Dreiundachtzig

Dreiundachtzig

G.S. Manoe


EUR 17,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 330
ISBN: 978-3-99038-922-5
Erscheinungsdatum: 15.10.2015
Die 90-jährige Anna Moor lebt einsam und allein in einem kleinen Dorf. Sie hütet ein schreckliches Geheimnis: Vor 40 Jahren hat sie ihren Mann getötet. Ihr einziger Sohn hat ihr das niemals verziehen. Doch plötzlich scheint alles nicht mehr so zu sein, wie Anna es 40 Jahre lang geglaubt hat.
I.

„Dreiundachtzig, vierundachtzig, fünfundachtzig …“
„Was machst du da?“
„Ich zähle die Tage.“
„Die Tage?“
„Ja. Ich möchte wissen, wie viele Tage wir bis Weihnachten noch haben.“
„Und? … Wie viele?“
„Sechsundachtzig. Plus heute … Also eigentlich siebenundachtzig, weil der heutige Tag auch noch vor uns ist. Siebenundachtzig Tage.“
„Ist das viel? Ich kann nur bis fünf zählen …“
Das kleine Mädchen streckt die Finger ihrer linken Hand und zeigt stolz das Ergebnis.
„So viel. Ich habe fünf Finger. Die Mama hat gesagt, wenn ich fünf werde, werde ich schon sooo groß sein …“
Sie hebt einen Arm hoch und stellt sich auf ihre Zehenspitzen.
„So groß … Oder vielleicht noch größer …“
„Wie alt bist du jetzt?“
„Drei.“
„Gehst du schon in den Kindergarten?“
„Nein … Erst nach Weihnachten … Die Mama hat gesagt, dass ich noch warten muss.“
„Aha. Sie hat bestimmt recht… Übrigens, wie heißt du?“
„Clara! Komm, Schatz, wir müssen los!“
Die Stimme kommt aus der Nähe und das Mädchen rennt fort, ohne zu antworten.

Sie heißt also Clara.
Sie ist neu in der Straße, die Familie mit einer kleinen Tochter, zog erst vor ein paar Monaten in das Nachbarhaus, nachdem Herr Flein gestorben war. Er war schon weit über neunzig Jahre alt gewesen, und nach seinem Tod verkaufte seine Tochter die Immobilie. Ich hörte, der Nachfolger sei eine sehr nette Familie, aber ich hatte noch nicht die Möglichkeit gehabt, sie kennenzulernen.
Es lag am Wetter.
Und an meinem Alter, natürlich.
Sie sind noch jung und verbringen viel Zeit im Garten, genießen den Sommer unter freiem Himmel, ich aber beobachte lieber durch das Fenster, was draußen passiert. Im Juli und im August war ich nicht so oft aus dem Haus gekommen, es sei denn, das Wetter passte und ich konnte eine halbe Stunde auf der Terrasse verbringen.
Es war immer sehr heiß. Der ganze Sommer war mit seinen fast vierzig Grad beinahe unerträglich für mich, ich hielt ihn nur in meinem kleinen Wohnzimmer aus und konnte das Haus nur in den frühen Morgenstunden zum Einkaufen verlassen.
Aus meinem Fenster sah ich das kleine Mädchen und ihre Mutter ab und zu, aber wir sprachen nie miteinander.
Bis heute.

Heute ist es endlich nicht mehr so schwül, und ich genieße den schwachen Sonnenstrahl auf meiner Haut. Ich kremple die Ärmel meine Bluse auf, sodass ich auf meinen Armen die angenehme Wärme genießen kann. Sogar durch meine geschlossenen Augen spüre ich die heilsame Kraft des Lichtes, und einen Moment lang kann ich alles um mich vergessen. Ich lehne meinen Kopf zurück, stütze mich auf der Schaukel ab und atme den Duft des fortschwebenden Sommers tief ein.
Herrlich.

Es ist bereits September und die Welt riecht völlig anders als vor einem Monat. Die Düfte sind viel stärker und durch die angenehme leichte Brise, die fast immer weht, nehme ich alles viel intensiver wahr.
Und diese unbeschreibliche Stille. Keine Autos, kein Lärm, nur ich. Für eine kurze Zeit fühle ich mich wie in einem wunderschönen Traum. Wie in einem Märchen.
Ich wünsche mir, der Traum hörte nie auf, dieses Gefühl ließe mich nie wieder los, aber binnen fünf Minuten ist es doch vorbei.
Irgendwo in der Nähe fängt ein Hund zu bellen an, und ich bin wieder wach.
Ich schaue den Kalender in meiner Hand noch einmal an.
Siebenundachtzig Tage.
Eine lange Zeit.
Sehr lange.

In der letzten Zeit wurde es mir fast schon eine Gewohnheit, die Tage zu zählen. Bis Ostern … bis zwanzigsten Juli … bis Weihnachten. Die Tage, die Wochen vergehen ein wenig schneller, wenn man genau weiß, wie lange noch. Wenn ich ganz exakt planen kann, dass ich noch zehn Tage vor mir habe und dann ist es so weit. Zehn, neun, acht, sieben … aber siebenundachtzig ist verdammt lang.
Wieso fing ich diesmal so schmerzlich früh mit dem Zählen an?
Siebenundachtzig bedeutet den ganzen Herbst und noch einen Teil des Winters dazu.
Ich umklammere den kleinen Kalender mit meinen Fingern, schaue die Zahlen auf dem zerknitterten Papier mit verschleierten Augen noch einmal an, aber die Realität kann ich nicht ändern. Bis Weihnachten kann noch einiges passieren.
Ich bleibe noch eine Viertelstunde auf der Schaukel sitzen, habe überhaupt keine Lust, wieder ins Haus zu gehen. Das Mittagessen kann warten. Meine Nachbarin brachte mir zwar etwas von dem nahegelegenen Restaurant, ein Gericht mit Fleisch und Kartoffeln, aber ich verspüre keinen Appetit. In letzter Zeit ist es öfters so. Ich weiß, dass ich essen muss, meine Nachbarin wies schon darauf hin, dass ich zu abgemagert bin, aber ich könnte problemlos den ganzen Tag ohne einen einzigen Bissen aushalten.
Ob ich etwas esse oder nicht, ist mir egal.

Ich weiß selbst, dass ich abnehme. Nicht viel, aber kontinuierlich. Meine Haut ist blass, und meine Augen mit den Augenringen sitzen erschreckend tief in den Wangenknochen. Meine Haare sind längst grau geworden, und von der Fülle, auf die ich einst so stolz war, bleibt nur die Erinnerung.
Tja. Dies sind grausame Spuren des Lebens, mit denen ich existieren muss.
Meine Haare.
Morgens binde ich sie zu einem festen Knoten auf meinem Hinterkopf, was mein Gesicht noch schmaler macht, aber das stört mich auch nicht mehr.
Ich will nicht mehr schön sein. Nur leben.
In den Spiegel schaue ich nur gelegentlich, meistens, wenn ich ihn putze, und dabei kann ich mein Gesicht, die Veränderung, ein wenig beobachten. Aber nur schwach. Und es ist gut so.
Ein Glück, dass meine Sehstärke in den letzten Jahren auch ziemlich nachließ, und so sehe ich nur, was ich unbedingt sehen muss und bleibe dadurch ein bisschen verschont.

Ich gehe in die Küche, wo mein Mittagessen in der weißen Kunststoffdose auf dem Tisch liegt, und öffne den Deckel. Wie ich vermutete. Schnitzel mit Kartoffelbrei und ein wenig Salat. Noch nicht ganz kalt, sieht eigentlich ganz appetitlich aus; ich rühre es dennoch nicht an.
„Wenn du diese siebenundachtzig Tage schaffen willst, musst du essen! So geht es nicht weiter!“
Meine innere Stimme schallt laut in meinem Kopf, und ich weiß, dass sie recht hat. Ich bin trotzdem unfähig, mich zu bewegen.
„Wozu das Ganze? Alles wird genau so sein wie bei der letzten Weihnacht.“
Langsam bin ich gewohnt, Dialoge mit mir selbst zu führen, zu fragen, zu antworten, wieder zu fragen, wieder zu antworten.
„Weißt du überhaupt, wie schwierig es ist? … Immer nur dieses Wort: VIELLEICHT! … Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich es will.“
Meine Stimme ist ganz leise, kaum ein Flüstern, und meine Hände zittern, als ich mich auf dem Stuhl abstütze.
„Ich weiß es wirklich nicht.“
„Natürlich willst du es! Und ob! Du wartest mit jeder einzelnen Faser deines Körpers darauf, ob du es zugibst oder nicht!“
Meine innere Stimme plappert in meinem Kopf ununterbrochen weiter, und es fällt mir immer schwerer, mich auf sie zu konzentrieren.
„Bitte, gib nicht auf! Noch nicht!“
Ich sacke auf dem Stuhl neben mir zusammen, stütze meinen Kopf mit meiner Hand, versuche meine Argumente zusammenzufassen, aber es geht nicht. Meine Stirn glüht, als ob ich hohes Fieber hätte, die Bilder verschwimmen vor meinen Augen, und ich höre, dass ein Tränentropfen hilflos auf dem Tisch landet. Und dann noch einer und noch einer, und ich versuche gar nicht mehr, dagegen zu kämpfen. Ich höre die Wörter nicht mehr in meinem Kopf, ich kenne sowieso schon auswendig, was sie zu sagen haben.
„Sei stark! Sei stark!“
Ich möchte stark sein, wieder positiv denken, wie man sagt, aber es gibt Tage, an denen ich es nicht schaffe. Wie heute.
Es liegt wahrscheinlich am Wetter.

Plötzlich klingelt das Telefon. Im Bruchteil von Sekunden bin ich wieder wach und nehme den Hörer in die Hand.
„Hallo! Wer ist da?“
Mein Herz schlägt wieder hundertachtzig, meine Hände zittern, als ich den Hörer auf mein Ohr drücke.
„Ich bin’s, Martha. Ich wollte nur wissen, ob ich eventuell am Dienstag statt am Montag kommen könnte. Ich muss nämlich am Montag in die Stadt, und ich komme nicht rechtzeitig zurück.“
Ich antworte nicht, es dauert endlos, bis ich wieder aus der Enttäuschung erwache.
„Sind Sie da? … Anna …“
„Ja, ja … Ich höre … Du kommst am Dienstag statt am Montag …“
Ich wiederhole automatisch den Satz, ohne nachzudenken.
„Dienstag passt mir auch. Ich habe für den Tag nichts Besonderes vor, du kannst also kommen, wann du willst.“
„Geht’s Ihnen gut? Ihre Stimme klingt irgendwie … anders.“
„Ja, ja … Mir geht’s gut. Ich bin nur ein wenig erkältet“, lüge ich sie an.
„Ich habe gerade eine Tablette genommen, gegen Halsschmerzen, weißt du, aber es ist nicht so schlimm, in zwei, drei Tagen ist es sicher vorbei.“
„O. K. Aber Sie rufen mich an, falls Sie doch etwas brauchen! In Ordnung?“
Sie ist richtig besorgt, und ich weiß, dass sie es ernst meint.
„Mach dir keine Sorgen, mir geht’s gut … Aber danke … Wir sehen uns am Dienstag.“
„Bis Dienstag dann.“
Ich höre, dass die Leitung unterbrochen wird, und ich lege den Hörer auf.

Sie ist sehr nett. Martha. Ich lernte sie vor circa zwei Jahren kennen, als ich mir mein Bein brach und ich dringend eine Haushaltshilfe suchte. Sie hat sich als einzige gemeldet, und ich stellte sie ohne irgendwelche Referenzen, einfach nach Sympathie, ein. Ich dachte nicht viel nach.
Früher hatte ich alles allein gemacht, das Putzen, Kochen, Einkaufen, aber mit diesem schlimmen Sturz änderte sich vieles. Wochenlang konnte ich mich kaum bewegen – es dauert halt, bis die Knochen zusammenwachsen, und in meinem Alter dauert es noch länger –, aber auch nachher war ich nicht mehr die Alte. Laut Ärzte war ich „fit wie ein Turnschuh“, alle meine Unterlagen bestätigten das, aber ich fühlte mich irgendwie … schwach.
Ich nervte die Ärzte zwar und fragte immer wieder nach, aber sie lächelten mich nur an und erteilten eine äußerst kluge Auskunft: Was wolle ich überhaupt, ich sei schon fast neunzig, andere wären froh, wenn sie halb so fit wären, wie ich es sei.
Ja, sie hatten vermutlich alle recht, aber ich habe dieses Gefühl bis dahin nicht gekannt. Ich war verzweifelt.
Blieb es für immer so?

Seit dieser Zeit muss ich während der Gartenarbeit öfters Pausen einlegen, weil mir schwindelig ist, und ich kann die Strecke bis zum Bahnhof nicht mehr in einem Stück zurücklegen. Meine Beine taten weh, und wenn der Abend kam, schwellten sie fast doppelt so dick an. Die Ärzte meinten, ich solle verschiedene Medikamente, fürs Herz, den Blutdruck und was weiß ich noch alles, einnehmen, aber mir gefiel die Vorstellung, von Medikamenten abhängig zu sein, überhaupt nicht. Also hörte ich fleißig die unerschöpflichen Ratschläge an, nickte zustimmend mit dem Kopf, wie sie das von mir erwarteten, um zu zeigen, dass ich sie verstand – aber ich nahm und nehme immer noch kein einziges Medikament ein.
Natürlich erzähle ich davon keinem, sie würden denken, ich habe nicht mehr alle Tassen im Schrank. Ich löse immer fleißig alle Rezepte ein, aber die Medikamente landen in der untersten Ecke des Schrankes. Dort werden sie erst gefunden werden, wenn ich schon unter der Erde liege. Das ist richtig so, oder?
Ich kann sie doch nicht einfach in den Müll schmeißen, es fällt dann eventuell auf!
Sicher ist sicher.
Also, was hat Martha eben gesagt? Wann kommt sie? … Nicht am Montag … oder nicht am Dienstag?
Ich muss in meinem Kalender nachsehen …
Ich latsche zu dem Tisch zurück und schaue das Datum an.
Es muss Dienstag sein … hoffe ich.
Mein Blick fällt auf die kleine Schüssel mit meinem Mittagessen, die immer noch auf dem Tisch steht. Ich sollte vielleicht doch etwas davon essen.
Es ist bereits kalt, die Panier auf dem Fleisch ist ganz matschig, der Salat sieht auch nicht mehr frisch aus; aber das interessiert mich momentan nicht. Ich setze mich hin und nehme ein kleines Stück in den Mund.
Schmeckt gut.
Ich merke erst jetzt, wie hungrig ich bin.
Ich esse weiter und versuche alle meine Gedanken auf die Seite zu schieben.
„Morgen. Wir diskutieren morgen weiter. Jetzt iss dein Essen, und mach danach einen Spaziergang auf der frischen Luft! … Es wird alles gut.“
Meine innere Stimme fängt erneut an, mich zu bereden, und diesmal ergebe ich mich. Ich esse so lange, bis die kleine Dose ganz leer ist.
Morgen ist auch ein Tag.
Ich warte.
Und ich gebe nicht auf.


II.

„Hast du alles?“
„Ja, Mam.“
„Auch die Zahnbürste?“
„Ja, Mam. Alles dabei.“
„Hast du genug Geld?“
„Jaaaa…! Wie oft muss ich es noch sagen, ich habe alles!“
„O. K. Aber ruf mich an, wenn ihr dort seid!“
„Ja. Das haben wir auch schon mehrfach besprochen. Ich rufe euch an, sobald wir den Campingplatz erreicht haben. Ich bin nicht blöd. Ich bin schon achtzehn, kein kleines Kind mehr, also lass bitte diese permanente Fürsorge! Es nervt!“
Er gibt mir einen flüchtigen Kuss auf die Wange, und schon ist er weg.
Ich stehe noch eine Weile am Fenster, hinter der großen, weißen Orchidee, und beobachte ihn heimlich, wie er mit dem Fahrrad losfährt. Er mag es nicht, wenn ich das tue, aber ich kann nicht anders. Es ist das erste Mal, dass er allein – ich meine ohne uns – für mehrere Tage unterwegs ist, und es macht mir Sorgen. Natürlich ist er schon reif, beinahe erwachsen, das weiß ich, ich brauche aber noch Zeit, um das zu verarbeiten. Es ist noch gar nicht allzu lange her, dass er in der Grundschule war und wir zusammen die Hausaufgaben machten oder auf dem Fußboden des Wohnzimmers Lego-Häuser bauten. Die Jahre verschwinden so unbeschreiblich schnell, und bis wir aufwachen, sind die Kinder längst aus dem Haus.

Ich schaue auf die Uhr, es ist kurz vor vier. Martin sollte bereits zu Hause sein.
Heute ist Freitag, und er arbeitet nur bis zwei. Die Fahrt nimmt circa zwanzig Minuten in Anspruch, und auch wenn viel Verkehr wäre, spätestens um drei sollte er trotzdem ankommen.
Obwohl, in der letzten Zeit musste er ziemlich viele Überstunden machen, und es kam schon öfters vor, dass er erst ganz spät am Abend, völlig übermüdet, nach Hause kam.
Aber es wäre trotzdem schön, wenn er heute rechtzeitig einträfe; heute ist unser Hochzeitstag. Der Zwanzigste.
Und ich habe etwas geplant.
Eigentlich hoffte ich so sehr, weil unser Sohn eh nicht zu Hause ist, könnte sich Martin für das Wochenende etwas – nur für uns zwei – einfallen lassen. Etwas, was man nicht jeden Tag macht, etwas, woran wir uns noch in zehn Jahren gut erinnern könnten. (Es ist doch nicht irgendein Datum.) Etwas … Romantisches.
Es wäre so schön gewesen!
Aber von Martins Seite kam leider nichts. Die Zeit verging, und ich wollte es nicht dem Zufall überlassen. Ich buchte ein exklusives Zimmer für zwei Tage, Frühstück und Abendessen inklusive, in seiner Lieblingsstadt, plante dabei auch einen Kinobesuch oder einen langen Spaziergang – und jetzt warte ich sehnsüchtig darauf, die große Überraschung einzulösen.
Ich stelle mir sein Gesicht vor, wenn er alles mitbekommt, und freue mich jetzt schon riesig darauf.
Und gut gekühlten Champagner und ein leckeres Essen habe ich natürlich auch.
Niemand weiß Bescheid, nur Adam, mein Sohn, und meine beste Freundin, Eva, sind eingeweiht.
Ich schaue erneut auf die Uhr. Fast halb fünf.
Was kann das bloß sein?
Normalerweise ruft er mich immer an, wenn er so lange wegbleibt, damit ich mir keine Sorgen mache. Immer. Wieso hat er das heute vergessen? … Ausgerechnet heute.
Ich hole das Telefon und wähle seine Nummer.
Lange geschieht nichts, aber als ich schon fast auflege, hebt jemand ab.
Ich atme erleichtert auf.
„Hallo!“, knurrt mein Mann unfreundlich in den Apparat.
„Martin, ich bin es … Wo bleibst du so lange? Ist etwas passiert?“
5 Sterne
die geschichte geht unter die haut - 04.01.2016
imene

ich habe das buch innerhalb von 2 tagen gelesen weil es mich von anfang an "gefesselt" hatte. habe mit der hauptfigur mitgefiebert und mitgehofft... bis zum schluss... toll geschrieben! werde es definitiv weiterempfehlen!

5 Sterne
Berührend - 22.11.2015
Marion

Es gibt Bücher da muss man erst einpaar Seiten lesen und man kommt rein.Bei diesem Buch war es anders ,ich war gleich in der Geschichte und sie fesselte mich,berührte mich,ich war traurig und neugierig und glaubte nicht das was zeitweise zu Sein schien und dann das Ende . Ich hoffte und war zum Schluss glücklich. Danke der Autorin für wunderschöne Stunden die ich verbringen durfte und für Gedanken die dadurch entstanden sind.

5 Sterne
"83" von G.S. Manoe - Sehr lesenswert! - 15.11.2015
Bernhard Obster

Das Buch "83" von G.S. Manoe hat mich von Anfang bis Ende in den Bann gezogen, aber auch emotional sehr aufgewühlt.Gefühle und Ereignisse werden so intensiv beschrieben, dass man mit der Erzählerin alles miterlebt und die Rollen tauscht.Der Erzähl-Stiel nähert sich Dostojewskis Schuld und Sühne, die Handlungsgeschichte könnte von Rosamunde Pilcher stammen.Sehr zu empfehlen zum lesen in der Herbst- oder Wintert-zeit

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