Cover: Enki und die Anunnaki

Enki und die Anunnaki
Ein prähistorischer Roman


EUR 23,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 336
ISBN: 978-3-99146-988-9
Erscheinungsdatum: 18.11.2024
Wo kommt der Mensch her? Seine Geschichte beginnt lange vor dem Auftreten der ersten zivilisierten Menschen, mit der Ankunft von Alalu, achter König des Planeten Nibiru, auf der Erde. Für den Abbau einer überlebenswichtigen Ressource benötigt er Arbeitskräfte.
Kapitel 1
Der Krieg


Dunkel und kalt birgt das Weltall die Ewigkeit ihn sich. Die Kugel, die diese Stille durchbricht, leuchtet rot und grau, ihre Bahn um die Sonne ist eine Ellipse. Wenn der Planet am entferntesten Punkt von ihr ist, ist es kühl. Am nächsten Punkt, eine Viertelumdrehung um die Sonne später, wird es warm. Es gibt keinen Tag und keine Nacht. Nur sehr langsam dreht er sich um die eigene Achse, wendet sein Antlitz über lange Zeit mal der Sonne und mal dem All zu. Vulkane brodeln auf ihm seit Anbeginn seiner Entstehung. Die Sedimente, die sie ausspucken, umhüllen den Planeten und schützen ihn. In der heißen Periode bewahrt dieser Mantel ihn vor der sengenden Sonne und die Wärme der Vulkane sorgt bei der Reise in die Fernen des Alls für ein erträgliches Klima. Eine Sonnenumrundung ist ein Schar. Ein Schar entspricht 3600 Erdenjahren. Der Name des Planeten ist Nibiru.
Vor unvorstellbar langer Zeit leuchtete hier der Himmel in warmen Rottönen, tiefgraue Wolken hingen unterhalb der Berggipfel, die sattgrün waren. Die Flora gedieh durch das Überangebot an Mineralien, die die Vulkane stetig aus der Tiefe an die Oberfläche brachten. Das Wasser durchlief seinen stetigen Kreislauf in der Atmosphäre. Es verdampfte in der warmen Zeit und kam zwischen der Sommer und Wintersonnenwende als Regen hinunter. Vierbeinige Wesen durchstreiften die Berge, Fische schwammen im Wasser. Über alles herrschte das Volk von Nibiru seit vielen, vielen Schar. Sie waren groß, das Haar dicht, fast drahtig in seiner Struktur und von leichten Wellen durchzogen, ihre Nasen waren dominant und gerade. Männer und Frauen trugen weite, schimmernde Gewänder in den Farben ihres Planeten: Grün, Rot und Grau. Sie verwebten Metallfäden und Pflanzen zu leichten Stoffen. In riesigen Gebäuden aus Stein, ausgestattet mit Nahrung und geistiger Fülle, wuchs ihre Zahl im Norden und im Süden. Die Häuser waren aus Steinquadern, die nahtlos aufgeschichtet waren. Das Volk hatte gelernt, die Energie der Kristalle zu einem Strahl zu bündeln und Steine zuzuschneiden. Diese Energie ermöglichte es ihnen ein vertikales Magnetfeld erzeugen, das ebenso stark wie das horizontale Magnetfeld des Planeten war und so dessen Wirkung aufhob. So konnten sie riesige Steine schweben lassen und Häuser und Paläste bauen. Die Städte waren schmale Gürtel in den engen Tälern, die sich über Terrassen bis in die Höhe der Berge erstreckten. In den engen Gassen der Städte eilten Kaufleute, Handwerker, Frauen, Kinder und Gelehrte in einer eigentümlichen Ordnung hin und her. Die Kunst der Akustik war weit gediehen und so wurden die Nachrichten über den Schall in den Städten verbreitet. Jede Stadt hatte einen Anführer und sie teilten den Planeten in den Norden und den Süden.
Als zu dieser Zeit die Worte durch die Gassen hallten, blieben fast alle stehen, nur die Kinder wollten den Gang der Dinge nicht unterbrechen.
„Volk von Nibiru! Es ist an der Zeit, den Rat der Weisen zu wählen. Er ist das Bindeglied zwischen euch aus dem Norden …“ Olivfarbene Gesichter mit dunkelgrünen Augen sahen einander an und nickten sich zu. „… und euch aus dem Süden.“ Frauen und Männer von gleicher Haut, aber mit längerem Haar hoben selbstbewusst ihre Köpfe. „Jeder von denen, die zur Wahl stehen, hat eine lange Ausbildung hinter sich. Sie währte viele Schar und nur die Besten unter ihnen gehen in die letzte Runde. Wie in den Annalen vermerkt, werden zwölf von ihnen im Palast am Äquator wohnen, je sechs aus dem Norden und sechs aus dem Süden.“
Stille trat ein und nach kurzem Zögern ging das Treiben in den Straßen weiter. Auch die Bauern auf den Feldern hatten die Nachricht gehört, denn dort, wo der sich an den Gebäuden reflektierende Schall die Laute nicht hintrug, flogen kleine silberne Kugeln und brachten die Worte in den letzten Winkel. Sie waren zufrieden, die Ernten waren gut und es bestand kein Mangel.
Viele Kinder wurden geboren, zu viele. Und ein Kampf um Land begann. Armeen des Nordens und des Südens durchschritten das Land. In knielangen Hosen aus grünem Stoff und mit Oberteilen aus Metallplatten, fest und beweglich zugleich, zogen sie in den Kampf. Grausame Waffen des Donners und der Strahlung zerstörten die Felder und Städte über viele Schar. Das Leben welkte dahin, das Volk forderte ein Ende des Bruderkrieges.
Die Waffen ruhten und der Norden und der Süden sandten ihre Anführer zum Rat der Weisen. Das Zentrum des Palastes der Weisen war ein großer, schmuckloser Saal. Die Wände waren mit Hieroglyphen versehen. Sie erzählten in langer Reihe von der Geschichte des Planeten, deren Beginn in der Unendlichkeit zu liegen schien.
Mehrere hundert Kämpfer, unter ihnen auch Frauen, betraten den Saal. Ihnen voran die Stammesführer. Anders als die Krieger in knielangen Hosen trugen sie lange, dunkle Gewänder. Jeder hielt einen Stab in der Hand, der am oberen Ende wie eine Schlaufe geformt war. Nur die Farben Rot, Grün und Grau fanden sich in den Stoffen und Metallen, aber ihre Musterung war bei jedem Anführer verschieden. Ihre Schritte waren das einzige Geräusch im riesigen Saal, dessen Decke so hoch war, dass man sie nur erahnen konnte. In mehreren Reihen stellten sie sich am Rand des Saales gleichmäßig auf, sodass jeder einen Blick auf die Mitte hatte. Der Palast war neutraler Boden und als die zwölf Weisen ihn durch eine unscheinbare Tür betraten, begleiteten metallische Klänge aus den unsichtbaren Lautsprechern ihr Erscheinen.
Die Weisen trugen lange, helle Gewänder, große Kapuzen verhüllten ihre Gesichter. Sie formierten sich als Ellipse – gleich der Umlaufbahn ihres Planeten um die Sonne – in der Mitte des Saales. Als jeder auf seiner Position war, schlugen sie gleichzeitig die Kapuzen nach hinten, die Musik endete und es kehrte Stille ein.
Der Älteste der Weisen erhob seine Stimme. „Lange haben wir nachgedacht, wie wir Frieden finden können auf Nibiru, und wir sind zu einem Ergebnis gelangt.“ Die Spannung im Saal war spürbar und um seinen Worten Gewicht zu verleihen, zögerte er kurz, bevor er fortfuhr. „Es soll nur einen Thron geben, nur einen König, der herrscht auf Nibiru.“ Sein Blick richtete sich auf sein Gegenüber in der Runde. Die Weise nickte ihm zu und sprach nun weiter. „Möge das Los einen König aus dem Norden oder einen aus dem Süden wählen, einen König, der herrscht. Ist er aus dem Norden, soll eine Frau des Südens seine Gattin sein, um an seiner Seite Einfluss zu nehmen. Bestimmt das Los einen König aus dem Süden, so soll eine aus dem Norden stammende Frau an seiner Seite herrschen.“ Ihre Stimme hallte durch den Saal.
Die Abgesandten der Stämme nickten zustimmend, es tat sich eine Lösung auf. Die Weise, die das Urteil verkündet hatte, hatte helles Haar, was sehr selten war. Sie sah nun nach links zu einem sehr großen, jungen Mann, der mit klarer Stimme fortfuhr. „Sie sollen herrschen wie ein Fleisch und Blut. Ihr erstgeborener Sohn soll ihr Nachfolger sein. Eine Dynastie, gegründet aus dem Blut beider Seiten, soll ewigen Frieden für Nibiru bringen!“ Ein Raunen ging durch den Saal. Dem jungen Mann gegenüber stand eine Weise, sie hatte kupferrotes Haar, das zu einem Dutt zusammengebunden war. Sie rief: „Für diesen König lasst uns eine neue Stadt bauen, in der Mitte zwischen den Ländern. Ihr Name soll Agade, Einheit, sein.“
Die Umstehenden bewegten sich wie eine wabernde Masse, alle waren sehr zufrieden mit dem Urteil der zwölf Weisen, das den Krieg beendete. Sie strömten auseinander, um die Botschaft in das Land zu tragen. Die Entscheidung des Loses wurde vorbereitet.




Kapitel 2
Das Leben


Das Los wurde gezogen und der, der nun herrschte und eine neue Ordnung schuf, war ein Krieger des Nordens. Sein Name war An. Gouverneure wurden für jeden Teil des Landes ernannt, Gesetze und Verordnungen wurden erlassen. Der Wiederaufbau der zerstörten Städte begann. Die vom Krieg zerstörten Bergterrassen, die dem Anbau ihrer Pflanzen dienten, wurden erneuert. Die Bauern waren zurückgekehrt und reparierten auch die Kanäle, die das Wasser während der Regenzeit auf alle Abstufungen verteilten. Die Ernten waren wieder reich und die Bauern konnten Korn und Fleisch in die Städte liefern. Krieger wurden zu Handwerkern, die aus Metallen alles Notwendige herstellten, und die wenigen Künstlerseelen des Planeten verzierten die Wände der neu errichteten Häuser mit Bildern der Landschaft. Die Zeit des Wohlstandes und des Friedens war zurückgekehrt.
An die Seite von König An wurde An.Tu gestellt, eine starke Gattin in der Liebe und im Streit. Gemeinsam saßen sie auf dem Thron, der im Palast der neuen Hauptstadt Agade stand. Wie alle Gebäude auf Nibiru war er aus grauen Steinen erbaut. Riesige Quader türmten sich aufeinander. Der Hauptsaal war im Grundriss ein Quadrat und konnte durch mehrere Türen betreten werden. Die größte von ihnen führte zum Vorsaal, in dem Wachen standen. An der gegenüberliegenden Wand und an den Seiten führten kleine Türen in die privaten Gemächer des Königspaares. Zwei Stühle, gleich groß und aus Stein geformt, waren ihre Throne. An und An.Tu trugen lange Gewänder, die prachtvoll mit kleinen metallenen und glitzernden Steinen verziert waren. Der Stoff war von hauchdünnen Metallfäden durchzogen und schimmerte Silber. An den Ärmeln und Säumen waren Bordüren angebracht, die das Symbol der Macht, ein Kreuz mit einer Schlaufe am Ende des vertikalen Balkens, zeigten. Je abwechselnd gefärbt in den Farben des Planeten: Rot, Grün und Grau. Ihre Pracht hob sie von allen anderen ab.
Drei Söhne brachte An.Tu zur Welt und das Herrschergeschlecht tat seinen nächsten Schritt. Ihre Namen waren An.Ki, An.Ib und An.Hal.

Viele Schar vergingen und der älteste Sohn, An.Ki, nahm allein auf dem Thron Platz. Mit der Sanftmut des Vaters und der Schönheit seiner Mutter war er der erste König, der seine Frau frei wählen durfte. Vorschläge wurden ihm unterbreitet. Ein Schar nach dem anderen zog vorbei und in den Fluren des Palastes und der Stadt wurde getuschelt. Der Hausdiener war in die Küche gehuscht, wo er seine Freundin oft besuchte. „Warum verschiebt er die Heirat? Warum findet er Vorwände, die ihm zugedachte Frau nicht an seine Seite zu stellen?“, fragte er sie. Das Thema war allgegenwärtig. Sich umsehend, um heimliche Lauscher zu entdecken, antwortete die Küchenmagd: „Sie bringen Konkubinen in den Palast, sehr schöne Frauen. Es interessiert ihn nicht, er sieht nur das Essen, das wir zubereiten.“ Ihre Stimme wurde nun leiser. „Ein Mann, der kein Schwert trägt“, seufzte sie.
Das Problem war für alle offensichtlich und da der Erhalt der gemeinsamen Dynastie einen Sohn brauchte, wurde der zweite Sohn, An.Ib, auf den Thron gehoben. Er war von gleichem Blut, aber so ganz anders als sein Bruder. Da Bärte die Gesichter der Männer verhüllten, waren es nur die Augen, die seine Offenheit und Entschlossenheit im Tun verrieten. Er wählte die Tochter seines jüngeren Bruders – An.Hal – zu seiner Frau und sie gebar einen Sohn.

Dieser Sohn war der dritte König in der Zeit nach dem großen Krieg, sein Name war An.Schar.Gal. Er war ein Mann der Wissenschaft. Das Schar teilte er in zehn Abschnitte und legte zwei Feiertage fest. Wenn sie der Sonne am nächsten waren, sollte es das Fest der Wärme sein, und wenn Nibiru weit in der Ferne des Alls war, so gab es an dem Wendepunkt das Fest der Kühle. Diese Tage ersetzten alle anderen verstreuten Feiertage des Nordens und des Südens und einten das Volk. Die Gebräuche der Stämme wurden nun in Gesetzen festgehalten. Durch den Krieg war die Zahl der Männer dezimiert und die Stämme erlaubten den Männern mehrere Frauen. Das Gesetz besagte, dass eine Frau als die erste Frau benannt werden musste. Der erstgeborene Sohn war Nachfolger des Vaters.
An.Schar.Gal wählte eine Halbschwester als Frau, ihr Name war Ki.Schargal. An.Schar.Gal hatte von seinem Vater die Liebe zu Frauen geerbt und Konkubinen lebten mit im Palast. Viele Söhne und Töchter zeugte er und sie wuchsen heran. Doch die Herrschaft von An.Schar.Gal brachte ein neues Problem mit sich. Der erstgeborene Sohn war der einer Konkubine. Und da keiner diesen Fall bedacht hatte, musste der Rat der Weisen einberufen werden, denn er hatte das Gesetz ausgerufen, dessen Regeln nun die Dynastie ins Wanken brachten.

Wieder standen sie in der Ellipse – zwölf Weise, Männer und Frauen. Ihre hellen Gewänder schimmerten prächtig und die Borten waren verziert mit glänzenden Steinen. Im neu errichteten Palast der Hauptstadt Agade erhellte der Schein der fernen Sonne, der durch die Kuppel in der Mitte des Saales fiel, den Raum. Um sie herum war der gesamte Hofstaat versammelt. An einem Ende stand die Königin Ki.Schargal – groß, prächtig und mit Kampfeslust in den Augen. Am entgegengesetzten Ende der Ellipse stand die Konkubine, umgeben von anderen Frauen. Sie trug leichtere Kleidung, ihr wunderschönes Haar fiel ihr über die Schultern. Sie wollte Gerechtigkeit für ihren Sohn. Der König saß auf seinem Thron zwischen ihnen, auf der Ellipse der Punkt der Sommersonnenwende.
Die metallische Musik verstummte, als die Weisen die Kapuzen abnahmen. Der Rat tagte.
Der älteste Weise eröffnete die Sitzung, es war der einst junge, große Mann, der das Ende des Krieges mitbesiegelt hatte.
Er sprach laut: „Der Palast, das Volk sind in Aufruhr. Eine Konkubine hat An.Schar.Gal den ersten Sohn geboren. Seine Frau Ki.Schargal gebar einen zweiten Sohn ein Schar danach. Vor dem Gesetz ist der Sohn der Konkubine der legale Erbe.“
Der nächste Weise sprach: „Unter seinesgleichen wächst der Erstgeborene auf, fernab der Bildung in den Gassen der Stadt.“
Nun erhob eine Weise die Stimme: „Es muss entschieden werden, ob er oder der erste Sohn der ersten Frau dem König folgen soll.“
Der nächste Weise in der Runde sprach: „An.Schar.Gal könnte sich scheiden lassen und die Konkubine heiraten. Dann wäre der Erstgeborene auch der Sohn der nun neuen ersten Frau.“
Die Weise mit hellem Haar war nun an der Reihe, aus ihr war eine alte Frau geworden. „Es wäre auch möglich, das Gesetz zu ändern und es dem Samen folgen zu lassen. Durch ihren Vater besitzen beide Söhne den Samen unseres Königs An.Schar.Gal, doch nur die Mutter des Zweitgeborenen ist königlicher Herkunft und so trägt nur ihr Sohn den doppelten königlichen Samen in sich.“
Ihre Stimme verklang. Der nächste Weise, ein junger Mann, sprach: „Der König soll entscheiden, ob er die Scheidung und erneute Heirat möchte oder das Gesetz des Samens neu etabliert werden soll.“ Die Köpfe der Weisen senkten sich, sie setzten ihre Kapuzen auf, der Rat hatte gesprochen.
An.Schar.Gal sah seine Frau zur Rechten und seine Konkubine zur Linken. Die Königin war eine starke Frau, sie hatte eine große Macht, in ihr floss das Blut der Herrscher. Sein Blick wanderte zu seiner Konkubine, deren Schönheit ihm dem Atem nahm. Er hatte bei ihr Liebe erfahren, in ihren Augen sah er Wärme und Zuneigung. Er senkte den Kopf, um nachzudenken. Seine erste Frau würde eine Scheidung unter keinen Umständen hinnehmen, sie würde kämpfen. Seine Konkubine war eine Frau des Nordens. Was würde der Süden sagen? Es fehlte der Ausgleich. Würde die Wahl einen neuen Krieg heraufbeschwören? Er wog ab und die Waage kippte schnell nach rechts. Als er den Kopf hob, verstummten die Gespräche. Ein Diener reichte ihm ein silbernes, zapfenförmiges Metallstück, das er mit einer Hand halten, aber nicht umfassen konnte. Er hielt es an die Brust und es verstärkte seine Stimme, sandte sie an die Lautsprecher in der Stadt und an die silbernen Kugeln, die die Nachricht in die Berge und in abgelegene Gebiete trugen. Und das leichte Vibrato in seiner Stimme verriet den Hauch von Unsicherheit, als er verkündete: „Von nun an soll das Gesetz des Samens herrschen.“
Die Konkubine sah An.Schar.Gal noch einmal an und wandte sich um. Sie lief durch den Palast und holte ihren Sohn aus dem Raum der Kinder. Mit dem Erstgeborenen an der Hand verschwand sie im Getümmel der Stadt, sie würde nicht zurückkehren.




Kapitel 3
Der Umbruch


Der Sohn des Königspaares wuchs heran und er folgte ihnen auf den Thron, sein Name war An.Schar. Er war der vierte König des geeinten Reiches. Stolz wie alle vor ihm trug er nun zum Zeichen der Macht einen erhöhten Turban aus leichtem Metall. Wie die sich stets fortentwickelnde Technik änderte sich auch die Mode auf Nibiru. Die großen Zapfen zur Verstärkung der Sprache waren kleineren, gut in der Hand liegenden Exemplaren gewichen. Zusätzlich besaß An.Schar einen Stab, durch dessen leichtes Klopfen er Diener zu sich rufen konnte. Sein Thron war noch der des ersten Königs, aber der Stein war nun überzogen mit Silber, an den Seiten hatte er das Symbol des Kreuzes mit der Schlaufe als Intarsie aus weißem Stein anbringen lassen.

Viele Schar vergingen nun in Frieden, König auf König folgte ihm auf den Thron. Und es geschah in der Zeit des siebten Königs, dass sich das Klima änderte. Von Umlauf zu Umlauf wurde die Sonne heißer, die Wintersonnenwende hingegen immer kälter. Aus Wärme wurde unvorstellbare Hitze und aus der einstigen Kühle wurde beißende Kälte. Die Felder verdorrten, Früchte und Korn konnten nicht mehr gedeihen. Das Vieh, das sie an den Berghängen hielten, starb. Es begann, Hunger zu herrschen.
Der Rat der Weisen wurde einberufen. Der König und seine Gattin thronten an einem Ende des Saales. Sie hatten ihren Glanz verloren, lässig hatte der neue König Du.Ru ein Bein über die Lehne des Thrones gelegt. Seine Kleidung war wenig prachtvoll, er trug keine Krone und sein Haar stand wirr vom Kopf ab. Wie auch der Planet befand sich das Königtum im sichtlichen Verfall. Seine Frau trug unscheinbare Kleidung, es war, als säße sie hinter ihm, obwohl beide Stühle auf gleicher Höhe standen.
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5 Sterne
Buch isch beste - 22.01.2026
Jeff

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