811 aus 17

811 aus 17

Joshua Luvsya


EUR 15,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 196
ISBN: 978-3-99107-178-5
Erscheinungsdatum: 12.11.2020
Ein Einblick in die Welt der bunten LGBT-Gesellschaft. Vom Kampf um Akzeptanz und gleiche Rechte über Ängste vor Außenseiterdasein und Ausgrenzung bis hin zu Liebe, Sex, Partnerschaft und Freundeskreis. Die Freude am Leben aber bleibt das Allerwichtigste.
Kapitelübersicht

Kapitel 1:
Walter, ein übergewichtiger Finanzberater mit irischen Wurzeln, verliebt sich in den leicht femininen verträumten Marvin und beginnt ein Leben mit ihm in Berlin. Nach einigen Jahren zieht es den Iren jedoch zurück in seine Heimat Rodgau, wo er sich schon auf seine damals zurückgelassenen Freunde freut. Allerdings stellt sich ihm die Frage, ob Marvin diesen Schritt mit ihm gehen wird.

Kapitel 2:
Ruben war ein übergewichtiger Teenager, hat sich zusammengerissen und sich und seine Seele hartem Training unterzogen. Der sensible blonde Hüne ist in seiner Beziehung mit einem Türken nicht glücklich und erwischt diesen zudem noch beim Fremdgehen. Ruben glaubt sich in seiner Seele zerrissen und sucht Zuflucht bei seinem besten Freund Hoang, der allerdings ganz andere Schwierigkeiten hat.

Kapitel 3:
Die Transgenderfrau Sophie muss harte Rückschläge einstecken, bevor sie sich in ihrem neuen Körper und Leben wiederfindet. Das Glück ist ihr hold und schenkt ihr einen bezaubernden Ehemann, aber dennoch bleibt es nicht immer rosig, und ihre geliebte Mutter erkrankt an Krebs. Im Krankenhaus trifft Sophie nach längerer Zeit einen längst verlorenen Freund wieder.

Kapitel 4:
Der kleine Hoang ist zu einem angesehenen Arzt herangereift. Allerdings hat er einen seltsamen Männergeschmack und findet nur sehr schwer die Liebe. Nachdem er geglaubt hat, die wahre Liebe gefunden zu haben, muss er feststellen, dass das Leben es doch nicht so gut meint, und Herbert stirbt. Unter Schock muss Hoang nun alle Erledigungen bewältigen und erfährt ein dunkles Geheimnis.

Kapitel 5:
Walter kommt mit Marvin aus Berlin nach Rodgau und plant, Marvin einen Heiratsantrag zu machen. Hierzu benötigt er die Hilfe seiner Freunde, die ihn tatkräftig unterstützen. Das Schwierige hierbei ist allerdings, die Vorbereitungen des Antrages geheim zu halten. Was bei einer kleinen Gruppe Freunde nicht einfach ist. Bei dem Antrag passiert jedoch etwas Unerwartetes, und eine wichtige Bezugsperson ist verschollen.

Kapitel 6:
Nach der Trennung von Ahmet lernt Ruben Moe kennen, der ihn zuerst vergöttert und anhimmelt. Aber der Schein trügt. Der Araber hat auch andere Seiten an sich, die sich Ruben nie gedacht hatte, und bringt den Hünen in pikante Situationen. Als Ruben sich schwört, sich nicht wieder verlieben zu wollen und einfach nur Single zu bleiben, lernt er unverhofft Oliver kennen und verliebt sich Hals über Kopf in den Rocker.

Kapitel 7:
Die Hochzeit von Walter und Marvin steht an, und die Planung läuft perfekt. Marvin erinnert sich an sein Leben vor Walter und erkennt, wie gut es ihn jetzt doch getroffen hat. Jedoch verschwindet plötzlich einer, und man glaubt, die Hochzeit absagen zu müssen. Alles wendet sich wieder zum Guten, und es wird eine große Hochzeit gefeiert.

Kapitel 8:
Zurück in der Zeit und an den Anfang gesetzt, erlebt Hoang das Leben auf eine ganz andere Art und Weise, wie er es zuvor gewohnt war. Er beobachtet seinen Umkreis und ist im Zwiespalt zwischen Glück und Unglück gefangen. Aber auch der schönste Sonnenschein bringt Schatten mit sich, und Hoang glaubt, unsichtbar geworden zu sein.

Kapitel 9:
Das Leben der Freunde nimmt seinen natürlichen Lauf. Ruben heiratet Oliver. Marvin und Walter beziehen ein gemeinsames Haus. Rahmit findet ein neues Hobby und einen Freund. Aber der Schein trügt, und es passiert etwas Unglaubliches, was alle aus der Bahn wirft. Nachdem Marvin wieder in Berlin ist, kommt Hoang und hilft ihm aus der unglücklichen Lage – zu einem sehr hohen Preis.

Kapitel 10:
Herr Rechtsanwalt Fahid Dogan lässt sich seine allererste Akte bringen und ruft sich seine Erinnerungen zu dieser Akte wieder ins Gedächtnis. Neben schönen und interessanten Erinnerungen denkt er auch an sein Leben als schwuler Junganwalt zurück und wie er sich in Martin verliebte.

Kapitel 11:
Die Akte ist noch immer nicht durchgelebt, und der bärige Fahid nimmt sich die Zeit, auch die letzten Winkel seines Gedächtnisses abzusuchen. Er stellt alle Erlebnisse zusammen und nimmt Kontakt zu jemand längst Vergessenem auf, um seine Akte endlich schließen zu können.



Kapitel 5
Fat, Fem and Asian

„Ich bin wieder da!“, rief Walter über den Gartenzaun und winkte mit seiner großen blassen Hand, ohne dass man ihn sehen konnte. Hoang schaute von hinter dem Grill hervor und sah die große blasse Hand seines rothaarigen Freundes über seinen Gartenzaun winken. „Komme!“, rief Hoang zurück und legte die Grillzange zur Seite. „Nicht alles vollspritzen!“, kam es dann von Walter zurück, der immer noch winkte. Hoang musste lachen und ging auf seine Gartentür zu, um diese für Walter und Marvin zu öffnen. Marvin hielt sich im Hintergrund, denn er lernte heute Hoang das erste Mal persönlich kennen und war ein wenig schüchtern. Walter umarmte Hoang herzlich und brummte glücklich vor sich hin. Der kleine Asiate lachte herzhaft und schaute Marvin willkommen-heißend an. Es war der erste Juni 2017, und es war ein schöner sonniger Tag in Rodgau.

„Es ist öfter ein komisches Gefühl, als neuer Partner in eine Gruppe zu stoßen und es ist nicht einfach, ein vollwertiges Mitglied dieser Gruppe zu werden. Schließlich ist man der Partner von, … vielleicht einem Alphatier?“, dachte sich Marvin, der im Garten des jungen Mediziners stand und in seine Bratwurst biss. „Ich sollte weniger TWD schauen und mich vielleicht mit denen da drüben unterhalten?“, dachte er. „Wer ist das da?“, fragte Marvin Walter, der lachend neben ihm stand, und zeigte auf Sophie und Ruben, die auf einer Sitzbank unter einem Baum saßen und sich über etwas lustig machten. „Das sind David und Ruben.“, sagte Hoang, und musste feststellen, dass er sich noch nicht ganz an Sophie gewöhnt hatte. „Ich meine, Sophie und Ruben.“, korrigierte er sich. Marvin nickte und ging mit tänzelnden Schritten zu den beiden unterm Baum rüber, um sich vorzustellen. Hoang und Walter schauten dem Berliner Bub hinterher. Dann legte Hoang noch eine Bratwurst um und nahm einen Schluck von seinem Bier, während Walter immer noch seinem geliebten Marvin hinterherschaute und die eigene Bratwurst langsam knabberte. „Du denkst doch nicht gerade an Sex?“, fragte Hoang Walter scherzhaft und der Ire errötete. „Doch, gerade habe ich sehr daran gedacht und wäre beinahe über ihn hergefallen.“

„Mein Auto ist noch vollbeladen mit unseren Koffern. Können wir die ins Haus bringen?“, fragte Walter Hoang, der gerade wieder Fleisch auf den Grill auflegte. „Ich helfe dir. Und dann musst du mir erzählen, wie dein Plan ist.“, sagte Ruben, der zum Grill kam und das Gespräch zum Teil mitverfolgte. „Ja, Ruben kann helfen!“, freute sich Hoang, der noch mehr Fleisch auflegte. Der kleine – nicht mehr so ganz dünne – Asiate konnte viel Fleisch essen. Seit einigen Monaten machte Hoang Sport und hatte als Onkologe weniger Bewegung als zuvor in seiner Zeit als Assistenzarzt, wo er Stationen ständig wechselte und überall eingesetzt wurde. Dafür hatte Hoang aber auch ein fast regelmäßiges Privatleben. Ruben und Walter ließen Hoang weiter grillen und gingen zum Auto.

Ruben: „Und du willst das echt durchziehen?“
Walter: „Ja, aber ich weiß, ich muss dafür abnehmen.“
Ruben: „Ich kenn da jemanden, da musst du nicht viel machen.“
Walter: „Das wäre natürlich klasse, aber trotzdem will ich abnehmen.“
Ruben: „Das schaffen wir auch noch. Aber dir ist schon klar, dass wir alle dich so lieben, wie du bist.“
Walter: „Ich liebe euch alle auch. Aber du bist echt zu meinem Vorbild geworden, Ruben. Ich weiß noch, zu deinem Abitur, boah, du warst ein geiler Brummer!“
Ruben: „Gelle? Unglaublich. Ich bin in jeder Hinsicht für dich da. Außer dafür.“

Ruben hielt eine Figur in der Hand, die etwa 50 cm hoch war und einen Penis hatte, der fast genauso groß war. Belustigt wedelte er mit dem Sexspielzeug vor Walters Gesicht herum. „Mach mal ‚ah‘!“, scherzte Ruben, und Walter öffnete den Mund. „Heilige Mutter der Bruthähne, deren Eier dicker sind als die eines Bullen!“, hörten die beiden hinter sich schimpfen und drehten sich um. Rahmit, ein indischer Freund stand mit in den Hüften gestützten Händen, ein Bein angewinkelt, hinter ihnen und beobachtete die Szene mit offenem Mund und ungläubigem Blick. Man musste kein Experte sein, um zu erkennen, dass Rahmit schwul war. Er hatte eine sehr gute schlanke Figur, lange Beine, trug mit Vorliebe Rosa und Camouflage und war von Kopf bis Fuß perfekt in Szene gesetzt.

„HOANG! Die Diva ist da!“, schrie Walter und tat so, als würde er sich fürchten. Mit erhobener Nase verließ Rahmit die beiden, die nun die Koffer aus dem Wagen holten. In einem Lastwagen waren die Großmöbel des Paares gelagert gewesen, der in Hoangs Auffahrt genügend Platz fand und für die Zeit, bis die Wohnung fertig war, dort stehen bleiben konnte. Hoang parkte ohnehin lieber an der Straße, weil er von dort aus schneller losfahren konnte, wenn er mal ins Krankenhaus zu einem Notfall gerufen wurde.

Rahmit hatte einen eigenen Picknickkorb mitgebracht, ca. 15 x 15 cm klein, und stellte sein Körbchen auf den großen Gartentisch, den Sophie und Marvin gerade eindeckten. „Marvin, darf ich dir Rahmit vorstellen? Meine beste Freundin!“, stellte Sophie Rahmit Marvin vor und sie reichten sich die gestreckten Fingerspitzen. „Hallo, ich bin Marvin, Walters Frau.“, stellte sich Marvin mit entzückter Stimme vor und lächelte süß. Rahmit war begeistert von Marvin und küsste ihn direkt auf die Wange. Sophie und Rahmit waren noch nicht sehr lange befreundet, etwa 9 Monate. Aber sie waren schnell ein Herz und eine Seele geworden, weil Rahmit nachempfinden konnte, was Sophie als Transgender durchlebte. „Drei Engel für Charlotte!“, scherzte Hoang, der dann ins Haus ging. Obwohl Marvin einige feminine Züge hatte, sein unrasiertes Gesicht mochte er und behielt es immer bei. Rahmit war dagegen haarlos, überall, Arme, Beine, Brust, Gesicht, Nase, Zähne, alles wurde enthaart, was enthaart werden konnte. Nur seine langen geschwungenen Wimpern, die waren echt und blieben dran. In dem Picknickkorb hatte er außerdem Minikuchen mit rosa Glasur für alle mitgebracht. Sehr süße und sehr kleine Kuchen.



„Wow, das war eine Nacht.“, stöhnte Walter, der neben seinem frisch verlobten Partner erwachte und ihn umarmen wollte. Als er seinen Arm um den warmen Körper legte, fiel ihm auf, dass die Brust sehr glatt war und viel fester, als er es gewohnt war. Walter machte seine Augen auf und zog seinen Schritt zurück. Neben ihm lag ein braun gebrannter Mann mit platinblonden Haaren und ebenso hellem Vollbart und schnarchte. Das war nicht Marvin. Definitiv war das nicht sein Verlobter. Jetzt bemerkte Walter, dass er auch gar nicht in seinem und Marvins Schlafzimmer lag, sondern in einem Hotelzimmer, in Rubens Hotel. „Verdammt!“, rief Walter und sprang mit seinem massigen Körper aus dem Bett. Er schaute an sich herab, splitternackt und verklebt. Der Mann schlief tief und fest. Walter ging auf die viere und krabbelte um das große Doppelbett herum. Er spitzte über die Bettkante, um das Gesicht des Mannes erkennen zu können. Der Mann sah unglaublich adrett und attraktiv aus. Perfekte Lippen, gepflegter Bart, buschige Augenbrauen und eine porenfreie Gesichtshaut. Dann krabbelte Walter zurück auf seine Seite und suchte dabei seine Kleidung zusammen. „Wo ist mein Handy? Wo ist Marvin?“, fragte er sich und schüttelte seine Jacke aus. Kondome, Gleitgel, Taschentücher, Schlüssel, lose Geldscheine fielen aus der Jacke, aber kein Telefon. „Hier ist dein Handy, Schatz.“, hörte Walter hinter sich und erschrak. Der Mann sah nicht nur gut aus, er hatte auch eine unglaublich heiße Stimme, und dieser Akzent. Er war Brasilianer, eindeutig, und eigentlich gar nicht Walters Typ. „Ich muss duschen!“, sagte Walter, sprang auf und verschwand im Bad. Sein Herz pochte, er hielt sich die Brust fest und wagte dennoch einen Blick aus dem Badezimmer wieder ins Hotelzimmer. Der Mann stand neben dem Bett und zog sich eine Unterhose an. Das Bild war rosarot und schimmerte in Walters Augen, als wäre ein Traum wahr geworden.



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