Der Kampf der Elemente
Evil Luman – Die Jagd nach dem dunklen Schwert
EUR 26,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 380
ISBN: 978-3-99130-298-8
Erscheinungsdatum: 30.01.2025
Die Brüder Meror und Luman könnten unterschiedlicher nicht sein und sind sich doch sehr ähnlich. Als sie in Xeria auf den dunklen Diamantenkönig Ewrad treffen, ändert sich das Leben aller und so muss in diesem Fantasy-Abenteuer jeder seinen eigenen Weg finden.
Kapitel 1
Die Wächterin des Waldes
Glaubst du, es könnte eine Parallelwelt geben? Eine Welt größer und schöner als wir uns vorstellen können, ein Abbild unserer Welt? Träume und Wünsche, die unsere Gedanken in diese Welt ableiten, wodurch wir Kreaturen, Wesen, Monster, Länder, Königreiche sowie Namen erschaffen. Wir entrinnen der Wirklichkeit und tauchen ein in unsere kleine Welt voller Zauber und Magie.
Wir könnten diejenigen sein, die wir sein wollen. Erschaffen unsere eigenen Welten, Waffen und Zivilisation wodurch wir unsere Träume erfüllen. Kreieren Götter und Religionen. Erschaffen Pflanzen, Lebensmittel und andere Dinge. Könnte es sein, diese Welt zu betreten, indem alle unsere Fantasien in Erfüllung gehen können?
Reise mit uns in eine uns unbekannte Welt. In einem grenzenlosen Sternensystem, Milliarden Lichtjahre von unserer Erde entfernt, existiert eine Welt weit außerhalb unserer Vorstellungskraft, voller Abenteuer, Magie, Mysterien, Krieg und Gefahren.
Willkommen in der Welt von Xeria. Hier leben die verschiedensten Tiere, Monster, Kreaturen und Pflanzen zu Lande, zu Wasser, in den Bergen und in luftigen Höhen. Xeria ist umgeben von gigantischen Königreichen, riesigen Palästen, kleinen Dörfern und mittelgroßen Städten in sämtlichen Himmelsrichtungen.
Die verschiedensten Baumarten, durchziehen die Reiche von Norden nach Süden. Warme Winde wehen den Sand des sonnigen Ostens durch Xeria, während im Süden die niedrigen Temperaturen den Stärksten in die Knie zwingen. Aus allen Teilen der verschiedensten Regionen, reisen Händler mit Ihren Gütern durch alle Welt umher. Trotz des Anscheins von Frieden existiert auf den Straßen und Wäldern ein anderes Gesetz. Das Dekret der Banditen, Kreaturen Wegelagerer und Attentäter. Mord, Verrat, Diebstahl sowie andere kriminellen Machenschaften sind selten jedoch nie ungefährlich. Im Endergebnis darunter sind blutige Aufstände, Revolten oder Folter auch keine Selbstverständlichkeit.
Nicht jedes Königreich ist friedlich, doch mit ihren Streitigkeiten bleiben sie unter sich. Aber Barbaren, Banditen, Wegelagerer, Attentäter und Schattenhändler sind nicht die einzige Gefahr und auch nicht die in der oftmals gefräßigen Tier- und üppigen Pflanzenwelt.
Die echte Bedrohung stürmt vom Norden heran.
Der Norden ist eines der fünf schönsten Reiche in der Xerianischen Welt. Üppige Felder, große Bäume und eine blühende Flora und Fauna machen den Norden für jeden Touristen sehenswert. Hier leben die Agron, dieses Volk hat pelzige Ohren, sowie längliche und rotfarbene Ohren, manche haben kurze Haare, manche lange und viele tragen ziemlich lange Haare, fest zusammengebunden.
Die Bauern tragen Schuhe bis zu ihren Beinen hoch, die aus Lianen und Blättern gefertigt sind, sowie lange Stoffkleider. Die Krieger der Agron tragen eine Rüstung aus seltenem Silbererz, das es kaum noch zu finden gibt, mit feinen Verzierungen in den verschiedenen Blättern und Blütenformen.
Ihre Haare reichen bis zur Schulter und sind blau gefärbt. Das Volk schmiedet zwar Waffen, jedoch nur zu Verteidigungszwecken.
Der Norden wurde unter Ihrem gütigen Herrn Jelen, dem König der Agron, regiert.
Jelen bekam vom König Lititias das Nordreich als Lebens- und Zufluchtsort. Da das Volk der Agron beinahe ausgestorben wäre, existieren nur noch wenige Tausende von ihnen. Jelen erbaute am Rande eines Felsens eine Smaragdfestung und nicht weit davon entfernt wurde eine unglaubliche Stadt mit mächtigen Festungswällen errichtet.
Die Bauern gehen zum Arbeiten auf die frisch angelegten Felder. Das Leben war friedlich, doch am Horizont zogen dunkle Wolken empor und Blitze durchbrachen den Himmel, ein dumpfes Donnern ertönte. Die üppige Flora und Fauna begann zu brennen.
Die Agron blickten auf, ihre Ohren zuckten nur hin und her.
Eine Imposante, starke Gestalt mit einer fein geschmiedeten dunklen Diamantenrüstung und einem Mantel mit fest anliegenden und aneinander geschmiedeten Diamanten, erhob sich aus dem Zwielicht der Felsen in das gleißende Licht der niedergehenden Blitze.
Die Agron sahen auf den gigantischen Felsen, wo der Mann aufgetaucht war. Ein lautes Raunen ging durch die Gruppe.
„Was ist nur mit dem Wetter los?“, grummelte ein schnauzbärtiger, rüstungstragender Soldat.
„Hauptmann Kron!“, rief ein junger schwarzhaariger Soldat von den Wällen der Stadt. Der schnauzbärtige, der sich als Hauptmann Kron herausstellte, hob seinen Kopf.
„Was ist?“, rief er nach oben.
„Hauptmann, etwas geschieht auf den Felsen!“
„Wirklich?“
„Sehen Sie selbst!“
In Windeseile rannte Hauptmann Kron die Treppen nach oben auf die Wälle und stieß einige Soldaten zur Seite. „Hier, Sir!“, sagte der junge Soldat und übergab ihm ein verziertes, goldenes Fernrohr. Kron schaute den Soldaten an, nahm das Fernglas und blickte hindurch.
Die Gestalt blickte auf und ein Ruf ertönte, während mit dem nächsten Blitz plötzlich geflügelte Wesen neben der Gestalt auftauchten. Die sogenannten Trubek, waren hässlich anzuschauende Kreaturen mit langen Gesichtern, einer Reiher spitzer Zähne und lang gezogene Stielaugen zum Fürchten.
Die Agron erschraken, nahmen ihre Beine in die Hand und rannten zu den Stadttoren. Kron senkte das Fernglas.
„Er ist …hier“, stotterte er, während seine Hände zitterten.
„Hauptmann?“, fragte der junge Soldat verwirrt.
„Ewrad ist hier! Macht euch kampfbereit!“, rief er lautstark seinen Männern zu.
„Bogenschützen zu mir!“, schrie der junge Soldat.
Ein hohler, dumpfer Klang ertönte.
„ALARM! Alle Männer auf Gefechtsstation“, schrie ein weiterer Soldat, während ein weiterer Soldat eine Glocke ertönen ließ. Panisch rannten die Bewohner hin und her, während sich die Soldaten ebenso durch das Gewusel kämpften.
Der Alarm war trotz des Sturms laut zu hören. „Wir warten auf euren Befehl, Ewrad!“, sagte eines der Trubek zu seiner linken. „Holt sie euch!“, befahl der Mann, der Ewrad genannt wurde. Der Trubek schrie in einem lauten, grässlichen Ton.
Ein kleiner Schwarm entschwand in den Himmel und verfolgte die Bauern, die zurück zur Festung rannten. Den Alarm hatte man auch in der Smaragdfestung vernommen, ein maskuliner, schlanker, jedoch muskulöser Mann blickte aus dem Fenster, neben ihm stand ein schmächtiger Schreiberling.
„Hoheit Jelen, Ihr habt mich gerufen?“, fragte der junge Mann. „Ja, Kleis, Ihr müsst mir eine Nachricht ins Schloss von Lititia bringen zu Händen des jetzigen Königs. Ohne Umwege muss die Hoheitlichkeit dieses Schreiben erhalten!“, sprach Jelen.
„Ich verstehe, mein König!“, sagte der Mann verständnisvoll. „Die Wichtigkeit muss ich nicht betonen, fangen wir an!“, begann der schon ergraute Jelen zu erzählen. In der Stadt ging es hoch her. Ein Trupp, mit Schilden und Speeren bewaffnet, formierte sich vor den Toren. „Hauptmann!“, rief der junge Soldat. „Sie haben es auf die Bauern abgesehen!“, schrie ein Soldat.
„Er will nicht die Bauern!“, antwortete Kron. „Was dann?“
Kron schien es wie Schuppen von den Augen zu fallen. „Er will zum Portal! Ein paar Krieger zum Portal, sofort!“, befahl Kron. „Sofort!“, sagte eine Wache und nahm vier weitere Männer mit sich, die sich ins Innere der Stadt zurückzogen.
„Erschießt die Trubek! Lasst Ewrad hier nicht eindringen! Egal um welchen Preis!“, schrie Kron. „Ihr habt Hauptmann Kron gehört! Unser Ziel ist es die Bauern zu beschützen. Anlegen, Zielen und Feuern!“, kommandierte ein kurzhaariger, muskulöser Bogenschütze den zwanzig anderen Bogenschützen.
„Öffnet das Tor! Beschützt die Bauern!“, ertönte es von Hauptmann Kron. Sofort wurden die breiten Schwingtüren geöffnet, die Bauern rannten in der Mitte hindurch und von beiden Seiten formierte sich der Schildwall, zwischen denen Speere hervorschossen.
Die angreifenden Trubek wurden wie Fliegen vom Himmel geholt. „Sie haben einige der unseren getötet und machen sich bereit, wieder zu schießen!“, berichtete der Trubek zu seiner Linken. Dieser lachte kurz verächtlich auf.
„Zielt auf Ewrad!“, befahl Kron. „Zielen und Feuern!“, ertönte es vom kommandierenden Soldaten. Die Pfeile flogen durch die Luft. Ewrad machte einige Arm- und Beinbewegungen und formte mit verschränkten Armen einen gigantischen Schutzschild über seiner Armee.
Die Pfeile stoppten in der Luft. „Das … das ist nicht möglich!“, stotterte Hauptmann Kron. „Stellung halten!“, rief einer der Schildmänner. Ewrad ballte seine Hand zu einer Faust, zog diese nach hinten, wodurch sich die Pfeile wie durch Geisterhand wieder drehten, mit einer schnellen Armbewegung nach vorne flogen die Pfeile zurück.
„Schilder hoch!“, rief Kron den Bogenschützen zu, jedoch durchbrachen die Pfeile einige Schilder, sogar die des Schildwalls. Sofort nahmen neue Bogenschützen und Schildwachen den Platz der Gefallenen ein. Unterdessen war König Jelen mit seiner Erzählung am Ende.
„Nehmt den Pfad der nördlichen Gabelung!“, sprach Jelen, der seine Hand dankend auf Kleis Schulter legte. Kleis nickte, steckte den Siegelbrief ein, verschwand aus der Festung und bestieg einen Yalpar, eine vierbeinige, langgesichtige Kreatur, auf der er der Nordgrenze über den Wäldern entgegen ritt.
Jelen blickte wieder aus dem Fenster und seufzte. „Das ist es also. Ewrad, du Narr!“ Bei diesen Worten füllten sich Jelens Augen mit Tränen, sein starker Blick jedoch ließ ihn unbeeindruckt wirken. Ewrad zog ein Schwert hervor, dessen Spitze die Stadttore zu berühren schien, und brüllte, woraufhin der Schild verschwand.
Die Trubek erhoben sich kreischend in die Lüfte und attackierten die Stadt. Die Bogenschützen feuerten, hünenhafte Kriegskanonen, aus denen flammende Feuerkugeln kamen, flogen den Trubek entgegen. Viele Trubek konnten ausweichen, doch einige wurden getroffen.
Die Trubek stürzten auf die Bogenschützen und den Schildwall nieder, trotz der Anstrengungen, die Trubek zu Boden zu bringen, wurden viele Agron hoch in die Lüfte geschleudert und zerfleischt. „Haltet Sie auf! Wir drei gehen ebenfalls zum Altar!“, befahl Kron und rannte mit einer Frau und zwei Soldaten ebenfalls in das Innere der Stadt.
Ewrad sprang vom Felsen, rannte in Windeseile dem Tor entgegen. Pfeile wehrte er gekonnt ab, spaltete eine Feuerkugel in einem hünenhaften Sprung in zwei Teile. „Stellung halten. Wir dürfen nicht weichen!“, rief ein junger Soldat.
Angst stand in den Augen der jungen Krieger, als Ewrad nah genug war, um einen heftigen Schwertschlag durchzuführen der die Schildreihen sprengte, die Männer in die Luft katapultierte und zurück in die Stadt katapultiert wurden.
Eine Schlange entstand aus Ewrads’ Händen, deren Körper schwarz wurde und deren Augen begannen grün zu glühen. Diese brach die Stadtwälle ein, zerstörte die Kanonen und zerfetzte die angreifenden Truppen. Die fliegenden Trubek kümmerten sich um die Bogenschützen und die anderen Krieger.
Ewrad bahnte sich seinen Weg durch die kämpfende Stadt, mehrmals wurde er angegriffen, parierte jedoch jeden Schlag. Er durchschritt ein weiteres Haupttor, vor Ihm standen Kron und acht Krieger mit gezückten Waffen, die einen grünen Altar, den blaue Linien zierten, schützten.
Ewrad steuerte direkt auf den Altar zu. Eine braunhaarige, gut gebaute Frau schoss einen Pfeil in Ewrads’ Richtung. Ewrad hob seine Hand und der Pfeil stoppte.
„Habt ihr nicht mehr zu bieten als das?“, fragte er hämisch, und der Pfeil löste sich auf.
„Du kommst hier nicht vorbei!“, sagte Kron.
„Ich bekomme, was ich will. Geht zur Seite!“, befahl Ewrad mit einer tiefen Stimme.
Kron wirbelte das Schwert in seiner Hand.
„Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!“, meinte Ewrad kühn und bewegte sich langsam, aber zielgerecht auf den Altar zu.
Die Bogenschützin rannte auf Ewrad zu und schoss einen weiteren Pfeil in seine Richtung, den Ewrad in den Boden ableitete.
Die Bogenschützin attackierte ihn einige Male, bis sie einen stechenden Schmerz in ihrer Brust fühlte, in ihr steckte ein feingeschliffener Diamant, weshalb sie zusammensackte und auf dem Boden liegen blieb.
Zwei Schwertkämpfer verschwanden in einer dunklen Wolke, die sich in kleinste Partikel auflöste und tauchten neben Ewrad auf, sie schlugen ins Leere, da Ewrad zurückwich.
Ewrad wich den weiteren Schlägen gekonnt aus und tötete beide ohne große Anstrengungen. Ein Muskelberg rannte brüllend auf ihn zu und versuchte, mit seiner Axt Ewrads’ Schädel zu spalten.
Ewrad wich aus, schlug ihm ins Gesicht, nahm die Hand des Angreifers, die er gekonnt über den Rücken seines Widersachers legte. Der Muskelberg schrie auf und ließ seine Axt los. Ewrad warf ihn auf den Boden, versuchte mit seinem Schwert seinen Schädel zu spalten, als er von zwei Metallketten umschlungen wurde und schmerzerfüllt das Schwert zu Boden fallen ließ.
Der Muskelberg erhob sich, rannte auf Ewrad zu. Dieser zog eine Kriegsaxt von seinem Rücken. Ewrad sprang in die Luft, drehte sich, löste sich von den Metallketten und trat dem Krieger ins Gesicht, der taumelte. Ewrad erwischte die Axt des Muskelmannes in der Luft und spaltete seinen Schädel.
Mehrere Male schleuderte der Krieger seine Metallketten nach Ewrad, der die Enden um seine Arme schlang, ihn zu sich zog und seine Kehle mit einem weiteren Diamanten zerschnitt.
Ein Schildträger verschwand ebenso in einer dunklen Wolke, tauchte mehrere Male auf und verletzte Ewrad. Das Messer verfehlte Ewrad nur knapp, hinterließ jedoch eine Wunde am oberen Wangenknochen.
Ewrad hob seine Hand, blickte kurz zu dem Soldaten und lächelte, als er das Blut auf seiner Hand erblickte.
„Gut gemacht!“, erwiderte Ewrad, der den angreifenden Schildträger gegen eine Wand stieß.
Ein Speerkämpfer attackierte Ewrad und mehrere Messer flogen auf Ihn zu. Ewrad zog den Speerkämpfer zu sich heran und hob den Speer an seinen Hals, wodurch er ihn als Schutzschild gegen die Messer benutzte. Ewrad sprang zur Seite, nahm den Speer und der Messerwerfer viel mit dem Speer im Bauch zu Boden.
„Zu schade!“, lächelte Ewrad, hob sein Schwert vom Boden auf und lief auf den Hauptmann zu.
Kron wirbelte sein Schwert in der Hand herum und zauberte einen Schild in die andere.
„Beschütze mich!“, rief er.
„Dein Gott hat sein Ende längst gefunden“, erwiderte Ewrad.
Kron lief auf Ewrad zu, bis sich ihre Klingen kreuzten.
Beide kämpften unerbittlich mit ihren Waffen gegeneinander.
Im Smaragdpalast tauchte hinter Jelen eine Frau auf, deren Gesicht unter einer Kapuze verborgen war.
„Was willst du hier?“, fragte Jelen, ohne sich umzudrehen.
„Ewrad kann nicht mehr klar denken. Wut, Trauer und Hass sind sein größter Fluch. Das ist es, was Ihn antreibt. Stärke und Schwäche, beides ist in Ihm“, sprach die Frau ruhig.
„Ich habe seinem Vater versprochen, mich um ihn zu kümmern, und was habe ich getan? Ihn verraten!“, antwortete Jelen.
„Hattet ihr eine andere Wahl? Das Schicksal ist nicht rückgängig zu machen, das ist es, was nun vorbestimmt ist“, verteidigte die Frau Jelens Aussage.
„Ich hätte mich nicht dem Feind unterwerfen sollen!“, sagte Jelen.
„Ist durch die Geburt Lititias ein Feind entstanden?“, fragte ihn die Frau.
„In der Vergangenheit war Lititia nicht einmal geboren!“, antwortete Jelen.
„Damit etwas Neues entstehen und die Zukunft leben kann, muss die Vergangenheit sterben“, entgegnete die Dame weise.
„Ist die Zukunft wirklich besser, wenn eine Vergangenheit gestorben ist, wodurch das Alte verloren ging?“, fragte Jelen die Frau über seine Schulter hinweg.
Die Dame senkte Ihren Kopf.
„Ihr seid euch der Konsequenzen bewusst!“, meinte die Frau.
„Wenn die Vergangenheit nur so bekämpft wird, sind die Konsequenzen es auch wert“, antwortete Jelen.
Ein Windhauch glitt an Jelen aus dem Fenster vorbei. „Ihr wisst das ich den König nicht für seine Taten verabscheue, ich fühle mich nur noch hilflos!“, sprach Jelen, drehte sich um, doch die Frauengestalt war verschwunden. Jelen lächelte, während er wieder aus dem Fenster blickte.
Fußstapfen näherten sich.
„Wenn Ewrad hier ist, müsst Ihr fliehen mein König!“, meinte ein junger Mann mit drei Tage Bart und stechenden grünen Augen.
…
Die Wächterin des Waldes
Glaubst du, es könnte eine Parallelwelt geben? Eine Welt größer und schöner als wir uns vorstellen können, ein Abbild unserer Welt? Träume und Wünsche, die unsere Gedanken in diese Welt ableiten, wodurch wir Kreaturen, Wesen, Monster, Länder, Königreiche sowie Namen erschaffen. Wir entrinnen der Wirklichkeit und tauchen ein in unsere kleine Welt voller Zauber und Magie.
Wir könnten diejenigen sein, die wir sein wollen. Erschaffen unsere eigenen Welten, Waffen und Zivilisation wodurch wir unsere Träume erfüllen. Kreieren Götter und Religionen. Erschaffen Pflanzen, Lebensmittel und andere Dinge. Könnte es sein, diese Welt zu betreten, indem alle unsere Fantasien in Erfüllung gehen können?
Reise mit uns in eine uns unbekannte Welt. In einem grenzenlosen Sternensystem, Milliarden Lichtjahre von unserer Erde entfernt, existiert eine Welt weit außerhalb unserer Vorstellungskraft, voller Abenteuer, Magie, Mysterien, Krieg und Gefahren.
Willkommen in der Welt von Xeria. Hier leben die verschiedensten Tiere, Monster, Kreaturen und Pflanzen zu Lande, zu Wasser, in den Bergen und in luftigen Höhen. Xeria ist umgeben von gigantischen Königreichen, riesigen Palästen, kleinen Dörfern und mittelgroßen Städten in sämtlichen Himmelsrichtungen.
Die verschiedensten Baumarten, durchziehen die Reiche von Norden nach Süden. Warme Winde wehen den Sand des sonnigen Ostens durch Xeria, während im Süden die niedrigen Temperaturen den Stärksten in die Knie zwingen. Aus allen Teilen der verschiedensten Regionen, reisen Händler mit Ihren Gütern durch alle Welt umher. Trotz des Anscheins von Frieden existiert auf den Straßen und Wäldern ein anderes Gesetz. Das Dekret der Banditen, Kreaturen Wegelagerer und Attentäter. Mord, Verrat, Diebstahl sowie andere kriminellen Machenschaften sind selten jedoch nie ungefährlich. Im Endergebnis darunter sind blutige Aufstände, Revolten oder Folter auch keine Selbstverständlichkeit.
Nicht jedes Königreich ist friedlich, doch mit ihren Streitigkeiten bleiben sie unter sich. Aber Barbaren, Banditen, Wegelagerer, Attentäter und Schattenhändler sind nicht die einzige Gefahr und auch nicht die in der oftmals gefräßigen Tier- und üppigen Pflanzenwelt.
Die echte Bedrohung stürmt vom Norden heran.
Der Norden ist eines der fünf schönsten Reiche in der Xerianischen Welt. Üppige Felder, große Bäume und eine blühende Flora und Fauna machen den Norden für jeden Touristen sehenswert. Hier leben die Agron, dieses Volk hat pelzige Ohren, sowie längliche und rotfarbene Ohren, manche haben kurze Haare, manche lange und viele tragen ziemlich lange Haare, fest zusammengebunden.
Die Bauern tragen Schuhe bis zu ihren Beinen hoch, die aus Lianen und Blättern gefertigt sind, sowie lange Stoffkleider. Die Krieger der Agron tragen eine Rüstung aus seltenem Silbererz, das es kaum noch zu finden gibt, mit feinen Verzierungen in den verschiedenen Blättern und Blütenformen.
Ihre Haare reichen bis zur Schulter und sind blau gefärbt. Das Volk schmiedet zwar Waffen, jedoch nur zu Verteidigungszwecken.
Der Norden wurde unter Ihrem gütigen Herrn Jelen, dem König der Agron, regiert.
Jelen bekam vom König Lititias das Nordreich als Lebens- und Zufluchtsort. Da das Volk der Agron beinahe ausgestorben wäre, existieren nur noch wenige Tausende von ihnen. Jelen erbaute am Rande eines Felsens eine Smaragdfestung und nicht weit davon entfernt wurde eine unglaubliche Stadt mit mächtigen Festungswällen errichtet.
Die Bauern gehen zum Arbeiten auf die frisch angelegten Felder. Das Leben war friedlich, doch am Horizont zogen dunkle Wolken empor und Blitze durchbrachen den Himmel, ein dumpfes Donnern ertönte. Die üppige Flora und Fauna begann zu brennen.
Die Agron blickten auf, ihre Ohren zuckten nur hin und her.
Eine Imposante, starke Gestalt mit einer fein geschmiedeten dunklen Diamantenrüstung und einem Mantel mit fest anliegenden und aneinander geschmiedeten Diamanten, erhob sich aus dem Zwielicht der Felsen in das gleißende Licht der niedergehenden Blitze.
Die Agron sahen auf den gigantischen Felsen, wo der Mann aufgetaucht war. Ein lautes Raunen ging durch die Gruppe.
„Was ist nur mit dem Wetter los?“, grummelte ein schnauzbärtiger, rüstungstragender Soldat.
„Hauptmann Kron!“, rief ein junger schwarzhaariger Soldat von den Wällen der Stadt. Der schnauzbärtige, der sich als Hauptmann Kron herausstellte, hob seinen Kopf.
„Was ist?“, rief er nach oben.
„Hauptmann, etwas geschieht auf den Felsen!“
„Wirklich?“
„Sehen Sie selbst!“
In Windeseile rannte Hauptmann Kron die Treppen nach oben auf die Wälle und stieß einige Soldaten zur Seite. „Hier, Sir!“, sagte der junge Soldat und übergab ihm ein verziertes, goldenes Fernrohr. Kron schaute den Soldaten an, nahm das Fernglas und blickte hindurch.
Die Gestalt blickte auf und ein Ruf ertönte, während mit dem nächsten Blitz plötzlich geflügelte Wesen neben der Gestalt auftauchten. Die sogenannten Trubek, waren hässlich anzuschauende Kreaturen mit langen Gesichtern, einer Reiher spitzer Zähne und lang gezogene Stielaugen zum Fürchten.
Die Agron erschraken, nahmen ihre Beine in die Hand und rannten zu den Stadttoren. Kron senkte das Fernglas.
„Er ist …hier“, stotterte er, während seine Hände zitterten.
„Hauptmann?“, fragte der junge Soldat verwirrt.
„Ewrad ist hier! Macht euch kampfbereit!“, rief er lautstark seinen Männern zu.
„Bogenschützen zu mir!“, schrie der junge Soldat.
Ein hohler, dumpfer Klang ertönte.
„ALARM! Alle Männer auf Gefechtsstation“, schrie ein weiterer Soldat, während ein weiterer Soldat eine Glocke ertönen ließ. Panisch rannten die Bewohner hin und her, während sich die Soldaten ebenso durch das Gewusel kämpften.
Der Alarm war trotz des Sturms laut zu hören. „Wir warten auf euren Befehl, Ewrad!“, sagte eines der Trubek zu seiner linken. „Holt sie euch!“, befahl der Mann, der Ewrad genannt wurde. Der Trubek schrie in einem lauten, grässlichen Ton.
Ein kleiner Schwarm entschwand in den Himmel und verfolgte die Bauern, die zurück zur Festung rannten. Den Alarm hatte man auch in der Smaragdfestung vernommen, ein maskuliner, schlanker, jedoch muskulöser Mann blickte aus dem Fenster, neben ihm stand ein schmächtiger Schreiberling.
„Hoheit Jelen, Ihr habt mich gerufen?“, fragte der junge Mann. „Ja, Kleis, Ihr müsst mir eine Nachricht ins Schloss von Lititia bringen zu Händen des jetzigen Königs. Ohne Umwege muss die Hoheitlichkeit dieses Schreiben erhalten!“, sprach Jelen.
„Ich verstehe, mein König!“, sagte der Mann verständnisvoll. „Die Wichtigkeit muss ich nicht betonen, fangen wir an!“, begann der schon ergraute Jelen zu erzählen. In der Stadt ging es hoch her. Ein Trupp, mit Schilden und Speeren bewaffnet, formierte sich vor den Toren. „Hauptmann!“, rief der junge Soldat. „Sie haben es auf die Bauern abgesehen!“, schrie ein Soldat.
„Er will nicht die Bauern!“, antwortete Kron. „Was dann?“
Kron schien es wie Schuppen von den Augen zu fallen. „Er will zum Portal! Ein paar Krieger zum Portal, sofort!“, befahl Kron. „Sofort!“, sagte eine Wache und nahm vier weitere Männer mit sich, die sich ins Innere der Stadt zurückzogen.
„Erschießt die Trubek! Lasst Ewrad hier nicht eindringen! Egal um welchen Preis!“, schrie Kron. „Ihr habt Hauptmann Kron gehört! Unser Ziel ist es die Bauern zu beschützen. Anlegen, Zielen und Feuern!“, kommandierte ein kurzhaariger, muskulöser Bogenschütze den zwanzig anderen Bogenschützen.
„Öffnet das Tor! Beschützt die Bauern!“, ertönte es von Hauptmann Kron. Sofort wurden die breiten Schwingtüren geöffnet, die Bauern rannten in der Mitte hindurch und von beiden Seiten formierte sich der Schildwall, zwischen denen Speere hervorschossen.
Die angreifenden Trubek wurden wie Fliegen vom Himmel geholt. „Sie haben einige der unseren getötet und machen sich bereit, wieder zu schießen!“, berichtete der Trubek zu seiner Linken. Dieser lachte kurz verächtlich auf.
„Zielt auf Ewrad!“, befahl Kron. „Zielen und Feuern!“, ertönte es vom kommandierenden Soldaten. Die Pfeile flogen durch die Luft. Ewrad machte einige Arm- und Beinbewegungen und formte mit verschränkten Armen einen gigantischen Schutzschild über seiner Armee.
Die Pfeile stoppten in der Luft. „Das … das ist nicht möglich!“, stotterte Hauptmann Kron. „Stellung halten!“, rief einer der Schildmänner. Ewrad ballte seine Hand zu einer Faust, zog diese nach hinten, wodurch sich die Pfeile wie durch Geisterhand wieder drehten, mit einer schnellen Armbewegung nach vorne flogen die Pfeile zurück.
„Schilder hoch!“, rief Kron den Bogenschützen zu, jedoch durchbrachen die Pfeile einige Schilder, sogar die des Schildwalls. Sofort nahmen neue Bogenschützen und Schildwachen den Platz der Gefallenen ein. Unterdessen war König Jelen mit seiner Erzählung am Ende.
„Nehmt den Pfad der nördlichen Gabelung!“, sprach Jelen, der seine Hand dankend auf Kleis Schulter legte. Kleis nickte, steckte den Siegelbrief ein, verschwand aus der Festung und bestieg einen Yalpar, eine vierbeinige, langgesichtige Kreatur, auf der er der Nordgrenze über den Wäldern entgegen ritt.
Jelen blickte wieder aus dem Fenster und seufzte. „Das ist es also. Ewrad, du Narr!“ Bei diesen Worten füllten sich Jelens Augen mit Tränen, sein starker Blick jedoch ließ ihn unbeeindruckt wirken. Ewrad zog ein Schwert hervor, dessen Spitze die Stadttore zu berühren schien, und brüllte, woraufhin der Schild verschwand.
Die Trubek erhoben sich kreischend in die Lüfte und attackierten die Stadt. Die Bogenschützen feuerten, hünenhafte Kriegskanonen, aus denen flammende Feuerkugeln kamen, flogen den Trubek entgegen. Viele Trubek konnten ausweichen, doch einige wurden getroffen.
Die Trubek stürzten auf die Bogenschützen und den Schildwall nieder, trotz der Anstrengungen, die Trubek zu Boden zu bringen, wurden viele Agron hoch in die Lüfte geschleudert und zerfleischt. „Haltet Sie auf! Wir drei gehen ebenfalls zum Altar!“, befahl Kron und rannte mit einer Frau und zwei Soldaten ebenfalls in das Innere der Stadt.
Ewrad sprang vom Felsen, rannte in Windeseile dem Tor entgegen. Pfeile wehrte er gekonnt ab, spaltete eine Feuerkugel in einem hünenhaften Sprung in zwei Teile. „Stellung halten. Wir dürfen nicht weichen!“, rief ein junger Soldat.
Angst stand in den Augen der jungen Krieger, als Ewrad nah genug war, um einen heftigen Schwertschlag durchzuführen der die Schildreihen sprengte, die Männer in die Luft katapultierte und zurück in die Stadt katapultiert wurden.
Eine Schlange entstand aus Ewrads’ Händen, deren Körper schwarz wurde und deren Augen begannen grün zu glühen. Diese brach die Stadtwälle ein, zerstörte die Kanonen und zerfetzte die angreifenden Truppen. Die fliegenden Trubek kümmerten sich um die Bogenschützen und die anderen Krieger.
Ewrad bahnte sich seinen Weg durch die kämpfende Stadt, mehrmals wurde er angegriffen, parierte jedoch jeden Schlag. Er durchschritt ein weiteres Haupttor, vor Ihm standen Kron und acht Krieger mit gezückten Waffen, die einen grünen Altar, den blaue Linien zierten, schützten.
Ewrad steuerte direkt auf den Altar zu. Eine braunhaarige, gut gebaute Frau schoss einen Pfeil in Ewrads’ Richtung. Ewrad hob seine Hand und der Pfeil stoppte.
„Habt ihr nicht mehr zu bieten als das?“, fragte er hämisch, und der Pfeil löste sich auf.
„Du kommst hier nicht vorbei!“, sagte Kron.
„Ich bekomme, was ich will. Geht zur Seite!“, befahl Ewrad mit einer tiefen Stimme.
Kron wirbelte das Schwert in seiner Hand.
„Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!“, meinte Ewrad kühn und bewegte sich langsam, aber zielgerecht auf den Altar zu.
Die Bogenschützin rannte auf Ewrad zu und schoss einen weiteren Pfeil in seine Richtung, den Ewrad in den Boden ableitete.
Die Bogenschützin attackierte ihn einige Male, bis sie einen stechenden Schmerz in ihrer Brust fühlte, in ihr steckte ein feingeschliffener Diamant, weshalb sie zusammensackte und auf dem Boden liegen blieb.
Zwei Schwertkämpfer verschwanden in einer dunklen Wolke, die sich in kleinste Partikel auflöste und tauchten neben Ewrad auf, sie schlugen ins Leere, da Ewrad zurückwich.
Ewrad wich den weiteren Schlägen gekonnt aus und tötete beide ohne große Anstrengungen. Ein Muskelberg rannte brüllend auf ihn zu und versuchte, mit seiner Axt Ewrads’ Schädel zu spalten.
Ewrad wich aus, schlug ihm ins Gesicht, nahm die Hand des Angreifers, die er gekonnt über den Rücken seines Widersachers legte. Der Muskelberg schrie auf und ließ seine Axt los. Ewrad warf ihn auf den Boden, versuchte mit seinem Schwert seinen Schädel zu spalten, als er von zwei Metallketten umschlungen wurde und schmerzerfüllt das Schwert zu Boden fallen ließ.
Der Muskelberg erhob sich, rannte auf Ewrad zu. Dieser zog eine Kriegsaxt von seinem Rücken. Ewrad sprang in die Luft, drehte sich, löste sich von den Metallketten und trat dem Krieger ins Gesicht, der taumelte. Ewrad erwischte die Axt des Muskelmannes in der Luft und spaltete seinen Schädel.
Mehrere Male schleuderte der Krieger seine Metallketten nach Ewrad, der die Enden um seine Arme schlang, ihn zu sich zog und seine Kehle mit einem weiteren Diamanten zerschnitt.
Ein Schildträger verschwand ebenso in einer dunklen Wolke, tauchte mehrere Male auf und verletzte Ewrad. Das Messer verfehlte Ewrad nur knapp, hinterließ jedoch eine Wunde am oberen Wangenknochen.
Ewrad hob seine Hand, blickte kurz zu dem Soldaten und lächelte, als er das Blut auf seiner Hand erblickte.
„Gut gemacht!“, erwiderte Ewrad, der den angreifenden Schildträger gegen eine Wand stieß.
Ein Speerkämpfer attackierte Ewrad und mehrere Messer flogen auf Ihn zu. Ewrad zog den Speerkämpfer zu sich heran und hob den Speer an seinen Hals, wodurch er ihn als Schutzschild gegen die Messer benutzte. Ewrad sprang zur Seite, nahm den Speer und der Messerwerfer viel mit dem Speer im Bauch zu Boden.
„Zu schade!“, lächelte Ewrad, hob sein Schwert vom Boden auf und lief auf den Hauptmann zu.
Kron wirbelte sein Schwert in der Hand herum und zauberte einen Schild in die andere.
„Beschütze mich!“, rief er.
„Dein Gott hat sein Ende längst gefunden“, erwiderte Ewrad.
Kron lief auf Ewrad zu, bis sich ihre Klingen kreuzten.
Beide kämpften unerbittlich mit ihren Waffen gegeneinander.
Im Smaragdpalast tauchte hinter Jelen eine Frau auf, deren Gesicht unter einer Kapuze verborgen war.
„Was willst du hier?“, fragte Jelen, ohne sich umzudrehen.
„Ewrad kann nicht mehr klar denken. Wut, Trauer und Hass sind sein größter Fluch. Das ist es, was Ihn antreibt. Stärke und Schwäche, beides ist in Ihm“, sprach die Frau ruhig.
„Ich habe seinem Vater versprochen, mich um ihn zu kümmern, und was habe ich getan? Ihn verraten!“, antwortete Jelen.
„Hattet ihr eine andere Wahl? Das Schicksal ist nicht rückgängig zu machen, das ist es, was nun vorbestimmt ist“, verteidigte die Frau Jelens Aussage.
„Ich hätte mich nicht dem Feind unterwerfen sollen!“, sagte Jelen.
„Ist durch die Geburt Lititias ein Feind entstanden?“, fragte ihn die Frau.
„In der Vergangenheit war Lititia nicht einmal geboren!“, antwortete Jelen.
„Damit etwas Neues entstehen und die Zukunft leben kann, muss die Vergangenheit sterben“, entgegnete die Dame weise.
„Ist die Zukunft wirklich besser, wenn eine Vergangenheit gestorben ist, wodurch das Alte verloren ging?“, fragte Jelen die Frau über seine Schulter hinweg.
Die Dame senkte Ihren Kopf.
„Ihr seid euch der Konsequenzen bewusst!“, meinte die Frau.
„Wenn die Vergangenheit nur so bekämpft wird, sind die Konsequenzen es auch wert“, antwortete Jelen.
Ein Windhauch glitt an Jelen aus dem Fenster vorbei. „Ihr wisst das ich den König nicht für seine Taten verabscheue, ich fühle mich nur noch hilflos!“, sprach Jelen, drehte sich um, doch die Frauengestalt war verschwunden. Jelen lächelte, während er wieder aus dem Fenster blickte.
Fußstapfen näherten sich.
„Wenn Ewrad hier ist, müsst Ihr fliehen mein König!“, meinte ein junger Mann mit drei Tage Bart und stechenden grünen Augen.
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