Cover: Eintritt in die Anderswelt

Eintritt in die Anderswelt
Ein Fantasyroman


EUR 18,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 142
ISBN: 978-3-7116-0510-8
Erscheinungsdatum: 12.06.2025
Es beginnt mit einem Bild am Dachboden eines alten Hauses. Der Bewohner, dessen Name wir vorerst nicht erfahren, denkt mit Unbehagen daran, dass sich im Dachboden Dinge verbergen. Als er den Schritt schließlich wagt, zieht ihn das Bild magisch in seinen Bann.
Das Haus, in dem ich lebe, ist nicht groß, eher hoch und vor allem alt …

Wie oft habe ich des Nachts Stimmen vernommen, Bewegungen gespürt, die wie ein Hauch kalter Luft an mir vorbeizogen.
Der Erbauer des Hauses, selbst Schreiner, konnte dieses Haus nicht fertigstellen. Der Krieg stellte sich dazwischen. Daher war die spätere Witwe dazu gezwungen, „Hausleute“ aufzunehmen, um die Abzahlungen leisten zu können.

Viel hat sich damals ereignet. Zur Kriegszeit und in der Nachkriegszeit. Von der fünfköpfigen Familie im Dachgeschoss ohne Bad und WC bis zum böhmischen Wilderer, der sich im Keller einfand und dort seine Bleibe hatte. Der in der zinkenen Badewanne sein Nachtlager hatte, wo er zuvor das Wild zerlegte, das er im Wald erbeutet hatte. Der die Miete für das Kellerlager in Naturalien zahlte und den Kindern des Hauses die Geschichten vom alten Böhmerwald im Schein der Kerze, die er in der Mitte des Kellerraumes aufstellte, erzählte.

Und wie alles hinterlässt das Vergangene seine Spuren. Nicht nur an den Wänden, den Mauern und den Böden, die sich abnutzen durch das Warten, das Hoffen und das Leben mit und in Ihnen.

Die Zeit schlägt Kerben in den Ablauf der Welt. Nichts ist vergessen, nichts ungewesen.

Vieles keimt auf für diejenigen, die es fühlen, spüren können …

Alles sammelt sich in einem Objekt, das bereit ist, es aufzunehmen und sich als Zeitgenosse fühlt. Das, so wie es scheint, viel mehr beherbergt in sich. An einem ruhigen Ort, wo es still für sich aufnimmt, was für andere längst vergangen ist.

Seit Langem quält mich der Gedanke an ein Ding, das sich wohl auf meinem Dachboden befände.
Eines Nachts lässt mich der Gedanke an das Ding nicht mehr los und voller Tatendrang öffne ich die Luke zum Dachboden, nehme die Leiter herunter und betrete diesen.

So sehe ich ein Bild, menschengroß, mit großem, sehr alten Nussbaumrahmen, das, teils in weißen Leinen gehüllt, in der Ecke rechts des Eingangs zum Dachboden gar auffällig und provozierend an einem Stützbalken lehnt.

Ich gehe hin und entledige das mir anmutende riesige Gemälde seines Gewandes.

Es zeigt eine tiefe Landschaft mit hauptsächlich roter Farbe, in der sich eine Tiefe befindet, die zugleich eine horizontale Weite in sich birgt. Beim Blick auf die einzelnen Elemente des Bildes meint man, es würde sich etwas bewegen. Ja, das Bild selbst würde in seinem Inneren Bewegungen assoziieren, so als würde eine längst vergangene, vielleicht in ihm verborgene Geschichte ablaufen.

Das Bild zieht mich immer mehr in seinen Bann. Gar sitze und vertiefe ich mich in das Bild, dass mir meine reale und so vertraute Welt vor den Augen verschwindet.

Es ruft mich. Es will mir nach seiner langen ewigen Ruhe zeigen, was in ihm steckt. Reine Gier strahlt es aus, ein Opfer gefunden zu haben, nach der langen Rast ihr Leben wieder zu erlangen, und das Spiel der Spule der Zeit nun endlich zurückzudrehen und die Anderswelt zum Leben zu erwecken.

Nach langem Sinnieren wage ich mit aller Furcht und Neugierde den Eingang zu dieser Welt. Links unten im Bild zeigt sich mir der Eintritt in das Bild, der sich einladend mit gelblicher Farbe wie Kornähren gibt und einen vertrauenswerten Eindruck vermittelt.

Trotz aller Furcht wage ich den Eintritt in das Bild. Ich kann wie durch einen Vorhang in diesen Abschnitt des Bildes eintreten, ohne ihn beiseitezuschieben. Die Farben und die Leinwand des Bildes geben einen Eingang frei, der durch nichts zu beschreiben ist. Er tut sich einfach auf, als wäre es nicht mehr eindimensional, sondern ein Raum, den man betreten kann.

Schnell spüre ich, wie ich den mir so groß vorkommenden Dachboden verlasse, ohne große Mühen den kleinen Fleck im Bild betrete und von einer wunderbaren, mir mittelalterlich, vorzeitlich, vorkommenden Umgebung mich wieder finde.

Gar spüre ich den Wind, der durch die Ähren fährt, und die Vögel sausen umher, die Körner des Getreides zu naschen. Ich spüre die Sonne, die wärmend und voller Inbrunst auf die Erde scheint, ein Gefühl von Glück, von freier Natur von der alten Welt umgibt mich.

Stehend vor diesem ausgereiften Kornfeld, umgeben von Schmetterlingen, die sich voll Freude am Leben auf jedem erdenklichen Ding niederlassen, befinde ich mich in behaglicher Sommertagswärme neben einem Feldweg, der gekrümmt vor mir liegt.

Ich sehe mich an und frage mich, ob ich mit meiner Jeans und dem T-Shirt wohl recht hierher passe? Doch was bleibt mir über?

Die Neugier und der Sinn, diese wohl eher fremdartige Welt zu erforschen, bringt mich dazu, den Weg einzuschlagen, den Feldweg zu gehen.

Die Furcht des vor mir Liegendem und die doch so unbeschreiblich anmutende Welt erweckt in mir ein Gefühl eines Pioniers, der endlich seine Passion gefunden hat, seine Erfahrung zu machen, die er schon immer in sich hatte. Den Zeitpunkt, den Ort, der genau das Innere trifft, das er schon so lange mit sich schleppt, ja gar eine Offenbarung des in sich Gespeichertem erleben zu dürfen.

Kein Schritt, kein Stein, den ich betrete, ist mir unbekannt aus meiner Welt, aus der ich entstamme. Die Natur, die Bäume, die Schmetterlinge, ja die Fliegen sind in so einem Maß vorhanden, wie man es sich allerdings in unserer Zeit nicht vorstellen könnte.

Der Feldweg mit wachsendem, fast ausgereiften Korn sprießt nicht nur aus sich empor, sondern ist umwegt von summenden, brummenden Getier, an dem man sehen kann, dass es sich das Leben zur Lust macht, und es versteht, es in vollen Zügen zu genießen.

Voll Tatendrang, und gutem Willen, endlich zu erforschen, was so in mir drängt, gehe ich den Weg, der sich vor mich auflegt.
Anfangs gibt er sich als leichter Feldweg, der mir entgegenkommt. Nach einiger Zeit erweist er sich als immer steiniger und felsiger.

Am späten Nachmittag, bei sengender Sonne, wird der Weg wieder leicht, ja gar anmutend gegenüber den felsigen Klüften, die ich überwinden musste. Vor mir liegen wieder Kornfelder und freies Gelände, das voll Sonne erstrahlt und wunderbar glänzt.

Da ich den ganzen Tag weder getrunken noch gegessen habe, wird mir bei dieser Hitze langsam schwindlig vor den Augen.

Hey, denke ich mir? Was ist da vor mir?

Gestalten, groß wie Riesen, flammend, durchsichtig, dämonisch. Mit riesigem Schwert und Schild bewaffnet bewegen sich muskular dahin.

Von Weitem sehe ich diese Gestalten. Es sind zwei …

Eine mit weißem und eine mit schwarzem Antlitz. Neben ihnen Menschen, die wie Zwerge wirken und Pferde, die auch neben diesen „Gestalten“ wie Ponys wirken.
Schwebend und von sich überzeugt, in großer Manier, kommen mir diese Gestalten entgegen.

Ein Entkommen kommt nicht in Frage. Sie bewegen sich so schnell, dass sie in kurzer Zeit vor mir stehen und mich arrogant und von oben herab anschauen.

Kein Wort bringen sie hervor. Ich kann fühlen, was sie mir sagen wollen.

„Was willst du hier --- du gehörst hier nicht hin.“

Nach dieser Begegnung streichen sie an mir vorbei, ja durch mich hindurch. Das Herz pocht mir bis zum Hals.
Was waren das für geistige Gestalten.? Ich konnte die Axt der weißen Gestalt an meinem Hals spüren. Sie strich an meiner Gurgel vorbei, wobei mir sein Körper einen kurzen Atemstillstand erbrachte.

Das sind Geister … richtige Geister, wenn nicht noch schlimmer.

Beherzt setze ich meine Reise fort. Fest die Hand am Messer an meinem Gürtel, von dem ich mir erhoffe, dass ich mich doch noch zu verteidigen weiß.




Klause im Wald


Die Kornfelder zurücklassend, komme ich an einen Waldrand. Als ich mich umdrehe, sehe ich die weite Landschaft mit ihren Hügeln. Das gereifte goldige Korn, die Wege, wie sie sich durch die Felder schlängeln, über den Hügeln enden, um nach hundert Metern versetzt am nächsten Hügel wieder sichtbar zu werden. Der Wind streicht durch die Ähren und wiegt das Korn wie die Wellen das Meer. Nur einzelne Schatten der Wolken ziehen über das gleißende, wiegende Gold der Felder.
Gefesselt von diesem wunderbaren Anblick, verweile ich einige Zeit, bis ich mich dem Wald zuwende.

Am Waldrand mache ich mir eine kleine Unterkunft zurecht, die ich aus Fichtenstämmchen und herumliegendem Gehölz übereinanderstelle. Bedeckt mit Nadelzweigen bietet diese kleine Behausung guten Schutz.

Eine kleine Öffnung an der Oberseite der bescheidenen Hütte erlaubt mir, darin ein Feuer zu machen. Mit Schlingfallen und einem Speer erlege ich Kleintier, das sich in meiner näheren Umgebung aufhält.

Neugierig auf diese Welt, die mich umgibt, erspähe ich die Umgebung. Ein tiefer, nicht endend wollender Wald mit Schluchten und Hängen. Undurchdringliche Sumpfgebiete. Frische Quellen, die zuerst kleine, dann immer größer werdende Waldbäche bilden. Stundenlang erkunde ich diese wunderbare Umgebung. Unberührte Natur in ihrer ganzen urtümlichen Schönheit. Wälder, in denen man spüren, kann wie hinter jedem Stein, jeder Baumleiche, die sich erfreut, ihr faulendes Gehölz als Nahrung für die nächsten Generationen an Farnen, Bäumchen und Moos zu spenden, sich Elfen, von Mooswedel zu Mooswedel springen, die Wassertropfen aufzusammeln, die sich in den Mooshärchen bilden, aufzunehmen, und eins zu sein mit der Millionen Jahren alten Natur, die sich hier zeitlos und wunderbar von jedem Tag zu jeder Nacht ihres Lebens erfreuen.

Nach dem Marsch durch die Wälder gönne ich mir ein kühles Bad im Waldbach, als kurz vor mir ein Rehbock aufspringt, den ich in seiner Mittagsruhe gestört habe. Verschlafen und verdutzt schaut mich der Bock an, bevor er mit hastigen Sprüngen das Weite sucht.

Scharen von Vögeln, die in den Baumkronen nisten, heben sich in die Lüfte. Lautes Rauschen und Piepsen hebt über mir an. Begeistert von diesem Naturschauspiel führe ich meine Wanderung fort.
Von Weitem sehe ich Rauch aufsteigen, der wohl aus Hütten, Häusern stammen könnte.

Nach einiger Zeit gelange ich in ein Dorf.




Ehin, Ehino


Lehmhütten, Tiergeschrei und mit Filzhüten und Leinengewand bekleidete Menschen kommen mir entgegen. Wortlos watend im Dreck und dem Geschiss der Tiere, betrete ich den Marktplatz des Dorfes.

Zermarterte Gesichter, die außer dem Elend des Alltags und das Abbracken jeden Tages nichts anderes kennen außer Mühe und Armut.

Kein Gruß, kein Lächeln, kein „wo kommst du her“ kommt mir entgegen, wobei ich doch selbst nicht weiß, wo ich mich befinde.

Neben der mit grob ausgelegten pflastersteinernen Straße sitzt ein Junge der mich, seit ich das Dorf betreten habe, anstiert. Was ist mit dir, frage ich ihn.

„Willst du sehen, was aus uns Munis macht?“, fragt er mich. „Munis? Was ist das?“

„Wir. Wir sind das.“

Auf den Knien sitzend frage ich den Jungen: „Erzähle mir. Was sind Munis?“

„Erst wenn du mich losmachst“, antwortet mir der Junge und zeigt mir seine von Fesseln wund gescheuerten Handgelenke.

Mit meinem Messer schneide ich ihm die Fesseln ab.

Bis ich mich versehe, entreißt der Junge mir das Messer und fügt mir damit eine tiefe Schnittwunde am rechten Oberarm zu.

„Du Saukrippe“, schimpfe ich ihn, der gerade zu flüchten beginnt, aber durch sein tagelanges Sitzen nicht aus seiner Hockstellung aufspringen kann und auf allen vieren dahin kriecht.

Gerade kann ich ihn noch am Genick packen und zu Boden reißen.

„Tu mir nix“, winselt der Hundsbankert, „Ich sag dir auch alles.“

„Das wirst du, so Gott dir helfe!“

„Gott? Wer ist Gott?“

„Das werde ich dir schon beibringen“, sage ich in meiner Wut und dem Schmerz der Wunde des rechten Armes, die immer weiter auseinanderklafft.
„Jetzt schnell die Blutung stillen“, bricht es aus dem Jungen heraus, der seine Tat jetzt schon bereut.

„Kann ich dir trauen?“, frage ich den Jungen, der mir das zugefügt hat.

„Ich kenne einen im Dorf, der dir helfen kann. Ich will dich zu ihm bringen.“

Was bleibt mir über? Außerdem könnte ich von so einem Heilgelehrten vielleicht mehr erfahren, wo mich mein Übermut hingeführt hat.

Durch Abriss eines Ärmels meines T-Shirts kann ich die Blutung des Armes etwas stillen, doch immer wieder tritt Blut aus, und der Arm wird immer mehr taub. Der Junge, der sich nun wieder etwas auf den Beinen halten kann, weist mir den Weg.

Angelangt an einer Hütte, die mit Schilf bedeckt ist, mit eingezäuntem Garten, aus dessen Schornstein süßlicher Rauch aufsteigt, treten wir ein.

Einen auf der Ofenbank kauernden Mann unbeschreiblichen Alters mit grauem Bart und stechenden rot unterlaufenden Augen treffen wir hier an.

Der Junge nennt ihn Ehin. „Ehin, hilf! Du musst eine Wunde heilen.“

Nach einer kleinen Ewigkeit erhebt sich der betagte Mann von seinem Gelege und tritt mit einem vor sich herschwebenden unangenehmen Geruch vor mich hin.

„Schau ma mal“, sagt er. Legt den Behelfsverband ab und beäugt die mittlerweile aufgeschwollene und verkrustete Wunde.

„Da hilft nur Alkohol mit Kräutern.“ Aus seinem Regal holt er eine Tonflasche mit scharf riechendem Gebräu und gießt es mir reichlich über den Arm, um die Wunde auszuwaschen.

Ich halte still und lasse den alten Mann in gutem Gewissen gewähren.

Feuer!! Das brennt. „Drei Tage“, sagt der Alte, „Dann wird’s wieder.“ Mit einem in Kräutern getränktem Leinenverband entlässt mich der Alte und verschwindet wieder hinter seiner Ofenbank.

Als ich die Hütte des Heilers verlasse, benommen von der rauen Behandlung, brauche ich noch einige Zeit, wieder zu mir zu finden. Geh jetzt, gibt mir der Alte von seinem Schlafplatz aus zu verstehen.

Alleine, entlassen an der Hütte, denke ich bei mir, wo finde ich zurück zu meiner Unterkunft im Wald? Der Junge ist inzwischen verschwunden.

Plötzlich sehe ich Schatten, Lichter, die sich unheimlich an den umstehenden Bäumen der Hütte des Alten abbilden.
...
5 Sterne
Eintritt in die Anderswelt - 22.06.2026
Mühlbauer Daniela

Für mich sind die ersten Seiten von einem Buch ausschlaggebend ob ich weiterlese oder es lasse..Das hat diese Geschichte geschafft!! Spannend bis zum Schluss.

4 Sterne
Gelungener Einstieg  - 14.02.2026
Andreas H.

Durch Zufall stieß ich auf dieses Buch. Der Titel hat mich sofort angesprochen und Lust auf mehr gemacht. Die Fantasygeschichte lest sich sehr kurzweilig und ist ist bildhaft geschrieben. So kann man sich leicht und schnell in die Welt des Protagonisten versetzen. Ich sehe es als gelungenen Einstieg in die Autorenwelt von F. Lemberger und freue mich auf weitere Publikationen

4 Sterne
Gelungener Einstieg  - 14.02.2026
Andreas H.

Durch Zufall stieß ich auf dieses Buch. Der Titel hat mich sofort angesprochen und Lust auf mehr gemacht. Die Fantasygeschichte lest sich sehr kurzweilig und ist ist bildhaft geschrieben. So kann man sich leicht und schnell in die Welt des Protagonisten versetzen. Ich sehe es als gelungenen Einstieg in die Autorenwelt von F. Lemberger und freue mich auf weitere Publikationen

5 Sterne
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Heike Ochner

Ein sehr spannendes Buch bis zur letzten Seite.

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