Cover: EndLicht

EndLicht
Verloren in der Ewigkeit


EUR 25,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 462
ISBN: 978-3-99130-487-6
Erscheinungsdatum: 26.06.2024
Es ist ein Leichtes, jeden von uns auszuschalten, wenn man ihn in den ersten 15 Jahren antrifft. Denn das ist die Zeit, in der keiner von uns auf das Wissen der vergangenen Leben zurückzugreifen kann. Doch was, wenn sich jemand einfach nicht erinnern will …
Vania


Das Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich versuche zu rennen. Doch die Schwerkraft zieht die Beine zum Boden und sie folgen nicht meinem Willen zur Eile. Ich spüre Verzweiflung, die wie schmerzhafte Stiche den Körper durchdringt. Meine Wahrnehmung ist geschärft. Schemenhaft nehme ich schäbige, dem Verfall überlassene Fassaden wahr, die sich in den engen Gassen aneinanderreihen. In keinem Haus brennt Licht. Die Dunkelheit der Nacht kriecht mir unter die Haut und verstärkt die Panik. Von überall scheinen Augenpaare meine Flucht mitleidlos und mit einer erschreckenden, grausamen Ruhe zu beobachten.
Am Ende der Straße sehe ich Licht. Neue Hoffnung keimt auf und ich renne. Ich konzentriere mich dermaßen auf diesen Rettungsanker, dass ich die Gestalt vor mir nicht bemerke. Ich rase ungebremst in sie hinein. Mein Angstschrei durchdringt die Stille der Nacht und dröhnt in meinen Ohren.


Mit einem Schlag sitze ich aufrecht im Bett. Mein Herz rast und diese furchtbare Angst ist mir in die Realität gefolgt. Erleichtert übers Aufwachen atme ich seufzend aus und verfluche gleichzeitig die Hirngespinste, die mich seit meinem 15. Geburtstag heimsuchen. Schon lange suche ich Rat bei einer Psychotherapeutin. Doch wir haben beide keine Ahnung, was der Auslöser dieser Übererregung sein könnte. Stöhnend senke ich meinen Kopf erneut ins Kissen. Ein Blick auf den Wecker sagt mir, dass es 4:30 Uhr ist. Noch 2,5 Stunden Schlaf.

Aus weiter Ferne höre ich meine Mutter rufen: „Vania, Zeit aufzustehen!“ Ich lege mir das Kopfkissen über den Kopf. Sie wird in wenigen Sekunden das Zimmer betreten und wie jeden Morgen kein Erbarmen zeigen. Ich vernehme ihre Schritte auf der Treppe.
„Oh man!“ Gleich ist sie da und reißt mir die Bettdecke fort. Aufstehen hat für mich eine ähnliche Qualität wie der Sprung ins kalte Wasser. Man benötigt einen starken Willen, um zu handeln. Heute Morgen spüre ich nicht einen Hauch dieser Charakterstärke. Stattdessen höre ich meinen persönlichen Weckruf: „Guten Morgen, Vania! Warum stehst du nicht auf? Wer soll dich denn während des Studiums aus deinen Träumen reißen? Wirklich, Vania! Daran musst du arbeiten!“ Ich vernehme die routinierten, zu dieser Uhrzeit mit viel zu viel Energie geladenen Worte, die das morgendliche Wegreißen meiner Bettdecke begleiten, nicht zum ersten Mal. Ich liebe meine Mutter und weiß eigentlich genau, dass ich mich auf sie verlasse. Wahrscheinlich aus reiner Bequemlichkeit. Ich habe das Bedürfnis, ihr von den erneuten Albträumen zu erzählen, lasse es letztendlich, weil ich ihr nicht unnötig Sorgen bereiten möchte. Stattdessen quäle ich mich unter dem Kissen hervor und öffne langsam die Augen: „Wenn ich ohne dich aufstehen muss, werde ich den Wecker hören, Mama! Da mach dir keine Gedanken!“, ich zwinkere ihr bestätigend zu. Meine Mutter hebt ihre Augenbrauen und verzieht zweifelnd den rechten Mundwinkel: „Hoffentlich! Ich werde dich sicher jeden Morgen anrufen müssen. Höchstwahrscheinlich hast du dann wieder den Flugmodus eingeschaltet und dann erreiche ich dich nicht.“
„Was aufgrund der Strahlung existenziell ist. Also nicht zu ändern!“
„Wodurch aber die Wahrscheinlichkeit des Verschlafens steigt!“
„Hast du schon mal was von Helikopter-Eltern gehört?“
Meine Mutter verdreht die Augen: „Sei froh, dass ich mich kümmere! Jetzt beeile dich! Rana steht in dreißig Minuten vor der Tür!“ Sie geht zum Fenster und lässt ohne Rücksicht die kühle, frische Luft ins Zimmer. Ich beobachte sie dabei und bewundere gleichzeitig ihr strukturiertes Vorgehen. Sie war bereits im Badezimmer, hat ihre mittellangen, blonden Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden und trägt die Uniform, die sie als Stewardess ausmacht und ihrer schlanken Figur vorteilhaft schmeichelt. Ich stelle erneut fest, dass sie trotz ihrer 45 Jahre eine attraktive Frau ist. Nach meiner Geburt beschloss sie, ausnahmslos Inlandsflüge anzunehmen, was wahrscheinlich dem geschuldet ist, dass sich auch mein Vater öfter auf Dienstreise befindet. Erst seit kurzem nimmt sie vereinzelt Überseeflüge an. Dadurch ist sie gelegentlich für wenige Tage nicht zu Hause. „Wo fliegst du diesmal hin?“ Sie dreht sich zu mir um. „Singapur! Montag schmeiß ich dich wieder aus dem Bett!“, sie meint es scherzhaft und zwinkert mir zu. Mit zuckenden Schultern bewege ich mich in die Senkrechte. Ich necke sie: „Gut, dann ist das Aufstehen für diesen Tag gerettet!“ Sie schaut mich mit gespielt aufgerissenen Augen an und kurz darauf fangen wir beide an zu lachen. „Du bist unverbesserlich!“, sie schüttelt lachend den Kopf und verlässt das Zimmer mit den Worten: „Sieh zu!“
Als die Türglocke anschlägt, habe ich äußerlich alles erledigt. Meine hellblonden Haare, die mir bis zum Po reichen, sind ordentlich in einem französischen Zopf gebändigt. Die Wahl des Outfits fiel auf ein kurzes blaues Kleid, das meine blauen Augen betont und sich eng um meine schlanke Figur legt. Unten höre ich Ranas Stimme, die langsam Richtung Küche abebbt. Zufrieden verlasse ich das Bad, greife nach der Schultasche und eile die Treppe hinunter. Rana ist im Gespräch mit meiner Mutter. Es dreht sich um den Abiball und ob ihre Mutter dabei sein wird. Ich setze die Tasche ab und begrüße sie mit einer Umarmung: „Guten Morgen, Rana“, und wende mich um: „Mama, bis zum Abiball dauert es ein Jahr. Bis dahin müssen wir erst einmal die Prüfung machen.“ Anstatt auf meine Anmerkung einzugehen, fragt sie mich: „Hast du alles?“
„Nur noch einen Moment!“, ich haste zum Wasserhahn und fülle etwas Wasser in mein Glas.
Rana blinzelt meiner Mutter zu. „Same procedure as every day?“
Ich stemme die Hände in die Hüften: „Jetzt verschwört ihr euch gegen mich. Das ist nicht fair! Ich bin bereits fertig!“
„Gib es auf! Pünktlichkeit gehört nicht zu deinen Stärken!“
Meine Mutter steckt mir die Brotdose zu, während mir das neue Kleid von Rana ins Auge sticht. „Wow, das steht dir! Wo hast du das denn her?“
„Selbstgeschneidert! Gefällt es dir?“
Mit einem Nicken bejahe ich es: „Schade, dass ich dazu nicht in der Lage bin!“
Rana lacht: „Wer es glaubt. Wie oft habe ich dir angeboten, es dir beizubringen?“
„Ich weiß, aber es ist definitiv zu zeitaufwendig.“
Äußerlich ähneln wir uns kaum. Rana hat eine tiefschwarze Mähne und braune Augen, mit meinen blonden Haaren und den blauen Augen bin ich die helle Ausgabe von uns. Gemeinsam haben wir die langen Beine und die bis zum Po reichenden Haare, die meistens lose über die Schultern hängen. Während ich mich lieber sportlich anziehe, bevorzugt sie schicke Kleider, was wahrscheinlich ihrer italienischen Herkunft geschuldet ist.
Meine Mutter drängt zur Eile: „Ihr müsst los, sonst seid ihr zu spät!“
„Stimmt! Wir sollten starten!“ Ich nicke und öffne die Haustür: „Komm heil zurück, Mama!“ Ich drücke ihr zum Abschied einen Kuss auf die Wange und umarme sie dabei.
Dann machen wir uns auf den Weg und gehen die ersten Schritte schweigend nebeneinander her. Meine Gedanken wandern wieder zu dem nächtlichen Traum.
Rana unterbricht die Stille: „Hast du wieder schlecht geschlafen? Du bist furchtbar blass!“
Ich schaue sie von der Seite an und nicke. Wir kennen uns seit frühester Kindheit, da unsere Mütter Arbeitskolleginnen sind und sich daraus ebenfalls eine Freundschaft ergeben hat. Wir haben keine Geheimnisse voreinander, wodurch wir alles in endlosen Diskussionen miteinander besprechen. Rana ist stets auf dem neuesten Stand.
Besorgt fragt sie mich: „Es ist komisch, dass es immer wieder derselbe Traum ist.“
„Nicht ganz derselbe! Was sich gleicht, ist das Gefühl der Bedrohung und dass ich verfolgt werde. Kurz bevor ich aufwache, sehe ich ein helles Licht. Dann fühle ich Hoffnung und möchte darauf zu laufen. Stattdessen wache ich jedes Mal schweißgebadet auf!“
„Komisch! Das hört sich an, als wenn du dich sperrst, den Rettungsanker zu ergreifen.“
Ich lache auf und schüttle den Kopf: „Das heißt, dass ich mich in der Dunkelheit mit meiner schrecklichen Angst sicherer fühlen würde als am Ende des Tunnels?“
Ranas Gesichtsausdruck ist ernst: „Ja, ich denke, das könnte sein!“
Ich grüble: „Doch diesmal war da diese Person, die sich mir in den Weg stellte und mir eine höllische Angst machte.“
„Womit eine neue Komponente in deinen Traum Einzug gehalten hat. Wirklich furchterregend!“
Sie fühlt mit mir, das ist mir klar, und eine Stimme, ganz tief in mir, stimmt ihr zu und lässt mir einen kalten Schauer den Rücken runterlaufen. Ein Gedanke schleicht sich in meinen Kopf: „Fehlt mir der Mut?“
Ich bleibe stehen: „Warum bin ich so? Ich bin behütet aufgewachsen. Meine Eltern haben eine harmonische Beziehung und alles ist gut.“
Ranas Gesichtsausdruck verändert sich schlagartig.
Ich stöhne auf: „Oh, Rana, ich wollte dich nicht deprimieren! Tut mir leid! Manchmal bin ich ein Volltrottel!“
Ihr Vater hat sich erst vor einem Jahr von ihrer Mutter getrennt. Er teilte seiner Familie von einem Augenblick auf den anderen mit, dass er sich neu verliebt habe. Das hat Ranas Welt auf den Kopf gestellt. Sie ist mit ihrer Mutter auf dem riesigen Bauernhof wohnen geblieben. Den Betrieb haben sie aufgegeben und das Land verpachtet.
Ihr Vater ist mit der neuen Liebe in die Nähe seiner Eltern nach Italien gezogen. Er war froh, der Landwirtschaft entfliehen zu können. Jetzt arbeitet er in seinem ursprünglichen Beruf und schreibt für die Zeitung seines Vaters.
„Hey, fass mich nicht mit Weichspül-Händen an! Ich kann damit umgehen, ja?“
Ich nicke: „Du bist stärker als ich!“
Rana bleibt stehen: „Das glaube ich nicht! Es ist nicht Stärke. Das Leben ist turbulent und wir müssen lernen, damit umzugehen.“
„Wow, wo hast du das denn gelesen?“ Sie boxt mir in die Seite. Wir lachen und sind beide erleichtert über den Stimmungswechsel.

Wir sind inzwischen am Burggymnasium angekommen. Vor uns erstreckt sich der Neubau, der in den letzten Sommerferien fertiggestellt wurde. An diesen Anblick kann ich mich nur schwer gewöhnen, es wirkt befremdlich auf mich. Ich vermisse das alte Gebäude, obwohl das neue moderner und höchstwahrscheinlich energetischer ist. Ein Blick auf die Uhr bestätigt mir, dass wir durch unsere Unterhaltung die Zeit verbummelt haben. In den ersten zwei Stunden haben Rana und ich den gleichen Kurs, Chemie bei Herrn Packeiser.
Meine Freundin stöhnt: „Warum muss sich der Chemieraum im dritten Stock befinden?“
Ich nicke: „Wenn wir wenigstens den Lehrerfahrstuhl benutzen dürften.“ Die anderen Schüler sind bereits in den Klassenräumen verschwunden. Auf der Treppe begegnet uns Frau Schmal, die mit ihrer hageren Figur ihrem Namen die volle Ehre gibt. Die grauen, zu einem Dutt hochgesteckten Haare, die schwarze Brille auf der spitzen Hakennase und der ständig grimmig zusammengekniffene Mund strahlen eine Autorität aus, die ihre Funktion als Direktorin des Gymnasiums unterstreicht. Ich mag sie. Sie setzt sich für jeden einzelnen Schüler ein und gibt jedem eine zweite Chance. Gleichzeitig lässt sie sich nichts gefallen, wodurch ihr Unterricht ohne Störungen abläuft.
Wir werden mit einem knappen Nicken begrüßt, bevor sie mit kurzen Schritten eilig an uns vorbeihuscht.
„Sie ist scheinbar auch zu spät. Warum benutzt sie nicht den Aufzug?“
Ich krause meine Stirn: „Entweder macht sie Fitness, der Fahrstuhl ist kaputt oder es dauert ihr zu lange, bis der Fahrstuhl kommt!“
„So genau wollte ich das gar nicht wissen, Vania!“
Lachend kommen wir beim Chemieraum an. Herr Packeiser nimmt unsere Verspätung nicht wahr. Er ist mit den Händen auf der Lehne seines Stuhls in ein Gespräch mit jemandem vertieft, der uns den Rücken zuwendet. Wir nutzen die Gelegenheit und begeben uns eilig auf unsere Plätze. Erleichtert über das unbemerkte Hineinkommen, lehne ich mich zurück. Mein Blick fällt auf unseren Lehrer. Er wirkt wieder angespannt und scheint verunsichert. Herr Packeiser ist eigentlich Biologielehrer. Aber da Herr Albers schwer erkrankt ist, musste er kurzfristig einspringen, was ihm nicht behagt. Seine ihm eigene ständige Unruhe, die ihm die Zuordnung in die Kategorie zerstreuter Professor einbrachte, hat sich in Chemie gesteigert. Ich beobachte, wie er wiederholt den Scheitel seines dürftigen Haarwuchses aus dem Gesicht streicht, und muss grinsen. Die Diskussion in der Klassen-App über die Echtheit seiner extrem schwarzen Haare fällt mir ein. Ich stelle fest, dass ich ihn vermissen werde, wenn ich die Schule verlasse. Dieser Mann ist ein Genie in seinem Fachbereich Biologie, was ihm nicht bewusst ist. Ich befürchte, dass er nicht viele Freunde hat. Dazu fehlt ihm die Aufgeschlossenheit. Er klopft mit dem Zeigestock an die Tafel, um unsere Aufmerksamkeit zu erhalten. Dabei dreht sich sein Gesprächspartner ebenfalls um. Neugierig betrachte ich ihn. Mein Blick streift sein blondes Haar, das trotz der Kürze eigene Wege geht und ihm einen Lausbub ähnlichen Charakter verleiht. Über einem weißen T-Shirt trägt er ein kariertes Hemd, das lässig über seine Jeans fällt.
Herr Packeiser räuspert sich: „Meine sehr verehrten Schüler. Es ist mir eine Ehre, Ihnen heute den neuen Chemielehrer vorzustellen. Dies hier ist Herr Kairo Schläfer. Er ist nicht nur neu auf dieser Schule, sondern auch neu in der Stadt. Ursprünglich wohnten Sie in Hamburg. Das darf ich doch sagen, oder, Herr Schläfer?“
„Das ist kein Geheimnis!“, die Stimme löst ein eigentümliches Gefühl bei mir aus. Ich kann es nicht zuordnen. Es fühlt sich nicht gut an und lässt mein Herz schneller schlagen. Erneut fällt mein Blick auf ihn. Ich bleibe an seinen extrem blauen Augen hängen. Augenblicklich schaue ich wieder weg. Irgendetwas stimmt nicht.
Ich kann mich nicht mehr konzentrieren, bin nur noch anwesend. Wie in einer durchsichtigen Kapsel nehme ich die Umgebung wahr. Herr Packeiser hat kurz nach der Vorstellung den Raum verlassen. Aus weiter Ferne höre ich meine Mitschüler lachen und sich rege am Unterricht beteiligen. Zum Glück gibt es keine Vorstellungsrunde. Ich hätte nicht ein Wort herausgebracht. Das Klingeln der Schulglocke reißt mich aus der Teilnahmslosigkeit. Ich lege meine unbenutzte Federtasche und den Block wie automatisiert zurück in den Rucksack.
„Rana, mir geht es nicht gut! Könntest du mich bitte entschuldigen?“
„Klar, mache ich! Was hast du denn? Soll ich dich nach Hause bringen?“
„Nein, das schaffe ich! Ich weiß auch nicht, was los ist. Ich glaube, der Kreislauf. Ich brauche sicher nur etwas Ruhe! Habe letzte Nacht wenig geschlafen!“
Rana sieht mich skeptisch an, legt dann aber den Arm über meine Schulter: „Ja, schlaf ein bisschen! Das ist eine gute Idee! Ich melde mich später bei dir!“
Mit weichen Knien, was ich mir nicht erklären kann, verlasse ich den Raum. Ich würde ihr gern sagen, was los ist. Aber ich habe keine Antwort und wie soll sie verstehen, warum die Stimme und die Augen unseres Lehrers bei mir eine unerträgliche körperliche Reaktion auslösen, wenn ich es selber nicht kann? Ich brauche Zeit zum Nachdenken. Automatisch nehme ich den Weg in den Schlosspark. Nahe der Graft setze ich mich und starre auf die Enten, die harmonisch übers Wasser gleiten. Nicht der mangelnde Schlaf hat mich aus der Schule getrieben. Es ist ein Gefühl der Unruhe, eine Panik, die ich nicht einordnen kann.



Lyra
(Forschungslabor in Hamburg)

Die Glaskugel muss unter meiner Wut leiden. Sie landet mit einem lauten Knall in der Ecke meines, steril in Weiß gehaltenen, Büros. Ein Splitter springt ab. Die Wut kriecht meinen Hals empor. Ich muss sie irgendwie herauslassen. Es ist schier zum Verzweifeln und es geht mir nicht in den Schädel, warum ich trotz jahrelanger Forschungen und trotz meines überragenden Intellektes keinen Schritt weiterkomme. Ich strecke meine Arme über die weiß lackierte Tischplatte meines langgestreckten Schreibtisches und lege meinen Kopf auf den kühlen Untergrund. Mir gegenüber befindet sich eine Spiegelwand, die den weiten Raum noch größer erscheinen lässt. Normalerweise befriedigen mich die klare Struktur und die kühlen Farben meiner Umgebung. Das passt zu mir. Aber heute kann rein gar nichts meine Stimmung heben. Der innere Sturm holt mich vom Stuhl, ich trete vor den Tisch und betrachte mein Gegenüber. Die Gestalt, die mir entgegenblickt, ist mein erwähltes Ich, oder besser gesagt, Tyrans Werk. Kaum etwas hat, dank unserer Leidenschaft, Ähnlichkeit mit dem Mädchen oder mit dem Jungen unserer ersten 15 Jahre in diesem Leben. Mit 16, gleich nach der Umstellung, fingen Tyran und ich an, unsere Körper nach unseren Wünschen und Vorstellungen zu gestalten. Das ist Wissenschaft und Körperkult in einem. Ich bastle an seinem inneren Outfit und er an meinem Äußeren. So, wie wir unsere Prioritäten eben setzen. Tyran liebt die Erweiterung der Körpersinne, während ich meine Schönheitsideale verwirklicht haben möchte. Es ist schon fast eine Sucht. Wir durchbrechen die Grenzen der Wissenschaft und experimentieren mit einer perversen Leidenschaft. Eine Tätigkeit, die wir mit einer Besessenheit ausführen.
Ich drapiere meine langen schwarzen Haare auf den Rücken und betrachte meinen makellosen Körper. Ich sehe heute mit 35 wie eine knackige 25-Jährige aus. Die grünen Augen sind geschlitzt, wie bei den Asiaten, dabei war das Ursprungsmaterial eher europäischer Natur. Das rote Etuikleid endet kurz unter dem Po und betont meine schlanken, langen Beine. Doch all das langweilt mich heute Morgen. Es ärgert mich, dass wir trotz unserer Fähigkeiten keine Fortschritte bei der Verarbeitung der Transmittorstoffe im hirnorganischen Material machen. Dort kommen wir nicht weiter. Über dieses Wissen verfügt ausschließlich Askia. Doch die Närrin weigert sich, ihre Erkenntnisse zu teilen. Inzwischen beherrscht mich die Gier, Askias Geheimnis zu lüften und meine Erfolglosigkeit bewirkt, dass nur der Gedanke an Askia Gefühle wie Hass und sogar Ekel in mir hochkochen lassen. Wie schaffte sie es, Tyrans und meine kognitiven Fähigkeiten und nicht zu vergessen, die der Uninteressanten Mona, Kairo und Cara, um 40 Prozent zu steigern? Und dies einzig und allein durch die Gabe einer einzelnen Mixtur. Ich denke nicht, dass sie bezweckte, eine erweiterte Bewusstseins-Ebene, nämlich die Erkenntnis der Wiedergeburt, zu schaffen. Das war eine Nebenwirkung der Pille, welche Askia als Einzige von uns bedauerte. Würde Askia nicht so stur sein, bräuchte ich nicht über Leichen gehen.
„Du hast die Büchse der Pandora geöffnet, Askia!“, ich schreie es meinem Spiegelbild entgegen und ein aggressives Kribbeln fließt durch meine Adern. Ich pfeffere einen weiteren Gegenstand durch den Raum. Alles in mir sehnt sich danach, Askias Geheimnis zu enthüllen! Ich erinnere mich an die kleine blaue Pille, die wir von ihr, nachdem wir die Wirkung entdeckten, gefordert haben. Dieses runde Ding brachte die rasante Entwicklung ins Rollen. Doch welches Geheimnis steckt in dieser Tablette? Wie konnte sie vor Jahren im Alleingang Derartiges erschaffen, während ich dies mit einem exorbitanten Forschungslabor, einer großen Anzahl an Material und Fachpersonal nicht auf die Reihe kriege? Wütend schlage ich mit der Faust auf den Tisch.
Ungefragt öffnet Yen die Tür. Er trägt einen blauen Laborkittel, auf den mein Markenzeichen, eine schwarze Rose, eingestickt ist. Yen ist für einen Mann zu zierlich. Aber dies würde ich über viele Asiaten sagen. Was ihn herausstechen lässt, sind seine hohen Wangenknochen und ein Gesicht, das eher feminine Züge aufweist.
5 Sterne
EndLicht gezielt vor den richtigen Leserinnen und Lesern sichtbar machen - 18.07.2026
Jessica Corry

Sehr geehrte Frau Willms-Janssen,Ein Kreislauf ewiger Wiedergeburt. Eine Gruppe von Menschen, die sich an jedes Detail ihrer vergangenen Leben erinnert. Ein verborgener Krieg, in dem Regierungen, politische Korruption und systemische Manipulation von unsterblichen Seelen gelenkt werden, die genau wissen, wie sich die Fäden der Menschheitsgeschichte ziehen lassen.Und nun ein 458 Seiten umfassender Roman, der dieses düstere Konzept mit der psychologischen Intensität und Tiefe einer Autorin entfaltet, die menschliche Traumata, Identität und den Preis des Überlebens wirklich versteht.„EndLicht: Verloren in der Ewigkeit“ ist nicht einfach ein Fantasyroman – es ist ein anspruchsvoller metaphysischer Thriller mit außergewöhnlicher erzählerischer Tiefe.Die größte Herausforderung für ein derart spezialisiertes Werk besteht darin, dass genau jene Leserinnen und Leser, die sich nach komplexen Welten sehnen – Fans von politischer Science-Fiction, psychologischen Thrillern und Geschichten über Wiedergeburt – neue Titel nur selten entdecken, wenn diese in allgemeinen Buchkategorien untergehen. Sie suchen gezielt nach Begriffen wie düstere Fantasy, Reinkarnationsroman, politische Spekulation, unsterbliche Seelen oder psychologischer Science-Fiction.Die entscheidende Frage lautet:Erscheinen Ihre ewigen Figuren auf ihren Bildschirmen, wenn genau diese Suchanfragen eingegeben werden?Bei BuchBoost entwickeln wir präzise Sichtbarkeitskampagnen für anspruchsvolle Romane, die ein aufmerksames und engagiertes Publikum verdienen. Als Unternehmerin und Sozialpädagogin wissen Sie den Wert praxisnaher, datenbasierter Strategien gegenüber kostspieliger Massenwerbung zu schätzen.Für „EndLicht“ entwickeln wir deshalb einen fokussierten Maßnahmenplan:• Algorithmische Interessenausrichtung: Optimierung Ihrer Amazon-Metadaten und Suchbegriffe, damit Ihr Buch genau dann erscheint, wenn Leser nach vielschichtigen Fantasy- und Verschwörungsgeschichten suchen.• Positionierung in relevanten Nischen: Strategische Einordnung in Kategorien wie Psychologische Belletristik, Metaphysische Science-Fiction und Dark Speculative Fiction, wo Ihre Erfahrung im sozialpädagogischen Bereich die Authentizität Ihrer Figuren zusätzlich unterstreicht.• Gezielte Community-Ansprache: Vorstellung Ihres Romans in deutschsprachigen Leserunden sowie spezialisierten Communities auf Plattformen wie Goodreads und LovelyBooks, in denen Themen wie Leben, Tod, Moral und Identität intensiv diskutiert werden.Jeder neue Leser, der Ihr Buch entdeckt, ist nicht einfach ein weiterer Verkauf – sondern jemand, der genau die tiefgründige, intelligente Geschichte findet, nach der er gesucht hat. Langfristig entsteht so eine loyale Leserschaft, die Ihr Werk weiterempfiehlt.Während viele Marketingagenturen pauschale Konzepte für über 2.000 € anbieten, setzen wir auf präzise Strategien für den deutschsprachigen Markt. Für einen spezialisierten Roman wie „EndLicht“ führt ein breit gestreutes Werbebudget oft zu unnötigen Ausgaben. Deshalb empfehlen wir ein maßgeschneidertes Sichtbarkeitspaket im Bereich von 450–900 €, das maximale Wirkung ohne Streuverluste erzielt.Wenn Sie Interesse haben, antworten Sie einfach mit „INTERESSIERT“ sowie dem Link zu Ihrem bevorzugten Buchlisting. Anschließend erstelle ich Ihnen eine individuelle Sichtbarkeitsstrategie, die speziell auf die Welt von „EndLicht“ zugeschnitten ist.Mit großem Respekt vor Ihrer Kreativität und Ihrem tiefen Verständnis der menschlichen Psyche,Ihr BuchBoost-Teamjessicacorry446@gmail.com

5 Sterne
Tolles Buch  - 01.09.2024
Jacqueline

.

5 Sterne
Endlicht - 31.08.2024
Ich

Jo

5 Sterne
Super! - 30.08.2024
Gaby

Das Buch ist sehr interessant und ich lese es sehr gerne! Ich würde es immer weiterempfehlen!

5 Sterne
Sehr gut gelungen! - 30.08.2024
Mia

Ich finde das Buch sehr, sehr schön geschrieben. Der Inhalt ist sehr interessant und fesselnd. Ich habe dieses Buch innerhalb von 2 Tagen durchgelesen! Ist sehr empfehlenswert!

5 Sterne
Super Buch - 27.08.2024
Ulrike

Daumen hoch 👍

5 Sterne
Super Buch - 27.08.2024
Ulrike

Daumen hoch 👍

5 Sterne
Endlicht - 27.08.2024

Super Buch👍🏻

5 Sterne
Endlicht - 27.08.2024

Super Buch👍🏻

5 Sterne
Mitfühlend und mitreißend  - 25.08.2024
Tosca

Unglaublich spannendes Buch, was mich sehr gefesselt hat !

5 Sterne
EndLicht - 25.08.2024
…..

…..

5 Sterne
Spannend bis zur letzten Seite  - 25.08.2024
Klaus-Peter Schildt

Es erfordert viel Mut und Entschlossenheit, ein Buch zu schreiben und es der Welt zu präsentieren. Deine Bereitschaft, deine Gedanken und Geschichten mit anderen zu teilen, ist wirklich bewundernswert.

5 Sterne
Spannend, fesselnd und etwas zum nachdenken. - 25.08.2024
Sigrun Jakumeit

Endlicht ist eine spannende Geschichte rund um immerwährende s Leben. Sehr interessante Charaktere und eine fesselnde Spannung ließen mich das Buch innerhalb von zwei Tagen durchlesen! Ich konnte es nicht aus der Hand legen! Hoffe es gibt eine Fortsetzung!!!

5 Sterne
Tolles Werk - 25.08.2024
K.G.

Fesselnde Geschichte mit sehr unterschiedlichen Charakteren. Schnell hatte ich meinen Liebling gefunden ;-)

5 Sterne
Einfach spannend  - 25.08.2024
Diana

Einfach toll und super zu lesen ,spannend und es fesselt einen dasvschreit nach mehr...tolle Autorin

5 Sterne
Unglaublich - 25.08.2024
Niehaus

Seher interessant macht echt Spaß zu lesen Macht Lust auf mehrWeiter so

5 Sterne
Wow !!!!!! - 23.08.2024
G.Wiesehöfer

...ein Buch,das süchtig macht !!!Toll geschrieben,super gezeichnete Charaktere und eine ständig bestehende Spannung,die von Climax zu Climax rast...und ganz unvermutete Richtungen einschlägt. Unbedingt lesenswert und ein Muss für diejenigen,die der realen Welt ein wenig entfliehen möchten.

5 Sterne
Endlicht - Verloren in der Ewigkeit - 11.07.2024
Philip

Das Buch hat mich sofort eingefangen, habe es binnen 3 Tagen durchgelesen, spannende Geschichte und überraschende Entwicklung, nur zu empfehlen!!

5 Sterne
Endlicht - Verloren in der Ewigkeit - 11.07.2024
Philip

Das Buch hat mich sofort eingefangen, habe es binnen 3 Tagen durchgelesen, spannende Geschichte und überraschende Entwicklung, nur zu empfehlen!!

5 Sterne
Top, top, top!  - 03.07.2024
Lina

Ein Buch, das nicht nur durch die Erzählweise fesselt, sondern dessen Geschichte das Nachdenken anregt, ohne im anstrengenden Sinne gemeint zu sein. Das Buch hat viele unvorhersehbare Wendungen, wobei sich die Autorin durch große Kreativität selber auszeichnet. Ich habe selten ein Buch so schnell beendet!

5 Sterne
EndLicht: Verloren in der Ewigkeit – Eine faszinierende Reise - 03.07.2024
Chiara Janssen

"EndLicht: Verloren in der Ewigkeit" ist ein fesselndes Buch, dass. mit einer packenden Geschichte und tiefgründigen Charakteren begeistert. Die Reise der Protagonistin durch verschiedene Dimensionen und Zeitstränge ist spannend und emotional berührend. Die Autorin beeindruckt mit einer bildhaften Sprache, die die fantastische Welt lebendig werden lässt. Besonders hervorzuheben sind die authentischen zwischenmenschlichen Beziehungen und der philosophische Unterbau, der zum Nachdenken anregt.Ein Muss für Fans von gut durchdachter Fantasy-Literatur – dieses Buch bietet ein magisches Leseerlebnis!

5 Sterne
Starkes Werk! - 03.07.2024
Siebert

Eine gewaltige Geschichte, die sich im Laufe des Buches immer weiter entwickelt und nie langweilig wird. Ich bin überaus begeistert. Ich würde mich über eine Fortsetzung freuen.

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