Cover: Zuckerbrot-Intrigen

Zuckerbrot-Intrigen
Im Visier der Gier


EUR 27,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 650
ISBN: 978-3-7116-0241-1
Erscheinungsdatum: 25.03.2025
Die alleinerziehende Lissy leidet immer noch unter dem Tod ihres Mannes. Doch dann lernt sie Ben kennen und lieben. Sie ahnt nicht, dass er ein Geheimnis verbirgt und sie in Gefahr schwebt. Wird Ben sie beschützen können und ihre Liebe eine Chance haben?
Lissy & Co.


1

Naomi, die kleine, mollige, ruhige Philippinin der, wenn sie vollständig ist, zehnköpfigen Frauenclique, trinkt prinzipiell keinen Alkohol und ist somit meist die Fahrerin der Truppe.
Durch ihre vier halbwüchsigen Kinder ist der Neunsitzer VW-Bus, neben der Wasch- und der Spülmaschine sowie dem Wäschetrockner, Naomis engster Verbündeter im Alltagskampf.
Heute brauchten sie auf der Fahrt zum Bowling-Center noch nicht mal ein zweites Auto, da sie nur zu siebt waren.
Nacheinander bringt Naomi, wie so oft, ihre albern gackernden Freundinnen kurz vor Mitternacht nach Hause.
Die Letzten setzt sie vor Rinis Altbau ab, in dem nur noch im oberen Stockwerk ein schwaches Licht durch das Giebelfenster zu erkennen ist.
Naomi verabschiedet sich von allen und fährt davon, während die drei Freundinnen noch immer fröhlich plaudernd auf die Haustür zugehen.

Der nette Vorgarten ist von einem weißen Lattenzaun begrenzt, der in wenigen Monaten wieder von etlichen, bunten Clematisblüten und kleinen, ebenfalls bunten Lämpchen berankt ist.
Jede zweite Latte des breiten Gartentörchens ist erhöht, kunstvoll ausgesägt sowie bunt bemalt und stellt einen der sieben Hausbewohner dar.
Die Idee dazu hatte Lissy in den letzten großen Ferien. Sie selbst ziert nun zur rechten Seite mit ihren beiden Kindern Josh und Zoey das Törchen.
Die anderen Zaunlattenfiguren stellen ihre langjährige Freundin, Vermieterin und Mitbewohnerin Rini und deren drei Sprösslinge dar. Zu siebt bewachen sie den Eingang zu ihrem Domizil.
Im Hausflur wünscht Rini ihren beiden Freundinnen eine gute Nacht, streift die Schuhe ab, hängt die Jacke an die Garderobe und geht in ihre Wohnung.
Lissy hingegen schiebt spaßeshalber ihre hochschwangere Schwägerin Márcia die Treppen hinauf in ihr eigenes Heim.
Tom, der freitagabends immer auf alle fünf Kinder im Haus aufpasst, finden sie schlafend mit seiner Tochter Marla im Arm auf dem Sofa vor.
Es ist ein süßes Bild.
Liebevoll betrachten die beiden Frauen die Schlafenden, wobei im Fernseher noch immer leise das Mitternachtsprogramm mit dem RTL-Nachtjournal läuft.
Lissy nimmt Márcia kurz in den Arm, drückt ihr einen Kuss auf die Wange und geht nach ihren eigenen beiden Kindern schauen, während Márcia zärtlich ihren Mann weckt, damit sie endlich nach Hause fahren können.

Nachdem die Drei gegangen sind, setzt sich Lissy an ihren Esstisch.
Sie hat die Bowling-Kasse, das Kassenheft und das am heutigen Abend erspielte Geld vor sich liegen.
Sorgsam zählt sie nach, legt das Geld in die Kassette und trägt den Betrag in das Heftchen ein. Schließlich kreuzt sie noch an, wer anwesend war, und räumt auf.
Danach geht sie sich ausziehen, waschen und setzt sich in ihr Bett.
Wie jeden Abend schreibt sie die wichtigen und auch weniger wichtigen Ereignisse des Tages und auch ihre Gedanken und Gefühle in ihr Tagebuch.
Nach zwanzig Jahren ist dieses Ritual schon in Fleisch und Blut übergegangen.
Müde überlegt sie, was ihr am heutigen Tag wichtig genug erscheint, um es festzuhalten.
So lässt sie den Bowling-Abend noch einmal Revue passieren.

*

„Strike!“
Mandy sprang begeistert in die Luft, dass die Haare ihres naturroten Pagenkopfes in alle Richtungen flogen. Mit wild fuchtelnden Armen hüpfte sie zu den anderen an den Tisch zurück.
„Das gibt’s doch nicht“, meinte Tessa ungläubig, wobei sie sich mit der Hand an die Stirn fasste und wie die meisten anderen Frauen der Gruppe dabei den Kopf schüttelte.
Tessa stand auf, schlug in Mandys erhobene Hand ein, fragte sie dabei, was sie heute eigentlich eingenommen hatte, und nahm sich eine der pinkfarbenen Bowlingkugeln.
„Das war jetzt ihr neunter Strike heute Abend. Also sozusagen ihre Personal-row“, gab Márcia zu bedenken und hielt sich lachend ihren dicken Babybauch.
„Ja, g’lernt, isch halt g’lernt?“, schwäbelte Mandy und warf den Kopf kokett in den Nacken, während sie sich lachend auf ihren Stuhl fallen ließ. „Scheint wohl mein Abend zu sein.“
„Ja, aber nur, weil ich nicht mehr mitspiele“, neckte Márcia, „warte nur, bis ich in drei Wochen diese Wampe wieder los bin.“
„Oh, jetzt habe ich aber Angst“, grinste Mandy sie frech an.
„Nicht grundlos“, entgegnete Márcia, streckte ihr die Zunge raus und boxte sie auf den Oberarm.
Mandy drohte ihr spielerisch: „He, sei nicht so fies, nur weil man Schwangere nicht schlagen soll!“
Eigentlich ist Márcia die Beste von allen. Aber als sie im sechsten Monat war, legte ihr der Arzt nahe, das Bowlen sein zu lassen, da der Muttermund schon so weich ist.
Widerstrebend gab sie nach, obwohl sie sich pudelwohl fühlte, Bowlen nicht für anstrengend hielt und keinerlei Bedenken hatte.
Aber dabei sein will sie. Ihre Mädels genießen es, auch wenn sie nur zuschaut.
Es gibt eine Abmachung zwischen den Frauen: Beruflich und gesundheitlich bedingtes Fehlen sind entschuldigt, ansonsten kostet es an Bowlingabenden fünf Euro.
Auf diese Weise bekommen sie doch jedes Jahr das Geld für die obligatorische Pfingstwoche des Mädelsausflugs zusammen.
Dieses Jahr haben sie allerdings erst für Oktober geplant, nach Portugal zu fliegen, weil Márcias Baby mindestens ein halbes Jahr alt und abgestillt sein sollte.

Alle zweiundzwanzig Bowlingbahnen waren mal wieder voll besetzt, wie jeden Freitagabend und die vier Bedienungen komplett überlastet.
Ohne Voranmeldung bekommt man am Wochenende selten eine Bahn, wenn nicht gerade jemand zufällig kurzfristig absagt oder einfach nicht auftaucht.
Sie haben allerdings ihre Stammbahn jeden ersten und dritten Freitagabend im Monat zwischen acht und elf Uhr, schon seit fast zwei Jahren.
Es ist die hinterste Bahn, wo man am meisten Platz für die zehn Stühle hat, die sie manchmal benötigen.
Etwas gestresst fragte die neue Bedienung nach ihren Bestellungen.
Man musste sich schreiend unterhalten, da es ein enormer Lärm war, mit der lauten House-Musik und der Geräuschkulisse der Bowlingbahnen.
„Ich will das, was Mandy vorhin getrunken hat. Egal, was es war. Vielleicht hilft’s ja“, brüllte Tessa über die ganze Gruppe hinweg, als sie sich eben die zweite rosa Kugel holte und sich über ihren ersten Schuss aufregte, mit dem sie nur drei Pins umgefegt hatte.
Sie stellte sich in konzentrierte Position für den Anlauf, das Pindeck am Ende der Bahn fixierend und ließ enttäuscht die Arme wieder sinken.
„Oh, nee“, regte sie sich auf, weil die Lichter dunkler gestellt wurden, wobei dann nur noch die seitlichen Begrenzungslichter der Bahnen und die Anzeigetafeln beleuchtet waren. Kurz darauf blinkten die Lichter wie in der Disco und anschließend wurde die Nebelmaschine angeschaltet.
Das sind die am Wochenende als Gag gedachten Besonderheiten des Böblinger Bowlingcenters.
Tessa nahm Anlauf und machte einen Foulline, indem sie über die Linie trat und somit ihr Treffer nicht gezählt wurde.
Enttäuscht drehte sie sich um und winkte ab.
„So, wie heißt der Zaubertrank, den ich jetzt auch gleich bekomme“, fragte sie Mandy, setzte sich rücklings auf den Schoß ihrer Schwägerin in spe, umfasste ihren Hals, als wolle sie sie erwürgen und schüttelte sie leicht.
„Einen scharfen Araber“, gab diese Auskunft.
„Bäh! Auch das noch. Mir bleibt heute auch gar nix erspart“, zog Tessa angewidert die Nase kraus und stand auf.
Dabei schlug sie beinahe Lissy das Glas aus der Hand, die eben hinter sie trat, um ihren Ki-Ba auf den Tisch zurückzustellen, da sie als Nächste an der Reihe war.
Tessa hatte Glück, dass das Glas nur noch zur Hälfte gefüllt war, zog aber dennoch reflexartig das Genick ein.
„Immer auf mich“, beklagte sie sich gespielt beleidigt. „Ich glaube, ich brauche jetzt eher einen echten scharfen Araber und nicht so ein Gesöff aus Rotwein und Cola. Das sind ja Schmerzen.“
Kaum stand sie, fiel ihr geschulter Männerspürblick auch schon auf das Team am Nachbartisch, während die anderen Mädels über den typischen Tessa-Kommentar lachten, ging sie schon mal auf Blickkontakt. Was nicht schwierig war, da sich die jungen Männer ganz offensichtlich schon angeregt über die Damen austauschten.
„Araber muss nicht sein … ist nicht wichtig. Aber scharf ist wichtig!“, beugte sich Tessa verschwörerisch zu ihren Freundinnen hinunter, ohne dabei das andere Geschlecht aus den Augen zu lassen.
Dann warf sie kokett ihre blonden, langen Locken zurück und blickte ohne Scheu direkt in die Männerrunde, um schon mal die Fährte aufzunehmen, wie sie sich immer ausdrückt.
Lachend drehten sich ihre Freundinnen fast alle gleichzeitig zum Nebentisch um.
Mit so viel unverhoffter Aufmerksamkeit von gleich sieben Frauen auf einmal musste man erst mal klarkommen. Vor allem, wenn man den Auslöser dafür nicht verstehen konnte.
Der nächste Spieler schoss prompt in die seitliche Gutter-Rinne und die Frauen fingen an, zu lachen, allen vorweg Tessa, die sich mit verschränkten Armen zwischen die Tische gestellt hatte, damit sie besser zusehen konnte.
„Mädels, da sieht man’s wieder! Der größte Unterschied zwischen Männern und Frauen: Männer sind die, die mit warmem Wasser duschen und nur eine Sache auf einmal machen können“, sagte sie so laut, dass es auch ihre Nachbarn mitbekamen.
Keine zehn Minuten später hatte sie sich auch schon den Attraktivsten von den vier Männern gekrallt und war in ein angeregtes Gespräch mit ihm verwickelt.
Sie stand mit ihm zwischen den beiden Tischen und wurde von den anderen gerufen, wenn sie an der Reihe war zu bowlen, was sie aber ziemlich interesselos und schnell versuchte, hinter sich zu bekommen.
Ihre Freundinnen kennen das schon: Tessa hat das leidige Laster, wenn sie so mit Flirten beschäftigt ist, dass sie alles um sich herum vergisst. Und Flirten ist ihre Leidenschaft!
Allerdings ist außer Anmachen und etwas Sex sonst nichts drin. Für keinen, ohne Ausnahme.
Sehr zum Leidwesen ihres Bruders Maik, der das gar nicht gerne sieht, der aber schon lange aufgegeben hatte, etwas zu sagen.
Auch Mandy mag die Schwester ihres Freundes, trotz dieser Macke, sehr gerne.
Kürzlich erst sagte sie zu Maik, dass Tessa irgendwann an einen Typen geraten wird, der ihr wichtig ist und dann wird sie ebenso behandelt. Dann spürt sie, wie das ist, auch wenn Mandy eher hofft, dass Tessa das nie erleben wird.
Aber vielleicht besteht noch Hoffnung auf Heilung. Wäre zumindest so manchem gebrochenem Männerherzen schon zu wünschen gewesen.
Es dauerte etwas, bis die Frauen Tessa von ihrem neuen, armen Opfer loseisen konnten. Allerdings ging sie natürlich nicht ohne seine Handynummer und eine Verabredung: in zwei Wochen, gleicher Ort und gleiche Zeit.

*

Schmunzelnd beschließt Lissy bei diesen Erinnerungen, den Abend nur mit einem kurzen „lustig, wie immer“ abzuhaken, dafür aber Zoeys Wut über ihren nicht nach Wunsch gelungenen Backversuch und Joshs Tischtenniserfolg, trotz verstauchtem Finger, den er im Eifer des Gefechts gegen die Spielplatte gehauen hatte, zu notieren.
Schließlich legt sie herzlich gähnend das Buch zur Seite, schaltet das Licht aus und kuschelt sich in die Kissen.

*

Auch Lissys Mutter hatte diese Angewohnheit, den Tag in kurzen präzisen Worten festzuhalten.
Und wie sie benutzt auch Lissy dazu eine ganz gewöhnliche Agenda in DIN-A4-Größe, welche sie alle in einer großen alten Holztruhe vom Flohmarkt im Wohnzimmer aufbewahrt.
Vor drei Monaten hatte sie ihren einundzwanzigsten Kalender begonnen.
Vielleicht kommen auch ihre Kinder einmal in die Situation, dass sie sie wie einen letzten Strohhalm verehren, aus welchem Grund auch immer.
Denn so erging es Lissy und ihrem Bruder Tom, als ihre Eltern bei einem Busunglück in Österreich, auf dem Weg zum Skifahren, vor fünfzehn Jahren verunglückten.
Man weiß nie, was kommt und das Schicksal für einen bereithält.
Sie hat die Tagebücher ihrer Mutter zusammen mit ihrem Bruder gelesen, wenn sie gemeinsam im Bett lagen und mal wieder vor Kummer und Sehnsucht nach ihren Eltern nicht einschlafen konnten.
Sie trösteten sich gegenseitig und gaben sich Halt. Durch die Geschichten lebten ihre Eltern wieder ein kleines Weilchen für sie.
Lissy war, als das Unglück geschah, erst vierzehn Jahre alt und ihr Bruder Tom einundzwanzig.
Ihr Großvater, der seit dem Tod seiner zweiten Frau bei ihnen in dem kleinen Reihenhäuschen wohnte, versuchte, ihnen so viel Halt wie möglich zu geben und für sie da zu sein. Doch auch er starb schon drei Jahre später, kurz vor Lissys siebzehntem Geburtstag an seiner Zuckererkrankung.
Tom und sie klebten wie Sekundenkleber aneinander.
Er war ihr Ein und Alles.
So viel Tom damals auch arbeitete, er konnte die Hypothek, die noch von ihren Eltern auf dem Reihenhäuschen lastete, irgendwann einfach nicht mehr zahlen und so mussten die beiden schließlich schweren Herzens ihr Elternhaus verkaufen und in eine kleine Wohnung ziehen.
Als Lissy nach dem Abitur unbedingt ein Jahr als Au-pair-Mädchen nach Brasilien wollte, war es für Tom nicht einfach, sie ziehen zu lassen. Aber andererseits konnte er somit seinen Plan leichter verwirklichen.
Damit er Lissy ihren Traum mit dem Sportstudium ermöglichen konnte, arbeitete er in jenem Jahr neben seinem Beruf als Polizist schwarz auf dem Bau.
Sein Gewissen belastete ihn enorm, doch er wollte seiner geliebten, kleinen Schwester nach all dem Kummer, den sie hatten, eine Freude machen.
Dankbar machte sich Lissy nach ihrer Rückkehr mit Feuereifer an das Studium.
Nur wenige Monate später lernte sie auf dem Internationalen Straßenfest in Sindelfingen den drei Jahre älteren Mulatten Ricardo Vazconcelho kennen.
Ric, wie er von allen nur genannt wurde, machte durch ein Stipendium in Deutschland sein Studium in Sozialpädagogik fertig.
Der dunkelhäutige Brasilianer mit den langen, zusammengebundenen Dreadlocks war sofort hingerissen von der zierlichen, langhaarigen Blondine mit den großen, hellgrünen Augen in dem sommersprossigen Gesicht.
Er war überrascht, wie gut sie seine Muttersprache sprach und mochte ihren süßen Akzent, den sie dabei hatte.
Völlig fasziniert war er von ihren lockeren Sprüchen und dem herzlich, offenem Lachen, bei dem man eine lustige Zahnlücke zwischen ihren beiden oberen Schneidezähnen sah.
Es war Liebe auf den ersten Blick und die beiden wurden sehr schnell ein Paar.
Nicht ganz ein Jahr danach wurde Lissy schwanger.
Sie war bereits im dritten Monat und mitten in ihrer Abschlussprüfung, als sie es bemerkte. Da auch Rics Studium zu Ende ging, heirateten sie kurz darauf, damit er nicht nach Brasilien zurückmusste.
Als ihr Sohn Josh zur Welt kam, der die dunkle Hautfarbe und schwarzen Augen seines Vaters hatte, war Lissys Glück perfekt.

Lissy hat die Tagebücher ihrer Mutter heute noch, zusammen mit ihren eigenen, in der Holztruhe und liest hin und wieder darin. Doch die Abstände werden immer größer.
Denn nachdem dann ihr geliebter Mann Ric bei einem tragischen Autounfall plötzlich starb, las sie hauptsächlich in ihrem eigenen Aufgeschriebenen.
Wie zuvor mit ihren Eltern, ließ sie Ric damit lange Zeit weiter mit sich leben.
Auch diese Zeit hätte sie ohne ihren Bruder Tom nicht durchgestanden.
Ebenso Márcia, ihre Schwägerin und beste Freundin, war immer für sie da.
Lissy hat die beiden nicht selten nachts weinend angerufen, worauf sie kurz darauf bei ihr waren.
Tom machte sich riesige Sorgen, da Lissy zum zweiten Mal schwanger war, als der Autounfall geschah.
Sie weiß, dass er Angst hatte, sie könnte sich etwas antun.
Ganz abwegig war dies auch nicht, sie dachte damals oft daran, wenn sie den Schmerz und die Trauer kaum noch ertragen konnte.

*

Ric war spätabends noch im Jugendhaus, in dem er arbeitete.
Er und zwei Kollegen räumten nach einem Konzert das Gröbste auf, wie sie es immer nach einem Event machten.
Lissy fuhr früher mit einer Bekannten nach Hause, wegen ihres damals dreijährigen Sohnes Josh, welcher bei dem Trubel, der dort herrschte, einfach nicht zur Ruhe kam.
Als Ric zum Schluss noch den Müll rausbrachte, trat er in der Dunkelheit auf eine leere Bierflasche und knickte sich dabei den Fuß an einer Treppenstufe um.
Er selbst konnte nicht mehr mit dem Auto fahren, deshalb fuhr die Frau von einem Kollegen, die auf ihren Mann gewartet hatte, Ric mit seinem Wagen heim.
Auf den Rücksitz hatte sie ihr vierjähriges, schlafendes Kind gelegt, da die Fahrt nicht weit sein sollte.
Ihr eigener Mann wollte noch tanken fahren und anschließend seine Frau abholen, um sie mit nach Hause zu nehmen, wenn sie Ric und sein Auto abgeliefert hatte.
Doch die beiden kamen nie bei Lissy zu Hause an.
Das Auto landete in einer Schlucht neben der Straße, die zu ihrem Dorf führt, und alle drei Insassen starben noch am Unfallort.
Der Polizist, der die traurige Nachricht überbringen sollte, kannte Lissy noch als Lisa Kramer und rief somit ihren Bruder an.
Tom kam direkt in Verstärkung mit dem Sanitäter, der dann auch gebraucht wurde, sonst hätte Lissy in jener Nacht ihre Tochter Zoey im sechsten Monat verloren.
Sie wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo Tom die ganze Nacht und die folgenden zwei Tage an ihrem Bett wachte.
Danach nahm er sie direkt mit nach Hause zu Márcia, die sich rührend um Josh kümmerte.
Als die Polizei die Leichen schließlich freigab, bestand Tom darauf, dass ein Arzt der Beerdigung beiwohnte. Dieser musste dann auch tatsächlich eingreifen und seiner Schwester ein Beruhigungsmittel spritzen.
Es war für alle weit über zweihundert Trauernden die größte und gleichzeitig schlimmste Beisetzung, die sie je erlebt hatten.
Lissy und Josh blieben etliche Wochen bei Tom und Márcia, welche Angst hatten, sie in ihre Wohnung gehen zu lassen.
Nicht zu Unrecht, denn in der Wohnung steckten so viele Erinnerungen an Ric. In jedem Detail steckte er.
...
4 Sterne
Leichte Lektüre, aber abwechslungsreich  - 25.09.2025
CarinA.

Ein Stern weniger für den holprigen Anfang. Aber stimme meiner 'Vorrednerin' zu, durchhalten lohnt sich.!4 Sterne für den Tiefgang und Vielschichtigkeit der Geschichte um Lissy.War genau das rchtige für den langen Flug meiner Asia-Reise - unterhaltsam, gefühlvoll, tw lustig und softe Spannung.

5 Sterne
Klasse! - 31.08.2025
Miguel C.

Spannend, humorvoll und leidenschaftlich – ein rundum gelungenes Buch mit einer tollen Idee.

5 Sterne
Skepsis verwandelt sich in Begeisterung - 31.08.2025
Veronika H.-Leitner aus Salzburg

Das Buch war ein Geschenk als ich letzten Monat im Krankenhaus lag - von einer Freundin, die es selbst schon gelesen hatte.Anfangs war ich skeptisch – Spannung, Humor und seichte Erotik in einem? Hm…Doch die Neugier siegte, wie man das unter einen Hut bringen kann. Fazit: Klasse, es ist gelungen! Das Buch nehme ich meiner Kusine Mitte Sept. nach Südfrankreich als Mitbringsel mit…das passt perfekt: A bisserl Heimatluft. Und ich habe heute auch gleich für das Buch noch (eher zufällig) im letzten Moment meine Stimme für den Novum-Buchpreis abgegeben. Viel Glück, liebe Lina Paul. Und gerne noch mehr davon.

5 Sterne
Spannende, emotionale & leichte Kost - Herzensempfehlung - 28.08.2025
Lena K.

Das Buch lässt sich wunderbar einfach lesen. Lasst euch beim Start NICHT von den ganzen Namen abhalten. Ihr filtert diese beim weiterlesen ganz schnell! Sobald die Erste "Hürde" geschafft ist taucht ihr beim lesen ab in eine ganz eigene, spannende, mitreisende Geschichte die sich ganz einfach lesen lässt. Ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand lesen, so war ich gefesselt. Dieses Buch ist eine echte Herzensempfehlung!

5 Sterne
Ein Krimi, der unter die Haut geht - 23.08.2025
Julia Kern (+ Gabi B.)

Empfohlen und ausgeliehen von meiner Tante, die es selbst schon gelesen hatte und die Autorin kennt. Hier unsere gemeinsame Rezension:Lina Paul gelingt das Kunststück, Spannung, Herz und Humor in einer Geschichte zu vereinen, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Die Figuren wirken so lebendig, dass man mit ihnen lacht, bangt und hofft. Jede Wendung überrascht – ohne konstruiert zu wirken. Ein Krimi, der nicht nur packt, sondern auch berührt. Absolut empfehlenswert!

5 Sterne
Spannend, gefühlvoll, überraschend – einfach fesselnd! - 15.08.2025
Kati aus Freiburg

Ein Krimi, der viel mehr kann: Spannung, Herz und ein Hauch prickelnder Romantik. Hier werden Freundschaft und Menschlichkeit, mit Geheimnissen, Neugier und Spannung zu einer Geschichte verwoben, die man nicht mehr aus der Hand legen will – und die noch lange nachklingt. Man lebt und fiebert richtig mit. Auch macht es neugierig wie es weiter gehen könnte. Ich freu mich schon.

5 Sterne
Einfach nur großartig! - 14.08.2025
Anika Cabeça

Das Buch ist einfach großartig! Durch den leichten und flüssigen Schreibstil lässt es sich wunderbar lesen. Mit einer wunderbaren Leichtigkeit geschrieben, lässt es sich mühelos lesen, und doch steckt so viel Tiefe darin. Spannung, Liebe, Leidenschaft und der unverwechselbare Humor der Autorin verschmelzen zu einer Erzählung, die das Herz zum Lachen und manchmal auch zum Stolpern bringt.Zwar braucht man zu Beginn etwas Zeit, um sich in die Handlung einzufinden – vor allem, weil viele Namen auftauchen, die man sich merken muss – doch es lohnt sich absolut, dranzubleiben. Die Story wird mit jeder Seite packender und war jede Sekunde wert.Ich freue mich schon riesig auf den zweiten Teil und kann dieses Buch nur wärmstens weiterempfehlen.

5 Sterne
Ein Buch mit Tiefgang - 14.08.2025
Uschi

Spannend, gefühlvoll, überraschend – einfach fesselnd! Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Freue mich auf die Fortsetzung.

5 Sterne
Ein Buch mit Tiefgang - 14.08.2025
Uschi

Spannend, gefühlvoll, überraschend – einfach fesselnd! Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Freue mich auf die Fortsetzung.

5 Sterne
Schöne Ausdrucksweise  - 14.08.2025
Siegfried

Das Buch lässt sich flüssig lesen und durch die Schreibweise der Autorin wird man in Ihre bezaubernde Welt abgeholt.

5 Sterne
Super spannend  - 14.08.2025
Bella

Super Buch Sehr spannend und abwechslungsreichKann ich nur jedem empfehlen zu lesen.

5 Sterne
Tolles Werk ! - 13.08.2025
Michael Weiß

Das Buch war extrem spannend und hat mich gefesselt. Die gesamte Story war sehr gelungen. Ich hoffe es gibt eine Fortsetzung.Weiter so.

5 Sterne
Wunderbares Gesamtwerk - 20.07.2025
Hans–Jürgen aus Wien

Selten so ein abwechslungsreiches und Facettenreiches Buch gelesen. Ich freue mich auf ein neues Buch der Autorin.

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