„Ich habe dich erwartet“, sagte die Nebelfrau mit vollkommener Stimme. Aurora starrte sie nur verdutzt an. „Du- Du hast mich erwartet?“, fragte sie die Frau. „Wer bist du?“, fügte sie hinzu.
„Wer ich bin, spielt nun keine Rolle. Ich bin hier, um dir eine Warnung zu übermitteln“, antwortete die Frau aus Wolken. „Sei auf der Hut, meine Tapfere. Schwere Zeiten werden kommen und du musst beginnen, zwischen dem zu unterscheiden, was einfach und dem, was richtig ist.“
„Was meinst du?“, fragte Aurora, doch die Frau schmunzelte nur. „Ein schlauer Kopf wie du wird schon herausfinden, was es damit auf sich hat. Mehr kann und darf ich dir nicht mitteilen. Lebe wohl, meine Gute. Ich zähle auf dich“, sagte die Frau aus Nebel und so schnell wie sie aufgetaucht ist, war sie auch wieder verschwunden. „Was zum …“, konnte Aurora im Traum noch sagen, bevor sie aufwachte. Sie lag in ihrem Bett, schweißgebadet und verwirrt von einem weiteren seltsamen Traum.
Die Umgebung um sie herum war friedlich. Das Fenster war geöffnet und der Nachtwind holte sie sanft zurück in die Realität. Aurora holte sich einen Stift und ihr Notizheft aus der Nachttischschublade und schrieb die genauen Worte, welche sie im Traum gehört hatte, nieder. Seit diese seltsamen Träume begonnen haben, fing sie an die Konversationen daraus aufzuschreiben. Es waren immer dieselben Arten von Warnungen, welche die Gestalten daraus mitteilten. „Das Ende der Welt naht“ oder „Du musst dich auf das Kommende vorbereiten.“, solche Dinge eben. Aurora nahm das Ganze nicht auf die leichte Schulter, schließlich wusste sie, dass alle Träume eine Bedeutung haben. Deshalb schrieb sie sich das alles auch auf. Aber was wollte sie tun?
Sie war erst siebzehn Jahre alt, wohnte auf einer Insel in Griechenland, die man Zakynthos nennt, und hatte ihr Zuhause noch nie wirklich verlassen. Wie könnte sie bitte etwas ausrichten?
Aurora atmete tief durch, legte das Notizbuch weg und versuchte noch einmal zu schlafen, auch wenn sie keine traumlose Nacht seit Wochen hatte, irgendwie musste sie ihre Energie schließlich aufladen.
Zum Glück konnte sie weiterschlafen, ohne von einem weiteren Traum heimgesucht zu werden.
Am nächsten Morgen wurde sie von der Sonne wachgekitzelt. Es war Freitag, was bedeutete, dass das Wochenende bald eingeläutet werden würde. Sie blinzelte, warf einen Blick auf ihren Wecker und erkannte, dass es bereits acht Uhr war. Sie stand auf und zog sich eines ihrer Sommerkleider an. Danach putze sie sich ihre Zähne und kämmte sich ihre dunkelbraunen Haare.
Sie trug etwas Mascara auf und ging danach zurück in ihr Zimmer. Aurora nahm ihr Handy, stellte ihre Lieblingsplaylist ein und textete ihren beiden besten Freundinnen, Elenor und Freya: Um 12.00 Uhr beim alten Brunnen, Picknick am Strand?
Anschließend ging sie hinunter in die Küche, in welcher sie ihre Eltern vorfand. „Guten Morgen, Schätzchen“, begrüßte sie ihr Vater. „Guten Morgen“, antwortete Aurora und goss sich etwas vom Orangensaft in ihr Glas.
„Gut geschlafen?“, fragte ihre Mutter. Aurora vermied Blickkontakt und antwortete nur mit einem: „Es gab schon schlimmere Nächte.“ Ihre Mutter und ihr Vater tauschten einen Blick aus.
„Heute ist Geschichte dran“, sagte ihre Mutter. „Ich weiß. Ich gehe erst auf den Markt, heute ist Mittwoch“, sagte Aurora und gab ihrer Mutter ein Kuss auf die Wange. „Und am Nachmittag gehe ich vermutlich mit Elle und Freya picknicken“, ergänzte sie. „Gut, aber erst die Kapitel, okay?“, fragte ihre Mutter. „Klar!“, rief Aurora, als sie bereits zur Tür hinaus ging und sich ihre Tasche über die Schulter war.
Aurora war nie in die öffentliche Schule gegangen. Ihre Eltern unterrichteten sie. Trotzdem hatte sie niemals Probleme, wenn sie sich mit anderen Kindern unterhielt. Aurora wusste alles, was man wissen musste und noch mehr in den Gebieten, in welchen sie sich besonders interessierte. Seit sie etwas älter geworden ist, fing sie an, sich den Unterrichtsstoff selbst beizubringen. Brauchte sie Hilfe, konnte sie immer noch ihre Eltern fragen. Dieses Prinzip hatte sich in den letzten Jahren gut bewährt.
Aber Aurora trieb es immer mehr in die Welt hinaus, sie wollte Abendteuer erleben, sich verlieben und anfangen ihr Leben zu leben. Sie kannte jede Ecke der Insel, da sie als Kind mit Elenor und Freya jede freie Minute unterwegs war und sie alles erkundet haben, was es nur zu erkunden gab.
Als sie beim Marktplatz ankam, kaufte sie etwas Gemüse, das sie nicht bei sich im Garten wachsen hatten. Aurora lebte in einem Dorf auf der Insel, welches glücklicherweise nicht viele Touristenbesuche hatte. Außerdem war es eher klein, was heißt, dass sich hier eigentlich jeder kennt. Unter anderem lebt ihr Onkel Elias hier, der mit ihr früher immer auf Bootstour ging, bevor er körperlich dazu nicht mehr in der Lage war. Für eine Zeit lebte auch ihre Großmutter auf der Insel. Dafür zog sie extra aus Luxemburg hierher, um bei der Erziehung von Aurora zu helfen. Die Hälfte der Dinge, die Aurora weiß, erlernte sie von ihrer Großmutter Antoinette.
Als Aurora aber älter wurde, zog ihre Großmutter wieder zurück nach Luxemburg, blieb mit Aurora aber in stetigem Kontakt. Nachdem Aurora das Gemüse gekauft hatte, machte sie sich auf den Rückweg.
Die Sonne strahlte bereits und ließ das Meer mit tausenden Blautönen glitzern. Eine sanfte Brise hüllte die bereits warme Juni-Luft in den Geruch von blühendem Mohn ein.
Das würde ein ereignisvoller Tag werden, das wusste sie.
Kapitel 2
Zuhause angekommen räumte sie die Einkäufe ein, bereitete sich einen Eistee zu und ging in ihr Zimmer. Die Bücher standen bereits auf ihrem Tisch, aber bevor sie sich in die Materie stürzte, sah sie kurz auf ihrem Handy nach und sah, dass beide ihrer Freundinnen ihre Anfrage auf das Picknick bejahten. Aurora führte einen kurzen Freudentanz in ihrem Kopf auf, legte ihr Handy weg und widmete sich den Büchern. Sie freute sich eigentlich immer auf das Lernen neuer Dinge, aber die Geschichtskapitel, welche ihre Mutter ihr für heute herausgesucht hatte, waren alles andere als spannend, und noch viel wichtiger; für was würde sie diese Informationen jemals brauchen?
Es ging um die Geschichte von spanischen Piraten. Ein Mann namens Andrés de la Fuente eroberte ganze Gebiete an der Ostküste von Amerika. Aurora las gelangweilt weiter, nippte ab und zu an ihrem Eistee, bis sie zu einer Stelle gelangte, die ihre volle Aufmerksamkeit erweckte. „Der spanische Seefahrer Andrés kehrte nach seiner Kolonialisierungszeit in Amerika wieder nach Spanien zurück und gründete eine Familie, die Jahre später nach Luxemburg auswanderte. Er wollte sich mit seinem Namen der Gründerfamilien anschließen, um sein Reichtum zu teilen. Diese stießen ihn jedoch ab und Andrés und seine Familie wurden aus dem Land vertrieben. Warum und wo er danach gelandet ist, weiß man bis heute nicht. Die Geschichte der de la Fuentes und die Gründergeschichte des so kleinen europäischen Landes wurden in einem Museum in Luxemburg festgehalten. Es wurde am Ende des 19. Jahrhunderts eröffnet und steht bis heute im Zentrum der Stadt“, beschrieb der Text in ihrem Buch. Deshalb hatte ihre Mutter ihr dieses Kapitel gegeben. Die Geschichte dieser Familie führte bis in ihr Heimatland.
Aurora notierte sich gedanklich irgendwann einmal in dieses Museum zu gehen, wenn sie es einmal bis nach Luxemburg schaffen sollte.
Die nächsten Stunden las sie sich weiter die herausgesuchten Kapitel durch und machte sich Notizen dazu. Aurora mochte es, über die Geschichte der Welt und der Menschen zu lesen. Es gab ihr das Gefühl, sich in dieser Zeit wiederzufinden und die jetzige Welt aus einer ganz anderen Sicht zu sehen.
Als es kurz vor halb zwölf war, wurde sie mit den Kapiteln und Notizen fertig. Sie legte die Bücher weg, stand auf und ging in die Küche, um das Picknick vorzubereiten. Elenor und Freya bestätigten ihr, dass sie das Geschirr mitbringen würden. Aurora machte Sandwiches, einen Fruchtsalat und packte noch einige Snacks mit ein. Außerdem bereitete sie die Grapefruit-Schorle zu, die ihnen so schmeckte. Sie packte alle Lebensmittel in einen Korb und ging dann zu ihren Eltern, um sich zu verabschieden.
Aurora ging hinaus, schnappte sich ihr Fahrrad und fuhr zum Brunnen. Er war nicht weit weg, aber dennoch gestaltete es sich etwas schwer mit einem großen Korb über Stock und Stein zu fahren, ohne dabei zu stürzen. Nach wenigen Minuten kam sie aber unversehrt beim Brunnen an und wartete auf ihre Freundinnen.
In der Zeit, in der sie wartete, dachte sie über die vergangen Träume nach. Sie wollte es nicht, aber es war, als würden sich diese Erinnerungen immer wieder in ihr Bewusstsein schleichen und ihre Gedanken vernebeln. Plötzlich befand sie sich in einer Erinnerung, die das Blut in ihren Adern gefrieren ließ.
Aurora befand sich in einer Art Höhle, nur war diese unendlich groß und sie selbst stand an einem Ort weit entfernt von dem, was unter ihr geschah. Feuer, die unter ihr brannten und der Klang von Menschen, die schrien. Aurora brauchte nicht hinunterzusehen, um zu wissen, dass sich diese Personen in den Flammen befanden und unendliche Qualen über sich ergehen lassen mussten. Das kann nur die Hölle sein. Das dachte sich Aurora, als sie sich traute, in die Tiefen hinabzublicken, nur um zu erkennen, dass sich ihre Vermutungen bestätigten. Höllenfeuer, heiß und qualvoll.
Auf einmal erklang eine Stimme hinter ihr, die ihr sagte: „Du musst aufwachen, Kind. Wach auf!“ Aurora verstand nicht. Sie sah sich um, konnte aber niemanden erkennen. Zudem hatte sie zu große Angst, irgendwas zu sagen, vor allem, weil sie sonst selbst in den Abgründen unter ihr landen könnte. Doch sie gab sich einen Ruck und stotterte: „W-Wer bist d-du?“
Keine Antwort. Sie sah sich noch einmal um. Aurora wünschte sich nur noch, hier wegzukommen. Sie fragte noch einmal, diesmal mit mehr Selbstbewusstsein: „Wer bist du?“
Ein Wispern ertönte. Sanft und doch voller Schrecken. „Wach auf, Kind. Du musst aufwachen.“ „Ich verstehe nicht!“, antwortete sie panisch. „Das Schicksal ist in deinen Händen. WACH AUF!“, schrie die Stimme noch, bevor Aurora plötzlich aus ihren Erinnerungen gezogen wurde. Schweiß lief ihre Stirn hinab und sie versuchte sich auf die Realität vor sich zu konzentrieren. Aurora blinzelte zwei Mal und sah vor sich zwei Mädchen stehen. Sie blinzelte noch einmal.
Elenor und Freya, die sie besorgt ansahen. „Es ist wieder passiert, nicht wahr?“, fragte Freya und legte ihre Hände auf Auroras Schultern. Aurora antwortete mit einem aufgesetzten Lächeln und sagte: „Mir geht es gut.“ Elenor und Freya tauschten einen Blick. „Hör zu, diese Nummer kaufen wir dir nicht mehr ab“, sagte Elenor.
Sie war schon immer Diejenige gewesen, die ihre Gedanken und Bedenken hemmungslos mitteilte, während Freya eher die ruhigere der drei Freundinnen war. Aurora wollte antworten, aber Elenor kam ihr zuvor.
„Wir sind deine besten Freundinnen. Und wir sehen, dass dich etwas quält, also bitte sag es uns. Dass du immer in deinen Gedanken verloren gehst und wir dich wachrütteln müssen, sodass wir dich wieder aus deiner Trance zurückholen können, ist nicht normal. An was denkst du? Welche Gedanken tun dir das an?“, fragte sie sanft.
Aurora war klar, dass ihre Freundinnen immer für sie da waren und dass sie ihnen auch alles sagen könnte, ohne von ihnen verurteilt zu werden, aber sie hatte nun mal Angst.
Aurora war nie ein normales Mädchen gewesen. Das hatte ihre Großmutter ihr immer gesagt, und je älter sie wurde, desto mehr hatte sich das bestätigt. Einmal, als sie an einem Bach war, und die spiegelnde Oberfläche sah, hätte sie schwören können eine Frauengestalt hinter sich zu sehen. Als sie sich dann aber umdrehte, war da niemand zu sehen. Oder als sie einmal allein im Wohnzimmer saß und las, zündete sich plötzlich von selbst eine Kerze an. Oder ein anderes Mal, als sie noch klein war und in der Wiese spazierte, sah sie wie sich eine Spur aus Blumen hinter ihr formte.
Das waren kleine Dinge, nicht ausreichend genug, um sie für verrückt zu erklären, aber dennoch konnte sie sich nie erklären, wie sie passiert sein konnten. Weil Aurora wusste, dass ihre Großmutter immer für alles eine Lösung hatte, erzählte sie ihr von den Geschehnissen, doch ihre Großmutter blinzelte nicht einmal. Sie sagte Aurora: „Das ist nichts Schlimmes. Eines Tages wirst du es verstehen.“ Dieser Tag war offensichtlich noch nicht gekommen, aber Aurora fand sich damit ab.
Doch seit sie diese seltsamen Träume hatte, war sie sich nicht mehr so sicher, ob Aurora eine Gefahr sein konnte. Sie hatte weder die Intention jemandem wehzutun, noch der Welt selbst zu schaden. Warum also, hatten dann die Erinnerungen an diese Träume eine solche Macht über sie, sodass sie fast zu ertrinken schien in Geschehnissen, die niemals wirklich passiert sind. Sie wusste nicht, welche Bedeutung genau hinter den Träumen steckte, und bis sie das nicht herausgefunden hatte, wollte sie es für sich behalten.
„Mir geht es gut, wirklich“, antwortete Aurora sanft. Die beiden sahen sie traurig an. Sie wussten, dass Aurora mit etwas zu kämpfen hatte, aber sie konnte ihnen diese Last nicht weitergeben. Wenn der Zeitpunkt richtig wäre, würde sie ihre Freundinnen einweihen. Auch wenn sie insgeheim hoffte, dass der Zeitpunkt niemals richtig sein würde.
Kapitel 3
Die drei Freundinnen radelten in den Wald an ihre Lieblingsstelle. Die Landschaft war bereits etwas trocken, dennoch blühten unterschiedliche Blumen hier, welche die Luft in einen wohligen Duft einhüllten. Sie stellten ihre Räder ab, hockten sich auf die Wiese und breiteten die Picknickdecke aus.
Aurora fühlte sich nach dem Gespräch mit ihren Freundinnen schuldig, aber sie schob den Gedanken beiseite und konzentrierte sich auf das Picknick. Solange sie sich nicht sicher war, welcher Grund hinter diesen seltsamen Träumen steckte, konnte sie es ihnen nicht sagen.
Die Freundinnen aßen die Leckereien und schlürften glücklich ihre Grapefruit-Schorle. Die Nachmittagssonne schien zwischen den Ästen hervor und das Rauschen der Wellen war aus der Ferne zu hören. Es war ein Moment voller Frieden. Und Aurora genoss jede Sekunde davon. „Das Essen ist wirklich lecker“, sagte Elenor schmatzend. Aurora lachte. „Freut mich, wenn es dir schmeckt“, antwortete Aurora und lächelte in sich hinein.
„Das machen wir viel zu selten“, ergänzte sie und lächelte die beiden an. Da riss Freya die Augen auf. „Warum machen wir nicht wieder einmal eine Übernachtungsparty?“, fragte sie aufgeregt. Aurora und Elenor stimmten begeistert zu. „Es ist vielleicht etwas spontan, aber wie wäre es heute Nacht. Bei mir?“, fragte Aurora. „Klar!“, riefen Elenor und Freya gleichzeitig und die drei lachten.
Den Nachmittag blieben sie weiter im Wald und genossen die Sonne. Es war bereits Abend und die Sonne neigte sich schon Richtung Westen.
„Ich glaube ich mache einen kleinen Spaziergang. Ich brauche Bewegung“, sagte Freya und stand auf. „Ich komme mit“, sagte Elenor. „Ich bleibe hier und genieße die Sonne noch etwas“, erklärte Aurora und blieb liegen. „Okay, wir sind bald wieder da“, antwortete Elenor und die beiden liefen davon.
...
„Nicht schon wieder.“ Das dachte sich Aurora, als sie an der leblosen Klippe stand, keine Menschenseele weit und breit. Hinter ihr befand sich ein dichter Tannenwald, zu dicht, um hindurchzugehen. Eine Eule flog über den tiefen Abgrund, der direkt vor ihr lag. Nichts als Leere, gleich vor ihren Füssen. Ihr war bewusst, dass sie sich in einem Traum befand, aber diese Art von Träumen wurde in der letzten Zeit immer häufiger und damit immer lästiger.
Auf einmal wurde der Wind stärker und es bildete sich vor ihr aus dem Nebel, der durch die Höhen wanderte, eine Frau. Sie sah Aurora an, die fassungslos vor ihr stand. Die Frau sah nicht aus wie ein Mensch, sie strahlte etwas viel Mächtigeres aus. Sie trug ein weißes Kleid mit goldenen Elementen und auf dem Kopf trug sie ein Diadem. Zudem trug die Frau über dem Kleid eine passende Rüstung. Ihre Augen waren, wie der Nebel um sie, eisig grau, dennoch strahlten sie eine tiefe Weisheit aus. Die Eule flog noch einmal über sie hinweg und landete dann auf der Schulter der mysteriösen Frau.
„Ich habe dich erwartet“, sagte die Nebelfrau mit vollkommener Stimme. Aurora starrte sie nur verdutzt an. „Du- Du hast mich erwartet?“, fragte sie die Frau. „Wer bist du?“, fügte sie hinzu.
„Wer ich bin, spielt nun keine Rolle. Ich bin hier, um dir eine Warnung zu übermitteln“, antwortete die Frau aus Wolken. „Sei auf der Hut, meine Tapfere. Schwere Zeiten werden kommen und du musst beginnen, zwischen dem zu unterscheiden, was einfach und dem, was richtig ist.“
„Was meinst du?“, fragte Aurora, doch die Frau schmunzelte nur. „Ein schlauer Kopf wie du wird schon herausfinden, was es damit auf sich hat. Mehr kann und darf ich dir nicht mitteilen. Lebe wohl, meine Gute. Ich zähle auf dich“, sagte die Frau aus Nebel und so schnell wie sie aufgetaucht ist, war sie auch wieder verschwunden. „Was zum …“, konnte Aurora im Traum noch sagen, bevor sie aufwachte. Sie lag in ihrem Bett, schweißgebadet und verwirrt von einem weiteren seltsamen Traum.
Die Umgebung um sie herum war friedlich. Das Fenster war geöffnet und der Nachtwind holte sie sanft zurück in die Realität. Aurora holte sich einen Stift und ihr Notizheft aus der Nachttischschublade und schrieb die genauen Worte, welche sie im Traum gehört hatte, nieder. Seit diese seltsamen Träume begonnen haben, fing sie an die Konversationen daraus aufzuschreiben. Es waren immer dieselben Arten von Warnungen, welche die Gestalten daraus mitteilten. „Das Ende der Welt naht“ oder „Du musst dich auf das Kommende vorbereiten.“, solche Dinge eben. Aurora nahm das Ganze nicht auf die leichte Schulter, schließlich wusste sie, dass alle Träume eine Bedeutung haben. Deshalb schrieb sie sich das alles auch auf. Aber was wollte sie tun?
Sie war erst siebzehn Jahre alt, wohnte auf einer Insel in Griechenland, die man Zakynthos nennt, und hatte ihr Zuhause noch nie wirklich verlassen. Wie könnte sie bitte etwas ausrichten?
Aurora atmete tief durch, legte das Notizbuch weg und versuchte noch einmal zu schlafen, auch wenn sie keine traumlose Nacht seit Wochen hatte, irgendwie musste sie ihre Energie schließlich aufladen.
Zum Glück konnte sie weiterschlafen, ohne von einem weiteren Traum heimgesucht zu werden.
Am nächsten Morgen wurde sie von der Sonne wachgekitzelt. Es war Freitag, was bedeutete, dass das Wochenende bald eingeläutet werden würde. Sie blinzelte, warf einen Blick auf ihren Wecker und erkannte, dass es bereits acht Uhr war. Sie stand auf und zog sich eines ihrer Sommerkleider an. Danach putze sie sich ihre Zähne und kämmte sich ihre dunkelbraunen Haare.
Sie trug etwas Mascara auf und ging danach zurück in ihr Zimmer. Aurora nahm ihr Handy, stellte ihre Lieblingsplaylist ein und textete ihren beiden besten Freundinnen, Elenor und Freya: Um 12.00 Uhr beim alten Brunnen, Picknick am Strand?
Anschließend ging sie hinunter in die Küche, in welcher sie ihre Eltern vorfand. „Guten Morgen, Schätzchen“, begrüßte sie ihr Vater. „Guten Morgen“, antwortete Aurora und goss sich etwas vom Orangensaft in ihr Glas.
„Gut geschlafen?“, fragte ihre Mutter. Aurora vermied Blickkontakt und antwortete nur mit einem: „Es gab schon schlimmere Nächte.“ Ihre Mutter und ihr Vater tauschten einen Blick aus.
„Heute ist Geschichte dran“, sagte ihre Mutter. „Ich weiß. Ich gehe erst auf den Markt, heute ist Mittwoch“, sagte Aurora und gab ihrer Mutter ein Kuss auf die Wange. „Und am Nachmittag gehe ich vermutlich mit Elle und Freya picknicken“, ergänzte sie. „Gut, aber erst die Kapitel, okay?“, fragte ihre Mutter. „Klar!“, rief Aurora, als sie bereits zur Tür hinaus ging und sich ihre Tasche über die Schulter war.
Aurora war nie in die öffentliche Schule gegangen. Ihre Eltern unterrichteten sie. Trotzdem hatte sie niemals Probleme, wenn sie sich mit anderen Kindern unterhielt. Aurora wusste alles, was man wissen musste und noch mehr in den Gebieten, in welchen sie sich besonders interessierte. Seit sie etwas älter geworden ist, fing sie an, sich den Unterrichtsstoff selbst beizubringen. Brauchte sie Hilfe, konnte sie immer noch ihre Eltern fragen. Dieses Prinzip hatte sich in den letzten Jahren gut bewährt.
Aber Aurora trieb es immer mehr in die Welt hinaus, sie wollte Abendteuer erleben, sich verlieben und anfangen ihr Leben zu leben. Sie kannte jede Ecke der Insel, da sie als Kind mit Elenor und Freya jede freie Minute unterwegs war und sie alles erkundet haben, was es nur zu erkunden gab.
Als sie beim Marktplatz ankam, kaufte sie etwas Gemüse, das sie nicht bei sich im Garten wachsen hatten. Aurora lebte in einem Dorf auf der Insel, welches glücklicherweise nicht viele Touristenbesuche hatte. Außerdem war es eher klein, was heißt, dass sich hier eigentlich jeder kennt. Unter anderem lebt ihr Onkel Elias hier, der mit ihr früher immer auf Bootstour ging, bevor er körperlich dazu nicht mehr in der Lage war. Für eine Zeit lebte auch ihre Großmutter auf der Insel. Dafür zog sie extra aus Luxemburg hierher, um bei der Erziehung von Aurora zu helfen. Die Hälfte der Dinge, die Aurora weiß, erlernte sie von ihrer Großmutter Antoinette.
Als Aurora aber älter wurde, zog ihre Großmutter wieder zurück nach Luxemburg, blieb mit Aurora aber in stetigem Kontakt. Nachdem Aurora das Gemüse gekauft hatte, machte sie sich auf den Rückweg.
Die Sonne strahlte bereits und ließ das Meer mit tausenden Blautönen glitzern. Eine sanfte Brise hüllte die bereits warme Juni-Luft in den Geruch von blühendem Mohn ein.
Das würde ein ereignisvoller Tag werden, das wusste sie.
Kapitel 2
Zuhause angekommen räumte sie die Einkäufe ein, bereitete sich einen Eistee zu und ging in ihr Zimmer. Die Bücher standen bereits auf ihrem Tisch, aber bevor sie sich in die Materie stürzte, sah sie kurz auf ihrem Handy nach und sah, dass beide ihrer Freundinnen ihre Anfrage auf das Picknick bejahten. Aurora führte einen kurzen Freudentanz in ihrem Kopf auf, legte ihr Handy weg und widmete sich den Büchern. Sie freute sich eigentlich immer auf das Lernen neuer Dinge, aber die Geschichtskapitel, welche ihre Mutter ihr für heute herausgesucht hatte, waren alles andere als spannend, und noch viel wichtiger; für was würde sie diese Informationen jemals brauchen?
Es ging um die Geschichte von spanischen Piraten. Ein Mann namens Andrés de la Fuente eroberte ganze Gebiete an der Ostküste von Amerika. Aurora las gelangweilt weiter, nippte ab und zu an ihrem Eistee, bis sie zu einer Stelle gelangte, die ihre volle Aufmerksamkeit erweckte. „Der spanische Seefahrer Andrés kehrte nach seiner Kolonialisierungszeit in Amerika wieder nach Spanien zurück und gründete eine Familie, die Jahre später nach Luxemburg auswanderte. Er wollte sich mit seinem Namen der Gründerfamilien anschließen, um sein Reichtum zu teilen. Diese stießen ihn jedoch ab und Andrés und seine Familie wurden aus dem Land vertrieben. Warum und wo er danach gelandet ist, weiß man bis heute nicht. Die Geschichte der de la Fuentes und die Gründergeschichte des so kleinen europäischen Landes wurden in einem Museum in Luxemburg festgehalten. Es wurde am Ende des 19. Jahrhunderts eröffnet und steht bis heute im Zentrum der Stadt“, beschrieb der Text in ihrem Buch. Deshalb hatte ihre Mutter ihr dieses Kapitel gegeben. Die Geschichte dieser Familie führte bis in ihr Heimatland.
Aurora notierte sich gedanklich irgendwann einmal in dieses Museum zu gehen, wenn sie es einmal bis nach Luxemburg schaffen sollte.
Die nächsten Stunden las sie sich weiter die herausgesuchten Kapitel durch und machte sich Notizen dazu. Aurora mochte es, über die Geschichte der Welt und der Menschen zu lesen. Es gab ihr das Gefühl, sich in dieser Zeit wiederzufinden und die jetzige Welt aus einer ganz anderen Sicht zu sehen.
Als es kurz vor halb zwölf war, wurde sie mit den Kapiteln und Notizen fertig. Sie legte die Bücher weg, stand auf und ging in die Küche, um das Picknick vorzubereiten. Elenor und Freya bestätigten ihr, dass sie das Geschirr mitbringen würden. Aurora machte Sandwiches, einen Fruchtsalat und packte noch einige Snacks mit ein. Außerdem bereitete sie die Grapefruit-Schorle zu, die ihnen so schmeckte. Sie packte alle Lebensmittel in einen Korb und ging dann zu ihren Eltern, um sich zu verabschieden.
Aurora ging hinaus, schnappte sich ihr Fahrrad und fuhr zum Brunnen. Er war nicht weit weg, aber dennoch gestaltete es sich etwas schwer mit einem großen Korb über Stock und Stein zu fahren, ohne dabei zu stürzen. Nach wenigen Minuten kam sie aber unversehrt beim Brunnen an und wartete auf ihre Freundinnen.
In der Zeit, in der sie wartete, dachte sie über die vergangen Träume nach. Sie wollte es nicht, aber es war, als würden sich diese Erinnerungen immer wieder in ihr Bewusstsein schleichen und ihre Gedanken vernebeln. Plötzlich befand sie sich in einer Erinnerung, die das Blut in ihren Adern gefrieren ließ.
Aurora befand sich in einer Art Höhle, nur war diese unendlich groß und sie selbst stand an einem Ort weit entfernt von dem, was unter ihr geschah. Feuer, die unter ihr brannten und der Klang von Menschen, die schrien. Aurora brauchte nicht hinunterzusehen, um zu wissen, dass sich diese Personen in den Flammen befanden und unendliche Qualen über sich ergehen lassen mussten. Das kann nur die Hölle sein. Das dachte sich Aurora, als sie sich traute, in die Tiefen hinabzublicken, nur um zu erkennen, dass sich ihre Vermutungen bestätigten. Höllenfeuer, heiß und qualvoll.
Auf einmal erklang eine Stimme hinter ihr, die ihr sagte: „Du musst aufwachen, Kind. Wach auf!“ Aurora verstand nicht. Sie sah sich um, konnte aber niemanden erkennen. Zudem hatte sie zu große Angst, irgendwas zu sagen, vor allem, weil sie sonst selbst in den Abgründen unter ihr landen könnte. Doch sie gab sich einen Ruck und stotterte: „W-Wer bist d-du?“
Keine Antwort. Sie sah sich noch einmal um. Aurora wünschte sich nur noch, hier wegzukommen. Sie fragte noch einmal, diesmal mit mehr Selbstbewusstsein: „Wer bist du?“
Ein Wispern ertönte. Sanft und doch voller Schrecken. „Wach auf, Kind. Du musst aufwachen.“ „Ich verstehe nicht!“, antwortete sie panisch. „Das Schicksal ist in deinen Händen. WACH AUF!“, schrie die Stimme noch, bevor Aurora plötzlich aus ihren Erinnerungen gezogen wurde. Schweiß lief ihre Stirn hinab und sie versuchte sich auf die Realität vor sich zu konzentrieren. Aurora blinzelte zwei Mal und sah vor sich zwei Mädchen stehen. Sie blinzelte noch einmal.
Elenor und Freya, die sie besorgt ansahen. „Es ist wieder passiert, nicht wahr?“, fragte Freya und legte ihre Hände auf Auroras Schultern. Aurora antwortete mit einem aufgesetzten Lächeln und sagte: „Mir geht es gut.“ Elenor und Freya tauschten einen Blick. „Hör zu, diese Nummer kaufen wir dir nicht mehr ab“, sagte Elenor.
Sie war schon immer Diejenige gewesen, die ihre Gedanken und Bedenken hemmungslos mitteilte, während Freya eher die ruhigere der drei Freundinnen war. Aurora wollte antworten, aber Elenor kam ihr zuvor.
„Wir sind deine besten Freundinnen. Und wir sehen, dass dich etwas quält, also bitte sag es uns. Dass du immer in deinen Gedanken verloren gehst und wir dich wachrütteln müssen, sodass wir dich wieder aus deiner Trance zurückholen können, ist nicht normal. An was denkst du? Welche Gedanken tun dir das an?“, fragte sie sanft.
Aurora war klar, dass ihre Freundinnen immer für sie da waren und dass sie ihnen auch alles sagen könnte, ohne von ihnen verurteilt zu werden, aber sie hatte nun mal Angst.
Aurora war nie ein normales Mädchen gewesen. Das hatte ihre Großmutter ihr immer gesagt, und je älter sie wurde, desto mehr hatte sich das bestätigt. Einmal, als sie an einem Bach war, und die spiegelnde Oberfläche sah, hätte sie schwören können eine Frauengestalt hinter sich zu sehen. Als sie sich dann aber umdrehte, war da niemand zu sehen. Oder als sie einmal allein im Wohnzimmer saß und las, zündete sich plötzlich von selbst eine Kerze an. Oder ein anderes Mal, als sie noch klein war und in der Wiese spazierte, sah sie wie sich eine Spur aus Blumen hinter ihr formte.
Das waren kleine Dinge, nicht ausreichend genug, um sie für verrückt zu erklären, aber dennoch konnte sie sich nie erklären, wie sie passiert sein konnten. Weil Aurora wusste, dass ihre Großmutter immer für alles eine Lösung hatte, erzählte sie ihr von den Geschehnissen, doch ihre Großmutter blinzelte nicht einmal. Sie sagte Aurora: „Das ist nichts Schlimmes. Eines Tages wirst du es verstehen.“ Dieser Tag war offensichtlich noch nicht gekommen, aber Aurora fand sich damit ab.
Doch seit sie diese seltsamen Träume hatte, war sie sich nicht mehr so sicher, ob Aurora eine Gefahr sein konnte. Sie hatte weder die Intention jemandem wehzutun, noch der Welt selbst zu schaden. Warum also, hatten dann die Erinnerungen an diese Träume eine solche Macht über sie, sodass sie fast zu ertrinken schien in Geschehnissen, die niemals wirklich passiert sind. Sie wusste nicht, welche Bedeutung genau hinter den Träumen steckte, und bis sie das nicht herausgefunden hatte, wollte sie es für sich behalten.
„Mir geht es gut, wirklich“, antwortete Aurora sanft. Die beiden sahen sie traurig an. Sie wussten, dass Aurora mit etwas zu kämpfen hatte, aber sie konnte ihnen diese Last nicht weitergeben. Wenn der Zeitpunkt richtig wäre, würde sie ihre Freundinnen einweihen. Auch wenn sie insgeheim hoffte, dass der Zeitpunkt niemals richtig sein würde.
Kapitel 3
Die drei Freundinnen radelten in den Wald an ihre Lieblingsstelle. Die Landschaft war bereits etwas trocken, dennoch blühten unterschiedliche Blumen hier, welche die Luft in einen wohligen Duft einhüllten. Sie stellten ihre Räder ab, hockten sich auf die Wiese und breiteten die Picknickdecke aus.
Aurora fühlte sich nach dem Gespräch mit ihren Freundinnen schuldig, aber sie schob den Gedanken beiseite und konzentrierte sich auf das Picknick. Solange sie sich nicht sicher war, welcher Grund hinter diesen seltsamen Träumen steckte, konnte sie es ihnen nicht sagen.
Die Freundinnen aßen die Leckereien und schlürften glücklich ihre Grapefruit-Schorle. Die Nachmittagssonne schien zwischen den Ästen hervor und das Rauschen der Wellen war aus der Ferne zu hören. Es war ein Moment voller Frieden. Und Aurora genoss jede Sekunde davon. „Das Essen ist wirklich lecker“, sagte Elenor schmatzend. Aurora lachte. „Freut mich, wenn es dir schmeckt“, antwortete Aurora und lächelte in sich hinein.
„Das machen wir viel zu selten“, ergänzte sie und lächelte die beiden an. Da riss Freya die Augen auf. „Warum machen wir nicht wieder einmal eine Übernachtungsparty?“, fragte sie aufgeregt. Aurora und Elenor stimmten begeistert zu. „Es ist vielleicht etwas spontan, aber wie wäre es heute Nacht. Bei mir?“, fragte Aurora. „Klar!“, riefen Elenor und Freya gleichzeitig und die drei lachten.
Den Nachmittag blieben sie weiter im Wald und genossen die Sonne. Es war bereits Abend und die Sonne neigte sich schon Richtung Westen.
„Ich glaube ich mache einen kleinen Spaziergang. Ich brauche Bewegung“, sagte Freya und stand auf. „Ich komme mit“, sagte Elenor. „Ich bleibe hier und genieße die Sonne noch etwas“, erklärte Aurora und blieb liegen. „Okay, wir sind bald wieder da“, antwortete Elenor und die beiden liefen davon.
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