Science Fiction & Fantasy

Ultima Ratio - der letzte Tag!

Rudolf-Gottfried Elias

Ultima Ratio - der letzte Tag!

Leseprobe:

Kapitel 1 - Stummer Zuhörer

Cirderf Solrah nahm sein blinkendes Handy aus seiner Hosentasche, eigentlich erwartete er keinen Anruf. Dazu ein Anruf ohne Nummer, was ja meistens der Fall war. Er drückte die grüne Taste und wollte sich schon mit seinem Namen melden.
Aber irgendetwas hielt ihn davor zurück, seinen Namen zu nennen, denn er merkte sofort, dass niemand ihn anrufen wollte, sondern dass sein Handy von irgendeinem anderen Mobilnetz angewählt wurde. Was Cirderf ungewollt mithörte, ergab zuerst keinen Sinn, dann jedoch hörte er eine Person mit hasserfüllter Stimme sagen: „Am Nationalfeiertag sprengen wir den S.A.-Graben, dann haben wir den verfluchten Amis endlich einen Denkzettel verpasst. Treffen wir uns, wann und wo? Ich bin in drei Tagen in München im Hilton in der Stadtmitte, so gegen 17:00 Uhr.
Saleicum.“


Kapitel 2 - BND

Cirderf wusste, dass er keine Zeit verlieren durfte, aber vielleicht war das Ganze ja nur ein billiger Scherz. „Was mach ich nur? Das kannst du nicht allein entscheiden, mit wem spreche ich nur darüber!?“, überlegte er. „Es muss eine Person sein, die im Falle des Falles sofort eine Entscheidung treffen kann. Die wollen sich in München treffen, also sollte ich sofort von Berlin nach München fliegen. In München Pullach ist nach wie vor der Hauptsitz des Bundesnachrichtendienstes, in Berlin sitzt nur die asiatische Abteilung.“


Kapitel 3 - Franz-Josef-Strauß-Airport

„Andreas ist ein sturer Jurist und sehr hartnäckig, den rufe ich sofort an“, dachte Ciderf.
„Andreas, vertraue mir einfach und frage nicht warum. Ich lande um 14:50 Uhr auf dem Franz-Josef-Strauß-Flughafen und es sollte mich ein Sektionsleiter vom BND, der zuständig für die USA ist, unbedingt abholen.“ „Cirderf, du stellst dir das zu einfach vor!“
„Andreas, nein, überhaupt nicht. Gib ihn einfach meine Mobilnummer und sag ihm, dass ich heute um 8:45 Uhr über mein Handy als stummer Zuhörer ein Gespräch belauscht habe. Vielleicht ist es ja irgendwie aufgezeichnet worden. Wenn nein, sage ihm es geht um nationale, vermutlich sogar um internationale Sicherheit. Lass dich bitte nicht abwimmeln!“


Kapitel 4 - Drei Jahre vorher

Drei Jahre vor diesem mitgehörten Telefongespräch, also 2021, trafen sich 20 Personen in Zürich in einem Hotel und gründeten eine Holding, die sofort mit einem Grundkapital von 10 Milliarden Euro ausgestattet werden sollte. Ein Gründungsprotokoll wurde aufgesetzt und eine Aufstockung des Grundkapitals auf 40 Milliarden Euro wurde von jedem akzeptiert und unterschrieben. Der Holding waren Aktiengesellschaften angegliedert wie: Lkw AG, TNT AG, Personal AG et cetera, die vom Grundkapital installiert und bezahlt wurden. Ein Vorsitzender, der allein zeichnungsberechtigt war, wurde gewählt.


Kapitel 5 - Lkw-Anfrage

30 Monate vorher erhielt Herr Michael Mayer, Direktor von einem Lkw-Hersteller, folgende Anfrage: „Wie lange dauert es, bis Sie 5200 Lkw für 40-Fuß-Container liefern können? Ich gebe Ihnen 48 Stunden Zeit für Ihre Recherche und rufe Sie in zwei Tagen wieder an. Die Bestellung würde sofort erfolgen, eine Anzahlung wird bei Vertragsunterschrift ausgehändigt. Für die Ankaufssumme wird ein erforderlicher und überprüfbarer Kapitalnachweis vorgelegt.“


Kapitel 6 - Sprengstoff-Hersteller

Ungefähr 26 Monate vor dem mitgehörten Anruf wurden zehn große Sprengstoffhersteller kontaktiert: „Wir benötigen 200–400.000 Tonnen für eine Bergsprengung. Wir benötigen Ihre Lieferzeit, eine Liefergarantie und Ihren Preis! Eine Anzahlung bei Auftragserteilung kann geleistet werden.“


Kapitel 7 - Zement-Containerschiffe

Etwa zweieinhalb Jahre vorher erfolgten rund 100 Anfragen an Containerschiffgesellschaften hinsichtlich Lieferung und Transport von je 40.000 Tonnen Zement. Auftraggeber war eine Schweizer AG, die von einer Treuhandgesellschaft vertreten wurde, Kapitalnachweis und Anzahlung wurden bei Auftragserteilung getätigt.


Kapitel 8 - Herr Meyer, Lkw-Direktor

Drei Tage nach der Lkw-Anfrage erhielt der zuständige Lkw-Direktor Meyer den zugesagten Anruf. Meyer sicherte zu, dass innerhalb von 18 Monaten 5.200 Lkw geliefert werden könnten, dies könne er schriftlich bestätigen. Der Preis für einen Lkw wäre rund 100.000 Euro, bei 5.200 Lkw ergibt dies eine Auftragssumme in Höhe von 520 Millionen Euro, zuzüglich Transportkosten, Zoll und Steuern.
„Mein Konzern verlangt bei schriftlicher Auftragserteilung eine Anzahlung in Höhe von 50?% der Auftragssumme! Von uns erhalten Sie im Gegenzug eine von der Bank abgesicherte Liefergarantie.“ „Die Lieferhäfen wären an der Westküste der USA. Gibt es da irgendein Problem Ihrerseits?“ „Ja.“ „Und was ist das für ein Problem?“ „Unser Preis versteht sich ab Werk, Transport, Zoll und Steuern kämen hinzu.“ „Nun, Herr Meyer, davon gehe ich aus. Wie hoch schätzen Sie diese Kosten?“ „Zwischen 50 und 60?% von unserem Abgabepreis müssen Sie schon dazurechnen.“ „Könnte Ihre Gesellschaft das für uns arrangieren?“ „Nur gegen Banksicherheiten. Ich habe damit kein Problem, das ist unser tägliches Brot.“ „Herr Meyer, bereiten Sie alles vor, ich rufe Sie wegen der Vertragsunterzeichnung in fünf Tagen wieder an.“


Kapitel 9 - Airport Berlin, Abflug Cirderf

Berlin, Flughafen Schönefeld. „Hallo Andreas, ich steige jetzt in den Flieger nach München ein, hast du was erreicht?“ „Nein!“ „Dann gib denen deine Anschrift, die werden diese sofort überprüfen. Werde im Ton aggressiv und beleidige die Personen am besten noch dazu.“
„Warum soll ich die beleidigen?“
„Nun, damit dich endlich einer hinterfragt! Was kann schon passieren, die werden dich aufsuchen und glaube mir, dann zu 100?% zum Flughafen kommen. Vertraue mir einfach.“


Kapitel 10 - 100 Transportflugzeuge

Auch ungefähr zweieinhalb Jahre vorher vergab eine Schweizer AG, die sich auf Flugtransporte spezialisiert hatte, an zehn verschiedene Fluggesellschaften je 100 Lieferaufträge über noch zu bestimmende Materialien in die USA. „San Francisco, Los Angeles und zehn weitere Flughäfen sind die Lieferorte, von der Bank bestätige Kapitalnachweise werden vorgelegt. Die Lieferzeit wird noch bestimmt.“

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 590
ISBN: 978-3-95840-415-1
Erscheinungsdatum: 30.05.2017
EUR 27,90
EUR 16,99

Krampus & Nikolo