Das Gute entdecken

Das Gute entdecken

Walid Daw


EUR 26,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 92
ISBN: 978-3-903271-42-5
Erscheinungsdatum: 21.02.2022
Walid Daw ist es in „Das Gute entdecken“ gelungen, große Fragen des Lebens in kurzen Texten philosophisch und sprachlich attraktiv aufzubereiten. Ein Büchlein voller Weisheiten, die zum Nachdenken anregen.
Leitgedanke

Dieses Buch ist eine Einladung
sich selbst zu erforschen
und den inneren Reichtum zu entdecken
der Du bist





Lebenskraft

In uns allen gibt es eine Kraft, die spontan fließt und das Leben sucht.
Kontakt, Gesundheit, Liebe und Lebendigkeit sind damit verbunden.
Diese Kraft lebt in Dir, trotz Schwächen und Widerstand, egal ob Du zurückgezogen oder isoliert lebst, Gravierendes erlebt oder Zärtliches vermisst hast - auf der tiefsten Ebene gibt es in jedem von uns einen Impuls, der Richtung Leben strebt und fließen möchte.
Sich damit zu verbinden, schafft Grund für Dein Sein, vergleichbar mit einer Pflanze, die sich mit der Erde verwurzelt und dem Licht entgegenwächst, um die ihr innewohnende Schönheit dem Leben zu geben.
Denk nicht weiter nach, es gibt weder dann noch wann.
Du kannst diese Kraft einsperren oder leben.
Es wäre schade, wenn dieser Impuls erstickt.





Du bist die Quelle
und der Fluss
Du bist das Wasser
und das Ufer
Du bist die Form
und die Formlosigkeit
Du bist die Fülle
und die Leere
Zugleich





Lebensreise

Unser Leben ist eine endlose Reise, ob wir schlafen, essen, meditieren oder arbeiten. Egal was wir machen, es gilt als unsere Reise, unser Weg. Diese Reise erfordert, dass man sich für den eigenen Weg öffnet, sich öffnet für die Schritte, die man als Nächstes unternimmt.
Die Welt, in der wir leben, ist fabelhaft. Sie ist ausgesprochen brauchbar und mit Freude und Leichtigkeit lebbar. Wir sehen, wie Autos auf der Straße vorbeifahren, Häuser an ihrem Platz stehen, Bäume wachsen, Blumen blühen, Regen und Schnee fallen. Die Welt mag viele störende Dimensionen haben, aber die Natur, in der wir leben, ist schön und geordnet. Schönheit und Ordnung brauchen einen Bezug, um erlebt zu werden. Wir können diesen Bezug schaffen. Wir können auch lernen, diese Welt zu bejahen, diesen Planeten mit unserem Da-Sein zu bereichern.
Wir Menschen besitzen in uns eine Grundlage, die uns erlaubt, aus unserem Dasein etwas Wertvolles zu machen. Diese Grundlage steht uns jederzeit zur Verfügung.
Das Dasein ist wundervoll und kostbar, und wir wissen nicht, wie lange wir leben. Weshalb machen wir nichts daraus, jetzt, wo wir leben?





Der aufrechte Gang

Wir Menschen sind die einzigen Lebewesen, die den aufrechten Gang haben.
Diese evolutionäre Haltung hat unsere Energie, unsere Wahrnehmung und unser Gefühl gegenüber uns selbst verändert. Diese Haltung verleiht uns Würde.
Wir sind dazu befähigt geworden, unseren Weg mit erhobenem Haupt und innerer Sicherheit zu gehen.
Durch unser Blickfeld können wir Himmel und Erde wahrnehmen.
Wir sind dazwischen und können uns als verbindende Brücke empfinden.
Als Brücke zwischen Geist und Materie, zwischen Licht und Leidenschaft.
Beide Kräfte, sowohl die Lichtkraft als auch die Leidenschaft (Feuer der Erde), vermischen sich im Herzen, um als Kraft der Liebe und des Mitgefühls zu gestalten.
In der aufrechten Haltung sind wir mit unserer Mitte, unserem Herzen, den anderen Menschen zugewandt und können, mit unseren Händen vermittelnd, zur Gestaltung der Welt beitragen.





Achtsamkeit

Das Wort Achtsamkeit wird hier nicht im Sinne der Beobachtung eines Geschehens verwendet, sondern im Sinne von acht-sam-da-sein.
Es geht um einen Prozess der intelligenten Wachheit, und nicht so sehr um ein mechanisches Beobachten dessen, was geschieht.
„Wenn man die Fenster und Türen eines Zimmers im richtigen Maße öffnet, kann man das Gefühl des Drinnen-Seins aufrechterhalten und gleichzeitig die Frische von draußen spüren.“
Also handelt es sich hier um die Verbindung und Gleichgewichtsfindung zwischen Präsenz, Wachheit und Achtung für das, was da ist. Die wichtigste Form, Achtsamkeit zu erlangen, ist die Achtsamkeit dem Körper gegenüber.
Achtsamkeit gegenüber dem Körper hat mit der Notwendigkeit eines Daseins-Gefühls zu tun, einer gewissen Bodenständigkeit.






Die grundlegendste Technik hierfür ist die Arbeit mit der Atmung. Du identifizierst Dich mit dem Atem. Das Atmen besteht aus vier Phasen: Einatmen, Pause, Ausatmen, Pause. Als Bild kann eine Ampel dienen - bei Rot atmen wir ein, bei Orange warten wir und bei Grün atmen wir aus. Beachte die Endpunkte, bei denen ein Moment der Stille entsteht.
Achtsamkeit gegenüber dem Körper hat mit der Erde zu tun, mit der Schwerkraft. Es ist eine Offenheit, die auf einem Fundament ruht. Offen sich selbst und dem gegenüber, was außerhalb ist.
Achtsamkeit ist eine erhöhte, gelenkte und bewusst kontrollierte Aufmerksamkeit. Achtsamkeit meint das Gewahrsein dessen, was geschieht - im Innen und im Außen. Sie offenbart uns die Kostbarkeit und die Einzigartigkeit des gegenwärtigen Augenblicks.





Würde und Wert

Alle Dinge können unter zwei Gesichtspunkten betrachtet werden:
Eigenwert und Nutzwert.
Der Baum hat einen Wert in sich, der sich dem Menschen zum Beispiel in seiner Schönheit offenbart und zugänglich ist. Ist er aber auch ein Apfelbaum und produziert Holz und Äpfel und spendet Schatten, hat er für den Menschen auch einen Nutzwert.
Menschen haben ebenso Eigenwert und Nutzwert. Wird der Mensch in seiner Funktion gesehen, in der Erfüllung eines Zweckes, in einer Rolle wie etwa als Verkäufer/in, Manager/in, Vater oder Mutter, Chef/in in Leitungsposition oder Mitarbeiter/in, so besteht der Wert in der erbrachten Leistung. Dieser Wert kann durch Vergleiche mit anderen oder mit Zielbestimmung gemessen werden und entsprechend ist die Bezahlung, beziehungsweise die Anerkennung für die Erfüllung der Pflicht.
Die Frage nach dem Eigenwert richtet sich an das Menschenbild:
Wodurch hat der Mensch einen Wert?
Worin ist sein ganz besonderer Wert begründet, das, was ihn als Mensch kennzeichnet?
Ist es seine Intelligenz, seine Lebenserfahrung, sein Wissen oder seine Schönheit? Man versteht sofort, dass das alles zu kurz greift.





Die Würde des Menschen wurde mit Selbstbestimmung, Vernunft und Freiheit in Verbindung gebracht. Es ist festzustellen, dass die Würde aus ihm, aus seinem Wesen heraus kommt. Sie ist in ihm begründet, hat mit ihm zu tun und strömt aus seinem Inneren heraus - im Gegensatz zu Ehre und Stolz.
Würde ist der Eigenwert des Menschen.
Der Eigenwert des Menschen ist das, was ihn im Wesen ausmacht.
Die Person, das Wesen, ist das Eigentliche des Menschen, das unabhängig in sich steht. Wenn die Person als das Wesen des Menschen angesehen wird, ist sie das, was aus sich in Erscheinung tritt. Die Person beherbergt einen Wesenskern, der aus sich heraus wirksam wird, unabhängig vom Gelernten und Erfahrenen. Der Wesenskern ist frei, er wird nicht von uns gemacht, er stammt aus einer unfassbaren Tiefe. Er ist der willensbildenden Kraft des Ichs gegenübergestellt.
Die Würde des Menschen kommt aus ihm Selbst - aus seinem Wesen. Sie ist in ihm begründet.
Niemand kann Dir Deine Würde nehmen, wenn Du sie ihm nicht gibst

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