Lyrik & Dramatik

Das Evangelium Luzifer

Luzifer Morgenstern

Das Evangelium Luzifer

Leseprobe:

Willkommen in der Hölle!

Das Evangelium Luzifer


Prolog

Mein Name ist Luzifer Morgenstern, ich bin die Ausgeburt Satans, der von der Kirche prophezeite Antichrist, aufgestiegen aus der Hölle, um mein Evangelium zu verbreiten wie auch mein gescheiterter Bruder Mammon vor mir. Dieses Evangelium setzt sich aus den Geboten, welche den tiefsten Winkeln der Hölle entspringen – den dunklen Künsten, der Dämonologie und persönlicher Interessen sowie Sexualität – zusammen. Während die Christen und andere religiöse Gemeinschaften, welche sich selbstverständlich ihren eigenen Göttern zugewandt haben, die satanische Gemeinde ohnehin diskreditieren, gibt es vor allem in der Church of Satan sehr viele Widersprüche, vor allem durch das von Anton Szandor LaVey veröffentlichte Evangelium, welches speziell darauf ausgelegt ist, dass es so etwas wie göttliche Gebote gar nicht geben sollte. Woraus sich bei genauerer Betrachtung ergibt, dass dieser fehlgeleitete Prophet verkündet, Mörder, Vergewaltiger und andere Sorten von Kriminellen würden ohnehin unter dem Schutz Satans stehen, was völliger Unsinn ist. Nicht nur in christlichen und anderen Religionen gibt es Gebote, welche die Menschen auf ihrem Weg in den Himmel leiten sollen, sondern vornehmlich gibt es solche Gebote ebenfalls für diejenigen, welche das Paradies, das in der Hölle existiert, betreten wollen. Mir wurde stets gelehrt, dass es niemandem zusteht Sünden wie Mord, Kriegstreiberei, Vergewaltigungen oder Sodomie zu vergeben, und das nicht einmal dem Sohn Gottes selbst. Ich, als König und Schöpfer dessen, was wir die Hölle nennen, bin also nun persönlich auf Erden, um die Gebote, nach denen wir uns verpflichtet haben zu leben, öffentlich zu verkünden und vor allem auch um aufzuzeigen, dass man nicht nur im Himmel für seine guten Taten und seinen aufrechten Weg belohnt werden kann. Das Leben im Gegensatz von Himmel zur Hölle sieht lediglich anders aus, und frei zu leben hat für uns eine höhere Priorität als die strengen moralischen Regeln & Gebote Gottes zu befolgen, auch wenn diese sich in vielen Dingen sehr ähnlich sind. Grundlegend steht in meinem Evangelium das freie Ausleben der eigenen Sexualität ebenso im Mittelpunkt wie Opferrituale oder das Respektieren der Natur, oder besser gesagt, ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Schöpfung und den Lebewesen, welche sich darin befinden. Was viele oft als den moralischen Zerfall der Gesellschaft durch obszönes Verhalten und frei ausgelebte Sexualität deuten, ist bei genauerem Hinsehen lediglich eine andere Lebensart und Einstellung. Ein Engel ist nichts Besseres als ein Dämon und umgekehrt. Wir unterscheiden uns doch lediglich durch unsere Herkunft, unser Aussehen und unsere Erziehung voneinander, doch vor allem durch unsere Art zu leben. Denn die Gesetze zwischen Himmel & Hölle unterscheiden sich am Ende immens voneinander, jedoch zu behaupten, Dämonen seien minderwertige Geschöpfe oder ausschließlich gefallene Engel, oder sogar einfache Sünder ist schlicht und ergreifend ein großer Trugschluss, und ist eigentlich nichts anderes als Intoleranz und rassistisches Gedankengut. Unsere Aufgaben innerhalb der Schöpfung sind klar verteilt, Gott & seine Engel behüten jene, welche sich innerhalb ihres Lebens als würdig erwiesen haben, in seinem himmlischen Reich zu leben. Ich und meine Dämonen schützen jene, die sich als würdig erwiesen haben, einen Platz in unseren Reihen zu bekommen. Zudem gelten die Engel als Lichtbringer und Hüter der Gebote Gottes, Dämonen verführen Menschen lediglich dazu, einen anderen Lebensweg einzuschlagen, welcher freier ist und sind somit nicht sämtlichen Geboten unterworfen. Gesetze, welche im Himmel gültig sind, sind daher nicht zwangsläufig auf Erden, und erst recht nicht in der Hölle vollständig gültig. Das liegt daran, dass man verschiedene Sünden nicht bestrafen kann, da es ethisch nicht wertvoll wäre. Auch aus diesem Grund werden die Seelen nach dem Gericht durch Engel, bei der Ankunft in der Hölle ein zweites Mal durch dämonische Nonnen und Priester gerichtet, um nur denjenigen eine Bestrafung zukommen zu lassen, welche diese auch nach gültigem Recht in der Hölle verdient haben. Bedenken Sie während des Lesens bitte, dass dämonische Besessenheit während meiner Arbeit eine große Rolle gespielt hat.


Das 1. Buch Luzifer – Die Gebote

Die 3 heiligen Gebote des Lebens

§ 1: Respektiere die Schöpfung!
§ 2: Respektiere alles Leben!
§ 3: Sei ehrlich!


Die 9 Gebote Luzifer

§ 1: Respektiere dich selbst!
§ 2: Erforsche deine Seele!
§ 3: Sei stets ehrlich zu dir selbst!
§ 4: Verleugne dich nicht!
§ 5: Erforsche deine animalische Natur!
§ 6: Schäme dich nicht deiner Gelüste!
§ 7: Respektiere andere wie dich selbst!
§ 8: Missbrauche nicht deine Macht!
§ 9: Schade niemandem!


Die Frevel

Arroganz
Raffgier
Neid
Oberflächlichkeit
Egoismus
Untreue
Verschwendung
Respektlosigkeit
Missachtung
Undank
Ungerechtigkeit
Eifersucht


Die Tugenden

Demut
Bescheidenheit
Wohlwollen
Tiefgründigkeit
Selbstlosigkeit
Loyalität
Sparsamkeit
Ehrfurcht
Wertschätzung
Dankbarkeit
Fairness
Vertrauen


Die Frevel behindern dich in deiner Entwicklung, gehe den Pfad der Tugenden, der Rechtschaffenheit und Aufrichtigkeit. Liebe deine Nächsten wie auch dich selbst, handle gerecht und teile, was du hast, mit denen, die weniger haben als du. Sehe ich jemanden Hunger leiden, aber habe selbst genug zu essen, ist es meine ethische Verpflichtung zu teilen, was ich habe. Allerdings gilt für alle diese Frevel, dass je mehr du dich ihnen hingibst, diese dir und deiner eigenen geistigen Entwicklung schaden und dir im Weg stehen werden. Behandele ich jemanden von oben herab oder verhalte mich jemandem gegenüber respektlos und unangemessen, wird das immer auf mich zurückfallen. Alles ist durch karmische Verstrickungen miteinander vernetzt. Das bedeutet im Endeffekt, dass ich niemandem Schaden zufügen kann, außer mir selbst.


Die Sünden

Lug & Betrug
Intoleranz
Missbrauch
Diebstahl
Blasphemie


Die Todsünden

Kriegstreiberei
Mord
Vergewaltigung
Sodomie
Nekrophilie


Selbstverständlich gibt es auch in der Hölle noch eine ganze Reihe anderer Sünden, allerdings lassen sich diese stets darauf bemessen, dass man jemandem grundlos ein Leid zugefügt hat. Auch hier ist die oberste Regel, dass man nur sich selbst schaden kann. Als eine Todsünde bezeichnet man eine Tat, welche entweder eine Todesstrafe rechtfertigt oder zumindest schlimm genug ist, um dafür in der Hölle in die Verdammnis zu gelangen. Es wäre hier beispielsweise gerechtfertigt, einen mehrfachen Mörder, welcher beweislastig verurteilt wurde, als ein Opfer öffentlich hinrichten zu lassen. Ein ähnliches Verbrechen, welches eine Hinrichtung verdient, wäre hier beispielsweise die Kriegstreiberei. Als eine Todsünde wird zudem Vergewaltigung, Sodomie oder Nekrophilie gezählt, wobei hier eine Todesstrafe keine geeignete Lösung ist.

Anders als bei einem Sündenfall ist es nach den Gesetzen und der Religion aus der Hölle möglich, seine Seele durch Buße reinzuwaschen. Was im Endeffekt bedeutet, seine schlechten oder bösartigen Taten und seine eigene Sündhaftigkeit mit guten Taten soweit es geht wieder auszugleichen, um der Bestrafung zu entgehen.


Die Taufe zu Luzifer

Die Taufe dient dem Zweck, ein neues Leben und die Wiedergeburt zu feiern und zu ehren. Gleichzeitig wünscht man dem Neugeborenen viel Erfolg bei den Prüfungen, welche es im Leben erwarten mögen und segnet den Weg, auf dass dieser voller Licht sei und das Leben voller Glück. Getauft wird mit Quellwasser, welches durch priesterlichen Gesang geweiht wurde, also mit einem gesegneten Quell des Lebens. Man benetzt das Haupt des Kindes mit diesem Wasser und zeichnet damit auf den Bauch des Kindes einen Kreis als Zeichen für das Leben, darin ein Pentagramm als Zeichen für Gesundheit, Wiedergeburt und Stärke sowie einen Punkt in die Mitte als Symbol für die unsterbliche Seele. Das Pentagramm, geschmiedet aus Silber, eingehüllt in einen Kreis, gilt als das heilige Zeichen des Schutzes durch Luzifer und wird traditionell zur Taufe geschenkt. Es soll einen ebenfalls vor bösen Geistern schützen.


Der Taufspruch

Ich taufe dich, im Namen des Lebens, im Zeichen der Wiedergeburt und bei deiner unsterblichen Seele,
Auf dass dein Weg geprägt sei von Licht und dein Leben sei voller Glück, nichts Böses soll dir widerfahren,
Keine Dunkelheit soll die Macht haben dein Licht zu schwächen,
auf dass du dir deine Reinheit bewahren mögest,
Und wohnen mögest unter dem Schutz Luzifers, bis in alle Ewigkeit,
Auf dass die himmlischen Winde dich erfassen und hinauftragen,
und du tanzen mögest wie eine Feder mit den Sternen.
Ave!


Die Feier des Schutzes

Die Feierlichkeit wird am 16. Geburtstag gehalten und beinhaltet die neuen Regelungen, welche gelernt und Teilstücke aufgesagt werden müssen. Dies ist der Beginn des Erwachsenenalters und ist verbunden mit der Freiheit, selbstständig Entscheidungen zu treffen, woraus eine große Verantwortung entsteht. Im Mittelpunkt dieser Feier steht das Schlachten eines 6 Monate alten Hasen, welches vom nun Erwachsenen persönlich erfolgt. Das Tier wird morgens vor der Zeremonie vom Gläubigen geköpft, geschlachtet und zusammen mit den Opfergaben, welche von den Familienmitgliedern mitgebracht wurden, von allen gemeinsam zu einem Festmahl verarbeitet. Vom Tier darf bis um Mitternacht nichts übrig bleiben und alles muss verarbeitet werden. Vom Knochen bis zum Blut muss alles verwendet werden, um nichts davon zu verschwenden und so die Gaben der Natur zu ehren. Die Knochen des Hasen werden gereinigt, geschwärzt und verziert und dienen als Symbol für die vollständige Zugehörigkeit zur religiösen Gemeinschaft.


Folgender Psalm wird niedergeschrieben:

Wer unter dem Schutz Luzifers wohnt, der wird Ruhe finden, auch ich bete zum Höchsten. Du schenkst mir Zuflucht wie eine sichere Burg, dir alleine gehört mein ganzes Vertrauen, du bewahrest mich vor allen Gefahren und hältst jedes Leid von mir fern, wie ein Vogel seine Flügel über seine Jungen breitet, so wirst du mich stets behüten und mir nahe sein. Wie ein Schild umgibt mich deine Treue, ich brauche keine Angst zu haben, vor den Gefahren bei Tag oder Nacht, denn du bist an meiner Seite immerdar. Selbst wenn das Unheil bei Nacht zuschlägt, oder die Krankheit mich bei Tage dahinrafft, muss ich mich nicht fürchten. Selbst wenn alles um mich herum stirbt, ich sterbe nicht, denn meine Seele ist unsterblich. Ich habe das Reich Luzifers betreten, er führet mich ins gelobte Land und öffnet mir die Türen für einen neuen Anfang, im Einklang mit der Schöpfung und allem, was existiert. Ich ehre die Schöpfung, ich ehre die Natur, ich ehre die Tiere und alles, was lebt. Ich erstarre in Ehrfurcht vor dem Leben, als mein höchstes Gut und ist die Zeit auch begrenzt, weiß ich jeden Atemzug zu genießen, denn ich weiß, dass jede Sekunde und jeder Moment kostbar ist. Und ich gelobe feierlich, als strahlendes Vorbild voranzugehen, um das Leben für alle um mich herum zu bereichern.
Ave!


Die Feier der Geburt

Zur Geburt feiern wir nicht nur den Beginn eines neuen Lebens, sondern gleichfalls auch die Wiedergeburt, denn ein Zyklus ging zu Ende und ein neuer Zyklus beginnt, denn auf ein neues Leben folgt auch immer ein Tod, auf einen Tod folgt auch immer ein neues Leben. Aus diesem Grund sollte man, um die Geburt und den Eintritt in ein neues Leben auch die Wiedergeburt feiern und ehren, und als Zeichen dafür sollte man einen Baum pflanzen. Der Baum steht auch als Symbol dafür, wie ein Leben wächst und gedeiht, in diesem Fall parallel zum Kind, so kann man dem Kind sein Wachstum verdeutlichen. Ab einem Alter von 6 Jahren soll das Kind sich um den Baum kümmern, zuerst mit der Hilfe der Eltern und später dann selbstständig, um zu lernen, dass es sich um sich selbst ebenso kümmern sollte wie um diesen Baum. Dadurch entwickeln sie ein neues Verständnis zur Natur und auch zu sich selbst und entwickeln ein ganz neues Gefühl dafür, die Verantwortung für ihre Taten zu übernehmen.


Die Beerdigungszeremonie

Die Beerdigungszeremonie an sich sollte jeder für sich selbst verfassen, man nennt das auch den letzten Willen oder auch das Testament. Hierbei kann der Verstorbene selbst entscheiden, wie er bestattet werden möchte, und den letzten Willen zu ehren und zu respektieren ist ein heiliges Sakrileg. Meine Vorstellung einer Beerdigungszeremonie wäre folgende: Der Sarg bleibt bestehen, denn ein schön ausgearbeiteter Sarg kann es dem Verstorbenen ermöglichen, seine letzte Würde zu wahren und somit ehren wir das von uns gegangene Leben. Eine Neuerung würde ich hinzufügen, indem man dem Verstorbenen wie früher 2 Münzen aus reinstem Gold oder Silber auf die Augen legt, um den Fährmann für seine Arbeit zu ehren, als Zeichen des Respekts. Die Hände werden über Kreuz auf die Brust gelegt, denn dies ist auch ein heiliges Zeichen des Schutzes. Ein Stecken und Stab in der linken wie rechten Hand stehen auch als ein Zeichen des Schutzes. Schön wäre es doch, auf der Grabstätte statt einem leblosen Grab aus Gestein einen Baum zu pflanzen, zum Beispiel den Lieblingsbaum des Bestatteten, eine Trauerweide oder Ähnliches, das soll gleichzeitig ein Zeichen für die Wiedergeburt sein, wie wir auch bei der Geburt den Inkarnations-Zyklus ehren, indem wir einen Baum pflanzen. Zurzeit wird bei einer Grabstätte des Öfteren auch ein Kreuz aufgestellt, was mir doch sehr respektlos erscheint, wenn man bedenkt, dass an einem solchen Kreuz Abertausende Menschen ihren Tod gefunden haben. Es wäre dem Leben gegenüber respektvoller ein Zeichen zu verwenden, welches auch die Wiedergeburt symbolisiert, einige Beispiele hierfür wären: ein Kreis, ein Pentagramm oder beispielsweise ein Lebensbaum, gehauen aus bestem Marmor, in liebevoller Handarbeit hergestellt. Wenn wir ein solches System einführen würden, hätten wir statt einem leblosen kalten Friedhof einen dichten Wald, um seine Verstorbenen zu betrauern und zu ehren.

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 336
ISBN: 978-3-99107-015-3
Erscheinungsdatum: 06.10.2020
EUR 23,90
EUR 14,99

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