Porcelain

Porcelain

Dorijan Grey


EUR 24,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 358
ISBN: 978-3-903271-69-2
Erscheinungsdatum: 19.05.2022
Die Welt ist nicht nur schwarz und weiß, sondern hat viele Grautöne. Nachzulesen in dem Buch „Porcelain“. Ein schüchterner Junge gerät durch Intrigen auf die schiefe Bahn und dann fast bis ganz nach oben. Ein Ritt durch die Psyche und Abgründe eines Menschen.
3. Akt, Kapitel 1

Ich habe mal vor langer Zeit eine Geschichte gehört, die eine gute Moral enthielt. Auf den Hügeln von Andalusien in Spanien lebte ein Mann im hohen Alter zurückgezogen. Er hatte sein Vermögen gemacht und konnte nun in Ruhe sein Leben genießen. Die riesige Residenz mit dem schönen Weingarten, wo er selbst seinen eigenen Wein herstellte, erfüllte die Ruhe und Frieden in seiner Seele. Die Region bot viele Sonnentage an, dass die Weintrauben eine unglaubliche Reife erreichten. Er bot seinen Wein nie zum Verkauf an, sondern verschenkte ihn meistens an seine Freunde oder Nachbarn. Er brachte die Herstellung seiner jungen Tochter bei, die noch nicht das erwachsene Alter erreicht hatte. Sie war eine reine Seele und das widerspiegelte es auch in ihrem Körper. Die Haut war rein, ihre Augen voller Leben, sie lächelte ohne Pause und wenn mal der Wind durch ihre Haare wehte, wirkte sie wie ein kleines Unschuldslamm, die die ganze Welt noch entdecken wird. Ihr stand die ganze Welt offen, sie hatte eine Familie, die ihr Liebe gab, Freunde, die für sie da waren, und war kerngesund.

An einem Sonntagmorgen war die ganze Familie beim Frühstück versammelt. Die Oliven waren frisch gepflückt, der Orangensaft gepresst, das Steinofenbrot knusprig von außen, weich von innen, die Spiegeleier waren bereit und mit Olivenöl gekocht worden. Er trank jeden Morgen ein Glas seines selbstgemachten Weines. Er trank mehr Wein als gewohnt, seit er sich aus der Arbeitswelt zurückzog. Ihm gefiel der Geschmack, je älter er wurde. Er genoss es vor allem, wenn er am Tisch war mit seiner Familie, um ein Gläschen zu trinken, und dazu Früchte aß. Seine Haushälterin schenkte nochmal ein Glas ein. Heute war er in Stimmung für ein zweites Glas beim Frühstück. Vor allem, weil er seine Tochter so glücklich beim Frühstück sah. Ihre Zähne strahlten, je länger sie ihr Lächeln aufhielt. Das zweite Glas gefiel ihm umso mehr, aber etwas störte ihn. Es war süßlicher als sonst. Seine Weintrauben waren bereits süß, aber dieses Mal glich es von der Süße eher einem Sirup. Als er sein Glas hinstellen wollte, kam ihm eine ungewöhnliche Müdigkeit auf und fiel daraufhin vom Stuhl.

Als er wieder zu sich kam, war er gefesselt, wie auch der Rest seiner Familie, dessen Mäuler verstopft wurden. Sie waren noch im Esszimmer. Die Haushälterin war tot und lag in der Lache ihres Blutes. Neben ihm saß ein alter Geschäftsfreund, der ein Brandmal auf seinem Gesicht besaß. Das Symbol des Brandmals waren zwei Hörner und Engelsflügel. Gegenüber ihm saß seine größte Angst. Er begann zu schwitzen, sein Atem wurde panischer, sein Puls stieg an, Tränen flossen von seinen Augen und er machte sich Sorgen um seine Familie. Er durchlebte wieder sein Trauma, das er vor langer Zeit hatte. Die Sünden seiner Vergangenheit holten ihn wieder ein. „Guten Morgen, Oscar.“, begrüßte ich ihn. „Es ist lange her mein alter Feind. Einundzwanzig Jahre bereits … Erinnerst du dich noch oder hast du dein altes Leben bereits vergessen?“, er war schockiert, als er mich sah, was selbstverständlich war. Immerhin sah ich aus, als wäre ich erst dreißig Jahre alt geworden. Ich verzichtete vollkommen auf Alkohol, Zigaretten, Kaffee, jede Droge, die mir schaden würde. Pflegte meine Haut, achtete auf meine Ernährung und trieb mehr Sport als je zuvor. Ich war in der besten Form meines Lebens.
„Wie hast du mich gefunden?“, fragte er mich.
„Ich hatte Zeit gehabt. Viele Menschen kamen zum Opfer, damit ich dich finde Oscar, aber jeder Tropfen Blut war es wert.“, ich stand auf und ging zu seiner Tochter. Ich streichelte ihr wunderschönes Gesicht. Die Haut war so rein und befreit von Akne oder Mitessern und ihre Backen besaßen einige Sommersprossen. Sie bekam Angst, als ich sie anfasste. Als ich über ihren Arm ging, spürte ich die Gänsehaut. „Ich bring dich um, du Bastard, wenn du sie anfasst!“, seine leeren Drohungen gingen in ein Ohr rein und zum anderen raus.
„Befreie dich erstmals, bevor du große Töne spuckst.“, diese junge Schönheit … Ich war fasziniert, wie sie sich von ihrem Vater unterschied. „Sie ist wunderschön Oscar! Meinen Glückwunsch. Kaum zu fassen, dass so was Reines einen Teil von dir ist.“, ich näherte mich wieder Oscar an. Ich hielt meine Waffe an seinen Genitalbereich. „Ich brauche eine Bestätigung von Gabriels Geschichte. Siehst du, ich brauche eine Erklärung, warum ihr auf meinen Anschlag gewartet habt. Immerhin konntest du mich töten, nachdem ich nicht mehr für Victor gearbeitet habe. Erzähl sie mir detailliert und wahr. Wir wissen beide, was sonst auf dem Spiel für dich steht.“, ich sah die Angst in seinen Augen. Ich hatte ihn bald. „Sag es mir!“, sagte ich mit Ruhe und Autorität. Meine Stimme hatte keinerlei Emotionen gehabt. Ich klang nicht mehr menschlich, wie ich es einst tat. Ich schoss auf sein linkes Knie. Die Frauen bekamen Angst, als sie zusehen mussten, wie ihre geliebte Ratte litt. „Beantworte meine Frage!“
„Leck mich!“, ich ging mit langsamen Schritten an seine Tochter heran, die anfing zu schwitzen, je näher ich zu ihr kam. Ich gab ihr einen Kuss auf die Wange und gab ihrer reinen Schönheit ein Kompliment.
„Sie ist genau so schön wie Marianna. Findest du nicht Oscar?“, er hielt sein Maul. Sie fing an zu heulen. „Du erinnerst mich an jemanden, meine Kleine … Sie war auch eine reine Schönheit wie du. Deine Augen sind genau so unschuldig wie ihre.“, ich streichelte ihr Haar. Ich zielte mit meiner Waffe an ihren Kopf. „Nur diese Schönheit wurde aus dem Leben verbannt, dank deines Vaters. Er hatte es dir nicht erzählt, dass er in Amerika ein Verräter war, nicht wahr? Weißt du, jedes Kind muss für die Sünden seiner Eltern zahlen. So ist leider das Leben, meine Kleine. Ich mache es schnell. Du wirst nicht leiden. Das verspreche ich dir“, ich hatte es geschafft. Oscar hat endlich seinen Stolz aufgegeben. Kaum zu fassen, dass er sich um jemanden Sorgen macht. Er hatte sich wirklich in den zwanzig Jahren verändert.
„Ich erzähle es dir. Tu es BITTE nicht!“, ich distanzierte mich von ihr, als er anfing aus seinen Lungen rauszuschreien und sich schuldig fühlte. Ich hielt nun meine Waffe an seinen Kopf, wollte jedes einzelne Detail wissen, damit ich endlich Klarheit in meinem Kopf besaß. „Gabriel kam zu mir, nachdem ich bereits mehrere Wochen im Krankenhaus lag. Er war der Erste, der mich besuchte. Unser geliebter Boss besaß nicht mal den Respekt mich zu besuchen, geschweige denn Tiberon. Mein Kapitän, der Wichser, ignorierte mich wie eine Hure … Erst bekam ich nicht meine Position und du wurdest nicht einmal dafür bestraft. Man verletzt keine Mitglieder.“
„Sei jetzt kein Heuchler Oscar und fahr einfach fort!“
„Er bot mir an dich umzulegen und Immunität, damit Vic und jeder andere mich nicht aufspürt. Jetzt bist du hier und siehst es. Es waren die schönsten zwanzig Jahre meines Lebens.“
„Lenk nicht vom Wesentlichen ab. Ich will nur eins wissen. Warum musste Marianna sterben? War sie ein Kollateralschaden? Sie hatte nie was damit zu tun gehabt. Das Gleiche gilt auch für Dora. Beide waren unschuldig Oscar und du hast dir nie darum Gedanken gemacht?“
„Dora kannte ich nicht. Sie war Kollateralschaden. Pech gehabt … Marianna gehörte zu meinen Zielen. Ich brauchte lange, bis ich mich von deinem Angriff erholen konnte. Dann musste ich warten, bis ihr zwei wieder miteinander zusammen wart, um im richtigen Augenblick zuschlagen zu können. Ich hatte dich mindestens zwei Monate lang ausspioniert, nur damit ich endlich meine Chance bekam. Wie es sich rausstellte lebst du Arschloch noch. Mariannas Seele dagegen möge Frieden finden. Sie musste sterben! “, sagte er mir mit einem arroganten Schmunzeln, als er sich wieder an die Nacht ihres Todes erinnerte. Ich hielt meine Waffe vor sein Gesicht. „Ich habe dir bereits das Meiste weggenommen Polly und es hatte sich so gut angefühlt. Deine Huren verdienten nichts Besseres.“, ich musste meine Beherrschung bewahren. Ich durfte nun nicht in diesem Moment schwach sein und jede mögliche Kontrolle verlieren.

„Es tut mir leid.“, mein erstes Opfer war seine Frau, der ich zwei Kogeln in den Kopf jagte. Anschließend richtete ich meine Waffe auf die Tochter. Ich schloss meine Augen für einen Moment und wiederholte meinen Procedere. Ich tat, was ich tun konnte, dass es so schnell und schmerzlos war. Er verlor seine Fassung, fing an zu weinen, sein Körper zitterte, er atmete schneller, sein Puls stieg an und musste schwitzen. Nun waren wir quitt. Ich hatte nie Absicht gehabt seine Familie am Leben zu lassen. „Manchmal frage ich mich, wie psychisch zurückgeblieben du bist? Deine eigene Familie war in Gefahr und das Einzige, was du tust, ist die Situation zu verschlimmern. Du redest mit vollem Stolz und Arroganz von der Ermordung von Frauen und Kindern. Siehst du mich nun davon prahlen?“, ich spürte keine Reue meiner Tat, aber auch keinen Stolz oder Befriedigung. Nur eine große Leere. „Du hast Vätern ihre Töchter genommen. Daher musstest du bestraft werden und die hast du nun erhalten. Es ist meine Pflicht, meinen Feinden alles wegzunehmen. Denn ich bin der Teufel und was ich tue, ist das Teufelswerk. Dein Leiden findet bald ein Ende, aber nun erhältst du den Kuss des Teufels, der dich in die Hölle willkommen heißen wird.“, ich holte aus meiner Tasche vier Flaschen (zwei Liter) Benzin heraus und übergoss die auf Gabriel und Oscar. Ich legte eine Spur auf, um dann mit einem Streichholz alles anzuzünden. Der Funke entfachte, die Spur brannte und nun nahmen diese zwei ihre Bestrafung an. Ihre Kleidung brannte, ihre Haut schmolz dahin, ihre Schreie wurden lauter, je länger das Feuer brante. Ich erfüllte meine Pflicht, aber meine Arbeit war aber noch lange nicht getan.

Ich erwähnte ja, dass diese Geschichte eine gute Moral enthielt. Man könnte es verschieden interpretieren. Die Vergangenheit kann dich jeder Zeit einholen oder jede Sekunde mit der Familie genießen, weil jederzeit eine Tragödie passieren kann oder auch der Mensch erhält immer seine gerechte Bestrafung. Aber es gibt nur eine Moral, die man davon lernen kann. Leg dich nicht mit mir an!
5 Sterne
Fesselnde Geschichte - 23.05.2022
J. Lehmann

Das Buch beschreibt eine fantastische Entwicklung eines Menschen, der an Grenzen geht um seine Ziel zu erreichen. Die tiefe Auseinandersetzung mit der Psyche und die beschriebenen sozialen Interaktionen, welche unser Protagonist (schon fast antagonist) durchlebt, behalten den Leser gefesselt und an das Buch gebunden. Eine Geschichte, welche nie genau so läuft wie man es erwartet. Top Buch!!

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