Cover: Versteinert

Versteinert
Geheimnisse der Vergangenheit


EUR 21,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 312
ISBN: 978-3-7116-0370-8
Erscheinungsdatum: 08.01.2025
Aria ist schockiert. Ist das Eichhörnchen gerade wirklich zu Stein geworden? Gemeinsam mit ihrem Bruder Eathen lüftet sie ein gewaltiges Familiengeheimnis. Eine abenteuerliche Reise in eine Welt voller Magie erwartet die Geschwister.
Prolog


„Nein! Ich will das nicht! Das dürfen sie nicht!“, weigerte Lukas sich verzweifelt. „Ich verstehe nicht, warum wir das tun sollten.“
„Lukas. Du musst verstehen, dass das Wohl unseres Volkes immer an erster Stelle steht. Unsere eigenen Gefühle spielen hierbei keine Rolle“, versuchte sein Vater, ihn zu besänftigen.
Von draußen drangen die Geräusche heftiger Kämpfe zu ihnen.
Lukas wusste, dass sie es nicht schaffen würden. Kommandant Perus gab zwar sein Bestes, um sie zu schützen, doch es waren einfach zu viele und ihr Zorn zu groß.
Eben das Volk, das sein Vater so verzweifelt zu schützen versuchte, war es, das sie nun tot sehen wollte.
Als ihm das bewusst wurde, konnte er die Tränen nicht länger zurückhalten. Peinlich, ein 17 Jahre alter Prinz, der im Angesicht der Gefahr zu heulen begann.
Doch er sah es einfach nicht ein, warum er oder Bella an alledem schuld sein sollten.
Was war so falsch daran, sich zu verlieben?
Als der Aufruhr begann, hatte er sich geschworen, Bella um jeden Preis zu beschützen. Doch der Preis, den sein Vater nun von ihm verlangte, war einfach zu hoch.
Mit zusammengebissenen Zähnen sah er auf Bella hinab, die sich verzweifelt an ihn klammerte, in dem Versuch, vor dieser Situation zu fliehen.
Auch wenn sein Vater ihn und Bella retten konnte, war Lukas sich nicht sicher, ob er und Bella all das hier überhaupt noch beschützen wollen würden.
Wie sollten sie das schaffen?
Doch sein Vater duldete keine weiteren Widerworte.
Ohne seinen Sohn noch einmal anzusehen, entriegelte er die Tür und ließ Lukas und Bella allein zurück.
Das waren die letzten Erinnerungen, die Lukas an seinen Vater hatte, und doch hatten sie sein ganzes Leben bestimmt.




1. Kapitel


Aria

Wütend lief Aria in den Schulgarten und ließ sich auf eine der Holzbänke fallen.
Nur wenige Momente zuvor war noch alles in Ordnung gewesen. Es war ein ganz gewöhnlicher Schultag gewesen wie jeder andere auch.
In der Früh war sie mit ihrem Bruder Eathen zum Bus gegangen und in der Schule hatte sie wie immer mit ihren Freundinnen geredet und Spaß gehabt.
Sie hatte sich zudem so sehr darauf gefreut, dass in der Mittagspause endlich die Bibliothek geöffnet werden würde, die bis zu diesem Tag geschlossen gewesen war.
Ihre Freundinnen hatten sie damit aufgezogen, so wie sie es immer taten, wenn es um ihre Begeisterung für Bücher ging, aber das hatte ihr nichts ausgemacht.
Doch gerade, als sie sich auf den Weg zur Bibliothek gemacht hatte, hatte sie mit anhören müssen, wie ihre Freundinnen über Eathen lästerten.
Arias Bruder war dreizehn, also ein Jahr älter als sie und ging in die Klasse über ihr. Er war sehr sportlich, dafür ließen seine Schulnoten aber leider zu wünschen übrig.
Aria konnte zwar nicht gerade behaupten, dass die zwei die beste Geschwisterbeziehung hatten, aber als sie die Mädchen über ihn herziehen gehört hatte, war ihr der Kragen geplatzt.
Als die drei ihn kennenlernten, hatten sie von ihm geschwärmt. Darüber, wie nett und sportlich er sei. Doch als Aria sie reden hörte, machten sie sich darüber lustig, dass er außer Sport nichts im Kopf hätte.
Egal, wie sehr er ihr auch manchmal auf die Nerven ging, außer ihr durfte niemand sich einfach so über ihn lustig machen!
Bevor sie einen klaren Gedanken hatte fassen können, war sie zu den Mädchen gegangen, hatte ihre Wasserflasche aufgeschraubt und ihnen den Inhalt entgegen geleert.
Ungläubig hatten die drei sie angestarrt. Sie waren komplett durchnässt gewesen und hatten nicht fassen können, was gerade geschehen war.
Als Aria begriffen hatte, was sie angerichtet hatte, hatte sie die Flasche samt Deckel fallen gelassen und war davongerannt.
Sie hatte kein Ziel gehabt, sie hatte einfach nur weg von ihnen gewollt.

Und nun saß sie hier, das Gesicht auf die angezogenen Knie gebettet. Am liebsten wäre sie in Tränen ausgebrochen, doch das gelang ihr nicht.
Die Anstrengung, hierher zu laufen, machte sich bemerkbar und sie zitterte am ganzen Körper.
Es war bereits Oktober und dementsprechend kalt, was die anderen vom Schulgarten fernhielt. Das war ihr in diesem Augenblick allerdings mehr als recht.
Sie wollte nicht an das denken, was eben geschehen war, und ließ den Blick durch die Gegend schweifen, um sich abzulenken, als ihr im Augenwinkel eine Bewegung auffiel. Ein kleines Eichhörnchen bahnte sich den Weg einen Baum hinunter, der nicht weit entfernt von ihrer Bank stand. Fasziniert beobachtete sie, wie das kleine Tier flink über den Boden unter den Haselnussstrauch neben dem Baum flitzte.
Ohne weiter auf ihre Umgebung zu achten, ließ sie sich auf den Boden sinken und krabbelte langsam näher an den Busch heran.
Natürlich glaubte sie nicht wirklich, dass sie das Eichhörnchen nochmal sehen würde, aber die Neugierde siegte.
Als sie endlich vor dem Strauch kniete und vorsichtig den Kopf vorbeugte, um das Tier zu suchen, hielt sie erschrocken inne. Das Eichhörnchen war immer noch da. Allerdings aus einem guten Grund.
Zitternd saß das Tierchen im Inneren des Busches, die kleinen Äuglein auf eine Schlange gerichtet, die sich drohend vor ihm aufgebaut hatte.
Vorsichtig schob sie die Blätter zur Seite, um besser sehen zu können. Durch das Geräusch gewarnt, richteten sich die Blicke der beiden Tiere auf Aria.
Die Schlange zischte sie an, fast als wäre sie beleidigt, und dann schlängelte sie weiter hinein in das Gebüsch.
Der kleine Nager jedoch blieb an Ort und Stelle.
Nachdenklich betrachtete Aria das kleine Tier, das noch immer zitternd auf dem Boden saß.

Sie grübelte noch immer darüber nach, warum das Eichhörnchen nicht einfach davonlief, als sie hinter sich eine Stimme hörte.
„Aria! Aria wo bist du?“, drang die Stimme ihres Bruders zu ihr. „Da bist du ja. Was machst du denn hier?“, fragte Eathen sie. In seiner Stimme hörte sie, wie erleichtert er war, sie endlich gefunden zu haben.
In diesem Moment war er allerdings die letzte Person, die sie sehen wollte.
Es war immer so!
Sobald sie irgendetwas tat, spielte sich ihr Bruder als ihr Beschützer auf. Dabei war es doch seine Schuld!

Vor knapp zwei Jahren, als Aria mit Eathen allein zuhause war, geschah ein Unfall.
Aria war zu dieser Zeit bereits fest entschlossen gewesen, Sportlerin zu werden, und deshalb gab es in ihrer Wohnung einen Raum mit verschiedensten Gerüsten und Sportgeräten. An diesem Tag wollte sie Eathen unbedingt eine Übung zeigen, die sie neu gelernt hatte, doch er wollte ihr einfach nicht zusehen.
Frustriert hatte sie allein geübt, obwohl ihr Vater ihr verboten hatte, allein am Gerüst zu turnen.
Sie erinnerte sich noch daran, bei einer Übung den Halt verloren zu haben, und danach hatte sie einen Filmriss.
Als sie schließlich im Krankenhaus wieder zu sich kam, erklärten ihr die Ärzte, dass sie zusätzlich zu ihrem gebrochenen Bein und den gebrochenen Rippen eine schwere Gehirnerschütterung erlitten hatte.
Sie musste vieles neu lernen und ihre motorischen Fähigkeiten waren seitdem stark eingeschränkt. Obwohl ihr Verstand einwandfrei funktionierte, zeigte ihr Körper bald seine Grenzen. Sie konnte zwar wieder normal gehen und sich bewegen, doch selbst langsames Laufen bereitete ihr Schwierigkeiten.
Sie konnte keinen schweren Sachen heben oder andere anstrengenden Arbeiten erledigen.
Ihr Traum, Sportlerin zu werden, war mit diesen Einschränkungen unerreichbar geworden.
Seitdem behandelte Eathen sie wie ein rohes Ei.
Aria erfuhr davon erst später, doch anscheinend hatte sie über eine Stunde verletzt in ihrem Trainingsraum gelegen, bis Eathen sie gefunden hatte.
Seitdem schien er sich für das, was geschehen war, die Schuld zu geben.
Auch nachdem sie die Reha abgeschlossen hatte, geisterte er immer um sie herum. Er hatte sie kaum aus den Augen gelassen, bis sie ihm eines Tages recht deutlich klar gemacht hatte, was sie davon hielt.
Aber sobald irgendetwas geschah, hatte er auch schon wieder diesen besorgten Gesichtsausdruck, als würde sie gleich vor seinen Augen zu Staub zerfallen!

Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als ihr Bruder behutsam seine Hand auf ihre Schulter legte. „Aria …“, begann er schließlich leise, doch sie ließ ihn nicht aussprechen.
Wütend fuhr sie zu ihm herum.
„Lass es!“, fiel sie ihm ins Wort. „Lass mich in Ruhe! Egal was du gehört hast, es geht dich nichts an! Also hör endlich auf damit, dich als großen Bruder aufzuspielen, du bist nur ein Jahr älter als ich!“, schrie sie ihn an.
Sie wusste, dass das nicht gerecht war.
Genauso wie sie wusste, dass es nicht wirklich seine Schuld war, dass sie ihren Traum aufgeben musste, doch das war ihr in diesem Augenblick egal.
Mit vor Schreck geweiteten Augen starrte Eathen sie an.
Sie konnte sehen, wie sehr ihn ihre Worte trafen, doch sie hatte keine Möglichkeit mehr, sich zu entschuldigen, denn kaum hatte er seinen Schock überwunden, tat er, was sie verlangt hatte. Er drehte sich um und ging.
Sie war zu weit gegangen, das wusste sie.
Traurig ließ sie sich wieder zu Boden sinken. Im Grunde wusste sie, dass ihr Bruder es nicht böse meinte.
Sie warf noch einen letzten Blick unter den Strauch, obwohl sie sich sicher war, dass das Eichhörnchen bereits weggerannt war.
Gerade als sie wieder aufstehen wollte, um zurück in die Klasse zu gehen, hielt sie in der Bewegung inne.
Sie musste sich verschaut haben!
Was sie in diesem Busch gesehen hatte, musste Einbildung gewesen sein!
Langsam drehte sie sich um und spähte nochmal durch die Äste.
Sie hatte sich nicht geirrt. Der kleine Nager war noch an genau dem Ort, wo sie ihn das letzte Mal gesehen hatte. Allerdings wirkte es auch nicht so, als würde er sich in nächster Zeit von dort wegbewegen.
Denn anstatt des niedlichen lebendigen Eichhörnchens, das vor wenigen Sekunden noch dort gesessen hatte, befand sich dort nun eine steinerne Statue, die eins zu eins so aussah.
Aria konnte nicht begreifen, was sie da sah. Aber egal, was das alles zu bedeuten hatte, es machte ihr Angst.
Langsam drehte sie sich um. Ihr Bruder wollte gerade zurück ins Schulgebäude gehen. „Eathen“, hauchte sie mit zitternder Stimme. „Eathen!“, wiederholte sie lauter, als er nicht reagierte.
„Was?!“, schrie er zurück und wandte sich ihr wieder zu.
„Du hast deinen Standpunkt klar gemacht! Ich lass dich doch …“, begann er sichtlich aufgebracht. Doch als er sah, wie aufgelöst Aria war, verstummte er augenblicklich. Es verging kaum eine Sekunde, bis er wieder an ihrer Seite war. Vorsichtig kniete er sich ihr gegenüber auf den Boden und zog sie sanft in eine Umarmung.
So sehr er ihr manchmal mit seiner Überfürsorglichkeit auf die Nerven ging, in diesem Moment war sie ihm unfassbar dankbar, dass er für sie da war.
„Scht. Was ist denn los?“, fragte er sie mit beruhigender Stimme.
Immer noch zitternd deutete sie hinter sich, in Richtung des steinernen Tieres.
Sie hatte Angst, furchtbare Angst und konnte nicht mehr klar denken.
So sehr sie es auch versuchte, ihre Gedanken kehrten immer wieder zu dem versteinerten Tier zurück.
Haltsuchend klammerte sie sich mit aller Kraft in Eathens Shirt. Ihr Bruder schien das Eichhörnchen zwar gesehen zu haben, doch er ging nicht näher darauf ein. Stattdessen strich er ihr beruhigend über den Rücken und flüsterte ihr aufmunternde Worte ins Ohr.
So saßen die zwei da, bis Aria sich einigermaßen beruhigt hatte.
„Was machen wir denn jetzt?“, fragte Aria ihn schluchzend. Als sie zu ihm aufsah, hatte er einen nachdenklichen Gesichtsausdruck. Er schien nicht zu begreifen, was seiner Schwester eine solche Angst eingejagt hatte, doch er stellte keine Fragen.
Plötzlich fiel ein Schatten über die beiden Geschwister. „Was macht ihr zwei denn noch hier? Die Stunde hat schon angefangen“, fragte der Hausmeister, Herr Winter, mit ernster Stimme.
Aria war von seinem Auftauchen so überrascht, dass sie überhaupt nichts darauf antworten konnte, doch zum Glück musste sie das auch nicht.
„Meine Schwester ist gestolpert und hat sich durch den Sturz wieder mal den Ellbogen ausgerenkt. Ich habe ihr geholfen, aber ich denke, es wäre besser, wenn ich unseren Vater anrufe, dass er sie abholen kommt“, erklärte Eathen dem Mann und dabei sah er so ernst drein, dass selbst Aria ihm geglaubt hätte, wenn sie es nicht besser gewusst hätte.
„Könnte ich mir bitte kurz Ihr Handy ausleihen, um unseren Dad anzurufen?“, bat Eathen den Hausmeister. „Aber natürlich!“, willigte er sofort ein und reichte Eathen sein Mobiltelefon.
Schnell tippte Eathen die Nummer ihres Vaters in das Gerät. Aria konnte die Stimme ihres Vaters kaum hören. Eathen schien ihm lediglich zu erklären, dass etwas vorgefallen war und er Aria sofort abholen müsse.
Doch auch davon bekam Aria kaum etwas mit. In ihrem Kopf drehte sich alles. Sie versuchte unaufhörlich, eine einfache Lösung zu finden für das, was eben geschehen war.
Das Eichhörnchen, die Schlange, ihre Freundinnen, ihr Bruder, ihr Vater, Monster aus Geschichten, die ihnen ihr Vater immer erzählte, ihre Mutter …
Das Nächste, an was sie sich erinnerte, war, dass ihr Vater auf sie zu gerannt kam und sie zum Auto trug. Er stellte keine Fragen, bis sie zu dritt im fahrenden Auto saßen.
„Was ist denn passiert?“, fragte er schließlich.
Aria traute sich nicht, etwas zu sagen. Hilfesuchend blickte sie zu Eathen, der neben ihr saß und beruhigend ihre Hand drückte.
Er ließ die andere Hand in die Tasche seines Kapuzenpullis gleiten und zog das steinerne Eichhörnchen hervor. Er musste es mitgenommen haben.
„Ich weiß nicht, was genau passiert ist. Aria schien wahnsinnige Angst vor dieser kleinen Statue zu haben“, versuchte Eathen zu erklären.
Entschlossen hielt er das Eichhörnchen so, dass ihr Vater es im Rückspiegel sehen konnte.
Noch bevor dieser etwas erwidern konnte, fiel Aria ihm ins Wort: „Das ist keine Statue! Das war ein lebendiges Eichhörnchen!“
Daraufhin wurde es im Auto still.
Keiner traute sich, etwas zu sagen. Eathen schaute sie verwundert an und sie meinte zu sehen, wie ihr Vater das Lenkrad fester umklammerte.
„Aria …“, fing ihr Bruder zaghaft an.
„Es stimmt! Da waren ein Eichhörnchen und eine Schlange. Außerdem warst du da und ich war so wütend. Als ich mich umsah, war das Tier plötzlich zu stein geworden!“, bemühte sie sich verzweifelt, zu erklären, was geschehen war.
Doch als sie Eathen ansah, konnte sie in seinen Augen sehen, dass er ihr nicht glaubte und ihr Vater vermied es tunlichst, in den Spiegel zu sehen.
Die restliche Fahrt über war es totenstill. Ihr ach so toller großer Bruder schien sie für verrückt zu halten und ihr Vater konnte sie nicht einmal ansehen.
Diese Ruhe verschwand in dem Moment, in dem sie aus dem Auto stiegen.
Ihre Füße hatten den Boden noch nicht berührt, da befahl ihr Vater gerade Eathen, ihm das Eichhörnchen zu geben. Einen Augenblick später schickte er sie auf ihr Zimmer.
Gemeinsam gingen sie in das kleine Kinderzimmer ihrer Wohnung. Aria konnte hören, dass ihr Vater im Wohnzimmer auf und ab ging und ziemlich aufgelöst mit jemandem telefonierte. Leider konnte sie nicht verstehen, um was es ging, und Eathen sah aus, als wollte er das alles am liebsten sofort wieder vergessen.
Sie saßen eine gefühlte Ewigkeit in dem kleinen Zimmer, als ihr Vater endlich aufhörte zu telefonieren. Aria wollte gerade zu ihm gehen, um ihn zu fragen, was los sei, als er plötzlich die Tür aufriss.
„Kinder, wir besuchen eure Großeltern. Packt das Wichtigste ein, wir brechen in einer halben Stunde auf“, verkündet er ihnen, ohne weitere Erklärung.
„WAS! Welche Großeltern?“, schrien die Geschwister überrascht und dabei waren sie so laut, dass ihr Vater sich die Ohren zuhalten musste.
Aber was hatte er erwartet, ein Leben lang gab es nur ihn, Eathen und Aria.
Ihre Mutter war verschwunden, als Aria gerade mal 2 Jahre alt gewesen war, und ihr Vater hatte immer behauptet, seine Eltern wären bereits gestorben.
Doch ihr Vater meinte lediglich in ernstem Tonfall: „Das erklär ich euch, wenn wir dort sind, und jetzt beeilt euch.“
Als wäre es nicht wichtig, dass sie jahrelang nicht die geringste Ahnung von irgendwelchen Großeltern gehabt hatten.
Aria wollte so gerne noch nachhaken und erfahren, was er damit gemeint hatte, aber sie hatte ihren Vater nur ein einziges Mal so ernst erlebt.
Das war der Tag, an dem sie den Unfall gehabt hatte.

Knapp eine halbe Stunde später saß Aria mit Eathen im Auto und gemeinsam warteten sie auf ihren Vater.
„Eathen?“, wisperte Aria. „Ich habe Angst.“
Überrascht blickte ihr Bruder sie an. Doch als er ihren verängstigten Gesichtsausdruck sah, wurde sein Blick sanfter. Ohne ein weiteres Wort gurtete er sich noch einmal ab und rutschte in die Mitte der Rückbank, damit er neben Aria saß.
Er schnallte sich wieder an, dann griff er nach ihrer Hand und verschränkte seine Finger mit ihren. Entschlossen suchte er ihren Blick. „Aria. Egal was passiert, wir werden das schaffen. Gemeinsam, o. k.?“, versprach er ihr und dabei wirkte er so unglaublich sicher, dass sie ihm einfach glauben musste.
In diesem Moment konnte sie nicht anders, sie musste einfach lächeln. Noch nie war sie so froh gewesen über den Beschützerinstinkt ihres Bruders.
Wenige Minuten später stieg auch ihr Vater ins Auto. Er wollte schon losfahren, als er in der Bewegung innehielt.
Mit einem entschuldigenden Lächeln drehte er sich noch einmal zu Eathen und Aria um. „Es tut mir leid, dass das alles gerade so ein Chaos ist, Kinder. Bitte vertraut mir, sobald wir bei meinen Eltern sind, wird alles wieder gut. Dort könnt ihr auch so viele Fragen stellen, wie ihr wollt, in Ordnung?“, versuchte er, die Geschwister zu beruhigen.
Dann startete er das Auto und fuhr los.

Die Fahrt dauerte fast zwei Stunden. Schließlich erreichten sie eine kleine Scheune mitten in einem Wald. Ihr Vater ließ sie kurz im Wagen warten, während er das Tor entriegelte und öffnete.
Dann parkte er noch ihr Auto darin und befahl ihnen, auszusteigen.
In der Scheune waren gerade mal ein alter Schreibtisch, der aussah, als würde er jeden Moment auseinanderfallen, ein Kleiderschrank und ein Bücherregal, in dem lauter scheinbar uralte Bücher standen.
...
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Von Beginn an fesselnd und sehr spannend. Bin total begeistert und freue mich schon auf den nächsten Band.

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Ich kann dieses Buch wärmstens allen Fans von Harry Potter und ähnlich gearteten Büchern empfehlen. Es entführt einen in eine grandiose Fantasiewelt, aus der man nicht mehr auftauchen möchte. Die Geschichte wird facettenreich und mit großer Detailverliebtheit erzählt und ist für ein Erstlingswerk einer jungen Autorin bemerkenswert! Ich kann es nicht erwarten den nächsten Teil zu lesen. Leider muss ich eine kleine Kritik an den Verlag anbringen: Offensichtlich wurde das Buch nicht gut lektoriert, was einen besonders am Anfang des Buches das ein oder andere Mal vom Lesefluss ablenkt. Klare Leseempfehlung!!

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