Lyrik & Dramatik

Gedanken

Monika Ghezzi

Gedanken

Tief in meiner Seele

Leseprobe:

Aufgewacht, nachgedacht,
weg wollen, anderes Land,
andere Stadt.
Warum nur fehlt die Beständigkeit,
obwohl ich alles hab’?
Immer auf der Suche,
die Gegenwart steht nie zu Buche.
Der Gedanke, im anderen Land
wäre alles besser, keine Probleme,
keine Stresser.


Müde bist du,
fühlst dich schwach,
der Geist so wach, denn du
denkst nach.
Unsicher, Ungewissheit,
Angst davor, was bringt
die Zeit.
Willst positiv nach vorne sehen,
lässt es aber doch geschehen,
dass Angst und Zweifel dich
begleiten.
Willst die Zeit zurück dann drehen,
so, als wäre nichts geschehen, denn
Angst und Zweifel dich begleiten
in allen deinen Lebenszeiten.


Einen Tag, den ich nicht so gerne mag:
Glücksgefühle, Aufgewühle,
Traurigkeit und wenig Ziele.
Positiv nach vorne gehen
und dann doch im Regen
stehen.
Hoffen, bangen, auf und ab,
Ängste machen niemals schlapp.
Finde keinen Platz
in dieser Welt,
mir ist, als ob mich niemand
hält.


Das Schweigen tut so weh,
auch, weil ich es nicht versteh’.
So gerne würde ich mit dir träumen,
möchte einfach nichts versäumen.
Jeder ist für sich allein,
weiß jetzt gerade gar nicht, was wird sein.
Vielleicht will ich was anderes als du,
ich schaue schon so lange zu.
Schweigen, schweigen immerzu.


Was aber, wenn du niemals den Seelenpartner findest?
Was, wenn es so was gar nicht gibt?
Was, wenn du niemals wirklich geliebt?
Woher willst du wissen, was wahre Liebe ist?
Vielleicht musst du nur warten, bis das Leben
und die Liebe dich einfach küssen.


Vielleicht denk’ ich zu viel,
weil ich zu viel will.
Ich wünsche mir so sehr,
die Stille tief in mir.
Dann könnt’ ich ganz bescheiden
das Chaos in mir vermeiden.


Ich seh’ dein Gesicht, tausend Bände es spricht.
Dein Lächeln so fein und so klar.
Dein ernster Blick dem Kummer so nah.
Die Augen, mal müde,
mal zornig und auch mal ganz wach,
erzählen so vieles von Leid und von Schmach.
Dein Mund, mit den zärtlichen Lippen,
verspricht mir den Himmel,
doch es kann auch mal kippen.
Ich schau dich so gern an,
du bist wie ein Buch,
in dem ich dann finde, was ich gerade such’.


Sehnsucht ergreift von mir Besitz,
geheimnisvoll und nicht geschützt,
denn ich weiß nicht, woher sie kommt.
Sie führt mir vor die Traurigkeit,
die Tränen, die sind auch nicht weit.
Sie macht mich schwach und suchend,
doch finden tu’ ich nichts,
denn wie gesagt, das Geheimnis aus ihr spricht.
Musik erfüllt mein Leben,
ihr kann ich mich ergeben.
Das Herz und auch die Seele
ständig dann am Schweben.
Der Rhythmus mich verführt,
die Worte mich berühren.


Die große Last liegt auf dem Ast,
den Baum, den stört es kaum.
Er steht im Park, so groß und stark,
umringt von Blumen spricht er zart:
Dem Regenbogen, dem wäre ich gewogen.
Würd’ mich erfreuen an seinen Farben,
könnt die Welt sich daran laben.


Egoismus, Despotismus und
Narzissmus beherrschen diese Welt,
nur das Wichtigste, das fehlt.
Alle sind mit sich beschäftigt,
schauen nicht nach anderen,
immer höher, immer weiter,
denken nur an Wegbereiter.
Sehen das Wesentliche nicht,
sind oft in Gedanken schlicht,
regeln alles mit dem Verstand,
keiner reicht dem anderen die
Hand.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 40
ISBN: 978-3-99107-135-8
Erscheinungsdatum: 03.05.2021
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5
EUR 15,90
EUR 9,99

Herbstlektüre