Das Flüstern der Wellen
Eine Liebe über Wasser
EUR 19,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 182
ISBN: 978-3-7116-0791-1
Erscheinungsdatum: 25.06.2025
Yara wirkt wie eine ganz normale Jugendliche, doch es schlummert noch ein Geheimnis in ihr, das niemand kennt. Als es droht, ans Licht zu kommen, muss sie sich entscheiden: Wird sie sich weiter verstecken oder für das was sie liebt kämpfen?
Prolog
Der König wartete in seinem Thronsaal. Er schien aufgeregt zu sein, denn er schwamm auf und ab. Er wartete auf etwas, dass sein Leben und das Leben der Nervays verändern würde.
Der Saal war hell erleuchtet, überall waren Fenster und an den Decken waren Pflanzen. Der Thronsaal strahlte. Heute war sowieso ein schöner Tag, unterhalb der Meeresoberfläche in Miowa. Die Stadt erstrahlte und die Meeresbewohner warteten schon seit Tagen auf die Verkündung der Geburt des neuen Thronfolgers.
Der König hatte die Hände auf seinen Rücken gefaltet. Er war angespannt und konnte es kaum noch erwarten, dass seine geliebte Frau, endlich das ersehnte Kind zur Welt brachte.
Da kam ein Bediensteter herein, auf ihn hatte der König schon die ganze Nacht gewartet.
„Majestät, es ist ein Mädchen!“
Der König blickte auf, lächelte, konnte es kaum fassen, dass es ein Mädchen war, so glücklich war er.
Er sagte dem Bediensteten, er solle es gleich dem Kaiser berichten und danach am bestem dem ganzen Ozean.
Der Bedienstete verbäugte sich und trat aus dem Thronsaal.
Der König ging zu seiner Frau und seiner frisch geborenen Tochter.
„Ist sie nicht bezaubernd, Tano?“, lächelte die Königin und gab dem König sein erstes Kind. Der König war überglücklich und trat zum Fenster, dort legte er das Mädchen in eine Krippe aus Holz. Sie hatte viele kleine Verzierungen und war sehr alt. Der König selbst hatte sie in seiner Jugend erbaut.
Dann sprach der König die ersten Worte zu einer Tochter.
„Hallo, meine Kleine, du hast uns lange warten lassen. Aber nun, endlich bist du da und das Land erstrahlt in Glück und Freude.“
Nun kam auch die Königin zum Fenster. Der König küsste sie und bedankte sich bei ihr, dass sie ihm eine kleine Kronprinzessin geschenkt hatte.
Die Königin lächelte, danach verließ sie den Raum. Sie ging ins Badezimmer und ließ sich von den Kammermädchen ein Bad einlassen.
Als der König sich sicher war, dass er nun alleine mit seiner Tochter war, hob er sie wieder aus der Krippe und trat mit ihr näher ans Fenster heran.
„Eines Tages“, sprach der König.
„Eines Tages wird all das hier dir gehören, meine kleine Yara Rhea, Königin der Meere. Trage nur immerzu diese Kette, sie wird dir den Weg zum Meer weisen.“
Mit diesen Worten band der König, der kleinen Yara eine Kette um den Hals. Diese Kette aus Gold mit einem Anhänger in Form eines Schlüssels, sollte das Kind vor allem Bösen beschützen.
„Yara, du bist die Königin, auf die alle Nervays gewartet haben. Du und der Kronkaiser werdet eine neue Welt erschaffen, eine Tür öffnen, zu der zuvor noch niemand Zutritt hatte, ihr werdet allem trotzen und die Unendlichkeit für unser Volk erschaffen, denn die Nervays sind dem Untergang nahe und nur ihr könnt es verhindern.“
Kapitel 1
Nervay 2012
„Yara, aufstehen!“, rief meine Mutter die Treppe herauf.
Es war Freitagmorgen als mein Wecker mich um halb sieben weckte. Nur widerwillig stand ich auf, zog mir meine dunkelblaue Jeans und ein schwarzes Shirt über und trottete die Treppen hinunter. Meine Mutter und meine beiden Zwillingsbrüder saßen schon am Frühstückstisch und unterhielten sich fröhlich.
Oh mein Gott, wie kann man nur so früh schon so gute Laune haben? fragte ich mich.
Meine kleinen Halbbrüder Sam und Jake waren gerade vor ein paar Tagen erst vierzehn geworden, das heißt, sie sind mitten in der Pubertät und total anstrengend. Außerdem können sie sich auch nie beim Essen benehmen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum wir so oft ohne die beiden Essen gehen. Denn wer am Frühstückstisch Erdnussbutter mit dem Finger aus dem Glas fischt und das ganze Gesicht damit beschmiert und schmatzt, wie man es nur von Schweinen gewohnt ist …,Tut mir leid, aber mit Sam und Jake sollte man sich in der Öffentlichkeit was das Essen angeht, niemals blicken lassen.
Doch trotz ihrer anstrengenden Art konnte ich mir ein Leben ohne die beiden nicht mehr vorstellen.
„Yara, was möchtest du heute zu essen mit in die Schule nehmen?“ fragte meine Mutter mich und riss mich damit mal wieder, wie fast jeden Morgen, aus meinen Gedanken.
„Wie immer“, sagte ich in einem noch sehr müden Zustand.
Meine Mutter stand nun in der Küche und bereitete die Brote für mich und meine Brüder vor, denn heute hatte Olga ihren freien Tag, das hieß aber leider auch, dass ich lieber Geld mit in die Schule nehmen sollte, denn meine Mutter konnte weder kochen noch backen. In diesen Dingen hatte sie wirklich zwei linke Hände. Und da sie gestern mal wieder versucht hatte zu backen, bekamen meine Halbbrüder und ich heute das selbst gebackene Brot mit. Doch wir wollten unsere Mutter nicht kränken und so hielten wir immer den Mund, wenn meine Mutter mal wieder eine von ihren Kochattacken bekam, die sie zum Glück nur selten hatte. Heute war jedoch mal wieder so ein Tag und das Brot würde heimlich im Mülleimer der Schule landen. Danach würden meine Brüder und ich nach Hause kommen und wir würden unserer Mutter sagen, dass, das Brot so lecker geschmeckt hätte. Ich weiß, das ist mies, aber meine Mutter bekäme einen Zusammenbruch, wenn wir ihr die Wahrheit sagen würden.
Auf jeden Fall würde der Spuk morgen schon wieder ein Ende haben, denn Olga kommt wieder.
Jetzt kam auch mein Stiefvater die Treppe herunter getrottet und ging erst mal zum Waschbecken. Ich mochte meinen Stiefvater, ich bin mit ihm aufgewachsen und er und meine Mutter liebten sich sehr, nur das zählte. Sie waren nun schon 15 Jahre zusammen und meine Halbbrüder vergötterten ihren Vater.
Ich hatte zwar noch einige Erinnerungen an meinen leiblichen Vater, aber Henry war ein guter Ersatz und er liebte mich genauso wie seine eigenen Söhne.
„Das Waschbecken ist schon wieder verstopft, magst du mal eben bitte nachschauen, Henry?“, fragte meine Mutter ihn und gab ihm beim Vorbeigehen einen Kuss.
So sah unser täglicher Morgen aus, Henry war nämlich nicht nur in seinem Job gut, sondern auch noch ein prima Elektriker, Musiker und Handwerker. Henry beugte sich gerade über das Waschbecken, als ein großer Wasserstrahl herausschoss und seine komplette Kleidung und Gesicht nass machte.
„Wer war das?“, fragte meine Mutter wütend.
Meine beiden Halbbrüder fingen an zu lachen und ich konnte mich auch nur schwer zurückhalten, auch wenn es echt unfair gegenüber Henry war.
„Ihr wisst, dass in diesem Haushalt keine Magie angewandt wird und auch sonst nicht“, sagte meine Mutter mit ernster Stimme.
„Ja, Mama“, sagten Sam und Jake gleichzeitig und guckten nun etwas bedrückt herein. Jetzt hatten sie nichts mehr zu lachen, denn meine Mutter war der Chef in diesem Haushalt und diese Aktion würde den beiden auf jeden Fall noch eine dicke Strafe einbringen.
Und damit willkommen in meiner etwas anderen Familie. Meine Familie ist, mit der Ausnahme von Henry, nämlich alles andere als normal. In Wirklichkeit sind wir so etwas wie Meermenschen.
Ja, so etwas wie Meerjungfrauen, Meermänner, Nymphen, Najaden und so weiter. Nur, dass diese Geschichten alle nur erfunden sind. Ja, das hört sich jetzt etwas komisch an, aber so ist es nun einmal. Wenn Menschen im Meer verschwanden oder Männer damals in der See von schönen Frauen angelockt wurden, dann waren das eine nicht Nymphen und dass andere Meerjungfrauen, nein, das war alles das Gleiche, und zwar nennt man unsere Spezies νεράιδες Θάλασσα, das ist griechisch und bedeutet so viel wie Meeresfeen. Ja, ich weiß, Meeresfeen, hört sich gar nicht so böse an, aber das stimmt nicht, denn wenn man bedenkt, dass unsere Spezies ganze Schiffe in die Tiefe gezogen und Naturkatastrophen wie Tsunami-Wellen heraufbeschworen hat, dann denkt man bei Meeresfeen nicht mehr an die kleinen lieben Geschöpfe von Playmobil. In der Kürze nennen wir uns aber einfach Nervay, denn so wird νεράιδες Θάλασσα ausgesprochen, für die Leute, die kein Griechisch können, was in Deutschland natürlich alle sprechen.
Das ist aber noch nicht alles – nicht nur, dass ich nicht einfach mal normal sein kann, nein, ich bin auch noch eine Prinzessin. Meine Mutter war die Königin von Miowa, das ist eine der größten Städte unterhalb der Wasseroberfläche. Mein Vater, König Tano Pelagius (das heißt, Wassergott und der Mann vom Meer) und meine Mutter herrschten über den atlantischen Ozean.
Als ich vier Jahre alt war, verließ meine Mutter meinen Vater.
„Er hatte sich verändert“, sagte sie immer wieder, und er wäre in sich gekehrt und böse.
Mein Vater hatte sich immer gut mit den anderen Königshäusern verstanden, doch nun war etwas mit ihm geschehen. Er war auf die Seiten des Bösen gewechselt und hatte sich mit der mächtigsten Meereshexe des gesamten Meeres verbündet.
Meine Mutter hatte Angst um mich und so beschloss sie, meinen Vater zu verlassen.
Zuerst lebten wir außerhalb des Königreiches meines Vaters, doch dort fanden uns nach kurzer Zeit die Wachen. Wir mussten fliehen und der einzige Ort, an den mein Vater uns nicht verfolgen konnte, war das Festland.
Nervays können nämlich in der Regel nicht ans Festland gehen, doch meine Mutter, meine Geschwister und ich schon – wir sind Mischlinge.
Meine Mutter war halb Mensch und halb Nervay, so hatte sie es mir jedenfalls immer erzählt. Es war am Anfang etwas schwer, für meine Eltern zu heiraten, denn sie war keine gebürtige Adlige, doch durch ein magisches Ritual, welches die Seelen miteinander verbindet, konnten sie dann doch heiraten. Denn diese magische Verbindung war älter als jedes Gesetz und somit konnte der Adel kein Widerspruch einlegen.
Nachdem wir verschwanden, wurde das Herz meines Vaters nur noch kälter, böser und voller Hass und so heiratete er schon nach kurzer Zeit die Meereshexe, die dann auch noch ein Kind mit in die Ehe brachte. So kam es dann, dass mein Vater uns vergaß, denn nun hatte er eine neue Familie. Doch die anderen Königreiche waren darüber nicht sehr erfreut und der König des Pazifischen Ozeans, des größten Meeres der Welt und der beste Freund meines Vaters, war außer sich vor Wut. Seine Familie war das mächtigste Königshaus der 7 Weltmeere und regierte über alle anderen Königshäuser. Doch nun, als mein Vater mit der Meereshexe Meredith verheiratet war und ihm seine Freunde nichts mehr bedeuteten und er nur noch nach Macht und Zerstörung strebte, riss er alle Meere an sich und führte Kriege, bis alle anderen Königreiche ausgelöscht waren. Nur das Königspaar des Pazifischen Ozeans hatte es geschafft zu fliehen. Auch wenn sie die meiste Macht hatten, selbst sie hätten nicht gegen eine Hexe, verbündet mit einem König ankommen können. Nun herrschte mein Vater über alle sieben Weltmeere. Eine Kette war das Einzige, was ich noch von ihm hatte.
„Yara, aufwachen, du sollst nicht schon wieder am Frühstückstisch einschlafen“, meckerte meine Mutter und streichelte mir über den Kopf.
„Ja, Mama“, seufzte ich.
„Ja, Yara, nicht schlafen“, sagte Jake grinsend.
„Blödmann.“
Sam und Jake konnten richtige Nervensägen sein, besonders wenn sie Magie anwandten. Sie konnten zwar nicht so gut zaubern und heraufbeschwören, wie ich, da die Magische Zeit und das endgültige Erwachen der Kräfte erst mit 16 beginnt und sie zudem nur minimal zu den Nervays zählten. Wir durften zu Hause zwar nicht zaubern, denn meine Mutter und Henry wollten, dass wir genau so normal aufwuchsen wie andere Kinder, und außerdem war es viel zu gefährlich und niemand sollte von den Nervays erfahren, doch an das Magieverbot, hielten wir uns nicht wirklich.
Der Schultag schoss irgendwie so an mir vorbei und als ich in den letzten Stunden im Biologieunterricht saß, wurde mir klar, dass ab heute ja Wochenende ist. Biologie und Mathe waren meine Lieblingsfächer, deswegen war ich auch im naturwissenschaftlichen Profil. Meine Mutter und der Rest der Familie hätten zwar lieber gehabt, dass ich in das ästhetische Profil gegangen wäre, aber ich mochte Naturwissenschaften und außerdem wollte ich gerne einmal Meeresbiologie studieren. Ich liebte das Meer, auch wenn ich seitdem wir geflohen waren, nicht mehr im Meer war. Meine Mutter verbat meinen Brüdern und mir, ins Meer zu gehen. Es war viel zu gefährlich für mich. Zudem könnte mein Vater versuchen, meine Halbbrüder als Druckmittel zu benutzen, daher durften auf sie nicht ins Meer. Doch egal, was die Zukunft auch bringen würde, heute würde erst einmal meine beste Freundin zu mir kommen.
Rubina und ich waren schon seit 5 Jahren befreundet und zum Glück war sie das normale Mädchen, das ich an meiner Seite brauchte, um die Schulzeit überhaupt zu überstehen. Wobei sie so „normal“ auch nicht war. Ihre Eltern waren extrem Reich und damit gehörte sie nicht zum Durchschnitt der Bevölkerung. Wir verstanden uns super und wir beide waren durchgeknallt und lustig, doch das war nicht das Einzige, was uns verband, nein, wir hatten auch beide so ungewöhnliche Namen. Rubina heißt nämlich Wasserfall und Yara heißt Königin des Meeres.
Ich weiß natürlich, warum ich diesen Namen trage, aber das konnte ich Rubina nicht erzählen und somit lachten wir immer zusammen über unsere seltsamen Namen.
Doch trotzdem sagten wir uns immer, die Schicksalsgöttin, falls es eine gab, hatte uns mit unseren ungewöhnlichen Namen zusammengeführt.
Kapitel 2
Rubina
Rubina kam am Nachmittag mit dem Zug an. Wir wohnten leider etwas auseinander, doch das hielt uns nicht davon ab, trotzdem das Wochenende zusammen zu verbringen. Ich ging nach der Schule sofort zum Bahnhof. Zum Glück war der Bahnhof nicht sehr weit von meiner Schule entfernt, so kam ich schon nach 15 Minuten am Bahnhof an. Wir hatten in unserer Stadt nur einen sehr kleinen Bahnhof, trotzdem war er sehr schön. Ich ging in die Eingangshalle, um dort auf Rubina zu warten. Als ich dann auf die Anzeigestafel guckte, sah ich, dass ihr Zug 5 Minuten Verspätung hatte. Das war ja klar, es war Sommer und die Busse und viele Züge verspäteten sich mal wieder. Da es noch etwas dauern würde, bis Rubina ankommen würde, beschloss ich, in den kleinen Kiosk zu gehen.
Gerade als ich bei den Zeitschriften stand und mir den neusten Klatsch und Tratsch der Promis durchlas – übrigens, die Probleme würde ich mal gerne haben -, bekam ich eine SMS von Rubina.
„Yara, bin gerade aus dem Zug ausgestiegen und komme nun gleich die Treppe hoch, Kuss„
Rubina war so süß. Sie schickte mir immer und überall liebe SMS.
Gerade als ich aus dem Kiosk kam, sah ich, wie Rubina in ihrer dunkelroten Jacke die Treppe herauf kam. Ich winkte Rubina zu, damit sie mich sehen konnte. Zuerst guckte sie umher und suchte mich anscheinend, doch dann sah sie mich, lächelte und lief in meine Richtung.
„Yara, ich habe dich so vermisst“, rief Rubina und kam in meine Arme.
„Ich habe dir so viel Neues zu erzählen, was heute Lustiges in der Schule passiert ist, was wir heute Abend machen und wir müssen auch noch gucken, was wir anziehen und wo wir heute Abend vorglühen und ich muss dir noch etwas wegen Nuri erzählen.
Ich hasse seine ganzen komischen Freunde und die kleinen 16-jährigen Mädchen, die auf ihn stehen.“
„Mach mal einen Punkt“, sagte ich mit ruhiger Stimme und schob sie leicht aus meinen Armen.
Ich liebte Rubina für ihre Verrücktheit. Sie war wie eine kleine Schwester für mich. Rubina war 17 und somit 1 1/2 Jahre jünger als ich. Manchmal merkte ich schon den Altersunterschied, doch Rubina war schon sehr weit für ihr Alter und schon sehr erwachsen. Manchmal war sie zwar noch etwas kindisch und noch ein wenig in der Pubertät, aber damit hatte ich kein Problem. Süß war auch, dass sie vor unseren Treffen immer so aufgeregt war, und sie freute sich immer mir alle Geschichten „haarklein“ zu erzählen.
„Ja, ich hatte schon fast vergessen, was wir heute Abend machen wollten“, sagte ich mit einem ironischen freundlichen Lächeln.
Nuri
Nuri war der beste Freund von Rubina und einfach nur …, es gibt kein Wort auf der Welt, was ihn mit einem Punkt beschreibt. Ich mag ihn nicht besonders. Er ist ein oberflächliches, eingebildetes, stolzes, mit Mädchen spielendes Monster. Ja, gut, er sieht umwerfend aus, mit seinen haselnussbraunen Augen, die einen leichten smaragdgrünen Stich haben, seinem braunen, fast schwarzem längeren Haar, seinem schlanken, durchtrainierten Körper und natürlich seiner Größe, die für alle Mädchen perfekt zu sein scheint.
Doch das änderte nichts daran, dass man seinen Charakter genauso gut in eine Mülltonne werfen könnte.
Rubina und Nuri waren schon seit der Grundschule beste Freunde. Er nutzte sie oft aus und ich glaube, deswegen hasste ich ihn auch so sehr. Rubina stellte ihn immer auf ein höheres Podest als sich selbst.
...
Der König wartete in seinem Thronsaal. Er schien aufgeregt zu sein, denn er schwamm auf und ab. Er wartete auf etwas, dass sein Leben und das Leben der Nervays verändern würde.
Der Saal war hell erleuchtet, überall waren Fenster und an den Decken waren Pflanzen. Der Thronsaal strahlte. Heute war sowieso ein schöner Tag, unterhalb der Meeresoberfläche in Miowa. Die Stadt erstrahlte und die Meeresbewohner warteten schon seit Tagen auf die Verkündung der Geburt des neuen Thronfolgers.
Der König hatte die Hände auf seinen Rücken gefaltet. Er war angespannt und konnte es kaum noch erwarten, dass seine geliebte Frau, endlich das ersehnte Kind zur Welt brachte.
Da kam ein Bediensteter herein, auf ihn hatte der König schon die ganze Nacht gewartet.
„Majestät, es ist ein Mädchen!“
Der König blickte auf, lächelte, konnte es kaum fassen, dass es ein Mädchen war, so glücklich war er.
Er sagte dem Bediensteten, er solle es gleich dem Kaiser berichten und danach am bestem dem ganzen Ozean.
Der Bedienstete verbäugte sich und trat aus dem Thronsaal.
Der König ging zu seiner Frau und seiner frisch geborenen Tochter.
„Ist sie nicht bezaubernd, Tano?“, lächelte die Königin und gab dem König sein erstes Kind. Der König war überglücklich und trat zum Fenster, dort legte er das Mädchen in eine Krippe aus Holz. Sie hatte viele kleine Verzierungen und war sehr alt. Der König selbst hatte sie in seiner Jugend erbaut.
Dann sprach der König die ersten Worte zu einer Tochter.
„Hallo, meine Kleine, du hast uns lange warten lassen. Aber nun, endlich bist du da und das Land erstrahlt in Glück und Freude.“
Nun kam auch die Königin zum Fenster. Der König küsste sie und bedankte sich bei ihr, dass sie ihm eine kleine Kronprinzessin geschenkt hatte.
Die Königin lächelte, danach verließ sie den Raum. Sie ging ins Badezimmer und ließ sich von den Kammermädchen ein Bad einlassen.
Als der König sich sicher war, dass er nun alleine mit seiner Tochter war, hob er sie wieder aus der Krippe und trat mit ihr näher ans Fenster heran.
„Eines Tages“, sprach der König.
„Eines Tages wird all das hier dir gehören, meine kleine Yara Rhea, Königin der Meere. Trage nur immerzu diese Kette, sie wird dir den Weg zum Meer weisen.“
Mit diesen Worten band der König, der kleinen Yara eine Kette um den Hals. Diese Kette aus Gold mit einem Anhänger in Form eines Schlüssels, sollte das Kind vor allem Bösen beschützen.
„Yara, du bist die Königin, auf die alle Nervays gewartet haben. Du und der Kronkaiser werdet eine neue Welt erschaffen, eine Tür öffnen, zu der zuvor noch niemand Zutritt hatte, ihr werdet allem trotzen und die Unendlichkeit für unser Volk erschaffen, denn die Nervays sind dem Untergang nahe und nur ihr könnt es verhindern.“
Kapitel 1
Nervay 2012
„Yara, aufstehen!“, rief meine Mutter die Treppe herauf.
Es war Freitagmorgen als mein Wecker mich um halb sieben weckte. Nur widerwillig stand ich auf, zog mir meine dunkelblaue Jeans und ein schwarzes Shirt über und trottete die Treppen hinunter. Meine Mutter und meine beiden Zwillingsbrüder saßen schon am Frühstückstisch und unterhielten sich fröhlich.
Oh mein Gott, wie kann man nur so früh schon so gute Laune haben? fragte ich mich.
Meine kleinen Halbbrüder Sam und Jake waren gerade vor ein paar Tagen erst vierzehn geworden, das heißt, sie sind mitten in der Pubertät und total anstrengend. Außerdem können sie sich auch nie beim Essen benehmen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum wir so oft ohne die beiden Essen gehen. Denn wer am Frühstückstisch Erdnussbutter mit dem Finger aus dem Glas fischt und das ganze Gesicht damit beschmiert und schmatzt, wie man es nur von Schweinen gewohnt ist …,Tut mir leid, aber mit Sam und Jake sollte man sich in der Öffentlichkeit was das Essen angeht, niemals blicken lassen.
Doch trotz ihrer anstrengenden Art konnte ich mir ein Leben ohne die beiden nicht mehr vorstellen.
„Yara, was möchtest du heute zu essen mit in die Schule nehmen?“ fragte meine Mutter mich und riss mich damit mal wieder, wie fast jeden Morgen, aus meinen Gedanken.
„Wie immer“, sagte ich in einem noch sehr müden Zustand.
Meine Mutter stand nun in der Küche und bereitete die Brote für mich und meine Brüder vor, denn heute hatte Olga ihren freien Tag, das hieß aber leider auch, dass ich lieber Geld mit in die Schule nehmen sollte, denn meine Mutter konnte weder kochen noch backen. In diesen Dingen hatte sie wirklich zwei linke Hände. Und da sie gestern mal wieder versucht hatte zu backen, bekamen meine Halbbrüder und ich heute das selbst gebackene Brot mit. Doch wir wollten unsere Mutter nicht kränken und so hielten wir immer den Mund, wenn meine Mutter mal wieder eine von ihren Kochattacken bekam, die sie zum Glück nur selten hatte. Heute war jedoch mal wieder so ein Tag und das Brot würde heimlich im Mülleimer der Schule landen. Danach würden meine Brüder und ich nach Hause kommen und wir würden unserer Mutter sagen, dass, das Brot so lecker geschmeckt hätte. Ich weiß, das ist mies, aber meine Mutter bekäme einen Zusammenbruch, wenn wir ihr die Wahrheit sagen würden.
Auf jeden Fall würde der Spuk morgen schon wieder ein Ende haben, denn Olga kommt wieder.
Jetzt kam auch mein Stiefvater die Treppe herunter getrottet und ging erst mal zum Waschbecken. Ich mochte meinen Stiefvater, ich bin mit ihm aufgewachsen und er und meine Mutter liebten sich sehr, nur das zählte. Sie waren nun schon 15 Jahre zusammen und meine Halbbrüder vergötterten ihren Vater.
Ich hatte zwar noch einige Erinnerungen an meinen leiblichen Vater, aber Henry war ein guter Ersatz und er liebte mich genauso wie seine eigenen Söhne.
„Das Waschbecken ist schon wieder verstopft, magst du mal eben bitte nachschauen, Henry?“, fragte meine Mutter ihn und gab ihm beim Vorbeigehen einen Kuss.
So sah unser täglicher Morgen aus, Henry war nämlich nicht nur in seinem Job gut, sondern auch noch ein prima Elektriker, Musiker und Handwerker. Henry beugte sich gerade über das Waschbecken, als ein großer Wasserstrahl herausschoss und seine komplette Kleidung und Gesicht nass machte.
„Wer war das?“, fragte meine Mutter wütend.
Meine beiden Halbbrüder fingen an zu lachen und ich konnte mich auch nur schwer zurückhalten, auch wenn es echt unfair gegenüber Henry war.
„Ihr wisst, dass in diesem Haushalt keine Magie angewandt wird und auch sonst nicht“, sagte meine Mutter mit ernster Stimme.
„Ja, Mama“, sagten Sam und Jake gleichzeitig und guckten nun etwas bedrückt herein. Jetzt hatten sie nichts mehr zu lachen, denn meine Mutter war der Chef in diesem Haushalt und diese Aktion würde den beiden auf jeden Fall noch eine dicke Strafe einbringen.
Und damit willkommen in meiner etwas anderen Familie. Meine Familie ist, mit der Ausnahme von Henry, nämlich alles andere als normal. In Wirklichkeit sind wir so etwas wie Meermenschen.
Ja, so etwas wie Meerjungfrauen, Meermänner, Nymphen, Najaden und so weiter. Nur, dass diese Geschichten alle nur erfunden sind. Ja, das hört sich jetzt etwas komisch an, aber so ist es nun einmal. Wenn Menschen im Meer verschwanden oder Männer damals in der See von schönen Frauen angelockt wurden, dann waren das eine nicht Nymphen und dass andere Meerjungfrauen, nein, das war alles das Gleiche, und zwar nennt man unsere Spezies νεράιδες Θάλασσα, das ist griechisch und bedeutet so viel wie Meeresfeen. Ja, ich weiß, Meeresfeen, hört sich gar nicht so böse an, aber das stimmt nicht, denn wenn man bedenkt, dass unsere Spezies ganze Schiffe in die Tiefe gezogen und Naturkatastrophen wie Tsunami-Wellen heraufbeschworen hat, dann denkt man bei Meeresfeen nicht mehr an die kleinen lieben Geschöpfe von Playmobil. In der Kürze nennen wir uns aber einfach Nervay, denn so wird νεράιδες Θάλασσα ausgesprochen, für die Leute, die kein Griechisch können, was in Deutschland natürlich alle sprechen.
Das ist aber noch nicht alles – nicht nur, dass ich nicht einfach mal normal sein kann, nein, ich bin auch noch eine Prinzessin. Meine Mutter war die Königin von Miowa, das ist eine der größten Städte unterhalb der Wasseroberfläche. Mein Vater, König Tano Pelagius (das heißt, Wassergott und der Mann vom Meer) und meine Mutter herrschten über den atlantischen Ozean.
Als ich vier Jahre alt war, verließ meine Mutter meinen Vater.
„Er hatte sich verändert“, sagte sie immer wieder, und er wäre in sich gekehrt und böse.
Mein Vater hatte sich immer gut mit den anderen Königshäusern verstanden, doch nun war etwas mit ihm geschehen. Er war auf die Seiten des Bösen gewechselt und hatte sich mit der mächtigsten Meereshexe des gesamten Meeres verbündet.
Meine Mutter hatte Angst um mich und so beschloss sie, meinen Vater zu verlassen.
Zuerst lebten wir außerhalb des Königreiches meines Vaters, doch dort fanden uns nach kurzer Zeit die Wachen. Wir mussten fliehen und der einzige Ort, an den mein Vater uns nicht verfolgen konnte, war das Festland.
Nervays können nämlich in der Regel nicht ans Festland gehen, doch meine Mutter, meine Geschwister und ich schon – wir sind Mischlinge.
Meine Mutter war halb Mensch und halb Nervay, so hatte sie es mir jedenfalls immer erzählt. Es war am Anfang etwas schwer, für meine Eltern zu heiraten, denn sie war keine gebürtige Adlige, doch durch ein magisches Ritual, welches die Seelen miteinander verbindet, konnten sie dann doch heiraten. Denn diese magische Verbindung war älter als jedes Gesetz und somit konnte der Adel kein Widerspruch einlegen.
Nachdem wir verschwanden, wurde das Herz meines Vaters nur noch kälter, böser und voller Hass und so heiratete er schon nach kurzer Zeit die Meereshexe, die dann auch noch ein Kind mit in die Ehe brachte. So kam es dann, dass mein Vater uns vergaß, denn nun hatte er eine neue Familie. Doch die anderen Königreiche waren darüber nicht sehr erfreut und der König des Pazifischen Ozeans, des größten Meeres der Welt und der beste Freund meines Vaters, war außer sich vor Wut. Seine Familie war das mächtigste Königshaus der 7 Weltmeere und regierte über alle anderen Königshäuser. Doch nun, als mein Vater mit der Meereshexe Meredith verheiratet war und ihm seine Freunde nichts mehr bedeuteten und er nur noch nach Macht und Zerstörung strebte, riss er alle Meere an sich und führte Kriege, bis alle anderen Königreiche ausgelöscht waren. Nur das Königspaar des Pazifischen Ozeans hatte es geschafft zu fliehen. Auch wenn sie die meiste Macht hatten, selbst sie hätten nicht gegen eine Hexe, verbündet mit einem König ankommen können. Nun herrschte mein Vater über alle sieben Weltmeere. Eine Kette war das Einzige, was ich noch von ihm hatte.
„Yara, aufwachen, du sollst nicht schon wieder am Frühstückstisch einschlafen“, meckerte meine Mutter und streichelte mir über den Kopf.
„Ja, Mama“, seufzte ich.
„Ja, Yara, nicht schlafen“, sagte Jake grinsend.
„Blödmann.“
Sam und Jake konnten richtige Nervensägen sein, besonders wenn sie Magie anwandten. Sie konnten zwar nicht so gut zaubern und heraufbeschwören, wie ich, da die Magische Zeit und das endgültige Erwachen der Kräfte erst mit 16 beginnt und sie zudem nur minimal zu den Nervays zählten. Wir durften zu Hause zwar nicht zaubern, denn meine Mutter und Henry wollten, dass wir genau so normal aufwuchsen wie andere Kinder, und außerdem war es viel zu gefährlich und niemand sollte von den Nervays erfahren, doch an das Magieverbot, hielten wir uns nicht wirklich.
Der Schultag schoss irgendwie so an mir vorbei und als ich in den letzten Stunden im Biologieunterricht saß, wurde mir klar, dass ab heute ja Wochenende ist. Biologie und Mathe waren meine Lieblingsfächer, deswegen war ich auch im naturwissenschaftlichen Profil. Meine Mutter und der Rest der Familie hätten zwar lieber gehabt, dass ich in das ästhetische Profil gegangen wäre, aber ich mochte Naturwissenschaften und außerdem wollte ich gerne einmal Meeresbiologie studieren. Ich liebte das Meer, auch wenn ich seitdem wir geflohen waren, nicht mehr im Meer war. Meine Mutter verbat meinen Brüdern und mir, ins Meer zu gehen. Es war viel zu gefährlich für mich. Zudem könnte mein Vater versuchen, meine Halbbrüder als Druckmittel zu benutzen, daher durften auf sie nicht ins Meer. Doch egal, was die Zukunft auch bringen würde, heute würde erst einmal meine beste Freundin zu mir kommen.
Rubina und ich waren schon seit 5 Jahren befreundet und zum Glück war sie das normale Mädchen, das ich an meiner Seite brauchte, um die Schulzeit überhaupt zu überstehen. Wobei sie so „normal“ auch nicht war. Ihre Eltern waren extrem Reich und damit gehörte sie nicht zum Durchschnitt der Bevölkerung. Wir verstanden uns super und wir beide waren durchgeknallt und lustig, doch das war nicht das Einzige, was uns verband, nein, wir hatten auch beide so ungewöhnliche Namen. Rubina heißt nämlich Wasserfall und Yara heißt Königin des Meeres.
Ich weiß natürlich, warum ich diesen Namen trage, aber das konnte ich Rubina nicht erzählen und somit lachten wir immer zusammen über unsere seltsamen Namen.
Doch trotzdem sagten wir uns immer, die Schicksalsgöttin, falls es eine gab, hatte uns mit unseren ungewöhnlichen Namen zusammengeführt.
Kapitel 2
Rubina
Rubina kam am Nachmittag mit dem Zug an. Wir wohnten leider etwas auseinander, doch das hielt uns nicht davon ab, trotzdem das Wochenende zusammen zu verbringen. Ich ging nach der Schule sofort zum Bahnhof. Zum Glück war der Bahnhof nicht sehr weit von meiner Schule entfernt, so kam ich schon nach 15 Minuten am Bahnhof an. Wir hatten in unserer Stadt nur einen sehr kleinen Bahnhof, trotzdem war er sehr schön. Ich ging in die Eingangshalle, um dort auf Rubina zu warten. Als ich dann auf die Anzeigestafel guckte, sah ich, dass ihr Zug 5 Minuten Verspätung hatte. Das war ja klar, es war Sommer und die Busse und viele Züge verspäteten sich mal wieder. Da es noch etwas dauern würde, bis Rubina ankommen würde, beschloss ich, in den kleinen Kiosk zu gehen.
Gerade als ich bei den Zeitschriften stand und mir den neusten Klatsch und Tratsch der Promis durchlas – übrigens, die Probleme würde ich mal gerne haben -, bekam ich eine SMS von Rubina.
„Yara, bin gerade aus dem Zug ausgestiegen und komme nun gleich die Treppe hoch, Kuss„
Rubina war so süß. Sie schickte mir immer und überall liebe SMS.
Gerade als ich aus dem Kiosk kam, sah ich, wie Rubina in ihrer dunkelroten Jacke die Treppe herauf kam. Ich winkte Rubina zu, damit sie mich sehen konnte. Zuerst guckte sie umher und suchte mich anscheinend, doch dann sah sie mich, lächelte und lief in meine Richtung.
„Yara, ich habe dich so vermisst“, rief Rubina und kam in meine Arme.
„Ich habe dir so viel Neues zu erzählen, was heute Lustiges in der Schule passiert ist, was wir heute Abend machen und wir müssen auch noch gucken, was wir anziehen und wo wir heute Abend vorglühen und ich muss dir noch etwas wegen Nuri erzählen.
Ich hasse seine ganzen komischen Freunde und die kleinen 16-jährigen Mädchen, die auf ihn stehen.“
„Mach mal einen Punkt“, sagte ich mit ruhiger Stimme und schob sie leicht aus meinen Armen.
Ich liebte Rubina für ihre Verrücktheit. Sie war wie eine kleine Schwester für mich. Rubina war 17 und somit 1 1/2 Jahre jünger als ich. Manchmal merkte ich schon den Altersunterschied, doch Rubina war schon sehr weit für ihr Alter und schon sehr erwachsen. Manchmal war sie zwar noch etwas kindisch und noch ein wenig in der Pubertät, aber damit hatte ich kein Problem. Süß war auch, dass sie vor unseren Treffen immer so aufgeregt war, und sie freute sich immer mir alle Geschichten „haarklein“ zu erzählen.
„Ja, ich hatte schon fast vergessen, was wir heute Abend machen wollten“, sagte ich mit einem ironischen freundlichen Lächeln.
Nuri
Nuri war der beste Freund von Rubina und einfach nur …, es gibt kein Wort auf der Welt, was ihn mit einem Punkt beschreibt. Ich mag ihn nicht besonders. Er ist ein oberflächliches, eingebildetes, stolzes, mit Mädchen spielendes Monster. Ja, gut, er sieht umwerfend aus, mit seinen haselnussbraunen Augen, die einen leichten smaragdgrünen Stich haben, seinem braunen, fast schwarzem längeren Haar, seinem schlanken, durchtrainierten Körper und natürlich seiner Größe, die für alle Mädchen perfekt zu sein scheint.
Doch das änderte nichts daran, dass man seinen Charakter genauso gut in eine Mülltonne werfen könnte.
Rubina und Nuri waren schon seit der Grundschule beste Freunde. Er nutzte sie oft aus und ich glaube, deswegen hasste ich ihn auch so sehr. Rubina stellte ihn immer auf ein höheres Podest als sich selbst.
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