Cover: Genovevas Rache

Genovevas Rache
Eine Schauernovelle


EUR 13,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 62
ISBN: 978-3-7116-0832-1
Erscheinungsdatum: 15.10.2025
Genoveva, ein Dorfkind mit tiefen Wurzeln im Bayerischen Wald, durchlebt nach der Verabreichung eines mRNA-Impfstoffes einen Albtraum, der ihr Lebensglück zerstören soll. Seitdem sucht sie nach Vergeltung an den Verantwortlichen.
Die Stimme


Es war fast nur wie ein unbestimmtes Gefühl, so eine ganz leise Stimme, wie ein Flüstern, tief in ihr. Etwas in ihr schien sie warnen zu wollen, eindringlich, nicht zu überhören, wenn auch sehr, sehr leise: Tu es nicht, tu es nicht, tu es nicht!
Wie eine Warnbake auf See, die ohne Unterbrechung ihr Gefahrensignal sendet, um Schiffe in der Nähe vor einer drohenden Gefahr, vor Schiffbruch, vor dem blanken Hans, dem nassen Tod durch Ertrinken zu warnen: Kurz-lang, kurz-lang, kurz-lang – Bleib weg, bleib weg, bleib weg!
So wiederholte sich die Stimme, immer und immer wieder. Träumte sie das alles nur? Es war frühmorgens, an der Grenze zwischen Unbewusstem, Traumwelt und Wachzustand. Grauen war es, eine unbestimmte Furcht, schlagartig war sie wach geworden. Ein merkwürdiger Traum, sie war verängstigt und froh, wach zu sein. Einer der Träume wohl, bei denen man trotz Müdigkeit lieber gleich aufsteht, als die Fortsetzung des Traumes zu erleben, wieder einzutauchen in die Angst und das Grauen, das einen bei so einem Traum wie ein klebriger, kalter Nebel umfangen hatte und nicht loslassen wollte. Ganz deutlich noch der Widerhall der Stimme in ihr: Tu es nicht! Lass es sein!
Jacke übergeworfen, Kaffee gebrüht, Zigarette angezündet und auf der Terrasse in den kühlen, neuen Morgen geblinzelt, der eigentlich schön zu werden versprach, wenn der Nachhall des beunruhigenden Traumes nicht gewesen wäre. Was war das eben, was bloß?
Sie hatte Spätdienst heute in der Altenpflege, morgens jedoch einen Arzttermin zur Corona-Impfung.
Sie hatte beim Gedanken an die neuartige mRNA-Impfung dieses merkwürdig ungute Gefühl, wie viele andere auch.
Nein, eigentlich wollte sie sich nicht impfen lassen, doch es war von der Geschäftsführung des Altenpflegeheimes vorgeschrieben, eine dienstliche Anweisung.

Sie war Dorfkind, aufgewachsen in einem 100-Seelen-Ort in der Oberpfalz, verwurzelt dort trotz schwerer Zeiten in der Vergangenheit, enge Bindung zur Familie und zu Nachbarn.
Genoveva, so ihr seltener Name keltischen Ursprungs, nicht etwa Maria, wie sie meist alle hier hießen. Von den Dorfkindern gefragt, woher der Name Genoveva denn komme, hatte sie „Fee“ gesagt, Genoveva kommt von Fee. Seither hieß sie bei den Kindern „die Fee“, ihre langen, goldblonden Haare passten dazu.
Schnelle Autos waren ihre Leidenschaft. Soll man denn auch auf dem Dorf auf den Bus warten, der nur zwei Mal pro Tag kommt und in die nahe Kleinstadt fährt? Nein, natürlich ist die Dorfjugend motorisiert, muss sie sein, es gab einen Kfz-Verein, sie natürlich dabei, man half sich, schraubte, tüftelte, tunte, na ja, der TÜV machte ab und zu Probleme, aber mit ihrem Aussehen und Charme kriegte sie ihre Flitzer bei den meist männlichen TÜV-Angestellten fast immer durch. Der Minirock etwas kürzer, der Lidstrich etwas stärker, die Augenbrauen etwas mehr gehoben beim Reden und schon war die neue Plakette auf dem Flitzer da und der nicht ganz den TÜV-Bürokratien entsprechende Auspuff und Rostspuren am Unterboden übersehen, sah man(n) doch lieber woanders hin …

Sie arbeitete in der Altenpflege in einem Pflegeheim in der nahegelegenen Kleinstadt. Sie liebte die Arbeit mit den Alten über alles, ging darin auf, es war ihr Traumberuf. Im Unterschied zur Krankenpflege in den Krankenhausfabriken, wirtschaftliche Zwänge maximalen Gewinnes, kurz und immer kürzer werdenden Liegezeiten, ist die Betreuung der Alten in einem Pflegeheim persönlicher, liebevoller. Zeitlich ja auch um Dimensionen länger, nicht oder noch nicht wie im Krankenhaus durch das absurde Abrechnungssystem belastet. Das persönliche Verhältnis zwischen Pflege und Schützling ist dadurch um vieles intensiver. Bis dass der Tod euch scheide, auch hier gilt dieser Satz.

Man kennt als Betreuer die ganze Lebensgeschichte, die Alten erzählen viel, wenn sie in einer vertrauten Atmosphäre dazu die Möglichkeit haben. Es ist, als ob zum Ende des Lebens noch einmal alles raus muss. Sie konnte zuhören, manchmal stundenlang, die Alten dankten es ihr, sie war beliebt, „Sunshine“ ihr liebevoller Spitzname, ihre Kolleginnen teilweise neidisch, wie oft bei besonderen Menschen.
Denn sie war ein besonderer Mensch. Offenherzig, sie hatte viele Kontakte, war beliebt, liebte ihre Arbeit mit den alten Schützlingen über alles.
Um nichts auf dieser Welt hätte sie diese Arbeit aufgeben wollen. Nun verlangte das Heim die Schutzimpfung gegen Corona, für die Mitarbeiter verpflichtend. Auf Anweisung der Behörden.
Eine innere Stimme hatte sie in der Dämmerungsstunde dieses Morgens deutlich und eindringlich gewarnt.
Sie würde ihre Arbeit verlieren, wenn sie sich nicht impfen lassen würde, so wurde es ihr von der Heimleitung mitgeteilt, keinen Widerspruch zulassend. Noch im Wartezimmer der Impfärztin wäre sie unter dem Eindruck des Traumes fast aufgestanden und wäre gegangen. Hätte sie es doch bloß getan!
Ihre innere Stimme warnte deutlich.
Doch mit einem innerlichen Ruck entschied sie sich für ihre Alten und für die Impfung mit dem neuen mRNA-Impfstoff von BioNTech. Sie sollte sich damit gegen ihr Lebensglück und für ihren frühen, einsamen Tod entscheiden: Sie verlor ihre Arbeit, sie sah ihre Alten nie wieder, sie verlor ihr Lebensglück, sie verlor ihr Leben.
Davon handelt diese Geschichte. Es ist Genovevas Geschichte, sie muss erzählt werden, jetzt, hier, ehe sie vergessen werden wird wie alles andere vergessen werden soll.

Es war ein schöner Sommertag, einer von denen, die man festhalten will, wenn man nur könnte, dieser 27. Juni 2022. Sie bekam ihre Impfung gegen das SARS-CoV-2-Virus, an deren Infektion sie selbst als junge Frau wohl kaum gestorben wäre, sie bekam diese Impfung zum Schutz von 25 hochbetagten und meist dementen Patienten, zum Schutz eben dieser Patienten bekam sie auf Anweisung der Gesundheitsbehörden, auf Druck der Öffentlichkeit, als moralische Pflicht laut Vorsitzender des Ethikrates, auf Druck des leitenden Impfarztes der nahe gelegenen Kleinstadt, der einflussreich und angesehen sich in der Impfkampagne der Stadt große Verdienste erworben hatte (und das mit den Verdiensten kann und soll zweifach verstanden werden, wurde doch die Tätigkeit als Impfarzt außergewöhnlich gut bezahlt), auf Druck aller dieser Menschen, der kleinen und großen Rädchen im Impfgeschehen, der Behörden, der Institutionen und zuletzt des Papstes, der verkündet hatte, die Impfung sei ein Gebot der Liebe, auf Druck von diesen allen ließ sich Genoveva dann doch impfen mit dem neuartigen mRNA-Impfstoff. In den linken Oberarm. Es tat nicht weh.

Sie ließ sich impfen, um bei ihren Alten bleiben zu können, um die Arbeitsstelle in der Altenpflege nicht zu verlieren, es war keine freie Entscheidung, sie war gezwungen worden. Per Gesetz. Genau durch diese Impfung sollte sie ihre Arbeit mit ihren Alten verlieren, sollte am Ende alles verlieren, sollte ihr Leben verlieren.
Ihre innere Stimme sollte nie wieder zu ihr sprechen, mit dieser Impfung verlor sie ihr Lebensglück. Sie verlor ihre Gesundheit, ihre Arbeitsstelle, für deren Erhalt sie sich hatte impfen lassen, ihre finanzielle Existenz, ihre Freiheit, ihre Unabhängigkeit.
Sie verlor den Kontakt zu ihren alten Schützlingen im Pflegeheim, zu fast allen ihren Freunden. Sie fiel wie in freiem Fall durch die Maschen dieses sogenannten Sozialstaates, ihre bald ausbrechende Impfkrankheit wurde als „psychosomatisch“ abgetan, die Behörden erkannten natürlich keinen Impfschaden. In ihrer Vergangenheit war sie fast nie krank gewesen, jetzt stellte man sie als Simulantin dar, sie, die trotz Erkrankung immer noch sehr attraktiv war und es bis zu ihrem Tod bleiben sollte. Die behandelnden Ärzte fanden: nichts. Die zuständige AOK-Angestellte fragte: „Wie lange soll ich sie denn überhaupt noch bezahlen?“

Sie konnte durch die Impfkrankheit nicht mehr Autofahren, vegetierte in einem kleinen Haus auf dem Dorf, das nun für sie Gefängnis war, eigentlich immer schon war, aber jetzt endgültig. Sie hatte keine Fluchtpunkte mehr.
Keine Eisdiele, wo sie viele gute Freunde traf und ratschen konnte, wie es hier in der Oberpfalz heißt. Sie konnte sich auch die Kosten für einen Pkw mit € 800,- Frührente nicht mehr leisten. Kein Friseurbesuch war mehr möglich, die Kosten für medizinische Behandlung musste sie sich bei den bestürzend rasch weniger werdenden Freunden zusammenleihen. Die Krankenkasse bezahlte nichts, es gäbe nach Expertenmeinung und nach den medizinischen Leitlinien keine anerkannte Therapie, außerdem sei PostVac ja wissenschaftlich gar nicht definiert …
Zum Schluss verlor sie ihre Liebe, ihren Partner. Ihr Leben lag nun komplett in Trümmern.

Was muss sie gefühlt haben in ihren letzten Tagen?

Wohl etwa, als ob sie vor einem ehrfurchteinflößenden hohen Schreibtisch säße. Sie, die in ihrem vorherigen Leben beeindruckend stark und auf natürliche Weise selbstbewusst gewesen war, nun auf einmal winzig klein und ohnmächtig.
Hinter dem Schreibtisch und unerreichbar über ihr thronend, beschienen durch eine schmerzhaft gleißend helle Karbonlampe, der Buchhalter ihrer Lebensbilanz.
Mächtig, kalt, unnahbar, der – ärmelschonerbewehrt – hinter schwarzer Hornglasbrille gefühllos blickend, keine Antwort gibt auf die verzweifelten Fragen und Bitten des kleinen Menschleins zu seinen Füßen und Bilanzen schreibt, während der Bittsteller vor ihm immer kleiner und kleiner wird. Bilanzen, Bilanzen, doppelte Buchführung, Rechnungen, rote Zahlen, keine Gutschriften, keine einzige. Seite um Seite werden schweigend umgeblättert. Die Bilanz. Die Bilanz ihres kleinen Lebens.

Nach der Impfung: nur rote Zahlen, Insolvenz. Es sieht nicht mehr gut aus, und es gibt keine Hoffnung.
Das Ende: Bilanzselbstmord, so nennt man das wohl in der Begrifflichkeit des Buchhalters.
Am Ende wird sie also ihr Leben verlieren. Aber nein, sie hat es nicht erst am Ende verloren, sie hat ihr Leben bereits am Anfang verloren, mit der Impfung am 27.6.2022, BioNTech, an einem wunderschönen Sommertag, in den linken Oberarm. Es hatte gar nicht wehgetan.

Genovevas Geschichte muss erzählt werden, unbedingt, jetzt.
...
5 Sterne
Ergreifend…. - 02.08.2026
Carolyn Patzelt

Ich habe dieses Buch in zwei Stunden durchgelesen… Es hat mich erschüttert und viele Erinnerungen zurückgeholt. Im Frühjahr 2022 habe ich mit meiner Tochter in Dr Möllers Büro gesessen und er hat gemeinsam mit uns um das verloren geglaubte Leben meiner Tochter geweint. Er ist, wie er schreibt….: unglaublich einfühlsam und sehr, sehr kompetent. Meine Tochter ist einer der beiden geheilten Fälle unter den Post Vac Patienten von Doktor Möller („nur“ eine PTBS ist als Folge der Erkrankung zurückgeblieben) und das hat sie ihm zu verdanken. Er hat den richtigen Weg empfohlen und hat die notwendigen Kontakte hergestellt. Er hat versucht, für jeden Patienten alles zu geben. Und er war und ist sehr, sehr mutig. In unserem Leben wird er immer einen besonderen Platz haben.

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