Lyrik & Dramatik

Im Schatten der Wirklichkeit

Maritta Dorothea Kötting

Im Schatten der Wirklichkeit

Leseprobe:

30. Kleines Wesen

Du kleines Mädchen,
so niedlich mit deinen Kulleraugen
so unschuldsvoll und doch so keck
die Welt entdecken wollend
So viel möchtest du sagen,
allein, dir fehlen die Worte
aber nein, wir reimen das schon zusammen
was du uns sagen willst
Es ist gar nicht so schwer,
denn deine Gestik erklärt so vieles!

***

31. Meine Stadt im Frühling

Leben, Lebendigkeit, Eleganz,
fröhliche Gesichter,
etwas Geschäftiges, etwas Gemütliches.
Lachen, erzählen,
Tüten mit Marken-Labels,
Tüten mit Geheimnisvollem.
Ein Glas Wein, Kaffeeduft von Gegenüber.
Meine Lieblingsbedienung, Fräulein „Smily“.
Heute mit einer Blüte im Haar.
Kurzes Winken.
Froh sein, hier in meinem Lieblings-Café
auf meinem Lieblings-Boulevard sitzen zu können
und einfach nur genießen in der Frühlingssonne

***

32. Ein wenig Luxus

Ein wenig Unbekümmertheit
Mit Blick in den blauen Himmel
Ein wenig träumen, dass es nie anders sein könnte
Ein wenig den Alltag vergessen
Ein wenig spüren die Leichtigkeit des Seins
Ein wenig glauben, dass es für immer so schön sein wird
Ein wenig Illusion von der Beständigkeit des Glücks
Oder, nein,
einfach den Augenblick genießen ?ohne Anspruch auf Ewigkeit!

***

33. Kennst du das

Kennst du das,
wenn man heute anders lacht als gestern,
anders denkt als vorgestern,
Hoffnung selbstverständlich ist,
Optimismus leichtfällt,
Vorstellungen vom Glück selbstverständlich sind.
Von Dankbarkeit überwältigt,
spüre ich bis ins Innerste meiner Seele:
Größe, Glück, Unendlichkeit!
Du unsagbar schönes Gefühl,
wie kann ich dich festhalten?

***

34. Zauber des Augenblicks

Zuerst genießt du nur,
dann sagst du dir:
wie wunderschön ist es hier.
Du genießt die Sonne,
die fröhlichen Menschen
scheinen dir alle so nah zu sein.
Du möchtest diese kurze Zeit festhalten,
du möchtest alles aufnehmen, was du siehst
und was dein Herz bewegt.
Dann fragst du dich:
Wird es jemals wieder so schön?
Nicht fragen, einfach genießen und mitnehmen!

***

35. Paradies

Weißer Sand, türkisblaues Meer,
unfassbar, die Schönheit der Natur,
so majestätisch und geheimnisvoll,
die Palmen am Saum des Strandes,
biegen sich so malerisch über den weißen Sand.
Das muss das Paradies sein.
Weit draußen im karibischen Meer genieße ich den Blick,
den das sanfte Schaukeln auf dem Katamaran uns freigibt.
Niemals werde ich die Schönheit dieser Natur vergessen,
niemals den weißen Sand,
der unsere Füße wie Watte eingehüllt hat,
niemals die Wärme des Wassers
niemals das sanfte Eintauchen
in ein Meer, noch so ohne Tiefe
weit draußen von der Küste entfernt,
so warm, so weich, so kristallklar, so majestätisch,
nie werde ich dich vergessen
du Paradies auf Erden

***

36. Kleine Prinzessin

Manchmal sind deine Worte noch unverständlich,
deine Gestik auch,
dein Bemühen, die vielen Worte zu artikulieren.
Wenn meine Aufmerksamkeit
für das, was du sagen willst, groß ist,
wenn ich kombiniere, um zu verstehen, stelle ich fest,
dass deine Gedanken, dein Verständnis für die Dinge
schon weit über deine kleine Welt hinausgehen.
Allein, dir fehlen die Worte, sie zu äußern,
die Kunst der Wortsprache,
die du sicher irgendwann beherrschen wirst.
Behüte dieses Kleinod gut, kleine Prinzessin,
und erkenne irgendwann,
dass es manchmal besser ist, zu schweigen,
dein kleines Krönchen zurechtzurücken
und die Schätze deiner geistigen Fähigkeiten
am richtigen Ort zur richtigen Zeit einzusetzen.

***

37. Du schöner Augenblick

Bleib du schöner Augenblick,
bleib hier an diesem Ort,
aber bleib vor allem in meinen Erinnerungen
Keiner der so glücklichen Momente
lässt sich kopieren, keiner kommt zurück!
Wenn du Glück hast,
lassen sie sich auf verschiedene Weise wiederholen,
doch zunächst, erkenne sie,
denn nur was du als Glück auch wahrnimmst,
füllt deinen Speicher für ein glückliches Leben
und dein Herz mit Dankbarkeit

***

38. Abschied für immer

Du reichst mit deine Hand,
überhäufst mich mit Liebeserklärungen.
Ich frage mich, ob das sein kann
Liebe, so schnell, so einfach
Und doch würde sie eine große Veränderung ?für mein weiteres Leben bedeuten!

Es kam der Sommer,
es kam der Herbst,
Es kamen die Fragen,
die unbeantwortet blieben:
aufbauen diese Beziehung,
Schwierigkeiten hinten anstellen,
aus schwarz rosa werden lassen?
Es soll doch passen,
es muss passen,
man gewöhnt sich aneinander.
Es gibt ja schließlich Wichtigeres!

Das Herz füllt sich mit Wehmut,
die Augen mit Tränen,
die Fragen füllen Seiten,
Vorstellungen von dem was war,
was ist. was sein wird.
Dominant die Frage:
War sie richtig, die Entscheidung?

Entzaubert mache ich halt,
im Herzen Sehnsucht „nach Hause“ zu kommen, wo immer das auch ist! Die Stille wird zur Qual, das Leben zu einem Theaterstück. Mühsames Zurückholen der Erinnerungen an erlebte Glücksmomente, mühsames Abwägen zwischen dem was ist und dem was schlimmer sein könnte. Vage Vorstellung von dem was man Glück nennt, Zweisamkeit, miteinander wachsen, Liebe…
Die Vorstellung von gemeinsamer Zukunft wird verschwommen, die Vorstellung von Trennung klarer, wachrütteln, Vergleiche mit Freunden. Das Glück ist relativ! Neues Auftanken irgendwie.
Jeder Tapetenwechsel wird zur Farce,
weil meine Gedanken
mit jedem Weglaufen wieder eingeholt werden.

Ich sehe einen roten Luftballon fliegen, Gefüllt mit unerfüllten Träumen fliegt er weg. Unerreichbar gewinnt er an Höhe. Er nimmt die Hoffnung mit, dass alles nochmal gut werden könnte!

Der Wind trägt den Ballon in die Wolken, als wenn er nicht die Verpflichtung hätte, ihm nochmal eine andere Richtung zu geben, ihn nochmal kurz anzuhalten, nochmal dem Kurswechsel des Lebens nachzugeben, nochmal kurz den Eindruck zu erwecken: es wird alles gut, es wäre kein Abschied für immer!

***

39. Heute habe ich gelebt

Heute habe ich gelacht, geliebt, getanzt, gesungen
und an mich geglaubt
in der Gewissheit „alles wird gut“
Heute habe ich gelebt …

Format: 18 x 18 cm
Seitenanzahl: 96
ISBN: 978-3-99038-832-7
Erscheinungsdatum: 14.09.2015
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
EUR 22,90
EUR 13,99

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