Science Fiction & Fantasy

Radikale feministische Regierung "Patriarchalische Gaskammer"

Ayman Al Nasser

Radikale feministische Regierung "Patriarchalische Gaskammer"

Leseprobe:

Sie sind Freiheitskämpferinnen, sie sind Demokratinnen, sie sind vor allem Frauenrechtskämpferinnen und sie haben nun das Sagen über die Welt. Es ist der 07.04.2023, genau drei Tage nach dem erfolgreichen feministischen Putschversuch. Es ist den Frauen endlich gelungen, die Macht auf der ganzen Welt zu übernehmen. Eine feministische Bewegung nennt sich „Meine Muschi über alles“ und regiert nun den armen Planeten. Wie es ihnen gelungen ist, die Kontrolle über die sozialen und asozialen Medien, aber auch über die Banken zu übernehmen, ist niemandem klar. Aber man erzählt sich in den kleinen philosophischen Kreisen, dass sie heimlich die schönsten Mädchen ausgesucht und ihnen die Kunst der Verführung beigebracht haben sollen. Diese Verführerinnen könnten von den Allmächtigen die Geheimnisse des Machthabens erfahren haben und somit könnte die feministische Bewegung an die Macht kommen. Sie bezeichnen sich selbst als liberal, aber sie zeigen sich langsam sehr autorisiert, beziehungsweise sehr selbstbestimmt. Offensichtlich wollen die Feministinnen die Welt allein regieren, was eigentlich für einen patriarchalischen Mann einerseits sehr nachvollziehbar, andererseits nichts besonders Neues ist. Es sei ja überhaupt kein demokratisches System, wo alle abgesehen von ihrem Geschlecht die gleiche Chance haben, gewählt zu werden, sondern es ist ein reformiertes, privilegiertes politisches und wirtschaftliches Modell.
Es ging wahrscheinlich niemals um die Gleichberechtigung oder Frauenrechte, sondern es ging darum, die Macht zu haben. Ich wusste es früher wirklich nicht, ich habe dummerweise gedacht, dass die MMÜA (dies ist die Abkürzung für die feministische Regierung) nach Gerechtigkeit strebt. Zumindest haben sie so was behauptet, aber sobald sie ihr Ziel erreicht hatten, haben sie ihr wahres Gesicht gezeigt. Sie sind zwar nicht schlimmer als alle Politiker, die vor ihnen an der Macht waren, aber besser sind sie auch nicht. Gerade meldeten ihre sozialen Medien, dass ein Überwachungssystem für Sicherheit der Frauen installiert ist, und dass unser Tagesablauf 24 Stunden am Tag online übertragen werden würde. Das Privatleben ist davon nicht ausgenommen. Wir werden sogar auf dem WC mit Video aufgenommen. Wie schnell ändert sich unser Verhalten in unserer neuen Welt! So haben alle Männer und Frauen weniger gegessen, weil wir nicht so oft auf das WC gehen wollten. Es ist so was von peinlich beim Scheißen beobachtet zu werden, trotzdem denkt man sich, wenn die Idioten Scheiße sehen wollen, dann sollte man ihnen den Wunsch auch erfüllen! Die Änderung des Essverhaltens wurde aber von den MMÜA sehr positiv gesehen. Es sei für sie die Lösung für das Übergewicht und das ist immer ein Problem gewesen, worunter viele Frauen gelitten haben. Jetzt essen alle weniger und schauen alle Frauen schlank und schön aus. Das neue Essverhalten ist für die MMÜA nicht nur ein gesundes Verhalten, sondern es ist auch günstiger, was ein Vorteil für die Wirtschaft sei. So macht die feministische Regierung gerade ihre Propaganda und sie nennen das „Public Relation“. Mobilisierung der Masse nennt die MMÜA Meinungsmanagement?! Die Handlungen kennt man schon von früher, sogar die Sprachmanipulation ist überhaupt nicht fremd. Es sind doch nur neue Wörter, die die alte Macht-Vorgehensweise bezeichnen. So macht man ganz einfach Politik. Es läuft seit dem Morgen eine Werbung, dabei wird angekündigt, dass die große Schwester heute am Abend um 20:00 Uhr eine Rede halten würde. Es interessiert eigentlich kein Schwein, aber es wird automatisch an alle Smartphones gesendet. Man kann dabei die Sendung oder das Handy nicht ausschalten, aber die MMÜA zwingt ja niemanden, die Rede der großen Schwester zu hören?! Dafür sind sie ja sehr demokratisch ausgeprägt und sie wissen ja angeblich besser als alle anderen, wie schlimm es ist, zu irgendetwas gezwungen zu werden. Diese Zeiten sollten endgültig vorbei sein!
Die Führerin der MMÜA hält gerade ihre Rede und ich konzentriere mich lieber auf ihr Aussehen. Es ist wirklich nicht so, dass ich gar kein Interesse an dem Inhalt habe, aber ich bin brutal neugierig, wer sie ist. Sie ist nicht so groß, aber klein ist sie auch nicht, auch wenn man sie gerne klein hätte. Sie hat helle graue Augen, allerdings bin ich sicher, dass sie ins Grün verwandelt werden, wenn sie unter der Sonne 3 Minuten und 39 Sekunden steht. Sie hat einen runden, knackigen Arsch, obwohl ich denke, dass ihr Arsch eine Granatapfelform hat, was ich jedenfalls geiler finde. Sie sieht echt sehr weiblich aus und ich genieße es und sehe sie unglaublich gerne an. Ich bin mir leider sicher, dass wir unter der neuen Regierung so etwas bald nicht mehr machen können. Der Kristian wird wie Kristiane und Fabian wie Fabiana aussehen. Wir werden uns schwertun, die Frauen von den Männern zu unterscheiden. Wir werden uns schwertun, unseren Kindern zu erklären, wer ihr Vater oder ihre Mutter ist. Am Ende der Rede möchte ich doch mit zuhören, deswegen habe ich aufgehört, ihre kleine, enge Muschi, die wegen ihrer kurzen Hose klar abgezeichnet ist, anzustarren.
Sie kündigt gerade an, was ich erwartet habe: „Der patriarchalische Mann ist besiegt worden, aber es reicht nicht! Es gibt immer noch patriarchalische Strukturen und wir müssen sie abschaffen.“ Wie können die Frauen mit einem gebrochenen, verlorenen Mann leben wollen, wenn sie Respekt von uns verlangen? Ja, wir sind nun alle gebrochen und das reicht den Siegerinnen nicht. Sie wollen mehr. Unter patriarchalischer Struktur versteht die MMÜA die Denkmale aus der früheren Zeit, zum Beispiel die Freiheitsstatute in den USA, den Eiffelturm in Paris und die Pyramiden in Ägypten. Sie sind ja für die Feministinnen ein Symbol für den starken Mann und das wollen sie nicht. Sie sind gerade dabei, sie alle zu vernichten. Ich habe vor Kurzem gehört, dass die übergeschnappten Feministinnen die Notre-Dame-Kathedrale in Flammen gesetzt haben, weswegen der Mann, der die Glocken der Kathedrale läutet, derzeit heimatlos ist. Er ist ganz einfach auf der Flucht und die MMÜA will ihn sogar irgendwohin abschieben. Die Führerin der MMÜA verlangt nun von uns Männern eine Entschuldigung für unsere bösen Taten auf der Erde und ebenso auf den anderen Planeten. Ebenfalls verlangt die MMÜA, dass wir Männer die Hälfte unseres Gehalts fünf Jahre lange für die Frauen als Schmerzensgeld zahlen. Auch unser Nachwuchs muss es tun. Falls irgendeiner sich weigert, das zu tun, kommt er in die Gaskammer. Ich drehe gerade durch. Höre ich eigentlich richtig, oder was? Die radikalen Feministinnen richten eine Gaskammer in Australien so groß wie das ganze Land ein. Das Gas riecht und schmeckt nach Muschi. Sie wollen dort die patriarchalischen Männer vergasen, falls sie sich verweigern, sich zu ändern.
Australien wird nun evakuiert, damit sie alle freiwillig mitreisen. Es läuft reibungslos, obwohl es überall Gerüchte gibt, dass die Ureinwohner sich weigern, das Land beziehungsweise den Kontinent trotz der Mühe der MMÜA zu verlassen. Unsere feministische Regierung meldet in ihrem TV-Sender hingegen, dass alle Bürger und Bürgerinnen von Australien ausnahmslos sehr kooperativ und freudig ihre Flugtermine wahrnehmen. Was die Medienarbeit angeht, lügt die MMÜA wie jede andere Regierung, die vor ihr war, oder sie erzählt uns nur den Teil von der Wahrheit, die ihr Interesse präsentiert, was eigentlich jede politische Partei bis jetzt tut. Ich muss mich heute mit ein paar Männern treffen, um zu wissen, ob wir uns bei den Frauen entschuldigen und ob wir ihnen auch Schmerzensgeld zahlen oder nicht. Wir wollen gemeinsame Entscheidungen treffen. Die farbigen Menschen dürfen sich nun begrüßen. Es geht überhaupt nicht um Rassismus, sondern es geht darum, dass wir Farbigen eine andere Haltung von der MMÜA haben, nicht wie die Weißen, ganz sicher nicht. Bei dem Treffen gibt es deswegen nur uns Dunkelhäutigen. So etwas hätte die grünäugigen Menschen sowieso nicht interessiert. Wir sind zwar alle in dem großen Treffen dunkelhäutig, aber es gibt dennoch unter uns viele verschiedene Gruppen, die früher verfeindet waren oder miteinander nichts zu tun haben wollten. Jetzt sind wir alle Kanaken - Jugo- und Nigrico-Geschwister. Es ist trotzdem schwer, eine gemeinsame Entscheidung zu treffen, weil wir ganz einfach verschiedene Interessen vertreten. Die Kanaken sind die Leute von Hatef. Sie sind dafür, dass wir alle aus Stolz freiwillig in die Gaskammer gehen. Die Jugos sind dafür, dass wir Männer eine unabhängige Männerwirtschaft begründen, sodass wir ein gutes wohlhabendes Leben haben und wir uns für die Politik nicht mehr interessieren. Die Nigrico sind wiederum dafür, dass wir alle einen Widerstand organisieren und wir bis zum letzten Atemzug gegen die Arschlöcher von der MMÜA kämpfen. Wir treffen uns jetzt wegen der MMÜA seit einem Monat und die Kanaken haben es geschafft, alle anderen Nigrico-Brüder und alle Jugo-Brüder von ihrer Meinung zu überzeugen.
Ja, wir gehen alle freiwillig in die Gaskammer, die Ehre des patriarchalischen Mannes verpflichtet uns dazu, aber auch der Geruch und der Geschmack des neuen Gases lockt uns alle an. Die Gaskammer mit dem Muschi-Geruch und -geschmack ist das erste geschaffene Werk in der neuen weiblichen Amtszeit. Ich muss ehrlich gestehen, dass es eine sehr starke Leistung ist. Die Frauen haben sich schnell als qualifizierte Verwalterinnen für den Planeten bewiesen. Sie kennen sich mit Töten sogar besser als wir Männer aus, obwohl wir es meisterhaft betrieben haben. Ich habe zwar immer gewusst, dass es keinen großen Unterschied gibt zwischen der Art und Weise, wie wir Männer die Erde verwaltet haben und wie die Frauen es nun tun, aber ich habe mir irgendwie falsch vorgestellt, dass sie für ihre politischen Ziele weniger als wir morden würden! Nachdem wir uns gemeinsam entschieden haben, wie wir mit der neuen Regierung umgehen wollen, haben wir der MMÜA unsere Entscheidung offiziell mitgeteilt. Sie haben offensichtlich nichts gegen unsere Entscheidung einzuwenden, im Gegenteil sieht die MMÜA für sich einen Vorteil. So wird ihre Gaskammer den letzten patriarchalischen Mann komplett vernichten. Die feministische Regierung teilt uns gerade mit, dass die Frauen alles dafür tun werden, um die patriarchalische Struktur zu beseitigen. Dafür haben sie die Hütte von Heidegger sowie seine Werke, aber auch den ganzen Wald gerade verbrannt. Die MMÜA sieht den großen Philosophen auch als Symbol für die Männerherrschaft!!!
Die neuen Verwalterinnen der Erde haben uns erlaubt, durch den verbrannten Wald in die Gaskammer zu fahren, ein anderer Weg wäre uns verwehrt. Ihre Begründung ist, dass die Kinder uns beim Abreisen nicht sehen dürfen, das will die MMÜA auf gar keinen Fall. Nachdem wir die Genehmigung für die Reise bekommen haben, warten wir nicht, sondern wir machen uns auf den Weg ins Zielland. Na dann einmal Prost auf den Männerstolz. Die Muslime schlagen vor, dass die Juden die Reise in die Gaskammer anführen. Ja, die Juden werden die Muslime und die Christen, aber auch alle anderen religiösen und ethnischen Minderheiten führen dürfen, weil sie sich mit der Gaskammer besser auskennen als alle anderen, und weil sie ja auch wie die Muslime unter der Kanaken-Gruppe einzuordnen sind. Die Ansicht von Hatefs Gruppe - freiwillig in die Gaskammer aus Stolz zu gehen - ist unsere Entscheidung und wir haben alle anderen Brüder davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung für uns alle ist. Der jüdische Führer unserer würdevollen Reise lässt sich leicht erkennen, weil er sehr charismatisch ist. In seiner Anwesenheit sieht man das Licht am Ende des Tunnels. Wenn er da ist, zieht er die ganze Aufmerksamkeit auf sich, und selbst wenn er weg ist, verliert er unsere Aufmerksamkeit nicht! Er hat lockige schwarze Haare und schwarze große Augen, aber er hat sehr weiße Haut. Er sieht irgendwie wie ein Kanake, aber auch wie ein Nigrico aus, denn er hat das Haar und die Augen wie ein Schwarzer. Allerdings könnte er aber locker mit seinem weißen Gesicht ein Jugo sein. Er heißt Abraham. Sogar sein Name passt sehr gut für seine Führungsmission. Der Abraham ist in der jüdischen Tradition ein Stammvater aller Juden, aber das ist er auch für die Muslime. Unser heutiger Abraham ist nun Vater aller farbigen Menschen. Wir nennen ihn sehr gerne unseren „Kanaken-Führer“. Heute spricht er uns zum ersten Mal an und er bittet uns darum, uns auf unserem Weg in die Gaskammer keinen Stress zu machen. Er macht uns gerade aufmerksam, dass wir unser Wort einhalten sollen, und dass wir unsere Entscheidung umsetzen werden. Trotzdem dürfen wir uns die schönen Orte auf dem Weg anschauen … Er schreit nun mit der Kraft aller Heiligen in der Geschichte der Menschheit: „In der Gaskammer mit dem Muschi-Geruch zu sterben ist kein Zwang, sondern es ist unsere freie Entscheidung!“
Genau ab diesem Moment sind unsere Ängste verschwunden - alle … wirklich alle. Ja, unser Abraham hat es geschafft, er hat uns die Ängste genommen. Es ist von vornherein klar, dass er der Richtige für die Führung ist. Ich kann mir schwer vorstellen, dass die MMÜA damit gerechnet hat, dass wir freiwillig in den Tod gehen, aber nun ist es zu spät. Die Feministinnen müssen jetzt mit der Welt ohne uns zurechtkommen. Wir bekamen mit, dass die MMÜA bei unserem freiwilligen Massenmord gar kein Problem für die Welt sah, weil sie die weißen Männer haben. Das ist echt eine moralische Blindheit, aber das juckt ja wohl keinen mehr. Die feministische Regierung hatte vor Kurzem ein neues Gesetz erlassen. Es sei in ihrer feministischen Welt der Frauen nicht mehr erlaubt, ihr Geschlechtsorgan zu rasieren, weil es der MMÜA nach ein Symbol für die patriarchalische Zeit ist. Es sei sicher ein Verbrechen, freie Handlungen irgendeines Menschen einzuschränken, aber es sei auch nicht mehr frei, demselben Menschen etwas zu verbieten. Das Bruder-Konzept funktioniert unter uns farbigen Menschen trotz der kulturellen Unterschiede sehr gut. Wir reisen sehr flexibel ohne einen anstrengenden Plan. Wir tun es auch nicht chaotisch und kommen gut voran. Das Zusammenreisen funktioniert sogar dann gut, wenn wir betrunken sind.
In dieser schönen Nacht ist der Himmel unser Dach und die Sterne sind unsere Petroleumlampen. Es ist zu schön, so früh ins Bett zu gehen. Unser Kanaken-Führer sieht das auch so, deswegen lädt er uns zum Biertrinken ein. Nach dem dritten Bier sind die meisten von uns total betrunken. Oh, das, was der Betrunkene gerade erzählt, ist ein Wahnsinn … es ist echt nicht zu fassen! Er berichtet nun, dass die weißen Männer sich entschieden haben, die feministische Welt zu verlassen und sich uns anschließen, um mit uns freiwillig in die Gaskammer zu gehen. Für mich ergibt das keinen Sinn, weil die weißen Männer dabei geholfen haben, die MMÜA an die Macht zu bringen. Sie kommen doch mit der MMÜA gut zurecht. Ich glaube, der Mann, der die Nachricht gemeldet hat, ist nur total betrunken, trotzdem verunsichert er uns mit den Fuck-Nachrichten. Der Abraham gibt dazu keinen Kommentar ab. Unser Kanaken-Führer zieht sich in sein Zelt zurück und wir hören auf, Bier zu trinken. Früh am Morgen tauchen fünf weiße Männer in unserem Zeltlager auf. Ich sehe zum ersten Mal wieder weiße Männer, seit wir auf dem Weg in die Gaskammer sind. Normalerweise kamen mir diese Weißhäutigen immer sehr ängstlich vor, sie wirkten zwar frei, aber sehr unsicher und auch schwach oder vielleicht nicht selbstbewusst im Vergleich zu uns Farbigen. Aber heute machen diese Männer einen sehr guten und sicheren Eindruck. Abraham lässt die weißen Männer bestimmt nicht sehr lange warten. So was machen nur die Feministinnen. Sie lassen einen mit Absicht und ohne Grund vor der Tür warten. Sie tun ja sehr gerne wichtig. Der Abraham spricht gerade mit den weißen Männern. Jawohl, es scheint zu stimmen, was der Betrunkene gestern erzählt hat. Es ist den Weißen auch zu viel, unter der feministischen Regierung weiterleben zu müssen. Diese Männer sehen das so, dass sie die einzigen Männer sind, die ihre Frauen gleichberichtigt haben, trotzdem werden sie von der MMÜA in denselben Topf mit den farbigen Männern geworfen. Sie werden dennoch genauso wie alle Frauenunterdrücker behandelt. Die MMÜA wirft ihnen auch vor, patriarchalische Neigungen zu haben, beziehungsweise wirft die MMÜA ihnen vor, Frauen im sozialen und beruflichen Leben andauernd benachteiligen zu wollen.
Sie beschweren sich auch darüber, dass die MMÜA sie selbst im Job nicht nach vorne kommen lässt, und dass sie auch sehr schlecht bezahlt werden. Sie sind vor allem sehr zornig auf die MMÜA, weil sie von den Feministinnen respektlos behandelt werden. Anscheinend sind sie mit ihrem Sexleben auch nicht mehr zufrieden. Sie kriegen ja ihre eigenen Frauen nur behaart. Wahrscheinlich hätten die weißen Männer auch gerne eine Intimrasur bei ihren Frauen. Aus diesem Grund entschieden sich die weißen Männer auch in die Gaskammer zu gehen. Unser Kanaken-Führer schließt die weißen Männer sofort an unsere Gruppe an. Das ist vielleicht das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, dass die farbigen und die weißen Männer zusammen auf einem Weg sind. Auch wenn es die letzte Reise ist, schaut das sehr schön aus. Wir setzen uns gerade beim Kaffeetrinken um das Feuer. Herrlich, Menschen aus der ganzen Welt amüsieren sich hemmungslos vor ihrem freiwilligen kollektiven Selbstmord. Die weißen Männer entschuldigten sich sehr emotional bei unseren Nigrico-Brüdern für die Sklaverei und ebenfalls entschuldigten sie sich bei den Kanaken unter anderem für die Kolonialzeit. Es sieht so aus, als würden unsere wunderbaren schwarzen Brüder die Entschuldigung annehmen und die Kanaken nehmen sie als Vorbild. Ja, wir müssen uns verzeihen, um weiter zusammenkommen zu können. Interessant ist es zu wissen, dass sich die jüdischen Frauen sehr über die harte Vorgehensweise der feministischen Regierung beschweren, als sie ihre jüdischen Männer auf den Weg in die Gaskammer sehen. Es hat sie an den Holocaust erinnert. Das war damals das größte Unrecht in der Geschichte. Die MMÜA sollten jedoch die Jüdinnen manipuliert und davon überzeugt haben, dass allein die Männer daran schuld sind. Somit ist die erste politische Beschwerde von Frauen über die Frauen-Regierung beseitigt worden. Die weißen Männer haben die offizielle Zeitung von der MMÜA mit. Es wird berichtet, dass die erste Präsidentin nach der ersten Wahl in der feministischen Welt eine schwarze Frau ist. In einem Theaterstück, das von einer sehr berühmten Künstlerin geschrieben wurde, geht es um den Widerstand der schwarzen Frauen gegen die MMÜA. Als sie ihre Männer in einer Reihe in die Gaskammer gehen sahen, sollen sie versucht haben, die feministische Regierung zu stürzen und sie waren wohl auch knapp davor, ihr Ziel zu erreichen. Allerdings wählte die MMÜA dann eine schwarze Frau als Präsidentin, um den Widerstand zu beenden. Das Theaterstück bezieht sich auf eine reale Geschichte. So steht das zumindest in ihrer Zeitung! Das Theaterstück hat für mich eine doppelte Bedeutung und das ist von der Künstlerin wahrscheinlich so gewollt, um der Kontrolle zu entkommen. Die MMÜA lässt kaum ein Theaterstück auf der Bühne vorführen, weil sie glaubt, dass diese Kunstform sehr patriarchalisch geprägt ist. Das Theater macht unter der feministischen Regierung sowieso einen Rückschritt. Es ist nicht mehr möglich, viele Theaterstücke zu spielen, weil die feministische Regierung die Geschlechterrollen abgeschafft hat. Romeo und Julia wird man zum Beispiel unter der MMÜA-Regierung nicht mehr auf der Bühne sehen können, weil es keinen Romeo mehr gibt. Das Stück unter vielen anderen, die in der Tat zum Kulturerbe der Menschheit gehören, verschwindet langsam aus dem Bewusstsein der modernen Frauenwelt.
„Wie oft musste die Menschheit Idealisten bei der Vernichtung von Kulturerbe zusehen? Schlimmer als alle anderen Vernichter sind für mich die Ideologen, die sich immer wieder Gewalt erlaubt haben, um ihre dämlichen politischen Ziele umzusetzen. Man beruft sich immer auf Werte oder einen gerechten Prozess und man begegnet leider grauenhaften Taten. Wenn man ein Ideologe ist, strebt man unbedingt nach der Macht und man benutzt seine Ideale als Leiter, um an sein Ziel zu kommen. Logisch, denn Macht und Werte oder Ideale kann man nicht zusammen komponieren. Denn die Macht zu verwirklichen beziehungsweise auszuüben, ist an sich ein Missbrauch an den universalen Werten und vielleicht ist sie auch ein Missbrauch an universaler Würde.“ Es sind die wunderschönen Worte unseres Kanaken-Führers. Er spricht zum ersten Mal alle gemeinsam an, die Weißen und die Farbigen. Er versichert uns gerade, dass die einzig richtige und gerechte Antwort auf das Machtmotiv aller Politiker „NEIN!“ Ist. Wenn wir uns weigern, mitzumachen, entkommen wir der Banalität des Bösen. Ich finde das gerade sehr philosophisch und es ist für mich und ganz sicher für viele andere auch relativ kompliziert, aber ich denke mir, dass unser beliebter Kanaken-Führer uns eine Bestätigung dafür geben wollte, dass unsere Entscheidung, freiwillig in die Gaskammer zu gehen, die richtige ist.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 92
ISBN: 978-3-99107-007-8
Erscheinungsdatum: 15.06.2020
EUR 14,90
EUR 8,99

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