Cover: Seelenfragmente – Das Mosaik der Gefühle

Seelenfragmente – Das Mosaik der Gefühle


EUR 16,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 64
ISBN: 978-3-99146-424-2
Erscheinungsdatum: 04.06.2024
Wie sieht die Wahrnehmung von jungen Menschen aus, die hinter dem Schleier des Schweigens stehen? Eine emotionale Rundschau durch die Seele eines BPS-betroffenen jungen Mannes präsentiert dieser Gedichtband in einfühlsamen Versen.
1. Muse

Ich traf dich eines Tages auf meiner Reise.
Konnte nicht ahnen, was alles noch passieren würde.
Konnte dir nicht widerstehen, dir und deiner besonderen
Art und Weise.
Uns kennen zu lernen war für keinen von uns eine Hürde.

Ich genoss fortan deine Gesellschaft,
du kannst etwas, was nur wenige der Menschen vermögen.
Selbst, wenn wir uns anschwiegen, spürte ich deine Kraft,
die Energie zwischen uns ist vergleichbar mit denen
der Lichtbögen.

Vermagst es zu beruhigen, es zum Schweigen zu bringen,
das in meinen Verstand stetig tobende Chaos.
Es ist bemerkenswert, wie tief deine Worte vermögen
zu dringen,
hast damit etwas gefunden, was ich tief in mir einschloss.

Konntest meine Verteidigung überwinden,
bei deiner Rückkehr immer mehr zu Tage fördern,
mich somit wieder nach und nach mit meinen
Gefühlen verbinden.
So gelang es dir, Stücke meiner Seele heraufzubefördern.

Du wurdest zur Freundin, zur Muse, zur Inspiration,
hast es mir offenbart, mein eigenes Potenzial.
Bin dir dankbar, für jede Herausforderung, für jede Lektion.
Kurzum, deine Art, dein Wesen, du bist einzigartig
und phänomenal.



2. Seelenfragment

Eine Situation, die ein jeder kennt,
Dialoge, die ein jeder bereits hat gehört,
unausgesprochener Gedanke, welcher tief in uns brennt,
von einem andern Menschen betört.

„Mach langsam, du darfst es nicht überstürzen“, sagen sie,
die, welche meinen, erfahren zu sein,
doch wie oder was ich fühle, das wissen sie nie,
Gedanken, Gefühle, Träume, auf immer mein.

„Gib dir doch etwas Zeit!“
Ich spüre, wie sie durch meine Finger rinnt, wie feiner Sand.
Zeit nehmen, das möglich, Zeit geben grenzt an Unmöglichkeit.
Zeit nehmen für das, was entscheidend ist in meinem Fall,
sehne ich mich nach deiner Hand.

„Lernt euch doch erst einmal richtig kennen!“
Ab wann kennt man sich denn richtig?
Die Sehnsucht beginnt zu flackern, zu wachsen und
letztlich zu brennen.
In deiner Gegenwart bin ich glücklich, das ist für mich
entscheidend und wichtig.

Dieses Gedicht, ein Stück von mir,
ein kleines Fragment, ein Stückchen Seele,
da ist noch weitaus mehr, wenn du es willst, zeige ich es dir.



3. Spuren

Ich beseitige Spuren,
Spuren eines vergangenen Gefallens, ich philosophiere.
Welche Spuren hinterlasse ich?
Was kümmert es mich?
Wie sehr tangiert es dich?
Wie sehr will ich gefallen?
Entsteht immer ein Schaden,
wenn Welten aufeinander prallen?
Wir wollen gefallen,
und so tun wir uns gegenseitig einen Gefallen.
Eine nette Geste, ohne zu hinterfragen.
Sei nett zu anderen, dann sind sie es auch zu dir,
höre ich dich sagen.
Ich will nicht klagen,
werde weiterhin keinen Gefallen abschlagen,
positiv auffallen, in Erinnerung bleiben.
Es vielleicht hin und wieder übertreiben.
Spuren hinterlassen, in der Hoffnung,
irgendjemand folgt,
Die Frage, die offen bleibt:
„Ist das so gewollt?“



4. Gefühle wie Gift

Der Organismus ist infiziert,
jedes Jahr aufs Neue.
Die Gedankensphäre irritiert,
diese bekannte Situation schwor ewig Treue.

Die Wände beschränken deinen Lebensraum.
Die Flügel unbrauchbar verkümmert.
Lass es bitte sein ein böser Traum.
Das Gefühl von Freiheit langsam wird zertrümmert.

Der hausgemachte Druck unaufhörlich steigt,
am Ende stellt sich nur eine Frage.
Die Person im Spiegel seit Langem schweigt,
siehst du das, was ich nicht sage?

Vergiftet und vom Gedankensturm übermannt,
große Aufregung sich im Körper manifestiert.
Das Nervensystem wird überrannt.
Das Gefühl, eingesperrt zu sein, sich immer
deutlicher herauskristallisiert.



5. Manchmal

denke ich an vergangene Zeiten,
verliere mich in meinen eigenen Gedanken.
Sie tragen mich hinfort, zu unbekannten Weiten,
wo Wünsche, Träume oder Motive ertranken.

Manchmal verliere ich mich in einzelnen Gedanken,
manchmal frage ich mich, wer ich eigentlich bin.
Was kann ich tun, um es herauszufinden,
wo kann ich auftanken,
wo führt mich meine Reise letzten Endes hin?

Manchmal möchte ich am liebsten schreien,
doch in den meisten Fällen bleibe ich einfach stumm.
Manchmal möchte ich mich von alldem hier befreien,
raus aus diesem scheinbaren Martyrium.

Manchmal siegen die Zweifel und beißen sich fest,
es fehlt die Energie, etwas Neues zu wagen.
Selbst wenn wüsste ich nicht, wie, was zusätzlich stresst,
mich nerven diese unaufhörlichen inneren Fragen.

Manchmal hoffe ich und mache einfach, was ich kann,
meistens findet sich ein Weg, vielleicht ist es die Zeit,
die meine Gedanken befreit, und ich komme weiter voran.
Raus aus dem Labyrinth der Gedanken, raus aus der Trägheit.

Manchmal denke ich, es sei alles nur halb so wild.
Rede mir ein, es sei alles gut, es wird vorübergehen.
Ich hätte im Augenblick nur ein schiefes Bild.
Ich müsse einfach abwarten, Rückgrat zeigen,
aufrecht stehen.

Manchmal frage ich mich, soll das ewig so sein?
Und eine leise Stimme flüstert in mein Ohr,
doch meistens konnte ich mich mit Hilfe befreien,
dennoch kommt dieses Manchmal viel zu oft vor.



6. Heilung

Viele Wege führen ans Ziel,
nur ein paar davon ausprobiert.
Es bleibt noch eine Handvoll, raus aus diesem Spiel.
In diesem werden ideale Welten simuliert,
die eigene dabei ruiniert.

Du wurdest nicht gefragt, ob du spielen willst.
Du kennst auch die Regeln nicht, eine Anleitung gab es nicht.
Du merkst nur, dass du vor Fragen überquillst.
Sie haben dich gezwungen zu spielen, und das Ende ist
nicht in Sicht.

Vergib ihnen, sie wussten es nicht besser.
Sie tragen keine Schuld, sie sind auch nur Spieler.
Sie gaben dir alles, was sie konnten, doch sie erschufen
auch das Messer.
Durch dieses wurde die Verbindung verletzt, gestört
und instabiler.

Sofern diese Verbindung überhaupt einmal bestand.
Ich kann sie nicht spüren, hoffe auf ihre Existenz.
Sie dann im Laufe der Jahre gänzlich verschwand,
ich mach mich auf die Suche nach ihr und meiner
eigenen Resilienz.



7. Die grausame Wahrheit

Du glaubst, die Welt ist ungerecht und grausam zu dir.
Du fühlst dich vom Pech verfolgt und du fragst dich,
wenn sowieso alles gegen dich zu sein scheint,
warum bist du noch hier.
Was hab ich getan, für was soll ich büßen, wofür leide ich?

Die Wahrheit ist, die Welt, wie wir sie sehen, ist nicht real.
Sie eine Projektion, wenn man will, ein manifestierter
Gedanke Einiger.
Dem Großteil der Welt bist du unbekannt, schlichtweg egal,
und dennoch sind wir unsere schlimmsten Peiniger.

Vielleicht nicht bei jedem, aber bei mir ist es der Fall,
kennst du das Gefühl, kurz vor dem Sturm,
kurz vor dem Gewitter,
beängstigend, und voller Furcht erwarten wir
des Donners Knall.
Wir verbergen es, das Gewitter in uns, hinter Schloss
und Gitter.

Doch die grausame Wahrheit ist, alles ist eine Reflexion,
alles, was du erlebst, durch welche Hölle du auch gehst,
alles ist eine grausame und gedankliche Projektion.
Verändere deine Gedanken, veränderst deine Realität,
in der du gehst und stehst.

Ich sehe dich an, du fragst mich, wie das denn gehen soll, verlangst, dass ich dich leite.
Glaubst du wirklich, ich würde den Weg kennen und
ihn nicht mit dir teilen?
Ich bin genau wie du, wir kämpfen denselben Kampf,
Seite an Seite.
Die Wahrheit ist, wir gehen unseren Weg nur allein,
wir werden nur kurz zusammen verweilen.
5 Sterne
Richtig gut - 11.04.2026
Wolfgang Brunnberg

Richtig gut geschrieben.

5 Sterne
berührend und echt - 28.06.2025
Jessica V.

Schönes Buch, das Lust macht noch mehr von dem Autor zu lesen.

5 Sterne
Absolut glaubhaft und wortgewandt - 15.08.2024
Würzburg Lesefuchs

Das Buch Seelenfragmente nimmt die Leser*in mit auf eine Reise in eine glaubhafte Gefühlswelt der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Ehrlich und wortgewandt regen die Gedichte zum Nachdenken an. In einem fast musikalischen Takt fließen die Zeilen zu Reimen zusammen. Die Worte lassen keine Zweifel an der Echtheit der Erlebnisse und Gefühle. Die kurzen Gedichte eignen sich ideal für kleine Pausen im Alltag und regen durchaus eigene Reflexionsprozesse an.

5 Sterne
Ein wunderbares Buch - 09.07.2024
Silke Pilz

Ein wunderbares Buch und ein wunderbarer Mensch dahinter.

5 Sterne
Seelenfragmente: Gedichtband über die Facetten des menschlichen Erlebens - 15.06.2024
Rabiaa Hamo

🩵„Seelenfragmente“ ist ein Gedichtband, der auf beeindruckende Weise die vielfältigen Emotionen des täglichen Lebens einfängt. Der Autor, der selbst mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung lebt, nimmt uns mit auf eine lyrische Reise durch die extreme Gefühlswelt, die diese Erkrankung mit sich bringt. Seine Gedichte sind nicht nur ein Ausdruck seiner inneren Zerrissenheit, sondern auch eine Einladung, die Welt aus einer anderen, oft vernachlässigten Perspektive zu betrachten.🩵Die Gedichte in „Seelenfragmente“ sind geprägt von einer tiefen Emotionalität und Authentizität. Der Autor schafft es, die komplexen und wechselhaften Emotionen, die Menschen mit Borderline erleben, in berührende Worte zu fassen. Dabei gelingt es ihm, die Leser zum Nachdenken anzuregen und ihnen einen neuen Blickwinkel auf die Herausforderungen des Lebens zu bieten.🩵Ein herausragendes Merkmal dieses Werkes ist die Empathie und der Respekt, mit dem der Autor seine Themen behandelt. Er gibt Einblicke in die oft übersehene Welt jener, die in unserer leistungsorientierten Gesellschaft nicht immer Gehör finden. Durch seine Lyrik macht er auf die Bedeutung aufmerksam, diesen Menschen mit Verständnis und Offenheit zu begegnen.🩵„Seelenfragmente“ ist nicht nur ein Buch für Liebhaber von Poesie, sondern auch für diejenigen, die einen tieferen Einblick in die Gefühlswelt von Menschen mit psychischen Erkrankungen gewinnen möchten. Es ist ein Werk, das berührt und zum Innehalten anregt, und es zeigt, wie wichtig es ist, auch die leisen Stimmen unserer Gesellschaft wahrzunehmen.

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