Mitunter Gedanken
EUR 17,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 48
ISBN: 978-3-7116-0049-3
Erscheinungsdatum: 27.08.2024
Wer bin ich, wenn ich allein bin? Zu wem werde ich durch die Erfahrung von Schicksalsschlägen und Verlusten? Grit Büchner-Möglings Gedichte treffen ins Schwarze und machen betroffen. Sie überzeugen durch emotionale Tiefe und schmerzhafte Ehrlichkeit.
Abwenden
Im Guten oder Bösen
Oder gleichgültig
Verschwendete Lebenszeit
„Gib mir mein Leben zurück, gib mir …“
Zornig oder traurig
Vielleicht beides
Enttäuschung
Sehr häufig
Falsch verstanden oder gerade richtig
Möglicherweise
Alte Liebe
Ja, besser abgewandt
Alte Vorstellungen oder neue Ideen
Realistisch?
Lieber einmal zu viel abwenden
Als einmal zu wenig? Zum Schutz?
Angetrieben
Warum?
„Warum fühlen Sie sich angetrieben?“
Fragt sie.
Ich weiß nicht. Es ist immer so.
Sie: „Seit wann?“
Solange ich denken kann.
Sie: „Hören Sie doch auf.“
Nein, dann gibt es kein Ziel.
Sie: „Warum Ziel?“
Man benötigt es zum Leben.
Sie: „Und wenn es weg ist?“
Ein neues suchen.
So geht es weiter
Weiter
Noch leben
Weiter, angestrengt
Annehmen
Weiter
Aber wirkliches Ziel: Leben leben
Asche im Schnee
Es ist dunkel und kalt
Sehr kalt
Es ist trotzdem nicht zu spüren
Es ist warm
Es ist schön
Asche im Schnee
Die Gedanken drehen sich
Diese Bewegung hilft, die Kälte zu vergessen
Alleinsein hilft
Asche
Man wird müde
Die Drehung reicht nicht mehr
Müdigkeit
Es wird kalt
Keine Lösung
Zum letzten Mal Asche im Schnee
Bis morgen
Bei Nacht sind alle Katzen grau
Wir kennen den Tag, in Pflichten verstrickt
Wir müssen
Wir folgen Terminen, uns selbst vergessend
Wir malen uns aus, die Welt, die wir erschaffen möchten
Wir jagen nach Zielen, im steten Lauf
Wir wollen schaffen und etwas schaffen
Wir wollen besser sein, dabei stets nach Höhe trachten
Wir vergleichen – uns – euch
Wir rechtfertigen, als müssten wir es beweisen
Wir kommunizieren, doch manchmal wird die Stille gesucht
Wir nehmen wahr, die Wahrnehmung nimmt uns gefangen
Wir kommen an oder verweilen in der Leere
Wir nehmen die Hoffnung mit nach morgen
Wir blicken zurück, was uns der Tag auferlegt
Dann rettet uns die Nacht
Bewusstsein des Selbst
Es ist tief, ganz tief unten
Man sieht es nicht
Spürt es nicht
Ist es da?
Man kommt nicht an es heran
Zu kurz die Arme und der Wille
Ich fass es nicht an, nein
Ich kenne es nicht
Also lass ich es da
Es wurde gesagt: „Es ist gut. Du brauchst es.
Ohne hast du schon verloren!“
Man sieht mich nicht, hört mich nicht
Sicherheit
Dann lieber ohne es
So abgrundtief gehe ich nicht rein
Das ist gefährlich
Abstürzen, Brüche, einfach kaputt
Das Bewusstsein hatte ich nie
Zu spät
Das kenne ich nicht
Es soll bleiben, wo es ist
Ich bin sicher …
Das Kissen
Ich weine,
in mein kleines Kissen heulend die Welt verfluchend.
Manchmal hilft es, oft nicht.
Ich will weinen,
bin traurig,
so erschöpft, muss mich ausruhen vom Schluchzen.
Warum weinen?
Scham, Schuld, Unzulänglichkeit …
Ich möchte unsichtbar sein.
Jetzt fängt das Karussell an
zu drehen, immer die gleiche Richtung,
schneller, langsamer, schneller,
immer das Gleiche.
Ich möchte weinen,
in mein kleines Kissen, dann hört das Drehen auf,
wenigstens kurz.
Der Hund
Der Hund war eine Hündin,
eigentlich kein richtiger Hund,
weil klein.
Aber eine Spitzbübin,
das tat er kund,
weil nicht klitzeklein.
Der Hund war nicht perfekt,
lebte mit schiefen Zähnen,
das merkte kaum einer.
Er war halt defekt,
man musste es nicht erwähnen,
ein lächelnder Vierbeiner.
Der Hund war irgendwann alt und grau,
mit 105 war es vorbei,
das Lichtlein ging aus.
Wir sagten ciao,
der Freund nur noch in Träumerei,
nur Dankbarkeit und Applaus.
Die Wohnung schläft
Das ist schön,
eine friedliche Zusammenkunft
mit mir selbst.
Das ist ausreichend.
Es ist anstrengend,
aber ehrlich,
trotzdem ehrlich.
In der Stille der Nacht,
die Gedanken fliegen weit,
die Welt verblasst.
Alle Sorgen schwinden, fast.
Ich bin in Einklang,
mit mir und meiner Welt, fast.
Die Wohnung schläft.
Und ich auch.
Ein fast ruhiger Schlaf,
voller Träume und Gedanken.
Die Nacht vergeht,
ein neuer Tag erwacht,
mit der Gewissheit,
dass ich meinen Weg gehen muss. Wieder.
Das ist fast schön.
Eine friedliche Zusammenkunft
mit mir selbst.
Das ist ausreichend.
Es ist anstrengend.
Aber ehrlich,
trotzdem ehrlich.
Die Stille und Ruhe dieser Wohnung
sind bei mir.
Ich finde selbst fast Frieden,
in der Einsamkeit und im Sein.
Du bist da
Immer
In Ewigkeit verweilend
Meine Falten still betrachtend
Von zarten Anfängen, wie eine glatte, ruhige Wüste
Bis zu den stürmischen, wilden Momenten in der Wüste
Aber du bleibst beständig
Trotz allem
Bis zum letzten Atemzug?
Fast war es so
Du warst immer gegenwärtig
Aufpassend, treu
Ich sollte den Weg nicht gehen
Er wäre einfach gewesen
Ich habe ihn nicht gewählt. Deinetwegen?
Bleib
...
Im Guten oder Bösen
Oder gleichgültig
Verschwendete Lebenszeit
„Gib mir mein Leben zurück, gib mir …“
Zornig oder traurig
Vielleicht beides
Enttäuschung
Sehr häufig
Falsch verstanden oder gerade richtig
Möglicherweise
Alte Liebe
Ja, besser abgewandt
Alte Vorstellungen oder neue Ideen
Realistisch?
Lieber einmal zu viel abwenden
Als einmal zu wenig? Zum Schutz?
Angetrieben
Warum?
„Warum fühlen Sie sich angetrieben?“
Fragt sie.
Ich weiß nicht. Es ist immer so.
Sie: „Seit wann?“
Solange ich denken kann.
Sie: „Hören Sie doch auf.“
Nein, dann gibt es kein Ziel.
Sie: „Warum Ziel?“
Man benötigt es zum Leben.
Sie: „Und wenn es weg ist?“
Ein neues suchen.
So geht es weiter
Weiter
Noch leben
Weiter, angestrengt
Annehmen
Weiter
Aber wirkliches Ziel: Leben leben
Asche im Schnee
Es ist dunkel und kalt
Sehr kalt
Es ist trotzdem nicht zu spüren
Es ist warm
Es ist schön
Asche im Schnee
Die Gedanken drehen sich
Diese Bewegung hilft, die Kälte zu vergessen
Alleinsein hilft
Asche
Man wird müde
Die Drehung reicht nicht mehr
Müdigkeit
Es wird kalt
Keine Lösung
Zum letzten Mal Asche im Schnee
Bis morgen
Bei Nacht sind alle Katzen grau
Wir kennen den Tag, in Pflichten verstrickt
Wir müssen
Wir folgen Terminen, uns selbst vergessend
Wir malen uns aus, die Welt, die wir erschaffen möchten
Wir jagen nach Zielen, im steten Lauf
Wir wollen schaffen und etwas schaffen
Wir wollen besser sein, dabei stets nach Höhe trachten
Wir vergleichen – uns – euch
Wir rechtfertigen, als müssten wir es beweisen
Wir kommunizieren, doch manchmal wird die Stille gesucht
Wir nehmen wahr, die Wahrnehmung nimmt uns gefangen
Wir kommen an oder verweilen in der Leere
Wir nehmen die Hoffnung mit nach morgen
Wir blicken zurück, was uns der Tag auferlegt
Dann rettet uns die Nacht
Bewusstsein des Selbst
Es ist tief, ganz tief unten
Man sieht es nicht
Spürt es nicht
Ist es da?
Man kommt nicht an es heran
Zu kurz die Arme und der Wille
Ich fass es nicht an, nein
Ich kenne es nicht
Also lass ich es da
Es wurde gesagt: „Es ist gut. Du brauchst es.
Ohne hast du schon verloren!“
Man sieht mich nicht, hört mich nicht
Sicherheit
Dann lieber ohne es
So abgrundtief gehe ich nicht rein
Das ist gefährlich
Abstürzen, Brüche, einfach kaputt
Das Bewusstsein hatte ich nie
Zu spät
Das kenne ich nicht
Es soll bleiben, wo es ist
Ich bin sicher …
Das Kissen
Ich weine,
in mein kleines Kissen heulend die Welt verfluchend.
Manchmal hilft es, oft nicht.
Ich will weinen,
bin traurig,
so erschöpft, muss mich ausruhen vom Schluchzen.
Warum weinen?
Scham, Schuld, Unzulänglichkeit …
Ich möchte unsichtbar sein.
Jetzt fängt das Karussell an
zu drehen, immer die gleiche Richtung,
schneller, langsamer, schneller,
immer das Gleiche.
Ich möchte weinen,
in mein kleines Kissen, dann hört das Drehen auf,
wenigstens kurz.
Der Hund
Der Hund war eine Hündin,
eigentlich kein richtiger Hund,
weil klein.
Aber eine Spitzbübin,
das tat er kund,
weil nicht klitzeklein.
Der Hund war nicht perfekt,
lebte mit schiefen Zähnen,
das merkte kaum einer.
Er war halt defekt,
man musste es nicht erwähnen,
ein lächelnder Vierbeiner.
Der Hund war irgendwann alt und grau,
mit 105 war es vorbei,
das Lichtlein ging aus.
Wir sagten ciao,
der Freund nur noch in Träumerei,
nur Dankbarkeit und Applaus.
Die Wohnung schläft
Das ist schön,
eine friedliche Zusammenkunft
mit mir selbst.
Das ist ausreichend.
Es ist anstrengend,
aber ehrlich,
trotzdem ehrlich.
In der Stille der Nacht,
die Gedanken fliegen weit,
die Welt verblasst.
Alle Sorgen schwinden, fast.
Ich bin in Einklang,
mit mir und meiner Welt, fast.
Die Wohnung schläft.
Und ich auch.
Ein fast ruhiger Schlaf,
voller Träume und Gedanken.
Die Nacht vergeht,
ein neuer Tag erwacht,
mit der Gewissheit,
dass ich meinen Weg gehen muss. Wieder.
Das ist fast schön.
Eine friedliche Zusammenkunft
mit mir selbst.
Das ist ausreichend.
Es ist anstrengend.
Aber ehrlich,
trotzdem ehrlich.
Die Stille und Ruhe dieser Wohnung
sind bei mir.
Ich finde selbst fast Frieden,
in der Einsamkeit und im Sein.
Du bist da
Immer
In Ewigkeit verweilend
Meine Falten still betrachtend
Von zarten Anfängen, wie eine glatte, ruhige Wüste
Bis zu den stürmischen, wilden Momenten in der Wüste
Aber du bleibst beständig
Trotz allem
Bis zum letzten Atemzug?
Fast war es so
Du warst immer gegenwärtig
Aufpassend, treu
Ich sollte den Weg nicht gehen
Er wäre einfach gewesen
Ich habe ihn nicht gewählt. Deinetwegen?
Bleib
...

