Cover: Die Waldhexe Luna und ihre Abenteuer mit den Krafttieren

Die Waldhexe Luna und ihre Abenteuer mit den Krafttieren


EUR 17,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 60
ISBN: 978-3-7116-1420-9
Erscheinungsdatum: 31.03.2026
Der Drache Lumus ist nicht gerade begeistert, als ihn seine Eltern zum Sommercamp bei Waldhexe Luna anmelden. Schon am Hinweg ist er so in sein Smartphone vertieft, dass er den falschen Weg nimmt. Kurzgeschichten mit Botschaften neue Interessen zu entwickeln.
Die Waldhexe Luna und der Drache Lumus leben in einem kleinen Walddorf. Das Dorf liegt zwischen Weingärten und Eichenwäldern ziemlich abseits und hat nicht viele Bewohner. Besucher, die dort waren, erzählen vom Eigensinn der Menschen, die dort leben. Die Waldhexe Luna tat sich anfangs mit dieser Sturheit schwer. Doch mittlerweile hat sie sich daran gewöhnt. Auch die Dorfbewohner akzeptieren die Waldhexe nach einer anfänglich schwierigen Phase. Viele konnten ihre offene Art und die neuen Ideen zunächst nicht verstehen, welche die Waldhexe verwirklichte.
Luna legt großen Wert auf Höflichkeit und einen respektvollen Umgang, kann gut einschätzen, wer sie ernst nimmt und bei wem sie ihre Energie verschwendet.

Die Waldhexe lebt zusammen mit ihrer Katze, die alle nur „die Graue Katze“ nennen, in ihrem Hexenhaus, umgeben von riesigen Eichenbäumen.
Luna hatte die Katze von einer Reise aus Irland mitgebracht. Aus einem Tierheim.
Sie hat immer wieder Krafttiere aus der ganzen Welt um sich. In dem Dorf gibt es eine Gastwirtschaft. Wenn Luna Gäste hat, geht sie mit ihnen dorthin, da sie möchte, dass die Menschen, die von verschiedenen Teilen der Welt anreisen, auf die Bewohner des Dorfes treffen. Es wird dort ein ganz seltener Dialekt gesprochen, der eine Mischung aus mehreren Sprachen ist. Für viele Besucher ist dies sehr faszinierend.
Von Zeit zu Zeit fährt Luna immer wieder mal in die Großstadt Namenlos. Sie reist dorthin, um Ausbildungen zu machen, aber auch, um Freunde zu treffen. Die Waldhexe besucht auch regelmäßig Schurli, welcher in einem Pflegeheim am Stadtrand lebt.
In den Sommermonaten veranstaltet die Waldhexe jedes Jahr Sommercamps für Krafttiere zu verschiedensten Themen.
Dafür hat die Waldhexe ein großes Team aus Krafttieren und Menschen um sich, das sie bei ihrer Arbeit unterstützt.

Luna liebt ihre Arbeit mit den Krafttieren. Die Aufgabe von jenen ist es die Menschen, die an sie glauben, zu schützen. Krafttiere helfen den Menschen dabei, ihre innere Stärke zu finden.
Für die Camps hat ihr Bauer Istok dafür eigens einen Brotbackofen aus Lehm gebaut. Auch viele der Baumhäuser und den runden Leuchtturm setzte er von den Planzeichnungen der Waldhexe in die Wirklichkeit um.
Luna genießt es, in ihrem Leuchtturm zu sitzen und Texte zu schreiben. Sie reist gerne und bringt von ihren Reisen viele neue Ideen mit.
Die Waldhexe ist ständig im Austausch mit ihren Freunden und Teamkollegen. Die Waldhexe eröffnete im Dorf auch ein Café, für das die Bäckerei in der Nähe ihres Weingartens frisches Gebäck und diverse leckere Torten zubereitet. Es ist Treffpunkt für Mensch und Krafttier, egal welchen Alters. Auch die Bürgermeisterin des Dorfes schaut gerne auf ein Stück Torte vorbei.
Es ist üblich, dass viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller im Café Davide ihre Texte schreiben. Sie schätzen die Gemütlichkeit dort und wissen, dass sie nicht unnötig viel Geld für viel Kaffee und Torten ausgeben müssen, da die Waldhexe dort eigens Tische für Menschen, die gerne lesen, schreiben oder Schach spielen, aufgestellt hat und reserviert hält. Mit freiem Internetzugang.

Der Drache Lumus kennt die Waldhexe von seiner Geburt an. Er besucht sie mit seinen Eltern, wenn Luna Zeit in der Großstadt Namenlos verbringt. Lang bleibt der Drache aber nicht gerne in der Stadt, da er seine Freunde vermisst und er es nicht versteht, dass in den Parkanlagen Verbotsschilder sind, auf denen steht, dass man den Rasen nicht betreten darf.

Wenn seine Eltern an den Wochenenden verreisen, kümmert sich Luna um Lumus. So ist eine Freundschaft zwischen den beiden entstanden. Lumus kann manchmal mit der direkten Art der Waldhexe nicht so gut umgehen, da er nicht viele Menschen kennt, die so ehrlich und direkt ihre Meinung sagen.
Lumus ist ein Einzelkrafttier und hat deswegen oft mit seinen Eltern gestritten. Er findet es dazwischen öde, dass er keine Schwester oder keinen Bruder hat, und ist deswegen auch sehr oft ziemlich genervt.
Auf der anderen Seite kennt er sowohl die Vorteile eines Einzelkrafttieres als auch einen großen Freundeskreis, mit dem er viel um die Häuser zieht.
Hobbys hat er nicht wirklich, daran arbeitet er noch. Er schnupperte in unzählige Kurse, angefangen von Fechten über Blockflöte, Zaubereikurse, und probierte sich auch im Fußballspielen. Sein Vater konnte nicht fassen, dass er für Vereinsfußball kein Interesse zeigte, da er selbst begeisterter Hobbyfußballer und auch Schiedsrichter war.
Seiner Mutter Theres gehört die Bäckerei im Dorf. Sehr oft hatte sie den Drachen motiviert, ihr bei der Tortenherstellung zuzusehen und beim Zopfflechten zur Hand zu gehen. Aber Lumus sagte ihr jedes Mal, dass dies überhaupt nicht sein Ding sei. Einmal war seine Großmutter Babi zu den Berufstagen in den Kindergarten gekommen, um mit den Kindern Reindling zu backen. Schnell stellte sich heraus, dass er lieber den Teig aß, als ihn zu kneten. Und später in der Schule im Kochkurs verbrannte er jedes Jahr die Weihnachtskekse, gab aber viel Zuckerglasur drauf, damit dies nicht auffiel. Er bekam daraufhin jedes Mal einen Vortrag seiner Mitschülerin Nina, dass der viele Zucker wesentlich dazu beitrug, dass Lumus immer eine so schlechte Laune hatte und gar nicht in Weihnachtsstimmung käme wegen eben dieser Sache.
Der Drache hat ein großes Talent, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Lumus trifft mit seiner Steinschleuder ziemlich exakt. Dass es nicht immer die Übungsglasflaschen in Waldhexe Lunas großem Garten waren, brachte ihn schon öfter in Erklärungsbedarf.

Was Luna und Lumus verbindet, ist ihre gemeinsame Leidenschaft für traditionelle Speisen mit Erdäpfeln. Die Waldhexe kocht sie äußerst gerne in verschiedensten Variationen. Am liebsten jedoch braten die beiden die Erdäpfel am Lagerfeuer und essen dazu scharfe Sauerrahmsauce. Und auch die Lasagne, die Luna gerne für Lumus und ihre graue Katze kocht, verdrückt er mit Begeisterung.




Das Sommerferiencamp im Weingarten


Die Waldhexe Luna flog Richtung Weingarten. Sie hatte noch ein paar Dinge für das gemeinsame Frühstück in ihrem Rucksack. Das Sommercamp begann heute und einige Krafttiere waren schon auf dem Weg dorthin.

„So, jetzt aber schnell, mein Besen Blitz, es werden langsam bald alle eintrudeln und ich hab die weich gekochten Eier und die Eierbecher für das Frühstück vergessen.“ Als die Waldhexe über die Birkenlichtung flog, sah sie den Brotbackofen rauchen. Jedes Jahr ein Highlight im Sommercamp. Frisch gebackenes Brot, selbst gemacht. Gemeinsam mit den jungen Krafttieren.

„Ach, wen seh ich denn da unten Richtung Quelle gehen? Sieh mal an, wenn das nicht der Drache Lumus ist, der in sein Smartphone starrt“, rief die Hexe in Richtung des Drachen. Keine Reaktion von Lumus.
„Hallo Lumus, wohin gehst du denn?“, rief Luna laut. Wieder keine Reaktion.
Der Drache verzog zwar sein Gesicht, als ob er sich gerade über etwas sehr erschreckt hatte, aber es war nicht das Rufen der Waldhexe.
Da sah Luna für einen kurzen Moment das Bild auf seinem Display.
Die Waldhexe flog rasch in Richtung Boden und blieb ein paar Zentimeter vor der Nase des Drachen stehen.

„Na hallo, warum erschreckst du mich so, Luna?“, schnauzte Lumus die Waldhexe an. „Ich habe dich gerufen, aber du hast mich nicht gehört“, antwortete ihm die Waldhexe. „Über was hast du dich gerade vorhin so erschreckt, als du in dein Mobiltelefon geschaut hast?“, fragte ihn die Waldhexe. „Was meinst du?“, antwortete der Drache verlegen und wurde kirschrot dabei.
Er stammelte: „Du hast mich mit deinem Sturzflugmanöver erschreckt, was sonst! Stör mich nicht“, fuhr sie der Drache an und starrte wieder auf das Display, wo bunte Bilder schnell aufleuchteten.
„Bitte was?“, fragte die Waldhexe, „wie meinst du das?“
„Ja, was … echt jetzt … lass mich … das Camp hat noch nicht angefangen und du laberst mich schon voll“, antwortete Lumus sehr verärgert.
Die Waldhexe holte tief Luft und sagte: „Das ist nicht gerade höflich, wie du mit mir sprichst, Lumus. Wie sagst du zu mir, wenn ich überreagiere – chill mal. Lumus, warum gibst du das Telefon nicht in deine Tasche und atmest mal tief durch? Weißt du überhaupt, wo wir sind?“, fragte ihn Luna ruhig. „Ja, sicher, bald im Weingarten“, antwortete ihr Lumus verwundert. „Du hast den falschen Weg genommen. Du stehst in Bauer Joes Kürbisfeld und hast Glück gehabt, dass die Pflänzchen noch heil sind.“ „Oh Mist, nein!“, rief Lumus halblaut. „Seitdem du dein Telefon hast, seh ich dich ständig teilnahmslos in gebückter Haltung da drauf starren.“ „Stimmt nicht“, schnauzte sie der Drache erneut an.

Die beiden waren mittlerweile im Weingarten angekommen. Der Tisch im Schatten der Frühstückslaube war reichlich gedeckt und es duftete nach frisch gebackenem Brot und Croissants. Die Waldhexe hatte auch ihren Wohnwagen hierher gezaubert, damit hatte sie alles da, was sie außerhalb ihres Hexenhauses brauchte. Die Graue Katze lag in einem Liegestuhl vor dem Wohnwagen.

„Na, das war doch eine gute Idee, dass dich deine Eltern wieder zum Sommercamp im Weingarten angemeldet haben“, sagte die Waldhexe freundlich.
„Ich mag aber eigentlich nicht am Camp teilnehmen, weil ich gehört habe, dass ich mein Smartphone abgeben muss.“
„Das ist richtig. Wir werden Brot backen, Birnenkompott einkochen und allerlei andere Dinge machen. Und in dieser Zeit, also für vier Stunden täglich für sieben Tage, werdet ihr eure Mobiltelefone nicht verwenden. Das wurde bei der Infoveranstaltung mit euch und euren Eltern so abgestimmt. Ich wollte eine Stunde mehr, also fünf Stunden rausholen. Aber Kompromisse sind wichtig. Wenn du während dieser Zeit deine Eltern vermisst oder ihnen was dringend zu erzählen hast, kannst du jederzeit von meinem Telefon aus anrufen.“ Die Waldhexe zeigte auf ihr Telefon mit Drehscheibe an der alten Eiche am Wegrand, neben der Bäckerei. „Bitte sag mir mal, was machst du, wenn du im Internet Bilder siehst, die dich erschrecken?“, fragte die Waldhexe plötzlich.
„Wie kommst du darauf?“, fragte Lumus mit einem leicht aggressiven Unterton.
„Ich bin ja vorhin eine Zeit lang über dir geflogen und hab das Bild, das du plötzlich auf deinem Mobiltelefon hattest, gesehen. Es war eine Riesenschlange, die einen Menschen verschlungen hatte“, sagte die Waldhexe besorgt. „Ja, ich weiß“, flüsterte der Drache.
„Ich wollte das Bild gar nicht sehen, aber es war auf einmal da, als ich so dahin scrollte.“ „Als du was gemacht hast?“, fragte die Waldhexe. „Na ja, als ich die vielen Bilder weitergeschoben habe.“ „Und hast du dich dabei erschrocken?“
„Ja, es hat mich erschreckt und es ist mir auch schlecht geworden. Und ich hab jetzt auch gar keine so große Lust auf das Frühstück.“ „Passiert das öfter, dass du solche Bilder am Smartphone siehst, die dir Angst machen?“, fragte die Waldhexe weiter. „Ja“, sagte der Drache verlegen. „Warum siehst du dir dann so was an?“
„Weil all meine Freunde diese App haben und wir reden fast nur mehr über diese Sachen“, stammelte der Drache. „Ja, das ist leider ein Phänomen, das wir alle, eure Eltern, eure Lehrer und alle Hexen rund um die Welt mit Besorgnis beobachten. Obwohl gewisse Dinge verboten sind, schafft ihr es immer irgendwie, diese auf eure Mobiltelefone raufzuladen, oder seht euch die Bilder und Videos bei den älteren Krafttieren am Mobiltelefon an.“ „So ein Blödsinn“, stammelte der Drache verlegen und errötete erneut. Die Waldhexe nahm die Eier aus dem Korb und legte sie in die Porzellanschüssel die auf dem Tisch stand. Sie schnitt eine Brotscheibe von dem Brotlaib runter, den sie bereits in den frühen Morgenstunden im Brotbackofen gebacken hatte. Sie legte sie auf einen Teller und gab ihn dem Drachen. „Wir werden gemeinsam mit euch und euren Eltern über diese Dinge reden. Auch mein Cousin, Polizist Alex, wird dabei sein. Er wird euch erklären, auf was ihr ganz besonders im Umgang mit den sozialen Medien achten sollt.“ „Ich bin aber nur wegen der anderen Krafttiere bereit gewesen, hierherzukommen“, stammelte der Drache verlegen. „Lumus, nun siehst du, was du davon hast, wenn du bei der Infoveranstaltung eines Camps teilnimmst und dabei nur auf dein Mobiltelefon starrst. Du hast nichts mitbekommen von dem, was dort besprochen wurde. Deine Eltern schicken dich doch nicht einfach irgendwohin, ohne mit dir darüber vorher zu reden und sich zu informieren.“
Gerade als die Waldhexe weiterreden wollte, kam das Alpaka Momentum zu den beiden und beschnupperte die Brotscheibe des Drachen. Es verzog kurz das Gesicht, ging wieder zu der Hängematte unter den schattigen Bäumen und legte sich genüsslich hinein. „Wie du gesehen hast, wissen Alpakas zum Beispiel genau, was ihnen guttut und was nicht. Brot zum Beispiel ist Gift für ihre Gesundheit.“ Plötzlich fing der Magen von Lumus laut zu knurren an. „Na, jetzt aber rasch. Schmier dir ein Brot und fang an zu frühstücken. Die Gänse Frida, Bertl, Trudi und Egon kommen auch schon den Weg entlang, ich kann sie schon sehen.“ „Was, wo? Ich sehe nichts“, antwortete der Drache das Brot mampfend. „Ah ja, jetzt seh ich sie auch. Sie stehen dort neben dem Brotbackofen und legen Feuerholz nach.“ „Habt ihr eure Steinschleudern fürs Zielschießen dabei?“, fragte Lumus aufgeregt, als sie im Weingarten ankamen.
„Ja, klar“, rief Frida. „Gestern frisch geschnitzt.“ Schnaufend wie eine Dampflok lief der Schweizer Sennenhund Lot neben Lumus vorbei und blieb vor dem gedeckten Frühstückstisch stehen. „Hallo Waldhexe, bin ich zu spät?“ Dabei legte er seinen Kopf auf den Frühstückstisch. „Nein, bist du nicht, aber jetzt mal gutes Benehmen bitte, und dort drüben ist der Weidenkorb, wo ihr bitte alle eure Mobiltelefone reinstecken könnt. Das Stecksystem ist mit eurem Namen beschriftet. So, dann lasst uns mal alle den weiteren Tag mit einem leckeren zweiten Frühstück beginnen.“
Die Krafttiere gingen Richtung Frühstückstisch. „Habt ihr nicht was vergessen?“, fragte sie die Waldhexe Luna.
Wortlos gingen die Krafttiere daraufhin zum Korb und legten ihre Mobiltelefone zu ihrem Namenskärtchen. In Gedanken versunken bemerkte Lot nicht, dass Momentum von der Hängematte aufgestanden und zu ihnen rübergegangen war. Der Sennenhund rief plötzlich aus: „Hallo Momentum. Hab gar nicht gewusst, dass du auch da bist!“ Lumus rief aufgeregt: „Gebt ihm ja kein frisches Brot, das tut ihm nicht gut und er mag es sowieso nicht!“
Die Waldhexe lachte und Lumus sah sie freudig an. „Siehst du, Luna, ich hab dir vorhin doch zugehört.“
...

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