Lyrik & Dramatik

Rock & Roll Gedichte – düster & heiter

Walter F. Steiner

Rock & Roll Gedichte – düster & heiter

Leseprobe:

Diese Gedichte widme ich Babsi




In München traf ich eine Dame,
die mir auf Gesprächsbasis
ihren Beruf erklärte.


Sie

Der Tag neigt sich dem Ende zu die Sterne kommen raus
das ist die Stunde wo sie muss raus aus ihrem Haus
Denn Mitternacht da kommt dann erst ihr ganz großer Verdienst
den jeder der nur will aber auch du in Anspruch nimmst
dabei kann man froh sein denn sie

Arbeitet im Dunkeln denn der Tag ist ihr zu hell
sie braucht dafür ein dickes und ein ziemlich grobes Fell
denn nicht nur Glück und satisfaction findet man bei ihr
und niemand sieht dich wenn du bist die ganze Nacht bei ihr
und keiner gibt es zu.

Denn sie ist ein Mädchen das man kaufen kann für jeden Zweck
sie tröstet jeden und steckt damit jeden Kummer weg
sie gibt dir Liebe gibt dir Hoffnung gibt sich dir voll hin
und damit hat dein Leben wieder einen Sinn

Die höchsten Männer unsres Staates tuen so als ob
sie noch gemeiner wäre als der ganz gemeine Mob
und sie tun so als könnten sie es überhaupt nicht fassen
doch sind’s gerade sie die sich von ihr verwöhnen lassen
und ehrlich ist da keiner

Doch liegst du dann bei ihr
fühlst du dich so frei so gut
und bedankst dich dann bei ihr
denn zu mehr hast du nicht Mut

Denn sie ist ein Mädchen das man kaufen kann für jeden Zweck
sie tut’s mit jedem und steckt damit deinen Kummer weg
sie gibt dir Liebe gibt dir Hoffnung gibt sich dir voll hin
und damit hat dein Leben wieder einen Sinn




Jeder Mensch hat seine erogenen
Zonen. Ebenfalls hat er auch
Körperteile, die auf „Kitzeln“
besonders reagieren.


Greif nicht hin

Wir sind schon lange zusammen
doch das sagt nicht sehr viel
die Zeit verging wie im Fluge
nur zu leben war unser Ziel
es war uns nichts zu teuer
was gut und schön aussah
wir konnten es uns leisten
wir waren für uns da

Wir waren einfach glücklich
und hatten auch nie Streit
wir gingen viel spazieren
es war eine schöne Zeit
doch immer wenn ich müde war
dann griffst du fest dort hin
du weißt ich kann’s nicht leiden
dort wo ich kitzlig bin

Greif dort nicht hin du weißt ich mag das nicht
greif dort nicht hin ich verlier sonst mein Gesicht

Du hattest viel zu lachen
wenn ich geschrien hab
dieses ewige Kitzeln
das bringt mich noch ins Grab
ich frag mich oft wieso
du diese Stelle fandst
sie ist doch so versteckt
dass du sie nicht sehen kannst

Greif dort nicht hin du weißt ich mag das nicht
greif dort doch hin dann verlier ich eben mein Gesicht




Er war ein guter Freund.
Die Musik lag ihm im Blut.
Leider verschwendete er
dieses Talent.


Jonny

Freitag ist’s es ist soweit
die Uhr sie zeigt auf drei.
Jubel Trubel Heiterkeit
die Arbeit ist vorbei
Jonny steigt auf sein Fahrrad
er fährt sehr schnell nach Haus
holt sich Geld von seinem Opapa
und dann geht er groß aus
die irrsten Mädchen rufen laut
wenn sie ihn kommen sehn
kaum eine lässt er alleine steh’n
ist sie noch so verbaut
er nimmt sie dann zu sich nach Haus
und zeigt ihr gleich sein Bett
dann zieht er ihr die Kleider aus
was kommt ist meist sehr nett
Jonny war groß Jonny war stark
keiner konnte das was er vermag
Jonny war gut Jonny war nett
sei es auf der Straße sei es im Bett
Doch einmal war es dann soweit
man sieht es geht geschwind
jeden trifft’s zu seiner Zeit
die Folge ist dann ein Kind
für Jonny war es nun vorbei
die Zeit lief gegen ihn
er schaffte Geld um Geld herbei
und versorgte so sein Kind
Jonny war groß Jonny war stark
keiner konnte das was er vermag
Jonny war gut und er war sehr lieb
ging es um die Frau oder um sein Kind




Wer behauptet, er
kann alleine leben,
hat keine Familie.


Allein

Das Radio war laut
die Gegend mir vertraut
der Motor dröhnte vor sich hin
der Fuß am Gas
die Hände nass
jede Kurve hatte ich im Sinn
Das Fest war aus
jetzt ging es nach Haus
nur der Kopf blieb noch zurück
sie war blond
weiß nicht wo sie wohnt
Wehmut war noch in meinem Blick
Wir hatten getanzt die ganze Nacht
so als wären wir ganz allein
keinen Blick verloren wir an andere
wir wollten nur für uns da sein
Der Weg ist weit
es hat uns gereut
dass wir mussten auseinandergeh’n
in Gedanken versunken
Gefühle machen betrunken
werden wir uns wiederseh’n
War’s nur ein Traum
man muss es glauben
ich hab sie nie mehr geseh’n
es sollte nicht sein
ich blieb ganz allein
muss weiterhin ohne sie leben
Aber wir hatten getanzt oft bis in die Nacht
und waren die ganze Zeit allein
die Anderen waren uns ziemlich egal
wir wollten nur für uns da sein




Gäbe es nicht immer
machtbesessene Menschen,
wäre das Wort „Frieden“
unnötig.


Frieden

Freiheit ist der Welten Ruhm
Freiheit hört man gern
Doch wo gibt’s Freiheit wer hat sie schon
Denn der Friede ist noch fern

Solang die Welt sich noch bekämpft
wird der Frieden nicht geduldet
nur Gewehre Bomben und Granaten
und den Führen wird gehuldigt

Der Kampf muss her nur er hat Sinn
so spricht der der regiert
doch bringt’s den Frieden wenn er gewinnt
oder dann wenn er auch verliert

Der Friede muss her so holt ihn doch
und freut euch doch mit ihm
nur wer den Frieden hat wird glücklich sein
denn das ist der Welten Sinn

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 90
ISBN: 978-3-99048-993-2
Erscheinungsdatum: 22.06.2017
Durchschnittliche Kundenbewertung: 3
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Krampus & Nikolo