Sangreal

Sangreal

Rudolf Jedele


EUR 23,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 782
ISBN: 978-3-95840-994-1
Erscheinungsdatum: 27.01.2020
Niemand ahnt, dass der scheinbar so harmlose Reitlehrer Stefan Niklas in Wahrheit ein ehemaliger Profikiller ist, der für die Regierung politische Gegner eliminierte. Schließlich sollte er aus dem Weg geschafft werden. Doch er hat überlebt und sinnt nun auf Rache.
Prolog

Wenn man ein gewisses Alter erreicht hat und es sich auch nur halbwegs leisten kann, sollte man sich vom Trubel des Lebens zurückziehen.
Dann muss man erkennen, dass es keinen Sinn mehr hat, sich mit Institutionen anzulegen, im täglichen Wettbewerb um all diese an und für sich idiotischen Ziele zu stehen oder sich damit herumzuschlagen, die Welt verbessern zu wollen.
Wenn man ein gewisses Alter erreicht hat, sollte man in der Lage sein, sich auch mal zurückzulehnen, fünf gerade sein zu lassen, die Arme zu verschränken und einen besonders schönen Sonnenuntergang zu beobachten.
Stefan Niklas war schon vor geraumer Zeit zu der Erkenntnis gekommen, dass es einfach keinen Sinn hat, Ziele mit Gewalt erreichen zu wollen und dass es vor allem absoluter Unsinn ist, seine eigenen Erfahrungen anderen Menschen nicht nur erklären, sondern gar noch vermitteln zu wollen. Er hatte längst begriffen, dass auch andere Menschen das Recht haben, gravierende Fehler zu machen. Er akzeptierte es. Vor allem, weil alle Menschen ihre Fehler ja in aller Regel ohnehin selbst ausbaden müssen.
Das Schicksal hatte ihn in seinem Entwicklungsprozess ein wenig unterstützt. Es lag nun schon einige Jahre zurück, dass er sich aus einem Unternehmen zurückgezogen hatte, das ihn über einen großen Teil seines Lebens hinweg beschäftigt und ihn so ganz nebenbei um Haaresbreite seine geistige und körperliche Gesundheit gekostet hatte. Die Aufgabe seiner Arbeit war abrupt erfolgt. Auf Schrecken ohne Ende war ein Ende mit Schrecken gefolgt. Doch dieser Ausstieg aus einem Geschäft hatte ihm letztendlich doch nicht annähernd so viel eingebracht, dass er sich ein halbwegs entspanntes Leben deutlich oberhalb der Mindestsicherung leisten konnte. Doch dann war etwas Entscheidendes geschehen und danach war er um vieles klüger und in der Lage gewesen, ein Grundstück mit Optionen zu erwerben.
Der Staat hatte – gezwungenermaßen – einen kleinen Teil dessen zurückgezahlt, was ihm geliehen worden war. Dadurch hatte der Staat nicht nur dazu beigetragen, sondern letztendlich ermöglicht, dass Stefan Niklas sich einen Traum erfüllen konnte.
Ein Grundstück mit Optionen …
Stefan lebte jetzt auf einem Grundstück mit den von ihm geforderten Optionen und er lebte ein Leben mit Optionen.
Er hatte Alleinlage verlangt, und mehr Alleinlage als bei seinem Domizil gab es eigentlich nicht.
Das Anwesen lag auf der Hochfläche der schwäbischen Alb, unweit der Wasserscheide zwischen Ulm und Stuttgart, und es lag so einsam, wie man es sich nur wünschen konnte. Der nächste Nachbar war gut fünf Kilometer entfernt. Die Grenzen des Grundstücks wurden an den Seiten Nord und Ost aus altem Mischwald gebildet. Es war Staatswald und deshalb nicht so intensiv bewirtschaftet, wie es vielleicht bei einem Privatwald der Fall gewesen wäre. Nach Süden und Westen hinaus aber lagen Wiesen und dann Felder, ein Hügel und erst hinter diesem Hügel besagter Nachbar. Zu Stefans Anwesen gehörten etwas mehr als dreißig Hektar der Wiesen direkt vor seiner Haustür und ein weiteres gutes Hektar, welches in den Wald hineinreichte.
Es gab keinen Stromanschluss auf dem Grundstück und auch keinen Anschluss an ein öffentliches Wassernetz.
Stattdessen existierte eine Quelle im Wald, aus der ausreichend viel frisches und sehr sauberes Wasser sprudelte, und dieses Wasser bildete im Grunde seine gesamte Existenzgrundlage. Das Anwesen wurde mittels einer Wasserstoff-Brennstoffzelle mit dem Minimum an Strom versorgt, welchen es benötigte, und mit der dabei frei werdenden Wärme heizte Stefan sein Wohnhaus und ein paar Wirtschaftsräume. Die Elektrolyse übernahm die Sonne, und damit besaß das Anwesen eine unendliche und kostenlose Energiequelle.
Gekocht wurde auf dem gesamten Anwesen mit Propangas, welches in einem kleinen Tank hinter dem Haus gelagert war, und mehr als die Hälfte der Lampen im Anwesen wurden ebenfalls mit diesem Gas betrieben, Glühstrumpfleuchten, die eine gigantische Lichtausbeute bei erstaunlich geringem Gasverbraucht lieferten.
Aber es gab auch Zugeständnisse an die Moderne. Dank einer leistungsfähigen Satellitenanlage besaß das Anwesen eine ganz ausgezeichnete Verbindung zum Internet, die auch gerne und regelmäßig vom Hausherrn selbst genutzt wurde.
Stefan Niklas war somit also ziemlich unabhängig.
Einmal im Jahr musste er den Tankwagen kommen lassen und Gas auffüllen, und genauso oft kam der Güllewagen, um die Kläranlage auszupumpen, ansonsten hatte er seine Ruhe. Sollte das Gas jemals nicht zur Verfügung stehen, gab es immer die Möglichkeit, sich mit Geräten aus der Campingwelt zu behelfen, die samt und sonders mit Gleichstrom betrieben wurden. Sonnenenergie und Brennstoffzelle sicherten alle notwendigen Funktionen.
Eine der wichtigsten Optionen dieses Grundstücks war also die weitgehende Autonomie. Keine monatlichen Rechnungen von irgendwelchen Versorgungsunternehmen und sonstigen Parasiten der Gesellschaft.
Auch die Alleinlage war eine wesentliche Option, denn in einer zähen, nahezu ein Jahr dauernden Diskussion mit den Behörden hatte Stefan Niklas durchgesetzt, dass er sein gesamtes Anwesen einzäunen und mit einem Tor versehen durfte. Letztendlich hatte er es mit ein paar Tricks geschafft, denn zwanzig Gänse, fünf Kangals und mehr als ein Dutzend Pferde konnte man ja nicht einfach so ohne Schutzzaun lassen, und wenn Stefan Niklas – was er allerdings nach Kräften vermied – doch mal sein Heim verlassen musste, war es nicht zumutbar, das ganze Anwesen für jedermann frei zugänglich zurückzulassen.
Stefan Niklas musste immer noch ein wenig in sich hineingrinsen, wenn er an das entscheidende Gespräch mit den zuständigen Leuten beim Landratsamt dachte.
Jedenfalls war sichergestellt, dass Stefan Niklas sein Grundstück absperren, die Hunde und Gänse frei herumlaufen lassen und dabei zum Beispiel zufrieden auf seiner Terrasse sitzen konnte, ohne von irgendjemand unangemeldet und unerwartet gestört zu werden.
Auch die großzügigen Paddocks für seine Pferde, genügend Flächen für ganzjährige Offenstallhaltung und ein sehr großer und sehr überlegt gebauter Reitplatz, der etwa zur Hälfte überdacht, war stellten Optionen dar. Im Winter, wenn das Wetter absolut ungeeignet war, mit den Pferden draußen zu arbeiten, konnte er mit ganz wenig Aufwand aus dem überdachten Teil des Platzes eine Reithalle machen. Es war dazu nichts anderes notwendig, als die wie Jalousien von der Decke hängenden Windschutznetze ausrollen zu lassen, und schon befand man sich samt den Pferden in einem windgeschützten und dennoch sehr luftigen Gebäude. Der Boden des Platzes war als Textilboden ausgeführt, was dazu führte, dass er auch im kältesten Winter niemals zu einer festen Masse zusammenfror und immer sehr gut zu bereiten war.
Es war aber nicht allein der Reitplatz, auf dem Stefan Niklas seine Pferde trainierte. Genauso wichtig war die zwanzig auf zwanzig Meter große Longierhalle, das Round Pen. Hier erarbeitete er sich mit den Pferden die Basis, die diese im Laufe von ein paar Monaten zu echten Partnern der Reiterinnen und Reiter werden ließ, die später mit ihnen umgingen.
Stefan Niklas war in der Lage, an diesem ganz auf seine Bedürfnisse zugeschnittenen Ort in genau der Art mit Pferden umzugehen, die er sich in einem lange Jahre dauernden Entwicklungsprozess angeeignet hatte.
Auch das stellte eine Option dar, eine der wichtigsten für Stefan Niklas, denn ohne jeden Zweifel hingen seine Ausgeglichenheit und sein Lebensglück ungeheuer stark vom Wohlbefinden der Tiere – hauptsächlich aber der Pferde – auf seinem Gehöft ab.
Zusätzlich zu diesen Optionen war das Anwesen ein Schmuckstück.
Überall blühten heimische Blumen, zwischen den einzelnen Gebäudetrakten gab es gut befestigte Sandwege, die immer sauber gehalten wurden, und die Grasflächen waren gepflegt, denn Stefan Niklas hatte einiges über Weidemanagement in seinem Leben gelernt, und was er gelernt hatte, half ihm hier draußen.
Natürlich war es ausgeschlossen, das Anwesen allein in Ordnung zu halten, doch es gab Rentner im Flecken, die ihren Spaß an Stefan Niklas hatten und ihm gegen ein erstaunlich geringes Entgelt gerne zur Hand gingen.
Darüber hinaus gab es aber auch noch Lisa, seine einzige fest angestellte Mitarbeiterin.
Lisa war eine junge Frau, deren Markenzeichen es war, einfach immer ein wenig neben der Mütze zu sein.
Mit ihren vierundzwanzig Jahren erweckte sie immer noch den Eindruck, als steckte sie mitten in der Pubertät. Sie war zickig und unausgeglichen, ständig bereit, sich mit allem und jedem anzulegen, nahezu immer schlechter Laune und vermutlich mit einem sehr niedrigen Blutdruck gesegnet, denn die schwarzen Ringe um ihre Augen waren nicht auf mangelnden Schlaf zurückzuführen. Lisa war recht groß und so schlank, dass man sie auch als mager bezeichnen konnte, und ihre Weiblichkeit war stets und sehr gut unter betont robuster und männlicher Kleidung verborgen.
Sie war nur zwei Wochen weniger auf dem Anwesen daheim als Stefan Niklas selbst. Zusammen mit einem Trakehnerhengst, den er ganz zu Beginn seines Lebens auf der Hochfläche der schwäbischen Alb erworben hatte, war Lisa bei ihm aufgetaucht, und sie hatte ihn mit leiser Stimme gefragt, ob sie bleiben dürfte. Der Hengst, den Stefan gekauft hatte, war so etwas Ähnliches wie ihr Baby, und wo er war, wollte auch sie sein.
Stefan hatte sie auf ein Pferd gesetzt, sie vorreiten lassen und dann entschieden, dass er ein Glückspilz sein musste.
Lisa durfte bleiben.
Sie lebte in einem der winzigen Häuschen am anderen Ende des Anwesens. Sieben solcher Häuschen hatte Stefan bauen lassen, kaum fünfzig Quadratmeter groß, aber im Grunde genauso gut ausgestattet wie sein eigenes Haus. Eigentlich waren sie als Gästehäuser gedacht gewesen, für diejenigen unter den Kunden, die sich nach dem Kauf eines Pferdes bei Stefan Niklas mit dessen ganz speziellen „Betriebsbedingungen“ vertraut machen wollten.
Dort lebte Lisa in ihrer Freizeit, dorthin zog sie sich zurück, sobald sie ihr Tagwerk abgearbeitet hatte, und Stefan hatte in der Zeit ihrer Anwesenheit auf seinem Hof noch kaum ein privates Wort mit Lisa gewechselt.
Lisa war eine sehr begabte Reiterin, und was immer Stefan ihr in den täglichen Übungseinheiten vermittelte, sie nahm es auf wie ein trockener Schwamm.
Im Umgang mit Tieren war von ihrer Zickigkeit und ihrer notorischen Unausgeglichenheit nichts zu spüren, mit ihnen hatte sie jede Geduld. Selbst die Gänse trotteten ihr schnatternd hinterher, als wäre sie die geborene Anführerin der Herde.
Die Rentner gingen Lisa aus dem Weg. Doch ihre bloße Existenz sorgte rasch dafür, dass jeder Einzelne die ihm zugewiesene Aufgabe mit höchster Präzision erledigte.
Stefan musste manchmal etwas lächeln, wenn er Lisa im Umgang mit den Rentnern beobachtete, und um die Herren bei Laune zu halten, lud er diese ab und zu ein, einen gemütlichen Abend mit ihm zu verbringen. Dann zeigte sich Stefan von einer Seite, die eher ungewöhnlich an ihm war. Er wurde ein Mensch, der mit einer sehr charmanten und fröhlichen Seite ausgestattet war, ein glänzender Unterhalter und fröhlicher Kumpan seiner Mitarbeiter. Abgesehen von diesen Situationen war Stefan Niklas ein verschlossener, in sich gekehrter Mann, mit dem nicht zu verhandeln war, wenn es um Geschäfte ging und der niemandem einen echten Zugang zu seinem Ich gewährte.
Er hielt alles im Lot, was seinem Anwesen und dessen reibungsloser Existenz nützte, doch es gab in seinem Leben weder Freundschaften noch eine Familie.
Stefan saß auf der hölzernen Bank und träumte ein ganz klein wenig vor sich hin. Die Bank stand an der Westseite seines Wohnhauses, und so hatte er die letzten Strahlen der Abendsonne auf dem Gesicht. Seine Augen waren geschlossen und er atmete langsam und gleichmäßig. Zwei seiner Hunde kamen mit wedelnden Schwänzen herbei und legten sich laut schnaufend und zufrieden brummend vor seinen Füßen ins Gras. Stefan aber träumte. Es geschah nicht allzu oft, dass er sich dieser Stimmung hingab. Zu oft führten in diese Träume in eine Vergangenheit, die er zu gerne für immer vergessen hätte.
Auch an diesem Abend holte sie ihn wieder ein.



Gestern

Vierzig Grad im Schatten … Nicht die kleinste Wolke am Himmel.
Auch an diesem vierten Tag sind sie bei Sonnenaufgang losgelaufen, doch wieder ist die Lufttemperatur seither um mindestens dreißig Grad nach oben geklettert. Wie jeden Tag sieht es nicht so aus, als wäre damit die Spitze für diesen Tag schon erreicht.
Die Lungen brennen, die Muskeln sind hoffnungslos übersäuert, die Atemwege und die Kehle sind so trocken und heiß wie der Sand und die Felsen ringsum. Jeder Atemzug rasselt und pfeift, als käme die Luft aus einem alten, löchrigen Blasebalg, doch die Beine arbeiten wie Maschinen. Sie tragen die Männer weiter und weiter und immer weiter. Die Füße stampfen den Boden in gleichförmigem Takt und in den Schädeln herrscht Leere.
Nur ein einziger Gedanke zählt noch:
In etwa zweieinhalb Stunden werden sie die Oase erreichen und die Quälerei hat ein Ende.
Für dieses Mal jedenfalls.
Sie sind sechs. Keiner von ihnen ist älter als zwanzig Jahre, doch das Martyrium der letzten vier Tage hat ihnen die Gesichter von Greisen verliehen. Oder von Zerrbildern dessen, was sie am Beginn dieses Laufes gewesen sind.
Austrainierte, harte Athleten, mit allem ausgestattet, was Menschen brauchen, um den bevorstehenden Lauf überstehen zu können. Kraft, Ausdauer und einen stählernen Willen, der sie immer wieder antreibt. Der Wille zum Ankommen, der Wille zum Sieg.
Von diesen Attributen ist seit Beginn des Laufes allerdings nicht mehr viel übrig geblieben.
Die Wüste kennt kein Erbarmen. Hitze und Staub und Dreck, Wassermangel und die gnadenlos herunterbrennende Sonne haben alles vernichtet, was zu Beginn des Laufes in ihnen gesteckt hat. Nur eines hat sie am Leben gehalten.
Der Wille, anzukommen. Gemeinsam anzukommen.
Doch halt, da war noch etwas. Da war noch der Hass. Der Hass auf diejenigen, die ihnen dieses Martyrium aufgezwungen haben.
Hass kann eine ungeheure Kraft ausüben.
Als der Lauf begann, war kein Hass in ihnen gewesen. Doch mit jedem Schritt, den sie taten, ebnete er sich den Weg in ihren Geist, und ab dem Morgen des dritten Tages wurde er zum entscheidenden Antrieb in den Männern. Ausgemergelte Gestalten, jeder einzelne von ihnen mit einer dicken Dreckkruste bedeckt. So dick, dass man nur mühsam mehr als die Konturen des Menschen erkennt, der unter dieser Kruste steckt.
Längst ist jede Kraft, jede Hoffnung in ihnen zermürbt und zerbrochen. Nur der Hass hält sie am Leben. Der Hass auf die Menschen, deren Gehirnen dieser Lauf entsprungen ist. Hass vor allem auf denjenigen unter diesen Menschen, der ihren Lauf, locker auf einer schweren Enduro hockend, vom ersten bis zum letzten Schritt verfolgt hat. Der stets und ständig um sie gewesen ist und doch niemals so nahe, dass man sich seiner und seiner Maschine hätte bemächtigen können.
Nahrung für einen Tag hat man ihnen am Start mit auf den Weg gegeben. Wasser für wenige Stunden haben sie in Schläuchen aus Ziegenbälgen mit sich getragen. Danach waren sie darauf angewiesen, sich selbst zu helfen.
Einer von ihnen, der Jüngste der Truppe, hat am zweiten Tag eine fette Sandviper erwischt. Er hat ihr die Giftzähne ausgebrochen und darauf geachtet, dass die Giftsäcke nicht beschädigt wurden. So haben sie über eine gefährliche und tödliche Waffe verfügt, die eigentlich nicht vorgesehen war. Sie haben die Viper gehäutet und in großen Bissen roh verschlungen. Dadurch gewannen sie zusätzliche Energie, die ebenfalls nicht vorgesehen war. Zweimal wurden die Giftzähne – an einen dürren Ast gebunden – als Jagdwaffe eingesetzt. Beide Male mit Erfolg. Einmal war es eine mehr als eine Elle lange Sandechse gewesen und am Nachmittag des dritten Tages gar eine der kleinen Wüstenantilopen, die ab und zu ihren Weg kreuzten. Die Vipernzähne staken gut verborgen im Gürtel dessen, der sie erbeutet hatte, und es galt unter den Läufern als sicher, dass mittels dieser Zähne auch ihre Folterer einer gerechten Strafe zugeführt werden würden.
Der Mann hielt die Augen fest geschlossen. Vor seinen geschlossenen Augen lief der Film in seinem Inneren ab. Wieder und immer wieder. Die Erinnerung an die Wüste und die Schmerzen war auch nach Jahren so lebendig, als läge der Lauf erst wenige Augenblicke hinter ihm.
Es war nicht die einzige Erinnerung, mit der er leben musste, dieser Mann …

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